New Nightmare

ava-1324Nachdem Freddy also seine Zugkraft langsam aber sicher zu verlieren begann, feierte man seinen Abgang mit einem großen Finalfilm. Und der definitive Tod eines Freddy Kruegers hat dann doch wieder Zugkraft versteht sich, Nightmare 6 war ein Kassenknüller. Und prompt gab es Pläne für einen weiteren Film. Das ist allerdings geglückter, als erwartet, wurde er doch nicht im nächsten Jahr direkt nachgeschoben und hatte man für ihn wieder viele der alten Riege aus dem Erstling an Bord, ja gab Wes Craven sogar komplette Freiheit, sein Ding zu tun.

Und Craven hat sich was interessantes überlegt, um Freddys Filmtod nicht zu untermauern, ihn aber dennoch wieder auferstehen zu lassen. Wes Craven’s New Nightmare spielt einfach in unserer Welt! Heather Langenkamp, die Nancy aus Nightmare 1 und 3, hat einen Special Effects Guy geheiratet, ein Kind bekommen, und arbeitet jetzt hauptsächlich in Fernsehrollen, während Wes Craven doch klammheimlich in der Preproduction eines weiteren Nightmare-Filmes ist. Und plötzlich manifestiert sich das Böse, das sich bisher in den Nightmare-Filmen austoben konnte, dies aber nach Beendigung der Serie eben nicht mehr kann, in der Realität, um weiterhin als Freddy Heather zu jagen.

Das ist eine nette Parallele dazu, dass ein ikonisches Filmmonster wie Freddy eben nach Beendigung der Reihe weiterlebt. New Nightmare ist dabei nie so meta, wie man vielleicht erwarten würde, er parodisiert nie wirklich den Zustand von Horrorfilmen oder die Drehzustände, auch wenn Craven den einen oder anderen Seitenhieb durchaus verbaut. Es ist definitiv ganz nett, dass Craven hier die Freiheit hatte, ein solches Konzept überhaupt umzusetzen und vor allem Freddy zurückzubringen vom Clown ins Monster des ersten Filmes. Dennoch wäre es vielleicht nicht ganz schlimm gewesen, wenn ihm eine Editor hätte reinreden können. Wenn man einem einzelnen Visionär volle Freiheit gibt, endet das häufig nicht ganz so pralle, weil derjenige kein Input eines Außenstehenden bekommt, der ihm schlichtweg mal sagt, welche blöden Einfälle er lieber lässt und welche Längen besser der Schere zum Opfer fallen – Case in point die späteren Metal Gears, bei denen Kojima Narrenfreiheit genießt. Wes Craven’s New Nightmare ist 20 Minuten länger, als die vorigen sechs Filme, hat nur zwei On Screen Morde und wenige Träume. Sprich er ist häufig etwas langweilig. Sicher, Sinn war klarzumachen, dass dies hier die Realität ist, mit den vielen Szenen von Langenkamp, die Interviews gibt, sich mit dem alten Cast unterhält, sich um ihr Kind sorgt, und von dreihundert Erdbeben wachgerüttelt wird. Doch mit der Zeit zieht sich der Film einfach hin und wird zusehends fade. So richtig wachrütteln kann dann erst die finale halbe Stunde wieder. Schön aber für Serienfans, wie viele Nods, gerade an den Erstling, hier eingebaut wurden.

Von daher, ich mag das Konzept des siebten Filmes, finde die Umsetzung aber leider etwas zu langweilig.

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Freddy’s Dead

ava-1322Eine Sache, die nur sehr wenig in Horrorfilm-Franchises vorkommt ist, einen finalen Film zu machen. Natürlich, irgendwann sagt mal jemand „Die Reihe macht kein Geld mehr, der nächst wird der letzte Film“, aber was selten passiert ,ist, dass jemand wirklich das Monster mit viel Trara und angeblich wirklich final und endgültig umbringt – denn wenn der als letzte Film angesetzte Eintrag plötzlich doch wieder Geld einbringt, geht es meist umgehend doch weiter. Case in Point Freddy’s Dead: The Final Nightmare, zwei Jahre nach dem fünften Teil sollte der sechste Film das Ende einläuten und da doch jede Menge Leute ins Kino gingen, um das finale Ausschalten von Freddy Krueger mitzuerleben, kam danach doch noch einer.

Das große Ende sollte es also werden, und das merkt man dem Film auch an. Nein, man hat nicht Wes Craven zurückgeholt und nein, auch die erste Überlebende, Heather Langenkamp ist nicht dabei (Johnny Depp, dessen erster Kinofilm A Nightmare on Elm Street war, hat allerdings einen Cameo). Doch was man macht ist, der Serie ihren großen Handlungsabschluss zu geben. Was hauptsächlich dadurch veranstaltet wird, in dem man Freddy jede Menge Hintergrundgeschichte erfindet. Denn in den vorigen Filmen gab es ja nicht viel wirklich durchgehende Handlung zu verzeichnen. Wir haben irgendwann mal rausgefunden, dass Freddys Mutter eine Nonne war, die von hundert Irren vergewaltigt wurde, aus deren Spermacocktail des Bösen dann Freddy erwuchs, und damit hat es sich ziemlich. Ansonsten waren die Filme halt um Teens, die in ihren Träumen umgebracht werden. Keine komplexe Handlung oder so. Freddy’s Dead hingegen gibt viel Rückblenden und bindet ihn in einen größeren Mythos ein. So sehen wir, wie Freddy schon als Junge Tiere quält und von allen ausgelacht wird, wie er als Teenager sich ritzt und vom Adoptiv-Vater Prügel kassiert, wie er später seine Frau umbringt weil die entdeckt hat, dass seine Hobbies neben Rasenmähen auch Kinder-Schaschlik zubereiten beinhaltet. Und nachdem er von den Elm Street Eltern verbrannt wird, tauchen die Traumdämonen auf, über die uns der Magical Negro aufgeklärt hat, die ihm seine Kräfte verleihen. Ach ja, außerdem in Freddy is a Dad: The Final Nightmare – Freddy hat nun eine Tochter, die ihn am Ende umbringt, weil sie dazu auserkoren ist.

Sprich da hat sich jemand eine Menge Blödsinn ausgedacht, um der Reihe den Stempel der Finalität aufdrücken zu können, für einen Film, der drei Jahre später doch ein Sequel bekommen sollte. Aber das ist schon irgendwo ganz Ok, gibt es so doch endlich wieder in den Szenen zwischen den Träumen was zu tun und über Dinge zu reden, statt die Zeit totzuschlagen, bis das nächste Opfer geopfert wird. Es ist so, dass Leute sich immer beschweren, wenn Movie „Monster“ eine tragische Geschichte bekommen, da das grundlose Morden unheimlicher ist. Doch wenn eine Franchise eine gewisse Länge erreicht, denkt man sich doch besser was aus, denn beim drölften Film, in dem der gleiche, stumme Wandschrank-Massenmörder grundlos eine Gruppe Teens absticht, ist das auch irgendwo langsam ausgelutscht.

Leider macht es der Film etwas arg offensichtlich, wer Freddys Kind ist, dafür, dass er es später als große Offenbarung hinstellt. Dass die „Füllszenen“ zwischen den Toden wieder etwas interessanter sind, ist auch bitter nötig, so ist nämlich erneut der Body Count erstaunlich gering und sind die Todesarten alles andere als interessant. Vor allem, weil bisher die schlimmste der „hippen“ Todesarten drin ist – nach dem D&D-Nerd, der Wizard and Warlock mit Freddy in Dream Warriors gespielt hat, und dem dämlichen Superfreddy-Comic in The Dream Child haben wir hier nun den Tod im Videospiel. Die Sequenz ist nicht nur dämlich hoch Zehn, sondern geht auch ewig.

Freddy ist übrigens auch schon seit geraumen Filmen nicht mehr unheimlich, da er hauptsächlich nur noch One Liner runter rasselt und die Todesarten immer mehr zu Gimmicks ohne Blut verkommen. Freddy’s Dead gibt die Sache so ziemlich ganz auf und lässt ihn schlicht die meiste Zeit über blöde Faxen machen, was zusammen mit den herrlich schrägen Einwohner der Kinderlosen Stadt (von denen es leider zu wenig im Film zu sehen gibt) den Film eher zur Horror-Comedy machen. Und außerdem steckt hier Freddy überraschend konstant Prügel ein, die ihn doch selbst in den Träumen echt unfähig aussehen lassen. Immerhin war Freddy hier auch mal ganz spaßig, was normalerweise eher misslang.

Ugh, wie fand ich Freddy’s Dead: The Final Nightmare nun eigentlich. Das ist schwer zu sagen. Er macht genug falsch, aber auch so einiges besser, als seine Vorgänger. Wenn man es so weit geschafft hat, sieht man sich das „Finale“ der Reihe eh aus Obligation an. Die Sache ist aber die: So wirklich gut sind die Nightmare-Sequels alle nicht, manche sind nur ganz schauber und andere wesentlich langweiliger, als andere. Freddy’s Dead gehört zu den besseren Sequels, die man sich antun kann, ohne die 90 Minuten finiter Lebenszeit wieder zurück zu wollen.

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The Dream Child

ava-1320Ein weiteres Jahr, ein weiterer A Nightmare on Elm Street. Kein Wunder, dass das Horror-Genre zum Eintritt in die 90er so verschrien war, mit einem halbgaren Sequel nach dem anderen, die jede auch nur halbwegs profitable Franchise rausgehauen hat. Der fünfte Eintrag in sechs Jahren bringt uns zurück zur Hauptcharaktertöse des vorigen Filmes, die ein Jahr nach dessen Ereignissen gerade ihren High-School-Abschluss feiert, als ihre neuen Freunde gemeuchelt werden. Von niemand anderem, als Freddy, obwohl der doch besiegt ist (pft, hielt ihn ja bisher so gut zurück). Und das auch noch, während sie wach ist, dabei braucht er doch ihre Träume, um andere zu morden (echt? Seit wann?).

Die kleine Teenie-Schlampe ist übrigens auch schwanger und somit sollte klar sein, wie er es schafft und was sein Masterplan ist. Oder auch nicht, denn der Film scheint sich nie so ganz klar zu sein, ob Freddy die Träume des Fötus nur nutzt, um wieder auftauchen zu können, oder ob er durch ihn wiedergeboren werden will, oder ob er ihn zu seinem Schüler großzuziehen hofft.

Das ist sowieso ein Problem der ganzen Franchise: Die Scripts sind bei den meisten Filmen so häufig umgeschrieben und so oft erst kurz vor Dreh überhaupt beendet worden, dass die ganze Sache einfach ein heilloses Durcheinander ist, besonders wenn es um den Freddy-Mythos geht. Die Filme haben eh lang aufgegeben, uns einen Grund zu nennen, warum der Kerl überhaupt noch wieder und wieder auftaucht, außer dass er halt gern Teenies auf ironische Weise umbringt. Ob und wie er umgebracht werden kann, und ob und wie er wieder auferstehen kann, ist sowieso quasi jedes Mal anders. Hier muss man plötzlich ganz fest an ihn glauben, damit er die Kraft zur Auferstehung bekommt, und er Geist seiner Mutter, die bisher nur in einem vorigen Film existierte und dort überhaupt keine direkte Macht über ihn hatte, ist sein Sargnagel. Was natürlich vom Schwangerschafts-Subtext des Filmes her rührt, aber wenig Sinn mit ihrer vorigen Erscheinung macht. Es ist nie ganz klar, ob Freddy jetzt wirklich nur in den Träumen Macht hat, oder auch in die Realität eingreifen kann, oder zumindest beeinflusst, dass die Kids einschlafen. Es ist nie etabliert, wie die Dream-Warriors-Kräfte funktionieren, weil die Kids sie mal zum Zurückkämpfen nutzen, dann vergessen, dass sie überhaupt welche haben, dann wieder dank ihnen nur in die Träume anderer einsteigen können.

Man verliert in dem ganzen Durcheinander einfach rapide das Interesse, da ja eh jeder Film mit seinen eigenen Regeln, die er dann selbst nicht unbedingt sonderlich gut folgt, daherkommt. Abgesehen davon, dass es einem sowieso so vor kommt, als hätten die Schreiber ab Teil vier das Interesse an jeglicher Szene verloren, die keine Traumsequenz ist, wirken sie doch nur wie langweiliges Füllmaterial, in denen die Kids herzlich wenig tun, als aufgeschreckt rumzueiern oder zum xten mal die abgeänderten Regeln zu erklären. Keine Szene, in der jemand wach ist, ist in den späteren Sequeln wirklich interessant oder wird genutzt, um uns wenigstens die Kids näher zu bringen. Und das, obwohl The Dream Child sowohl die Arschloch-Eltern diesmal stark hoch spielt, sowie den ganzen Schwangerschafts-Subtext einbringt, dann aber beides weitestgehend ungenutzt verstreichen lässt. Und diesmal sind selbst die Traum-Kills weder zahlreich, noch sonderlich interessant anzusehen, was echt schade ist, besonders bei netten Design des Traumes in der Finalschlacht und der Tatsache, dass allgemein viel der Szenerie gefälliger gestaltet ist, statt das schreckliche 80s-Hip-Design der Vorgänger zu haben.

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The Dream Master

ava-1295Wie in Untertitel zu A Nightmare on Elm Street 4, nicht Little Nemo. Was ein Produkt der 80er Jahre. Die Haare, die Klamotten, die Musik, das Poster und natürlich die Werbung für „MTV, der Sender, der euch nur Musik bringt!“. Weis heutzutage noch jemand unter 20, dass das mal für Music Television stand?

Was passiert denn im vierten Eintrag der Reihe? Das gleiche, was in jedem passiert, Pinky. Freddy ist zurück. Freddy bringt Elm Street Teenager in ihren Träumen um. Elm Street Teenager werden nicht für voll genommen, obwohl es mittlerweile eigentlich häufig genug passiert sein muss, dass Kids von einem Bösen Mann reden, der sie im Traum umbringt, nur um dann auch tatsächlich im Schlaf zu sterben, mit unerklärlichen Wunden noch dazu, weswegen man meinen sollte, die Eltern wären mittlerweile so langsam alarmiert, wenn ihr Kind gleiches tut, statt ihnen Schlafmittel unterzujubeln, weil das sich selbst wach halten bestimmt dies Halluzinationen auslöst. Dann wiederum sind wie in all jenen Filmen die Eltern entweder absent oder Arschlöcher. Die Sache mit den Dream Warriors ist irgendwie zurück, statt aber direkt gegen Freddy in ihren Träumen zu kämpfen, geht diesmal die Kraft aller Opfer ans Final Girl des Filmes über, damit die sich das fürs Finale aufheben kann.

Ich muss ja sagen, ich find die Elm Streets mittlerweile doch etwas langweilig, zumindest Stellenweise. Ich ertappe mich zumindest ständig dabei, dass ich total abschweife in den Füllszenen mit den Kids und erst wieder aus dem Traumland zurückkomme, wenn endlich eine der Traum-/Mordsequenzen anfängt. Es ist einfach so, dass die Szenen, in denen die Kids wach sind, natürlich wenig Suspens offerieren, da man in den Nightmares ja weiß, dass sie solange sicher sein werden. Und wirklich um viel Charakterisierung scheren sich die Filme nun wirklich auch nicht, die aktuelle Riege an Schlachtvieh ist meist gähnend uninteressant bis richtig unsympathisch und die Dialoge sind auch nie weniger künstlich geworden. Also hofft man, dass bald jemand um die Ecke gebracht wird, weil die mehr oder minder ironischen Todesarten und die Traumszenerie das einzige ist, was wirklich in den Filmen interessiert. Und Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master hat dann wohl gerade so genug Tontauben, die regelmäßig genug abgeschossen werden, um ein solider Eintrag zu sein, doch so ganz begeistern kann ich mich nicht.

Actors in Drag Checkliste: + Robert Englund. Sean Connery bleibt aber auf dem Thron des Verstörens.

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Dream Warriors

ava-1279Wes Craven hatte wohl nie geplant, A Nightmare on Elm Street zu einer Franchise zu machen, sondern wollte den Erstling alleine stehen haben. Das würde auch erklären, warum er anschließend für keines der Sequels bis New Nightmare auf dem Regiestuhl Platz nahm. Was das Schreiben des Drehbuches anging, ist das wieder was anderes, so stammt das Script zu A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors von ihm. Erneut im Versuch, dies zum finalen Eintrag der Serie zu machen. Wenn man bedenkt, dass drei weitere Leute als Schreiber genannt werden, kann man erneut sehen, dass da wohl das eine oder andere umgeschrieben wurde, bis es ans Filmen ging.

Was ich an Freddy’s Revenge so seltsam fand, war, dass er nie erklärt, warum Freddy überhaupt macht, was er in jenem Film tut. Warum tötet er weiter, wenn er die Elm Street Kids im Erstling erwischt und somit seinen Drang als dortiger Kindermörder befriedigt hat? Und warum bringt er Leute nicht mehr in ihren Träumen um, sondern muss Jessys Körper übernehmen, um es in der realen Welt zu tun? Die restlichen Sequels tun dann auch so, als gäbe es den homoerotischen Eintrag der Reihe gar nicht. Dream Warriors erklärt Freddys Auftauchen einfach ganz lapidar damit, dass es durchaus noch weitere Elm Street Kids gibt, die er nicht hingemeuchelt hat. Macht ja theoretisch durchaus Sinn, in so eine Straße ziehen  immer mal wieder Familien hin und weg.

Diesmal geht Freddy sogar etwas klüger vor. Anstatt Kids in ihren Schlafzimmern unerklärliche Wunden zuzufügen, die vielleicht doch mal jemanden stutzig machen würden, wenn die Eltern in den Filmen sich tatsächlich je mit ihren Kindern beschäftigen würden, statt mit dem Trinken und Rumhuren beschäftigt zu sein, lässt er hier alle seine Angriffe wie Selbstmord(-Versuche) aussehen. Das führt ziemlich schnell dazu, dass alle verbliebenen Elm Street Teenager in einer Anstalt landen, die Suizid und Schlaflosigkeit behandeln sollen. Und in einer solchen kann man sich schlecht vom Einschlafen abhalten, denken doch die Ärzte, dies wäre zunächst die oberste Priorität, um sie wieder gesunden zu lassen.

Glücklicherweise lässt man sich mit Nancy Thompson, der einzigen Überlebenden der Angriffe im ersten Film, eine Spezialistin herholen, die natürlicherweise den Kindern ihre Alpträume um Freddy glaubt, ist es ihr vor Jahren doch nicht anders ergangen. Überraschenderweise lässt sich auch der Skeptiker Neil ziemlich schnell dazu überzeugen, eine Traumlose Experimental-Droge einzusetzen und das Freddy tatsächlich Leute im Schlaf umbringt, quasi von einer Szene auf die nächste ändert er nämlich seinen Standpunkt hierzu, ohne das wirklich was passiert ist. Dafür beschuldigt er in der ersten Sitzung, nachdem der erste Patient „Selbstmord“ begangen hat, jenen vor der ganzen Gruppe als Feigling, der sie bitterlich im Stich gelassen hat. Warum darf der noch mal mit suizidalen Kids arbeiten? Ach ja, weil in den Elm Streets die Erwachsenen ja eh immer kontraproduktive Arschlöcher sind.

Warum nennt sich der dritte Film überhaupt Dream Warriors? Tja, Träume müssen ja bekanntlich keinen Sinn ergeben und so kann man in ihnen durchaus fliegen und alle möglichen Dinge leisten, die man im echten Leben nicht hinbekommt. Und Nancy trainiert die Kids darauf, jene Superkräfte zu benutzen, um etwas gegen Freddy in der Hand zu haben. Nicht, dass man wirklich groß was gegen Freddy in den Träumen anrichten könnte, sitzt jener doch am längeren Hebel als derjenige, der die Alpträume schickt und zudem eh schon tot ist, also schlecht erneut umgebracht werden kann. Die erste Reaktion des Kämpfertrupps auf Freddys Auftauchen ist dann auch panisches Auseinanderpreschen, damit er jeden einzeln rauspflücken kann.

Aber natürlich muss es eine Möglichkeit geben, Freddy zu besiegen, wenn dies als Finale geplant war. Dies ist der Teil, der seine Hintergrundgeschichte vom irren Kindermörder ausbaut und seine Mutter erwähnt, die als Nonne in einer Irrenanstalt arbeitete, wo sie von einem Raum der schlimmsten Patienten zu tote ge-gang-raped wurde, zuvor aber noch das Höllenkind Fred Krueger gebar. Seine Überreste in Heiliger Erde zu vergraben, hebt den Fluch dann auf. Was anscheinend echt einfach zu bewerkstelligen ist. Einfach ein wenig heiliges Wasser über sein Grab gießen und ein kleines Gebet sprechen tut den Trick, musste noch nicht mal von einem Priester gemacht werden, sondern der atheistische Neil reicht vollkommen aus.

Ich kann ehrlich gesagt so langsam verstehen, warum Horror Ende der 80er und Anfang der 90er nicht den besten Ruf hatte, was Qualität der Filme anging. Viele der großen Franchises von fünf bis zehn Einträgen haben dann doch häufig nur ein oder zwei Filme zu bieten, die wirklich gut waren. A Nightmare on Elm Street ist da bisher nicht anders, würde ich doch nur den ersten Teil soweit zum Klassiker erheben. Dream Warriors ist besser als Freddy’s Revenge, zumal es hier im Finale ein paar nette Traumszenarien anzusehen gibt und die meisten Kids auf zu ihrer Persönlichkeit passenden, kreative Weiße umgebracht werden (der Kerl, der mit Marionetten spielt, wird von Freddy an seinen Sehnen fremdgesteuert), doch so wirklich toll ist das Produkt auch nicht. Häufig sogar etwas blöde, gerade die Dream Warrior Sache mag ich nicht so.

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Freddy’s Revenge

ava-1274Nein, ich schau mich nicht durch die ganze Franchise. Zumindest ist’s nicht geplant, aber wo ich sie schon angefangen hab, kann das gut dennoch passieren. Wie viele gibt es davon überhaupt? 7? 9 mit Jason und Remake? Eh, könnte schlimmer sein, immerhin sind es nicht 13 Witchcrafts, die alle Müll sind. A Nightmare on Elm Street Part 2: Freddy’s Revenge kommt erst mal nur wegen einem interessantem Kuriosum: Der Film ist verdammt homoerotisch! Batman & Robin Level, wenn auch nicht ganz so extrem, wie 300.

Jesse’s Familie ist also ins Haus gezogen, in dem die einzige Überlebende des vorigen Filmes, gewohnt hat. Und nun wacht er jede Nacht schweißnass in seiner Unterwäsche auf, weil er von einem schmierigen Kerl träumt, der in seinen Körper will. Auch die wache Welt, mit Eltern, die nicht verstehen, warum ihr Sohn sich nicht normal verhält; seine Freundin, mit der er ein absolut keusches Verhältnis hat; oder sein bester Freund, mit dem er sich halbnackt beim Baseball-Training wälzt; und der Coach mit dem Lederfetisch; können seine Gedanken nicht verstreuen, dass er anders und unnormal ist.

Also bringt er alle um, weil Freddy ihn dazu treibt.

Oder auch nicht, genau genommen hat der zweite A Nightmare on Elm Street erneut erstaunlich wenig Kills. Wenn ich mich recht erinnere, bringt Freddy hier nur zwei Leute um plus ein paar Random Strangers im Finale. Der Großteil des Filmes besteht daraus, dass Jessy Alpträume von Freddy hat, jener seinen Körper zum Morden übernehmen will, Jessy ihn aber doch wieder zurückkämpft. Was ehrlich gesagt nach einer Weile nicht mehr sonderlich interessant ist.

Da helfen auch die ganzen Quirks nicht, den Film über Wasser zu halten. Die lächerlichen homoerotischen Untertöne sind auch nur so lang wirklich witzig. Die Macher sind übrigens alle total „was, die waren aber nicht beabsichtig“. Als ob. Selbst wenn sie versuchen, sie zu verstreuen, in dem sie Jessy Klamotten anziehen, in dem ein Schwuler nicht tot aufgefunden werden wollen würde. Dafür hat er aber beinahe jede Szene ein neues, desaströses Outift an, so gesehen ist Freddy’s Revenge als das Sex & the City der Elm Streets. Auch ganz interessant ist, wie wenig Jessy doch tut. Die meiste Zeit des Filmes scheint er nur verwirrt oder hat einen Freak Out, all die Investigation wer Freddy ist und wie man ihn bekämpfen kann, tut seine arme Freundin. Wie Jessy, der kein besonders interessanter Kerl ist, dessen Familie kein Geld hat, der keinen Sex Drive hat, und der auch nicht sonderlich aussieht, die abbekommen hat, ist eh fraglich. Warum casten die überhaupt so einen schwabbeligen Kerl, wenn er langjähriger Sportler sein soll? Nur weil der Schauspieler auch schwul ist? Interessant ist zumindest auch, dass es diesmal andersrum geht: Während normalerweise niemand den Teens in diesen Filmen glaubt, dass ein Traumkiller umgeht, will hier niemand Jessy glauben, wenn er behauptet, die zwei Leute umgebracht zu haben, mit denen er während ihres Todes allein im Zimmer war, sondern seine Freundin pocht darauf, es kann nur Freddy gewesen sein, obwohl Jessy selbst schon nicht mehr daran glaubt. Was überhaupt die Frage aufwirft, warum Freddy plötzlich einen Host für seine Taten braucht. Im vorigen Film hat er ganz gut Leute umbringen können, ohne jemanden übernehmen zu müssen. Und warum tötet er die Leute überhaupt, keiner davon ist ein Kind der Elm Street Eltern, die ihn umgebracht haben.

Elm Street Part 2 ist tatsächlich kein sonderlich guter Film. Und nicht nur, weil er die Tradition fortführt, früh in einer Horrorfilm-Franchise etwas komplett anderes zu liefern, als man ob des Einstiegs erwartet hatte.

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„He was in this movie?“-Weekend: A Nightmare on Elm Street

ava-1270Es gibt so einige sehr bekannte Schauspieler, die ihre ersten Rollen in Horrorfilmen (oder Softcore Porn, hey there Cameron Diaz [bzw. nicht mal Softcore, hey there Simon Rex]) hatten, sobald sie sich einen Namen machen konnten jedoch nie wieder ins Genre zurückkehrten. Das liegt hauptsächlich daran, dass in den 80ern bis weit in die 90er es nicht gerade hoch angesehen war, in jenen zu spielen und man schnell per Typecasting nur noch in Horror enden konnte, entsprechend schnellstmöglich davon wegkommen wollte. Es ist erst Post-Scream der Fall, dass Horror etwas besser steht und es durchaus Ok ist, auch als jemand mit Namen in ihnen mitzuspielen.

Beim ersten Eintrag cheate ich direkt, Johnny Depp war durchaus in mehreren Horrorfilmen, auch spät in seiner Karriere, zu sehen. Doch das sein erster Film tatsächlich das erste Nightmare on Elm Street ist, wird häufig vergessen. Bevor er selbst die Scherenhände anzog, spielte er also das Opfer solchiger. Es gehört sogar zu einem der wenigen Elm Streets, die ich bereits gesehen habe. Quasi wie neu war er dennoch für mich, so nach um die 15 Jahren.

Aber auch jeder, der nie einen der Filme auch nur im Videothekenregal hat stehen sehen, weiß natürlich mittlerweile, was der Plot des Filmes ist, genau wie jeder weiß, dass Darth Vader eigentlich Lukes Ex-Lover und Bruce Willis in The Sixth Sense ein Roboter ist. Kindermörder Freddy Krueger ist von einem Mob Eltern verbrannt worden und meuchelt nun deren Teenagerkinder im Schlaf dahin. Viel komplizierter wird es im ersten Film auch gar nicht, es gibt keine umfangreiche Entstehungsgeschichte um Freddy oder einen besonders ausgefeilten Weg, wie er vernichtet oder gebannt werden kann.

Was allerdings echt auffällt ist, dass die Eltern dieser Teenies, die natürlich alle keine sind (der Film scherzt sogar darüber, wenn das 15-jährige Hauptmädel nach mehreren schlaflosen Nächten in einer „Oh, you shut your face“-Reaktion hervorrufenden Szenen meint, sie sähe so furchtbar alt aus, sie könnte als 20 durchgehen – denn dies ist tatsächlich das Alter der Schauspielerin), echte Arschlöcher sind. Einige der Eltern leben in Scheidung, manche trinken, andere huren herum, oder vernachlässigen ihr Kind im Allgemeinen. Keiner glaubt ihnen, als die Morde beginnen und niemand erzählt ihnen von Krueger, insgesamt hören sie ihren Kindern recht wenig wirklich zu. Das trifft den Nerv eines Teen-Publikums, die sich sowieso permanent unverstanden fühlen, natürlich absolut.

Wie bei den meisten Horrorfilmen muss man natürlich eine gewisse Portion Suspension of Disbelief mitbringen. Warum geht das Mädel im Nachthemd in die dunkle Nacht draußen, um das Wispern zu investigieren? Warum findet es kein Erwachsener seltsam, dass ihre Kinder mit Fleischwunden oder zerrissenen Klamotten aufwachen oder plötzlich Hüte in den Händen halten, die sie vor dem Einschlafen noch nicht hatten? Wie konnten die Kids hier aufwachsen, ohne je vom legendären Kindermörder Fred Krueger zu hören? Ein paar Logik-Kugeln weicht der Film natürlich schon allein durch sein Setup des Traumkillers aus, denn dem Schlaf kann man nicht wirklich entgehen und in einem Traumszenario muss auch nicht alles stimmig sein. Allgemein nutzt er die Träume sehr gut, um die Kids zwar zu desorientieren, die Setpieces aber doch genug in der Realität zu verhaften, so dass der Zuschauer nicht immer weiß, ob sie nun schon schlafen oder bereits aufgewacht sind, sich also schon/noch in Gefahr befinden.

Ist wohl bekannt, dass ich den Otto-Normal-Slasher nicht so begeisternd finde, was sich bei den Halloweens gezeigt hatte. A Nightmare on Elm Street funktioniert für mich dann aber doch, wahrscheinlich weil er die übernatürliche Komponente hereinbringt. Freddy ist eben kein Normalo-Killer, der seltsamerweise zwanzig Kugeln in den Kopf überlebt und scheinbar teleportieren kann, um Jump Scares auszulösen. Freddy muss jenen Logikgesetzen nicht folgen, weil er ja ein übernatürliches Wesen ist. Allerdings kommt er hier noch gar nicht so unheimlich, sondern von den Manierismen her geradezu etwas goofy daher.

Was wie bei vielen solcher alten Horrorfilme, die kein Exploitation sind, im Vergleich zu modernen auffällt, ist auch, dass A Nightmare on Elm Street gar nicht so sonderlich brutal ist. Weder ist der Body Count sonderlich hoch, noch sieht man bei den Morden irgendwas, außer Blut. Macht ihn retrospektiv geradezu classy. Johnny Depp hätte jedenfalls in wesentlich schlimmeren Filmen sein Filmdebüt geben können, als in einem Wes-Craven-Klassiker, der durchaus dem Zahn der Zeit standgehalten hat.

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Masters of Horror 103-105

In Dance of the Dead, wie sollte es bei diesem Namen auch anders sein, ist mal wieder die Zombie Apokalypse am Laufen, allerdings etwas anders, als üblich. Eine biologische Waffe hat die Leute entsprechend verwandelt und so wirklich aggressiv sind sie nicht, meist sind sie sogar ganz normaler Leichen, die erst durch Stimuli und injiziertes Blut wieder etwas zu zucken anfangen. Teenymädel Becky lebt derweil unter den Argusaugen ihrer Mutter ein behütetes Leben in deren Diner. Bis sie auf Rebell Jak trifft, sich in ihn verguckt und ihre rebellische Phase raus lässt, in dem sie mit dessen Gang in den Club Doom Room geht, wo Jak und Co. dem Besitzer für dessen Shows Blut verkaufen.

Ein kompliziertes Setup was die hiesigen Untoten angeht, dafür, dass der Film nicht viel draus macht. Allgemein macht er nicht viel, verschenktes Potential bei all den involvierten Namen. Im Regiestuhl saß Tobe Hooper, der das alte Texas Chainsaw Massacer, Poltergeist und die erste TV-Minireihe zu Brennen muss Salem ablieferte. Basierend auf einer Geschichte von Richard Matheson, der beispielsweise I Am Legend geschrieben hat und von Stephen King und Anne Rice als Inspiration genannt wird. Und den Leiter des Doom Rooms spielt kein anderer als Robert „Freddie Krueger“ Englund.

All das ist verschenkt in einem Film, der einfach so Ziel- und Richtungslos vor sich hin mäandert, keinen wirklichen Spannungsbogen aufweist, dessen Romanze Twilight-schlechte Dialoge aufweist und letztendlich ebenfalls nirgendwo hin führt und ein Twist-Ende, das man kommen sieht und das ziemlich dämlich ist. Bisher definitiv die schwächste Episode der Serie.

Die der nächsten Episode ihren Namen gebende Jenifer ist eine zurückgebliebene und im Gesicht entstellte junge Frau, die von einem Polizisten gerettet wird, als ein Kerl sie mit einem Beil erschlagen will. Irgendwas an dem Mädel lässt ihn von nun an nicht mehr los, er bringt sie sogar zu sich nach Hause, was seine Frau und Sohn vertreibt, hat Sexphantasien von ihr, die auch nicht lange brauchen, um real zu werden. Klar, sie frisst hier mal die Katze bei lebendigem Leib und so (eating pussy, the wrong way), aber was ist das schon, wenn die Kleine so einen tollen Vorbau hat.

Jenifer geht auf das Konto von Italo-Horror-Ikone Dario Argento (Suspiria, Inferno, Mother of Tears, Phenomena) und als freimütiger Europäer mit Wurzeln im bekannt schonungslosen Italo-Horror liefert er die erste Folge ab, die sich ordentlich was traut. Regelmäßige Sexszenen und sogar Eingeweide bekommen wir zu sehen, die Folge wurde sogar um ein paar Szenen erleichtert, die leider wohl auch für die DVD-Veröffentlichung nicht wieder eingefügt wurden. Das verbliebene Resultat ist jedoch immer noch ausreichend deftig, wenn auch nicht so extrem, dass sie zu den bei der deutschen Erstveröffentlichung auf DVD nur als zensierte Version erhältlich gewesenen Episoden zählt.

Allgemein liefert er hier die bisher beste Folge der Reihe ab, nicht nur schön blutig, sondern auch ansonsten recht faszinierendes Geschehen durch die makabre und demente Beziehung, die sich entwickelt, und spannende Inszenierung machen die Stunde zu einer sehr kurzweiligen. Außerdem ist’s die erste Folge, die auf Billig-CG komplett verzichtet – geht doch.

Danach kommt mit Chocolate ziemliches Kontrastprogramm. Jamie ist frisch geschieden, lebt nun in einer kleinen Wohnung und um jetzt, da er wieder auf dem Markt ist, in Form zu bleiben, gönnt er sich auch sonst nichts. Da fangen plötzlich seltsame Flashes an, mal hat er den Geschmack von Schokolade im Mund, dann hört er Klassik aus dem Nirgendwo oder sieht sich in einem fremden Zimmer sitzen. Das er jene Eindrücke von einer Frau bekommt, findet er schnell raus, da es ihm Second Hand auch die erste sexuelle Erfahrung mit einem Mann beschert. Als die Frau, in die er sich da unfreiwillig sporadisch einklinkt in Schwierigkeiten gerät, steht sein Entschluss fest, sie ausfindig zu machen, um ihr zu helfen.

Na Horror ist das hier nicht wirklich, eher ein Folge von Outer Limits, denn Tales from the Crypt, sprich eine Geschichte über eine seltsame Begebenheit, eine die tatsächlich ein interessanter Einfall ist, und auch wirklich mit viel Witz umgesetzt wurde. Lediglich das Ende ist mal wieder vorhersehbar, aber das ist bei so simplen Einstündern eben eher schlecht zu vermeiden. Dennoch eine runde Episode, die ordentlich Abwechslung in Stimmung und Stil gegenüber dem Rest bietet.

Regisseur ist Mick Garris, von dem der zweite Critters, vierte Psycho und einige King-Verfilmungen wie The Stand und die The Shining Miniserie stammen.