007 Sunday – Die Another Day

ava-1469Okay, Die Another Day hat eine der coolsten Titelsequenzen bisher, aber Madonnas Song ist ja mal absolut schrecklich und unpassend. Die hat übrigens auch einen kurzen Cameo-Auftritt hier. Angeblich wollten die Bond-Macher ja bereits im vorigen Film mit Denise Richards auch wieder ein jüngeres Publikum ins Boot holen, was die nicht wirklich passenden Songs, die ein paar Mal im hiesigen Film eingespielt werden, zusammen mit der Titelsequenz erklären würden.

Bond ist diesmal in Nordkorea, wo er dem mit Waffen gegen Blutdiamanten handelnden General Moon auf die Schliche gekommen ist. Bond fliegt auf, was allerdings darin endet, dass Moon stirbt, Bond von dessen Vater gefangen genommen und über unbestimmte Zeit gefoltert wird – lang genug, um Haare und Bart zum Waldschrat wachsen zu lassen, aber an die Knochen oder Fingernägel von Bond sind sie trotz Unkooperation noch nicht gegangen.

Letztendlich wird Bond in Austausch gegen den schwerstkriminellen Zao freigelassen, wobei M ihm klar macht, dass Bonds Leben die Freilassung eines solch gefährlichen Individuums nicht wert war. Außerdem bekommt er seine Lizenz entzogen, da Infos geleaked wurden und anzunehmen ist, Bond ist während der Folter doch eingebrochen.

Bond lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und begibt sich deswegen auf die Spur von Zao, was ihn zunächst nach Kuba bring, wo er Agentin Jinx flachlegt, eine DNA-verändernde Klinik entdeckt, und darauf kommt, dass Milliardär Graves Dreck am Stecken hat. Hat der natürlich wirklich, so arbeitet er nicht nur mit Zao zusammen, sondern birgt noch ein viel größeres Geheimnis um seine wahre Identität.

Eh… Die Another Day ist einer jener Bonds, die durchaus vollkommen kompetent gemacht sind, die ich aber insgesamt etwas Ambitionslos und langweilig fand. Obwohl er extrem Action-lastig ist, war ich häufig geistig doch am Abschweifen, da all dies hier so nach Schema F zu laufen scheint. Auch hat mir die Optik nicht ganz so zugesagt, die Grittyness des Films führt dazu, dass hier irgendwo die Farben fehlen, alles ausgewaschen und Grau wirkt, als wäre man in einem Bioware RPG. Und… mehr hab ich allgemein gar nicht zu sagen, kommen wir nun also ins Spezifische.

Bond Girl: Rosamund Pike als Frost ist blas und ihren Verrat sieht man Meilenweit kommen. Halle Berry ist die sexy Jinx, die sozusagen das weibliche Gegenstück zu Bond ist: Sprücheklopfend, selbstbewusst, und einem Techtelmechtel ohne Konsequenzen nie abgeneigt. Die beiden dürfen sich sogar Parallel zu Bond und Graves einen Finalkampf liefern, was ganz cool war. Etwas seltsamer war der kurze verbale Catfight darum, wer für Bond der bessere Fick war, obwohl sich beide eigentlich wenig darum scheren sollten (Frost schläft mit ihm, um ihn hinters Licht zu führen, Jinx weil sie halt Bock auf Sex hat, woher kommt da plötzlich dieses „mah man!“). Halle Berry als Schauspielerin ist ein Kuriosum für mich, weil die Gute sowohl einen Oscar wie eine Goldene Himbeere ihr eigen nennt. Und ob sie gut (Cloud Atlas) oder schlecht (X-Men) oder irgendwas dazwischen (Gattaca) agiert, scheint weitestgehend an ihrer Tagesstimmung zu liegen. Während des Filmens von Die Another Day scheint sie mal bessere und mal schlechtere Tage gehabt zu haben.

Bond Bösewicht: Zao ist fast so blas wie Frost, während Graves vielleicht nicht super unterhaltend als Bösewicht ist, aber doch zumindest hin und wieder eine Präsenz beweist. Am besten gefallen hat mir eigentlich das Fechtduell mit Bond, da sich die beiden eigentlich nicht so ungleich sind, geben den weltgewandten Gentleman, jedoch bricht der Höhlenmensch aus beiden schnell durch die aufgesetzte Schale.

Bond Himself: Pierce Brosnan spielt Bond routiniert, aber der hiesige Film gibt ihm auch nicht wirklich viel, mit dem er was anfangen könnte.

Action: Also hier dreht Die Another Day auf jeden Fall voll auf, Action gibt es eigentlich am laufenden Bande, und gerade große CG-Sachen sowieso, zu dem Punkt, dass sich Kinogänger teilweise sogar darüber beschwert haben, es würde alles von der Handlung ablenken. Aber so viel Handlung für seine üblichen über 2 Stunden hat Die Another Day nun auch wieder nicht, da muss man halt anderweitig füllen.

bond2002

007 Sunday – The World is Not Enough

ava-1460Robert King, ein alter Freund von M, hat das MI6 damit beauftragt ihm seinen Geldkoffer zurückzuholen, was Bond auch macht. Doch im Hauptquartier angekommen stellt sich heraus, dass das Geld zur Bombe umfunktioniert wurde, welches nicht nur die Räumlichkeiten des MI6 ramponiert, sondern auch King umbringt.

Dahinter zu stecken scheint Terrorist Renard, welcher vor Jahren die Tochter von King entführt und nach Lösegeld verlangt hat. M riet King damals dazu nicht zu zahlen und tatsächlich konnte Elektra ihren Peinigern entkommen. Allerdings hat Renard sich auch eine Kugel im Kopf eingefangen, die nicht entfernbar ist, und langsam durch sein Hirn wandert, dabei seine Schmerzempfindlichkeit zerstört, bis er an ihr sterben wird. Nichts mehr zu verlieren, aber noch eine Rechnung mit dem MI6 und den Kings offen habend, macht ihn zu einem gefährlichen Gegner.

Stellt sich raus dies ist nicht der einzige Gegner der Konzernerbin Elektra, denn Firma King macht in Öl und plant eine neue Pipeline vom Nahen Osten nach Europa, was natürlich die Monopol-Russen nicht so toll finden. Es ist sogar gut möglich, dass unter den Angestellten des Hauses Kings ein Verräter ist, der mit Renard zusammenarbeitet. Oder ist es hinterher doch eine an Stockholm-Syndrom erkrankte Elektra?

Ich find es ja witzig, wie Bond mal wieder zu Beginn des Filmes sich aus einer Tauglichkeitsprüfung herauswindet, in dem er ganz business as usual die Ärztin flachlegt. Eines Tages muss in einem Bond-Film so ein Charakter eine Lesbe sein, die ihm „danke fürs Angebot, aber ich steh nicht so auf Penis“ antwortet. Oder noch besser, ein Mann sein. Bekanntlich nutzen Agenten ja skrupellos jede Möglichkeit, die ihnen zur Verfügung steht – Bond hatte bisher nur das Glück, dass die Bettgefälligkeiten immer nur die Möglichkeit bei hübschen Frauen waren.

Egal, mir gefiel The World is Not Enough enorm gut, da es mal wieder ein sehr persönlicher Film ist. Sicher, wir hatten schon einige, die Bond nahe waren, aber hier geht es ums ganze MI6. In der Eröffnungssequenz wird zum ersten Mal deren HQ in London in Gefahr gebracht. Und der Bösewicht diesmal hat sogar noch eine persönliche Rechnung mit M offen (die hier ein paar coole Szenen bekommt), statt nur direkt mit Bond.

Überhaupt ist dies wohl der intelligenteste und raffinierteste Plot, den ein Bond-Film je hatte, und viel besser wird’s in der Franchise auch wohl nicht. Wir haben hier nämlich durchaus Wendungen und Charaktere, die nicht sind, was sie zu sein scheinen, sondern im Hintergrund planen und das MI6 an der Nase herum führen. Man sollte meinen in einer Filmfranchise über einen Geheimagenten wäre das ganz normal, ist es bisher aber leider eher nicht gewesen. Es wäre nur schön, wenn das alles etwas besser geschrieben wäre, eben der Zuschauer länger in der Dunkelheit tappen würde. Denn bereits zur Ein-Stunden-Marke wissen wir, welcher King-Angestellte mit Renard unter einer Decke steckt, was es ziemlich offensichtlich macht, dass da noch mehr dahinter stecken muss. Und kurz darauf macht es uns der Film auch schon ziemlich klar, wer denn noch ein Verräter ist, und man kann sich auch zusammenreimen warum, obwohl es dennoch mindestens eine weitere halbe Stunde dauert, bis der Film die „Überraschung“ wirklich finalisiert. Unter einem kompetenteren Drehbuchschreiber hätte aus der Idee hinter The World is Not Enough jedenfalls wesentlich mehr herausgeholt werden können.

Bond Girl: Mit Sophie Marceau und Denise Richards (die hatte in den 90ern beinahe eine Karriere) bekommen wir hier zwei Gegenteile geboten. Marceau versprüht europäische Klasse, Richards wirkt wie amerikanischer White Trash. Marceau zeigt, dass für die Rolle als Bond Girl eben genug hübsche Damen zur Verfügung stehen, die auch schauspielern können, während Richards zeigt, dass sie dennoch nur nach erstem Kriterium gewählt werden. Und Richards spielt nicht irgendeine Hupfdohle, sondern soll eine Wissenschaftlerin geben – und das in Tank Top und Shorts, mit dem Gesichtsausdruck, hinter dem der IQ eines Silberfischchens scheint.

Bösewicht: Renard ist wirklich ziemlich unterhaltsam, denn als jemand, der weiß, dass er unweigerlich demnächst zu sterben hat, hat er eben nichts zu verlieren. All die Drohungen und Spielchen, die Bond normalerweise anwenden kann, prallen an ihm einfach ab. Und auch (Spoiler) Elektra King ist genial, als die (nicht) überraschend Mit-Drahtzieherin hinter dem Ganzen, um ebenfalls persönliche Rache nehmen zu können, und ihr Unternehmen nebenbei noch zu verbessern. Vor allem wie sie Bond mit seiner üblichen Schwäche, alles wo er mal reingestoßen hat, nicht mehr auf dem Radar zu haben, auszutricksen weiß.

Bond Himself: Ich mag am Film vor allem auch, dass er zwar wie immer viele der üblichen Bond-Klischees abklappert, aber wie oben eben auch schon angesprochen teilweise nutzt, um sich entweder darüber leicht schwarzhumorig lustig zu machen, oder als offene Schwäche Bonds auch als solche zu zeigen. Dass er eben nicht zu jeder Zeit den Überblick hat und bei jeder Situation merklich Obenauf ist, macht ihn einfach interessanter.

Action: The World is Not Enough hat die wohl coolste Pre-Cedits-Sequenz der Reihe, und mit 15 Minuten wohl auch die längste.

bond1999

007 Sunday – Tomorrow Never Dies

ava-1453Ich glaub ich bin auch einfach zu zynisch für diese Franchise. Tomorrow Never Dies beginnt damit, dass Bond fürs MI6 einen Schwarzmarkt an Militärmaschinerie investigiert, und da gerade so schön viele Terroristen dort auf einem Fleck versammelt sind, schießt die britische Armee mal schnell eine Rakete ab. Nur das Bond natürlich genau dann Nuklearsprengköpfe entdeckt, die dort gelagert werden, also kidnappt er das Flugzeug, an dem sie angebracht sind, und fliegt in letzter Sekunde davon, bevor es zu einem Fallout kommen kann. So viel Pathos und Heroismus bereits in den Anfangsminuten hypen mich eher wenig, sondern lassen meine Augen wie ein Metronom kreisen.

Es hat mich zumindest viel zu lange gedauert, um zu merken, dass James Bond eigentlich nicht wesentlich anders ist, als Indiana Jones, nur das man das Archäologie-Abenteuer mit Spionage-Action austauscht und den Charme missen lässt. Finesse oder Subtilität sollte ich von den Filmen nicht erwarten, nur weil es um Supergeheimagenten geht.

Das wird dann auch in der übernächsten Szene klar, nachdem das britische und chinesische Militär gegeneinander ausgespielt wurde, eine Seite ein U-Boot, die andere einen Kampfjet zerstört bekommt, und jeweils die andere dafür verantwortlich macht. Denn dann zeigt uns der Film seinen Bösewicht, den Medienmogul Carver, der dies inszeniert hat, um eine gute Schlagzeile zu bekommen. Und will, dass die Briten die Chinesen stürzen, um sein Medienimperium nach Ostasien ausweiten zu können, statt von der kommunistischen Regierung geblockt zu werden. Wir haben es hier also mit einem Medienunternehmen zu tun, das Katastrophen forciert, um was zu berichten zu haben. Es gibt sogar einen Kerl in der gleichen Szene, der meint die neue Software wäre extra bug-infestiert auf den Markt gebracht worden, damit sie anschließend den Kunden Updates andrehen können. Das ist ziemlicher Schwachsinn und alles andere als subtil vom Film, sondern schon wesentlich näher an „9/11 was an inside job“-Verschwörungsdummheit.

Dabei ist die Idee an sich Ok und auch recht modern wie eigentlich der ganze Film. Die Russen sind nicht mehr die aufkommende Weltmacht, sondern die Chinesen. Waffenhändler und böse Organisationen, die böse sind, um böse zu sein, sind nicht mehr die Gegner, sondern Großkonzerne, denen es um Macht und Gewinn geht. Bond nutzt die Girls weniger als Frischfleisch, sondern sieht sie als menschliche Wesen, um die er sich was kümmert. Aber auch hier wieder weniger subtil dank musikalischer Untermalung etc. durch welche die Szenen etwas zu kitschig wirken und man sich fragt, ob er sich nicht doch etwas zu viel um eine Agentin einer anderen Weltmacht sorgt, die er erst kürzlich getroffen hat.

Dafür hat Tomorrow Never Dies einen Knight-Rider-esquen BMW, der mit Frauenstimme in deutschem Akzent mit ihm redet, und das im klischeehaft streng-befehlendem Ton. Wenn das Teil nicht mal das Highlight des Filmes ist, dann weiß ich auch nicht.

Was ich damit wohl sagen will ist, dass Tomorrow Never Dies mich auch nicht für die Reihe hypen konnte, er aber durchaus ganz gut und leicht verdaulich war (und endlich mal unter 2 Stunden blieb) und ich vielleicht einfach häufig falsche Erwartungen an die Serie stelle, sozusagen mein „How I stopped worrying and learned to not mind the Bonds“.

Bond Girl: Teri Hatcher ist die Ex von Bond, die selbstverständlich nie über den Superstecher hinweg kam, uns eine heiße Szene bietet, und dann nach dem Todesfick aus dem Film verschwindet (ernsthaft, ich hätte eine Liste anfangen sollen, wie viele Girls mit Bond schlafen und in der nächsten Szene tot aufgefunden werden). Michelle Yeoh ist das moderne Bond Girl, nämlich eine die Situation gut handeln könnende Agentin, die Bond mindestens so viel hilft, wie er ihr.

Bond Bösewicht: Jonathan Pryce ist Medienmogul Carver und ich hab weder gutes noch schlechtes über ihn zu sagen. Er ist etwas zu überzeichnet, um als cooler Bösewicht herauszustechen, aber nicht überdreht genug, um cartoonig launig zu sein.

Bond Himself: Es ist sicherlich kein großes Geheimnis, dass ich den früheren sexistischen, aufgeblasenen Chauvinisten nicht leiden konnte. Die modernen Bonds subtrahieren netterweise diese unangenehmen Charaktereigenschaften… geben Bond aber nicht wirklich viel, um sie zu ersetzen, weswegen ich den Brosnan-Bond durchaus ok aber etwas blass finde.

Action: Nichts herausstechendes. Warte, stimmt nicht, die Verfolgungsjagd auf dem Motorrad, bei der Brosnan und Yeoh mit Handschellen aneinander gefesselt waren, war ziemlich cool.

bond1997

007 Sunday – GoldenEye

ava-1446Auf Grund von Rechtestreitigkeiten musste ganze sechs Jahre gewartet werden, bis der nächste Bond in die Kinos kam, womit das Brosnan-Debüt GoldenEye beweisen musste, dass sich sowohl die Wartezeit gelohnt hat, die Serie modern genug für die 90er ist, sowie der neue Schauspieler in die Rolle passt.

Der Film beginnt mit 007 und 006, die eine russische Anlage infiltrieren, allerdings von Ourumov bereits erwartet werden. Trevelyan, 006, wird von Ourumov erschossen, doch Bond kann entkommen und die Anlage in die Luft jagen. Seither sind 9 Jahre vergangen.

In Monte Carlo begibt sich Bond auf die Spur der gefährlichen Schönheit Xenia Onatopp, die so gar nicht gern im Glücksspiel verliert, und beim Liebesakt gern ihre Partner umbringt, besonders wenn sie dadurch Zugang zum neuesten Militärhubschrauber erlangt. Jenen nutzt sie, um mit Ourumov in eine russische Geheimbasis zu fliegen, wo die beiden Goldeneye-Satelliten kontrolliert werden, deren elektromagnetisch Strahlen jegliche Technik ausschalten können. Ourumov nutzt einen davon, um die Basis selbst auszuschalten, während er seinen Vorgesetzten versichert, dass dies der einzige Goldeneye-Sattelit war. Allerdings hat eine Mitarbeiterin der Basis, Natalya Simonova, überlebt.

Die macht sich auf nach St. Petersburg, wo sich auch Bond, Onatopp und Ourumov aufhalten. Aber nicht nur jene, sondern Bond trifft auch auf den Drahtzieher hinter allem: Der überraschend doch lebende Trevelyan, der auf Rache gegen Großbritannien aus ist.

GoldenEye geht schon Mal sicher, alles zu haben, um ihn als Bond-Film auszuweißen. Es gibt die übliche Intro-Sequenz (die wohl herrlich-dämlichste der ganzen Reihe), begleitet von einem coolen Song, wir haben fiese russische Bösewichter, hübsche Frauen, geschüttelte Martinis, und Bakkarat in Monakos Casinos. Es gibt ein paar kurze Jokes zwischen Bond und Q (der immer noch von Desmond Llewelyn gespielt wird, der letzte „Überlebende“ der alten Riege), und natürlich kommt auch M wieder vor (zum ersten Mal gespielt von der coolen Judi Dench). Sogar in die Karibik geht es fürs Finale. Und natürlich hat er mit über 2 Stunden fast schmerzliche Überlänge.

Der Film schließt auch gut an die Dalton-Bonds an, so bleiben wir doch bodenständig und düster, und mehr auf Spionage denn Frontalaction bedacht. Auch bei den persönlicheren Plots bleibt es, mit dem Verlust eines von Bonds Freunden zu Beginn des Filmes, der sich dann anschließend als der hiesige Bösewicht entpuppt. Das überraschend schon ungefähr zur Filmmitte hin, wenn wir noch eine volle Stunde vor uns haben, was vielleicht etwas früh war. Auch wird wiederholt eine gewisse Desillusion, die der Job als Agent mit sich bringt, angesprochen. Macht es, was zumindest die Handlung angeht, wahrscheinlich zum interessantesten und cleversten Bond seit On Her Majesty’s Secret Service. Wer natürlich die Bonds lieber als kurzweilig-launige Actionfilme mit einem Sprücheklopfer, der alle Frauen flach legt, schaut, ist bei den moderneren Filmen eher weniger gut aufgehoben.

Bond Girl: Izabella Scorupco spielt die schlaue Programmiererin Natalya Simonova, die freilich nicht viel kämpferisch helfen kann, aber deren Fähigkeiten durchaus nützlich werden. Die Show stiehlt ihr jedoch eindeutig Famke Jannsen als psychotische Femme Fatale Onatopp, die mich doch sehr an Barbara Carrera in Never Say Never Again erinnerte.

Bond Bösewicht: Die machen beide eine ganz gute Figur, sowohl Gottfried John als Ourumov mit dem perfekt passenden Gesicht für die Rolle, so wie Sean Bean als desillusionierten Trevelyan, stehen aber natürlich beide hinter der auffälligeren Rolle der Onatopp zurück.

Bond Himself: Der moderne Bond ist nicht mehr so ein sexistisches Arschloch und überheblicher Sprücheklopfer, und gefällt mir so auch besser. Was nicht bedeutet, dass er sich einen gewissen Sinn für Humor nicht beibehalten hat. Und Pierce Brosnan passt durchaus ganz gut in die Rolle, auch wenn er mir den Film über erst etwas hineinwachsen musste – sein Spiel in der Pre-Titel-Sequenz erinnerte mich eher etwas an ein Kleinkind, das Agent spielt.

Action: Wie in den meisten ernsteren Bonds ist GoldenEye natürlich nicht bar jeglicher, aber eben auch nicht so sonderlich flashy. Wirklich herausstechend waren für mich nur der Sexkampf mit Onatopp in der Sauna, sowie als Bond in einem Panzer Ourumov durch die russischen Straßen jagte.

bond1995