GameGearing: Bishoujo Senshi Sailor Moon S

Nicht nur der GameBoy hat Sidescroller zu DER Magical Girl Anime-Serie der 90er bekommen, sondern auch Segas Handheld konnte beglückt werden – mit genau einem einzelnen Spiel, Bishoujo Senshi Sailor Moon S in 1995. Im Gegensatz zu Nintendos monochromen Hosentaschenbackstein nimmt es sich also, wie der Titel schon besagt, den Geschehnissen der dritten statt ersten beiden Staffeln an.

Mehr oder weniger zumindest, so richtig eine Handlung gibt es nämlich beispielsweise nicht, sondern nachdem im Titelmenü entweder Sailor Moon oder Chibi Moon ausgewählt wurden, geht es direkt ins Spielgeschehen der 5 in jeweils 3 Etappen plus Bosskampf unterteilten Stages. Die beiden Protagonistinnen haben dabei grundsätzlich den gleichen Spielverlauf, Chibi Moon allerdings das einfachere Spiel, da die Gegner schneller fallen und am Ende von 5-3 nur einer statt zwei Bossencounter auf sie warten. Zumindest soweit ich das sagen kann, denn ich habe nur kurz mit ihr hineingespielt, nachdem ich eh schon das ganze Spiel als Sailor Moon hinter mir hatte.

Mit der war das Unterfangen nämlich ehrlich gesagt schon unspektakulär genug. Das Spiel bietet beispielsweise fast kein Platforming, außer mal über einen Abgrund zu springen, oder hier und dort ein paar Stege zu einem optionalen Powerup zu nehmen. Lediglich Stage 4, wo es gilt das Gerüst eines im Bau befindlichen Wolkenkratzers zu erklimmen, offeriert wirkliche Vertikalität, und selbst dort heißt es eigentlich einem geraden Pfad bis zum Sprung auf die nächste Ebene darüber zu folgen. Vielleicht ein geheimer Segen, denn Sailor Moons Sprung ist luftiger, als man meinen sollte, so dass leicht über das Ziel hinausgeschossen wird.

Gegner stellen sich hierbei eher sporadisch in den Weg und existieren nur in vier Formen. Drei davon könnte ich nur optisch voneinander differenzieren. Denn da sie immer auf ihrem vorgegebenen Weg patrouillieren, sind alle drei damit besiegt, sich dorthin zu stellen, und den Attack-Knopf zu hämmern, damit Sailor Moon mit drei Tritten/Schlägen sie umnietet, bevor sie ihre eigene Attacke herausgeholt bekamen. Etwas tricky ist nur der vierte Reifengegner, der wie ein Flummi über den Bildschirm bounced, sowie die immer mal wieder herabfallenden Gegenstände, da erneut der kleine Bildschirmausschnitt mit den großen Sprites dies etwas unvorhergesehen geschehen lässt.

Neben dem normalen Tritt/Schlag kann Sailor Moon noch im Sprung treten, was hauptsächlich die Bosse vereinfacht, sowie ihre Attacke aufladen. Ohne Powerups führt das zu ihrem bekannten Tiara-Wurf, hat sie über Zepter und Broschen allerdings noch Spezialattacken übrig, wird daraus ihr Zepter-Finisher der Serie. Von dem man meinen sollte, da er nach allen Richtungen geht, wäre dies gut für Crowd-Control, aber das Spiel kennt wie gesagt eigentlich keine Situation, in der mehr als ein Gegner auf einen eindringen würde. Rote Rosen machen zusätzlich kurzzeitig unsterblich und manchmal, sind alle drei Talismane automatisch am Ende eines Teilstages eingefangen, gibt es eine kurzzeitige Verwandlung in Super Sailor Moon via dem Heiligen Gral. Dann erledigen sich die normalen Gegner ganz wie als Chibi Moon bereits mit einem Fuß ins Gesicht. Ein Zeitlimit das Stage rechtzeitig zu beenden existiert nicht.

Ähnlich wie der erste GB-Ableger endet allerdings auch Sailor Moon S für Game Gear ein wenig verfrüht. Am Ende eines jeden Stages stellt sich eine der Witches Five in den Weg, nach Stage 5-3 also die Zwillinge Cyprine und Petilol. Als Sailor Moon dann anschließend noch Kaolinite… und dann gibt es lediglich ein kurzes Standbild von Professor Tomoe, der weiteren Schabernack verspricht, und das Spiel endet. Für ein Stage 6 mit ihm und Mistress 9 war wohl kein Budget mehr übrig, um alle Staffelbösewichter abzudecken.

Dafür gab es allerdings genug, um Minispiele einzufügen. Davon gibt es nämlich am Ende der ersten 4 Stages jeweils eines. Beispielsweise muss im Sailor Senshi Roulette schon mal das Rad auf dem passenden Bild angehalten werden, oder in Elevator Action die Türe gefunden werden, hinter der sich unser aller liebster nutzloser Quotenmann Tuxedo Mask verbirgt. Niedlich, aber irgendwo auch nutzlos. Wer die allerdings echt geil findet, bekommt sie anschließend separat im Hauptmenü anwählbar freigeschaltet.

Immerhin sieht es ganz nett aus. Einer Adaption der Serie ist es halt schlicht schon viel geholfen, wenn sie ziemlich Farbenfroh daherkommen darf. Dann sind die Sprites, zumindest der beiden wählbaren Protagonistinnen, auch noch ziemlich gut animiert und mit viel des Serien-üblichen Posings ausgestattet. Ja sogar ein kurzes Speech-Sample der Synchronsprecherin gibt es. Das war jedenfalls ganz nett.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Käufer des Spieles in 1995 nicht ein wenig ernüchtert waren, ihr ganzes Geld in ein so kurzes und belangloses Unterfangen investiert zu haben. Für meine Bedürfnisse, nämlich einfach etwas sich schnell von buntem Nonsens ablenken zu lassen, wenn ich von Dark Souls II zu sehr genervt war, hat es allerdings voll ausgereicht.

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GameBoy Obscurities: Sailor Moon

ava-2051Der Output an Sailor-Moon-Spielen hat mich immer recht überrascht. Für eine Manga-Serie und Anime-Adaption, die sich eher an jüngere Mädchen richtet, gab es wenig gezielt auch dorthin gerichtete Spiele, sondern zum Großteil Fighting Games und Beat´em Ups. Natürlich hatte die Serie auch ein älteres männliches Publikum angezogen, für die es auch Merchandising gab, aber ich hätte gedacht spielerisch wäre auch anderes abgefallen, statt das vereinzelte RPG oder Minigame-Sammlung.

Bishoujo Senshi Sailor Moon für den monochromen GameBoy ist von niemand anderem als Arc System Works, die Leute hinter Guilty Gear und Blaze Blue, reiht sich allerdings überraschend nicht bei den Fighting Games ein, sondern ist tatsächlich ein relativ simpler Platformer/Beat ´em Up, der wohl tatsächlich für ein junges Publikum gedacht war. Fragt einen sogar zu Beginn, ob man ein Junge oder Mädchen ist, die Mädels bekommen eine kleine Starthilfe einer längeren Lebensleiste und zwei zusätzlicher Leben.

Das Ding ist auch relativ früh auf den Zug aufgesprungen, so war das Japan-Release nämlich im Dezember 1992, während die allererste Staffel noch in ihrer Erstausstrahlung im TV war. Und da Spiele nicht innerhalb einer Nacht zusammengeklöppelt werden, sondern schon etwas Vorlauf brauchen, wurde die Produktion sicherlich begonnen, als sogar noch weniger ausgestrahlt war. Das würde zumindest erklären, warum sich die Stages an den ersten Episoden der Serie richten.

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Denn Bishoujo Senshi Sailor Moon ist in 4 davon unterteilt. Dabei beginnen wir immer in einem Storyabriss, in dem keine Gegner sind, sondern nur ein paar Bildschirme nach links und rechts nach den nötigen NPCs abgesucht werden, bis das Spiel entscheidet, dass man die Handlung mitbekommen hat, und Luna irgendwo hin spawnt, die Usagi zur Verwandlung überredet. Nun befindet man sich in einer Anderswelt, in der das eigentliche Gameplay stattfindet. Jeweils 2 bis 4 längere Sicescrolling-Segmente hat man, bei denen sich ganz Beat ‚em Up durch die aus dem Bildschirmrand anspringenden Gegner gekickt wird, bis am Ende ein Boss umgenietet gehört. Lediglich Stage 4 kommt ohne den Prolog-Teil aus und wirft einen sofort ins Kampfgeschehen, und ist auch einige Bildschirme länger als der Rest.

Aber jedenfalls ist besagte Handlung eben genau aus den Anfangsepisoden entnommen, wenn Jedite noch jeweils einen mehr oder weniger dummen Mädchentraum für seine Pläne ausnutzt, welche dramaturgisch passend auch Usagis Obsession der Woche waren. Stage 1 ist der Juwelenausverkauf bei Narus Mutter, Stage 2 der verfluchte Radiosender, und Stage 3 das Fitness-Studio. Wobei tatsächlich auch schon Ami und Rei jeweils einen kleinen NPC-Auftrit haben, sowie am Ende bereits Jedite besiegt wird, sowie Queen Beryl in die Flucht geschlagen gehört.

Sonderlich viel Tiefgang sollte man allerdings nicht erwarten, es gibt keine wirklichen Platforming-Segmente, die einzig beiden Moves von Sailor Moon ist Springen oder Treten, abgesehen von einem auffindbaren Gegenstand, der sie auch Projektile feuern lässt, welches man hoffentlich für die Bosse behält, weil die so viel einfacher zu besiegen sind. Wobei deren Pattern so oder so sehr einfach zu handhaben sind, Boss 2 hat sogar einen Punkt, an den man sich stellen kann, von wo aus man sie einfach in den Rücken treten darf, ohne dass sie einem je was tun könnte. Die einzige Schwierigkeit des Spieles kommt wirklich daher, dass Sailor Moon etwas schwerfällig reagiert, sowie beim kleinen Bildschirm und den großen Sprites schon sehr schnell auf die auftauchenden Gegner reagiert werden muss, wenn man nicht unfreiwillig in sie rennen will – gerade was die Möchtgern-Medusa-Heads mit ihren unberechenbaren Flugbahnen angeht. Häufig ist es bei kleineren Gegnern tatsächlich einfacher, unter ihnen zu ducken, drüber zu springen, oder einfach ein paar Schritte zurück zu gehen, um aus ihrer Flugbahn zu sein.

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Nach spätestens 2 Stunden ist das Ding dann auch schon rum, und so fühlt es sich auch an. Ein Fluch und ein Segen, weil wirklich satt geworden ist man nicht, aber wirklich mehr von der banalen Würzlosigkeit wollte man eigentlich auch nicht mehr schlucken. Das Spiel selbst endet halbherzig abwinkend, in dem Luna und Tuxedo Mask gratulieren, und das in Form von „eh, genug für Heute, den Rest kannste später aufräumen“. Einen direkten Nachfolger für den Rest der Dark Kingdom Arc gab es jedoch nie. Dafür allerdings in 1994 eine GB-Adaption von Bishoujo Senshi Sailor Moon R, die ziemlich identisch aussieht: Friedliche Stages, um mit NPCs in Anime-Closeups zu reden, gefolgt von Beat ´em Up Stages, die diesmal sogar etwas Platforming benötigen.

Death Ribbon Revolution!, or Watching Sailor Moon Crystal III

ava-2019Hat ja dann doch nicht so lange gedauert. Nicht mal ein ganzes Jahr, nachdem auf Nico Douga Sailor Moon Crystal mit Episode 26 endete, lief doch die dritte Story Arc in Japan an. Diesmal allerdings nicht groß international in ein Dutzend Sprachen bi-wöchentlich im Stream, sondern traditioneller im japanischen TV jede Woche. Und statt wie in der früheren Serie einfach einen Suffix dranzuhängen wurde es schnöde Pretty Guardian Sailor Moon Crystal Season III getauft, da anscheinend die zwei Story Arcs von Nico Douga doch Season I und II ausmachen, auch wenn damals noch keine Unterscheidung gemacht wurde.

Wie ist sie denn in animierter Form geworden, die Death Buster/Infinity Arc? Besser als die beiden vorigen auf jeden Fall. Dazu muss natürlich eingestanden werden, dass Infinity auch mit die stärkste Geschichte ist, die der Manga zu bieten hat, von daher hat Season III schon hier einen kleinen Vorteil zu bieten, so als Direkt-Adaption, die von Kleinigkeiten ausgenommen dem Crystal-Motto „eine Anime-Episode pro Manga-Kapitel, und so nah wie möglich an dessen Verlauf bleibend“ treu bleibt.

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Wobei ich doch etwas überrascht war, wie viel ich vom Manga schon wieder vergessen gehabt habe. Bei den Anfängen nicht mal so, für die ersten knapp 8 Folgen, in denen die Sailor Senshi gegen die Witches 5 kämpfen, die Manga-gewohnt etwas kurz kommen und mehr oder weniger in der gleichen Folge, in der sie aktiv werden, auch schon besiegt sind, inklusive einiger Querelen mit den Outer Senshi, die das mit der Weltenrettung etwas skrupelloser anzugehen gedenken, als die Inner Senshi. Doch tatsächlich war ich etwas überrascht, als nach Folge 8 im Prinzip eingeleitet wurde, was ich für das vielleicht zwei Kapitel einnehmende Finale hielt, und auch nicht mehr sonderlich viel von dessen Verlauf wusste, dass es doch noch 5 Folgen sein werden, die auch mit allen möglichen Ereignissen angefüllt sind, die mir komplett entfallen waren. Dass Infinity ziemlich düster sein kann im Vergleich zu den anderen Arcs, war mir noch im Hinterkopf, dass es aber doch so dramatisch wurde, nicht mehr ganz.

Ich favorisiere allerdings weiterhin das Original-Anime für diese Arc. Wie immer hatte man da aller Füller zum Trotz nämlich mehr Zeit mit den Charakteren verbringen können, vor allem die Death Buster sind in ihrer Alt-Anime-Inkarnation ziemlich launig gewesen. Die Freundschaft zwischen Hotaru und Chibi Usa hat mehr Entfaltungsspielraum. Apropos: Chibi Usa nervt hier allerdings wesentlich weniger, da ihr Verhalten erwachsener ist. Auch Usagi an sich, obwohl es diesmal etwas mehr Slapstick als in den beiden Nico-Douga-Arcs gab, ist nicht ganz so weinerlich. Und ganz ehrlich gesagt gefallen mir Michiru und Haruka und ihre Dynamik im vorigen Anime besser, als im Manga und in Crystal. Ein wenig spaßig geflirtet haben die dort auch mit anderen, aber hier wirkt es einfach, als wollten sie nur unnötig Disharmonie sähen. Gerade der Kuss zwischen Usagi und Haruka hat mich schon immer genervt. Zusammen mit der komischen Erläuterung, Uranus wäre „weder Mann noch Frau“. Das wird nie weiter erläutert, und die Serie/der Manga vergisst den Satz sowie den Kuss im Prinzip direkt danach auch für den restlichen Lauf. Kam mir immer wie ein dreckiger Trick vor, um etwas Spannung zwischen Usagi und Mamoru zu sähen (und kein guter, da sich die Situation eigentlich kurz darauf auch schon wieder aufklärt) um die Sache dann schnell mit einem „du bist keine Lesbe, wenn es mit Uranus war“ abzuwinken, und die Situation dann zu begraben. Ne, da hatte ich gut mit Leben können, wenn Crystal das Manga-Kapitel ausgespart hätte. Stattdessen vielleicht den Höhepunkt der alten Serie einfügen, wenn Neptun und Haruka in der Sagrada-Familia-Kopie rausfinden müssen, wer die Talismane trägt. Aber die haben die im Manga und somit in Crystal ja eh schon von Beginn an.

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Aber ansonsten ist die Geschichte ziemlich gefällig, und auch sehr gut umgesetzt, eben von Grund auf die bessere Arc des Originals, aber auch in einer wesentlich weniger dahingeschluderten Adaption befindlich gegenüber Nico Douga. Die Highlights sind halt nicht ganz so high wie im alten gar nicht getreuen Anime, aber von meinem persönlichen kleinen Mag-ich-nicht-Hänger abgesehen durchaus von konstant guter Qualität.

Und auch wesentlich besser animiert. Ein Mega-Budget wird die Serie sicherlich nie haben, hatte sie auch in den 90ern nie, somit haben wir hier immer noch ein paar Folgen, die weniger gut animiert sind als andere. Aber im Ganzen glänzt auch hier Season III stärker als die beiden vorigen Arcs, da es wesentlich weniger Zeichenfehler oder schräge Proportionen gibt, flüssiger durchanimiert wurde, und vor allem die grausigen CG-Verwandlungen gegen 2D-Animationen ausgetauscht wurden.

Ich hatte ja am Ende von der Dark Moon Arc geschrieben, dass ich durchaus mehr Sailor Moon Crystal nicht abgeneigt wäre, denn trotz nicht überragender Qualität hab ich die Neuadaption auch nicht gehasst, und wäre den anderen Arcs nicht abgeneigt gewesen. Ein wenig wischi-waschi war die Aussage natürlich schon, aber nach Season III ist es nun so, dass ich mich richtig freue, wenn es die nächsten beiden in Crystal-Form geben wird. Und was ist eigentlich mit der Kaguya-Sidestory, die war ja auch ein ganzer Manga-Band, wie wäre es da mal mit einem Crystal-Film oder Special Episode, Toei?

Tuxedo La Smoking Bomber!, or Sailor Moon Crystal continued

ava-1894Nach einem Jahr ist Pretty Guardian Sailor Moon Crystal diesen Sommer also auf Nico Douga zu Ende gegangen, mit der die Folgen 15 bis 26 abdeckenden Black Moon Arc. Weiteres vielleicht oder vielleicht auch nicht kommend, man wird sehen müssen, so das absolute Ereignis wie erwartet schien die Serie zum 20-Jährigen dann doch nicht gewesen zu sein.

Auch hier halten wir uns wieder der Intention entsprechend stark am Manga, sogar noch mehr als in der Dark Kingdom Arc, und das ist auch durch dessen Schnelligkeit bedingt nicht immer ein Segen. Klar, die ganze Sache ist ein wenig fieser und etwas weniger kitschig als im ersten Anime, beispielsweise werden die vier Rubeus untergebenen Schwestern alle von unserer Truppe getötet statt bekehrt, und es gibt auch mehr Erklärungen beispielsweise ob der Aufgabe und Verbote, die Sailor Pluto auferlegt sind, oder den Zustand das Chibi-Usa eigentlich 900 Jahre alt ist und längst ihrem Wachstumsschub überfällig. Aber ich glaube ich mag eigentlich die etwas romantischer-märchenhafte Herangehensweise des ersten Anime etwas besser.

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Wobei, ein wenig Infos sind durchaus nett. Beispielsweise wird hier klar gemacht, dass Chibi-Usa sich sehr wohl bewusst war, wer Usagi und Mamoru sind, eine Sache, die mich im alten Anime immer störte. Genau wie die ersten Folgen, in denen die Inner Senshi entführt werden, sie uns jene ein wenig näher bringen, was trotz seiner epischen Länge gern im alten Anime unter ging. Dass Ami ihre künstlerische Seite von ihrem getrennt lebenden Vater hat, wurde da glaub ich nur irgendwo mal ganz kurz eingeworfen, dass die Eltern von Minako bei einem Unfall ums Leben kamen kann ich mich gar nicht erinnern vorher bereits gewusst zu haben beispielsweise.

Und endlich bemerkt mal jemand, dass die Idioten ständig in mehr oder minder öffentlichen tokyoter Örtlichkeiten mit einer Katze reden, die ihnen auch antwortet! Woher die vier Schwestern allerdings die geheime Identität der Sailor Senshi von vornherein wissen, ist mir etwas schleierhaft.

Wovon ich gern etwas mehr gehabt hätte, waren die Andeutungen das im Silver Millennium vielleicht doch nicht alles so super läuft. Eben das sich Chibi-Usa manchmal von ihren Eltern ausgegrenzt fühlt, und meint deren Liebe zueinander ist stärker, als die zu ihr. Gerade ihr Minderwertigkeitskomplex ist ja einer der Dreh- und Angelpunkte, warum überhaupt geschieht, was in der Arc geschieht. Aber auch das Prinz Demande (ugh) und Co. rebellierten, weil sie meinen, dass die Menschheit nicht für die Unsterblichkeit gemacht ist, die von der distanziert in ihrem Palast abgeschotteten Neo Queen Serenity gegönnt wird. Oder das die enorme Macht des Silberkristalls automatisch Animositäten immer anziehen wird, eben weil sie jeder gern in Händen halten würde. Das sind so kleine Dinge, die irgendwo untergehen in den 12 Folgen, und sicherlich etwas mehr hätten ausgebaut werden können.

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Ansonsten, uh joa, so wirklich begeistern kann ich mich für Crystal immer noch nicht, die zweite Story Arc fand ich allerdings weniger abfallend als die erste noch, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die wirklich besser gehandhabt ist, oder es einfach daran liegt, dass ich die schon im alten Anime nicht stark favorisierte, als dass ich mich groß daran stören kann. Aber wisst ihr was, von mir aus kann es mit Crystal ruhig weiter gehen. Toll wird der Reboot niemals werden, aber dagegen die anderen Arcs umgesetzt zu sehen hätte ich auch nichts, zumal meiner Erinnerung nach de Manga ab der Infinity Arc auch erst richtig gut wird.

Moon Tiara Boomerang!, or Watching Sailor Moon Crystal Part 1

ava-17562012, zu einem Event zur Feier des 20-jährigen Jubiläums der Franchise, wurde also eine neue Sailor-Moon-Serie angekündigt, startend Mitte 2013. Aber so einfach geht in Sachen Sailor Moon schon lange nichts mehr, und der Start verschob sich auf Ende 2013 und letztendlich ins Jahr 2014 hinein. Doch im Sommer letzten Jahres war es dann endlich soweit, jeweils im 2-Wochen-Rhytmus streamt Nico Douga wahlweise in ein Dutzend Sprachen untertitelt Pretty Guardian Sailor Moon Crystal aus.

Das Ding wird 26 Folgen zählen, ist also noch gar nicht beendet. Warum schreibe ich also darüber schon? Weil sich Crystal nah am Manga orientiert, was ja auch hinreichend im Voraus bekannt war. Dennoch nahm jeder an, dass diese Folgen die erste Story Arc abdecken werden, womit Crystal dann schon mal 20 Folgen schneller damit wäre, als die ursprüngliche erste Staffel des alten Anime, sowie sogar 23 zügiger als die Live Action Serie. Doch alle haben unterschätzt, wie eilig das im Manga tatsächlich dahin gerast war, denn die Dark Kingdom Arc endete tatsächlich bereits mit Folge 14 der neuen Sailor Moon Inkarnation. Wie habe ich damals über die schematisch gleichen Füller der ersten Staffel geschrieben? „Würde man die Serie auf die wirklich relevanten Folgen zusammenziehen, man hätte wohl eine Staffel von 13 Folgen übrig.“ Das beweist sich dann tatsächlich hier, ich lag nur um eine Folge daneben.

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Ich werde dies jetzt auch gar nicht zurücknehmen, die Filler im ersten Anime sind schon ein Stück zu zahlreich. Es dauerte immerhin ganze 8 Folgen, bis mit Ami die zweite Sailor Senshi auftauchte, während in Sailor Moon Crystal bei Folge 8 bereits das komplette Quintett zusammengefunden hat. Allerdings so ganz ohne ist auch irgendwie wieder doof, geht Crystal doch etwas zu rasant durch die Handlung. Man bräuchte eben doch einfach ein wenig Luft zwischen den Ereignissen manchmal, und die Füllfolgen waren halt auch ganz gut, um die Charakterdynamik etwas besser kennenzulernen. So mal zwei oder drei Folgen zu haben, um sich mit der neuen Kriegerin anzufreunden, statt wie hier direkt nach der Einführung von Usagi bereits in der nächsten Folge Ami und die Folge darauf Rei vorgesetzt zu bekommen. Macht auch einfach das Pacing einiger Dinge unglaubwürdig. Wie wenn die Sailors meinen wie sehr sie ihre Freundschaft untereinander schätzen und einander helfen, obwohl sie gerade mal vor zwei Folgen zusammengefunden haben. Oder das Minako so tut, als sei sie Serenity, um von Usagi abzulenken, jedoch bereits die Folge darauf sowieso die Wahrheit rauskommt.

Auch die Bösen kamen im Manga immer etwas sehr kurz, während ich es immer ganz schön fand, dass sich das Anime die Sache zwischen Neflite und Naru und die Romanze zwischen Zoisite und Kunzite ausgedacht hat, um dort doch etwas mehr Dimension hineinzubringen. Crystal greift stattdessen das im Manga nur vage angedachte auf, dass die vier Generäle mal Endymions Leibgarde waren, so wie das die vier anderen Senshi für Serenity sind, und dass sich da auch romantische Gefühle entwickelten. Und immerhin ändert Crystal dann schon etwas, lässt die Generäle bis ins Finale überleben, statt sie wie im Manga im Schnelldurchgang umzubringen.

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Die Haupthandlung ist natürlich weitestgehend eh gleich geblieben. Doch irgendwie finde ich es tatsächlich in der alten Serie besser umgesetzt. Zum Teil schon wie erwähnt, weil es einfach schöner ist mit den Charakteren etwas mehr Zeit abseits jener zu verbringen. Aber auch einfach so finde ich einige Ereignisse wie den Ball, die ersten Erinnerungen an Silver Millennium und auch das dramatische Finale einfach im alten Anime netter herübergebracht. Ehrlich gesagt ging mir der Manga in den ersten zwei Story Arcs immer etwas gegenüber dem Anime ab, und kommt erst dann richtig in Gang, und das merkt man bei der Neuumsetzung, die sich so nahe dran hält, halt dann auch. Ich vermisse einfach ein wenig die Funny Faces von Usagi. Ihre Familienquerelen. Quality Time der Mädels untereinander. Eine aufbrausende Rei und ihren schrägen Großvater. Eben auch viel die kleinen Dinge tatsächlich.

Hilft natürlich nicht, dass es die 2014er Serie schafft, genauso billig wenn nicht manchmal sogar billiger auszusehen, als die von 1992. Ich finde eh, dass sich Naoko Takeuchis fragiler Zeichenstil einfach nicht wirklich gut in animierte Form fassen lässt, die Körperproportionen der Charaktere sehen einfach häufig schrecklich aus. Aber auch so ist hier zeichnerisch häufig einiges schief, und die Hintergründe sind auch sehr barebones. Dann noch der Stilbruch mit den CG-Verwandlungssequenzen aus dem Uncanny Valley… ne, hübsch ist Sailor Moon Crystal sicherlich nicht anzusehen.

Moonlight Attractive Attack!, or Watching Pretty Guardian Sailor Moon

ava-1468Ja, diesmal ist es kein Rewatch, da die Serie bisher etwas an mir vorbei ging. Von ihrer Existenz wusste ich schon, ich glaub ich habe damals, als die Fansubs anfingen, sogar mal die ersten zwei oder drei Folgen geschaut, aber dann wieder vergessen. Es gibt einen Grund, warum ich warte, bis ganze Staffeln einer Serie ausgestrahlt/gesubbed sind, bevor ich anfange. Egal, jedenfalls wurde ähnlich zum 20-jährigen Jubiläum bereits zum 10. ebenfalls eine neue TV-Serie angekündigt – nur nicht Anime, sondern Live Action! Genau genommen weniger überraschend, als es zunächst scheint, scheint doch seit dem neuen Millennium jede dritte Realserie oder Film auf einen Manga/Anime zurückzugehen.

Manche davon sind sogar recht gut, wie 20th Century Boys (dessen Thematik sich für Live Action aber auch besser anbietet), oder das durchaus auch brauchbare Mushi-shi und Jigoku Shoujo, sowie das spaßige Yatterman. Ebenfalls überraschend launig, und etwas näher an Sailor Moon dran, war Cutie Honey: The Live.

Für mich funktioniert Pretty Guardian Sailor Moon allerdings mal überhaupt nicht. Von Beginn an war ich etwas verstört, und daran konnte ich mich auch nur extrem langsam gewöhnen. Gut das es ganze 49 Folgen gibt, um dies zu tun.

Wer es durch die Pre-Titel-Sequenz mit dem lächerlichen Sparring zwischen Sailor V und Tuxedo Mask schafft, ist schon hart. Wer es dann anschließend noch durchs Opening schafft, härter. Richtig hardcore Fans sind jene, die selbst nach der Karaoke-Szene noch da sind. Und dann nach der ersten Verwandlung. Es kann zumindest keiner behaupten, nicht nach der ersten Folge schon die volle Dröhnung Schröcklichkeit abgekommen zu haben. Wer dran bleibt ist selber schuld sozusagen.

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Das wird auch zunächst alles nicht besser, ich persönlich hätte beinahe bei Folge 17 aufgeben, die wohl am schlechtesten geschriebene in einer schlecht geschriebenen Serie. Hier ist Mars in Höchstgefahr, allein kämpfend gegen einen Youma. Alle anderen Mädels machen sich auf den Weg, doch dann sieht Usagi ihren Möchtegern-Boyfriend Mamoru mit einer anderen, und ist am Boden zerstört. Und alle drei Mädels gehen wieder heim, Mars komplett vergessend. Zum Glück kommt ihr Venus zur Hilfe, die anschließend aber auch nur grundlos arschig ist, zudem sehen wir sie hier zum ersten Mal transformieren, und die Sequenz von Venus ist das dümmste, was man in der Serie zu sehen bekommen wird, was schon was heißen mag.

Die Sache ist die, Sailor Moon ist einfach so ausgesprochen ANIME. Es ist schwer einen solchen Stoff in Live Action umzusetzen und so richtig versuchen tut es Pretty Guardian auch gar nicht, sondern ist volle Dröhnung Anime mit echten Schauspielern, was einfach einen Fremdschämfaktor hat, dem nur wenige wiederstehen können werden. Die schlechten Perücken, nicht richtig sitzenden Kostümchen, miserabel choreographierten Fights, mäßige Kameraführung, lächerlichen CG-Einlagen, und durchweg unterdurchschnittliche Schauspiel (inklusive lauter Anime-Soundwords und –Manierismen, die künstlicher nicht sein könnten)… irgendwo ist sich die Serie selbst gewahr, dass dies hier alles irgendwo doof ist, aber wie doof wohl doch nicht ganz. Es hilft natürlich nicht, dass das Ding mittlerweile zehn Jahre alt ist und man somit heutzutage auf Youtube besser und professioneller aussehendes Fanwork zu sehen bekommt.

Ach ja, und Moonlight Densetsu läuft übrigens für keine einzige Sekunde! So ikonisch wie der Song ist, sollte man meinen, er wäre irgendwo untergebracht, immerhin hat selbst die letzte Animestaffel ihn noch schnell über die finalen Credits eingespielt. Besonders tragisch, da das Opening von Pretty Guardian nicht sonderlich gut und alle Songs von Minako (sie ist in dieser Version ein Idol), die zum Erbrechen zu hören sind, absolut schrecklich sind.

Ich glaube tatsächlich, wenn das hier ein Anime gewesen wäre, hätte ich es etwas besser leiden können. Als Anime schluckt sich sowas eben einfach leichter (denn die Anime-Serie IST natürlich auch ein wenig blöde). Zumindest in der zweiten Hälfte, wenn die Serie doch etwas besser wird, und ich mich natürlich auch an den ganzen Blödsinn klimatisiert hatte.

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Denn in der nun dritten Version der ersten Story Arc gibt es doch wesentlich mehr Charakter, so sehr, dass dies hier einen ziemlichen Touch von Power Rangers meets Daily Dorama hat. Die vier Generäle Beryls haben auch hier die Hintergrundgeschichte, eigentlich Endymion untergeben zu sein, und einige erinnern sich im Verlauf auch daran und gehen dann ihrer eigenen Agenda nach. Beryl selbst will den Planeten eigentlich nicht an Metalia geben, sondern nutzt deren Macht nur für ihre Zwecke. Minako ist krank und hat nicht mehr lang zu leben, weswegen sie sich von allen am Stärksten in ihre Mission stürzt. Ami wechselt kurzzeitig zu den Bösen. Rei hat hier ihre Vaterprobleme – leider eine der schlechtesten Charaktersubplots der Serie. Sie wirft ihm vor ein beschissener Vater zu sein, weil jener selbst am Sterbebett der Mutter nicht auftauchte, da er mit seiner Arbeit so beschäftigt war. Woraufhin er nur meint, dass dies genauso war. Nur in Japan gilt dieser Konflikt anschließend auf dem Weg der Besserung, weil ein erwachsener Mann zu seiner Tochter sagt „Deine Mutter konnte auch ohne meine Hilfe sterben, ich musste arbeiten!“. Auch spielt die Serie sehr stark auf Schicksal und frühere Leben an, und sich nicht darin gefangen zu lassen, sondern dem Teufelskreis zu entkommen. Ja, es gab sogar eine überraschende neue Richtung dahingehend, wodurch Metalia neue Macht verliehen bekommt, und was damals Erde und Mondkönigreich zerstört hat, welches ich hier nicht spoilern werde.

Es gibt hier also tatsächlich Dinge und Ansätze, die man mögen können würde, gerade die zweite Hälfte der Serie ist stärker, als die saublöde erste Hälfte. Doch durch die lächerliche Optik, das abgrundtief schlechte Schauspiel, eben dem ganzen Look und Feel von Pretty Guardian Sailor Moon war ich nie wirklich genug ins Geschehen investiert, um mich sonderlich viel zu scheren.

Übrigens hat auch diese Serie Specials zu bieten. Act Zero ist ein Prequel, das tatsächlich quasi direkt vor der ersten Episode spielt, und das Erwachen von Minako zu Sailor V zeigt, sowie zwei kürzere Nebengeschichten ans Ende setzt. Der Special Act dann findet vier Jahre später statt und ist das Heiratsspecial von Usagi und Mamoru. Damit lässt sich natürlich keine ganze Stunde füllen, also zerstreiten sich die beiden, weil Mamoru den ewig nervtötend-fordernden Ton von Usagi wohl doch mal leid geworden ist, nur um sich natürlich doch ihrer Liebe wieder bewusst zu werden, nachdem das Froschgesichtige Idol, welches im letzten Seriendrittel kurz Terror gemacht hat und dann nur noch unwichtig im Hintergrund rumhängen durfte, sie auf die Probe stellt. Erstaunlich, dass Special Act die gleiche Laufzeit wie die Anime-Movies aufweist, kommt einem der Mist doch so viel länger vor.

Moon Twilight Flash!, or Rereading Sailor Moon and Sailor V

ava-1449Ah, der Manga mit dem alles angefangen hat. Nein, nicht Sailor Moon, sondern Sailor V. Die ersten Kapitel waren erfolgreich genug, dass die Option auf eine Anime-Umsetzung bestand, jedoch wollte Takeuchi Cast und Storyline lieber erweitern und begann deswegen Sailor Moon. Sailor V lief zwar weiter, war aber definitiv ein Nebenprojekt, so brachte es Sailor V letztendlich nur auf 3 Sammelbände, während Sailor Moon 18 hat. Zumindest in der Originalauflage, zum 10-Jährigen gab es einen Reprint in 12 (+2) – ich hab noch die alte Version, gespiegelt und mit deutscher Namensgebund für Verwandlung und Attacken.

Was mir diesmal besonders aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass sich doch die Story Arcs von Beginn an voneinander unterschieden. In Erinnerung hatte ich nur, dass dies später hin so wäre, aber auch schon in der ersten Geschichte gibt es einige Unterschiede, die eben im Verlauf des Mangas nur umso größer werden. So weit gehend, dass Sailor Stars im Manga mit Sailor Stars im Anime so gut wie gar nichts mehr zu tun hat, außer die gleichen Mitspieler zu bieten (und selbst da hat der Manga letztendlich mehr). Auch geht im Manga alles viel schneller voran, weil eben die Füllepisoden der TV-Serie fehlen, sondern in jedem Kapitel eben nur Story-relevantes geschieht.

Ich muss sagen, dass ich diesmal wohl Manga und Anime relativ gleichauf setzen würde, denn manche Dinge fallen mir in den Story Arcs des einen besser, dann mal wieder im anderen. Nur bei Sailor Stars muss ich definitiv die Manga-Version favorisieren, die doch viel weitläufiger und fieser geraten ist.

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Im Manga ist beispielsweise Mamoru ein stärkerer Charakter, der etwas mehr zu tun bekommt, als ein hübsches Accessoire zu sein, der immer mal wieder moralische Unterstützung liefert. Auch erfahren wir hier sein Alter, für diejenigen, die ihn wie ich etwas suspekt alt für Usagi fanden: Zu Beginn ist er 17/18 und geht auf die Oberstufe, erst im späteren Verlauf ist er Frischling an der Uni. Auch kommen im Manga die „alten“ Kriegerinnen nicht zu kurz, wenn es neue gibt, sondern haben alle eigentlich relativ gleich viel „Screentime“. Ja wir bekommen sogar etwas mehr über ihre Familienverhältnisse der Mädels mit, während in der TV-Serie nur Usagis wirklich je präsent ist und die anderen mit ein oder zwei Sätzen abgetan werden.

Dafür kommen die Bösen manchmal etwas kurz, gerade in der ersten Geschichte. Die ganze Romanze zwischen Naru und Neflite oder Zoisite und Kunzite existiert hier nicht. Überhaupt werden viele Feinde erschreckend schnell und ohne große Fanfare besiegt. Das ist dann doch der Vorteil der Filler, wir verbringen zumindest mehr Zeit mit den gleichen Antagonisten. Auch wirkt durch die Kürze der Geschichte Usagis Eifersucht auf Chibi-Usa in der zweiten Arc noch mehr fehl am Platz, während die drei Outer Senshi in der dritten Arc ihre Talismane schon gleich mitbringen, deren Auftauchen im Anime eine der Storyhighlights der ganzen Serie ist.

Auffällig zudem, dass der Manga häufig zu vielen Dingen wesentlich mehr pseudo-wissenschaftliche Erklärungen parat hat, während solche Sachen im Anime eher vage gehalten werden, was ihm einen romantischeren/märchenhafteren Einschlag gab.

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Überrascht hat mich auch, dass die Stories der meisten Specials, die im Original-Manga immer mal wieder als Bonuskapitel eingefügt sind, während sie in der Neuauflage auf zwei Bonusbüchlein zusammengenommen wurden, in animierter Form vorliegen. Das einen kompletten Band füllende Kaguya hielt natürlich für den zweiten Film her, aber auch viele andere haben es in ähnlicher Form in eines der Specials oder auch eine reguläre Episode geschafft.

Und um letztendlich noch mal auf den „Vorreiter“ Sailor V zurück zu kommen: Ihre Vorgeschichte im Anime hat mich immer etwas gestört. Eine 13-Jährige, die eine nicht spezifizierte aber wohl doch geraume Zeit allein in London mit der Polizei arbeitete? Im Manga ist dann auch alles anders, und man sieht ihm den „Proto-Sailor-Moon“ doch an. Minako ist Usagi ja sowieso in vielen Dingen ähnlich gewesen, der Manga unterstreicht das nur noch. Allgemein hat jener allerdings eine viel episodischere Struktur, in der Sailor V in jedem Kapitel ein neues Böse des Tages bekämpft, bis dann das finale Kapitel es in die Vorgeschichte zu Sailor Moon einflechtet.

Rainbow Moon Heart Ache!, or Rewatching the Sailor Moon Movies

ava-1434Wie bei jedem endlosen Anime gab es natürlich auch zu Sailor Moon jährlich einen Film in den japanischen Kinos, startend mit der zweiten Staffel und nur bis zur vierten gehend. Etwas seltsam, dass es nie einen Sailor Stars Movie gab – nicht das die Handlung da viel zulassen würde, aber wann hält das schon jemanden auf. Ähnlich Pokemon gab es hier sogar für den ersten und dritten einen kleinen Vorfilm. Make Up! Sailor Senshi ist allerdings nur eine weitere 15-minütige Vorstellung der einzelnen Kriegerinnen zu einer TV-Serien-Clipshow, was etwas seltsam ist, startet doch Sailor Moon R: The Movie selbst mit einer 2-minütigen Vorstellung, die komplett ausreichend ist.

Ein Kuriosum bei den Filmen ist, dass sie im japanischen Original-Titel einfach nur nach der jeweils aktuellen Staffel benannt sind, keine Untertitel, noch nicht mal ein „The Movie“ hintan gefügt. Zumindest trifft das auf die ersten beiden Filme zu, der dritte hat dann doch einen Untetitel.

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Sailor Moon R geht auf Mamorus Vergangenheit zurück, über die die TV-Serie ja nur mal kurz was hat fallen lassen. Nach dem Autounfall, der ihn zum Waisenkind gemacht hat, traf er im Krankenhaus auf den allein durchs All driftenden Fiore, der sich mit dem Menschenjungen anfreundete, jedoch nicht bleiben konnte. Zum Abschied gab Mamoru ihm eine Rose, was Fiore zum Versprechen verleitet hat eines Tages mit der übertollsten Blume des Universums zurückzukommen. Gefunden hat er dummerweise eine, die sich Charakterschwächen ausnutzt, um ihren Wirt zu kontrollieren. Fiore ist also zurück, gar nicht so begeistert davon, dass sich Mamoru eine Freundin angelacht hat, während seine blumige Gefährtin den Planeten mit Pflanzen überziehen und unbewohnbar machen will.

Sailor Moon S dreht sich um einen weiteren Charakter, über den wir in der Serie nie viel erfahren, obwohl sie in jeder Folge ist: Katze Luna. Die freundet sich nämlich mit einem brillanten jungen Mann an, der trotz seines Genies ganz romantisch von einer Mondgöttin träumt, weswegen er ausgelacht wird. Da er schwächlich ist kann er sowieso im Gegensatz zu seiner Freundin kein Astronaut werden. Gleichzeitig steuert ein Komet gen Erde, auf dem eine verbannte Schneekönigin ihren Plan zur Vereisung des Planeten brütet.

Der dritte Film hatte dann wieder einen 15-Minüter mitgebracht: Der unter Fans so bekannte Sailor Moon SuperS Plus: Ami’s First Love. Hier folgen wir dem beliebtesten Charakter der Serie, die einen neuen Rivalen hat, der ebenfalls in den Landesweiten Tests auf Platz 1 landet, und in den sie sich auch ein wenig verguckt. Treffen tun sie sich zwar nie, aber überraschend viel Komik kommt dabei rum. Tatsächlich erkennt man Ami hier fast nicht wieder, so abgedreht und humorig ist sie. Hat mir aber gut gefallen. Überraschend ist das Ding übrigens butterweich animiert, selbst besser als die drei vollwertigen Filme.

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Sailor Moon SuperS: The Nine Sailor Soldiers Gather! The Miracle of the Black Dream Hole! lehnt sich hingegen etwas an den Rattenfänger von Hameln an, in dem nämlich Flötenspieler Kinder rund um dei Welt kidnappen, um ihrer Herrin zu übergeben, die sie in ewigen Schlaf versetzt. Und damit ihr Black Dream Hole speist, um die Erde zu verschlucken. Chibi-Usa derweil freundet sich mit einem abtrünnigen Flötenspieler an, wird aber ziemlich schnell gefangen genommen.

Alle drei Filme haben dabei einen extrem ähnlichen Aufbau: Die Sailors bekommen Wind von einem seltsamen Phänomen, da geraten sie auch schon in den Kampf gegen neue Feinde, Rückzug und kurze Investigation, und dann geht es auch schon auf ins Finale gegen den Obermotz. Mit 60 Minuten sind die Dinger immerhin ziemlich kurz, und so muss es halt zackig gehen. S und SuperS haben sogar eine ähnliche Moral zu bieten – denn sowohl die Vereisung wie der ewige Traum und Kindsein stehen letztendlich für komfortablen Stillstand, während wir als Menschen in die Zukunft blicken und auch Risiken eingehen sollten. Der Bösewicht von R und S kommt auf einem Kometen angeflogen, beide wollen die Erde überziehen. Sowohl in R wie SuperS haben sie Untergebene, die sie belügen, um ihre Kooperation zu sichern. Sowohl in S und SuperS verliebt sich jemand in den neuen Charakter. Und in allen drei Filmen ist Sailor Moon am Ende bereit, ihr Leben zu opfern, um siegreich zu sein. Was es zusammen mit dem Ende von Staffel 1 und Anfang UND Ende von Staffel 5 schon etwas unfreiwillig komisch macht, wenn ihr Charaktere entsetzt entgegen rufen, mit dieser Aktion würde sie sich umbringen. Mittlerweile sollten alle wissen, dass es immer noch ein Hintertürchen gibt.

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Schön anzusehen sind die Filme natürlich allemal, als Kinoproduktionen sind sie wesentlich besser gezeichnet und viel besser animiert als die TV-Serie dies je war. Besonders den Kämpfen kommt das zu Gute, die hier mal nicht super kurz sind. Und eben wegen ihrer Kürze stellen sie einen netten kleinen Sailor-Moon-Fix für Zwischendurch da – immerhin ist alles in kleinen Rahmen hier, was die Serie ausmacht: Witz, Romantik, Kitsch und Charme. Der erste Film ist dabei glaub ich mein Favorit, die Sache das sich Luna in einen Menschen im zweiten verliebt, sowie die Romanze Chibi-Usas im Dritten fand ich immer etwas zu kitschig, um ehrlich zu sein. Dafür gibt uns SuperS die beste Michiru & Haruka Szene. Nachdem die Antagonisten erklärt haben, dass sie den Kindern einen Gefallen tun, indem sie sie nie aufwachsen lassen, meint Michiru mit einem Seitenblick nur, dass man als Erwachsener ganz besondere Arten von Spaß haben kann, woraufhin Haruka rot wird. Bei den beiden gibt’s so was von jeden Abend eine „Bescherung“.

Starlight Honeymoon Therapy Kiss!, or Rewatching Sailor Stars

ava-1423Es ist also soweit, nach 5 Jahren und 200 Folgen beendete Bishōjo Senshi Sērā Mūn Sērā Sutāzu die Anime-Umsetzung von Naoko Takeuchis Manga. Mit neuem Opening und so, was etwas seltsam ist, nach vier Staffeln des selbigen für die finale doch plötzlich auszutauschen. Na ja, ich nehm mal an man wollte die letzte große Möglichkeit nutzen, noch mal ordentlich Merchandising aus der Serie zu quetschen, da hilft eine neue Opening-Single natürlich – da ist es fast überraschend, dass die Boy Group Three Lights die ganze Serie über nur ein oder zwei Songs parat haben, stinkt nach verpasster Gelegenheit. Ich find Sailor Star Song (yup, das ist tatsächlich der Titel) gar nicht mal übel, aber wenn dann am Ende der finalen Episode über den Credits das ikonische Lied, das ich 166 Episoden lang als Opener zu hören bekommen hab, anfängt, geht’s bei mir mental dann doch „Yeah! Moonlight fucking Densetsu, motherfuckers!!“. Es ist einfach nicht Sailor Moon ohne.

Ich habe bereits früher erwähnt, dass die TV-Serie das Problem hatte, zu schnell auf den Erfolg des Mangas aufzuspringen, was häufig dazu führte, dass man drohte, dessen momentanen Stand einzuholen, was uns am Anfang von Sailor Moon R ja erst mal 13 Episoden einer Filler-Arc spendiert hatte. Sailor Stars hat ein ähnliches Problem und somit kommen die ersten 6 Folgen nicht mit der neuen Haupt-Arc an, sondern holen die Oberbösewichtin der vorigen Staffel, Nehelenia, zurück. Mit einem wesentlich besseren Ergebnis, als die Ail und An Storyline, denn das hier ist quasi ein Staffelfinale direkt zu Staffelbeginn und echt launig. Keine Monster des Tages, nur alle 9 Sailor Senshi gegen eine rachsüchtige Nehelenia, die auf einer persönlichen Vendetta gegen Sailor Moon ist. Nehelenia ist und bleibt der beste Antagonist der ganzen Serie und macht den Beginn von Sailor Moon: Sailor Stars zu einem der Serien-Highlights.

Dummerweise leidet darunter die ganze Reststaffel, denn nicht nur verliert die Serie anschießend natürlich ordentlich Drive, weil sie langsam und mit viel Filler die eigentliche Haupt-Arc beginnt, nein die Geschichte um die Sailor Wars wird auch nie ganz so interessant oder cool, wie der Kampf gegen Nehelenia. Allgemein bin ich mir unsicher, wie viel Vorsprung die 6 Folgen dem Manga wirklich gegeben haben, denn Sailor Stars ist die TV-Staffel, die sich am Stärksten von ihrem Manga-Pendant entfernt, und ganz ehrlich hatte ich häufiger das Gefühl, dass die Macher einfach nicht wussten, was sie mit diesen Charakteren überhaupt anfangen sollen.

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Allgemein bin ich kein großer Fan der neuen Charaktere, allen voran natürlich die drei Star Lights, Kriegerinnen auf der Suche nach ihrer geflohenen Prinzessin bei Nacht, eine erfolgreiche Boy Band am Tag. Kein Wunder, dass die Staffel als Einzige nie im US-TV lief, mit den gender-bending Star Lights und einer Finalepisode, in der 50% der Zeit eine 16-jährige Usagi nackt ist. Ehrlich gesagt mag ich schon alleine ihr Design nicht. Ich mein, ich seh schon, was hier versucht wurde, nämlich auf das maskulin-feminin-Spiel aufzuspringen. Im Resultat haben wir drei Charaktere mit Vokuhila und verwandelte Kriegerinnen, die ein SM-Outfit für Arme mit Short-Shorts anhaben. Kein guter Look, an niemandem, egal welchen Geschlechts. Zumal es ja nicht so ist, dass wir nicht in der Serie bereits Charaktere gehabt hätten, die als beide Geschlechter durchgehen können, ohne ihnen sowohl langes wie kurzes Haar gleichzeitig zu geben (Haruka und Zoisite vorderst). Auch als Charaktere wirken sie etwas nutzlos. Sie sind die dritte Partei der Staffel – diejenigen zwischen den Fronten, die eigentlich das richtige wollen aber wegen ihrer Vorgehensweise sich nicht den Guten anschließen (siehe auch Tuxedo Mask in Staffel 1, Chibi-Usa in Staffel 2, und die Outer Senshi in Staffel 3). Nur ging mir die Sinnigkeit dahinter immer etwas ab, und sie scheinen nur die Drittpartei zu sein, damit sie den Plot verkomplizieren. Von dem ausgemachten Blödsinn, dass sich einer der Three Lights in Usagi verguckt, fang ich lieber gar nicht erst an.

Zumal ihre Omnipräsenz ordentlich auf die Screentime aller anderen Charaktere geht. Die Outer Senshi sind nämlich auch zurück, springen aber nur mal sporadisch rein und wieder raus aus der Staffel, weil 12 Sailor Senshi doch etwas der Supergau ist. Usagis 4 Inner Senshi bekommen beispielsweise kaum noch was zu tun und auch Usagi selbst steht fast immer nur dumm dreinschauend am Rande, bis sie den Finalschlag machen kann. Die Kämpfe sind in der Serie echt immer kürzer geworden, mittlerweile nimmt das Posing mehr Zeit ein, als die Auseinandersetzung an sich. Das sieht man auch an Galaxias gehirngewaschenen Sailor Senshi, die anscheinend überhaupt gar keine Kräfte zu haben scheinen, sondern immer sofort fliehen und auch wenn sie dann besiegt werden, keinen Fight verursachen. Und was für eine Verschwendung es ist, dass Haruka und Michiru nicht häufiger auftauchen, denn die beiden haben einfach die witzig-besten Sprüche der Staffel, und das schon alleine ihre Titelmusik „class coming through“ aussagt, ist einfach herrlich. Gerade im Kontrast mit den Star Light Witzfiguren.

Natürlich gibt es auch diese Staffel wieder ordentlich zu schmunzeln, gerade wenn man mehr hinterfragt, als gut für einen ist, also quasi alles. Sailor Moons neues Kostüm mit den gigantischen Flügeln ist einfach lächerlich, so dass sich selbst die Serie an sich in Folge 184 darüber lustig macht, wenn sie sich in einem engen japanischen Haushalt  verwandelt, und ihr Pre-Battle-Posing die ganze Einrichtung umschmeißt. Außerdem liebe ich es ja, wie alle in dieser Staffel sich sofort Kampffertig transformieren, wenn sie in der Nähe jemanden schreien hören. Muss richtig peinlich sein, irgendwann mal in voller Sailor-Montur aufzutauchen, nur um festzustellen, dass sich da jemand vor einer Spinne erschreckt hat. Das absolute Highlight der Staffel sind aber die Attack-Namen. Ich mein, die waren schon immer etwas dämliches Vokabel-Bingo, von Staffel zu Staffel nur schlimmer werdend… aber Sailor Stars gibt uns Sailor Star Maker, deren Attacke – i shit you not – doch tatsächlich ein innbrünstig gerufenes „Star! Gentle! Uterus!!“ ist. Beim ersten Hören musste ich die Episode erst mal kurz zurückspulen, um sicher zu gehen, dass ich das richtig gehört habe. Da kann der durchaus auch melodramatisch-witzige Vokabelsalat „Star! Serious! Laser!!“ und „Star! Sensitive! Inferno!!“ nicht mithalten. Du weißt auf jeden Fall, dass du das Arschlochkind bist, wenn die anderen beiden Laser und Inferno bekommen, und dir gibt man Uterus. Oder ist das ein dezenter Hint darauf, dass jemand mit einem Uterus genaus gefährlich ist, wie ein Laser oder ein Inferno?

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Kommen wir nun also zum Ende und zum üblichen Disclaimer a la „Jetzt hab ich wieder viel gemeckert, aber so schlimm fand ich das eigentlich nicht“. Die Sache ist die, wenn man ein intelligentes oder erzählerisch besonders ausgefeiltes Meisterwerk schauen will, greift man eh nicht zu Sailor Moon. Sailor Moon ist niedlich, witzig, charmant, auch durchaus mal spannend und bewegend, aber eben auch etwas blöd und kitschig und nie eine Lebensverändernde Erfahrung. Und auch Sailor Stars ist durchaus schauenswert, wer 4 Staffeln und 166 Folgen mit der Serie verbracht hat, wird aber sowieso sich noch die letzten 34 geben. Besonders der Anfang ist toll, auch das Ende durchaus passabel, und zwischendrin hat man immerhin hier und dort was zu lachen. Nur ist mir in dieser Staffel eben zwischen Anfang und Ende etwas zu viel luftleerer Raum, braucht mir die Geschichte hier zu lang, um ins Rollen zu kommen, ähnlich Ail und An fehlt mir hier einfach die Magie, die die anderen Staffeln besonders macht, weswegen Sailor Stars wohl meine neue „least favourite Season“ ist. Vielleicht ist’s auch zum Teil ein wenig Burnout?

Hiermit kommt das Bloggen über den TV-Anime also unweigerlich zu seinem Ende, zumindest bis dann vielleicht doch endlich die 20th-Aniversary-Series startet. Aber Sailor-Moon-Blogging ist damit noch lang nicht rum, es warten noch 3 weitere Einträge auf euch.

Moon Gorgeous Meditation!, or Rewatching Sailor Moon SuperS

ava-1391Kommen wir nun also zur vierten und vorletzten Staffel, der letzten mit Moonlight Densetsu als Opening, und meiner bisherig am wenigsten favorisierten. Ohne jetzt eine langjährige, wissenschaftliche Studie hinzulegen, würde ich mal annehmen, dass sie allgemein wohl bei niemandem auf Nummer 1 stehen wird, denn Sailor Moon SuperS ist die Chibi-Usa Staffel, bekanntlich der meistgehasste Charakter der Franchise.

Diesmal kommt der Dead Moon Circus in die Stadt… die Sailor Senshi haben schon Glück, dass die Bösen immer in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Unwesen treiben, so müssen die 15-jährigen Mädels nicht irgendwie rund um den Globus reisen. Dead Moon sucht in den Träumen der Leute nach dem Pegasus, denn der hat das aktuelle Magical McGuggin, den Goldkristall, den Nehelenia nutzen will, um sich aus ihrem versiegelten Gefängnis zu befreien, in das sie im Silbermillennium gesperrt wurde.

Wenn Sailor Moon SuperS eines ist, dann ist das witzig. So viel Humor wie hier wird man in keiner anderen Staffel finden, was ich leider manchmal etwas nachteilig finde. Dead Moon sind, von der spät auftauchenden Nehelenia abgesehen, Witzfiguren. Auch wenn sie ein Zirkus sind, so wäre es vielleicht ganz nett gewesen, sie hin und wieder auch wie eine ernsthafte Gefahr wirken zu lassen, denn laufender Slapstick zu sein. Gerade zu Beginn das Amazonentrio ist mir irgendwo zu dumm und weibisch gewesen, auch wenn es ganz niedlich ist, wie jeder nur seinem Typ hinterherjagt (Tigerauge steht auf junge Frauen, Falkenauge auf die reiferen, Fischauge auf Kerle). Doch dann haben wir die Episode, in der uns Fischauge sagt, was die Vorzüge am vital-frischen und biegsamen Körper eines 10-Jährigen sind, was mal wieder ein typischer „srsly, Japan?“-Moment war.

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Dem zur Halbzeit eingetauschten Amazonenquartett fehlt es mir dagegen etwas an Persönlichkeit. Immerhin unterstreichen sie mit ihrem Unwillen erwachsen zu werden die Thematik der Staffel. Wie bereits erwähnt geht es hier um Träume, da Pegasus aus dem Land der Träume Elysium stammt, und sich deswegen in einem schönen Traum verbirgt. SuperS hat nicht nur das Thema, wie wichtig es ist, für seine Träume zu kämpfen, sondern vor allem später auch, wie viele Träume Kinder doch haben, während man sie als Erwachsener aufzugeben scheint. Ein wenig Michael Ende, hmm?

Nehelenia fand ich ziemlich cool, auch wenn ich gerne etwas mehr über sie erfahren hätte, oder zumindest etwas früher. Interessant ist vor allem, dass sie ausnahmsweise nicht von einer mysteriösen Macht aus dem Dunkeln geleitet zu sein scheint. Und am Ende macht sie einen auf Porky, statt sich besiegen zu lassen flüchtet sie lieber zurück in ihr Spiegelgefängnis, wo sie zwar ewig jung sein wird, aber auch ewig allein.

Die random Zirkusleute, die immer mal wieder zu sehen sind, und wirres Zeug labern, so wie das Design von Elysium haben mir allerdings doch tatsächlich starke Utena-Vibes gegeben, war ich doch an die Schattenriss-Mädels und den Aufstieg zur Kampfarena erinnert.

Von der Seite der Bösen gehen wir doch mal zur Seite der Guten. Neue Charaktere haben wir nicht, die Outer Senshi sind sogar für diese Story Arc absent, was den Cast wieder etwas verkleinert. Nun gut, mit Diana kommt ein Kätzchen aus der Zukunft hinzu, aber die zählt nicht, unterstreicht nur den stark angehobenen Kitsch-Faktor der Staffel. Denn ja, alles in der Staffel scheint pink und weiß zu sein, mehr Schleifchen und Flügelchen und Herzchen, Sailor Moon im Regenbogenfarbenoutfit und natürlich überall die pinke Chibi Moon.

Denn Chibi-Usa ist erneut zentral zum Plot der Staffel. Sie ist es, in dessen Traum Pegasus flieht. Sie ist es, die sich ins Pferd verliebt. Über ihre Bindung zu ihm bekommen die Senshi ihre neuen Kräfte. Ja Chibi-Usa muss sogar jetzt in jedem Kampf dabei sein, da sie Pegasus erst rufen muss, bevor Sailor Moon ihren Finishing Move machen kann. Allgemein haben mir die Kämpfe dieser Staffel nicht so gefallen. Ja, die Auseinandersetzungen mit dem Monster des Tages waren nie das Hauptaugenmerk einer Episode, doch hier kommen sie mir besonders kurz vor. Zumal die vier anderen Kriegerinnen selten was zu tun zu bekommen scheinen, und auch Sailor Moon abgesehen vom finalen Schlag nicht viel macht. Es ist etwas schade, die Rolle aller anderen Charaktere so an den Rand gedrückt zu sehen.

Dafür passiert diese Ultraschall-Abwehrsache mit den Klumpen in Moons/Chibi Moons Frisur erneut. Und da schrieb ich Tropf, nach der allerersten Folge der Serie gäbe es dies nie wieder. Ich bin eindeutig kein Sailor Moon Super-Fan, sonst wüsste ich so was aus dem Stand!

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Das ist viel Rumgemäkel an Sailor Moon SuperS, jedoch alles nichts, was mir die Staffel ruiniert hätte. Es sind nur die Gründe, warum ich jene immer noch an untersten Stelle nach allen anderen einordnen würde, jedoch hatte ich durchaus, wenn auch sonst nichts, meinen Spaß mit ihr. Es hilft ihr natürlich nicht, direkt nach dem fantastischen Sailor Moon S zu kommen. Wenn man alle Story Arcs getrennt betrachtet, so gefiel mir SuperS immerhin noch besser, als die Halbgahre Ail & An Arc zu Beginn von Sailor Moon R. Außerdem hasse ich Chibi-Usa nicht mehr. Ich weiß nicht ob es an meinem Alter liegt, wodurch ich die Dinge nicht mehr so ernst nehme und mich nicht ganz so leicht nerven lasse… oder daran, dass sie in der japanischen Synchro einfach nicht so schlimm ist. Aber ihr Charakter geht mir einfach nicht auf den Keks, so wie das früher der Fall war, und somit ruiniert ihre Rolle als unangefochtener Hauptcharakter von SuperS mir die Staffel auch nicht mehr.

Neben den regulären 39 Folgen aus der nummerierten Reihenfolge der Serie gibt es übrigens hier auch ein SuperS Special, welches irgendwann zu Beginn der Staffel ausgestrahlt wurde. In 50 Minuten werden ganze 3 Kurzgeschichten gepackt, wobei die erste erneut nur ein Recap der bisherigen Staffeln ist, damit Neueinsteiger überhaupt kapieren, was Sache ist. Immerhin ist Sailor Moon höchst komplex und so. In der zweiten Geschichte kämpfen hingegen Uranus und Neptun wo-auch-immer gegen einen Puppenspieler, weil man wahrscheinlich zwei der beliebtesten Neucharaktere der vorigen Staffel nicht komplett für ein ganzes Jahr verschwinden lassen wollte. Die letzte Geschichte dreht sich dann um Chibi-Usa, die eine Vampirin in ihrer Klasse hat, welche sich allerdings nur als ein weiterer Lemures der Dead Moon herausstellt. Alles ganz knapp und nett, aber kein großer Verlust, wenn sie es nicht auf die Extras der deutschen DVDs schaffen würden, so dass wir erneut außen vorgelassen werden. Das Special ist nämlich keine der überdurchschnittlich animierten Folgen, und die Ereignisse werden nie auch nur in der Hauptserie erwähnt. Nicht mal das Opening hat man verändert, um die anderen Bösewichter einzufügen, was ein netter Touch gewesen wäre.