GameBoy Obscurities: Twinbee & Parodius

ava-1868Wir bleiben bei den Konami GB Collections und wir gehen mal wieder zu den Shmups. Zu den beiden nächstbekannten Shoot em Ups nach deren Gradius um genau zu sein. Ähnlich wie Goemon allerdings erneut mit enormer Diskrepanz zwischen Japan und dem Westen. Allen voran das hier nur sporadisch aufgeschlagene Twinbee, welches in Japan zeitweise eine der Bestseller Franchises für Konami war (Twinbee fürs NES hat sich dort 1.2 Millionen mal verkauft, was knapp an der NES-Version von Gradius vorbei zieht, und fast so viel ist, wie sich alle drei NES Castlevanias zusammengerechnet in Japan absetzen konnten).

Da herausstechende Merkmal des vertikalen Shmups sind natürlich die Glocken. Beim Schießen auf die Wolken (respektive Luftblasen im Unterwasser-Stage) erscheinen jene und fallen gen unteren Bildschirmrand. Rechtzeitig eingesammelt gibt es Punkte für den Score, der sich mit jeder weiteren im Kombo erhöht. Die Glocke allerdings vorher noch ein paar Mal beschossen, verändert sich ihre Farbe, und je nach der aktiven beim Einsammeln, gibt es die verschiedenen Powerups fürs Schiff. Neben einem Spreadshot gibt es noch die bekannten Helferdronen und Speedboosts.

Die besonderes Schwierigkeit bei Pop’n Twinbee ist also zum einen den vielen Gegnern und ihren Kugeln auszuweichen, aber gleichzeitig auch noch die Glocken zu sammeln, bevor sie verschwinden, bzw. sie vorher noch genug zu treffen, um die Aufbesserungen zu erlangen. Denn die werden im Spiel dringend benötigt, da sollte man sich von der charmant-bunten Knuddeloptik nicht täuschen lassen. Spätestens ab Stage 2 kommen die nicht unbeachtlichen Gegnergruppen schonungslos eingeflossen, schießen wild um sich, und den Beschuss der auch nicht wenigen am Boden befindlichen Gegner übersieht man dabei auch noch gern mal. Zumal jene nur mit den Bomben besiegt werden können, statt mit den normalen Fluggeschossen – die aus ihrer Nähe geworfen werden müssen, und nicht geworfen werden können, wenn man bereits zwei Treffer eingesteckt hat und die Arme fehlen. Ohne Arme keine Bomben. Dafür gibt einem das Spiel allerdings recht großzügig Leben, und nach dem Ableben auch die Möglichkeit, alle Powerups sofort wieder zu erlangen, in dem man rechtzeitig den Geist einfängt, der gemächlich von dannen schwebt. So ein voll aufgebesserter Twinbee ist zum Austausch auch ein echter Boss-Killer.

twinbee

Es ist wirklich fast etwas schade, dass auf dem Bildschirm so viel los ist, denn wie gesagt kann man sich so eigentlich gar nicht auf das Design des Spieles konzentrieren, und gerade auf dem kleinen GameBoy-Screen verliert man echt schnell die Übersicht über alles. Ich will gar nicht wissen wie das im monochromen Erstrelease gewesen ist.

Parodius setzt sich natürlich schon aus den Worten Parodie und Gradius zusammen, ist sich aber auch fürs Einbeziehen von anderen Konami Shmups nicht zu schade. So kann man neben Vic Viper aus Gradius auch Twinbee als Schiff anwählen – und natürlich die in Pariodius neu dazugekommenen Octopus und Pentaru der Pinguin (für die hat Parodius eh einen Fetisch, sind die Stages doch gesäumt mit diversen Pinguin-Gegnern), ein Verwandter des Charakters aus Konamis Antarctic Adventure.

Als Powerups zur horizontalen Ballerei dienen dann auch beide Serien, zum einen hinterlassen Gegner die Orbs aus Gradius, die durch die Leiste der verschiedenen Aufbesserungen scrollen, doch hin und wieder erscheint stattdessen auch eine Glocke, die wie in Twinbee unter Beschuss die Farbe wechselt.

Ansonsten… joa, spielt sich halt eben schon sehr geradlinig wie ein Gradius, wobei die Wahl des Charakters zu Beginn zumindest auch die Schusskonfiguration anderer Spiele einbindet, aber wenig überraschend ist Parody-Gradius doch tatsächlich ein Gradius mit schrägem Anstrich. Das ist ja nicht schlecht an sich, warum nicht ein Shmup-System wiederverwenden, welches erprobt und beliebt ist.

parodius

Es ist dann halt der Humor, der Charme in den bunten und schrägen Stages, der Parodius ausmacht. Da kämpft man mit seiner fliegenden Oktopushorde oder Pinguin (wenn man kein Langweiler ist und eine andere Option wählt) gegen so Sachen wie einen Schwarm Münder, die mit Vampirzähnen nach einem spucken, oder ein Piratenschiff mit Katzenkopf, eine Las-Vegas-Tänzerin, einem Sumo-Schwein, und weiteren Irrsinn, die bei Treffern oder ihrem Ableben schon mal eine ziemlich idiotische Fresse ziehen. Schon ziemlich gefällig und immer motivierend das Aufgebot des nächsten Stages sehen zu wollen.

Ich muss sagen, ich hab das bisherige Shmup-Aufgebot des GameBoys eigentlich im Groß ganz gut gefunden. Es ist einfach wirklich mal schön angenehm so schnell eine halbe Stunde an eines zu verlieren. Jedoch tut sich das natürlich gerade wegen jener kurzen Spielzeit besser in so einer Konami 4er-Collection, oder halt modern fürs kleine Geld als App oder auf Indieplattformen.