Shark Week – Sharktopus vs Whalewolf

Willkommen zurück im trüben Wasser der billigen Haiangriffs-Filme, die alle natürlich nicht wahres Haiverhalten wiedergeben, und dem eh schon schlechten Ruf der bedrohten Tiere schaden, auch wenn sie keiner Ernst nimmt, weil sich unterbewusst bei genug Beschallung ja doch was festsetzt, und ja das ist immer noch der gleiche Satz. Aber Hirn abschalten und unterhalten werden ist der kapitalistische Wert unserer modernen Gesellschaft, und wer bin ich als insignifikante Einzelperson, diesem Strom entgegenschwimmen zu wollen? Wasserwortspiele. Weil Haifilme. Gecheckt? Jetzt schon, immerhin hab ichs gerade klargestellt. Nichts zu danken. Ich schreibe das hier direkt nach dem Twin Peaks S3 Beitrag, vielleicht erklärt das einiges.

Ich weiß ja, dass Haie eigentlich gar nicht so übel sind. In der Regel sind sie auch nicht halb Oktopus. Ich weiß sogar, dass Orcas keine Wale sondern Delphine sind, was die Macher von Sharktopus vs Whalewolf schon mal nicht wussten. Immerhin wussten sie, dass es Meeressäuger statt Fische sind, wie die fiese Doktorin dem blöden Sportler korrigieren kann, damit wir auch mitbekommen, dass Frau Mengele schlau ist und studiert hat. Am MIT. Da ich jedenfalls weiß, dass Haie keine Monster sind, ganz im Gegensatz zu Spinnen, kann ich mich ruhigen Gewissens zurücklehnen und dabei zusehen, wie in einem Haimonsterfilm die Luzi abgeht.

Wenn sie das denn würde. Diese SyFy/Asylum-Dinger haben häufig das Problem, schlichtweg ein wenig langweilig zu sein. In seinem bisher dritten Outing als Menschenfresser Haitopus hat sich immerhin schon ein wenig was getan. Es gibt mehr der billigen Pixel-CG-Monster zu sehen. Es gibt mehr schlechtes CG-Blut in die Kamera spritzend. Und man nimmt sich klar und deutlich nicht allzu ernst, sondern die billige Optik, schlechten Dialoge, und irrsinnigen Entscheidungen der Charaktere kommen gleichermaßen aus der Inkompetenz der Produktion, als es auch bewusst trashig gewollt ist.

Gewollt schlecht ist natürlich nicht zwangsläufig automatisch gut oder unterhaltsam, sondern grundsätzlich erst Mal nur „Ziel erreicht“. Wenn ich mir zum Ziel setze, den ganzen Tag im Bett liegenbleiben zu wollen, kann ich das auch ganz einfach erreichen, wird aber dadurch nicht Applaudierenswert.

Frau Doktor Mengele, die eigentlich einen anderen Namen hat, aber den weiß ich nicht mehr, und Wikipedia öffnen dauert bis zu einer Minute, um nachzuforschen, ist jedenfalls wie jeder Deutsche Doktor eigentlich nur darauf aus, seinen Übermenschen zu kreieren. Und was sind die beiden Apex-Predatoren, deren Gene man braucht, um Superman zu erschaffen? Wolf und Killerwal. Der immer noch kein Wal ist, sondern ein Delphin. Die sind aber auch fies. Und Sharktopus vs Dolf klingt halt nicht so gut.

Dabei kommt eigentlich aber ein Schoßhündchen raus ohne jegliche Intelligenz, und ich nehme das mal als beißende Satire dazu, was nach Alphas schreiende Nazis denn so eigentlich wirklich produzieren würden. Andere Menschen, die nicht Frau Doktor Mengele sind, wie beispielsweise deren Sprechstundenhilfe im Porno-Krankenschwestern-Outfit, bringt er trotzdem um. Unschuldige umbringen benötigt aber auch kein Übermenschentum, sondern man muss nur scheiße sein. Ach ja, mit dem Sharktopus kloppt er sich auch regelmäßig, obwohl man meinen sollte ein hauptsächlich Wassser- und hauptsächlich Landbasiertes Monster kämen sich gar nicht so viel in die Quere, wie die beiden das letztendlich tun. Wenn man halt auf einer Insel ist schon.

Kommen wir aber zurück dazu, ob Sharktopus vs Whalewolf das einzige Ziel erfüllt, welches man je maximal davon hätte erwarten können: Unterhatungswert, ja/nein? Die Antwort darauf ist ein definitives „geht gerade so“. Kann man schauen, sollte man aber nicht. Es sei denn man steht halt wirklich auf Horror C-Trash und/oder Haiangriffsfilme jeglicher Art. Es gibt da eh nicht viele wirklich gute, aber es gibt viele unterhaltsamere als die Sharktopusse. Shartopussies? Sharktopen? Was ist die Mehrzahl von Oktopus? Wenn die Antwort ja nur einfach über wenige Klicks zu finden wäre…

Shark Week VI – Sharktopus vs Pteracuda

Statt wie die ganzen anderen Billo-Monsterstreifen sofort hinter dem ersten Sharktopus hinterher zu hechten, dauerte es vier Jahre, bevor die Welt mit dem SyFy Original Sharktopus vs Pteracuda beglückt wurde. Direkt das Jahr darauf folgte Sharktopus vs Whalewolf, und seither ist es erst Mal wieder ruhig geworden in den Zwittermonster-Filmen. Producer der Franchise, Roger Corman, ist übrigens seit den 50ern im Business aktiv und hat der Menschheit Geschenke wie die Carnosaurs, Slumber Party Massacres oder den Original Piranha gemacht.

Der Film startet dann auch damit, wie der vorigen Film endete, in dem der Sharktopus ein paar Leute frisst und dann explodiert wird, um ihn unschädlich zu machen. Jedoch gehört zu dem ins Meer hinaustreibenden Überresten der Bestie auch ein Eisack, den eine Meeresbiologin herausfischt und ihren eigenen Sharktopus heranzüchtet. Dem geldgeilen Onkel des hispanischen Mädels gehört allerdings auch ein Aquarium und somit möchte er den Sharktopus zur reißerischen Touristenattraktion machen.

Derweil an einem andern Ort lässt Dr. Symes seine neue biologische Waffe testen, nämlich einen wiedererweckten Pterodactylus. Wie wir alle dank Jurassic Park wissen, ist Dino-DNA allerdings unvollständig und der gute Doc hat sie mit Barakuda-Genen aufgestockt, damit das Vieh nicht nur zu Land und Luft, sondern auch zu Wasser tödlich sein kann. Welches Militär will schon keine lebende, prähistorische Drone einsetzen? Mitarbeiter Vladimir hat allerdings einen anderen Auftraggeber und manipuliert das Experiment, so dass der Pteracuda unter seine Kontrolle kommt – die er prompt wieder verliert, so dass das Vieh komplett außer Rand und Band gerät.

Was bedeutet, dass Symes nun den Sharktopus steuern will, mit einem eingepflanzten Kontrollgerät, dass ihn ausschließlich den Pteracuda bekämpfen lassen will. Denn was ist schon eine besser Waffe gegen ein Flugmonster als ein auf Salzwasser angewiesenes Gegenmonster, wenn der Pteracuda schon das eigene Sondereinsatzkommando abgesehen des Anführers abgemetzelt hat.

Für wen sollte ich in dem Film eigentlich sein? Für den Sharktopus, der auf friedlich trainiert werden sollte, aber doch auch von sich aus genug umbringt, sobald er frei ist? Den Pteracuda sicherlich nicht. Die Meeresbiologin, die offen zugibt, eigentlich wegen des Ruhmes das Forschungsinteresse am Sharktopus zu haben? Den Anführer des Einsatzkommandos, dem sie extra eine kleine Tochter gegeben haben, der als Söldner aber bisher sicherlich ohne zu fragen Befehlen von Leuten wie Symes gefolgt ist? Immerhin sieht der echt gut aus, behält aber dummerweise auch den ganzen Film über sein Shirt an. Und warum überhaupt sind alle Schurken als Fremdlinge codiert? Der Russe hat einen starken Akzent, der Geldgierige Onkel auch, und selbst Dr. Rico Symes hat vom Look her einen leicht hispanischen Einschlag.

Mir mag alle paar Jahre mal wieder nach so einer Shark Week sein, aber wenn ich mich dann doch durch die Filme schaue, gibt es einige, bei denen ich mich wieder daran erinnere, warum ich schon länger keine mehr gemacht habe. Diese Woche bisher war zumindest nicht sonderlich ergiebig an Unterhaltungswert. Sharktopus vs. Pteracuda ist nämlich auch ein wenig langweilig. Manchmal schmunzelte ich kurz, weil der Film immerhin ein paar schön fiese Tode hat und damit so nonchalant umgeht. Und natürlich das Highlight Conan O’Brian gemordet zu sehen. Der Rest war halt nur schlecht. Keine großartige Handlung, die über Wasser hält; keine Charaktere, an die man sich hängen kann; und das üblich schwachbrüstige CG, mit dem nicht richtig interagiert werden kann, sondern Schauspieler halt einfach so wild um sich fuchteln und die in Größe variierenden Monster in die Nähe gecomputert werden.

Sharktopus

Super blöde Low Budget Monster Streifen zu fabrizieren ist ja momentan besonders in, nachdem Ausschnitte aus Megalodon zu Youtube-Highlights werden und The Asylum mit ihren Mega Sharks und ähnlichen Filmen gut fahren. Nicht zuletzt auch der amerikanische Sender SyFy durch deren Ausstrahlung gut Quote macht, wodurch viel von dem Müll mittlerweile sogar deren „Original Productions“ sind. Man wird das Gefühl aber nicht ganz los, dass sie es damit etwas arg übertreiben (25 Maneater Filme? Seit 2007?? Are you fucking shitting me?).

So, das ist der Deal: Das US-Militär hat eine supertollige Killermaschine, halb Hai halb Oktopus entwickelt. Warum die Navy ein sehr gegen Kugeln und Sprengstoff anfälliges Meerestier für die ultimative Waffe halten soll, sei mal dahin gestellt. Dann wiederum wird das Vieh in der letzten halben Stunde des Filmes permanent on gunpoint mit einer SMG beschossen und das kratzt es nicht sonderlich – wobei uns Mr. Hunk versichert, er verfehlt es nur ständig. Aber ich greife vor, das tolle Ding ist nämlich auch ziemlich anfällig gegen Motorboote wie es scheint, zumindest führt ein leichtes Anditschen eines solchen dazu, dass das Kontrolldingens flöten geht. Nicht mehr per Gehirnwäsche an so ein schreckliches Land wie die USA gebunden macht der Sharktopus sich erst mal dran, Spaß in Mehiko zu suchen.

Auf seinen Spuren Eric Roberts, dessen Wissenschaftler-Tussi Tochter und einsammeln tun sie dann noch Mr. Hunk, mit dem sie früher mal zusammen gearbeitet dann aber rausgeschmissen haben, weil er zu viel Geld wert zu sein dachte. Mr. Hunk ist natürlich ein moralischer Heldentyp und will das Vieh lieber umbringen, statt einfangen, doch das Versprechen auf 300k $ stimmt sein Gewissen dann doch um. Das Vieh killt eine Menge Touries, wir finden raus, dass Eric Roberts natürlich ein fieser Wissenschaftler ist, der den Sharktopus fürs Militär besonders angriffslustig gepolt hat und am Ende sprengen Mr. Hunk und Wissenschaftlertussi das Vieh in die Luft.

Ich weiß wirklich nicht, warum ich überhaupt immer mal wieder so einen Film sehe, denn das Zielpublikum bin ich eigentlich nicht so ganz. Häufig find ich bewusst auf dämlich getrimmte Filme nämlich dann tatsächlich nur dämlich, denn so blöd, dass es wieder witzig ist. Bei so Namen wie Frankenfish oder Sharktopus kann ich dann aber anscheinend doch das Beste hoffend nicht vorbei gehen. Was, SyFy hat einen Film mit dem Titel Piranhaconda gemacht? Must resist…

Das Ding mit diesen Filmen ist immer, dass wenn denn Trash, dann bitteschön auch so richtig trashig. Nackte Haut und ordentlich Blut will ich sehen, wie in einem Piranha 3D. Diese Made-for-TV Dinger sind da leider meist viel zu handzahm. Klar, Sharktopus geht sogar noch, es gibt ein paar Bikinibabes zu sehen und Mr. Hunk tut uns den Gefallen, die finale halbe Stunde mit offenem Shirt rum zu laufen und auch geblutet wird, wenn der Hai angreift. Aber die Bikinis bleiben an ihrer Stelle, das Blut ist dieses lächerliche CG-Zeug. Da kommt doch keine Stimmung auf. Und auch der Sharktopus ist halt wieder so ein blödes CG-Viech, statt so richtig schön Gummi/Papp-Attrappe zu sein. Vielleicht zieht das nur bei mir als Kind der 80er nicht und die jüngere Generation, die mit schlechtem CGI aufgewachsen ist, stört sich nicht dran, aber so richtig trashig ist diese klinische CG-Schoße für mich einfach nicht.

Immerhin bekommen wir das Monster schön häufig zu sehen und der Body Count ist nicht niedrig. Und das Vieh ist sich für nix zu schade. Da schnappt es sich Bungeespringer aus der Luft, kraxelt seine Tentakel wie Spinnenbeinen nutzend an Land rum, beißt Köpfe ab, spießt Leute auf und schlitzt mit seinen scharfen Tentakelauswüchsen dem Main Bad Guy sogar höchstpersönlich die Kehle auf. Ganz davon zu schweigen, dass sich seine Größe ständig passend zur Szene ändert. Das ist doch alles so dämlich, dass es eigentlich Spaß machen müsste, oder?

Aber genau das tut es nicht. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber Sharktopus macht einfach nicht sonderlich viel Laune. Auch die (schlechten) Schauspieler scheinen keinen Spaß mit dem Mist zu haben, sondern nehmen das ganze Ding viel zu ernst. Selbst Eric Roberts, von dem man meinen sollte, er habe hier mitzuspielen nicht nötig (aber vielleicht ist er ja wie Nicholas Cage und verprasst seine Gagen so schnell wieder, dass er jede Rolle annimmt, die ihm geboten wird), scheint nicht zumindest das Beste aus dem Schrott zu machen und aufzudrehen, sondern langweilt kolossal. Und gerade deswegen wirkt der Film trotz 85 Minuten sogar noch zu lang. Diesen ganzen Produktionen wäre echt geholfen, wenn sei flotte Einstünder wären.