A Serving of Romance: Welcome to Pia Carrott!!

Ein weiteres Urgestein in Sachen Dating Sims ist die Pia Carrot Reihe. Mit 1996 war das erste Welcom to Pia Carrot bereits vergleichsweise früh im ersten Schub des Genres drin, hat mindestens drei vollwertige Sequel bekommen. Plus Spinoffs und Anime. Unbeliebt scheint es in Japan nicht gewesen zu sein. Wo es allerdings zumindest in Videospiel-Form zunächst verblieb. Mittlerweile kann zumindest jener erste Teil dank einer Fantranslation in Englisch gespielt werden. In seinem Konsolen-Port auf PC-FX.

Das hat mir gleich zwei Erkenntnisse eingebracht. Zum einen, dass es einen Nachfolger zum PC-Engine gab. Mit den diversen Namen, die das System in den unterschiedlichen Regionen und Erweiterungen hatte, ging ich zunächst davon aus, dass PC-FX einfach eine weitere Revision ist. Doch tatsächlich ist das der 1995 herausgekommene 32bit-Nachfolger zum System. Der sich allerdings nicht durchsetzen konnte, während das PC-Engine zumindest in Japan nicht unerfolgreich war. Weiterhin weiß ich nun, dass es ein Irrtum von mir war, anzunehmen, dass alle Konsolenhersteller immer darauf bestehen, den Porn aus den Spielen des weniger regulierten PC-Marktes zu entfernen, wenn sie bei Beliebtheit rüberportiert werden. Denn die Sexszenen gibt es im PC-FX Pia Carrot weiterhin.

Diesmal ist das Setup übrigens ganz wie in Doukyuusei und True Love jenes, dass wir ein Kerl im letzten Jahr der High School sind. Außerdem etwas faul. Mit unserem gutmütigen Vater wird die Wette abgeschlossen, dass der uns einen Urlaub währen der Ferien bezahlt, sollten die Noten stimmen, und wenn nicht helfen wir in seinem Restaurant mit Namen Pia Carrot aus. Es sollte klar sein wie das ausgeht. Witzigerweise fangen dort auch frisch unsere beiden weiblichen Kindheitsfreunde an, die aus dem Prolog bekannt sind, und zwischen denen und dem Hauptcharakter es wohl schon eine Weile romantische Schwingungen gibt, die bisher aber immer ignoriert wurden. Zudem arbeiten dort noch weitere Kellnerinnen und die Geschäftsführerin der Dienststelle.

Ich finde es schon sehr interessant, dass die Safe For Work Dating Sims alle über die kompletten 3 Schuljahre gehen, bis am Abschlusstag sich züchtig die Liebe gestanden wird. Während die drei Eroge Dating Sims bisher alle mehr oder weniger knapp einen Monat Sommerferien abarbeiten. Ich gehe mal davon aus, dass die Hersteller zwar wollen, dass der Spieler etwas für seinen Porn arbeiten muss, aber dann doch nicht zu viel. Gerade bei Welcome to Pia Carrot ist so ein einzelner Durchgang nämlich wirklich flux hinter einen gebracht.

Durch diese stärker abgegrenzte Zeit gehen diese Spiele dann nicht im Wochenrhythmus sondern täglich von statten. Wobei in Pia Carrot doch nur ein mal pro Woche festgelegt wird, an welcher Station man arbeiten will. Also als Bedienung, an der Kasse, beim Spüldienst etc. Das kann aber täglich individuell anders sein statt eine Schicht die ganze Woche übernehmen zu müssen. Außerdem hat man bevor die Arbeit beginnt noch eine weitere Aktionsmöglichkeit. Man kann ein paar Stellen in der Stadt besuchen, oder eine der Frauen anrufen, oder für die Schule lernen. Nur so wird nämlich der Study-Statuswert erhöht, während die anderen davon abhängen, welcher Arbeit im Restaurant nachgegangen wird.

Insgesamt ist das Spiel auch nicht allzu schwer. Natürlich hilft es zu wissen, welche Statuswerte das Mädel der Träume gern trainiert sehen will. Aber ansonsten immer schön die Schichten mit ihr haben und/oder nach der Arbeit mit ihr reden, und die Affinität ist gut eingelocht. Dadurch ist es auch eher unschwer in die Events mit ihnen zu laufen, da ja immer klar ist, wo sie an welchen Tagen eingesetzt werden. Zusätzlich hat man allerdings noch eine kleine Schwester, die einem gerne Infos über die holde Weiblichkeit weitergibt. Gegen einen Preis.

Von der anfänglichen Opening-Animation sollte man sich übrigens nicht abschrecken lassen. Die sieht ziemlich schlecht aus. Allerdings wird man nach dem Prolog bis zu den Credits keine weitere mehr ansehen müssen. Und das In-Game Charakterdesign ist wesentlich hübscher anzusehen. Komplette Sprachausgabe gibt es auch, was sowieso immer ein Plus ist, da es einem die Charaktere und ihre Persönlichkeiten doch immer etwas besser als Text rüberbringen kann in diesen Spielen.

Was den Porn-Anteil angeht, so ist das Spiel übrigens nach heutigen Maßstäben wie viele 90er-Eroge ziemlich Softcore. Man sieht die Mädels halt nackt. Aber eine Vagina ist beispielsweise gleich gar nicht eingezeichnet, so muss da auch nichts gepixelt werden. Und die Spielarten sind alle sehr geläufig, keine von ihnen steht auf sonderliche kinky Sachen. In der Regel beschränkt es sich auch auf eine Szene gegen Ende einer Route, wenn man nicht gerade Reika an die Angel bekommen will. Das ist bei diesen High School Dating Sims allerdings nicht ungewöhnlich, immerhin wollen die eine möglichst geläufige Beziehung darstellen. Schön auch, dass der Hauptcharakter nicht in seinen Gedanken ständig ein vulgärer Creep ist.

Satomi ist eine der beiden Kindheitsfreundinnen. Und diejenige, die behauptet nicht im Restaurant arbeiten zu wollen, nur um es dann doch zu tun. Es ist ziemlich schnell klar, dass die freundliche aber zu einem etwas spröde Dame heimlich nämlich doch Gefühle für einen hat. Obwohl sie sich dafür einsetzt, dass man mit der anderen Kindheitsfreundin Shoko anbandelt. Sie kocht gern, es stellt sich aber schnell heraus, dass sie kein großes Vertrauen in ihre eigenen Kochkünste hat und es deswegen weder selbst noch jemand anderen kosten lässt. Bis man vorbei kommt, um sich als Versuchshamster anzubieten. Überraschenderweise ist das Essen sogar gut.

Die Problematik mit Satomi ist, wie sich herausstellt, dass man bereits einige Wochen vor Spielbeginn auf dem Dach der Schule seine Liebe ihr gegenüber gestanden hat. Satomi hat allerdings abgelehnt, weil sie Angst hatte, einen guten Freund zu verlieren. Deswegen wohl auch das hin und her in ihrer Art einen zu mögen aber doch irgendwie auf Abstand halten zu wollen. Auf dem Arbeitsurlaub in Okinawa bekommt sie dann allerdings endlich ihre Gefühle in den Griff und stellt sich einer möglichen Beziehung. Beziehungsweise legt sich für eine bereit, wenn ihr versteht, was ich meine. Wink wink, Augenzwinker.

Die kurzhaarige und immer in einem adretten Business-Outfit daherkommende Shiho ist die Managerin des Pia Carrots. Sie ist ziemlich strickt mit einem und möchte alles immer geradeheraus haben. Sorgt sich dafür aber auch, denn sie schaut immer mal wieder rein, um zu sehen, ob man sich auch zurechtfindet. Geht man nicht auf den Trip mit den anderen, lädt sie einen sogar zum gemeinsamen Abendessen ein. Sie hat bereits einen Freund, ist ihm Gefühlmäßig aber eher medium eingestellt, was auch dazu führt, dass sie die Beziehung beendet. Woraufhin er sich auf der Straße mit ihr streitet, weswegen Shiho zu einem Date zu spät sein wird.

Wie sich herausstellt hat Shihos Vater selbst ein Restaurant und war sehr strickt. Deswegen ist sie ihrem Familienhaus entflohen. Nur um selbst der strikte Manager im Pia Carrot zu werden. Sie versteht ihren Vater nun besser und hält sich die Option offen, zurückzukehren und dort zu arbeiten. Wenn man mit ihr eine Beziehung beginnt, verwirft sie den Gedanken selbstverständlich und bleibt dem Pia Carrot treu. An der Arbeit legt sie dann zwar wert auf ein professionelles Miteinander, hinter geschlossenen Türen ändert sich dies aber.

Yukiko ist eine der Bedienungen, die aber hauptsächlich an der Kasse arbeitet, und ein Schuljahr unter einem auf eine andere Schule geht. Sie ist sehr höflich und freundlich und immer sehr hilfreich einem zu zeigen, wie alles funktioniert. Ihr Grund im Pia Carrot zu beginnen war wohl schlicht, weil sie die Uniformen so süß fand (von denen man am Anfang eine von dreien raussuchen darf, wobei mir nur die gelbe gefällt). Auf der Straße wird man in eine bebrillte Version von ihr rennen, wie das Anime- und Superman-Logik allerdings vordiktieren, erkennt man ihre Bücherwurm-Undercover-Variante allerdings nicht. Wenn man sich vom besten Freund des Hauptcharakters auf die Comiket schleifen lässt, entdeckt man sogar eine dritte Evolution: Sie im Samurai Shodown Cosplay beim Dojinshi-Verkauf.

Tatsächlich ist sie von Natur aus ein nerdiger Otaku, die sich allerdings in einen Kerl an ihrer Schule, Kensuke, verschossen hatte. Der lehnte sie wegen ihres Mauerblümchen-Outfits ab, weswegen sie sich extrovertierter zu geben und attraktiver zu kleiden begann. Woraufhin Kensuke einem gegenüber jetzt schon behauptet, Yukiko würde ihm gehören, so ganz als Objektbesitzanspruch. Die Sache wird sogar leicht Rapey, bis man Yukiko aus der Situation heraushilft. Letztendlich macht sie es Kensuke aber klar, dass sie nun doch nichts mehr von ihm will und stattdessen eine Beziehung mit dem Spieler anfängt.

Bei Yukari, dem Geheimcharakter, wird es etwas merkwürdig. Yukari Tachibana wird einem als ältere Dame vorgestellt, die es ordentlich drauf hat. Beim Küchendienst trifft man dann allerdings tatsächlich auf eine alte Frau mit Namen Tachibana. Die vom Spiel mal Yukari und mal Kaori genannt wird. Tatsächlich erzählt sie einem, dass sie mal ein echt aktives Nachtleben in ihrer Jugend hatte, und fragt einen gern darüber aus, wie man mit den anderen Mädels so steht. Sozialisiert man hauptsächlich mit ihr, fängt sie allerdings an, nach Hobbys etc zu fragen, um zu sehen, ob man mit ihrer Tochter kompatibel ist.

Da man dann auch anfängt in ein schüchsternes Schulmädchen zu rennen, die einen regelmäßig zu stalken scheint, ist klar, was los ist. Die alte Kaori Tachibana ist natürlich keine Kandidatin für die ewige Liebe, sondern ihre Tochter Yukari Tachibana. Ich gehe mal davon aus, dass die Fantranslation einfach manchmal den falschen Namen zieht, wenn man mit Kaori interagiert und sie versehentlich Yukari nennt. Ich mag ehrlich gesagt die süßliche Stimme von Yukari nicht sonderlich, und sie agiert auch etwas kindisch. Bevor ich ihre Route einging, weil man sie auf den anderen ja nie antrifft, kannte ich eben nur ihre Optik und ging ihr darauf basierend nach. Jedenfalls spielt die Mutter noch etwas Vermittlerin und am Ende wird man Yukaris in einem Bären-Onesie gekleideter Freund.

Reika ist die vollbusige Bedienung, die bereits eine Unistudentin ist. Außerdem hat sie mit 3 Jahren die meiste Erfahrung damit, beim Pia Carrot zu arbeiten. Sie ist von Anfang an ziemlich flirty und auf einen eingeschossen, wobei man zunächst nicht sagen kann, ob sie einen nur aufzieht. Interessanterweise scheint es wichtiger zu sein, sie regelmäßig anzurufen, statt die Statuswerte zu verbessern. Jedenfalls lädt sie einen irgendwann in eine Bar ein, trinkt sich etwas an, man landet in einem Love Hotel und sie gesteht ewige Liebe, behauptet bis zum aktuellen Abend noch Jungfrau gewesen zu sein. Die nächsten Abende wird der Fick im Hotel dann zum Nach-Hause-Geh-Ritual.

Stellt sich heraus das ist alles gelogen. Reika hatte gerade frisch mit ihrem Freund schluss gemacht. Sie war einsam und hat sich deswegen an einen rangeschmissen. Ohne wirklich etwas groß zu empfinden dabei. Dummerweise hat sich herausgestellt, dass sie doch Gefühle für ihr menschliches Sexspeilzeug zu entwickeln begann. Weswegen sie sich zunächst distanziert, aber auf dem Okinawa-Trip gibt es eine ordentliche Aussprache und dann ist alles gut. In ihrem Ende hat man dann sogar endlich ein richtig ernsthaftes Date mit ihr.

Der Rest:
Saori ist ein Schulmädchen, die eine hässliche grüne Frisur hat und einen barsch angeht, wenn man sie trifft. Wer ihr nicht weiter nachgeht, wird sie dann nie wieder antreffen, weil sie nicht im Pia Carrot arbeitet. Und wer will nach so einem Einstieg schon noch wissen, wie es mit ihr weitergeht?

Shouko ist die zweite Kindheitsfreundin, um die das Spiel so einen Trubel macht. Sie steht allerdings ganz eindeutig auf den Hauptcharakter und schmeißt sich richtig ran. Ich persönlich konnte jedoch ihre Stimme nicht ertragen.

Kiyomi ist nicht nur eine Lehrerin, sondern auch Cousine des Protagonistens. Danke, die nächste. Das wäre mit Rumi sogar noch schlimmer, da sie die jüngere Schwester des Hauptcharakters ist, die man aber scheinbar dennoch daten kann. Nein danke, da überzeugt es mich auch nicht, wenn sie die Comiket im Succubus-Cosplay angeht, in dem sie wenigstens nicht ganz so kindisch aussieht.

True Love, or how to find it between the legs of ten women

In meinem Dating-Sim-Rückfall bin ich kürzlich darauf aufmerksam geworden, dass ich tatsächlich zwei sogar englischsprachige Vertreter übersehen hatte, die schon seit Ewigkeiten bespielbar sind. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings mal wieder anbringen, dass es gar nicht so einfach ist, jene herauszubekommen. Immer wenn nach Dating Sims gefragt oder kategorisiert wird, sind die Listen nämlich angefüllt mit Romance Visual Novels ohne Ende. Die sind Ok, aber wenn ich ein Dating Sim spielen will, will ich eben kein Visual Novel spielen. Das ist dann doch nicht ganz das Gleiche.

Das hier vorliegende True Love (teilweise auch nach seiner exe als True Love 95 bekannt) ist sogar was ganz Besonderes, denn es ist ein hochoffizielles West-Release eines japanischen Spieles, was bei Dating Sims so gut wie nie vorkommt. Und das sogar bereits in den 90ern, es ist also ein richtiger Klassiker. Liegt wahrscheinlich daran, dass es ein 18+ Vertreter des Genres ist und einen nicht allzu sehr dafür arbeiten lässt, jene sehen zu dürfen. Es ist jedenfalls wesentlich weniger kompliziert als Doukyuusei hier mit einer Dame im Bett zu landen.

Das ist die richtige Grundeinstellung

Mir geht natürlich die Ironie dabei nicht ab, dass ein Spiel, bei dem man sich durch die Schlafzimmer eines Dutzend Mädels schwingen kann, ausgerechnet den Titel Wahre Liebe trägt. Kann man sich natürlich theoretisch drehen, wie man will. Es benötigt eventuell etwas Zeit und Sampling, um herauszufinden, wer wirklich die wahre Liebe ist und wer nur ein Schwarm war. So oder so ähnilch präsentiert es das Spiel dann auch, da den Designern die leichte Diskrepanz wohl nicht entgangen ist. Obwohl der Text mal in die eine oder ander Richtung schlägt und sich nie so ganz sicher zu sein scheint, ob es hier jetzt erbaulich um die Liebe geht, oder doch möglichst krass vulgär geredet wird.

Wobei ich denke, dass hier die Übersetzung mit dran schuld ist. Es ist zumindest nicht ungewöhnlich, dass Hentais in der Lokalisation anzüglicher gemacht werden, als die Originale teilweise sind. Die Vaginas scheinen beispielsweise eher nachträglich eingezeichnet, um den Sex weniger Softcore zu machen (was klar auch durch japanische Zensurgesetze im Original bedingt war). Eher auffällig ist da die Übersetzung an sich, in der der Hauptcharakter mal wie ein total Hormon-gesteuerter Notgeiler wirkt, und dann doch wieder der nette Junge von Nebenan zu sein scheint.

Freundliche aber direkte Ablehnung

Da wird schon mal in der gleichen Textbox zuerst der luftige Euphemismus „Geheimer Garten“ verwendet, nur um im nächsten Satz stattdessen die Bezeichnung „Fotze“ zu nehmen. Dass der Hauptcharakter den Mitschüler Toshio nicht leidern kann, weil der so ein vulgärer Player ist, wirkt in der Lokalisation zumindest leicht heuchlerisch, weil er selbst oft genauso zu denken scheint. Ich persönlich bin mir auch eher unsicher, ob es der Erotik wirklich dienlich ist, dass Unterwäsche beständig als „Knickers“ bezeichnet wird. Aber ich bin auch kein Brite.

Spielerisch dürfen wir mal wieder jeden Tag entscheiden, welcher Aktion nachgegangen werden soll, um einen der damit zusammenhängenden Statuswerte zu erhöhen. Dies sogar für drei Zeitlots je Tag. Amüsant ist das, sobald man wiederholt das Selbe gemacht hat, einem eine Gottheit in der Nacht aufsucht, und einen ordentlichen Bonus gibt. Am Ende alle Statuswerte auf Maximum zu haben, ist wirklich nicht schwer. Was es um so einfacher macht, jede der Damen am Ende dafür bereit zu haben, die Liebesbekundung des Spielercharakters anzunehmen.

Die wichtigste Entscheidung im ganzen Spiel

Sie zu daten ist allerdings etwas komplizierter und gleichzeitig ganz simpel. In True Love kann man die Auserwählte leider nicht einfach anrufen, um zu fragen, ob sie am Sonntag ins Kino will. Stattdessen kommt es darauf an, an welchem Tag man welche Aktion macht und wie die Statuswerte stehen, ob man automatisch in ein Event mit den Mädels läuft. Von denen einige allerdings auch nur randomisiert triggern. Nur so kann man mit ihnen Abhängen, und nur in ihnen wird man eventuell die Option bekommen, für später ein Date auszumachen. Das macht das Spiel natürlich etwas obtus, da es sich erneut so anfühlt, als hätte man wenig Einfluss darauf, ob und wen man trifft und dies teilweise auch rein vom Glück abhängen kann. Netterweise sagt einem das Spiel zumindest, wenn man an einem Tag jemandem ein Date versprochen hat, damit dies nicht vergessen wird.

Von der Zeitspanne her deckt True Love ebenfalls knapp die letzten Sommerferien vorm Ende der High School ab. Auch wenn die Lokalitsation hier wieder was ändert und ob des Altersproblems davon redet, hier wären alle an der Universität. Plus ein paar Wochen vor und nach den Ferien an sich, so dass insgesamt knapp 3 Monate abgedeckt sind. Das ist natürlich nicht viel Zeit, um ganze 10 gewinnbare Charaktere auszuarbeiten. Es gibt dann auch tatsächlich nicht viel pro Mädel zu sagen. Hilft sicherlich nicht, dass es gleich drei austauschbar aussehende langhaarige Brünette im Cast gibt. Das kantige Charakterdesign allgemein ist in vielen Einstellungen jetzt auch nicht so sonderlich hübsch anzusehen. Passt zum Rest des Spieles: Passabel aber nichts besonderes.

Mikae ist die übliche Kindheitsfreundin, die man seit Ewigkeiten kennt. Mit der man sich neckt, aber eigentlich hat sie doch was für einen übrig. Was man gut daran sieht, dass sie sehr schnell eifersüchtig wird, wenn man mit einem anderen Mädel anbandelt. Das geht so weit, dass sie trotz keinem großen Interesse damit droht mit Toshio auszugehen, der schon ganz Andere unglücklich gemacht hat, wenn man zum finalen Date mit ihr Nein sagt. Geht man dorthin, was gleichzeitig auf ihren Geburtstag fällt, darf man halt gestehen selbst ebenfalls mittlerweile Gefühle entwickelt zu haben. Das Ende offenbart, dass man sich dafür entschieden hat auf das gleiche College zu gehen (hier hat die Lokalisation vergessen, dass angeblich ja schon ne Uni besucht wird) und stellt sie zum Neujahr endlich offiziell den Eltern als zukünftige Ehefrau vor.

Remi übernimmt den anderen Archetypen dieser Spiele, nämlich den Overachiever, die einem erst nachdem die eigenen schulischen Leistungen gut sind, überhaupt bereit ist Aufmerksamkeit zu schenken. Außerdem stehen sich Remi und Mikae als einzige Mädchen exklusiv zueinander, da Mikae einem sauer ist, sollte man Remi am Ende daten. Konnte ich eh nicht, weil ich in den finalen Schultest trotz super Statuswerte nicht hoch genug gerankt war, als das Remi überhaupt jenes Dates vorgeschlagen hätte. Neben den super Noten kommt sie zudem aus gutem und reichen Hause, scheint einen sehr übervorsorglichen Vater zu haben. Sie ist zudem Schülerratspräsidentin und der Vizepräsident hat ebenfalls ein Auge auf jeden, der ihr zu Nahe kommen will.

Miyuki ist die Künsterin in der Riege, die man trifft, wenn man viel malt und die dann auch entsprechend die Kreationen begutachtet. Zudem schlägt sie irgendwann vor, dass man für sie doch modeln könnte, da sie Probleme mit der männlichen Form hat. Die sieht man selbstverständlich in kleiner Badehose am Besten (laut Spiel ist der Hauptcharakter im Schwimmteam und gut trainiert btw). Da dies im Appartment, wo man alleine wohnt, gemacht wird, ist klar, wo die ganze sexy Nacktheit hinführt. Laut Ende geht man dann anschließend auf die gleiche Kunsthochschule. Während man selbst Designer ist, wird sie Modeschneiderin und trägt gern mal die eigenkreierte sexy Unterwäsche.

Mayumi trifft man mehrere Male in der Nähe von Love Hotels oder Geschäften, die getragene Mädchenunterwäsche verkaufen, an. Man kann sich den Rest denken, besonders da sie zunächst sehr ausweichend reagiert. Doch gesteht sie später ein, dass sie zwar dran gedacht hat, es aber nie durchziehen konnte. Ein Lehrer hat sie dort allerdings auch wiederholt gesehen und versucht sie damit zum Sex zu erpressen. Aus der Situation hilft man ihr zusammen mit einer Lehrerin. Dennoch verstört es sie genug, als das sie zunächst nicht mehr bei der Schule auftaucht. Später kommt sie zurück, hat allerdings ein Selbstwertproblem. Hilft man ihr darüber hinweg, schafft sie es am Ende sogar zum Model.

Chiemi ist ebenfalls ein Teil des Schwimmteams. Da sie sportlich-durchtrainiert ist und einen Kurzhaarschnitt trägt, besteht sie gern darauf, dass sie nicht besonders Mädchenhaft ist. Man entdeckt dann allerdings nach und nach auch ihre feminine Seite. Wenn sie zum Beispiel Angst for Insekten hat. Als Wettstreit schwimmt man mit ihr eines Tages zu einer nahen Insel rüber, auf der sonst keine Menschenseele ist, was die perfekte Gelegenheit für ein wenig Personennahverkehr darstellt. In ihrem Ende haben beide ein Sport-Stipendium und sie hat es im Gegensatz zum Schpieler sogar zur Olympiaschwimmerin gebracht. Kudos an True Love, dass es sich nicht davor fürchtet, den Mädels die größere Karriere zuzuschreiben.

Misako geht nicht auf die gleiche Schule, sondern ist eine erwachsene Frau, die man immer mal wieder auf den nächtlichen Straßen trifft. Irgendwann geht es dann in eine Bar drinken und man landet zusammen in einem Hotelraum. Was ein wenig beidseitiges Ausnutzen ist, sie das man leicht angetrunken ist, und man selbst das sie sich über den Freund hinwegtrösten will, der sie frisch verlassen hat. Jedenfalls besteht Misako darauf, dass dies nur ein One Night Stand war. Wie das Schicksal so will, trifft man sie später allerdings dennoch wieder, wenn sie die Vertretung der Schulkrankenschwester übernehmen muss, was promt erneut in Sex endet. Am Ende muss man dann fanatisch nach ihr suchen, da sie danach erneut verschwunden ist. Sie wird später eine voll ausgebildete Krankenschwester während man ein Jahr drifted und dann auch die Medizinschule besucht.

Ryoko ist eigentlich ein bekanntes Idol, welches ihren Ruhestand angekündigt hat, und dann eines Tages bei einem als normale Schülerin auftaucht. Sie macht es wie Clark Kent und meint eine Brille zu tragen reicht, auf dass sie nicht erkannt wird. Sie ist sich noch nicht im Klaren darüber, ob sie nur eine Karrierepause einlegen soll, wie ihr Bruder und Manager gerne hätte, oder tatsächlich dem Business den Rücken zukehren soll. Ihr Bruder meint sogar ziemlich ehrlich, dass der angebliche Ruhestand eigentlich nur als Marketing geplant war, um sie ins Gespräch zu bringen und später eine fulminante Rückkehr feiern zu können. Man selbst schaut natürlich durch ihre Verkleidung und versichert ihr, dass es nichts für einen ändert, ob sie ein berühmtes Idol oder doch nur eine normale Schülerin ist. Am Ende wird aus ihr dann eine Schauspielerin und man selbst arbeitet ihn der Agentur, in der sie unter Vertrag ist.

Arisa ist ein ziemlich junges Mädchen, welches man während des Schwimmens im Ozean vor dem Ertrinken rettet. Und sie ist sofort in einen verliebt. Etwas später finden wir sogar heraus, dass sie die kleine Schwester vom eigenen besten Freund Kazuhiko ist und ihn immer über einen schwärmen gehört hat. Sie kommt gern mal vorbei, um ungestört Videospiele spielen zu können. Wie gesagt wohnt man alleine in einem Appartment, was früher oder später zur hormonellen Zwischenmenschlichkeit führt. Der eigene Charakter macht dabei auf ihrer Route gern Witze darüber, dass er einen Lolita-Komplex hat. Was im West-Release wieder wenig Sinn macht, da die Charakter ja alle gealtert wurden. In Bezug auf das Original schon, was es nicht besser macht. Das Ende versucht sich dann auch damit rauszuschreiben, in dem es versichert, dass sie eigentlich noch Jungfrau ist und man wartet, von ihr lediglich Blow- und Handjobs bekommt. Das ist für Japan der 90er dann wohl gut genug.

Yumi, beziehungsweise Miss Yumi, ist die Lehrerin des Hauptcharakters. Sie ist sehr umsichtig und um die schlechter gewordenen Noten bedacht. Scheint außerdem den arroganten Lehrer zu daten, der Mayumi misshandeln will, hilft dann bei ihrer Rettung. Wie sich herausstellt hat der das schon vorher gemacht und Yumi sich ihm genähert, um ihn überführen zu können. Nach einigen weiteren Treffen untereinander, bei denen sie einen auf den Lernfortschritt prüft oder auf nächtlicher Straße nach Hause schickt, gesteht sie sich dann aber ein, dass sie Gefühle für einen hat. Sie möchte allerdings dennoch bei einem klaren Schlüler-Lehrer-Verhältnis bleiben. Offiziell miteinander ausgehen wird man deswegen erst, nachdem man abgegangen ist und ein Schriftsteller wird.

Zu jedem Spiel gehört ein Geheimcharakter und der von True Love ist Anze. Eines Abends bei Regen kann man eine Katze finden, die man ihrem Schicksal überlassen oder mit ins Apartment nehmen kann. Wer sie mitnimmt und immer brav füttert, bekommt plötzlich ein Catgirl vorgesetzt. Das eigentlich ein Engel ist, welcher verwunschen wurde als Katze sein Dasein zu fristen. Die Liebe des Hauptcharakters kann ihr allerdings Absolution gewähren. Dazu gehört auch, die Angel Wings gekauft zu haben, um sie ihr übergeben zu können. Man füllt Anze dann noch ein wenig mehr mit Liebe auf, wenn ihr versteht, was ich meine. Augenzwinker. Und schon entfleuch sie gen Himmelreich und löscht noch schnell das Gedächtnis vom Hauptcharakter. Am Ende darf man sich allerdings an sie zu erinnern versuchen und sie kommt zu einem als Mensch zurück. Steht aber weiterhin auf Costume Play exotischer Tiermädchen.

Damit machen die Mädels die runde Zahl 10 voll. Es gibt aber noch einen anderen Charakter. Der anders funktioniert. Am letzten Tag, bevor man ausgeht, um seine Liebe einer der Damen zu gestehen, ruft einen der beste Freund Kazuhiko nach draußen. Er gesteht, dass er sich in den Hauptcharakter verliebt hat. Das wollte er nur von der Seele haben. Tatsächlich gibt das Spiel einem allerdings die Options zu sagen, dass ja, man liebt ihn auch. Ein langwieriges Ende oder gar Bonus-Bild mit ihm gibt es zwar nicht, nur kurz gesagt das man also von nun an zusammen ist. Aber schon schön, dass True Love dies nicht als Witz oder so verpackt, sondern einen legitim schwul sein lässt, wenn man Kazuhikos Gefühle annimmt.

In Search of a Good Time: Doukyuusei

Elf Corporation ist ein Eroge Hersteller, der von 1988 bis 2015 aktiv war. Eroge steht für Erotic Game, sprich Porn Videospiele. Tatsächlich waren aber gerade ihre Spiele der 90er enorm beliebt, weil sie sowohl solides Gameplay als auch interessante Handlungen und Charaktere boten, zusammen mit attraktiven Designs. Das führte dazu, dass nicht nur viele davon in Anime gefasst, sondern beispielsweise auch relativ häufig auf Konsolen portiert wurden. Für die obligatorisch die sexy Szenen rausgenommen oder entschärft werden mussten. Es spricht also für die Spiele, dass sie auch ohne den Porn-Anteil funktionierten. Bekanntere Werke von Elf sind beispielsweise die Dragon Knight Reihe, Yu-No oder Words Worth.

Eine ganz spezielle Besonderheit findet sich allerdings auch in der Bibliothke von Elf: Das allererste Dating Sim. Zumindest wird Doukyuusei regelmäßig als solches bezeichnet, vielleicht mit einem Addendum, dass es ein paar frühere Proto-Spiele gibt, die nicht ganz klassisch Dating Sim sind, aber Elemente enthalten. Das 1992 aufs PC98 und DOS aufgeschlagene Doukyuusei, was sehr Google-unfreundlich ist, da es übersetzt schlicht „Klassenkameraden“ bedeutet, hat sich auch keiner wenigen Beliebtheit in Japan erfreut. Es wurde das Jahr darauf auf die anderen beiden japanischen Heimcomputer X68000 und FM Towns gehievt, durfte 1995 und 1996 auf PC Engine und Sega Saturn sein Konsolendebüt feiern, und bekam auch ein paar Windows-kompatible Re-Releases. Anime, Mahjong-Spinoff-Games, und einige Sequels folgten.

Dabei muss man sich immer vor Augen halten, dass das Spiel noch zwei Jahre vor Tokimeki Memorial erschienen ist. Die Genre- und Gameplay-Normen, die durch dessen Extremerfolg bei den meisten nachfolgenden Dating Sims zu finden waren, hatten sich natürlich noch nicht etabliert. Was Doukyuusei gerade so interessant macht, ist nämlich, dass es tatsächlich ein komplett anderes Gameplay bietet, um sich an die holde Weiblichkeit ranzuwerfen. Das grundlegende Setup ist, dass wir einen Kerl steuern, der in den Ferien seines letzten Schuljahres steckt. Es sind noch knapp 20 Tage übrig, bis der Ernst des Lebens wiederbeginnt, und da bietet es sich doch an, endlich mal eine Romanze am eigenen Leibe erfahren zu dürfen.

Die Norm für drei Jahre eine japanische High School zu besuchen ist also bereits schon Mal gebrochen. Aber auch das von TokiMemo standardisierte Gameplay verschiedene Statuswerte zu trainieren und Dates zu planen wird man in Doukyuusei nicht finden. Stattdessen ist das Spiel ziemlich free roam, ja hat geradezu Züge von Open World. Es lässt einen nämlich frei die komplette Stadt begehen. Jedes Mal, wenn eine der mehrere Dutzend Grundstücke betreten wird, vergehen automatisch 15 Minuten der Zeit. Davon abhängig, wann man wo auftaucht, mag es dort eventuell gar nichts zu tun geben, einige Gebäude halten auch nur Joke Charaktere bereit. Aber im Idealfall rennt man natürlich einem der vielen Mädels und Frauen über den Weg. Einige größere Lokalitäten sind sogar noch mal unterdividiert. Beim Schulgelände kann beispielsweise noch separat zum Pool im Hinterhof oder das Hauptgebäude betreten und in alle Klassenzimmer geschaut werden. Auch das kostet natürlich immer etwas Zeit.

Tatsächlich fällt mir nur eine Spielefranchise ein, die dieses Gameplay so auch bietet, wenn auch in einem kleineren Rahmen. Die Influenz ist allerdings auch in anderen zu spüren. Imadoki no Vampire lässt einen auch die Stadt erkunden und in Nebencharaktere rennen. In Storm Lover wählt man zumindest den Weg aus, den man morgens zur Schule nimmt, und kann so in andere Kerle rennen. Aber das ist alles nur so kleines Beiwerk, während der Bulk immer noch das TokiMemo-Gameplay ist. Doch dann gibt es da noch Sakura Wars. Die Spiele geben einem immer mal wieder neben den SRPG-Kämpfen und den Visual-Novel-Storyparts ein paar Free Time Segmente, in denen man für eine Stunde oder zwei das Theater und die umliegende Stadt erkunden kann. Um dort dann in optionale Events mit den Mädels zum Steigern deren Zuneigung zu rennen. Und auch dort geht mit jeder Interaktion ein Teil jener frei verfügbaren Erkundungszeit flöten. Sakura Wars hat sogar ähnliche Icons wie Doukyuusei, wenn es darum geht, weitere Interaktion mit ihnen einzugehen, wie sich Dinge genauer anzusehen oder das Gespräch fortzusetzen. Nur das es eben bei Doukyuusei einzig und alleinig das komplette Gameplay ausmacht: Durch die Stadt wandern und hoffen in die richtigen Charaktere zu laufen.

Von daher kann ich auch gut sehen, warum diese Art des Gameplays nicht zum Standard im Genre geworden ist. Es wirkt etwas arg zufällig und uninvolviert. Ich gehe natürlich schon davon aus, dass der eigentliche Gedanke dahinter ist, sich Notizen zu machen, welche Mädels wann und wo anzutreffen sind, um sie gezielt in Gespräche und Dates verwickeln zu können. Wann gehe ich an den Bahnhof, wann aufs Dach der Schule, um mit Mai zu reden, welche Antworten mag sie, und wann kann ich sie dann ins Cafe oder Kino einladen. Doch für mich persönlich fühlt sich das Gameplay von Tokimeki Memorial einfach an, als würde ich auch wirklich was machen, als hätte ich als Spieler die komplette Kontrolle. Ich vereinbare gezielt telefonisch Dates, ich entscheide selbst welche Statuswerte wann und wie trainiert werden. Bei Doukyuusei fühlte ich mich eher so, als würde ich kopflos durch die Gegend laufen und darauf hoffen, dass das Spiel da mitspielt und mir Mädels vor die Füße wirft. Vorzugsweise so, dass ich sie in ein längeres Gespräch verwickeln kann, statt das sie nach dem Austausch von Begrüßungsfloskeln bereits weitermüssen.

Um das Stadtviertel belebt wirken zu lassen und sicherzugehen, dass der Spieler nicht zu häufig in leere Lokalitäten läuft, braucht es selbstverständlich einen großen Cast an Charakteren. Ich fand es ja immer interessant, dass Tokimeki Memorial gleich mit einem ganzen Dutzend an Mädels aufwartet, wenn bei Dating Sims anschließend schnell zum Standard wurde eher die Hälfte zu bieten, um jene dann auch besser ausarbeiten zu können. Für Doukyuusei macht es dann selbstverständlich schon mehr Sinn, dass ganze 14 Eroberungen eingebaut wurden. Plus weitere wiederkehrende Charaktere, wie ein paar Kerle, die ebenfalls auf der Suche nach der Liebe sind, und die Joke Charaktere, die einige Häuser bewohnen, um einen Nonsense entgegenzuwerfen oder Zeug zu verkaufen. Sowieso interessant, dass der Name des Spieles ungefähr so viel wie „Klassenkameraden“ bedeutet, denn es gibt neben den Mitschülerinnen auch reichlich attraktive ältere Frauen anzutreffen, und zwar nicht nur die Lehrerin und Schulkrankenschwester.

Besonders hervorstechend ist hier natürlich das Charakterdesign. Wenn der PC-98 für ein was bekannt ist, dann für die attraktiven Pixelart-Grafiken, die man darauf produzieren konnte. Die Damen in Doukyuusei haben große und schön sowie sehr unterschiedlich designte Sprites, die einen zumindest regelmäßig anblinzeln, wenn auch sonst nicht animiert sind. Es ist schon klar, warum bei solchen Designs die Elf-Spiele sich so großer Popularität rühmen konnten. Sprachausgabe gibt es zumindest in der PC-98-Version dafür allerdings noch nicht, außerdem muss immer mal wieder zwischen den 9 Floppy Disks gewechselt werden, im Gegensatz zu den Konsolenports hält diese Variante dafür aber auch sexy Einlagen bereit. Der geneigte Spieler muss sich also überlegen, ob Sprachausgabe und keine Disk-Wechsel aufwiegen keine Softcore-Erotik präsentiert zu bekommen.

Auch finde ich es von der Natur der Sache aus nicht so schlimm, sollte man in Doukyuusei ohne eine feste Beziehung enden. Immerhin hat man hier nicht ganze 3 Schuljahre auf ein Mädchen hingearbeitet, nur damit sie einem am Ende sagt, man solle doch lieber Freunde bleiben. Das Spiel geht nur für knapp 3 Wochen, wer kann da schon mit einer Beziehung rechnen? Und am Ende hat man doch ein paar schöne Erinnerungen gemacht und tolle Sommerferien verbracht, während derer man mit einem dutzend attraktiver Damen ausgegangen ist und ein bisschen sexy Times mit ein paar davon vorweisen kann. Da gibt es definitiv schlimmere Sommer.

Ich persönlich fand Doukyuusei zu spielen auf jeden Fall recht interessant. Zum einen natürlich, um das erste richtig vollwertige Dating Sim zu erleben, nachdem ich dem Genre in den letzten Jahren doch etwas verfallen bin. Umso mehr, weil es vor dem Einsetzen diverser Genre-Konventionen erschienen ist, und deswegen so viel anders ist vom Gameplay her, als ich das gewohnt war. Zuguterletzt habe ich auch nicht gerade viel Erfahrung mit dem PC-98 oder Spielen von Elf, dies ist also ein weiteres interessantes Eintauchen in Neues gewesen, und ich war von den gelieferten grafischen Möglichkeiten schon sehr angetan.