Hallowiin: Resident Evil

Psych! Nichts da mit nächstem Jahr erst. Mir war viel zu sehr danach weitere Horror-Games auf der dafür gar nicht so bekannten Wii zu zocken, jetzt wo ich sie schon mal raus geholt, abgestaubt habe, und mit Batterien aufgestockt bin. Und während die vier Einträge der vorigen Woche zwar doch etwas unterschätzt werden, so ist es doch auch mal eine Idee sich zurecht als gut gehandelten Klassikern zuzuwenden.

Die Sache mit dem REmake ist schon etwas tragisch. Hoch ambitioniert mit richtig Budget sollte es die Franchise revitalisieren. Fest mit dessen Erfolg rechnend war gleichzeitig das seit N64 geplante Prequel Resident Evil Zero in Produktion um noch im gleichen Jahr erscheinen zu können, und Capcom hatte vor weitere neue Exklusivteile auf dem GameCube zu bringen, um Nintendos schwächelnder Konsole unter die Arme zu greifen. Verkauft haben sich beide Spiele je für Franchsie-Verhältnisse nicht bombig, was das Aus weiterer Teile im Stil bedeutet. Resident Evil 2, 3 und Code Veronica für GC waren lediglich Ports der Originale, die zu absoluten Ladenhütern verkamen. Kein Wunder, dass Capcom Resident Evil 4 (dessen Action-orientierte Ausrichtung der nächste und diesmal erfolgreiche Revitalisierungsversuch war) als eines der Capcom Five zunächst GC-exklusiv noch vor Release auch für PS2 ankündigte.

Die mir vorliegende Wii-Version ist dabei ungefähr mit so viel Aufwand gemacht worden, wie das Cover zeigt. Welches einfach das Resident-Evil-Logo auf rostig-rotbraunem Hintergrund ist, schräg eingerahmt vom Archives-Banner. Da hat ja das europäische Cover von Ju-on mehr Charme gehabt. Im Spiel an sich ist nix neu, abgesehen davon, dass es natürlich auch Wiimote+Nunchuck mit diversen Belegungsschemen versieht, für diejenigen, die es sich antun wollen das Ding nicht mit GC- oder Classic-Controller spielen zu wollen. Zudem gibt es eindeutige Abstriche in der Optik, denn das eigentlich toll aussehende Spiel hat hier so einige Interlacing-Streifen auf dem Bildschirm und besonders schwer in den FMVs. Zudem nur 4:3 als Anzeige-Option.

Und dadurch auch ausschließlich Tank Controls, mein heimlicher Nemesis überhaupt. Als ich mit Jill begonnen hatte, hat die gute Frau Haken geschlagen wie ein Hase, obwohl ich eigentlich nur gerade einen Gang hinunter wollte, hing sich an jedem Pfeiler, Türrahmen oder Säule auf. Wobei ich schnell merken durfte, dass die Steuerung wesentlich einfacher von der Hand geht, wenn man das Steuerkreuz dafür benutzt, statt wie ich zunächst den Daumen auf den hyper-sensitiven Analogstick zu legen. Da mir das Spiel unglaublich Laune bereitet hatte, bin ich nach dem ersten Durchspielen auch direkt noch mal mit Chris durch, mit dem es schon einfacher war nicht mehr permanent wie ein betrunkener Rentner durch die Gegend zu eiern. Ich war dann auch nicht mehr so gestresst was Ressourcen angeht, da mir der erste Durchgang bewiesen hat, dass man auf Hiking mehr als genug davon bekommt.

Denn grundsätzlich gehört es natürlich zum Horror dazu, etwas under-equipped zu wirken. Dafür nimmt sich Resident Evil auch gleich mehrere Ansatzpunkte raus. Natürlich sind Heilgegenstände und Munition an sich schon finit. Aber dann ist auch noch zu bedenken, dass je nach Charakter nur 6-8 Slots im Inventar sind. Für Waffe, Munition, Heilung und die diverse merkwürdigen Schlüssel, Hebel, Bücher und was die beiden STARS-Kleptomanen sonst noch so alles für mitnehmenswert erachten. Auch wenn man im späteren Spielverlauf also in den magischen, bodenlosen Truhen einen großen Vorrat zusammengehamstert hat, kann nur so viel wirklich an die Front mitgetragen werden, wie ins Inventar passt. Und dann ist zudem auch noch das Speichern begrenzt, da auch hierfür endliche Farbbändern gefunden werden müssen. Erneut, sie sind nicht so rar, dass es wirklich extrem drückt, aber ein weiterer Mechanismus dafür, dass man nicht ständig zu einem Speicherraum zurückläuft wenn alles gut gelaufen ist, sondern auch mit weniger erfolgreichen Exkursen bei denen etwas mehr Ressourcen verschwendet wurden, leben muss, wenn man nicht die letzte halbe Stunde komplett neu machen will.

Deswegen wird glaube ich auch Jills Szenario allgemein als das leichtere angesehen. Sie kann auf ihren 8 Slots mehr mit sich tragen, weil sie eine Körperöffnung mehr Stauraum mit sich bringt. Zudem kann sie Schlösser knacken, um in ein halbes Dutzend Räume zu gelangen, für die Chris weitere Schlüssel finden muss. Sie kann von Barry aus der Falle vor der Schrotflinte gerettet werden, muss hierfür kein Indiana-Jones-Puzzle erledigen, bekommt exklusiv den Granatenwerfer und die bessere Schrotflinte früher, und kann sich um einen Boss komplett herum puzzeln. Zudem auf dem Klavier passabel genug herumklimpern, statt einen Zweitcharakter dafür aufsuchen zu müssen. Allerdings hat auch Chris im REmake seine Vorteile bekommen. Hauptsächlich dahingehend, dass er agiler ist. Chris läuft etwas schneller, weicht dadurch Gegnern besser aus, und lädt auch schneller beim Schießen nach, wenn es doch zur Konfrontation kommt. Er hat es auch etwas einfacher mit den Kopfschüssen, durch die das Wiedererwachen der Zombies als fiese Crimson Heads verhindert wird. Als Raucher hat er zudem ein Feuerzeug immer dabei, statt es ins normale Inventar stecken zu müssen. Sprich im Prinzip kann man sagen, dass Jill es einfacher hat, wenn es darum geht sich durch das Anwesen und das darunter befindliche Labor zu bewegen, während Chris es bei der Auseinandersetzung mit den Monstern etwas einfacher gemacht bekommt.

Ich persönlich ziehe Chris sogar etwas vor, jetzt wo ich mal beide gespielt habe. Nicht nur, weil er bevor er zum Hulk wurde echt auch noch ziemlich niedlich im ersten Eintrag anzusehen ist. Und nicht nur, weil er von seinem coolen Husbando Wesker ausgeholfen bekommt. Zumindest wenn man so ungefähr weiß, was man wo zu holen hat, finde ich die beiden Slots weniger und das halbe Dutzend Schlüssel in seinem Szenario dann doch kein so großes Hindernis. Und um ehrlich zu sein nervt es mich etwas, dass Jill 90% der Zeit, wenn der Spieler sie kontrolliert, komplett autonom kein Problem mit den Gefahren des Anwesens hat, aber dann ein Großteil der FMVs daraus besteht, dass Barry sie aus irgendeinem Schlamassel holen muss. So nervig ist Rebecca im REmake auch wieder nicht, da nehm ich lieber Chris zur Hand. Auch wenn sein freigeschaltetes Streetwear-Kostüm wirklich keine Belohnung darstellt. Etwas merkwürdig ist es allerdings schon, dass er in Jills Szenario von Anfang an komplett verschollen ist, statt einfach irgendwann zu verschwinden. Hatte Wesker ihn die ganze Zeit über in seinem Sex-Dungeon unter der Villa eingesperrt oder was?

Es ist auch echt schon etwas überraschend, wie classy diese Version des Spieles doch teilweise fast rüberkommt. Sicherlich ist die Sprachausgabe immer noch etwas unfreiwillig komisch. In bester Resident-Evil-Manier sind die Charaktere nicht sonderlich schlau, Umbrella handelt nicht unbedingt logisch, und der ganze Plot ist eher solala, wenn auch hier noch schön zweitrangig und zurückhaltend. Aber durch die sehr schnieke Optik der detaillierten und schön aufgezogenen vorgerenderten Hintergründe, und durch die grausig ausschauenden Gegner. Mit den vielen sehr atmosphärisch gesetzten und ausgeleuchteten Kamerawinkeln. Eben auch dadurch, dass der Schauplatz zum Großteil eine hübsche Villa ist, weil Umbrella niemals ein Labor einfach in einen Zementquader bauen würde, kommt doch viel Stimmung und Klasse auf was diese Version angeht. Resident Evil war schon immer vom B-Horror inspiriert, aber hier ist das Ganze doch in eine sehr schnieke Verpackung gesteckt. Da ist es wirklich etwas schade, dass auf dieser Engine nach Resident Evil 0 Ende war, statt weitere Spiele in ihr zu (re)machen. Wobei, durch den Erfolg der HD-Remaster kommt dann ja reichlich verspätet demnächst doch eines von Resident Evil 2.

Ich war zumindest zunächst etwas unsicher, ob mir das Spiel gefallen würde. Weil ich mit Survival Horror besser kann, wenn ich mich nicht von begrenzten Ressourcen stressen lassen muss. Und wenn sich der Charakter nicht wie ein Panzer mit abgefahrenen Gleiskette bewegt. Jedoch hatte ich letztendlich mit Resident Evil erstaunlich viel Spaß. In die atmosphärischen fixen Kameraperspektiven zu gehen, nicht sehend was mich erwartet. Von Dobermännern und Crimson Heads böse überrascht werden. Kräuter kombinieren, Granaten auf Schlangen und Schrot in Spinnen zu ballern. Umbrellas Fetisch statt Zahlenschlössern und Magnetkarten zu nutzen Dinge lieber hinter Statuen-Schieberätseln, diversen markierten Schlüsseln und anderen abwegigen Dingen zu verschließen nachzugehen. Wie gesagt, sobald ich mit Jill durch war, habe ich direkt drauf erneut mit Chris gespielt. Dabei spiele ich Games eher selten mehrmals, schon gar nicht direkt hintereinander. Resident Evil könnte ich mir hingegen glatt noch ein drittes Mal gönnen. Ich mein, diese Kostüme schalten sich nicht von selbst frei. Doch zunächst drehen wir die Ingame-Uhr um 24 Stunden zurück und gehen in einen WEITEREN von Umbrellas Villen-Labor-Höhlensystem-Komplexen im Wald vor Racoon City.

GameBoy Obscurities: Resident Evil Gaiden

ava-2066Bleiben wir doch bei Capcom, beim Survival Horror, beim GameBoy Color, und sogar bei Resident Evil. 2001 sogar zuerst in Europa herausgebracht, und erst das Jahr darauf in Nordamerika und Japan aufschlagend, hat der mit am wenigsten besprochene Eintrag in die Franchise einen eher schlechten Ruf erarbeitet.

Auf dem Cover mag übrigens Poster Boy Leon Kennedy sein, oder zumindest im meistverbreiteten US-Packshot, doch in Wahrheit spielen wir den wirklichen Helden der Franchise: Barry! Die Verpackung Japans und Europa war da wohl etwas ehrlicher, mit lediglich einem blutigen Rettungsring drauf. Wobei Nordamerika nicht komplett lügt, immerhin kommt Leon „S for Sexy“ Kennedy auch vor, den soll nämlich Barry auf dem Luxusliner retten, und gleichzeitig Umbrellas neueste Biowaffe aufhalten. Wir spielen den Lederjacken-Junkie sogar mal punktuell, wenn Barry aus dem einen oder anderen Grund was anderes macht, sobald sich die 3er-Gruppe ein Stück ins Spiel zusammengefunden hat.

Die Geschichte ist natürlich Blödsinn, aber das ist bei Resident Evil sowieso klar. Es gibt typischen B-Horror Wahnsinn was Charaktermotivation und Umbrella-Pläne angeht, alles präsentiert in vielleicht vom Charakterdesign keinen sonderlich hübschen, aber doch ganz nett gedachten Standbildern, die relativ präsent sind und damit dem Spiel doch mehr Narration geben, als man denken sollte. Alles natürlich ohne lachhaftes Voice Acting, aber das Script an ist auch so gewohnt launig.

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Gespielt wird übrigens hier aus Vogelperspektive, was sich für den GBC sicherlich wesentlich besser anbietet, als aus cineastischen Kamerawinkeln alles darstellen zu wollen. Bei Gaiden ist nämlich sogar immer klar, was man da gerade vor sich hat, und die Proportionen werden nie seltsam. Genau genommen sieht das Spiel ganz gut aus, manche Räume weißen gute Details auf, und die Kampfansicht in First Person lässt die Zombies auch ordentlich ausschauen. Denn wenn der Spielercharakter mit einem Untoten kollidiert, geht es in einen separaten Bildschirm, in dem alle in der Nähe befindlichen Zombies vorkommen. Unter jedem Zombie ist nun eine Leiste, während ein Cursor sich schnell hin und her bewegt. Drückt man Angriff, wenn der Cursor über der Leiste ist, ist das natürlich ein Treffer, wenn nicht dann nicht, und wenn man den besonders kleinen Bereich in der Mitte der Leiste trifft, sogar ein Critical. Je nachdem, wie weit weg der Zombie war, muss er sich erst mal bis zu einem vor bewegen, vielleicht sogar erst noch umdrehen, was natürlich reichlich Zeit gibt, ihn mit Kugeln zu löchern, wobei bei mehr Abstand die Treffleiste natürlich auch kleiner ist. Hat also ein wenig Risk/Reward mit sich, ob man für eine bessere Trefferchance vielleicht auch mal ein wenig wartet.

Denn ganz so reichlich sind Munition und Heilpuder auch wieder nicht. Schon nicht super rar, aber zu viel daneben hauen würde ich gerade mit den besseren Waffen nicht wollen. Die Allerbesten hebt man sich besser sowieso gegen die wiederholten Bosskämpfe gegen den Tyrant auf. Es ist sogar besser, bei vorhandener Möglichkeit, einfach um viele der Gegner herum zu laufen, statt viele Kämpfe zu riskieren. Natürlich geht man dadurch wieder das Risiko ein, dass der Zombie einen beim Ausweichmanöver doch noch gerade so gegriffen bekommt, oder man in den nächsten etwas daneben rennt, und plötzlich mehrere Gegner gleichzeitig und das auch direkt vor sich hat. Resident Evil Gaiden ist schon nicht ganz so leicht. Die Bewegungsmuster der Zombies sind manchmal schon etwas plötzlich und überraschend flux, sowie die Hit-Detection nicht die sauberste.

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Strukturell geht es natürlich wiederholt von einem Ende des Schiffes zum anderen, um diverse Gegenstände aufzusammeln, die wieder andere Räume aufschließen, oder Storybedingt zur nächsten Cutscene zu hetzen. Das Spiel versucht einem dabei möglichst gute Direktion zu geben. Zum einen gibt es eine Map, bei der der Zielraum rot eingefärbt ist, zum anderen erscheint ein !-Icon, wenn ein Item in der Nähe liegt bzw von einem nahen Gegner gehalten wird (neben wichtigen Items kann das aber auch Heilung oder Munition sein). Dennoch gibt es eine enorme Menge an Backtracking und man kann schon mal die Übersicht verlieren, wie der genaue Weg dorthin noch mal war, oder wo man jetzt schon wieder einen Schlüssel für den nächsten Bereich übersehen hat. Etwas ungünstig ist hierbei vielleicht das Speichersystem. Resident Evil Gaiden hat keine festen Speicherräume/-punkte, sondern an gewissen Stellen des Spieles triggert die Story eine Abfrage, ob man speichern will oder nicht. Egal ob mans nun tut oder sein lässt, nächstes Speichern ist erst wieder beim nächsten Story-Trigger möglich, und es natürlich für den Spieler entsprechend schlecht vorhersehbar, wann und wo dies nun sein wird.

Das Spiel hat also einen kleinen Schluckauf hier und dort, was Backtracking, Speichersystem, Zombieverhalten angeht, und auch hier und dort bei der technischen Seite – es kommt erstaunlich häufig zu Slowdown und obwohl die Musik anfänglich ganz passend ist, spielt das komplette Spiel über nur zwei oder drei Tracks. Aber insgesamt ist es schon eine ganz coole kleine Ablenkung von der Hauptreihe, und Resident Evil auf dem GBC hätte wirklich wesentlich schlechter ausfallen können, als das Endprodukt Resident Evil Gaiden geworden ist.

GameBoy Obscurities: Resident Evil

ava-2064Wo wir mit Haunting Ground schon bei Capcom und Survival Horror waren, befassen wir uns doch mal mit dem Großväterchen des Genres. Nein, nicht Alone in the Dark oder anderen Vorreitern aus den frühen 90ern, sondern mit dem Spiel, welches das Genre popularisiert hat: Resident Evil/Biohazard.

Ein so beliebtes Spiel ist natürlich alle paar Jahre neu released worden, alleine die PlayStation sah zwei weitere Versionen, dann kam es auf den Saturn, PC, später für Unterwegs auf den DS, und natürlich der große Schritt zum kompletten Remake auf dem GameCube, welches wiederum auf Wii, PS4, Xbone und PC gelangte. Nicht ganz so bekannt ist jedoch der erste Versuch aus 1999 Resident Evil portabel zu machen, und zwar für den GameBoy Color. Hauptsächlich deswegen, weil das Spiel ganz wie Resident Evil 2 für GameBoy Advance nie erschienen ist.

Allerdings war es zu gut 90% fertig und großteils spielbar, lediglich das Endgame hätte noch fertiggestellt, sowie einige Spielmechaniken eingebaut werden müssen, doch der Großteil des Spieles ist tatsächlich auf den schwachbrüstigen GBC fertiggestellt worden. Und da vor einigen Jahren unter viel Trara der Prototype ersteigert und im Internet verbreitet wurde, auch wenn es dann nur die absoluten Hardcore-Fans wirklich bespielt haben, kann ich mich doch mal daran versuchen. Es wird sich zeigen, wie gut die Idee war, mein erstes Resident Evil (spielerisch zumindest, die Filme haben wir ja bereits in den Vorjahren alle besprochen) ausgerechnet diese Version sein zu lassen.

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Wobei 90% ein sehr hoch angesetzter Wert ist, der da gern im Internet durch die Gegend kursiert, oder eventuell ist eine Version gemeint, die es so nicht mehr gibt, gegenüber den beiden wirklich dort existenten Prototypen. Denn selbst beim kompletteren der beiden fehlt noch eine Menge. Es kann zwar sowohl das Scenario von Chris wie auch Jill gespielt werden, und im ersten Mansion-Part ist soweit auch fast alles intakt, doch sobald es in den Garden geht, werden die Lücken immer größer, und das Spiel gerät kurz darauf in eine Sackgasse. Um genau zu sein beim Rätsel mit dem weißen und roten Buch. Zwar kann das rote Buch ins Inventar aufgenommen werden, und man findet auch das Buchregal dafür, doch wenn man das weiße entnimmt, taucht jenes nicht im Inventar auf, und auch obwohl Chris munter bemerkt, dass nun eine Lücke im Regal frei ist, kann das rote Buch dort nicht eingefügt werden. Somit öffnet sich die dadurch aktivierte Türe nicht und man steckt bereits kurz in den Guard-House-Part hinein fest.

Ein Hacker hat sich die Mühe gemacht, jene Türe einfach freizumachen, so dass das Spiel weitergespielt werden kann, und es ist zu entdecken, dass tatsächlich jeder einzelne Bildschirm und jeder einzelne Kamerawinkel des Originals im Spiel drin ist. Das ist schon eine enorme Leistung, auch wenn das Sprite-Scaling gern mal dazu führt, dass Chris/Jill zu klein oder merkwürdig schief in den ambitionierten Winkeln zu der Raumdeko stehen. Für die es auch (noch) keine Hit Colission gibt, sprich man kann in den meisten Fällen einfach durch Dinge durch oder zumindest halb hinein laufen, bevor eine unsichtbare Mauer kommt. Auch führt natürlich der kleine und pixelige Screen dazu, dass es eben zu unmöglichen Pixeljagden kommt, wenn es darum geht, genau an der richtigen Stelle und im richtigen Winkel zu stehen, um eine Türe zu öffnen, oder eines der (natürlich nicht mehr auffällig blinkenden) Gegenstände ins Inventar aufzunehmen. Hier hätte es definitiv noch einiges an Finetuning bedurft, um aus Residen Evil GBC ein adäquates Produkt zu machen.

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Was es auch bedurft hätte wären mehr Gegner, denn im Prototype gibt es nur Zombies und sonst nichts. In der Galerie wird man nicht mehr von Krähen angegriffen, die ikonischen Zombiehunde springen einen nicht mehr durchs Fenster an, der Sprite der Schlange in deren ersten Bossraum ist statisch. Das Guard House ist ohne Minischlangen, Bienen oder dem Hai im Keller fast komplett von Gegnern befreit dadurch. Außerdem gibt es zwar Farbbänder und Munition zu finden, jedoch sind jene noch absolute Inventars-Platzverschwendung, da die beiden Knarren endlos Schuss haben, und die Schreibmaschinen ebenfalls unbegrenzt zum Speichern genutzt werden können. Das macht quasi auch die Heilgegenstände unnötig, denn eigentlich sollte man so gut wie nie getroffen werden, da man ja wild um sich schießen kann und nur normale Zombies als Gegner hat, die häufig sogar nur einen gewissen Radius gehen können, und dann einfach unbeweglich stehenbleiben und sich abknallen lassen.

Von daher ist und bleibt Resident Evil GBC ein Kuriosum. Es ist eine beachtliche Leistung, wie weit man tatsächlich gekommen war, das PSX-Original auf ein so kleines Modul eines so schwachen Handhelds zu bringen, doch im Prototypen fehlt es doch noch an viel. Und da Capcom irgendwann den Stecker gezogen hat, werden wir halt nie wissen, ob das noch anstehend gewesene Arbeitsvolumen je wirklich auf dem GBC zu bewältigen gewesen wäre.

Resident Evil: Damnation

ava-1906Vier Jahre nach dem nicht unbedingt super angekommenen Degeneration versuchte man sich bei Capcom und Sony also in 2012 an einem zweiten CG-Film zu Resident Evil, Damnation. Und ich kann schon mal hier sagen, dass er alles besser macht, als der vorige Eintrag.

Diesmal haben wir eine politische Handlung, denn Damnation spielt in einem erfundenen Land der ehemaligen UDSSR, in welchem eine Widerstandsbewegung gegen die harte Regierung kämpft, und sich scheinbar auch nicht davor scheut, die Plaga aus Resident Evil 4 einzusetzen. Mit einem neuen Gimmick allerdings, denn es gibt ganz wie in einem Bienenvolk nun einen, der sozusagen das Königinnenvirus intus hat, und damit die anderen Plaga-Monstrositäten steuern kann. Leon S. Kennedy ist natürlich hierhin geschickt worden, eigentlich hatte er ja Urlaub, wie er uns wiederholt flapsig erinnert, und bleibt selbst dann dort, wenn die USA ihre Einheiten eigentlich abzieht.

Diesmal ist übrigends auch Ada Wong mit dabei, die wie immer von ihrem Standpunkt aus etwas ambitionierter ist, nämlich mit der Regierung verhandelt, oder doch hintergeht, und Leon hilft, aber nicht unbedingt wirklich auf seiner Seite steht.

Letztendlich ist die Geschichte natürlich auch nicht super intelligent. Die Terroristen sind sebstredend eigentlich die Guten, was man sofort weiß, sobald man auf den witzigen Sidekick und den viel zu attraktiven Anführer trifft, als dass dies Charakterdesigns für Bösewichter wären. Die Frau Präsidentin hingegen ist da schon deutlicher eindeutig fischig. Aber dennoch ist die Handlung, vielleicht auch durch den Schauplatz bedingt, diesmal etwas gefälliger als im Vorgänger, da zwar immer noch nicht super speziell, aber nicht mehr ganz so generisch wirkend. Vielleicht hilft es auch, dass sich der Film einfach wesentlich mehr mit ihr zurück hält und noch mehr die Action sprechen lässt, als sein Vorgänger. Selbst kitschige Charakter-Backstory und –Momente, die es freilich dennoch weiterhin gibt, sind rar gesät und schnell vorbei.

Und das ganze Ding sieht einfach viel besser aus. Das Design der Monster ist cooler, der Antagonist ist cooler, die Action haut mehr rein. Super brutal ist der Film immer noch nicht, hat aber eine dunklere Atmosphäre und doch mehr Blut zu bieten, so dass es doch etwas besser kommt, wenn es zu krachen beginnt, weil es diesmal dadurch nicht ganz so gelackt CG-Fake ausschaut. Die Kamerawinkel und –führung sind besser, viel davon auch natürlich schlichtweg weil das hier ein 3D-Streifen war, bei dem man Tiefenwirkung und Popouts ins Publikum haben will, aber selbst eingeebnet führt das noch zu ein paar netten Shots, mit vielen Großaufnahmen, Winkeln vom Boden um die räumlichen Ausmaße besser darzustellen, und auch einigen atmosphärischen POV-Shots. Selbst das Setting ist wesentlich netter anzuschauen, mit dem ganzen alten russisch/osteuropäischen Glanz, den die Straßen der Stadt und deren Untergrund versprühen. Da muss nicht mal alles in ständiger Dunkelheit mehr spielen, sondern auch das Finale gegen die beiden Übermensch-Golems in den lichtdurchfluteten Prunkstraßen kommt richtig gut – und bietet besseren Kontrast zum Blut.

Von daher konnte mich Damnation wirklich wesentlich mehr von sich überzeugen, als das bei Degeneration noch der Fall war. Besseres Setting, bessere Action, bessere Charaktere, weniger Story, bessere Animation (Leon hat hier sogar Mimik verpasst bekommen!), einfach wesentlich mehr Unterhaltungswert steckt im zweiten Resident Evil CG-Film.

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Resident Evil: Degeneration

ava-1900In 2011 gab es die ersten vier Resident Evil Realfilme, in 2013 hab ich den fünften nachgeschoben, doch der sechste und angeblich letzte lässt wiederholt auf sich warten. Doch ist das gar nicht alles, was an Resident Evil so verfilmt wurde, beispielsweise gibt es da aus japanischer Front zwei CGI-Streifen.

Resident Evil: Degeneration machte 2008 den Anfang und spielt… ich nehme mal an nach Teil 2, weil sowohl Claire Redfield und Leon S. Kennedy vorkommen und sich bereits vom dortigen Vorfall kennen, sowie Racoon City bereits in die Luft gesprengt wurde, aber ich denk mal noch vor Resident Evil 4, weil von Ada Wong nichts zu sehen ist und Leon auch jene Ereignisse nicht referenziert. Zumindest soweit ich als jemand, der nie ein Spiel angefasst hat, da den Überblick zu hat.

Nicht das dies so wichtig wäre, Resident Evil ist nicht gerade ein Silent Hill, sondern zeichnet sich mehr durch coole Action und unheimliche Atmosphäre aus, statt gut geschriebener Story oder Charaktere. So auch der Film, der natürlich dennoch eine Alibi-Handlung hat. WilPharma, die aus Umbrella entstanden sind, sind also im Auge der Öffentlichkeit nicht besonders beliebt, was auch daran liegen kann, dass der fette Boss und der britische Zweitgesetzte eindeutig Bösewicht-Archetypen sind. Jedenfalls kommt es auf dem Flughafen, auf dem fetter Boss und Claire zufällig gemeinsam sind, zu einem Ausbruch des T-Virus, was natürlich Claire auch ziemlich auf den Trichter bringt, dass WilPharma die Bösen sind.

Stimmt nur scheinbar nicht, die haben nämlich ein Antivirus entwickelt, welches allerdings bei einem Terroranschlag vernichtet wird, hinter dem angeblich Ex-Forscher Curtis steckt, der der Bruder von Angela ist, die zu einer Spezialeinheit gehört, mit der Leon vorübergehend zusammenarbeitet. Alles kulminiert in einem großen Finale bei WilPharma, wo das G-Virus und T-Virus ausbrechen, an denen dort geforscht wurden, während Claire, Leon und Angela sich rauskämpfen, dafür auch den mutierten Curtis unschädlich machen müssen, nur um den britischen Fiesling verhaftet zu bekommen.

Wie gesagt die Handlung, Charaktere und Dialoge sind jetzt auch in den Spielen nicht gerade Glanzstücke, sondern Resident Evil emuliert schon bewusste B-Horror-Movies und steckt das eben nur in gute Spiele (bis zu einer gewissen Nummer zumindest). Wenn man also das gute Spiel raus nimmt, bleibt man bei einem nicht wirklich guten Film. Deswegen hat mich die nicht unbedingt vorhandene Qualität der Live Action Filme auch nie so sonderlich überrascht.

Aber vielleicht macht Degeneration ja alles besser, immerhin ist es von Capcom (in Zusammenarbeit mit Sony) selbst kommend und direkt im Universum der Spiele angesiedelt. Capcom hat allerdings auch Resident Evil 5 und 6 gemacht, von daher stehen die auch nicht unbedingt für Qualität.

Nun, genug um den heißen Brei geredet, Degeneration ist schon ganz anschaubar wenn es um die pure Action geht. Ob nun Zombies oder G-Mutationen über den Haufen geschossen werden, oder ein Flugzeug ins Terminal crasht, oder der ganze WilPharma-Komplex in sich zusammenfällt. Nur leider ist die ganze Sache etwas arg unblutig geworden, hier hätte man sich doch ein bisschen mehr Brutalität gewünscht. Und die Curtis-Mutation sieht schon etwas zu dämlich aus, um wirklich Respekt einzuflößen.

Dämlich wird es wie gesagt, wenn der Film sich um Charaktere und Story bemüht. Die dünne Alibi-Handlung um WilPharma und neue Virus-Ausbrüche ist sowieso ziemlich egal, mehr stören die kitschigen Flashbacks auf das Leben von eigentlich (natürlich) nicht wirklich Bösen Curtis und seiner Schwester Angela, genau wie der Einfall sie zum Love Interest des steifen Leon zu machen, der den ganzen Film über nur einen einzigen Gesichtsausdruck und Stimmlage kennt, und damit selbst gegenüber den anderen CG-Mannequins noch unechter wirkt.

Mäßige Handlung, dämliche Dialoge, aber ganz brauchbare Action. So viel nimmt sich für mich Degeneration gegenüber den Live Actions ehrlich gesagt nicht. Aber wie bereits erwähnt, Resident Evil minus das Spielerische ist eben jetzt auch kein Burner.

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REtribution

ava-1418Bleiben wir doch kurz bei den Filmen, die einem Scheiße ins Gesicht werfen, mit dem ebenfalls in 3D gedrehten Resident Evil: Retribution. Vor ein paar Jahren habe ich bereits die ersten vier Filme geschaut, und so schnell werde ich die wohl auch nicht los, ist doch eine sechster bereits in Planung, sowie die Option für einen siebten oder ein Reboot da. So sehr sich alle über die Filme beschweren, an den Kinokassen müssen die schon ziemlich erfolgreich sein.

Ich war etwas nervös, als ich den Film begann, da ich schon wieder komplett vergessen hatte, was in den vorigen geschah, sondern wusste nur noch: In Resident Evil dreht der Zentralcomputer durch; in Apocalypse verbreitet sich das Virus über die Stadt; in Extinction über die ganze Welt; und Afterlife hat den niedlichen Schwulen aus Prison Break als Chris Redfield. Dann fiel mir aber wieder ein, dass dies hier ja ein Resident Evil ist, und somit die Story eh keine Sau interessiert. Außerdem wiederholt Alice zu Beginn von Retribution das Nötigste, was zu weniger zusammenkommt, als selbst ich noch wusste.

Milla Jovovich startet also mal wieder einen Resident-Evil-Film fast-nackt und desorientiert am Boden einer neuen Lokalität. Denn Umbrella hat sie mal wieder gefangen genommen, die von ihnen fremdgesteuerte Jill Valentine hat den Auftrag, sie auszuhorchen. Doch Ada Wong greift ein, befreit Milla, und nun sind die beiden auf dem Weg aus der gigantischen Anlage heraus. Von der anderen Seite kommen Leon Kennedy, Barry und ein paar „Dead Men Walking“, um sich mit ihnen zu treffen. Und anscheinend ist Wesker nun bei den Guten, hat er sie doch zur Rettung Millas geschickt, während die Rote Königin, der Supercomputer des ersten Filmes, die Zombies in die Biodome, durch die sich die Trupps kämpfen müssen, schickt.

Ok, bei einem Resident Evil schaltet man sein Gehirn besser gar nicht erst an, und da dies mittlerweile wohl auch den Machern aufgegangen ist, halten sie Handlung und Dialoge zu einem absoluten Minimum. Dennoch bin ich natürlich mal wieder die Nervensäge, die hinterfragt, wo Umbrella in einer weltweiten Zombie-Apokalypse Geld, Energie und Personal herbekommt, um diese gigantischen Anlagen weiterhin voll zu nutzen. Oder wie Milla, nachdem Wesker ihr im vorigen Film die Superkräfte des T-Virus genommen hat, immer noch auf Superheldin machen kann – ja gegen Ende sehen wir X-Ray-Shots von quasi ihrem ganzen Brustkorb zersplittern, im Kampf gegen eine Los Plague, was sie aber mal so gar nicht beim Kampf einschränkt.

Aber wie erwähnt ist es ja eigentlich Blödsinn auf Sinnigkeit oder Kontinuität eines Resident Evils zu achten (Filme wie Spiel übrigens). Ich mochte Retribution nämlich wirklich, denn ich hatten viel Spaß dabei, mir das Ding anzusehen. Wie gesagt kommen Dialoge und Handlung selten in den Weg, sind nur fürs Setup zuständig, welches übrigens sehr Game-y geworden ist: Zwei Gruppen kämpfen sich durch diverse VR-Szenarien (Tokyo, New York, Moskau, Vorstadt), ewig gejagt von Jill Valentine und ihrem Trupp, die als Endkampf herhält. Zudem erkennt man ausnahmsweise auch mal die aus den Spielen gezogenen Charaktere auf den ersten Blick: Jill hat ihren lila Jumpsuit aus RE5, Wesker ebensfalls sein RE5-Matrix-Outift an, Ada ist im roten Cocktailkleid, Barry in der roten Weste, Leon in brauner Lederjacke. Auch was die Zombies angeht, bekommen wir viel Abwechslung geboten: Wir haben die normalen Runner, die Hammer-schwingenden Hühnen, sogar die Los Plague, die mit ihren Militäruniformen und Knarren auf Motorrädern eher wie aus einem Wolfenstein aussehen. Ja sogar ein besonders großer Mutant mischt sich immer wieder ein. Resident Evil: Retribution hat einfach eine gelackte Optik und Non-stop coole Action zu bieten, und viel mehr ist von diesen Filmen nicht zu erwarten: Dummer Unterhaltungswert.

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RE Afterlife

Die Milla Jovoviche attackieren also Umbrellas Hauptquartier unter den Überresten Tokyos. Doch an Albert Wesker beißen sie sich die Zähne aus, der zudem Original-Milla das T-Virus wieder nimmt, und somit auch alle ihre Superhelden-Kräfte, die Superstärke, Superschnelligkeit, Gedankenschild und selbst in der Wüste stets perfekt sitzende Haare und lupenreine Haut zu haben.

Also macht sie sich jetzt auf den Weg nach Arcadia, das verheißene Land in Alaska, wo alle glücklich und ohne Zombies leben können. Finden tut sie’s auch, nur ist dort nichts, außer einer Claire Redfield mit Amnesie. Also geht’s nach Hollywood, wo sie in einem von Zombies belagerten Gefängnis auf weitere Überlebende treffen. Witzigerweise darunter auch der Kerl aus Prison Break, der Chris Redfield sein soll.

Joa, wie zu erwarten sterben die meisten davon auf der Flucht aus dem Gebäude und nur Milla und die beiden Redfields machen es nach Arcadia, welches in Wirklichkeit ein großer Tanker ist, der wie es der Zufall so will im Hafen geparkt steht. Innen drin, wo viel mehr Raum zu sein scheint, als das Schiff von außen betrachtet haben kann, entdecken sie aber nur eine Einrichtung Umbrellas, wo Wesker auf seinem Thron schon mal wartet, bis Milla zum finalen Bosskampf auftaucht.

Vier Filme und ein fünfter soll nächstes Jahr erscheinen. Kasse machen die also alle, auch wenn sich anschließend jeder beschwert, wie schlecht sie sind. Eigentlich kann der Lockname Resident Evil und das Charisma von Milla Jovovich doch nicht genug sein, Leute vier Filme lang geködert zu bekommen. Doch anscheinend ist’s so.

Nun gut, Afterlife also. Nachdem Extinction so gerne Fallout denn Resident Evil gewesen wäre, will Afterlife wirklich unbedingt The Matrix sein. Stylische und für die Thematik viel zu gelackte Action wird hier präsentiert. Viel Bullet Time. Wesker in seinem RE5-Leder-Outfit. Das übliche Matrix-Zeug eben. Aber sonderlich inspiriert waren die Resident-Evil-Filme sowieso noch nie. Apropos RE5-Outfit, dies scheint den größten Einfluss hier gehabt zu haben, denn auch die Zombies sind nun wie dort jene mit den Cthulhu-Mäulern und der Gigant mit der Axt taucht auch auf. Abgesehen davon wird man das Gefühl aber erneut nicht los, dass Afterlife herzlich wenig mit Resident Evil zu tun hat.

Diesmal nahm übrigens wieder der Kerl Platz auf dem Regiestuhl, der dies schon im ersten Teil tat (involviert war er laut Credits allerdings in allen Filmen). Sollte er lassen. Nachdem Apocalypse stumpfsinniger aber meist launiger B-Horror war und Extinction sogar fast ein richtiger Zombiefilm genannt werden konnte, geht Afterlife wieder stärker Richtung Langeweile. Es ist schon schade, dass die Filme letztendlich nie so gut sind, wie die Anheizer-Epiloge in den Vorfilmen einen glauben machen wollen. Ja, häufig bekommt man stilistisch sogar einen ganz anderen Film präsentiert. Abgesehen von den ersten 10 Minuten hat Afterlife nämlich mit dem Ende von Extinction herzlich wenig zu tun. Man sollte fast meinen, der Plan für den nächsten Film wäre noch gar nicht ausgearbeitet, wenn die Enden der Vorgänger entstehen und man hätte gar nicht richtig durchdacht, dass gar nichts auf sie aufbauendes umsetzbar ist. Aber das ist natürlich Blödsinn, Resident Evil ist doch ein Paradebeispiel für Sinn und durchdachtes Filmemachen.

RE Extinction

Trotz des Auslöschens von Raccoon City konnte das T-Virus nicht eingedämmt werden, es hat die Welt im Sturm genommen, die Leute in Zombies verwandelt, Flora sterben, Wasser austrocken lassen. Ganz schöner Allrounder dieses Virus, in den vorigen Filmen hieß es noch, sein Zweck ist es die Toten als Zombies wiederbeleben zu können, was das mit dem Tod von Pflanzen und dem Verpuffen von Wasser zu tun hat, sei dann jetzt mal dahin gestellt.

Die verbleibenden Überlebenden schlagen sich nun also durch diese gesetzlose Mad Max Ödnis. Darunter auch der Konvoi von Claire Redfield, die auf Milla treffen. Jene kann ihnen neue Hoffnung machen, soll doch angeblich Alaska frei von Virus und Tod sein.

Oh ja, nur weil die Menschheit so ziemlich am Ende ist, bedeutet natürlich nicht, dass sich die Umbrella Corp hat auflösen müssen. Nö, die hocken immer noch in ihren unterirdischen Bunkern und machen wissenschaftliches Zeug und so. Unter anderem ist Dr. Evil damit beschäftigt, Milla zu klonen, um aus ihren Genen ein Mittel gegen die Zombies zu schaffen, damit wieder normales Leben auf der Oberfläche möglich ist. Mal abgesehen von der ganzen „Die Welt ist eine Wüste“-Sache, versteht sich.

Die Trupps geraten aneinander, Dr. Evil wird gebissen, schießt sich mit tonnenweise Antivirus voll und mutiert so zur Finalboss-Form, die von Milla und einem ihrer Klone fertig gemacht wird. Niemand, der eine gute Gelegenheit verstreichen lässt, züchtet sich Milla direkt mal ihre eigene Klonarmee, um es Umbrella mal so richtig heiß unterm Hintern zu machen. Albert Wesker, wir kommen – im nächsten Film dann. Sofern jener mehr mit diesem Ausblick-Cliffhanger auf ihn zu tun hat, als Extinction mit seinem am Ende von Apocalypse.

Die Zombie-Apocalypse ist also ausgebrochen (natürlich die selektive Hollywood-Form davon, in der sich Dreck nur in Gebäuden und Kleidern fängt, aber an perfekten Haaren und Haut der Hauptdarstellerinnen abprallt). Während sich Resident Evil also das Grundszenario des ersten Spieles und Apocalypse der beiden Nachfolger holte, ist Extinction inspiriert von… Fallout. Ja, von der originalen Serie könnte man kaum weiter entfernt sein, aber was solls schon. Sinn ergibt das alles auch erneut nicht sonderlich. Warum konnte Milla so lang vor Umbrella versteckt bleiben, wenn sie plötzlich eine Satellitenfernsteuerung für sie haben? Wo kommt das ganze Geld zur Finanzierung des Umbrella-Weiterbestehens her? Warum müssen die ganzen Milla-Klone durch diese Saw-Puzzel gehen, die sei umbringen? Was hat das mit dem Extrahieren einer Heilung zu tun? Woher kommen plötzlich die telekinetischen Superkräfte von Milla? Wird sie im nächsten Film fliegen und so die Erde zurückdrehen können? Fragen, die man sich gar nicht erst stellen sollte, da man spätestens bei der Title Card, die einen daran erinnert, man ist hier in einem Resident Evil, das Hirn abschalten sollte.

Was der Film wie schon sein Vorgänger aber ganz passabel hinbekommt, ist zu unterhalten. Coole Szenen, besseres Budget, knackige Action, eine charismatische Milla Jovovich. Nicht ganz mit dem Tempo vom Vorgänger, dafür ist dann aber auch mehr zu erkennen, wenn was passiert. Stringenter und weniger verwirrend, aber auch etwas Handlungsarm steht er da. Und bisher ist’s der blutigste Teil, wobei er sich in bester Serien-Tradition für Zombie-Horror immer noch ziemlich handzahm hält, mehr Action denn Horror ist. Vielleicht liegt’s auch nur daran, dass ich vor einem halben Jahr Romeros Living Deads gesehen haben. Apropos Zombie Apocalypse, Dat Blorg hat da eine Verlosung zu am Laufen. Hin hin.

RE Apocalypse

Das T-Virus ist also ausgebrochen und hat die Zombie Apocalypse über Raccoon City gebracht. Umbrella hat die Stadt erst mal abgeriegelt und plant das ganze Ding einfach zu finalisieren, in dem sie eine Bombe drauf werfen. Milla und ein paar andere Überlebende, darunter STARS-Mitglied Jill Valentine, müssen also besser mal schleunigst aus der Stadt verschwinden. Ein Prof, der das Virus entwickelt hat, kann ihnen da sogar weiter helfen, aber nur, wenn sie seine Tochter mit raus holen.

Nebenbei ist der einzig andere Überlebende des Vorgänger-Films, der an dessen Ende wegen Infektion ins Nemesis-Projekt gesteckt wurde, auch als Super-Mutanten-Geviech von Umbrella auf die Stadt los gelassen worden, um die STARS-Leute und Milla, die selbst dank Virus-Experimentieren zum Superkämpfer geworden ist, um die Ecke zu bringen.

Und letztendlich endet alles mal wieder damit, dass Milla in einem Labor erwacht und nur mit einem Handtuch bekleidet auf ein weiteres Sequel hintet. Wird das zum Runing Gag der Serie? Der erste Teil endete mit einer sehr ähnlichen Szene, die coolste im ganzen Film, auf die wahrscheinlich allein 80% dessen Magerbudgets geschmissen wurde, die einen geradezu Hoffnung auf ein brauchbares Sequel machte und einen wünschen lies, jenen Film gesehen zu haben, statt des Erstlings. Nach dem Schauen von Apocalypse habe ich immer noch den Wunsch, dieses gehintete Sequel zu sehen. Denn man wird das Gefühl nicht so ganz los, dass da was ganz anderes geplant war, als letztendlich bei rum kam, stilistisch hat das Ende von Resident Evil zumindest gar nix mehr mit dem zu tun, was wirklich in Apocalypse geschieht. Hilft auch nicht, dass jener jene letzten 5 Minuten erneut integriert, nur um Milla dann in der ersten neu gedrehten Szene mit einem ganz anderen Laborkittel und anderer Frisur durch die zerstörten Straßen stapfen zu lassen. Continuity where art thou?

Das ganze Ding will einfach nicht so richtig zusammen passen. Die Apocalypse-Ereignisse nicht zu denen im Erstling, Millas Charakter nicht zum neuen Cast, ja selbst wie ihr Charakter hier portraitiert wird ist von ihm im Vorgänger stark entfernt. Was aber auch einfach daran liegen kann, dass der ganze Film nicht wie ein zusammengehöriges Ganzes, sondern eine konfuse Aneinanderreihung von diffusen Ereignissen wirkt. Eine halbe Stunde in den Film rein weiß man beispielsweise immer noch nicht so wirklich, worum es Handlungs-technisch gehen soll, sondern hat nur eine Menge verschiedener, nur mit viel gutem Willen zusammengehöriger Szenen gesehen, in denen entweder Leute auf Zombies schießen oder Leute von Zombies gefressen werden. Es ist ein schrecklich konfuser Film, bei dem man am besten gleich aufgibt eine Logik hinter dem Ganzen zu suchen. Selbst das bisschen Story, das man sich letztendlich rauszuziehen vermag, ist um so vieles dämlicher, als der erste Film je brachte.

Aber ja, Resident Evil und sinnvolle Handlung ist eh eher nicht was Zusammengehöriges. Wo Apocalypse im Gegensatz zum Vorgänger nämlich punkten kann, ist die Action. Es gibt viel mehr davon, sie ist viel schicker anzusehen – wenn man denn mal was sieht, denn wie viele moderne Action-Filme hat Apocalypse das Problem, dass Schnitt und Kameraführung in den Action Shots plötzlich total auf ADHS gehen und vor lauter schnellem Wechsel, wackeligen Shots und viel zu dunklen Szenen kaum noch was zu erkennen ist -, mehr Explosionen, mehr Zombies, schickere Szenerie und alles sogar mit etwas, was man gut gelaunt als Budget ansehen kann, statt ganz so schäbig auszusehen wie der Vorgänger. Nemesis mal abgesehen, dessen Design ist einfach ziemlich lächerlich, wenn man es 1:1 in einen Live Action setzt.

Im Prinzip ist Apocalypse also der bessere und der schlechtere Film. Zum einen ist er konfus, unzusammenhängend und man will permanent facepalmen, während der erste Film zwar auch keine bestechende Logik inne hatte, aber doch so was wie einen roten Faden, einen klaren Handlungsverlauf, ein nachvollziehbares Ziel verfolgte. Zum anderen werden einem während der ganzen Schwachsinnsfahrt aber immerhin genügend Schauwerte geboten, als das man sich im Gegensatz zum Vorgänger wenigstens nicht darüber beschweren kann, sich wirklich groß zu langweilen.

Resident Evil

Ein Geständnis vorweg: Ich habe nie ein Resident Evil gespielt. Ich bin einfach miserabel in Action-orientiertem Gameplay und Survival Horror ist nun mal nicht dafür bekannt, besonders leicht zu sein. Zumal ich mit Tank Controls eh nicht umgehen kann und es hasse, mich von starken Munitionsbegrenzung nerven zu lassen. Es ist nicht mein Genre, zumindest nicht meines, wenn es darum geht, es selbst spielen zu müssen.

Aber hier geht’s nicht um die Spiele, sondern um den Film. Der auch keines von jenen wirklich nacherzählt (selbst nie gespielt bedeutet ja nicht, dass ich mich nicht zumindest oberflächlich mit der Franchise auskenne), sondern sich stattdessen Elemente und Nods zu jenen herauspickt und daraus sein eigenes Ding macht. Was wohl denke ich mal sowieso die beste Entscheidung gewesen ist.

Milla Jovovich wacht mit Amnesie in einer Villa auf, die wie sich herausstellt der geheime Zugang zum unter Raccoon City befindlichem Geheimlabor der Umbrella Corp ist. Da is nur was schief gelaufen, die die Anlage steuernde AI hat das Gelände geschlossen und alle dort befindlichen Leute zum Tode verurteilt. Also bricht ein Spezialteam der Umbrella Corp ein, um sich mal anzuschauen, was dort los ist, Milla im Schlepptau, weil die irgendwie zu ihnen gehört eigentlich.

Joa, die sich heftig wehrende AI bekommen sie auch ausgeschaltet. Zu dumm nur, dass sie die Anlage aus gutem Grunde versiegelt hatte: Das T-Virus ist ausgebrochen und hat alle dortigen Lebewesen in Zombies verwandelt. Und dann bricht so ein DNA-instabiles Mutationsvieh mit Riesenklauen auch noch aus. Und alles, weil jemand Beweise für Umbrella Corps Machenschaften finden/das T-Virus stehlen wollte. Na wer das wohl war ;P

Resident Evil ist ein dämlicher Film. Da sind wir uns schon mal alle einig. Die Sache ist nur die: Was war denn auch anderes zu erwarten? Nicht wegen „Hurr Durr, alle Gaming-Vermilmungen sind dumm“, sondern in „es ist Resident Evil“! Die Handlung der Spieleserie ist auch saudämlich, die sind die Versoftung reinsten B-Horrors. Klar, mit hohem Budget, aber was die Charakterzeichnung, Handlungsverläufe und Dialoge angeht, sind die Resident Evil Spiele reinster, unsinniger, saudummer, aber spaßiger B-Horror.

Von daher, viel Sinniges war vom Film eh nicht zu erwarten. Aber knackige Action und fiese Zombies schon. Das fehlt leider auch so irgendwie. Das größte Verbrechen, welches Resident Evil (der Film) nämlich begeht ist noch nicht mal, wirklich grottenschlecht per se zu sein, sondern einfach nur unglaublich langweilig. Es fehlen die Schauwerte. Richtig Gore bekommen wir nicht zusehen. Action ist vorhanden, aber spektakulär ist es häufig nicht sonderlich. Atmosphäre kommt schon mal gar keine auf. Und ein Budget scheint der Film auch nicht genossen zu haben, wenn man mal die lächerlichen Special Effects bedenkt. Milla Jovovich als Hot Action Chick, eine Rolle die sie sich seit diesem Film aufs Banner geschrieben zu haben scheint, ist hier und da mal ganz launig, aber damit hört es weitestgehend schon auf.