Assassination of Fun

ava-1544Manchmal fühle ich mich wie der geprügelte Ehemann der Assassin’s Creed Franchise. Nach einer Weile komme ich doch wieder, weil wir hatten ja auch Spaß zusammen, und vielleicht ist diesmal ja alles anders, und überhaupt. Aber das ist es dann doch nie. Das und die Tatsache, dass mir alle gesagt haben Black Flag wäre so viel besser, hat mich jetzt doch den dritten Teil spielen lassen. Denn wenn ich schon die vorigen vier gespielt habe, und den sechsten spielen werde, überspringe ich doch nicht nur das fünfte Spiel. Ich glaub ich muss noch mal recherchieren ob sie meinten das Black Flag besser als der ganze Rest ist, oder nur besser als AC3. Denn von einem Rudel Wölfe zerfleischt werden macht mehr Spaß, als Assassin’s Creed III zu spielen.

Das ist mein Ernst. Nach einer Session so ungefähr um die Zweidrittel des Spieles, hab ich mir ernsthaft überlegt, ob ich nicht mit dem Hobby Zocken fertig bin. Nicht mit AC3, sondern mit dem Spielen ganz allgemein. Ohne anderthalb Hyperbole also: Assassin’s Creed III war so schlecht, es hätte mir beinahe die Lust auf alle Spiele ever gemordet. Es war das schnelle Zocken von Harmony of Dissonance, welches mir gezeigt hat, dass Spiele vielleicht doch auch Spaß machen können und mich zurück brachte. Auch zurück zum endlich Beenden von AC3, denn wenn ich nur wenige Stunden vom Ende bin, dann werde ich verdammich auch damit fertig werden.

Oder auch nicht. Ich bin mit AC3 fertig, aber ich habe es theoretisch nicht wirklich beendet. Und das nicht, weil ich ein OCD-Gamer bin, der ein Spiel erst als beendet ansieht, wenn er jeden Furz gemacht und jedes Item einmalig im Inventar hat etc. Nein, ich habe bis zur letzten Mission des Hauptspieles gespielt… und konnte sie nicht schaffen. Es ist eine der nervigen „Fang den Sprinter“-Missionen, nur das der Kerl so schnell ist, und der Weg so hakelig, dass er mir immer schneller davon rennt, als ich ihn einholen kann. Vielleicht ist es das gleiche Problem wie bei der einen Mission in Saints Row IV, wo sich die Schleuße wegen Framerate-Problemen schneller schloss, als mein Shuttle durchfliegen konnte, denn als ich mir dann schlichtweg das Finale einfach auf Youtube angesehen habe, schien der dort gar nicht ganz so schnell. Oder ich bin einfach zu schlecht, daran kann es auch liegen, denn ich bin der erste, der zugibt, hundsmiserabel in Gaming zu sein – deswegen Spiel ich so gern Lebenssimulationen und RPGs.

Aber ernsthaft, nichts an dem Spiel wollte mir Spaß machen. Es kam mir wirklich so vor als hätte Ubisoft eine Umfrage gestartet, was die nervigsten Missionen in den Vorgängern waren. Und statt sich das zum verschrumpelt-schwarzen Herzen zu nehmen, hatten sie ein sadistisches Vergnügen daran, nur solche in Assassin’s Creed III einzubauen. Fast alle Missionen sind jemanden einfangen, oder durch die halbe Stadt zu verfolgen um sie zu belauschen, oder ungesehen an einen Punkt zu gelangen während drölfzig Wachen überall Schmiere stehen.

Und die Anzahl der Wachen. Man kann ja überhaupt keinen Spaß mehr in den Städten haben, weil man unter Dauerbeobachtung ist. Nicht das es in den Städten viel zu tun gäbe. Amerika zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges ist einfach ein stinklangweiliger Flecken, und Kolonialstädte kein besonders spektakuläres Parcour-Pflatzer wenn man Florenz, Rom und Istanbul gewohnt ist. Selbst meinen üblichen Spaß Assassinen zu rekrutieren, und dann auf alle Wachen zu hetzen, hat man mir hier vergolten, da die Rekrutierung nun ewig viele nervige Nebenmissionen beinhaltet, die mir das einfach nicht wert waren.

Ganz nett ist das Jagen in der Wildnis, nehm ich mal an, auch wenn es tierisch nervt, wenn man dabei aus dem Nichts von einem Bären, Ozelot, oder Wolf angegriffen wird. Denn die besiegt man über dämliche QTEs und gerade so ein blöder Wolf, wenn er einen erst mal hat, bringt einen mit einem Angriff fast um. Übrigens kann man keine Nutztiere umbringen. Ich mein das einem die Spiele keine Zivilisten umbringen lassen, mag mir noch angehen, aber was interessiert mich ob meine Vorfahren Ziegen abgemurkst haben oder nicht – vor allem in einem Spiel, wo jede Art von Wildtier, egal ob Hase, Biber oder Waschbär, freie Beute ist?

Dafür ist es das bisher bestausehende Assassin’s Creed, so viel muss ich ihm lassen. Die Spiele sehen ja immer toll aus, aber die neue Engine bringt noch besser durchanimierte Hauptcharaktere mit sich, dass es eine Freude ist, einfach zuzusehen, wie sie sich bewegen, rennen, springen, klettern, oder auch einfach nur die verschiedenen Nuancen, je nachdem auf welchen Untergrund sie sich fortbewegen, ob dort Schnee liegt, oder es eine kleinen Anstieg beinhaltet etc.

Das Überraschende an der Handlung ist diesmal… das sie tatsächlich wo hin führt. Also die von Desmond, die bisher immer auf der Stelle trat, so dass ich davon ausging, dass sie für die gesamte Serie herhalten muss. Aber in AC3 wird sie tatsächlich zu einem Ende gebracht, auch wenn es super generisch ist. Ich mein, was anfing mit einem Streit der Assassinengilde vs. Templer, die beide denken Gutes für die Welt zu wollen, die einen nur eben Chaos- die anderen Law-Alignment sind… ist zu einer schnöden „Finde die McGuffins um die Apokalypse aufzuhalten“ verkommen. Die Handlung ist also beendet, aber gewohnt scheiße.

Das Spiel beginnt damit, dass man als Desmonds Vorfahre eine Oper erklettert – innen im Saal, bei vollem Hause, und nicht ein Gast sieht einen. Später nennt das Spiel speziell als Grund, warum der Indianer-Name in ein einfach auszusprechendes Connor geändert wurde, weil er dann als jemand mediterraner Abstammung durchgehen könnte, und somit nicht so auffällt – nur damit Connor anschließend lauter Tribal-Zeug an sein Assassinen-Outfit anbringt, so dass ihn doch sofort jeder als Ureinwohner erkennt.

Oh und was ist Connors Storyline so langweilig. Und erst der Kerl an sich! Anscheinend wollte Ubisoft für Desmonds Ende endlich mal ihn als interessanten Charakter erscheinen lassen, was sie aber nur dadurch schafften, seinen Vorfahren noch weniger Charakter zu geben. Und dann der Synchronsprecher! Der gute Kerl ist tatsächlich Native American, was ich mal ganz dreist behaupte, ist der einzige Grund, warum er gecastet wurde: Er kann die Dialoge in der Stammessprache gut aussprechen. Denn der Kerl trägt alles so monoton vor, dass man echt kurz vorm Einschlafen steht.

Und das, obwohl man zunächst einen recht vielversprechenden Charakter hat: Seinen Vater Haytham. Wir spielen die ersten 4 Sequenzen, die wirklich nur ein überlanger Prolog sind, mit diesem gutgelaunt vor sich hin mordenden Briten, und am Ende stellt sich sogar raus, dass dieser Vorfahre von Desmond gar kein Assassine ist, sondern ein Templer! Und dann springen wir zu Langweiler Connor für den Rest des Spieles. So eine Verschwendung. Zumal es auch das Pacing des Spieles zerstört, da wie gesagt 4 Sequenzen überlanger Prolog sind, dann Sequenz 5 die Kindheit von Connor, dann Sequenz 6 wie er rekrutiert wird, und somit fängt das eigentliche Spiel mit dem eigentlichen Assassinen erst in Sequenz 7 von 12 an – man wartet also geschlagen das halbe Spiel darauf, dass es wirklich endlich mal los geht.

Ugh, ernsthaft, ich hab keine Ahnung, was sich Ubisoft hierbei gedacht hat. Ich hab ja bekanntlich dank Erfahrung mit den Vorgängern keine großen Erwartungen an die Assassinenkredos, aber Teil 3 hat es geschafft, dass ich dennoch vor Enttäuschung sprachlos war.

AssCreed Rev

ava-1437Die Assassin’s Creeds sind wie Hollywood-Popcorn-Kino. Wenn der „Cinematic Trailer“ zu einem Teil released wird, ist der super cool und man kann nicht ganz wiederstehen, ein wenig gehyped zu sein. Wenn man dann aber das Ding spielt, ist man doch etwas ernüchtert, weil obwohl sicherlich kein Reinfall, so ist es eben nicht ganz so geil, wie angepriesen. Und dann kommen die Dinger noch im Jahrestakt ohne große Änderungen, um lang genug das eigene Fahrtwasser ausnutzen zu können.

Diesmal ist Ezio in Istanbul, auf den Spuren von Altair, der Alien-DVDs mit Erinnerungen hinterlassen hat a la Final Fantasy X-2, die mal wieder zu einem supah sekriet Geheimgedöns führen sollen, hinter denen sowohl Templer wie Assassinengilde her sind, weil Weltherrschaft oder Weltfrieden oder was noch Mal das schwammige Endziel ist. Nebenbei gerät er auch ein wenig in die Irrungen um die Thronfolge, wenn er schon mal hier ist. Desmond, bei dem sich Ubisoft ja dummerweise dazu entschieden hat, dass seine Geschichte als Rahmenhandlung aller Spiele dienen muss, statt irgendwann mal einem Ende entgegen zu sehen, macht diesmal gar nix. Ernsthaft. Eine Einminütige Cutscene zu Beginn, Mitte und Ende des Spieles, in denen letztendlich nix ausgesagt ist, den Rest ist er im Flashback-Koma, nur um natürlich am Ende nach einer hypenden Cutscene um Supah Sekriets doch wieder ganz dringlich aufzuwachen, proklamierend diesmal wirklich zu wissen, wo das Ende zu finden ist, und Cliffhanger und 20 Minuten Credits. Wie man Leute geil auf das nächste Spiel macht, wissen die bei Ubisoft jedenfalls, auch wenn mittlerweile jeder durchschaut haben sollte, dass Desmonds Handlung nie wirklich auch nur einen Schritt vorangehen wird, sondern in jedem Spiel nur an einer neuen Lokalität auf der Stelle tritt.

Spielerisch ist alles beim Alten: Durch die Gegend parkouren, mehr oder weniger geheim und schattenhaft Leute ermorden, die es alle natürlich voll verdient haben. Weiterhin kann man zum stinkreichen Entrepreneur werden, in dem man alle Läden kauft und sich vielleicht auch mal eine Hagia Sofia leistet, sowie Templer-HQs anzünden, auf dass sie nun uns gehören und wir eine Bruderschaft rekrutieren können. Neu in Revelations sind kleine Spielereien wie Crafting von Bomben, deren Existenz allgemein, sowie ein schreckliches Tower Defense. Abgesehen von dessen Tutorial ist es allerdings komplett optional glücklicherweise – wenn die Templar Awareness auf Maximum ist, kann es nur geschehen, dass rekrutierte HQs wieder zurückerobert werden und man sie verteidigen muss. Wenn man denn will, man kann es wie gesagt auch einfach lassen, respektive aufpassen, dass es nie soweit kommt.

Um ganz ehrlich zu sein habe ich nach wenigen Spielstunden zunächst gelangweilt eine lange Pause eingelegt gehabt, was vielleicht auch einfach daran liegt, dass ich es kurz nach Brotherhood begonnen hatte, somit die Luft am Gameplay etwas raus war. Als ich es geraume Zeit später wieder aufgegriffen hatte, war ich dann doch wieder etwas am Süchteln, hab mehrere Stunden damit verbracht, Türme zu erklimmen, alle Etablissements der Stadt aufzukaufen, die Antiken Bücher zu sammeln, alle Templer-HQs umzuwandeln, und aus den Schatten heraus auf jede Stadtwachen-Truppe, die meinen Weg kreuzte, meine Bruderschaft gehetzt, auf das die sie meucheln, während ich mir ins Fäustchen lache. Sprich, ich tat alles, nur den Plot nicht voranbringen. Als mir die Sachen dann ausgingen und ich dem doch wieder folgen musste, war der auch verdammt schnell rum, howlongtobeat setzt für Revelations 10 Stunden an, und das kommt schon hin, inklusive einiger Nebensachen. Letztendlich waren die Storymissionen zwar alle nicht schreckliche, einige hatten sogar echt coole Setpieces zu bieten, aber ganz den Spaß wie beim Free Play hatte ich daran dennoch nicht. Die super kurzen Intermissionen mit Altair sind sowieso häufig die nervigsten Aufgabenstellungen überhaupt. Doch immerhin ist Revelations erträglicher als Brotherhood, da Konstantinopel wesentlich netter zu bereisen ist als Rom, und die Aufgaben eben nicht ganz so nerven oder zumindest nett kurz sind.

Ich hab einfach meinen Frieden mit Assassin’s Creed geschlossen. Die Handlung wird nie sonderlich gut sein, die Karotte um Langweiler Desmond nie erreicht werden, während die seiner interessanteren Vorfahren letztendlich abgesehen von Assassin’s Creed II auch nicht herausragende Erzählungen zu bieten haben, und auch die restriktiven Storymissionen sind nicht immer so launig… doch als Sandbox einfach das gespielt, auf was ich Bock habe, das könnte ich durchaus einmal pro Jahr vertragen. Nur braucht man dafür freilich nicht jedes Mal ein neues Spiel kaufen, sondern kann einfach ein altes wieder rausholen. Ich denk, jetzt wo die Handlung von Ezio und Altair fertig ist, kann ich die Reihe auch beruhigt liegen lassen. Gerade wo Assassin’s Creed III mit Connor selbst vielen Serienfans zu langweilig war – was wohl auch erklärt, warum direkt IV nachgelegt wurde, statt drei weitere Connor-Titel.

Brotherhood of Assassins

Und schon ging die Videospielserie mit der längsten Credit Roll aller Zeiten (unskippable und weißer Text auf schwarzem Hintergrund, statt zumindest Concept Art einzublenden) in die nächste Runde. Mit Assassin’s Creed: Brotherhood, dem Mittelteil der Ezio Auditore da Firenze Trilogie, obwohl doch schon in Assassin’s Creed II eigentlich alles erzählt wurde, was man über Ezio wissen müsste.

Dementsprechend ist die Handlung hier auch tatsächlich nicht viel wert, sondern eine sehr durchsichtige Entschuldigung, um ihn irgendwie doch weiter als Protagonist haben zu können. Nachdem Ezio also am Ende vom letzten Teil schnell beschloss, er ist über die ganze Sache mit dem Meuchelmord hinweg und bringt nicht mal den jahrelangen Antagonisten, der hinter allem Übel steckte, um, kehrt er in sein Hauptquartier zurück. Welches prompt von den Borgia überfallen wird, was Ezio dazu bringt, zu beschließen, dass tödliche Rache doch total wieder sein Ding ist. Und tatsächlich gibt es im Spiel keine größeren Komplikationen oder Verschwörungen, sondern geht nur darum, irgendwie einen Weg zu finden, an die Borgia ranzukommen und sie zu ermorden.

Spielerisch war ich sogar recht genervt diesmal, muss ich zugeben, obwohl es eigentlich sich gar nicht anders spielt, als die Vorgänger. Zugegeben, ein wenig genervt war ich an insolierten Punkten der Vorgänger auch, aber diesmal war es echt häufig, dass es vor kam, dass ich Sachen dachte, wie…

Warum rennst du jetzt da hoch, wo ich gar nicht hin wollte? Warum springst du wohin ab, wo du gar nicht hin solltest? Warum haben mich die Wachen jetzt doch schon wieder entdeckt? Warum schon wieder Desynchronized? Warum der Konter fehlgegangen? Warum kannst du da nicht hoch, obwohl es total kletterbar aussieht? Warum war das jetzt, wo ich hoch sollte, obwohl es total unkletterbar aussieht? Warum dies, warum das, nerv, nerv.

Besonders schlimm ist mir das wahrscheinlich einfach in Erinnerung geblieben, weil es gegen Ende echt super nervig wird. Verfolgungsjagden durch halb Rom, dabei Notorious, so dass jede Wache auf einen anspringt. Und dann anstatt sie recht normal bekämpfen zu können, hat man diesen verdammten Appel of Eden in der Hand, mit dem man sie ausschalten muss, obwohl man sich wünschte, dass es auf die viel besseren, herkömmlichen Wege ginge. Allgemein ist Rom kein so toller Ort, um ihn zu durchstreifen. Die bekannten sieben Hügel, auf dem die Tibermetropole erbaut ist, sind nämlich alle ständig im Weg, wenn man schnell wohin will, aber natürlich alle nicht erklimmbar. Wieso sollte so ein Super-Assassine, der überallhin parkouren und überall hoch klettern kann, auf so einem unebenen Felsen genug Halt finden, gell? Übrigens ist das ruinöse Rom eh kein so ansehnlicher Schauplatz, wie Florenz oder Venedig im Vorgänger (und diesmal der einzige).

Doch es gibt auch einen Pluspunkt am Horizont, nämlich das Gimmick diesen Spieles: Die Bruderschaft. Diverse Assassinen können rekrutiert werden. Zunächst dachte ich, dass dies recht unnötig ist und ich doch lieber alles selbst erlege, doch es wurde überraschend spaßig, aus dem Schatten heraus meine Brüder und Schwestern auf diverse nichtsahnende Wachen zu schicken und dabei zuzusehen, wie jene sie um die Ecke bringen. Unnötig, aber spaßig. Und manchmal doch ganz nützlich, wenn man die Wachen ablenken oder aus dem Weg haben will.

Und auch Rom wieder aufzubauen hat mir natürlich echt gefallen, so als alter Aufbausim-Freak. Ist auch ein besserer Money Sink, wie der Aufbau des HQ im Vorgänger. Denn abgesehen davon, dass die Geschäfte zu erbauen natürlich auch Spielvorteile offeriert, hat man diesmal nicht schon früh alles erbaut und generiert mehr Geld, als man je ausgeben können würde. Allgemein sind die Nebentätigkeiten diesmal besser mit Dingen verknüpft, die zumindest den Anschein erwecken, Auswüchse des Hauptgeschehens zu sein.

Ach so, ja, die Haupthandlung um Desmand, hehe. Die geht wie immer nirgendwohin. Man spielt ihn erneut an zwei Stellen, diesmal sogar etwas mehr als gewohnt, da man mit ihm tatsächlich Platformingpassagen bestehen muss. Aber wirklich was passieren tut hier Storytechnisch nicht, abgesehen natürlich mal wieder von einem dicken Cliffhanger am Ende, der den Schein vortäuscht, dass im nächsten Teil endlich mal die Schoße ins Rollen kommt. Tut es aber nie.

Ja, also so richtig klicken wollte Brotherhood tatsächlich häufiger mal nicht mit mir. Was wie gesagt etwas befremdlich ist, denn objektiv gesehen ist’s eben nicht wirklich viel anders, viel schwächere Handlung natürlich mal abgesehen. Mal sehen, ob Revelations da subjektiv besser wird.

Assassin’s Creed II

Letztes Jahr habe ich mich dann endlich mal dem ersten Assassin’s Creed angenommen (da ich lange Zeit einen Uralt-PC hatte und mit Konsole aufgewachsen war, blieb mir viel modernes PC-Gaming erspart) und muss sagen, dass ich zwar das Konzept ganz nett fand, das Ergebnis mich aber nicht unbedingt dahin motiviert hat, jetzt unbedingt die Nachfolger zu spielen. Doch spontan sollte es Assassin’s Creed II jetzt doch mal sein (nicht, dass ich nicht genug andere Spiele begonnen hatte).

Und es ist besser. Die größten Verbesserungen liegen dabei nicht mal so sehr im Gameplay, sondern vorrangig bei Charakteren und Story. Namentlich, dass Assassin’s Creed II welche hat. Im ersten Teil gab es quasi keine Handlung, der kurze Recap am Anfang des Nachfolgers geht gefühlte eine Minute und lässt nichts von Wichtigkeit aus. So viel ist da passiert. Und die Akteure hatten keinerlei Persönlichkeit. Es war auch alles nicht sonderlich cineastisch sondern erstaunlich trocken präsentiert. Assassin’s Creed II hat immer noch keine Handlung oder Charaktere, um die man sich was scheren würde, wenn es um das Gegenwartsszenario um Desmond geht, aber wenigstens tut es auch nicht mehr so, als würde der Mist irgendwo hin laufen, in dem es nach jeder Sequenz hierhin zurück geht und nichts passieren lässt, stattdessen kontrollieren wir Desmond nun nur noch ganz kurz zu Beginn, Ende und als Intermission zum Mittelpunkt des Spieles.

Spoiler: Letztendlich finden wir ganz am Ende irgendeinen Blödsinn raus, dass Aliens Adam und Eva und damit die Menschheit geschaffen haben und die mächtigen Pieces of Eden, hinter denen jeder her ist, von ihnen stammen. Und sie warnen uns vor einer mächtigen Katastrophe. Sprich: Big Revelation, Cliffhanger, Game Over. Credits. Buy the next one, too! Nicht zu vergessen, dass hier wieder so eine saublöde Sache kommt, wie damals, als Altair den Doppelgänger seines Opfers (der ihn angegriffen hat und alles) nicht umbrachte, weil ist ja unschuldig und so. Denn Etzio bringt den Papst am Ende nicht um, weil er genug vom Töten hat. Ja Kerl, hast ja nur gerade drei Dutzend Wachen auf dem Weg zum Drahtzieher hinter allem, was in deinem Leben schief gelaufen ist, gemeuchelt. Aber den jetzt, ja den lass lieber mal am Leben, da stehst du doch drüber.

Doch wenigstens in der Vergangenheit, bei Desmonds Assassinen-Vorfahren passiert was. Wir gehen weg von Altair und den Kreuzzügen im Heiligen Land zu Etzio im Italien zur Renaissance-Zeit. Und zwar ist er der mittlere Sohn einer angesehen Florentiner Familie, die in die Verschwörung um die Medici geraten und ihm die Hälfte seiner Familie kostet, woraufhin er Papas Assassinen-Erbe antritt, um sich über die nächsten Jahre an den Verschwörern zu rächen. Natürlich läuft das wieder alles darauf hinaus, dass die hauptsächlich an die Pieces of Eden wollen bzw. jene zur Machtergreifung missbrauchen, was erneut nicht so super interessant ist, aber der Revenge-Plot ist schon gefällig, zumal er nun in vielen cineastischen Cutscenes erzählt wird, die viel mehr involvieren.

Das Gameplay ist im Groben unverändert zum Original, läuft nun nur etwas flüssiger. Sprich man kann immer noch durch die Städte parkouren und sich mit versteckten Waffen auf Opfer stürzen. Wobei ich erneut die Sprung- und Klettersteuerung manchmal etwas pappig fand. Gerade Leute über die Dächer zu verfolgen oder Wachen darüber zu entkommen, läuft nicht immer so reibungslos, wie man das wollen würde. Das ist bei dem Konzept denk ich aber auch einfach ein Stück weit unvermeidbar. Wenn man fast jegliche Oberfläche in großen Städten wie Florenz und Venedig erklimmen kann, hakelt es halt an der einen oder anderen auch mal etwas, statt in einer wesentlich kontrollierten Umgebung wie beispielsweise eines Zeldas, wo nur ganz spezifische Bereiche zum Platforming einladen. Immerhin, Superkiller Etzio kann gegenüber Altair jetzt schwimmen, ansonsten wäre Venedig auch ein Alptraum. Witzigerweise Wachen immer noch nicht, was Wassernähe vom schlimmsten Feind im Erstling zur einfachsten Fluchtmöglichkeit im Nachfolger macht.

Immerhin gibt es einige Diversität in der Art und Weise, wie man sich Feinden nähern und sie meucheln kann und muss. Zumal die direkte Auseinandersetzung mit Wachen jetzt auch einfacher ist, da sie mit Taunts direkt zum Angriff animiert werden können, statt 10 Sekunden auf einen zu warten, nur um den Konter setzen zu können. Und diesmal kann die Handlung direkt geradlinig verfolgt werden, statt immer gleiche Nebenmissionen erfüllen zu müssen, bevor sie freigeschaltet werden. Genau genommen habe ich von jenen nämlich gar keine einzige gemacht und war voll und ganz zufrieden. Und mit 18 Stunden hab ich dennoch fast doppelt so lang gebraucht, wie im vorigen Teil. Gut, ich hab auch alle Glyphs gesammelt; die Platforming-Challenges in den Grabstädten gemacht, um Altairs Rüstung zu bekommen; alle Aussichtpunkte erkommen; und das Headquarter komplett ausgebaut. Aber das macht man so nebenbei, ohne dass es wirklich wie unnötige Spielzeitverlängerung wirkt (und ist ja eh optional). Assassin’s Creed II hält einen einfach wesentlich besser bei Laune, trotz Schluckauf hier und dort.

Zumindest hab ich hiernach definitiv die Motivation, auch den Nachfolgern in näherer Zeit eine Chance zu geben. Ob da auch wirklich schnell was draus wird, steht dann natürlich wieder auf einem anderen Blatt.

Assassin’s Creed

Assassin’s Creed ist eines der Spiele, die vom Konzept her erst mal echt interessant klingen, dann aber häufiger ein bissarl solala umgesetzt sind.

Die Handlung ist wieder irgendwas über Tempelritter und so, mit dem anscheinend obligatorsich darin unterzubringen Bullshit gegen Ende. Genau genommen haben die erste 3/4 des Spieles so gut wie keine Handlung, erst aufs Finale kommt ein dicker Batzen, so dass sich eigentlich alles in 5 Sätzen zusammenfassen ließe. Whats-his-Face ist von einer geheimen Organisation gefangen worden und wird jetzt in eine VR-Maschine gesteckt, um die Erinnerungen seines Assassinen-Vorvaters Altair zur Zeit der Kreuzzüge durchzugehen.

Der Ablauf der ersten 3/4 besteht nun darin, einen Mordauftrag zu erhalten, in die zugehörige Stadt zu gehen, dort ein paar Informationen zu sammeln und eben dann das Ziel zu eleminieren. Rinse and Repeat 9 Times. Dann kommt die übliche Verschwörung heraus, wobei man sich wie bei Fable schon seit der ersten Spielstunde denken konnte, wer da wohl Altair letztendlich hintergehen wird, im Spiel sind nur alle Beteiligten halt zu blöd, das Offensichtiche zu sehen, selbst nachdem jedes einzelne der Opfer Altair ordentlich hintet, dass die Dinge nicht so sind, wie ihm erzählt wird.

Eigentlich ist es ganz interessant, dass das Spiel zumindest zwischendurch mal aufwirft, dass es keine absolute Wahrheit gibt, nur das, was wir als solche wahrnehmen. Nur um dann sein eigenes Argument zu untergraben, in dem es behauptet, die Animus-Maschine lässt uns die wahre Wahrheit sehen, weil wir ja direkt in die Erinnerungen von in die Ereignisse Beteiligter springen. Was natürlich Blödsinn ist, da deren Wahrnehmung ja trotzdem von ihrer Sichtweise geprägt ist und niemand omnipotent den Überblick über alle Zusammenhänge haben kann.

Auch verlangt einem die Handlung, wenn sie dann mal los legt, einem doch reichlich Goodwill ab, das alles zu Schlucken. Da senden sich die Angestellten der Super Secret Templar Org. einfach mal Passwörter per E-Mail zu und lassen ihre Zugangssticks notorisch in der Gegend rumliegen. Da beschließt Altair plötzlich einen Doppelgänger seines Opfers zu verschonen, mit der Begründung, sie sie unschuldig und ja nicht sein wahres Ziel – obwohl er das Spiel über jede Menge sogesehen Unschuldige umgebracht hat, die ihm im Weg zu seinem eigentlichen Ziel standen. Und zu allem Überfluss endet das Geschehen dann auch noch mit einem großen Cliffhanger, ohne wirklich was von dem, was in der Realität so passiert, auch nur ansatzweise erklärt zu haben. Storytelling ist definitiv nicht der Glanzpunkt des Spieles, trotz sehr überzeugender Sprachausgabe, durch die es uns vermittelt wird.

Das Gameplay hingegen ist zunächst erstaunlich launig und wie gesagt das Konzept echt interessant. Mit Leichtigkeit über die Dächer von Jerusalem zu parkouren und die höchsten Türme zu erklimmen, die Stadt unter sich ausbreitend, ist echt unterhaltsam. Sich in der fast ständig präsenten Menschenmenge an sein Opfer heranschleichen, mit einem verstecken Messer zu meucheln und schon wieder in der Masse untergegangen zu sein, bevor der Körper überhaupt den Boden berührt, klingt echt cool. Spaß macht das auch reichlich. Die ersten paar Stunden lang, danach wird das Spiel doch ziemlich repetiv, trotz reichlich Nebenmissione a la Aushorchen, Taschendieb, Zivilisten retten etc.

Nicht zuletzt ist es gerade bei den Hauptzielen der Handlung auch betechend schwer, den geheimen Attentäter zu spielen, da sie meist eben nicht in der Menschenmenge sind und viele Wachen um sich haben, so dass Altair häufig halt doch entdeckt wird und sich wieder mit brachialer Schwertgewalt durchkämpfen muss. Meist nicht sonderlich schwer, sobald man Verteidigung und Konter beherrscht, doch auf Dauer etwas ermüdend, in der Verteidigungsstellung im Ring von 10 Wachen plus Opfer zu stehen und darauf zu warten, dass einer angreift, um den Konterschlag auszuführen.

Da hilft es nicht, dass aufs Finale das Heranschleichen komplett weg fällt und zwei gut bewachte Festen gestürmt werden müssen. Hier kann man sogar sterben, einfach nur wegen der schieren Übermacht an Gegnern, durch die man sich schlagen muss. Man könnte fas Dynasty-Warriors-Vibes bekommen. Und es ist eben genau das, was dem eigentlichen Konzept des Spieles nicht entspricht. Der Endboss hat sogar eine extra cheape Phase, wo er Altair die Lebensleiste auspustet und dann besiegt werden muss, während er nur einen einzigen Schlag anbringen muss, um Altair zu besiegen.

Doch der wahre Feind Altairs ist das Wasser. Schon erstaunlich, dass so ein super agiler Assassine nicht schwimmen kann. Der Mordauftrag bei den Docks war zumindest super nervig, wenn aus Versehen bei der Verfolgungsjagd ein nasses Grab gefunden wird oder einer dieser blöden betrunkenen Passanten oder allamierten Wachen Altair ins Wasser schubst. Denn manchmal kam mir die Steuerung Altairs einfach etwas zu pappig vor. Da läuft er dann wo hoch oder hangelt sich wo lang, wo man gar nicht hin will, oder springt dann ab, als man das nicht wollte.

Im Prinzip ist Assassin’s Creed also ein echt spannendes Konzept, dass in seiner Umsetzung allerdings nur die ersten paar Stunden richitg launig ist und in den verlbeibenden 2/3 ordentlich an Luft verliert.