Roots Search

ava-1913Und heute in der Reihe „Alte Anime, die keine Sau gesehen hat, und die paar wenigen, die es doch taten, sofort wieder vergasen“: Roots Search von 1986.

Die wenigen Meinungen zum Ding stempeln Roots Search übrigens gern als „Alien, aber ganz ganz schlecht“ ab. Ganz damit einverstanden bin ich nicht. Also mit dem Schlecht-Teil schon, weniger damit, dass es Alien per se absolut ähnlich ist, da ist das ebenfalls schlechte Lily CAT von 1987 wesentlich stärker eine Kopie von. Roots Search spielt halt auf einem Raumschiff, auf dem eine Alien-Lebensform, dass sie per Notruf von einem bereits ausgeschlachteten Schiff unbemerkt aufgegabelt haben, die Crew langsam nach und nach ermordet. Das ist auch in Alien so, freilich. Aber ich glaube nicht das ich jeden Film mit diesem Setup per se einen Alien-Klon nennen würde. Denn letztendlich ist es ja eine sehr einfache, offene Standard-Sache, im Prinzip den Stereotyp von einer Hütte im Wald ins All versetzt.

Roots Search macht nämlich dann doch ein paar eigene Dinge oben drauf, die das recht schlicht gehaltene erste Alien zu Recht für unnötig hielt. Unser Hauptmädel beispielsweise ist PSI-begabt, hat direkt zu Filmbeginn erst mal einen Traum vom Tod aller anderen. Was etwas seltsam ist, sowas wird meist als Anheizer verwendet, wenn im Hauptfilm die Action etwas auf sich warten lässt, aber da Roots Search gerade mal 45 Minuten andauert, geht bald darauf eh die Post ab. Dann gibt es auf dem anderen Raumschiff tatsächlich einen Überlebenden, der zusammen mit der PSI-Tussi sich in den letzten 10 Minuten aus dem Nichts entscheiden kann, dass sie ineinander verliebt sind. Außerdem liest das Alien hier die Gedanken der Crew und nutzt die dunkle Vergangenheit der Mitglieder (passenderweise hat jeder, der umkommt, eine solche), um sie zu terrorisieren. Sozusagen sie für ihre Schandtaten mit dem Tod zu bestrafen, wie das Alien meint, nämlich als Strafe Gottes. Das kann sich Roots Search nämlich auch nicht verkneifen, etwas als unnötiges Beiwerk über Gott und den Sinn des Lebens zu philosophieren.

Nicht, dass irgendwas davon wirklich irgendwohin führte. Hässliche Charaktere finden Alien, Alien bringt die Arschlöcher um, nur die beiden „Guten“ können fliehen – und als scheinbar in den letzten 5 Minuten eigentlich alles auf ein Ende mit Vernichtung der Lebensform hinsteuert, geht das dann doch schief und ein Sequel, das nie geschah, wird angeleiert. Roots Search hat also noch nicht mal ein Ende. Was es mit den hübschen Frauen in mechanisch-organischen Gefängnissen a la Giger light angeht, die die Credits und das Cover zieren, wird also nie geklärt. Nicht, dass dies hier zu beenden das Filmchen besser oder hübscher gemacht hätte. Roots Search darf zu Recht in der Vergessenheit verschwinden, Prädikat nicht sehenswert.

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