007 Sunday – Quantum of Solace

ava-1483Es lässt sich den wenigsten Bond-Opening-Credits nachsagen, nicht stylisch oder zumindest interessant anzusehen zu sein. Doch mit jedem Film, den wir uns weiter von den 70ern entfernen, finde ich ja die Nötigkeit von Random Naked Chicks geringer, seit den 90ern eigentlich nur schrecklich fehl am Platze wirkend. Das Opening von Casino Royale (2006) war ja so cool, dagegen wirkt das von Quantum of Solace mit seinen weiblichen Silhouetten und regnenden Bonds wieder wie ein Relikt.

Quantum of Solace ist sozusagen mit den Aufräumarbeiten zu Casino Royale beschäftigt. Bond hat Vesper Lind verloren, durch die Intrigen einer Super-Geheimorganisation, von dessen Existenz das MI6 bisher gar nicht mal wusste. Doch hat Bond am Ende des letzten Filmes ja Mr. White schnappen können, den er mit M nun verhören will. Der lacht sich aber nur ins Fäustchen, hat Quantum doch selbst das MI6 unterwandert bekommen, wodurch ihm erneut die Flucht gelingt.

Bond versucht der Spur zu folgen, die immer wieder droht kalt zu werden, da er eine Eigenschaft hat Leute umzubringen, bevor sie mit Infos rausrücken können, landet jedoch letztendlich bei Camille Montes, deren Liebhaber Dominic Greene sie umgebracht sehen will, da sie ihn nur benutzt um an einen Diktator zu kommen, der ihre Familie auf dem Gewissen hat. Und einen Dominic Greene hintergeht man nicht, ist er doch nach außen hin der karitative Wohltäter, kauft seine Umweltschutzzonen aber wegen ganz anderer Motive, und ist ein ganz Hoher bei Quantum. So plant er beispielsweise momentan ganz Südamerika dadurch zu kontrollieren, dass er den Großteil der Wasserreservoirs sein Eigen nennen wird.

Es gibt mehrere Filme, deren Hauptaugenmerk eine persönliche Vendetta Bonds ist, weil er einen seiner wenigen nahestehenden Menschen verloren hat, häufig auch mit der Frage spielend ob diese fixierte Rachenahme nicht ins Unglück führt. Aber keiner dieser Filme scheint aus jener Prämisse wirklich je viel zu machen, und leider gehört dazu auch Quantum of Solace. Genau wie die moderene Thematik des Wassers, um das vielleicht eines Tages WWIII ausbricht, schnell untergeht.

Was wirklich schade ist, denn es ist ein gewohnt schick inszenierter Film, mit deftiger Action, schnellem Schnitt (und mal wieder ein Bond von unter 2 Stunden!), attraktiven Locations… aber ohne den gewissen Funken. Es gibt einige Bond-Filme, denen merkt man an, dass hier jemand den besten Bond-Film abliefern wollte, den er machen konnte. Und es gibt Bond-Filme, die mehr wirken wie die Obligation eines neuen Filmes alle 2-3 Jahre erfüllen zu müssen. Und nach dem „hier haben sich alle ordentlich ins Zeug gelegt“ tollen Casino Royale wirkt Quantum of Solace eben wieder ein wenig „shoe-horned in“. Kein langweiliger Film, aber auch ohne Ambition.

Bond Girl: Gemma Arterton ist ein non-Charakter, die zwei Sätze mit Bond hat, mit ihm schläft, und dann stirbt. Olga Kurylenko spielt Camille Montes, die alles tun würde, wenn es sie ihrer Rache näher bringt, und der jene immerhin im Finale parallel zu Bonds Kampf gegen Greene auch gegönnt wird. Aber wie so vieles im Film wirkt ihre Story erneut ein wenig emotionslos dahingeklatscht.

Bond Bösewicht: Mathieu Amalric ist Dominic Greene, bringt durchaus gute Leistung, aber ist auch kein herausragender Charakter in der Riege der Bond-Bösewichter, da ist der schmierige Mr. White fast interessanter.

Bond Himself: Ich mag, dass auch Quantum of Solace erneut ordentlich Salz in Bonds Charakterschwächen streut, darauf aufmerksam macht – sein verursachter Body Count wird schon fast zum makabren Running Gag. Doch Craig ist hier wie alles andere auch am Film: Kompetent, ok, aber etwas ernüchternd.

Action: Die Verfolungsszene zu Beginn in Siena ist ein Paradebeispiel dafür, wie man hektisch-schnelle Action-Szenen zu schneiden hat. Solche Szenen sind so hektisch um ein gewisses Gefühl hervorzurufen, sicher, jedoch sollte man immer noch dem Geschehen auch folgen können, eine Sache, die einigen modernen Actionfilmen verlustig geht. Hier nicht. Der Film ist voll mit solchen Szenen (der Kampf simultan zur Oper ist ein weiteres Highlight), letztendlich vielleicht sogar ein oder zwei zu vielen – nicht jeder Kampf muss wackelig gefilmt werden.

bond2008