Alien Week – Prometheus

ava-1184Bereits zu Beginn des neuen Millenniums, also gar nicht mal allzu lang nach Alien Resurrection, erwärmte sich Ridley Scott endlich zur Idee, Platz auf dem Regiestuhl eins weiteren Alien-Films zu nehmen. Doch dann musste das Filmstudio erst Mal die kurzlebigen Alien vs. Predator Spinoffs in den Sand setzen, bevor der Film wirklich grünes Licht bekam. Bis dahin hatte Scott daraus längst ein eigenes Ding gedreht, dass von der eigentlichen Franchise unabhängig ist, wenn auch im gleichen Universum spielt – so zumindest er.

Prometheus spielt in einer eigentlich sehr nahen Zukunft (ich werd sie wohl nicht mehr erleben [es sei denn ich werd so alt wie Heesters], würde ich Kinder adoptieren, gäb es die aber noch). Wobei, finden wir in den Filmen an sich je raus, wann Alien 1-4 stattfinden? Wenn ja, hab ich es überhört. Darauf komme ich jetzt nur, weil das Technik-Design in Prometheus der Optik in den ersten zwei Alien-Filmen sehr nahe kommt.

Egal. Also, man hat bei den altertümlichen Zivilisationen rund um die Erde, die nie eine Verbindung miteinander hatten, diverse Zeichnungen entdeckt, die alle das gleiche Szenario darstellen. Nämlich eine Überlebensgroße Figur, die gen Himmel zu einer Sternenkonstellation zeigt, die es tatsächlich gibt. Also mit Forscherteam dorthin gedüst, um rauszufinden, ob dort unsere Erschaffer abhängen. Dort angekommen sieht man auch so einige interessante Funde, die enträtselt werden sollen, doch noch bevor wirklich konkrete Antworten rauskristallisiert werden, geschehen weniger erfreuliche Dinge, die die Crewmitglieder nach und nach umbringen.

Prometheus ist definitiv ein Prequel zu Alien und zwar noch nicht mal ein so weit entferntes wie ursprünglich behauptet. Der Aufhänger des Filmes ist eine Figur, die wir im Schiff im ersten Teil, auf dem sie das Alien aufgabeln, zu sehen bekommen und hier als die Erschaffer-Rasse herhalten. Allerdings zeigt uns das Finale des Filmes dann auch die Geburtsstunde des Alien-Aliens.

Als Film an sich kann ich eigentlich nicht so wirklich sagen, was ich von ihm halte. Es ist so einer, der irgendwo einfach da ist. Ich hab ihn gesehen, ich war nicht gelangweilt, aber auch nicht begeistert und weiß nicht, ob ich mich noch lang daran erinnern werde, dass ich ihn überhaupt gesehen habe. Woran das liegt mag sein, dass er irgendwie leer wirkt. Der Film bietet keine Antworten, keine konkreten Ergebnisse oder Handlungsziele an. Zeug passiert, ihm fehlt aber das nötige Gewicht, weil wir keinen Bezug dazu aufbauen, weil es eben einfach passiert ohne wirklich wohin zu führen. Die ganzen philosophischen Anspielungen, die in der ersten halben Stunde fallengelassen werden, kommen nie wieder ins Spiel. Was die Erschaffer-Rasse nun wirklich bezweckt hat, erfahren wir nie. Was es überhaupt mit dem Zeug auf dem Planeten auf sich hat, wird nie geklärt. Und die wenigen Plottwists, die es dann doch gibt, die sehen wir von weitem kommen. Der ganze Handlungsverlauf der Filmes ist mir einfach nicht greifbar genug, um mich was zu scheren. Und so verliert man einfach langsam das Interesse an den Sachen, die er einem zeigt.

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Alien Week – Alien

ava-1180Ich war nie ein großer SciFi-Fan beim Aufwachsen, weswegen ich bis vor kurzem eben auch nie die großen Franchises wie Star Trek oder Star Wars geschaut habe. Stargate mochte ich – zu Beginn zumindest (dem damit geholfen ist, dass ich mich eine Zeit lang fürs Alte Ägypten interessiert habe), und Babylon 5, aber ansonsten konnte man mir damit ziemlich fern bleiben. Die Alien-Filme hingegen habe ich alle mal zum einen oder anderen Zeitpunkt geschaut. Wahrscheinlich, weil sie mehr Horrorfilme sind, die halt im Weltraum spielen.

Die Besatzung eines Raumschiffes ist recht desorientiert, als sie aus dem Kälteschlaf erwachen, jedoch noch weit von ihrer Heimat entfernt sind. Stellt sich heraus, ihr Navi hat einen Hilferuf aufgeschnappt und dementsprechend einen kleinen Abstecher in ihrer Rückflugsroute eingebaut, damit sie dem nachgehen können. Kaum ist ein Teil der Crew weg, wird auch noch klar, dass es sich wohl nicht um ein SOS- sondern Warnsignal handelt.

Im Prinzip ist Alien tatsächlich ein Haunted House Plot, bei dem eine Gruppe Charaktere mit einem Monster in einer Lokalität eingesperrt werden. Hier sogar mit einem ganz prächtigen Grund, warum sie derer nicht entfliehen können, so als Raumschiff mitten im O²-losen Weltall weit ab jeglicher Zivilisation. Ich mein, die haben ja sogar eine verdammte Katze dabei, die für zwei oder drei Jump Scares sorgt, dem Genre-Klischee schlechthin.

Es ist auch echt ein verdammt guter Film. Sehr minimalistisch gehalten eben, überschaubare Crew, eine Lokalität (fast, den kurzen Abstecher um das Alien aufzugabeln ausgenommen) und das Alien gibt es kaum zu sehen. Was keine so üble Idee ist, in den wenigen Auseinandersetzungen – die auch kurz gehalten sind – merkt man nämlich schnell, dass das Vieh wohl nicht so beweglich ist. Stattdessen gibt es viel Atmosphäre. Lange Kamerafahrten, einsame Korridore, mental auseinanderfallende Gruppenmitglieder, nur kurze Shots aufs Alien. Nicht zu vergessen natürlich das tolle Design. Das Raumschiff irgendwo zwischen 2001 und Hellraiser, Alien und das andere Schiff mit dem gewohnt spektakulären Giger-Design. Dazu dann noch der eklige Body Horror, mit den Face Huggern, die einem ins Gesicht springen und die Eier den Hals runter legen, bis dann irgendwann das Babyalien aus der Bauchdecke rausbricht. Gigers Designs sind ja bekanntermaßen gern sexuell angehaucht und das nutzt der Film für sich. Auch nicht uninteressant die Rollenauswahl, wo der Held am Ende mal eine Frau ist (und nicht im Slasher-mäßgen Last Girl Sinne) und die meisten Opfer Männer sind.

Ich fand es tatsächlich sehr spannend und atmosphärisch, gerade das Finale ist Nervenaufreibend. Allerdings, die Katze find ich eine seltsame Entscheidung. Warum ist die jedem so wichtig? Warum ist die überhaupt auf dem Schiff? Frei rumlaufend in den tiefsten Tiefen davon sogar. Und warum geht Ripley zurück, um das Vieh zu retten? Die wirkt einfach etwas deplaziert in einem ansonsten so feingetunten Film. Gut, ein paar Szenenschnitte sind etwas abgehackt, was aber gut daran liegen könnte, dass ich den „Director’s Cut“ gesehen habe, der 5 Minuten an Material hinzufügt, die Ridley Scott damals fürs Kinorelease rausschnitt, dafür aber 5 Minuten zur Straffung aus anderen Szenen entfernt.

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