Falling for the Criminal: Nicole

Als nächstes Dating Sim hat es nun doch unsere Freunde bei Winterwolves erneut getroffen, die ja im Indie-Bereich ordentlich an Visual Novels und Dating Sims zu bieten haben, auch wenn ich die alle eher im Durchschnitt einordnen würde. Aber ich glaube das Thema, dass ich sehr einfach zu befriedigen bin, hatten wir bereits.

Nicole (Otome Version) dreht sich um die Titel-gebende Nicole, die gerade frisch ans College gekommen ist. Zunächst recht gut eingestellt, da der Campus hübsch ist und sie sich auch sofort mit ihrer Zimmergenossin versteht, wirft ein kurzer Gang in die lokalen News allerdings bereits einen Schatten voraus. Im Laufe des letzten Jahres sind 3 Mädchen, die auf das College gehen, entführt worden. Alle nach 3 Tagen allerdings unverletzt aber mit Amnesie wieder aufgetaucht. Nicole scheint das nicht weiter groß zu jucken, stattdessen scrollt sie lieber gleich weiter und geht Internet-Shoppen.

So ein wenig unbedarft ist die Gute ja schon.

Wobei sie uns direkt im inneren Monolog versichert, dass sie ein schlauer Brainiac ist, aber deswegen kann man ja trotzdem stylish sein, auch wenn auf ihrer High School dadurch immer alle überrascht waren, zwecks Vorurteil das hübsche Mädchen nicht auch schlau sein können. Wow, Humble Brag much? Tatsächlich ist es so, dass mein größtes Problem in Nicole Nicole selbst war. Scheinbar wollte man ihr etwas mehr Persönlichkeit abgeben, als Protagonisten in diesen Spielen normalerweise mitbringen. Aber Mensch, wenn ich deren nicht immer mal wieder absolut nervig fand.

Wenn sie in der Cafeteria essen geht beispielsweise, versichert sie uns sofort im inneren Monolog, dass sie das eigentlich total selten macht, statt hier ständig abzuhängen. Sie ist gern die Erste in den Vorlesungen, weil man sich dann so gut alle anderen, die nachträglich kommen, anschauen und beurteilen kann. Wenn sie uns erzählt, dass sie das Blog von einem Kerl mag, der viel über Technik schreibt, wird sofort eingeschoben, dass sie mit dem Thema selbstverständlich nicht viel am Hut hat, den Schreibstil nur so mag. Natürlich hat sie selbst ein super beliebtes Life-Blog. Es kam mir teilweise wirklich so vor, als wäre jede zweite Szene mit ihr eine Ausrede, um entweder anzugeben, oder zu versichern, dass sie das, was sie unter ihrer Würde sieht, eigentlich unter normalen Umständen ja nie machen würde. Was für eine selbstverliebte Kuh.

Show don’t tell?

Natürlich wird Nicole dann später auch selbst vom Entführer kontaktiert, um zum vierten Opfer zu werden. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das nicht einfach als Karma abtun sollte. Allerdings ist es so, dass sie mir später im Spielverlauf dann aber auch gar nicht mehr so viel auf den Keks ging. Ein wenig immer noch, aber irgendwann bekommen auch die Kerle immer mal verbal die Oberhand und erwischen Nicole auf dem falschen Fuß. Sie ist natürlich dennoch sau dämlich, weil sie nicht die Polizei kontaktiert, sondern der Sache selbst nachzugehen versucht. Und da Nicole nur an sich selbst denken kann, überrascht es sie tatsächlich auch, wenn ihr jeweiliger gewonnener Freund dies total egoistisch und blöde von ihr findet, nicht den Behörden und ihm zu sagen, was Sache ist. Abgesehen natürlich von demjenigen, welcher der Übeltäter ist. Aber hey, wenn man in Sweet Fuse einen Terroristen daten kann, warum in Nicole (Otome) nicht auch einen Entführer?

Spielerisch ist alles so ziemlich beim Alten. Das Spiel startet Anfang September und läuft bis Ende Dezember, jeder Tag ist in 7 Zeitslots unterteilt. Und man darf nun immer schön klicken, zu welcher Lokalität man gehen und welche der dort angebotenen Aktionen man für Statusupgrades machen will. Wobei die unterschiedlich viele der Slots einnehmen, und an Wochentagen der Vormittag natürlich mit Vorlesungen gefüllt ist. Wie immer gibt es sogar einen praktischen Überblick am Ende eines Tages, wie sich die Statuswerte und Charakteraffinitäten geändert haben. Und Cutscenes mit den Kerlen, in denen Multiple-Choice-Antworten gegeben werden, triggern automatisch, man muss also nicht am richtigen Tag am richtigen Ort sein, sondern nur die Affinität hoch genug haben, in dem man genug richtige Antworten gegeben hat.

Statusveränderungsübersicht.

Das Spiel kennt dabei 7 Statuswerte. Wobei Energy und Morale so ziemlich das Gleiche tun, nämlich ausbalancieren, dass man hin und wieder auch mal rasten muss, statt immer nur an den anderen arbeiten zu können. Die anderen 4 Statuswerte sind jeweils für einen der Charaktere benötigt, den Rest kann und sollte man weitestgehend ignorieren. Denn wer sich nicht fast von Anfang an ganz speziell auf einen Charakter eingeschossen hat, wird in Probleme geraten, wirklich noch jemanden zu gewinnen, da auch alle nötigen Szenen mit ihnen bis zum Spielende gesehen werden müssen. Bleibt noch ein weiterer Statusbalken, nämlich Clues, welches damit zusammenhängt, ob man am Ende das Mysterium um die verschwundenen Mädchen gelüftet bekommt, oder nicht. Um einen Charakter zu gewinnen ist das theoretisch nicht benötigt, sie bei 100% Zuneigung und den von ihnen gewünschten Wert auf 999 zu haben, plus alle Szenen mit ihnen zu sehen, und man bekommt deren Normal End vorgespielt. Wer allerdings dies um das True End des Charakters erweitert sehen will, muss auch Clues auf 999 und alle zugehörigen Mystery-Szenen gesehen haben.

Um hiermit zu helfen, werden im Oktober Jobs freigeschaltet, um Geld zu verdienen und den an ihnen hängenden Status schneller leveln zu können. Und Ende Oktober darf das angesammelte Geld dann per Online-Shopping wieder ausgegeben werden. Wobei es hier auch nötig ist sich die Zuneigung der Kerle zu erkaufen. Über die ursprünglich und in jedem Durchgang erneut gesehenen Szenen, wodurch der Anfang immer sehr Textlastig ist, man aber dafür auch einen guten Überblick über die Liebesprospekte hat, kommt man nämlich nur bis 30% Affinität mit ihnen, um weitere zu triggern muss dann anschließend mit Geschenken nachgeholfen werden.

In wessen Herz möchte Frau sich einkaufen?

Gut gefallen hat mir übrigens auch das sehr hübsche Charakterdesign des Spieles. Und diesmal gibt es sogar mehr als nur 1 CG, sondern neben dem aus dem normalen Ende noch 2 weitere im True End. Wobei merkwürdigerweise andere weibliche Charaktere eher nicht so pralle aussehen. Was deswegen auch seltsam ist, da seit Ewigkeiten ein Nicole (Yuri Version) angekündigt ist, in dem man eben andere Mädels statt Jungs daten können soll. Wenn daraus überhaupt noch mal was wird. Auch der sehr auf melancholisch stehende Piano-Klänge gehende Soundtrack war ganz nett, die SFX eher nervig, gerade das ständige Vogelgezwitscher im Park.

Ganz einfach ist Nicole übrigens nicht, obwohl es wieder verschiedene Schwierigkeitsgrade zur Auswahl gibt. Es ist tatsächlich nicht unbedingt schwer, alle Statuswerte bis zum Ende auf Maximum zu haben, die man für den jeweiligen Charakter braucht. Aber man kann sich doch verkalkulieren, wenn es darum geht, auch noch alle Mystery- und Romantik-Szenen zu sehen, bevor die Zeit abgelaufen ist. Ich habe letztendlich das True End von allen vier Charakteren gesehen, musste aber bei zwei von denen von vorn beginnen, da beim ersten Versuch noch ein Standardende über den Bildschirm lief:

Rechts der DILF ist Teds Vater btw.

Jeff war der Erste, den ich angetroffen habe, nachdem Nicole prompt auf dem neuen Campus verlustig geht, und er ihr den Weg weist. Immer gestriegelt angezogen, gepflegtes Äußeres, super freundlich und charmant, ist der Pharmazie-Student auch intellektuell ein Überflieger. Also der perfekte Kerl, da muss doch was Dunkles dahinter stecken. Und bei seinen Studienfächern, und da er seinem Professor im Labor aushilft, würde Jeff doch sicherlich auch wissen, welche Drogen man verabreichen muss, um jemanden zu kidnappen und anschließend die Erinnerung zu vernebeln.

Tja, seine Nettigkeit ist dann auch nur Fassade, die er sich aufgebaut hat, als seine Großeltern in erziehen mussten, und er seither allen alles recht machen will. Darunter ist ein wenig freundlicher und arroganter Typ, der Nicole zu seiner eingeschworenen Assistentin macht. Denn der Kerl hält sich für einen Alchemisten und braucht diverse Zutaten, um einen Beliebtheitstrank zu brauen. Über die Arbeit mit ihm verguckt er sich natürlich in Nicole und wird netter, und Nicole ist dann auch so nett auf ihn zu warten, bis er aus dem Gefängnis entlassen wird. Weil Jeff natürlich der Entführer ist, der seinen nicht sonderlich erfolgreichen Trank an den Mädels ausprobiert hatte.

Ich mag den Zeichenstil, aber schon alleine 3 Charaktere sehen sich eigentlich zu ähnlich.

Ted trifft man im ersten Kriminologie-Unterricht an, wenn man ihm den Rucksack ins Gesicht haut und er später die rausgefallenen Stifte Nicole hinterher trägt. Soll angeblich einen niedlichen Akzent haben, wobei wir später herausfinden, dass damit ein Südstaatenakzent gemeint ist, und das mal alles andere ist. Jedenfalls ist er der etwas verklemmte Typ, der seinen Job im Laden des Vaters echt ernst nimmt, und leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Und Nicole behandelt ihn sofort wie eine Zirkusattraktion, die zu ihrem eigenen Vergnügen existiert.

Wir finden dann heraus, dass sein Vater Polizist ist und die Mutter vor Jahren verstarb, deswegen der von ihr geleitete Laden verkauft werden musste. Sie sind hierher gezogen und nun will er sich über den neuen Laden beweisen, der aber nicht so gut läuft. Es sei denn sein DILF von Vater steht hinterm Tresen (kein gewinnbarer Charakter, leider). Mit einer Aktion soll dann auch mehr Aufmerksamkeit auf den Laden gelenkt werden, doch letztendlich stampft sein Vater ihn doch ein, weil er nicht weiter will, dass Ted sich unnötig für den aufopfert.

Wer drauf steht…

Kurt ist der Jock-Charakter des Spiels, den man versehentlich in der Umkleidekabine erwischt. Nicole wird sich übrigens seine ganze Route über wie eine 12-Jährige verhalten, der es total unangenehm ist, wann immer sie ihn ohne Shirt sieht, als wäre ein Kerl mit nacktem Oberkörper wahnsinnig was Besonderes. Trotz reichem Vater ist er über ein Sportstipendium hier, und auch nicht wirklich eine helle Leuchte, weswegen seine aktuellen Noten das Stipendium zum Wackeln bringen, bis Nicole zu seiner Nachhilfelehrerin wird.

Denn über den Unterricht werden nicht nur seine Noten besser, sondern auch seine Attitüde. Weniger dumme Sprüche, mehr ehrliche Gespräche. Dass man ihn auf dem ersten Date nicht küssen will, als wäre man eine schüchterne 12-Jährige macht die Situation allerdings angespannt, zusammen mit einer Verletzung, wegen der er das Jahr Football aussetzen muss. Weil er meint für sonst nichts gut zu sein, dem wir natürlich wiedersprechen. Und am Ende kann er zwar wieder spielen, hat aber auch nun neue Ziele und ändert seinen Studiengang in Sportmedizin.

Autsch.

Darren trifft man ursprünglich als Voix, den besagten Blogger, den Nicole so interessant findet, obwohl sie sofort beteuert, dass sie für die wenig mädchenhaften Themen eigentlich nichts übrig hat. Hey, Nicole ist doch kein Nerd, sondern nur eine missverstandene schöne Intelligenzbombe, auf die alle neidisch sind. Das arme Mädchen, schweres Schicksal. Wenn sich dann herausstellt, dass er an das gleiche College geht, und dahinter der schüchterne Darren steckt, der so ganz anders ist, interessiert Nicole das natürlich nur noch mehr.

Tatsächlich versteckt sich der spritzige Voix auch unter der Schale des zunächst fremdelnden Darren, der erst mal auftauen muss. Darren ist sich dabei durchaus bewusst, dass sein IRL-Selbst eher eine Enttäuschung ist, wenn man ihn vom Internet kennt. Was Nicole nicht komplett abstreiten aber auch nicht komplett bestätigen kann, weil das nur der erste Eindruck ist. Nachdem Nicole ihm auf Anfrage von guter Horror-Literatur ausgerechnet Internet-Creepypastas vorschlägt, und über Darrens enge Freundschaft zu Kurt unwitzige Schwulenwitze reist, hatte ich Nicole auf Darrens Route endgültig aufgegeben. Irgendwie meidet er sie dann auch, weil er zu nah an der Sonne flog, und sie doch nie auf ihn stehen würde, aber am Ende klärt sich das alles auf und gut ist.

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A sixth sense for donkey butt: Otome on Smartphone

Nach ein paar Otome-Spielen auf traditionellen Spiele-Medien gibt es nun auch einen kleinen Exkurs in das Sub-Subgrenre auf der modernen Allesspieler-Plattform Japans, dem Smartphone.

10 Billion Husbands wirbt damit, dass man viele niedliche Anime-Husbandos heiraten kann. Wie soll ich denn dort schon vorbei gehen? Jedenfalls war ich etwas überrascht, als was sich das Spiel herausstellte: Cookie Clicker. Ihr wisst schon, dieses dämliche casual Browser/Smartphone-Game, über das alle truen Gamer die Nase rümpfen, bis sie es selbst aus Kuriosität probieren und anschließend schwerer von los kommen, als von einer Heroinsucht.

Jedenfalls heiratet man also seinen ganz schnöden normalen Office-Worker-Husbando, und von nun an laufen lauter kleine Anzugkerle über den Bildschirm und generieren Love Points. Genug LP gesammelt und man kann den nächsten Stereotyp heiraten. Vom Helden zum Pop Idol zum Rockstar zum Wissenschaftler, die natürlich mehr und mehr LP im Einkauf sind. Außerdem können sie über LP weiter aufgelevelt werden, wodurch sie mehr LP generieren, zu gewissen Stufen (immer Lvl.20 und dann eine sehr hohen Stufe die bei 100 beginnt aber für teure Ehemänner nach unten revidiert wird) bekommen sie sogar ein nettes kleines Geschenk, welches einen deftigeren Multiplikator verursacht.

Selbst klicken kann man natürlich auch, um LP zu bekommen, aber ganz ähnlich Cookie Clicker wird man das schnell aufgeben und auf Automatisierung alleine laufen lassen. Seine vielen Lover sich selbst überlassen. Als gewisse Belohnung gibt es allerdings auf der nächsten Stufe statt eines weiteren Multiplikators ein nettes kleines (komplett züchtiges) Pinup vom jeweiligen Archetypen freigeschaltet, die ganz niedlich anzusehen sind. Von daher launig aber uninvolviert dieses Husbando Clicker.

Hot Roomies oder Love Triangle, ich bin mir über den Namen nicht sicher, denn im Handy-Menü nennt sich die App Love Triangle, im Hauptmenü des Spieles an sich steht dann allerdings lediglich Hot Roomies. Jedenfalls ist es ein Visual Novel, in dem MC-chan gerade das College absolviert hat, und nun nach einer neuen Bude sucht. Praktischerweise ist ihr zu einem heißen Bachelor herangewachsener Kindheitsfreund Tsukasa, der eine Stelle als Lehrer gefunden hat, wieder in der Stadt und beschließt mit einzuziehen. Die beiden finden eine WG ganz zufällig beim ebenfalls heiß-jungen Schriftsteller, den MC-chan schon immer mochte, Kazuya. Das war es übrigens schon, die beiden anderen hübschen Kerle, die das Spiel gern in Ads zeigt, sind zwei Nebencharakter, die vielleicht für 10 Sekunden im Spiel sind.

Insgesamt hat das Ding übrigens abgesehen vom echt attraktiven Charakterdesign nicht viel zu bieten. Nur zwei Kerle geht für mich noch klar, die sind beide nett anzuschauen und auch beide ganz akzeptabel von der Persönlichkeit hinter der hübschen Fassade. Tsukasa ist halt mehr der Joker-Charakter und Kazuya mehr der einfühlsame Typ. Es gibt ein paar nette Comic-Panel-Szenen für ein oder zwei wichtigere Storypunkte, dafür aber keine hübschen CGs. Beispielsweise hab ich natürlich sofort das obere Zimmer ohne eigenes Badezimmer gewählt, in der Hoffnung das man somit mal versehentlich in einen der halbnackten Kerle läuft, der das OG-Bad mit einem teilen muss – nope, gab es nicht. Ansonsten sind die Antworten allerdings überraschend irrelevant. Egal was man wem wann und wie antwortet, am Ende werden beide Kerle auf MC-chan stehen und lediglich die finale Entscheidung macht aus, wen von beiden sie sich schnappt.

Ich bin Kazuya gefolgt, obwohl Tsukasa eigentlich hübscher ist und nicht mit einer Katze daher kommt. Am Ende schenkt Kazuya einem einen hässlichen Katzen-Anhänger, den ich nie tragen werde, und das wars. Kein CG, kein Freischalten um das Ende erneut zu sehen, bitte ganz von vorn beginnen, wenn du 90% exakt das gleiche Spiel haben willst, nur am Ende Tsukasa wählst. Das Spiel ist sowieso extrem kurz und es schien nie viel zu geschehen, obwohl ein Umzug, ein Geburtstag, eine Abschlussfeier, eine neue Jobaussicht und ein gesundheitlicher Zusammenbruch untergebracht sind, in jedem anderen VN wäre das hier eher der Prolog oder zumindest wesentlich weniger überhastet. Was etwas schade ist, denn wie gesagt ganz hübsch und nett und auch ganz charmant geschrieben ist das wenige, was da ist, schon gemacht. Auch fand ich es etwas komisch, dass es nur je mit einem der beiden Kerle enden kann. Es gibt keine Entscheidung lieber den Job in Kyoto anzunehmen, oder zu versuchen eine Fernbeziehung aufrecht zu erhalten.

Ninja Shadow: Womit einen Hot Roomies gern überschüttet ist bei jedem Ladebalken-Szenenwechsel mal schnell nachzufragen, ob man nicht auch dieses oder jenes andere Otome spielen will. Aber so leicht lasse ich mich nicht in den Hasenbau hinabziehen. Dachte ich zumindest. Beim ersten Bild mit einer Gruppe von Kerlen mit nacktem Oberkörper hab ich noch lächelnd weitergeklickt. Beim zweiten mit den hübschen Kerlen im Onsen nur mit diesen Minibadetüchern um die Hüfte gelegt… und plötzlich fand sich Ninja Shadow auf mein Phon gezogen und installiert wieder. Gehört wohl zu einer ganzen Reihe an Spielen mit Ninja im Titel (und noch mehr unter dem Obertitel Shall we date, der mal und mal nicht vorm Ninja Shadow steht) von der gleichen Firma, die ganz gut auf dem Smartphone-Otome-Markt vertreten sind. Der Hasenbau geht wesentlich tiefer, als man sich vorzustellen bereit ist.

Jedenfalls ist das hier wohl eher exemplarisch für das Geschäftsmodell eines Smartphone-Otomes. Die Geschichte ist eine ziemlich generische über ein Ninja-Mädel, dessen Zwillingsbruder ermordet wird. Er sollte bei irgendwelchen Gerechtigkeitskämpfern mitmachen, also übernimmt sie einfach seinen Platz, um das Versprechen zu erfüllen und weil sie so der Rache an dem feudalen Lord eventuell näher kommt. Umgeben ist sie von einer Hand voll anderer heißer Ninjas, und verguckt sich in einen davon, während 90% ihres Dialoges daraus besteht, dass sie sich über jede Kleinigkeit aufregt, weil das in ihren Augen eine unmännliches Behandlung ihr gegenüber oder ein unmännliches Verhalten von ihr sein könnte, damit sie nicht auffliegt.

Zu Beginn nimmt man sich einen Partner heraus, auf dessen Route man ist, wobei das Spiel mit 3 Charakteren startete, aber immer wieder einen neuen dazu bekommen hat (und weiterhin bekommt), um die Langlebigkeit zu erhöhen. So weit so gut. Allerdings ist die eh schon maue Handlung, in der echt nicht viel geschieht, nicht nur in 12 auf sich alleine gestellt ziemlich unbefriedigende Kapitel unterteilt, nein diese dann noch mal in fast so viele weitere Brocken, die jeweils aus vielleicht 2 Minuten Lesearbeit bestehen, bevor der nächste geladen wird. Und jeder davon nimmt ein Storyticket ein, von denen es pro Tag nur 5 freie gibt, der Rest will gekauft werden.

Das wäre an sich nicht so schlimm, pro Tag je knapp ein halbes Kapitel lesen zu können ist ausreichend, wenn auch wie gesagt bei der mauen Haupthandlung so oder so lächerlich wenig bei rum kommt, doch dann gibt es noch weitere Checkpoints alle paar Kapitel, die entsprechend geklärt werden müssen. Durch Geld, durch Jade oder durch Skillpunkte. Die bekommt man durch Minispiele, die aber nur so häufig per Energie gespielt werden können. Abgesehen von Jade, die müssen gleich gekauft werden. Das bedeutet das ab Kapitel 4 oder 5, nachdem die Login-Bonus-Sachen aufgebraucht sind, die Handlung zusätzlich für mehrere Tage brach liegen gelassen werden muss, weil man sich erst mal das Geld oder die Skillpunkte angrinden muss, um einen Checkpoint zu bestehen. Es sei denn, man will echtes Geld investieren. Und das ist diese Storyline absolut nicht wert, vielleicht nicht mal die Lebenszeit, die man ins f2p investieren muss. Das Spiel offeriert übrigens viele CGs, nämlich in der Regel eines pro Kapitel, die meisten aber an die Jade-Checkpoints gebunden, die wie gesagt echtes Geld kosten, sonst gibt’s kein Bildchen.

Jedenfalls hatte ich Edward gewählt, der große blonde Niederländer mit den besonders herausragenden violetten Augen. Das Haupt-Gimmick der Route ist, dass er Dre Ary ständig Komplimente macht wie niedlich sie ist, und sie ihn ständig ankläfft, dies gehöre sich unter Männern nicht. Ziemlich ermüdend. Außerdem ist schnell klar, dass der unter Amnesie leidende, von einem der anderen Kerle aufgenommene Ausländer, mal als herzloser Killer ausgebildet wurde, und nun ein anderen großer blonder Niederländer ihn zurückgewinnen will. All das erstreckt sich irgendwie auf 12 Kapitel von im Schnitt 8-10 Teilen, obwohl es totaler Standard ist, ohne Besonderheiten oder großes Interesse an der Materie geschrieben wurde, und von Anfang an der komplette Verlauf klar ist. Beispielsweise macht das Spiel nichts draus, dass Edward einen anderen Kerl anflirtet, kein Ankreiden falschen Macho-Gehabes, oder Aufzeigen dass der einzige Ausländer den engen sozialen Konventionen der Japaner nicht obliegen muss, sondern er durchschaut ihre Kostümierung einfach von Beginn an #NoHomo. Als ich dann anschließend Kagura ausgewählt hatte, und bereits im ersten Kapitel der nette Kerl seine Augenklappe verliert, darunter ein rotglühendes Auge hervorkam, und sein Charakter eine 180°-Wendung zum Fieseren hinlegte, war mir klar das alle Geschichten gleich vorhersehbar und in die Länge gezogen sein würden.

Ach ja, irgendwelche Fanserive-CGs gibt es übrigens nicht, bzw. wenn dann in den nur zu limitierten Zeiten spielbaren Nebengeschichten. Nichts mit den Cast im Onsen oder zumindest den aktuellen Hauptcharakter beim Umziehen erwischen oder so. Sprich das Spiel an sich ist mehr als enttäuschend, weil es viel zu lange braucht, um sich über die Hürden gegrindet zu haben, damit man weitere drei Sätze einer eh nicht interessanten und viel zu verwässerten Story erleben darf, die noch nicht mal sonderlich attraktive CGs bereithält.

Burn Your Fat With Me! for Girl ist wie der Name schon sehr deutlich machen sollte aus der Idee entstanden, dass man fette Otakus doch in Augenfreundlichere Körperformen bekommen könnte, in dem sie es für ihre niedlichen 2D-Waifus machen. Und da das Konzept aufging, gab es die Mischung aus Galge-VN und Abnehm-App anschließend auch mit niedlichen Bishounen, die Fujoshis entschlacken.

Interessant hierbei ist, dass dies nicht beispielsweise eine Art Wii Fit ist, nur mit einer Persönlichkeit an die Trainer geheftet, die einem verschiedene Übungen zum reduzieren der Taille etc. durchgehen lassen und diverse Abnehm-Tipps verabreichen. Nein, das Ding hat einen richtigen Story-Modus zu bieten, der in mehreren Kapiteln eine oberflächliche Geschichte eines übergewichtigen Mädels, die eigentlich Mangaka werden will und Tagträumen von ihren 2D-Husbandos hinterher hinkt, welches an die Schule werdender Idole geschickt wird. Denn alle Mädels ihrer Familie müssen mit 20 verheiratet sein, aber keiner heiratet fette Frauen, also schickt Mom einen auf eine Schule, bei der das Aussehen nicht nur wichtig ist, sondern bei der man von hübschen Jungs als Motivationsfaktor plus evtl. zukünftiger besserer Hälfte umgeben ist.

Und so hilft uns Arschloch Kei, unter viel fieser Spitznahmen, welche die Spielerin auf ihr Gewicht reduzieren, mit einigen Situps etc. dabei, das Gewicht zu reduzieren. In dem man die jeweilige Übung macht und dabei immer schön brav den Bildschirm tippt, sobald ein Durchgang durch ist, weswegen das ganze natürlich den Arsch zu bewegen gecheated werden kann. Ich mein, wie sollte das Smartphone auch wissen, ob man wirklich diese Ganzkörperübungen macht? Zwischendurch müssen im regelmäßig erledigten Trainings-Modus Bonuspunkte gesammelt werden, damit das nächste Kapitel der bahnbrechenden Handlung um Abnehmen und Auftauen des arschigen Hübschlings freigeschaltet werden kann.

Grundlegend ist es ja keine schlechte Idee, das Abnehmen mit etwas Spaß in Form von visuellen Augenfreuden verbinden zu wollen. Doch das Ding ist sowas von eingeschränkt, dass es wirklich schlichtweg keine gute Zielführung bereithalten kann. Die einzigen Übungen sind vermehrte Wiederholungen von Sit-Ups in der Hauptstory, der freie Trainingsmodus nennt zwar auch drei weitere, aber die müssen gekauft werden oder so, ich hatte sie jedenfalls nicht zur Verfügung. Auch keine Anleitung, wie man jene am besten macht, oder ihre verschiedenen Arten. Dazu überhaupt keine Ernährungstipps obendrauf, abgesehen von „friss keine Süßigkeiten“. Da verliert man ja mehr Kalorien beim Masturbieren zu WiiFit-Trainer-Porn. Vielleicht lügt das Spiel einen deswegen so dreist an und meint nach 30 Sit-Ups hätte man bereits 3 ganze Kilo verloren – vielleicht dann, wenn man sich nebenbei noch ne Titte hat abnehmen lassen.

Was mir vor allem bei solchen Charakter-Stereotypen in diesen Spielen immer abgeht ist, dass man am Ende, wenn man schlank und hübsch und von allen bewundert ist, dem Kerl nicht sagen kann das er gepflegt abhauen darf, statt sich in ihn vergucken zu müssen. Aber na ja gut, er hat ja immer schön brav jeden Tag beim Mini-Workout geholfen. Und natürlich kommt später in den 9 erneut mehr als kurzen Kapiteln raus, dass der Kerl selbst auch Minderwertigkeitskomplexe hat und sich ehrlich in einen verguckte und so. Anschließend gibt es sogar noch 3 zusätzliche Date-Kapitel, die immer forciertere Gründe erfinden, warum er einen weiterhin zu Dutzenden Sit-Ups verdonnert.

7 Persons, 7 Hours, 7 Games: Sweet Fuse

Keiji Inafune ist der Kerl, der bei Capcom hinter so Serien wie Mega Man und Dead Rising steckte, dann lautstark über japanisches Game Developement lästerte, und letztendlich seine eigene Firma aufgemacht hat, um den Komplettausfall Mighty No.9 zu kickstarten. Aber noch vor diesem Spiel, noch vor Comcepts Mitarbeit an Soul Sacrifice, noch vor deren Beitrag zu Level 5s Guild02, tat sich das Unternehmen mit Idea Factory zusammen, um unter deren Otomate-Label ein Otome Visual Novel auf die PSP zu zaubern.

Nun ist Keiji Inafune etwas dafür verschrien eine leicht selbstverliebte Diva zu sein. Und tatsächlich ist er selbst ein Charakter im Spiel. Immerhin keiner der gewinnbaren Kerle, denn wer würde schon wirklich ihn haben wollen, sondern ein Nebencharakter in Form des Onkels der Hauptakteurin. Aber eben nicht irgendein Onkel, sondern eine Legende der Videospiel-Geschichte, der gerade seine persönliche physische Version von Nintendoland eröffnet hat: Einen Vergnügungspark, dessen Bereiche nach Spielegenre kategorisiert sind. Und auch wenn er aus dem Großteil des Spieles verschwinden wird, so steht Onkel Keiji seiner Nichte Dre Ary doch immer per SMS mit nützlichen Rat und Tat beiseite, weil er einfach so eine allwissende Stütze ist.

Ganz wie Mighty No.9, eh? Ehhhh?

Is ja auch egal. Jedenfalls machen Parks natürlich immer einen Belastungs-Probelauf, um zu sehen, ob auch alles unter einer größeren Anzahl an Besuchern funktioniert, weswegen die Mitarbeiter und ihre Familien über ein Wochenende eingeladen wurden. Als Nichte von Keiji Inafune muss man ihn halt nicht nur anhimmeln, sondern manchmal fällt auch was Gutes bei ab, weswegen Dre Ary natürlich voll begeistert hierzu eingeladen ist. Obwohl, so begeister ist sie auch wieder nicht, weil es ja nur Angestellte sind, nichts ahnend, dass hier mindestens fünf attraktive Typen dabei sein werden. Rennt dabei durchaus schon direkt vor ihrer Haustüre in einen hübschen Kerl, was ein gutes Omen sein sollte, dies aber nicht ist.

Denn kaum sind alle zur Eröffnungsrede von Keiji Godlike Inafune zusammengekommen, geht eine Bombe hoch und ein nicht besonders attraktiv gestaltetes, Zigarre-rauchendes, Schweins-Maskottchen betritt die Bühne. So sein Plan: Über die nächsten 7 Tage hinweg müssen 7 von ihm Auserwählte an 7 Prüfungen in den jeweils 7 Bereichen des Parks teilnehmen. Versagen sie, fliegt die Attraktion in die Luft. Versagen sie zu häufig, fliegt der ganze Park in die Luft. Verstoßen sie gegen die auferlegten Regeln oder fliehen aus dem Park, fliegen die Geiseln in die Luft. Zu denen auch Keiji Inafune gehört, dessen Verlust die Welt nicht ertragen könnte. Rein aus Spaß fragt Count Hogstein sogar mal in die Runde, ob jemand sich freiwillig auf das tödliche Spiel einlässt, nicht erwartend das Inafunes Nichte sich tatsächlich als Tribut anbietet. Dass Count Hogstein sich übrigens wild darüber auslässt, was für Idioten doch alle sind, da sie Inafunes Park-Idee ausgeholfen haben, weil wer würde dem Kerl schon freiwillig Geld geben, ist natürlich umso witziger in einer Welt nach Mighty No.9. Außerdem steht ein Vergnügungspark vielleicht eh nicht unter den besten Sternen, wenn man in dessen Zentrum Barad-dûr errichtet.

Objection!

Sweet Fuse strukturiert sich dabei ähnlich Hakuouki, denn auch hier gibt es zunächst einmal 3 Kapitel, die einer generellen Route entsprechen, und je nachdem, wie viele Punkte man mit den Kerlen gesammelt hat, geht es anschließend für Kapitel 4 bis 7 auf deren spezifische Route. Gehabt ist wie bei Visual Novels generell hauptsächlich die Wahl der richtigen Multiple Choice Antworten wichtig. Dies ist jedoch nicht das einzige Element in Sweet Fuse. An gewissen Stellen muss Dre Ary auch ein wenig die grauen Zellen anschmeißen und das richtige Schlüsselwort, welches ihr eine hilfreiche Lösungsidee für die aktuelle Situation gibt, aus dem gesprochenen Text filtern. Außerdem spiegelt sich das Bomben-Thema nicht nur in Geschichte, Titel und dämlicher Frisur des Mädels wieder, sondern auch in ihrem Temperament. An vorgegebenen Stellen regt sie sich nämlich hochgradig innerlich auf, und es ist dem Spieler überlassen zu entscheiden, ob sie sich wieder abregt, oder tatsächlich denjenigen, auf den sie sauer ist, in Grund und Boden schreit. Mit herrlicher Reaktion derer.

Da kommen wir auch schon zu einer der Stärken des Spieles: Der Humor. Trotz der gefährlichen Situation, in der sich die sieben Versuchskaninchen befinden, die auch meist sehr spannend erzählt sind, nimmt sich Sweet Fuse nicht immer komplett bei allem ernst. Hier spielt vielleicht auch Inafunes Unmut mit Spielen aus seinem Heimatland herein, aber gerade auch über übliche Otome-Klischees wird sich gern lustig gemacht. Wenn einer der Kerle beispielsweise zu Dre Ary sagt, sie als Mädchen solle die Finger von der harten Arbeit bei den Puzzeln in den Spielen lassen. Das wird in solchen Geschichten immer als super romantisch und „er kümmert sich um mich“ dargestellt, ist aber genau genommen schon eine ziemlich herablassende Art, wenn man es genau betrachte. Sweet Fuses Inkarnation von Dre Ary hingegen hat die Option den Typen als Sexistenschwein zu beleidigen.

Die Reaktionen sind das Highlight des Spieles.

Allgemein hat mir die Handlung und deren Voranschreiten im Spiel sehr zugesagt. Ähnlich Hakuouki gehört Sweet Fusse nicht zu jenen Visual Novels, deren Schreiber zu sehr in ihre eigenen Worte verliebt sind, sondern hält sich schon – zumindest vergleichsweise – etwas kürzer. Und dennoch ist es gleichermaßen spannend wie witzig und das Zusammenwachsen der Charaktere untereinander sympathisch umgesetzt. Dabei hilft auch, dass man zumindest an den ersten paar Tagen in der Free Time mit einem beliebigen Kerl noch etwas zusätzlich abhängen kann, statt nur dann, wenn man um aller Leben zu spielen hat.

Ein weiterer Star des Spieles ist übrigens die Musik, die wirklich diesmal durchgängig mit ihrer Qualität hervorsticht. Meist rückt die bei Visual Novels ja eher in den Hintergrund. Was allerdings das Charakterdesign angeht, so muss ich sagen, dass ich etwas mehr Zeit brauchte, um mich daran zu gewöhnen. Wobei ich dann letztendlich dennoch mir 4 von 7 Stechern angelacht hatte, bis herausgefunden war, was Count Hogstein gegen Vergnügungsparks hat und warum alle Spieler eine Verbindung zu einem Unfall von vor 12 Jahren haben:

Ein Anderer wäre Batman geworden.

Subaru Shidou ist ein Polizist, der auf Grund von Secruity bei der Eröffnung dabei war. Durch seinen Beruf ist er natürlich der ruhige und bedachte Typ, der erst analysiert und nachdenkt, bevor er handelt. War er allerdings nicht immer, denn sein dunkles Geheimnis ist, dass er als hitzköpfiger Frischling seinen Kollegen umgebracht bekommen hat. Und das, obwohl er doch seinem Vater so sehr in den Beruf nacheiferte. Das ist auch, was Subaru mit dem Verkehrsunfall verbindet: Sein Vater war der zuständige Ermittler.

Irgendwie bringt er auch eine Faszination für runde Sachen mit, und da man nicht genug Oberweiter hat, fixiert er halt auf den merkwürdigen Haarschnitt der MC. Er ist zudem der etwas übertrieben beschützende, da er wegen seiner Vergangenheit und weil er die aktuelle Situation nicht abwenden konnte, lieber nicht sieht, dass sich jemand anderes in Gefahr begeben muss. Seine Route zuerst zu spielen fand ich übrigens sehr gut, denn er war der einzige Typ, bei dem man tatsächlich an allen 7 Spielen teilnimmt, statt zwischenzeitlich von etwas anderem abgelenkt zu werden.

Scharfe Knarre = männlich?

Ayumu Shirabe ist ein freiberuflicher Journalist, der auf der Suche nach einem neuen Aufhänger an der Eröffnungszeremonie teilgenommen hat, nichts ahnend, wie explosiv die Sache sich wirklich gestalten wird. Vom Archetyp her ist er dann ebenfalls eher der besonnene Typ, der mit Hintergrundwissen aus vielen verschiedenen Bereichen auffahren kann. Zwei Dinge binden ihn an den Verkehrsunfall: Sein Mentor kam in ihm ums Leben und Shirabe hat einen Bericht darüber geschrieben, in dem er die Verbliebenen interviewte.

Außerdem hat er ein Kind, vielleicht kaut er auch deswegen ständig an einem Poky rum, statt einer Zigarette. Allerdings lebt die kleine Mai eigentlich bei ihrer Großmutter und die beiden verstehen sich eher nicht so gut, kurioserweise taucht sie aber im Vergnügungspark im Spukhospital auf. Auf seiner Route, und nur hier, wird Mai zudem an Tag 4 gekidnappt und man verbringt den Rest auf der Suche nach ihr und anschließend krank im Bett. Besonders kurios an Shirabe ist aber natürlich sein Alter, denn mit Mitte 30 ist er gut 10 Jahre über dem, was man in solchen Spielen eigentlich als Bachelor einbindet.

Nenn mich Simon Belmont!

Ryuusei Mitarashi mag vielleicht aussehen wie ein Yakuza, ist allerdings tatsächlich ein Escort, und laut seinen eigenen Angaben sogar die Nummer 1 seines Clubs. Das kann man ihm vielleicht so auch direkt glauben, denn ein guter Lügner ist der emotionale Hitzkopf nicht unbedingt, wie man daran sieht, dass er nicht wirklich gut verbergen kann, dass er total auf Vergnügungsparks abfährt und nur dem coolen Image wegen anderweitig tut. Da passt auch rein, dass er eigentlich eher Süßes den bitteren Sachen bevorzugt, wozu es in Japan wohl so ein ungeschriebenes Gesetz gibt, dass dies unmännlich ist.

Er handelt halt eher, bevor er denkt, und löst Probleme eher mit vollem Körpereinsatz, wird dadurch auch mehrmalig über den Spielverlauf hinweg verletzt. Auf seiner Route geht man dann zusammen irgendwann statt zu den Spielen lieber auf die Suche nach dem verschwundenen Mitspieler Urabe, sowie kümmert sich um Ryuuseis Fieber wenn er zusammenbricht. Sein Link zum Unfall sind die darin umgekommenen Eltern, zumal sein Vater der Mentor von Shirabe war.

Buhu, ich armer Schönling hab ne halb verblasste Narbe am Arm. Mimimi.

Makoto Mikami ist der Geheimcharakter des Spieles, dem Dre Ary erst ab dem zweiten Durchgang direkt zu Beginn auf dem Weg in den Park über den Weg läuft. Und dann eventuell nie wieder trifft, wenn sie ihm dort bereits die falsche Antwort gibt. Nach der richtigen wird er die ersten paar Tage über nur nebenbei angetroffen, bis das Spiel das eh schon Offensichtliche anspricht.

Die Sache ist die, wenn man die Route eines anderen Charakters wählt, entkommt Count Hogstein immer. Das Spiel wird gewonnen, der Park und die Geiseln sind gerettet. Nur wer hinter dem Schweinskostüm steckte und warum genau das perverse Spiel um Leben und Tod führte, wird nicht herausgefunden. Zudem erwähnt Mai, nachdem sie gekidnappt war, dass Hogstein pink ist und nach Limonen duftet. Makoto trägt einen pinken Jumpsuit und duftet fruchtig.

Jedenfalls ist seine Familie beim Unfall gestorben und er hat es sich zum Lebensauftrag gemacht, alle Beteiligten und ihre Familien leiden zu lassen. Dre Ary merkt allerdings sehr schnell an, dass es dazu keinem so ausgetüftelten Spieles benötigt. Eigentlich läuft jenes auch nur, damit er sich selbst ein Bild davon machen kann, ob die Spieler unrettbar sind. Denn er hatte den 7. Platz im Team, für den sie sich meldete, für sich selbst vorgesehen gehabt.

Witziger wäre ja gewesen, 5x „…“ zu tippen.

Der Rest:
Towa Wakasa ist ein Mitglied der Boy Group Junior Jr Boys und ziemlich baff, wenn ihn zu Beginn des Spieles keiner der anderen sechs wiedererkennt. Ich hab es eher nicht so mit verzogenen Heulsusen. Ach ja, er ist der einzige Überlebende des Unfalls.

Kouta Meoshi ist der nerdige Hikikomori, der aussieht, als käme er direkt aus GeGeGe no Kitaro, weswegen er sofort rausgefallen ist. Und was hat es mit dem Zwangsjacken-Outfit auf sich? Jedenfalls ist er ein Augenzeuge beim Unfall gewesen.

Kimimaro Urabe ist der einzige der älteren Fraktion, für den ich mich nicht interessierte, weil ich das Wahrsager-Outfit einfach unsäglich abturnend fand. Urabe ist als Maulwurf ins Spiel eingeschleust worden, erwacht aber zu einem Gewissen und muss dann ernsthaft spielen. Sein Vater ist der CEO des Architektenbüros, welches damals zur Verschleierung den Unfall auslöste.

Ach ja, zudem trifft man ab dem dritten Durchgang ganz zu Beginn der Eröffnungsfeier noch auf den neuen Kerl Dasoku. Man sollte sich davon nicht verwirren lassen, denn er ist kein weiterer Geheimcharakter, sondern nur ein Easter Egg. Erkennt man evtl. schon daran, dass sein Artwork ganz wie Keiji Inafunes doch deutlich vom restlichen heraussticht: Er ist der real existierende Sänger des Endings und hat so einen kleinen Ingame Cameo.

Love Sucks: Demon of the Fleeting Blossom

Idea Factory ist nicht unbedingt dafür bekannt die besten Spiele zu produzieren, wenn man deren Reputation mal milde formulieren will. Es sei denn, man wendet sich an die Spielerinnen der Einträge in deren Otomate-Label, denn die für Mädels erstellen Visual Novels erfreuen sich ziemlicher Beliebtheit und eines für die Firma ungewohnt positiven Rufs.

Eines der beliebtesten und gewinnträchtigsten davon ist Hakuouki. Nicht nur wurde das PS2-Original mit mehreren Anime und Mangas gesegnet, sondern zählt die Franchise an sich in Japan dutzende Spiele. Allerdings ist die Handlung des Spieles ziemlich final, weswegen vieles davon Nebengeschichten und Fandisks sind, oder eben mehr oder minder erweiterten Portierungen des Originals. Stichwort West-Release: Aksys hat 5 Hakuouki-Titel in den Westen gebracht. Davon sind 4 das gleiche Spiel. Sowohl Demon of the Fleeting Blossom auf PSP, Memories of the Shinsengumi auf 3DS, als auch Stories of the Shinsengumi auf der PS3 sind Ports des PS2-Originals, nur das die PS3-Version auch noch die Nebengeschichten eines ursprünglichen Einzelreleases mit beinhaltet. Und das frisch rausgekommene Kyoto Winds für die PSVita? Jap, das Original mit neuen Nebenhandlungen und Husbandos. Dafür aber nur der Kyoto-Teil der Handlung, also nur das halbe Original.

Der Nachname ist leider schon vorgegeben, also der übliche Name komplett vorn.

Okay, jedenfalls ist Hakuouki ein Visual Novel mit Romantik-Optionen, kein Dating Sim. Nur mal so einsteigend. Visual Novels drehen sich halt wesentlich stärker um eine mehr oder weniger packende Haupthandlung, ihr jeweiliges Ende ist fast komplett durch das Geben der richtigen Multiple-Choice-Antworten diktiert. Außer viel Text lesen ist in der Regel nichts zu tun, einen Charakter eventuell auch romantisch gewinnen zu können eher eine Nebensache zur Handlung denn integraler Punkt. Außerdem sind sie entsprechend mehr wie klassische Geschichten strukturiert. Ein Dating Sim hingegen fokussiert sich tatsächlich hauptsächlich auf den Dating-Aspekt, eine Haupthandlung gibt es eventuell gar nicht oder sie ist der Hintergrund, das Augenmerk liegt stark auf dem Gewinnen des jeweiligen Charakters. Außerdem verbringt man neben dem Lesen von Text keine unerhebliche Zeit in einem Gameplay – traditionell Statusaufbesserungen – welches neben den richtigen Antworten auch zum Angraben der Charaktere wichtig wird. Außerdem sind Dating Sims meist mehr wie ein Tages-/Wochenplaner strukturiert. Sprich die Social Links in einem Persona 3 sind typisches Dating-Sim-Gameplay, das Gewinnen einer Waifu in Sakura Wars V hingegen eher Romance Visual Novel.

Dahingehend sollte es auch nicht überraschen, dass Hakuouki doch eine sehr starke und fast komplexe, besonders dank der für ein westliches Publikum durchaus vielen und exotischen Namen auf kurze Zeit präsentiert, Handlung zu bieten hat, der auf jedem Charakter-Pfad in Variation gefolgt wird.

Ein freundlicher Empfang schaut anders aus.

Die als Junge verkleidete Hauptakteurin Dre Ary ist neu in Kyoto und eigentlich nur hergekommen, weil ihr Vater, der in seiner Profession als Doktor durchaus immer mal wieder Ausflüge hierher gemacht hat, nicht wieder aufgetaucht ist. Prompt wird das Mädel nachts von irgendwelchen Monstern überfallen, allerdings auch von ein paar hübschen jungen Kerlen gerettet. Die sie entführen und sich darüber unterhalten, ob sie Dre Ary umbringen müssen, damit ihr Geheimnis eben eines bleiben kann. Denn sie gehören der Shinsengumi an, einem sehr beliebten Thema japanischer Geschichten, die in dieser Ära angesiedelt sind.

Die Shinsengumi sind nämlich eine Truppe, die zwar vom Shogun angeheuert werden, jedoch gehören sie nicht zu den traditionellen, edlen Samurai, sind von daher gesehen so ein wenig eine Söldnertruppe, auf den herabgesehen wird, und der mehr im Geheimen arbeiten muss. Hakuouki verkompliziert das ganze damit, dass die Shinsengumi zusätzlich ein spezielles Elixier, das Wasser des Lebens, bekommen haben, welches Leute sozusagen in Vampire verwandelt. Wer es nimmt kann nun mit besonders übermenschlichen Kräften kämpfen, währenddessen deren Augen rot und Haare silbern werden, jedoch stellt sich ihr Metabolismus darauf um hauptsächlich nachts zu funktionieren und sich von Blut ernähren zu wollen. Umso mehr Blut getrunken wird, umso mehr werden sie zu unkontrollierbaren Monstern, nämlich jene die Dre Ary angegriffen haben.

Allgemeines Desinteresse der Hauptfigur gegenüber…

Jedenfalls, nachdem alle herausgefunden haben, dass Dre eigentlich ein Mädchen ist und da sie ebenfalls nach ihrem Vater suchen, der nämlich mit der Verabreichung des Elixiers zu tun hatte, wird Dre schlicht bei den Shinsengumi aufgenommen. Das Spiel spannt nun tatsächlich fast 10 Jahre, in denen die verschiedenen politischen Mächte Japans auf- und untergehen, gegeneinander kämpfen, die Shinsengumi an Wichtigkeit und Ansehen gewinnt und wieder fast ausgelöscht wird, und Dre Ary zusätzlich etwas über ihre Herkunft, die Machenschaften ihres Vaters, und einen neben den Menschen lebenden Dämonenklan, der großes Interesse an ihr bekundet, herausfinden darf. Nur sichtbar altern tut niemand. Es geschieht also schon sehr viel in den 6 bis 9 Kapiteln, die die Route eines der sechs gewinnbaren Charaktere ausmachen. Das ganze praktischerweise mit einer sich ständig erweiternden Enzyklopädie-Option, die selbst solche Begrifflichkeiten wie Ronin und Kodachi katalogisiert, damit man mitkommen kann.

Dabei sind die ersten 3 wesentlich längeren Kapitel sozusagen das Grundgerüst, welches bei jedem Charakter abgesehen von Kleinigkeiten gleich bleibt. Je nachdem, welche Antworten in ihnen gegeben werden, gibt es im Hintergrund einen Pluspunkt für einen der Charaktere, oder aber auch gar keine. Welcher Charakter am Ende von Kapitel 3 nun am meisten Zuneigung zu Dre Ary empfindet ist jener, auf dessen Charakter-Route es ab Kapitel 4 geht. Auch hier müssen weiterhin die richtigen Antworten ausgewählt werden, auch wenn man keinen anderen Charakter mehr für einen gewinnen kann, denn zu niedrige Affinität oder zu hohe Korruption können ein vorzeitiges Game Over bedeuten.

Kirschblütten fürs Affinitäts-Up. Und der Hauptcharakter in einem Satz summiert.

Der Hauptcharakter an sich ist allerdings mal wieder etwas arg schwach. Sie hat mich doch tatsächlich mehr an einen Self Insert erinnert, der für ein Dating Sim typischer wäre, statt wie bei Visual Novels üblich doch etwas vordefinierter zu sein. Das Mädel ist offen und ehrlich gesagt das komplette Spiel über absolut nutzlos und schafft es in dem Jahrzehnt, welches sie bei den Shinsengumi als Kerl verkleidet verbringt, nicht mal selbst mit dem Schwert umzugehen, sondern bleibt deren Laufbursche. Außer dem Kerl ihres Herzens zur richtigen Zeit Mut zuzusprechen, muss von ihr wirklich nicht viel erwartet werden. Auch etwas merkwürdig ist, wie schnell die Zeit vergeht. Gerade in den ersten drei Kapiteln vergehen mehrere Jahre, in denen die Charakter zusammenwachsen und irgendwie zieht das nicht ganz, weil doch alles etwas zu schnell geschieht.

Aber abgesehen davon bietet Hakuouki schon eine interessante und packende Handlung im feudalen Japan, gewürzt mit einem kleinen Part Vampirromantik (die Kerle bekommen später sogar neue westlich designte Kostüme, die sie wie welche aussehen lassen). Und durch die Wiederholung der ersten drei Kapitel kommen einem die Charaktere doch langsam etwas näher als noch auf der überhasteten ersten Route. Also ich war gut unterhalten, und hab mir auch abgesehen von zwei Charakteren alle angelacht gehabt:

Und so werden Kinder gemacht.

Toshizo Hijikata ist der… Anführer der Shinsengumi kann man nicht sagen, denn Kondou ist der offizielle Kopf der Organisation, aber so ein wenig der Oberkommandant ist er schon, hat er doch gerade in den Kampfeinsätzen meistens das Sagen. Durch seine sehr strickt und kalte Art wird er zwar zum einen gern als Dämon bezeichnet, aber die lustiger eingestellten Kerle wie Saito oder Harada nennen ihn auch gerne eine Glucke, weil wer sich schon sehr viele Sorgen um seine Truppen macht und gern über-vorsorglich wird. Und später, wenn Kondou hingerichtet ist, wird er eh tatsächlich der offizielle Anführer der Shinsengumi, der es auch bereit ist sein Leben für die Organisation zu geben.

Kondou ist einer seiner längsten und ältesten Freunde. Nachdem Hijikatas Eltern verstorben und er von seiner Schwester großgezogen wurde, hat er mit Kondou ein Doji eröffnet, welches später in die Shinsengumi führte. Beide sind nicht von edler Geburt oder Ansehen, aber gerade deswegen ist es auch deren größter Traum aus den Shinsengumi irgendwann echte respektable Samurai zu machen.

Wie gesagt ist er dazu bereit dafür viel zu opfern, beispielsweise seine Menschlichkeit, wenn er das Elixier trinkt, um neue Kräfte zu gewinnen. Was auf seiner Route auch zu einer finalen Auseinandersetzung mit Kazama führt, der Dämone, der Dre Ary zur Frau haben will. Und in jenem Kampf unter den Kirschblüten bekommt Hijikata den Titel des Spieles von Kazama verliehen: Hakuouki – Dämon der fallenden Kirschblüte.

Wenigsten wird man nicht von einem Unbekannten von hinten erstochen!

Hajime Saito ist ein Kerl von eher zierlicher Statur, der allerdings auch am schnellsten durch Dre Arys Verkleidung schaut. Denn er ist der sehr ruhige und ausgeglichene Typ, der nur das allernötigste sagt und sich lieber zurückhält, immer seine Befehle genau befolgt ohne groß einen eigenen Willen zu präsentieren. Und trotz jener stillen und erneut eher Gefühlsarmen Art, schert er sich natürlich viel um seine Mitstreiter, weswegen er eben immer versucht das zu tun, was am besten für die Shinsengumi ist, nicht was er persönlich für das Beste hält. Letztendlich ist er derjenige, der bereit dazu ist, viele undankbare Aufträge von Hijikata zu übernehmen, wie beispielsweise als Maulwurf zu fungieren, wenn ein Teil der Shinsengumi zu einer Splittergruppe abgetrennt wird.

Das liegt auch an seiner Geschichte. Denn er ist Linkshänder, allerdings versucht laut allen Schwertkunst-Lehren jeder ihm das auszutreiben, und stattdessen mit seiner Rechten zu kämpfen. Da er dies aber nie einsah, wurde er immer unterschätzt. Es führte sogar zu einem Duell mit einem Samurai, den er erschlug und deswegen wegen Mordes verbannt wurde. Bis er von Kondou und Hijikata in deren Dojo aufgenommen wurde, die als Erste nichts an seiner Kampfweise ändern wollten.

Und da er mittlerweile von Hijikata auch als Dres offizieller Bodyguard eingesetzt wird, macht er natürlich auch alles, was er für nötig ersieht, um sie zu schützen. Wie beispielsweise das Elixier zu nehmen, nachdem Kazama sie zu entführen versucht, und er ihm als Mensch nicht gewachsen ist.

Sprüche, mit denen man(n) jede Frau für sich gewinnt.

Souji Okita ist hingegen alles andere als ein ruhiger Geselle, sondern schon einer der vorlauten. Zum einen witzelt er gern rum, allerdings weniger als ein üblicher Clown, sondern mehr als ein leicht gemeiner Sarkasmus. Sobald man dies allerdings entgegen seiner Erwartungen mit Nettigkeit erwidert, ist er üblicherweise nach kurzem perplex sein auch freundlicher eingestellt. Damit drohen, dass er einen umbringt tut er allerdings weiterhin gern. Sprich er ist irgendwie die Tsundere des Spieles.

Allerdings fängt er sich schon ziemlich früh im Spiel Tuberkulose sein, was auf den meisten Routen dazu führt, dass er scheinbar Jahre am Stück vor sich hin hustet, und dann mehr oder minder komplett aus der Geschichte verschwindet. Ähnlich wie der Charakter von Kaoru, Dres Doppelgänger, der zwar auf jeder Route kurz auftaucht, aber bei fast allen anderen erneut komplett vom Rand der Welt fällt. Aber nicht auf Okitas Route. Denn Kaoru ist der sadistische Bruder von Dre, der ihr möglichst viel Kummer bereiten will, unter anderem auch damit, dass er Okita das Elixier verabreicht.

Dafür dreht sich Okitas Route irgendwann nicht mehr um die Shinsengumi oder Kazama, da Okita nach Kondous Tod die Truppe verlässt, und Kazama nach einem von Kaorus üblen Streichen auch das Interesse an Dre verliert. Stattdessen gibt es hier eben eine letzte Auseinandersetzung zwischen Kaoru und Okita, damit zwischen ihm und Dre keine Bedrohung mehr stehen kann.

Kazama, ein Mann mit Chearleadern.

Chikage Kazama ist eigentlich der Bösewicht des Spieles. Er und seine zwei Dämonenkollegen tauchen irgendwann auf, erklären Dre das auch sie eine der wenigen reinrassigen Mitglieder eines Dämonenklans ist, und will sie ehelichen, um die Linie weiter zu stärken. Wenn allerdings keiner der fünf Shinsengumi-Generale einen am Ende von Kapitel 3 genug Affinität entgegenbringt, landet man ab Kapitel 4 stattdessen auf Kazamas Route.

Tatsächlich bringt Kazama der Shinsengumi mit weiteren Spielverlauf schon Respekt entgegen, weil die Generale eben echt ehrliche Recken sind, und nicht so hintertückisch, wie er das von Menschen gewohnt ist. Abgesehen vom Kidnappen von Dre kämpfte er auch nur gegen die Shinsengumi, weil ein dem Shogun entgegengesetzter Klan seiner Dämonenfamilie Obdach gewährte, und er dementsprechend eine Schuld zurückzuzahlen hatte.

Jedenfalls vertraut er sich Dre und sie sich ihm auf seiner Route etwas genauer an, dann hilft er ihr noch gegen ihren hier verrückten Vater, der eigentlich nur der Adoptiv-Vater ist und wirre Experimente mit Dre veranstalten will. Und nachdem beide dem Untergang der Shinsengumi beigewohnt haben, können sie sich dran machen, reinrassige Dämonen zu zeugen.

Das Mr. Beefcake keine Option ist, ist ein wahres Verbrechen.

Der Rest:
Es gibt zwei weitere Generale der Shinengumi, die man gewinnen kann, die mir aber nicht so lagen. Zum einen ist das deren jüngstes und verspieltestes Mitglied Heisuke Toudu, der durchaus in der westlichen Kleidung ganz niedlich ausschaut (allerdings sehen die alle in der besser aus), mir aber eindeutig zu jung war. Dann gibt es noch den großen und dürren Playboy-Charakter Heisuke Toudou, der mir ehrlich gesagt zu hässlich war, auch wenn man bei ihm ebenfalls eine deutliche Verbesserung in der westlichen Kleidung hat.

Gern gewonnen hätte ich allerdings drei Charaktere, die man nicht haben darf. Beispielsweise Shinpachi Nagakura, der Witzbold mit den meisten Muskeln im Team, der gern als Comic Relief und absoluter Kumpeltyp für alle herhalten darf. Er ist ein General, er ist in allen wichtigen Szenen dabei, ja es gibt von der Art, wie das Spiel ihn präsentiert, eigentlich kein Indiz dafür, dass er kein gewinnbarer Charakter ist. Ist er allerdings nicht. Wobei… er geht zwar gern mit den anderen in den Bordellen trinken, sie machen sich aber lustig das er nicht so an den Frauen interessiert ist, und er ist am meisten von allen darauf erpicht, sein Aussehen astrein zu halten, von daher hat meine persönliche Head Canon einfach gesagt, dass er deswegen nicht von Dre angemacht werden kann, weil er schwul ist und als Bottom Bitch der Shinsengumi herhält :3

Den Anführer der Shinsengumi, Isami Kondou, fand ich ja persönlich auch ganz attraktiv. Auch wenn er als einziger leider keine westlichen Klamotten bekommt. Allerdings ist von seiner Präsentation im Spiel her eigentlich klar, dass er nur ein Nebencharakter sein wird, von daher hat es mich nicht so überrascht. Außerdem ist er locker schon 30 Jahre alt, und damit für ein Dating Sim eindeutig im fortgeschrittenen Alter angesiedelt, bei dem Japaner gar nicht wirklich darauf kommen könnten, dass eine Spielerin ihn für sich gewonnen wollen würde. Auch Szuzumu Yamazaki, der immer mal wieder bei einer Mission aushilft, ist sowohl von seiner Rolle im Spiel wie von seinem schlichteren Charakterdesign (dennoch niedlich) klar ein Nebenscharakter und bekommt nur deswegen einen Sprecher und Artwork spendiert, damit man ein Gesicht zu einem tragischen Opfer später hat.

30 Guys in 2 Weeks: Tenni-Pri School Festival

Tennis no Oujisama oder auch Prince of Tennis oder in kurz Tenni-Pri ist eine jener Sport-Manga, die sich außerordentlicher Beliebtheit erfreuen, und das hauptsächlich dadurch, dass sie nicht nur wie üblich bei jenen mit männlichen Hauptcharakteren hauptsächlich ein Shonen-Publikum ansprechen, sondern durch die attraktiven Charaktere und viel Drama auch so einige Mädels einzufangen wussten. Eine Gemeinsamkeit, die man bei den meisten überdurchschnittlich beliebten Manga des Genres vorfindet. Das sieht man besonders stark am Merchandising zur Franchise, bei dem es mehr zielgerichtet an ein weibliches Publikum gibt als ein männliches. Versoftungen in Spiele beispielsweise gibt es nicht wenige, und ein beachtlicher Anteil sind Dating Sims/Visual Novels, bei dem ein weiblicher Charakter die männlichen Tennisspieler der Serie abgreifen darf. Konami dachte sich wohl, wenn sie schon die Videospiel-Lizenzrechte der Serie haben, kann man die gleich auch auf Tokimeki Memorial Girl’s Sides  Engine anwenden.

Das Opening schmeißt einem dann auch gleich mal mehrere Dutzend Glamour-Shots von verschiedenen attraktiven Kerlen entgegen, die mir als Nicht-Kenner der Materie natürlich alle nichts sagen. Und hier ist der Coup an der Sache: Die kann frau alle gewinnen. Denn nachdem man sich am Anfang typisch benannt hat, wobei üblich Konami Dating Sim auch eingegeben werden kann, wie der Name ausgesprochen wird, damit die Typen die geneigte Spielerin direkt ansprechen, um ihr Höschen etwas schneller feucht zu machen, wird ausgesucht welcher Schule man angehört. Tatsächlich sind dort 7 verschiedene zur Auswahl, mit jeweils drei bis zehn Mitgliedern des dazugehörigen Tennis-Clubs, was dazu führt, dass über 30 (in Worten: Dreißig!) Jungs angegraben werden können.

Unpersonalisierte Fragerunde.

Die Story ist nämlich wie folgt: Es ist Sommer und wie üblich auf japanischen Schulen bedeutet dies, dass ein Schulfest ausgerichtet wird. Aber ganz unüblich kommt es nicht dazu, dass die einzelnen Klassen der Schule jeweils einen Stand machen müssen, sondern es sind alle 7 Schulen, die am Kanto-Tennis-Turnier teilgenommen haben diejenigen, die Dinge auszurichten haben. Und zwar einen Stand planen und eine Bühnenvorführung vorbereiten. Das Ganze ist sozusagen ein weiterer Wettbewerb, denn wer durch Abstimmung am Ende die beste Leistung erbracht hat, gewinnt eine Reise nach Wimbledon.

Die Vorbereitungen vom ersten Planungsanlauf bis zum Schulfest decken allerdings nur knapp 14 Tage ab, wobei da auch noch zwei fürs Fest an sich und zwei für Dates draufgehen, man also eigentlich nur 10 Tage hat, um sich in das Herz eines Kerls zu stalken. Das scheint natürlich etwas arg kurz zu sein, aber hormonelle Teenie-Jungs sind jetzt auch nicht dafür bekannt, lange zu brauchen, um auf weibliche Reize anzuspringen. So ein Durchgang dauert letztendlich dennoch ein paar Stunden, was gerade so genug ist, um nicht langweilig zu werden. Und vor allem gibt es dafür auch eine Quantität an Jungs, wer will kann wie gesagt über dreißig Mal das Herz von jemandem gewinnen.

Frei fliegende Herzen.

Das Spiel ist dabei durchaus strukturiert wie ein Dating Sim. Sprich jeder Tag hat drei Zeit-Slots, zu denen entschieden wird, wo man sich hin bewegt. Die Karte zeigt netterweise direkt an, welcher Kerl wo ist, und auch hauptsächlich nur die aus dem eigenen Tennis-Club, um einen nicht ständig mit 30+ Namen zu überfordern. Manchmal kann über das Look-Kommando noch eine spezielle Auseinandersetzung angeschaut werden, die zu optionalen CGs und Gesprächs-Stichworten führt, die meiste Zeit wird allerdings direkt Talk mit dem Kerl ausgewählt. Wer keine der wenigen Spezial-Stichworte hat, bekommt bei jedem Kerl, je nachdem wie sehr der einen mag, so ein bis zwei Dutzend Standard-Themen wie über die Schule, Hausaufgaben, Tennis oder Freunde zu sprechen, die bei jedem Kerl gleich sind, aber nicht bei jedem Kerl an jedem Tag gleich gut ankommen. Natürlich kommt es auch immer mal wieder zu einer Spezialszene, in der der Kerl direkt eine Antwort abfragt. Gefällige Antworten geben Herzen, die langsam das Herz-Icon des Kerles auffüllen. Sogar Skinship gibt es, allerdings selten, wieder, denn manchmal trifft man den Typen auch zufällig vor oder nach der Schule auf dem Weg dorthin oder nach Hause. Wenn er einen begleitet, darf auch ruhig mal getatscht werden.

An zwei Tagen gegen Ende der beiden Wochen kommt es noch zu einem Date, zu dem die holde Männlichkeit einen einlädt, wenn er einen genug leiden kann, auf denen natürlich besonders viele Pluspunkte gesammelt werden können. Auf den letzten Tag geht es mit allen Schwimmen, Fanservice pur, in letzter Minute muss noch ein Problem mit dem Festival ausgeräumt werden, und dann findet jenes eben statt. Ist sein Herz am Ende des Spieles voll, wird sich die unsterbliche Liebe geschworen, die so hart über ganze zwei Wochen aufgebaut wurde. Credits, kurze Epilog-Szene und man darf sich einem anderen der drei Dutzend Kerle an den Hals werfen. Netterweise zeigt das Spiel übrigens in der Übersicht an, wenn am Anfang ausgesucht wird, welcher Schule die Treue geschworen wird, welche Kerle dort im Club sind und vor allem welche davon schon eingesackt sind, weil dies sicherlich auch schon mal vergessen werden kann, wenn man sich durch dreißig Kerle hurt.

Unnötige Mini-Spiele zum Collectathon Stofftier-Sammeln.

Ich habe dabei gesagt das dies hier wie ein Dating Sim strukturiert ist, denn letztendlich ist es strickt nach Tagen unterteilt, und es geht auch komplett nur darum am Ende einen Lebenspartner zu haben, eindeutig auf Tokimeki Memorial Girl’s Sides Engine im Book-Modus des DS läuft. Jedoch ist das Spiel eigentlich ein Romance Visual Novel, denn es gibt kein Gameplay. Mehr oder weniger zumindest. Einige Kerle warten schon immer mal wieder mit Tennis-bezogenen Minispielen auf einen, bei dem der Touchscreen des DS zum Einsatz kommt, jedoch sind die komplett optional und haben keine Auswirkung darauf ob oder wie schnell ein Typ eingetütet wird. Es werden keine Statuswerte oder sonst irgendwas erhöht, die sie präferieren. Nein, es geht komplett über die VN-Gespräche und die richtigen Multiple-Choice-Antworten auszuwählen.

Mit 30+ Kerlen und über 200 CGs bietet das Spiel also schon viel, besonders eben den Fans der Franchise. Da mir die Kerle natürlich absolut nichts gesagt haben, war es schon etwas schwerer, sich für sie zu interessieren. Ist nicht so, dass man nichts über sie herausfindet, aber in 10 Tagen kommt natürlich dennoch nicht ganz so viel bei rum und die Konversationen machen schon klar, dass Konami davon ausgeht, man kenne die Kerle und ihre Eigenheiten bereits aus dem Ursprungsmaterial. Ich bin dann mal wieder einfach hauptsächlich nach Optik gegangen, und habe mir einfach mal das willkürliche Ziel gesetzt dann Schluss zu machen, wenn ich von jeder Schule einen der Jungs erobert haben:

Hier hört dich keiner Schreien.

Tezuka aus Seigaku ist glaub ich einer der Hauptcharaktere der Franchise, immerhin wird die Schule als erste gelistet und hat am meisten gewinnbare Jungs, weswegen es sich wohl maßgeblich um sie drehen wird. Außerdem ist er der erwachsenen Captain des Clubs. Und insgesamt ziemlich der Nice Guy Typ. Zunächst etwas zu beschäftigt für Interaktionen, taut er schnell auf, ist immer nett und verständnisvoll, empfiehlt diverse Bücher und hilft bei den Sprachschwierigkeiten die aufkommen, da sie in ausländischen Sprachen geschrieben sind, und Übersetzungen in die Muttersprache scheinbar fürs gemeine Fußvolk sind oder so. Hat viele Bedenken man würde sich überarbeiten, und damit auch nicht ganz unrecht, denn irgendwann bricht man an einem Hitzekoller zusammen, wobei Tezuka einen natürlich auf die Krankenstation trägt. Entwickelt anschließend auch einen ziemlichen Beschützerinstinkt. Das Date mit ihm ist sich einen Film anzuschauen, und anschließend geht es zu einem Checkup für seine Schulter, was wohl Leuten, die das Ursprungsmaterial kennen, mehr bedeutet. In seinem Epilog geht es zusammen in die Berge wandern, damit keiner einen schreien hört, wenn der Serienmörder die gerade mal 2 Wochen kennende Sommerliebe umbringt.

Traditionelle Kleidung ftw.

Chitose ist bei Fudomine eingruppiert, gehört aber wohl nicht zu deren Tennis-Club. Denn jeder hat einen Kerl einer anderen Schule zum Austausch im Team, und bei Fudomine ist es eben Chitose. Leider hat mich der Small Talk mit ihm zu spät darauf aufmerksam gemacht, dass er grundsätzlich mit Sandalen durch die Gegend läuft (Stahlsandalen weil Shonen-Sport-Serien brauchen ihre quirky Trainingsmethoden), was schon ein enormer Abturner ist. Dafür kann er gut mit Muschis, kümmert sich nämlich um die ganzen streunenden Katzen der Gegend. Auch er hat eine Verletzung, nämlich einen blinden Fleck auf einem Auge, und auch er trägt einen zur Krankenstation, nachdem man von ein paar Kartons beinahe erschlagen wurde. Geht mit einem Shoppen und auf einen nächtlichen Rummel, wobei sein Casual Wear wesentlich attraktiver als sein Standard-Outfit ist. Und am Ende im Epilog geht es seine Eltern und kleine Schwester treffen.

Ein wenig arrogant schaut er ja schon aus.

Mizuki aus St. Rudolph ist einer der eifersüchtigen Typen. Das bedeutet es kommt bei ihm zu Affinitätsverlusten, wenn man einen anderen Kerl im gleichen Gebiet anspricht. Spielerisch etwas ätzend und als Charaktereigenschaft eh maßgeblich unsexy. Scheint ein guter Sänger zu sein, weswegen er ständig Halsbonbons lutscht, um seine Stimmbänder geölt zu halten, träumt außerdem davon mal ein Opernsänger zu werden. Sein Deal ist, dass er bald mit der Schule fertig ist und sich darum sorgt, ob er die Junior-Mitglieder bis dahin noch ausreichend auf Spur bekommt. Zudem übernimmt sich der Kontrollfreak gern was Arbeit angeht und man muss ihm beibringen, dass er ruhig etwas davon abgeben kann. Die Dates sind in einem französischen Restaurant und der Buchhandlung. Im Epilog hat er einem Tee gekocht, worüber er scheinbar auch sehr viel zu wissen scheint.

Übersetzung: Unkomfortable Wahrheiten.

Shiraishi ist bei Yamabuki einsortiert, allerdings eine weitere Aushilfskraft statt wirklich zum Tennis-Club der Schule zu gehören. Er ist ein harter Arbeiter, der einen selbst zielbewusst bevorzugt, und zudem sich wenig Gedanken darum macht, wie sehr er von Mädels umschwärmt wird. Umso überraschender ist es, wenn er plötzlich mit einem beim Bauen des Standes flirtet – sogar so überraschend, dass man sich prompt aus Unachtsamkeit verletzt. Hat eine Schwäche für Comedy und Okonomiyaki, was wohl beides gut zum Stereotyp des Kansai-Typus gehört. Zudem ist er erfrischend no-nonsens wenn es um sein Aussehen geht, es interessiert ihn nicht weiter, er ist sich aber voll bewusst, dass er attraktiv ist. Sein erstes Date ist strickt durchgeplant und geht natürlich prompt permanent micro-schief, beim zweiten geht es dann für den Liebhaber von giftigen Pflanzen passender in den botanischen Garten. Am Ende ist man in einer Fernbeziehung mit ihm, jedoch dürfen zu Weihnachten seine zwei Schwestern getroffen werden.

Galmour-Shot^10

Otori ist im Hyotei-Tennis-Club und ebenfalls der eifersüchtige Typ. Schade, denn von der Optik her ist er bisher der attraktivste Weizen im Spreu. Er ist sehr nett, beweist gute Manieren, und ist höflich und zuvorkommend, weswegen er auch prompt zur Bedienung im Cafe nominiert wird, welches sein Club für das Fest ausrichtet. Als 2. Fremdsprache hat er Deutsch gewählt, er spielt das Piano und deswegen in der Aufführung zum Festival Keyboard, und kennt sich mit der viktorianischen Ära aus, um das Cafe entsprechend aufzumotzen. Von daher ist er doch ziemlich der Classy-Archetyp. Und entsprechend bei den Mädels beliebt. Auch er hat einen heißeres Casual Outfit. Dass man sich physisch als Mädchen anstrengt, sieht er wie die meisten Nice Guys allerdings gar nicht gern, was schon etwas bevormundend ist. Die Dates sind auf einem Konzert, ein Besuch in einem Restaurant und im Freizeitpark. Und am Ende wird man sein Junior-Manager bzw. der seines Clubs.

Schaut ja schon etwas, als wollte er Pausengeld stehlen.

Amane aus Rokkaku ist ein weiterer Witzbold. Es gibt halt nur so viele Charakter-Archetypen für über dreißig Kerle. Wobei sein Humor mehr in schlechten Wortspielen liegt, über die keiner außer MC-chan lacht. Er selbst ist ziemlich überrascht darüber, dass sie ihn witzig findet, was schon ganz niedlich ist. Er sieht ziemlich durch den Wind aus, aber abgesehen davon, dass er sein Notizbuch verliert, in die er seine spontanen Witz-Erleuchtungen schreibt, ist er eigentlich ein recht netter und umgänglicher Typ, statt der Raudi, den sein Look zunächst suggeriert. Er bringt sogar Kindern das Tennis bei. Und ist Dates absolut nicht gewohnt, weswegen er sich etwas schräg benimmt, wenn es ins Aquarium geht. Was ihn schon zum Gewinner meines Herzens macht. Seine Club-Kollegen müssen ihn sogar etwas in die Romanzen-Richtung drängen, damit er sich seiner eigenen Gefühle bewusst wird. Beim Anschauen der Kirchblüten im Epilog sieht er sogar noch mehr wie ein Yakuza aus.

Auch hier ist ein freudiges Gesicht anders.

Sanada aus Rikkaidai ist auch eher der muffelig und aggressiv aussehende Typ. Hat aber nur Resting Bitch Face, und ist sich selbst nicht bewusst, was für einen Eindruck er macht. Oder das seine dazukommend strenge Art ihn eher einschüchternd wirken lässt. Allerdings ist er auch etwas arg dickköpfig und lehnt jede Hilfe bei der Arbeit ab, bis man von sich aus einfach so tut, als gäbe man in seinem Namen Ratschläge, damit die Sache schneller voran geht. Auch er muss eher in die Romanze getrieben werden, bevor er sich dessen bewusst ist – das erste Date mit ihm ist so gesehen beispielsweise gar keines, weil er den ganzen Club zum Strand mit einlädt. Im nächsten, diesmal nur zu zweit, beim Vergnügungspark macht es sein Gesicht wieder eher schwer zu erkennen, dass er sich freut. Am Ende wird man dann im Epilog schön brav seiner Familie vorgestellt, die wohl nicht häufig zu Hause ist.

Bestiality ain’t so bad: Dandelion

Dandelion: Wishes Brought to You ist ein Dating Sim, bei dem die junge Heejung, die zum Studieren und um von ihrer überfordernden Mutter wegzukommen von Seoul nach Busan gezogen ist. Wenn’s der Name von ihr noch nicht klar gemacht hat, ist jetzt durch die Städte auch klar, dass es sich hierbei mal nicht um ein japanisches oder westliches Dating Sim handelt, sondern Korea den neuesten Eintrag stellt.

Was vielleicht erklärt, warum auch dieses Produkt ein wenig mehr Wert auf eine Handlung und einen definierten MC mit vorgegebenen Namen gibt, als dies japanische Produkte in der Regel tun. Heejung hat eine Vorgeschichte, verhält sich in den Situationen mehr wie sie will denn das der Spieler viel Einfluss auf ihre Manierismen hat, und neben dem Daten von hübschen Jungs, die einen Tierohr-Fetisch bedienen, gibt es dahinter tatsächlich noch eine gewisse Handlung, die auf die finalen Monate des einen ingame Jahres zum Tragen kommt. Mit ganz viel K-Dorama am Ende.

Unhöflich, aber nicht gelogen.

Aber ganz von vorn begonnen ist Heejung ein Scheidungskind. Sie erinnert sich gerne an die Tage, an denen ihre nur leicht strenge Mutter und ihr verspielter Vater noch eine liebende Familie waren. Als Paps dann aber mit einer Jüngeren durchgebrannt ist, sind bei Mom die Sicherungen durchgebrannt. Sie wurde immer bestimmender, immer fordernder, ihre Tochter macht nie genug, leistet nie genug, schafft nie genug. Bis sie halt da unbedingt raus und in eine neue Umgebung musste, obwohl sie dort an ihrem Lebensstil letztendlich nichts geändert hat. Genau genommen fand ich es zunächst etwas merkwürdig, dass Heejung einem prinzipiell sagt „ich hab ganz gute Noten, bin mit Freunden in einem Club meines Lieblingshobbys, und habe einen Nebenjob um etwas Taschengeld zu verdienen, aber oh noez ist immer beschäftigt zu sein so eine Bürde!“.

Aber letztendlich spielt Dandelion gezielt auf das Problem, welches viele ostasiatische Kids haben an, nämlich den ungeheuren schulischen Leistungsdruck von außen. Irgendwo dazwischen hat Heejung ganz verloren, wer sie an sich eigentlich sein will. Sie geht nämlich eigentlich einem Business-Studium nach, obwohl ihr Herz der Kunst gehört. Tagein, tagaus ist ihr Lebensablauf der gleiche strickte Plan ohne große Emotionen. Ich weiß zwar nicht ganz warum sie, nachdem sie nun schon Jahre von ihrer Mutter getrennt lebt, überhaupt noch so viel auf deren Meinung gibt, aber ich bin kein koreanisches Mädchen. Jedenfalls wird plötzlich bei ihr eingebrochen aber seltsamerweise nix geklaut, sondern lediglich eine Box mit drei Hasen und zwei Katzen abgestellt (gleich ein Minus, weil es keinen Hunde-Bishonen gibt).

Vielleicht häte man ihr mehr Tiere schicken müssen, damit am Ende auch eines bis zur Mannwerdung überlebt.

Über die unfreiwillige Pflege der Tiere lernt Heejung nämlich ein wenig zu chillen und wird aus ihrem Loch herausgerissen. Und nach drei Monaten mit den Fellknäueln verwandeln die sich dann auch noch in fünf attraktive Jungs mit Tierohren. Was ein Glück, dass Heejung oder ihre Mutter sich ein Apartment leisten konnten, in dem sechs Leute unterkommen, nicht wahr? Sie tauft die fünf übrigens Jisoo, Jiwoo, Jieun, Jiyeon und Jihae. Heejungs bester Freund heißt Heejae. Wundert euch also nicht, wenn ihr als Nicht-Koreaner einen ganze Route braucht, bis ihr anfangt, die wirklich auseinander zu halten.

Obwohl Dandelion mit einem ganzen Jahr, welches es abdeckt, zunächst sogar ziemlich lange Spielzeit hat, kann das natürlich in sukzessiven Durchgängen mit der Skip-Funktion der generellen bereits bekannten Szenen stark abgekürzt werden. Desonders die ersten drei Monate, bevor Heejung vor lauter Einsamkeit der Wahnvorstellung zu unterliegen beginnt, ihre Haustiere wären eigentlich besteigenswerte Jungs. Im Gegenzug dafür ist es allerdings nicht so, dass man seine Optionen bis kurz vor Ende offen halten und alles anflirten kann, um sich dann aufs Finale für einen zu entscheiden. Es muss schon für jeden Kerl von Neuem von vorn begonnen werden, da es ihre guten Enden nur dann gibt, wenn sie Exklusivrechte haben und keine Affinität mit den anderen Schmusetieren aufgebaut wurde.

Was’n im Wohnzimmer los? Yaoi Orgie?

Spielerisch geht es wie üblich um Statuswerte. Genau genommen gibt es drei zu beachten: Fraulichkeit, Schönheit und Kunst. Man muss scheinbar nicht intelligent sein, wobei Kunst eher der allgemeine Lern-Status ist, wenn man sich die Aktivitäten anschaut, die es steigern. Statt eine Woche zu planen kann stattdessen jeden Tag von selbst gewählt werden, was man im Haus machen will. Je nachdem, ob man Dramas schaut, für die Schule lernt, Wäsche aufhängt und was sich sonst so noch in den eigenen vier Wänden unternehmen lässt, gehen diverse davon unterschiedlich schnell in die Höhe. Nebenei aber auch der Stress und Druck, welche wieder über andere Aktivitäten verringert werden müssen. Abgesehen von den richtigen Werten in den drei Stats, um sich in das Bild seiner Traumfrau zu entwickeln, will so ein Kerl aber auch, dass man mal etwas Zeit mit ihm verbringt. An Wochenende kann man auf Dates mit ihnen gehen, aber auch unter der Woche, da ja alle in der gleichen Bude aufeinander hocken, kann einfach der Raum besucht werden, in dem ein Icon dessen Anwesenheit anzeigt. Ob er bei der ausgewählten Aktivität auch mit macht, ist dann aber wieder etwas vom Glück abhängig. Allerdings gibt einem das Spiel schönes Feedback im Charaktermenü, wo genau angezeigt wird, ob die drei Statuswerte so weit sind, wie der Kerl sie aktuell haben will, und wie viele von maximal wie vielen Herzen gewonnen wurden.

Als ein weiterer Meter hat Heejung noch selbst eine Herzleiste, die sich langsam füllt, in dem man den Jungs nahe ist. Auf Max kann dann in ein Upgrade investiert werden. Wie beispielsweise weitere, bessere Aktivitäten im Haus freizuschalten oder (mein präferiertes) das Stress und Druck langsamer steigen. Geld gibt es auch, mit dem Geschenke für die Kerle oder erneut hilfreiche Status-Items gekauft werden können. Und auf den Dates, wenn man sich umschaut, tauchen immer mal wieder SD-Stempel des aktuellen Kerls auf. Für 10 davon kann am Ende eine Charakterskizze vom Kerl und für 20 weitere ein Glamour-Shot gekauft werden.

Drama, baby!

Besagtes Ende ist dann auch voll Meta-Drama. Stellt sich nämlich heraus, dass das Spiel tatsächlich ein Spiel ist. Der Zauberer, der Leuten mit besonders starken Wünschen erscheint, hat die fünf Kerle Heejung geschickt. Der Gewinner des Spieles ist, wer ihr Herz erobern kann, und bekommt seinen Wunsch erfüllt, wird dafür wieder in seine Welt zurückgesendet. Die Verlierer bekommen ihr Gedächtnis gelöscht und müssen als Menschen in unserer Welt weiterleben. Alles, damit Heejung über ihren starken Wunsch ihre Liebe wiederzusehen vor dem Zauberer auftaucht. Und weil Emotionen, insbesondere Traurigkeit und Liebe besonders deliziös für den Herrn Zauberer sind.

Während das Spiel auf den Routen der Kerle also durchweg ziemlich süß und lieb und auch teilweise echt witzig ist, weiß es zum Ende hin so richtig das K-Drama aufzudrehen. Und das unterhält schon echt gut, ist mal ein Dating Sim mit etwas mehr Biss als gewohnt, und vor allem stimmen die Production Values auch absolut. Vielleicht liegt es auch daran dass ich zuvor ein paar amateurische westliche Einträge gespielt habe. Aber das Artwork ist hübsch, die CGs sogar fantastisch anzusehen, durchaus zahlreich, und koreanisches Voice Acting gibt es auch noch oben drauf. So macht es Freude, sich die Kerle anzulachen:

Awwwrr, nimm mich sofort noch auf dieser Couch!

Zunächst mal hab ich mir aus dem Korb den etwas großväterlich ausschauenden Hasen Jihae mit dem langen grauen Fell gewählt, von dem das Spiel darauf besteht, dass es silbern ist. War eine gute Wahl, er ist nämlich nicht nur ein netter Kerl, sondern auch der attraktivste im Cast. Ja ich bin halt oberflächlich, wenn es um meine virtuellen 2D-Husbandos geht, schlagt mich. Er hängt normalerweise mit dem kleineren weißen Hasen Jieun rum, ist dennoch immer etwas einsam dreinschauden. Und wirklich hübsch. Eher reserviert und cool, immer hilfsbereit aber auch etwas distanziert, außerdem nennt er Heejung „My Lady“… awww. Hab ich schon erwähnt, dass er echt hübsch ist, Heejung kann nämlich nicht aufhören, dies zu erwähnen. Er hilft gern beim Kochen, streitet sich immer mal wieder mit dem von der Persönlichkeit komplett gegenteiligen Jisoo, komplimentiert Heejungs Bilder, und verkauft sogar ein paar seiner Sache um auszuhelfen. Was gibt es an dem perfekten Boyfriends also nicht zu mögen?

Ihm wird sogar ein Nebenjob als Model unterbreitet, was ihm sofort Fangirls einbringt, die aber aufgeben, nachdem sie denken er wäre in einer schwulen Beziehung mit Jieun. Er selbst sieht sich allerdings nicht als attraktiv, was mich natürlich prompt die Augen rollen lässt, auf das Schlimmste ahnend, aber tatsächlich hat das etwas mit seiner Hintergrundgeschichte zu tun. Ist nämlich so, die silbernen Haare gelten in seinem Land als böses Omen. Außerdem ist er der Bastard entstanden aus der Liebschaft eines Hochblutes mit einer Gewöhnlichen, weswegen er zusätzlich immer harte Zeiten verleben durfte. Jieun, den er „Young Master“ nennt, hat ihn irgendwann zu seiner Leibwache bestellt, weswegen er sich so sehr um ihn kümmert (er ist der einzige Kerl, für dessen bestes Ende auch mit einem anderen, nämlich eben Jieun, etwas Affinität gelevelt werden muss).

Außerdem war er schon mal in eine andere Noble verliebt, die sich das Leben nahm, nachdem ihr Vater der Romanze zwischen ihnen nicht zugestimmt hat. Sein Wunsch an den Zauberer war, sie zurückzubekommen. Stattdessen ändert er seine Meinung und will letztendlich als wahrer Mensch in diese Welt wiedergeboren werden, was Heejung sich ebenfalls wünscht, allerdings als Gegenleistung ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit löscht, weswegen sie bei Null anfangen müssen. Sieht übrigens auch mit kurzen Haaren im Ende noch sexier aus.

Sie reden natürlich über sein Gemächt.

Nachdem ich nun wusste, welches Tier sich in welchen Kerl verwandelt, hab ich gleich den nächst-attraktiven in der Liste gewählt: Die schwarze Katze Jisoo, von der Heejung es nicht leid wir zu erwähnen, dass sie als einziges Tier definitiv nicht niedlich ist. Der arme Jisoo. Netterweise hatte ich mit ihm dann auch doch noch mein Hündchen bekommen, denn er ist total schmusig und anschmiegsam und derjenige, der die gute „Foodgiver“ immer in Schutz nimmt, selbst nachdem Heejung die Tiere fast vergiftet hat. Treudoof wie ein Hund halt stat kompliziert wie eine Katze. Allgemein ist er eher der verfressene Typ, und auch etwas faul, beispielsweise überrascht es ihn total, dass Heejung Kerle bevorzugt, die sich täglich statt monatlich waschen. Jisoo nimmt gern Sonnenbäder im Park, bringt einem als Geschenke eher anrüchige Sachen, und beim „Pet“ bzw „Look“ in den Interaktionsmöglichkeiten mit ihm, hat es fast immer gute Resultate, wenn man es auf seinen Lendenbereich anwendet.

Leider hat er einen Wesenszug, den ich extrem unattraktiv finde: Eifersucht. Und das nicht nur mal kurz oder mit Berechtigung. Nein, er ist der Romanzen-Stereotyp, der sofort ohne jegliche Begründung total ausrastet, wenn er Heejung auch nur in die generelle Richtung eines Kerles schauen sieht. Mit ihrem besten Freund Heejae soll sie nicht mehr abhängen, er zerrt sie schmerzhaft am Arm hinter sich her, es ist Abusive Relationship 101 in the making. Und wie das bei solchen Storylines der Fall ist, ist Heejungs Reaktion darauf irgendwo zwischen „Aww, wie schön das er sich so viele Gedanken um mich macht“ und „Oh nein, ich sollte mich dafür entschuldigen ihn verärgert zu haben“. Bonuspunkte, wenn es eine Boys Love Storyline ist, bei dem der erste sexuelle Akt des Paares eine durch Eifersucht angestachelte Vergewaltigung darstellt – blegh. Dabei hat mit Jisoo alles so gut angefangen, aber je weiter ich in den Katzenbau seiner Route hinabgestiegen bin, um so weniger mochte ich ihn. Und können wir mal über seinen Kleidungsstil reden? Ein Shirt, das nur an den untersten beiden Knöpfen zu ist? Entweder keines unter der Jacke, es komplett offen haben, oder die obersten zwei Knöpfe auf, aber alles bis auf den untersten offen sieht so blöd aus.

Ach ja, er hat mit seiner kranken Schwester alleine gelebt und sein Wunsch war es, dass sie wieder gesund wird. Mit der taucht er dann in unserer Welt, aber ohne Erinnerungen auf. Da er Heejung allerdings seine mit wichtigen Erinnerungen verbundene Kette geschenkt hat, zieht ihn das in ihre Kunstausstellung.

So nüdlich >:3

Jiwoo schaut von seinem Look her am ehesten wie aus einem Alice in Wonderland Dating Sim aus. Der Kuh-gefleckte Hase wird jedenfalls zu einem der jünger aussehenden Kerle, und füllt den obligatorischen Tsundere-Slot des Spieles. Sprich er ist schnell schlecht gelaunt, wirft einem übellaunige Gemeinheiten an den Kopf, vield davon eine „baka, baka“-Tirade. Versucht gediegen und intelligent und erwachsen zu wirken. Ist aber eigentlich eher kindisch, leicht zu durchschauen und ärgern, und bei ihm übersetzt sich „baka“ eben wie bei kleine Kindern zu „ich mag dich, will es aber nicht zugeben“. Die schlechte Attitüde kommt natürlich auch daher, dass Heejung als er noch ein Hase war, eine Obsession dafür entwickelt hat ihn zu ärgern und die Pfoten zu rubbeln. Seine Route ist allgemein eine eher witzige gestaltete, häufiger mal auf seinen Kosten. Beispielsweise wenn die beiden Katzen für eine „Witzigste Heimvideos“-Sendung ihn als Mädchen verkleiden, was überraschend wenig Design-mäßig aus dem Spiel herausfällt. Er ist eigentlich ganz niedlich so.

Außerdem hat er eine echte Schwäche für käsige Liebesromane und Daily Soaps, trifft sich sogar mit einer Gruppe frischer Autoren, die witzigerweise alle ziemliche Hardcore-Geschichten schreiben, obwohl sie noch Schülerinnen sind. Das dient natürlich zum einen erneut als Gegensatz zwischen seinem „ich bin schlau, ich lese Bücher“-Gehabe und der Art von Groschenroman-Literatur, die er wirklich in den Händen hält. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass dies hier ja ein Spiel vom Zauberer ist, bei dem es darum geht, das Herz von Heejung zu gewinnen. In Liebesromanen zu studieren, wie man das Herz der holden Menschlichkeit gewinnt, ist da gar nicht mal so ein schlechter Plan. Dadurch ist er auch der einzige Kerl, der von der Wichtigkeit von Weihnachten weiß und mit Heejung feiert, statt einfach nur eine Karte zu überreichen.

Außerdem ist ein Kinder von einem reichen Bankier, und immer darauf bedacht gewesen der beste zu sein und in seine Fußstapfen zu treten. Als der Vater allerdings starb erbte der andere Sohn alles und Jiwoo wurde verstoßen, herausfindend das er nur adoptiert ist. Sein Wunsch ist simple Rache an der ehemaligen Familie zu nehmen. Deswegen setzt er sich aber auch am Stärksten dafür ein, dass Heejung sich endlich mit ihrer unerträglichen Mutter ausspricht und gegebenenfalls aus ihrem Leben streicht. Letztendlich ändert natürlich auch er seinen Wunsch dahingehend, dass er in unserer Welt wiedergeboren wird, um Heejung hoffentlich wiederfinden zu können.

Sie kommt übrigens erschreckend schnell über die Sache hinweg mit fünf wildfremden Kerlen im Cosplay zu leben.

Der Rest:
Den weißen Hasen Jieun habe ich nicht erobern wollen. Der eher schüchterne und sprechfaule Prinz, der nur mit seinem Bodyguard Jihae abhängt, ist mir von Aussehen einfach zu jung und außerdem zu aufgeputzt. Immerhin unterstützt er die Romanze mit Jihae, auch wenn dessen weniger Zuneigung ihn erst etwas deprimiert macht, und lernt mehr auf eigenen Beinen zu stehen.

Jiyeon, die orangene Katze, hingegen gefällt mir auch optisch erst Mal nicht. Meistens zumindest, in den CGs scheint er wesentlich attraktiver zu sein, als im Pappaufsteller während der Gespräche. Außerdem legt er das Verhalten eines 10-Jährigen zu Tage, was sicherlich niedlich und witzig gedacht ist, mich allerdings maßgeblich abturned. Auch wenn sicherlich herauskommt das er dahinter ein kalkulierender Assassine ist oder so ein Blödsinn, könnte ich mir denken. Er ist jedenfalls der erste, der kaum noch zu Hause ist, sobald man einen anderen Kerl gewählt hat, nachdem er vorher gern so tat, als wüsste er nicht, warum man nach der menschlichen Transformation nicht mehr nackt durchs Haus wandern kann.

Etwas schade fand ich ja, dass es keinen geheimen Charakter gibt. Irgendwie doch den niedlichen Zauberer zu gewinnen. Oder dem besten Kumpel Heejae, der definitiv was für einen übrig hat, einfach doch mal eine Chance zu geben. Umstylen und dann ist er attraktiv oder so ein Klischee in der Art nehmen. Wobei es wohl ein Joke-Quasi-Ende mit ihm gibt, wenn man nach 3 Monaten immer noch keine Affinität mit einem der Tiere aufgebaut hat. Und etwas mehr Backstory zum Spiel des Zauberers, wenn man je ein Good End mit den 5 Kerlen hatte. Dafür wollte ich aber dann doch nicht durch die Routen von Jieun und Jiyeon gehen, auch wenn mir das Spiel sehr viel Spaß bereitet hatte.

Love’s Melting Away: Always Remember Me

ava-2143Und ein weiteres Spiel von WinterWolves, dass sich zu Recht Dating Sim nennen darf. Übrigens zwischen Fairbrook und C14 Dating erschienen, was man dem Spiel auch insgesamt ziemlich gut ansieht. Nicht nur an Qualität des Charakterdesigns, welches sowieso diesmal ein komplett anderen Stil ist, sich aber fast immer sehen lassen kann, nur ausgerechnet in den CCs, die ja sozusagen die Belohnung für den Spieler darstellen, irgendwie schräg wirken. Nein, auch vom Spielerischen her. Und dem Umfang.

Erneut haben wir ein relativ vorgefertigtes Mädel, welches es so in den japanischen Vertretern des Genres eher weniger gibt, da sie ja als Self Insert der Spielerin dienen und somit möglichst Bella-Swan-esque langweilig und undefiniert sein sollten – die eigenen Antworten sind das, was sie dann mehr oder weniger frech werden lässt. Wobei das Mädel hier, dessen Namen ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich behalten habe, schon eher in die Richtung undefiniert geht, was aber ein allgemeines Problem mit den Charakteren ist: Sie haben nicht viel Charakter. Ähnlich wie bei Summer in Fairbrook findet man einfach nicht wahnsinnig viel über sie heraus, zumindest nicht nach dem ersten Setup, in denen die wenigen Grundlagen zu ihnen präsentiert werden. Sie wirken schon alle irgendwo flach. Ich mein, in diesen Spielen werden sowieso immer wieder die gleiche Hand voll Klischees bedient, von daher haben die Charaktere oft nicht viele Dimensionen zu sich, aber es gibt halt doch eine gewisse Anzahl an bekannten Klischees rauszufinden.

MC-chan schreibt gern aber nicht besonders gut.

MC-chan schreibt gern aber nicht besonders gut.

Die Geschichte dreht sich übrigens darum, dass man ganz wie in Summer in Fairbrook zu Beginn in einer Beziehung ist, die sich dann auflöst, und neben dem Sommerjob in den Semesterferien sich deswegen einen neuen Stecher anlachen kann, oder den alten halt doch zurückgewinnt. Nur das hier keiner der Charaktere ein nerviges Arschloch ist, sondern alle immer super nett sind wie in C14 Dating, nicht mal der üblichen zu Beginn etwas rau rüber kommenden Typen mit später weichem Kern bedient wird. Der Grund warum man miteinander bricht ist dann auch, dass Main Chara-chan und ihr Freund Aaron einen Motorradunfall haben – natürlich nicht selbst verschuldet – und während sie mit ein paar Kratzern davon kommt, muss Aaron eine Weile im Krankenhaus bleiben, und hat partielle Amnesie der letzten Jahre mit ihr. Und da sein Vater MC-chan nicht leiden kann, und man scheinbar sonst keinerlei Familie und Freunde hat, die ihm auf die Sprünge helfen können, hält er uns nicht für seine Freundin. Jetzt können wir unsere wahre Liebe beweisen und ihn zurück gewinnen, oder unseren Freund, der uns beschützend im Krankenhaus gelandet ist, sofort links liegen lassen und lieber den hübschen, reichen Doktor anflirten, der ihn behandelt.

Das ganze startet im Juni und endet Anfang September, bis dahin muss ein Herz erobert sein, wenn man nicht Forever Alone zurück ins College gehen will. Im Gegensatz zu einem Wochenplan wird bei Always Remember Me allerdings zu jedem der 7 Zeit-Slots eines Tages direkt gewählt, wohin man gehen und was man dort unternehmen will, um die diversen Statuswerte zu erhöhen. Davon gibt es wieder vier Stück, passend zu jedem Macker, den man sich stalken kann. Nebenbei noch Stamina, die bei den Aktivitäten verbraucht wird, und Moral, die das Gelingen beeinflusst. Erneut fand ich es etwas arg beliebig, wie häufig etwas klappt oder nicht klappt, selbst bei hoher Moral. Bei den Tokimeki Memorials hat sich das immer gut ausgeglichen. Aber bei den Spielen von WinterWolves hab ich mich immer unter Druck gefühlt, ständig zu speichern und wenn zu viel nicht funktionierte neu zu laden, um eines Erfolges sicher zu sein. Ach ja, die ersten beiden Slots eines Wochentages kann nur in der Eisdiele gearbeitet werden, wobei das hier erwirtschaftete Geld anschließend bei einem Shopping-Tripp in Sachen investiert werden darf, die der Statuserhöhung behilflich sind.

Pissiger Blick für ein Beziehungs+

Pissiger Blick für ein Beziehungs+

Always Remember Me offeriert dabei zwei Enden mit jedem der Kerle,  normal und das spezielle, die diesmal sogar unterschiedlich ausfallen und beide ihr eigenes CG haben – die mit dann gerade mal zwei insgesamt aber immer noch etwas arg wenige sind. Grundsätzlich muss nicht bis zu Anfang September gewartet werden, um das Ende zu sehen, sondern es startet automatisch am nächsten Tag, wenn die Affinität eines der Jungs auf 100 gestiegen ist, was über die richtigen Antworten in Gesprächen immer mal wieder um 5-10 Punkte steigt, ansonsten mit jeweils nur +1 beim Besuchen und Abhängen mit ihnen geschieht. Das ist allerdings nur das normale Ende, um das spezielle zu sehen, muss vorher noch der Statuswert, den sie bevorzugen auf das Maximum von 99 Punkten sein. Wenn der also stark hinterher hinkt, besucht man den Traumprinzen besser erst eine Weile nicht, um sicherzugehen, dass nicht das normale Ende plötzlich unausweichlich ist, wenn man eigentlich das besondere sehen will.

Ich fand ja Anfangs die Steam-Reviews zu Spiel ganz niedlich. Weil sich da so viele Mädels drüber beschweren, dass es in diesem Dating Sim so viel Stat-Grinding gibt, statt viele VN-Dialoge mit den Kerlen und um die Story voranzutreiben. Denn das ist ja genau der Unterschied zwischen Visual Novel und Dating Sim, und eher ein Problem hier im Westen, dass sich jedes Indie-VN, bei dem man über Multiple Choice einen Partner gewinnt, sich Dating Sim schimpft. Dabei sollten genau jene mit Stat-Raising-Gameplay daher kommen, statt nur ein interaktives Buch zu sein. Nach dem Spielen von Always Remember Me muss ich allerdings tatsächlich unterschreiben, dass es etwas zu grindy geraten ist. Was einfach daran liegt, dass es nicht genug zu tun gibt, nicht genug über die Kerle herausgefunden wird, nicht genug Szenen mit ihnen untergebracht sind. Die Affinität und Lieblings-Statuswert in Schritten von je +1 zu erhöhen wirkt trotz nettem Gesamtfeedback der Persönlichkeitsveränderungen am Ende eines Tages einfach zu langwierig und langsam. Eigentlich ist das Spiel gar nicht lang, und eigentlich schon ganz nett, aber irgendwo etwas schwachbrüstig, selbst wenn man allen vier Kandidaten nachgeht:

Gibt kein Gold-Digger-Ende mit dem Vater btw

Gibt kein Gold-Digger-Ende mit dem Vater btw

Aaron stellt die größte verfehlte Chance dar, ihn selbst als Charakter wie auch MC-chan zu hinterfüttern. Die beiden sind seit Jahren in einer Beziehung, aber sein Vater mag MC-chan nicht. Warum wird nie geklärt. Und im besten Ende, wenn man als Schriftstellerin einen NYT-Bestseller geschrieben hat, akzeptiert er einen auch, aber es kommt nie zu einer Aussprache oder Entschuldigung seinerseits. Auch Aarons fake Ex-Freundin, die sich im Krankenhaus wieder an ihn ranschmeißt, taucht im Ende nie wieder auf, dem Spieler wird also nicht mal hier ein Moment des Triumphs gegenüber der arroganten Opposition gegönnt. Auch ist die Tatsache, dass er Amnesie hat doch die perfekte Gelegenheit, dass MC-chan ihm nach und nach über Aaron an sich, über sich selbst, und über ihr gemeinsames Leben erzählt. So viele Spiele haben clunky Exposition, wenn sich Charaktere Dinge erzählen, die sie beide kennen müssten, nur damit das Publikum auch auf Stand kommt. Aber hier wäre genau das eben nicht fehlplatziert, da Aaron alles vergessen hat, so dämlich die Amnesie-Ausrede auch ist.

Und dafür, dass MC-chan selbst ihre Eltern bei einem Autounfall verloren hat, wird selbst dies irgendwie nie direkt angesprochen. Jedenfalls mögen beide Bücher, und Aaron speziell Pikniks bei Vogelgezwitscher im Park, wie wir dann doch mal lernen dürfen. Als romantischer Typ ist natürlich Romance sein Statuswert der Wahl. Und Aaron relativ einfach zu gewinnen, da er ja ans Krankenbett gefesselt ist. So kann er zwei Mal pro Tag besucht werden, alle seine Szenen triggern dort, und Romance ist relativ einfach zu puschen, in dem man sich bei der Bibliothek Bücher ausleiht und ihm regelmäßig seine alten Favoriten vorliest. Das Ende ist dann ganz abgehakt in der Zukunft, keine Szenen in der er sich dramatisch wieder an einen erinnert oder so, aber vielleicht ist dies das normale Ende, welches ich übersprungen habe, stattdessen sind Aaron und MC bereits verlobt und sie eine Bestseller-Autorin.

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Lächelt sich bestimmt etwas schwer mit einer fremden Zunge im Hals

Ich meine, immerhin hat die Studentin mit Hauptfach kreatives Schreiben dort im Gegensatz zum Ende mit Hugh nicht ihren Traum aufgegeben. Der hübscheste Charakter im Spiel ist der übliche Flirt-Charakter, der immer einen lockeren Witz oder angrabenden Spruch auf Lager hat, und alles nicht sonderlich ernst meint oder sieht. Überraschend hat er allerdings einen festen Job, führt nämlich im Shopping-Center eine kleine Boutique, und designt die stylischen Outfits selbst. Sieht auch selbst im Anzug ganz knackig ist. Na ja, jedenfalls nennt er einen viel Babe etc., lädt ins Pub ein, oder schickt einfach mal so eine Pizzalieferung statt Blumen zur Aufmunterung vorbei, und ist ganz froh darüber, wann immer man mit seinen blöden Eskapaden mitspielt. Das Battle der lahmen Anmachsprüche zwischen den beiden war schon ganz nett.

Für ihn ist Kreativität wichtig, was schnell genug über Sachen wie die Schreibübungen gelevelt werden kann, während Hugh allerdings nur ein Mal pro Tag und nicht Sonntags anzutreffen ist, um seine Affinität zu steigern. Jedenfalls behandelt er einen bis zum Schluss eher als weiblichen Kumpel, bis er dann plötzlich merkt doch in einen verliebt zu sein und man den Schriftsteller-Traum aufgegeben hat, um ihm beim Design seiner Kleider zu helfen.

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Einen reichen Arzt zu heiraten war wohl ihr wahrer Traum

Wirklich am schwersten anzutreffen allerdings ist Eddy, der Doktor, der sich um Aaaron kümmert. Und der trotz seines etwas unmotiviert dreinschauenden Resting Bitch Face durchaus nicht der Stereotyp vom heißen Doc ist, der Menschen zwar körperlich heilen kann, aber keine Ahnung vom zwischenmenschlichen Heilen hat. Denn eigentlich ist er ziemlich einfühlsam, besonders da MC-chan auf seiner Route die nervige Eigenart hat, ständig wegen Aaron zu heulen zu beginnen, nur um dann doch als Gold Digger den besser gestellten Arzt zu ehelichen. Dass er einem sofort vorschlägt, ihn Eddy zu nennen, ist allerdings schon etwas unprofessionell. Jedenfalls kann man ihn nur zu einem Slot im Krankenhaus und nur an Wochentagen antreffen. Keine Ahnung was für ein Krankenhaus das ist, wo die Ärzte nicht notorisch überarbeitet sind, sondern weder Nacht- noch Wochenend-Schichten zu reißen haben. Wobei sobald man sich genug in sein Herz gestalked hat, man seinen Hausadresse herausfindet, und ab dann auch Abends und an freien Tagen hinter ihm her hecheln darf.

Disziplin ist für ihn wichtig, was MC-chan über sportliche Aktivitäten und merkwürdigerweise das Updaten des Blogs bewerkstelligt. Denn wie jede Studentin des kreativen Schreibens ist sie nicht nur damit beschäftigt, eigene schlechte Poesie ins Netz zu stellen, sondern auch Buch-Reviews zum Besten zu geben. Man trifft Eddy halt hier und dort mal in der Stadt, hoffentlich zumindest, da dies für die Affinität bei ihm halt besonders wichtig ist, hilft ihm beim Einkaufen aus, und am Ende hat man den Traum fürs Schreiben aufgegeben, um mit ihm im Krankenhaus zu arbeiten. Nicht als Ärztin oder sonst was ambitioniertes, sondern als simple Krankenschwester, die mit dem Oberarzt schläft…

Ich schör das er außerhalb von CGs nicht wie Eldritch Horror aussieht

Ich schwör das er außerhalb von CGs nicht wie Eldritch Horror aussieht

Last but also least ist Lawrence, der schüchterne und etwas weibisch aussehende Fußabteter-Charakter. Der nur dann etwas Mumm aufweist, wenn es darum geht die Halbtagskraft MC-chan vor dem Besitzer der Eisdiele in Schutz zu nehmen, wenn der sich über einen Fehler von ihr aufregt. Ich mein, es ist schon süß das er sich ernsthaft Gedanken und Sorgen um sie macht, egal was in ihrem Leben vor sich geht, aber da alle Charaktere so unglaublich nett und verständnisvoll sind, hebt ihn das gar nicht wirklich ab.

Immerhin haben er und MC-chan gemeinsam, dass sie gerne Schreiben, und natürlich muss man sein Selbstwertgefühl dorthingehend etwas fördern. Und dadurch darf MC-chan letztendlich wenigstens auch in seinem Ende ihren Traum einer Schriftstellerin verwirklichen, während sie ihm nebenbei in seiner nun eigenen Eisdiele aushilft. Seinen Statuswert der Kultur lässt sich übrigens auch sehr gut durchs Lesen von Büchern und Schreibübungen leveln. Obacht bei seiner Affinität, denn einfach in der Eisdiele, wo er Vollzeit beschäftigt ist, zu arbeiten hilft hier nicht, man muss nach der Arbeit dort noch mit ihm abhängen.

Digging for Love: C14 Dating

ava-2136Die Indie-Szene hat in den letzten Jahren die Visual Novels für sich entdeckt. Und es gibt daher keine wirkliche Knappheit an Spielen, die sich Dating Sim nennen, oder jenen Begriff zumindest im Sales Pitch haben, meist mit irgendeinem Gimmick um sich vom Rest abzusetzen. Zombie Dating Sim, Ork Dating Sim, Dragon Dating Sim, Five Nights at Freddy’s Dating Sim… whatever. Die meisten sind das aber nicht, sondern tatsächlich lediglich Romance Visual Novels. Gegen die gibt es nichts einzuwenden, aber es macht es doch schwer herauszufilten, welche nun wirklich neben dem Lesen und Antwort-Aussuchen etwas Gameplay offerieren, um nicht ganz so trocken zu sein. Schwer genug, als das man bald die Lust nach dem Suchen im Sumpf verlieren kann, ähnlich einem guten Spieles auf Smartphone zu finden, die es sicherlich gibt, aber bei der Lawine an Mist schwer rauszufischen sind.

Zufällig fiel mir aber ins Auge, dass C14 Dating sich nicht nur als Dating Sim anpreist, sondern spezifisch im Anbiederungssatz ans Publikum auch „Stat Raising Gameplay“ nennt. Allgemein scheinen die Dating Sims von Winterwolves, die wohl für die Flower Shop in Fairbrook Spiele bekannt sind, wirklich mehr als nur VN zu bieten.

Ein sinniges System zu nutzen ist natürlich direkt ein Kulturschock für Amis

Ein sinniges System zu nutzen ist natürlich direkt ein Kulturschock für Amis

C14 Dating setzt sich übrigens damit ab, wodurch auch der doppeldeutige Titel herkommt: Wir spielen Melissa, die Archäologie studiert, und über den Sommer am einem Programm in einer Ausgrabungsstätte in Belgien teilnimmt. Und das wo sie so gut wie kein Französisch spricht, sondern nur Englisch und eingerostetes Spanisch (dank ihrer Latina-Herkunft). Und wer auch immer das Spiel geschrieben hat, scheint sich damit auszukennen, denn der Aufhänger ist gut recherchiert und es werden so einige (großteils optionale) Fakten über Geologie und Archäologie untergebracht. Die ersten Gespräche mit den drei Professoren halten einen ganzen Bildschirm von Frage-Optionen dazu bereit, die alle übersprungen werden können beispielsweise, und die Minispiele offerieren zusätzlich Journal-Einträge.

Auch diese Minispiele sind übrigens optional, können aber beim Status-Upgraden helfen. Im Prinzip ist es wie gewohnt so, dass am Anfang einer Woche für jeden Tag (abgesehen Wochenende, welches zusammengenommen ist) für die je drei Tageszeiten eine Aktivität ausgesucht werden muss, der nachgegangen wird. Allerdings steht am Morgen der Wochentage nur die Ausgrabung in der Höhle oder das Untersuchen der Funde im Labor zur Auswahl, weil man ist ja nicht hier um belgische Waffeln mit einem Sommerflirt im glorifizierten Urlaub zu verbringen, sondern um was fürs Studium zu lernen. Sind die Minispiele nicht deaktiviert, geht jede dieser beiden Wahlmöglichkeiten mit einem einher.

Die Dinger werden wesentlich schwerer bei 15-x15 Grids

Die Dinger werden wesentlich schwerer bei 15×15 Grids

Die Höhle beispielsweise ein Nonogramm. Das sind diese Schachbretter, die Zahlen an den Spalten und Reihen stehen haben, über die man heraustüfteln muss, welche Kästchen eingefärbt werden und welche leer bleiben. Das Labor hingegen ist etwas Rate-abhänger: Es muss möglichst nahe aber nicht über die Druckzahl gekommen werden, in dem man beliebig viele der 5 Instrumente nutzt, wobei nur beim ersten angezeigt wird, wie hoch dessen Druck ist. Man kann sich auch Hints holen oder Puzzle überspringen, aber ehrlich gesagt hab ich sie nach dem ersten Durchgang einfach ausgeschaltet, weil die umfangreichen späteren doch extreme Zeitfresser sein konnten.

Die Bonuspunkte von ihnen wird man eh nicht brauchen, wobei es schon etwas beliebig ist, ob eine Aktion gelingt oder nicht, und wenn sie fehl schlägt der daran gebundene Statuswert sich sogar verringert. Selbst das Internet browsen oder Tanzen, die beiden Aktivitäten, die zum Reduzieren des durch die anderen angesammelten Stress da sind, können misslingen. Ich bin mir übrigens auch nicht sicher, ob die Kerle wirklich einen Statuswert auf einer gewissen Höhe brauchen, damit man sie gewinnt, oder ob das nur automatisch geschieht, weil die Aktivität durchzuführen auch einfach Affinitätspunkte mit ihnen bringt, ihre Herzen in der wöchentlichen Übersicht also schneller steigen. Einen gezielten Charakter nach den 8 Wochen auf Max-Herzen zu haben ist eh nicht schwer, wobei allerdings auch noch die richtigen Antworten in den VN-Gesprächen gegeben werden müssen, um denjenigen wirklich zu gewinnen, respektive zwischen dem Liebes- und Freundschaftsende mit dem Charakter zu wechseln.

(Miss-)Erfolge wie immer mit sympathischen SD-Chicibs illustriert

(Miss-)Erfolge wie immer mit sympathischen SD-Chibis illustriert

Von der Handlung her muss übrigens jeder Student der nahen Uni einen 4-wöchigen Ausflug zur Ausgrabungsstätte ablegen, damit man es im Spiel dann nämlich dennoch nicht nur mit Möchtegern-Indiana-Joneses zu tun hat, sondern aus allen Fächern Kerle geboten bekommen kann. Die übrigens zeitgleich übliche Stereotypen abdecken, die man auch in einem japanischen Dating Sim geboten bekäme, und das Spiel sich dennoch etwas versucht dagegen abzuheben. Zum einen ist Melissa alleine schon ein wesentlich definierterer Charakter statt der langweilige Self Insert der dortigen Spiele, gibt von sich aus viele heitere und launige Antworten und zieht die Kerle gern auf. Bringt ihre eigenen Interessen in Archäologie, Gaming und Tanz mit. Zudem hat sie Diabetes, während einer der Kerle eine Armprothese trägt, einer anderer ein Hörgerät hat, ein weiterer ist übergewichtig. Das würde man so nicht in einem japanischen Produkt finden – Katawa Shoujo mal ausgenommen, welches gezielt aus dem „Krüppel Dating Sim“-Joke entstand und ursprünglich nicht ernst gemeint war.

C14 Dating ist dabei schlau genug dies eher nebensächlich bis kaum zu behandeln, kurz anzusprechen und dann geht es weiter im Programm. Dadurch wirken die Charaktere nicht wie eine „Besonderheiten-/Diversitäts“-Checkliste, die abgehakt werden wollte, und es kommt nicht zu peinlichen Endlosgesprächen um jene Thematik. Es ist ein Teil des Charakters, aber definiert denjenigen nicht. Auch süß sind die anfänglichen Beschreibungen, bevor man deren Namen kennt. Shoji wechselt schon mal von „Nerd“ beim Weiterreden auf „What a Nerd“ und der Tsundere-Charakter innerhalb weniger Textboxen von „Shy Student“ auf „Annoyed Student“ auf „Rude Student“.

Die wichtigste Antwort-Runde im ganzen Spiel, mit der offensichtlichst richtigen dazu.

Die wichtigste Antwort-Runde im ganzen Spiel, mit der offensichtlichst richtigen dazu.

Allgemein scheint das Spiel stark auf Freundschaft ausgerichtet zu sein. Denn auch wenn ein spezifischer Charakter gestalkt wird, bis man sich seine Liebe erpresst hat, kommt man dennoch viel mit den anderen in Berührung. Das passt natürlich zum Thema des Auslandsstudiums, neue Kontakte knüpfen, unerwartete Freundschaften schließen, und am Ende dürfen sich alle rührselig voneinander verabschieden. Auch gut zum Thema passt übrigens der sehr hübsche Song im Main Menu, der was von späte 90er Pop hat.

Jedenfalls hat mir das Spiel gut gefallen, es hat so eine leichtherzige Atmosphäre. Alle Charaktere sind nett und gehen zivil miteinander um, es gibt kein wirklich großes Drama, selbst bei den wenigen Streitigkeiten untereinander bleiben alle höflich und vertragen sich später wieder. Das Spiel ist süß, niedlich, lustig, charmant und bei ausgestellten Minispielen auch ein ziemlich fluxer Durchgang, besonders wenn man durch vorigen Durchläufe Szenen vorspulen kann. Lediglich das Artwork ist manchmal mit kleinen Schwächen, wobei meist schon sehr nett anzusehen, nur ist die Zeichnerin definitiv besser im 2/3 oder 3/4 Profil denn Charakter geradeaus schauend oder von der Seite im Profil zu zeigen. Und es gibt ein bisschen wenig CGs. Pro Charakter 5-6 und das verteilt auf die zwei Enden, man sieht eigentlich erst welche auf die letzten zwei Wochen. An Charakteren gibt es 4 Hauptkerle, plus den obligatorischen Geheimcharakter:

Schon im Dere-Modus, nach reichlich Tsun-Tsun

Schon im Dere-Modus, nach reichlich Tsun-Tsun

Kyler ist der Charakter, den ich als Tsundere bezeichnet habe. Für ihn ist das Lern-Kommando wichtig, welches passenderweise den Fleiß-Status erhöht. Melissa trifft ihn direkt als ersten Liebschaftskandidaten während ihres ersten Trips in die Höhle, da die beiden sich eine Ausgrabungsparzelle teilen. Kyler ist der etwas Maulfaule und sehr auf seine Arbeit und dessen richtige Ausführung fixierte Typ, der allerdings Mel bei allen ihren Fragen bereitwillig weiterhilft – irgendwann sogar ohne genervt zu wirken. Außerdem ist das bereits sein vierter Sommer hier, später würde er gern dort arbeiten.

Er ist übrigens seit seiner Geburt taub, weswegen er ein Hörgerät trägt, was ihn nicht immer einfacher zur Kommunikation zu bringen macht. Obwohl er natürlich ein sehr geradliniger und sachlich-nüchterner Typ ist, ist er einem kleinen Witz hier und dort dennoch nicht abgeneigt, kann aber natürlich eher nicht so gut mit dem übertreibenen Witzbold Deandre. Jedenfalls hilft der Umgang mit Mel selbstredend, ihn etwas sozialer und aufgeschlossener zu machen, und im 4-Monate-danach anschließend an die Credits, wenn die beiden in einer Distanzbeziehung sind, finden wir raus, dass er einen Job bei einer Ausgrabung in Deutschland gefunden hat.

Kein Euphemismus, es geht um ein echtes Grillschwein

Kein Euphemismus, es geht um ein echtes Grillschwein

Deandre ist der Sportler-Charakter des Spieles, und kontrastierend zu den anderen mit ihren körperlichen Wehwechen der arische Supermensch, groß, muskulös, blond und mit blauen Augen. Er ist der Witzbold der Truppe, der immer einen Joke auf Lager hat, und sich mit jenen bestens versteht, die selbst nicht alles allzu ernst nehmen. Also genau das Gegenteil zu Kyler, weswegen die beiden auch mit am meisten aneinander geraten. Während eines längeren Aufenthalts in Neuseeland, wohin er gern zurückkehren würde, hat er übrigens fließend Englisch gelernt und studiert das als Hauptfach.

Denn Deandre ist nicht dumm, er hat dort sogar richtig gute Noten. Sein Traum mag es sein ein berühmter Rugby-Spieler zu sein, und tatsächlich spielt er neben seinem Studium bereits in einer offiziellen Mannschaft. Jedoch ist er sich sehr wohl bewusst, dass dies nicht aufgehen muss, und selbst dann durch einen unglücklichen Unfall alles schnell vorüber sein könnte. Für diesen Fall kann er nämlich dann darauf zurückfallen Englischlehrer zu werden, denn mit Kindern versteht er sich sowieso, der Kindskopf. Um ihn zu gewinnen ist das Ballwerfen ein gutes Kommando, welches merkwürdigerweise Kultur levelt. Ist man der Aspiration zur Spielerfrau nahe gekommen, nimmt er einen übrigens auf einen spontanen Trip durch Belgien mit, während sich die Eltern zu Hause sorgen müssen, warum die Tochter nicht wie geplant nach Hause kommt.

Haare offen trägt er auch nicht oft, dabei verdeckt das so schön seine Halstattoos

Haare offen trägt er auch nicht oft, dabei verdeckt das so schön seine Halstattoos

Hendrik ist kein Student, sondern der Neffe des Professor, der die Ausgrabungen leitet, und arbeitet bereits als Geologe im Team. Für ihn verbringt man die Freizeit lieber mit Nachforschen, was die Rationalität steigert. Außerdem hat Hendrik die größte Benachteiligung des Casts: Hässliche Shadowhunter-Tattoos am halben Körper. Die kommen aber nicht von irgendwo, sondern er hat sie sich stechen lassen, um die Narben seines Autounfalls zu überdecken, durch den er auch einen Arm verloren hat, seither eine Prothese trägt. Ist allerdings ein echt Lebenslustiger Kerl mit starkem Hang zu schlechten Wortspielen.

Nachdem Mel einen Diabetiker-Anfall hat, ist er derjenige, der sich als erstes bereiterklärt, am Wochenende ebenfalls im Museum zu übernachten, damit sie nicht alleine ist, und kocht sogar für sie. Wobei wir herausfinden, dass er Vegetarier ist. Dabei lässt sich das Spiel übrigens die Chance durch die Lappen gehen, ihn versehentlich beim Duschen zu erwischen – merkwürdig. Immerhin sieht er später mit Brille und im Anzug echt zum Anknabbern aus, was wir nur zu sehen bekommen werden, wenn wir auf seiner Route sind. Um noch einen weiteren Haken auf der Besonderheiten-Checkliste zu machen ist Hendrik zudem asexuell, aber die beiden, nachdem er nicht mehr in einer Lehrer-Position einer Schutzbefohlenen gegenüber ist, wollen das schon irgendwie austüfteln. Ach ja, nur auf seiner Route finden wir zudem raus das Rosemarie, eine weitere Mitarbeiterin des Teams, die Mel zunächst für seine Freundin hält, lesbisch ist.

Just like being a lesbian

Just like being a lesbian

Was eine super Überleitung zum Geheimcharakter des Spieles ist, welcher zwar auch als Student an der Ausgrabung teilnimmt, aber nie im Wochenplan neben den Höhle/Labor/Frewilligenarbeiten als Icon aufgeführt wird – allerdings wenig unauffällig in der „Wer mag mich wie sehr“-Liste mit Herzen geführt wird. Und zwar ist das Joan, die Melissa auf einer kleinen Tanzparty in der ersten Woche, zu der Deandre sie schleppt, trifft und direkt als niedlich bezeichnet.

Und ich mein, wozu sind die frühen Zwanziger als Student schon da, wenn nicht um mit dem niedlichen Sommerbesprossten Rotschopf ein paar lesbische Erfahrungen zu machen? Als jemand, der eh nur gebrochen Englisch spricht, ist sie doch der perfekte Urlaubs-Flirt. Über den üblichen Weg hinein in den Hasenbau: Auf Party kennengelernt, bei ihr und Zimmergenossin Chantal im gleichen Bett schlafen müssen, Flötenunterricht von der Musik-Studentin (sie will es lehren, denn für Auftritte hat sie zu viel Lampenfieber) und das Essen phallischer Schnecken letztendlich in einer Liebschaft miteinander landend. Sozialisieren, welches Kultur und Empathie steigert, ist wichtig für sie. Und überraschend ist ihre Route gar nicht mal sehr viel gegenüber der vier Hauptcharaktere abgespeckt, es gibt sogar sowohl ein Freundschafts- wie ein Liebschaft-Ende.

Hah, ich verstehe diese einfache Referenz!

Hah, ich verstehe diese einfache Referenz!

Bleibt nur noch Shoji übrig, der zu Übergewicht neigende Halb-Japaner (sein Vater ist Botschafter, seine Mutter eine ansässige Elektrohändlerin). Der Gamer, schüchterner Nerd mit Rettungsring und Brille und so weiter. Für ihn muss Zocken gewählt werden, was merkwürdigerweise die Empathie steigert. Jedenfalls war er für mich ziemlich schnell in der Friendzone und deswegen hab ich mit ihm gegenüber den anderen Charakteren das Freunde- statt Lover-Ende genommen.

Natürlich taut er Sprachfaulheits-mäßig wesentlich auf, sobald man über seine Interessen Videospiele oder Elektronik-Reperatur/IT spricht. Und im Chat ist er wie wir alle viel freier im Ausdruck statt gewohnt schüchtern. Als Erstsemester hat er sich zudem noch nicht ganz festgelegt, was er studieren will, wahrscheinlich in Richtung IT als sicherer Job, da er sich zwar seines zeichnerischen Talents bewusst ist, aber nicht als hungernder Künstler enden will. Am Ende hat man dann noch eine durchzechte Gaming-Nacht mit dem lieben Fußabteter.

Is ja schon nett, aber ich seh es bereits bei jedem Menü-Besuch

Is ja schon nett, aber ich seh es bereits bei jedem Menü-Besuch

Aber halt, dies war noch nicht alles, auch wenn wir keine Charaktere mehr über haben. Wer allerdings keinen davon als Freund oder Liebhaber gewinnt, kann dennoch zwei weitere Enden mit ihren Unikats-CGs erspielen, wobei dann allerdings die letzten zwei Wochen im Spiel überraschend Ereignislos sind. Und ob die Bilder die zwei weiteren Durchläufe wert sind, sei mal stark dahin gestellt.

Da wäre zum einen das Freundschafts-Ende, bei dem man keinen der Charaktere auf Max haben darf, aber bei allen genug Herzen für eine oberflächliche Freundschaft erringen muss. Was aber super einfach zu machen ist, indem man ihnen die aus ihrer Route bekannten richtigen Antworten gibt und für die Charaktere, die man nicht so oft trifft, die richtigen Freizeit-Kommandos wählt, die sie mögen. Das Ende an sich ist allerdings kaum anders als sonst, weil man sich ja immer bei allen verabschiedet, hier nur etwas herzlicher, und mit einem Mädelsabend mit Joan und Chantal, von dem ich die Befürchtung habe, dass dies einfach eine Wiederholung des Joan-Freundschafts-Ende ist. Zudem ist das erspielte Bild einfach nur das im Hauptmenü ohne das Menüband über den weiblichen Charakteren.

Best Alone ist am schwersten zu bekommen und mit Melissa in Bluse vor einem Projekter das langweiligste CG im ganzen Spiel. Jedenfalls darf einen hierfür kein Charakter mit 4+ Herzen mögen, weswegen man ihnen am Besten komplett aus dem Weg geht und immer die schlimmsten Antworten wählt. Gleichzeitig müssen aber alle vier Statuswerte bei 75+ sein. Man darf aber natürlich keine Freizeitaktivitäten spammen, die den Charakteren gefallen. Zum Glück levelt die Freiwilligen-Arbeit lediglich Statuswerte, und dazu auch noch alle gleichzeitig. Allerdings hängt es ganz vom Glück ab, ob man eine Woche fast jeden Tag jene erfüllt, oder dann wieder eine Woche jeden Tag daneben haut, ob wirklich nach 8 Wochen die hohen Werte noch stehen/überhaupt erreicht sind. Selbst hier verabschiedet sich Melissa bei jedem Charakter, obwohl sie einen eigentlich nicht leiden dürfen sollten, und freut sich als Auszeichnungs-Studentin schon darauf, im nächsten Jahr wiederzukommen und eine Mentoren-Rolle in den Ausgrabungen zu übernehmen.

Life ends with marriage: Back to Nature for Girls

ava-2130In meiner Jahreswechsel-üblichen Stimmung auf ein Harvest Moon habe ich mal wieder einen der Klassiker rausgekramt. Ich weiß noch, dass es einer der Teile war, der mich zur Serie zurückgebracht hat. Nachdem sich sowohl das Original fürs SNES und den ersten Ableger für den GameBoy gemocht habe, war ich anschließend wieder etwas rausgefallen, bis ich mir Jahre später doch mal Back to Nature und GBC2 gegönnt habe und wieder voll in die Serie eingestiegen bin.

Allerdings habe ich nicht ganz das erste Release von Back to Nature gespielt. Der Teil ist ja im Prinzip in 5 Versionen erschienen: Das ursprüngliche Back to Nature, dann Japan-exklusiv ein Release als for Girls mit weiblichem Hauptcharakter (die erste for Girls Variante eines Harvest Moons überhaupt), dann später mit kleinen Änderungen auf dem GBA als Friends of Mineral Town, und gleiches mit for Girls als More Friends of Mineral Town. Und dann zu Beginn der PSP, als man noch haufenweise PSX-Spiele einfach auf UMD gepresst und zum Vollpreis verkauft hat, statt sie ins PSN zu stellen, kam Harvest Moon Boy & Girl raus, welches eben ein Release von Back to Nature und dessen for Girls auf einer Disc war.

Wenigtens die Liebe der Tiere gewinnt sich einfach.

Wenigstens die Liebe der Tiere gewinnt sich einfach.

Jedenfalls war es diese PSP-Version geworden. Fragt mich nicht, warum ich nicht die verbesserte Variante auf dem GBA genommen habe. Vielleicht wollte ich alle PSP-Harvest-Moons durch haben. Vielleicht war es etwas unverdiente Nostalgie zu Back to Nature. Da einfach nur 1:1 das Original auf eine UMD geschmissen wurde, kommt das Spiel nämlich mit allen dessen Problemen. Der suboptimale Kamerawinkel, die etwas schlecht gesetzten Hitboxen. Der sehr limitierte Rucksack und die strickt nach Reihenfolge ablaufenden Farm-Upgrades. Als jemand, der mit 5 Hühnern und 4 Kühen + 1 Schaaf ausgekommen ist, hätte ich beispielsweise gern die beiden Stallausbauten übersprungen und direkt das Haus erweitert. Ich mein, man hat gegen Ende des ersten Jahres eh bereits mehr Geld, als man ausgeben kann, und im Winter auch nicht viel mehr zu tun, als das nötige Holz zu hacken, aber trotzdem. Zumal man Upgrades der Werkzeuge überspringen darf. Dann kommt der halbherzige Port auch noch mit neuen Glitches daher, wie das die FPS in der Stadt ordentlich in die Knie gehen, oder das die Affinität des Pferdes wesentlich langsamer levelt (mir wurde das erste tatsächlich wieder weggenommen, weil ich bei 7 von 10 Herzen war, man aber 8 braucht).

Um dann aber doch die Version zu spielen, die ich noch nicht kenne, ging es auf die for Girls Seite. Und auch, weil ich eigentlich ein sehr kurzes Spiel haben wollte, und bekanntlich bei der ersten Variante für Mädchen das Spiel noch mit der Heirat endet. Japaner gehen davon aus, dass Frauen nach der Heirat ihren Job aufgeben, da lässt einen auch das erste solche Harvest Moon anschließend nicht weiterspielen. Immerhin hatte ich damit gerechnet so das Spiel noch im ersten Jahr oder kurz nach dessen Ende beenden zu können.

Das erste männliche(?) Wesen mag mich aber schon mal nicht sonderlich.

Das erste männliche(?) Wesen mag mich aber schon mal nicht sonderlich.

Tja so einfach war die Angelegenheit dann doch nicht. Genau genommen geht meine Erinnerung dahingehend, dass ich meist schon im ersten Herbst verheiratet war, auf Friends of Mineral Town zurück. Vielleicht dauert das bei Back to Nature allgemein länger/ist schwerer. Oder es ist bei for Girls etwas mehr Aufwand, damit das Spiel eben doch nicht ganz so schnell rum ist. Wenn man es so sehen will ist Harvest Moon: Back to Nature for Girls, da die Endingsequenz durch das Verehelichen eines der Kerle kommt, dies somit das Spielziel darstellt, ein wenig ein Dating Sim. Nur das es im Gameplay keine Statusaufbesserungen sondern die gewohnte Farmarbeit gibt.

Ist aber auch egal, meine auserkorene Jagdtrophäe war zumindest Gray. Ich finde immer den ersten paar Girls-Varianten sieht man noch an, dass die nicht unbedingt von Anfang an eingeplant waren, somit nicht so darauf geachtet wurde, dass die männliche Bevölkerung der Dörfer attraktiv genug ist. Gray war sozusagen das kleinste Übel, und ich hab was für Rotschöpfe, meist nehme ich bei der Jungs-Version nämlich Ann in Visier. Leider scheine ich mein Dating-Sim-Mojo verloren zu haben. Nachdem ich im letzten Jahr so viele solche Spiele gezockt habe, und auch immer alle Kerle die ich wollte gewonnen habe, machen ausgerechnet die beiden einfachsten Vertreter mir Probleme. Immerhin machte mir schon das zuletzt gespielte Princess Debut einen Strich durch die Rechnung und ich musste mit dem Trostpreis-Kerl enden. Und ähnlich ging es auch bei Harvest Moon Girl.

"Will you marry me" would be a start, asshole.

„Will you marry me“ would be a start, asshole.

Das Herz von Gray schön durch tägliche Bestechungen und Stalking aufzuwerten, war natürlich absolut nicht das Problem, einfach täglich ein paar Erze vorbeibringen und mit ihm auf die Feste gehen. Problematisch hingegen waren die Herzevents zu triggern. So in die ersten beiden Szenen mit ihm bin ich noch automatisch reingelaufen. Und habe dann eine Weile trotz Herzverfärbungen nichts mehr gesehen. Also griff ich auf einen FAQ zurück. Der mir bescheinigte, dass ich schon sehr früh hätte in der Mine auf Gray stoßen und ihm ein Silbererz überreichen müssen. Jedoch tauchte Gray das ganze Spiel über nicht bei mir in der Mine auf. Es hilft natürlich nicht, dass die Guides zum Spiel, weil das PSX-Original nur in Japan erschien und sich keiner um das PSP-Release scherte, ziemlich mager sind. Und gern mal widersprüchlich. Die Szene gibt es bei einem blauen Herz. Bei einem violetten Herz. Im Frühling. Im Herbst. Es muss regnen. Nein es soll sonnig sein. Vormittags, nein doch nachmittags. Ich hatte Gray am Ende bei einem roten Herzen, aber was ich auch wann immer tat, ich bekam die Szene nicht.

Wer weiß woran es lag. Vielleicht gibt es einen obskuren weiteren Trigger, der gelegt werden muss, damit er dort überhaupt erst auftaucht, den keiner realisiert. Oder da die meisten ihn noch im ersten Frühling zu finden scheinen, war ich eventuell zu spät dran. Oder er tauchte tatsächlich in der Mine auf, aber außerhalb meiner Sicht, und ich bin eine Treppe weiter, ohne ihn dort zu sehen, noch bevor ich wusste, dass ich für die nächste Szene hier auf ihn achten muss. Ich weiß nämlich nicht, ob ignorierte Szenen für immer verloren sind.

It's better than nothing

It’s better than nothing

Jedenfalls stürzte ich mich dann auf den nächstbesten Lückenbüßer. Ich hatte ja die anderen Kerle alle total ignoriert, aber Cliff war wohl sehr bedürftig, und dennoch irgendwie bereits kurz nach Gray auf einem gelben Herzen, als die der anderen noch lange grün waren. Und seine Szenen waren alle einfach zu bekommen und tauchten für mich auch alle auf – zunächst hatte ich Panik, weil ich ihn zum ersten Starry-Night-Festival nicht besuchen gegangen bin, aber die Szene konnte auch noch später in einer normalen Nacht getriggert werden. Im Winter des zweiten Jahres war er dann auch bei einem roten Herzen, und ich hatte meinen Trostpreis in der Tasche. Ich habe sozusagen einen auf Mighty No.9 gemacht – Cliff ist besser als gar nichts. Selbst in die eine oder andere Szene mit dem Doktor bin ich bis dahin zufällig geraten, nur Gray war zickig. Aber des Ansehens einer Doktorsfrau wegen noch länger warten, und mich auf dessen Herz versteifen, wollte ich dann auch nicht, sondern einfach nur noch unter die Haube. Ich mein ein guter Fang war ich auf jeden Fall. Das Spiel ist ja so einfach, ich hatte schon im ersten Jahr alles ausgebaut und am Ende ohne viel anzubauen oder die Ställe voller Tiere zu haben dennoch über eine halbe Mille. So kam der Schluss immer noch bevor mich die Jahreszeiten-BGMs in ihrer Dauerschleife in den Wahnsinn treiben konnten.

Slow waltz into his heart: Princess Debut

ava-2099Mensch, da dachte ich schon fast am Grund des Brunnens an Dating Sims angekommen zu sein, zumindest wenn es um jene geht, die ich in Englisch spielen kann, da sowohl bei offiziellen wie den Übersetzungen von Fans eher Visual Novels bevorzugt werden. Und dabei übersehe ich ein Otome Dating Sim, dass 2008 auf dem DS weltweit released wurde! Von niemand anderem als den Shmup-erfahrenen Cave. Liegt vielleicht daran, und damit meine ich sowohl die Tatsache das es nicht als Dating Sim registriert wurde sowie die schiere Tatsache ein offizielles West-Release bekommen zu haben, dass es sich als Rhythm Game zu verkaufen versucht.

Ist auch eindeutig an die ganz junge Zielgruppe gerichtet, von daher eher simpel und einfach. Und hässlich wie die Nacht. Nicht nur ist das Charakterdesign an sich schon scheußlich, sondern neben den gewohnten 2D-Cutouts bekommt man auch extrem erbärmliches 3D in den Tänzen an sich auf die Augen gedrückt. Und hat man vielleicht vergessen bei der Charakterdesignerin CGs in Auftrag zu geben? Erklärt das, warum es das komplette Spielverlauf über kein einziges zu sehen gibt, und der Sepia-getünchte Rotz für die Endings schnell in der Mittagspause vom Praktikanten gezeichnet erscheint?

Übersetzung: Fantasy-Game-Logik hinterfragen ist Blödsinn

Übersetzung: Fantasy-Game-Logik hinterfragen ist Blödsinn

Aber hey, worum geht es denn überhaupt? Das Spiel beginnt mit unserer Dre Jr., die sich mit ihrer Klassenkameradin erst mal darüber unterhält, dass die fünf beliebtesten Jungs der Schule ja quasi Prinzen sind. Sich aber interessanterweise darüber lustig machend, was für käsige Sprüche die doch abturnend loslassen, bemerkend, dass in einem Spiel von einem Prinzen gesagt das genau die üblichen Dating-Sim-Klischeedinger wären. Hey, Princess Debut nimmt sich immerhin nicht immer ganz ernst, muss man dem Spiel schon zugute halten. Jedenfalls taucht eine Doppelgänger-Prinzessin auf, sobald Dre Jr. daheim ankommt, sich beklagend, dass sie in 30 Tagen auf einem Ball tanzen muss, dies aber weder beherrscht noch erlernen will. Also folgt Dre dem weißen Kaninchen in den Wandschrank, um deren Platz einzunehmen. Ich hab das Gefühl damit haben wir schon drei oder vier Märchen auf einmal verbaut.

Auf der anderen Seite gibt es nun tatsächlich 5 Prinzen, die wohl auch alle wie die 5 Mitschüler aus ihrer Welt aussehen. Müssen wir Dre zumindest so glauben, denn gesehen haben wir die nicht und werden wir auch nicht. Da muss man dann auch keine interessante Widersprüchlichkeit hinter den Doppelgänger-Gesichtern ansprechen, sondern kann die genau den gleichen Charakter haben lassen, die „echten“ Kerle werden wir eh nie kennenlernen.

Woraus die 30 Tage nun bestehen, ist zum einen im Märchenland umherlaufen, und schauen ob es nicht in den diversen Lokalitäten zu einer kleinen Szene mit einem der 5 Prinzen kommt, die uns den Charakter ein wenig näher bringen, viel gibt es zu ihrem Charakter eh nicht zu sagen. Und ein paar offensichtliche Antworten richtig zu geben, damit sie einen mehr mögen. Mögen sie Dre genug, sind sie sogar bereit ihren Tanzpartner sowohl beim Üben wie auch bei den offiziellen Bällen abzugeben. Stamina gibt es zwar im Spiel, sich zwischen den Ortschaften hin und her zu klicken verbraucht die aber nicht, sondern nur das Tanzen an sich. Lädt halt wenig zum Wiederspielwert ein, wenn man eh jeden Durchgang alle Szenen mit allen Prinzen sehen kann, da man sich eh frei überall rum bewegen darf. Ist nämlich nicht so, dass einen Prinzen als Partner zu haben mehr als ein oder zwei exklusive Szenen bietet, und wie gesagt, ein CG wird man sowieso auf den Dates nicht sehen.

Und die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben

Und die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben

Am Tanzen liegt also alles. Und das gestaltet sich in Form eines Rhythmus-Spielchens. Während die 3D-Missgeburten sich zu klassischer Musik auf dem oberen Bildschirm drehen, dürfen unten diverse Formen nachgezeichnet werden. Bonuspunkte gibt es, wenn man genau dann, wenn der Ball erscheint, ihn antippt, ein „Bad“ wenn man zu langsam die Figur nachzeichnet, für zu schnelles Zeichnen gibt es aber keinen Minus, man muss also nicht wirklich in Geschwindigkeit mit dem Ball bleiben. Ein wenig neben der Spur zeichnen ergibt auch immer noch ein „OK“, von daher ist das echt nicht schwer, zumal der obere Bildschirm einem auch anzeigt, was die nächsten paar Formen sein werden. Anschließend gibt es Punkte, und bei genug davon ein Level up, welches die Statuswerte erhöht und auch alle paar Level ein weiteres tanzbares Stück freischaltet, bis man alle 10 im Repertoire hat. Die werden natürlichen von Formen und Geschwindigkeit schwerer, aber es sollte wirklich kein Problem darstellen, gegen Spielende das Max-Level von 20 zu erreichen und mit Leichtigkeit den offiziellen Debütantinnenball zu meistern.

Es gibt übrigens auch noch Accessoires, die man ausrüsten kann, was aber nur beeinflusst, in welches Kleid sich die 3D-Monstrosität auf dem oberen Bildschirm wirft, auf das Tanzverhalten, die Punkte, oder Affinität der Prinzen wirkt sich das mal wieder gar nicht aus. Ist halt ein Versuch den Wiederspielwert dann doch zu erhöhen, da man nicht alle in einem Durchgang haben kann, schon alleine weil jeder Prinz vor dem Abschlussball ein exklusives darbietet. Wer auch immer das Spiel sieben Mal durchspielen will, nur um alle Prinzen gewonnen zu haben. Die sind nämlich alle nicht sonderlich attraktiv, alle nicht sonderlich interessant, geben wie gesagt keine CGs, und das repetitive Übungstanzen mehrmals jeden Tag mit wiederholt den gleichen Stücken ist auch nicht wirklich spannend. Der geneigten Spielerin stehen immerhin, um sich das kleinste Übel rauszupicken, zur Auswahl:

Wie ein Troll im Engelskostüm wird übers Tanzparkett geglitten

Wie ein Troll im Engelskostüm wird übers Tanzparkett geglitten

Klaus: So ziemlich er Hauptkerl des Spieles, ist er doch der perfekte Kerl ohne Persönlichkeit, kommt als einziger mit 2 Groupies, die ihm im späteren Spielverlauf gehörig auf den Keks gehen, und hat viel Screentime und eine Kindheitserinnerung an die Prinzessin.

Die wirklich meiste Screentime bringt dann aber doch Vince mit, der totale Arsch des Spieles. Das kindische Mistvieh nimmt nichts ernst, und lacht als einziger über seine fiesen Streiche, an denen es echt nichts zu lachen gibt. Fällt beim Pferderennen vom Gaul und verletzt sich den Fuß, und endlich hat auch mal sein Publikum lachen können. Und was biedert sich der an, man bekommt ihn so schlecht los, als wäre man mit Stollenschuhen in Scheiße getreten. Er ist der erste, der sich schon an Tag 4 als Tanzpartner anbietet, und wird das auch wiederholt bis zum letzten Tag machen.

Um gleich den nächsten schlimmsten Charakter aus dem Weg zu bekommen: Cesare. Mit das hässlichstes Design für den selbstverliebesten Charakter, der einen immer ganz widerlich Honey nennt. Und ein Ladykiller ist, zumindest flirtet er angeblich mit allem, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, auch wenn das Spiel wohlweislich nicht sagt, ob dies auch gut ankommt oder nicht.

debut04

Es wird sich doch nicht um Meinereiner gestritten werden? >:3

Liam hat auch nicht gerade ein attraktives Design. Gut haben die alle nicht, aber Liam ist auch so ziemlich an unterster Stelle einzuordnen, und passend zu seinem femininen Äußeren ist er auch etwas wischi-waschi sanftmütig, schlecht greifbar, und ich glaub man findet echt nichts über ihn heraus, außer das er sich mit Blumen gut auskennt.

Der schwarz gekleidete Luciano, der den Archetypen des coolen Kerls mit harter Schale aber auftauendem Kern darstellt, ist derjenige, den ich mir dann für meinen Durchgang als Jagdtrophäe herausgepickt hatte. Er hat einen schlechten Orientierungssinn und nimmt das Tanzen sehr ernst, und das war es an Charaktereigenschaften für ihn auch schon. Dummerweise verließ er mich an Tag 18 wegen eines königlichen Auftrags, und ich scheine beim Abschied die falschen Antworten gewählt zu haben, denn er kam nicht an Tag 29 für den Ball zurück, wie das eigentlich hätte geschehen sollen. Wow, das einfachste und geradlinigste und für die jüngste Zielgruppe gedachte Dating Sim ist ernsthaft das erste, bei dem ich eine Charakter-Route faile, wer hätte das gedacht.

Selbst der End-Text ist halbherzig hingeschludert

Selbst der End-Text ist halbherzig hingeschludert

Statt die sich an Tag 29 noch anbiedernden Vince oder Liam doch endlich als Tanzpartner zu wählen und ihr Ende zu sehen, bin ich auf das Trostpflaster des Geheimcharakters zurückgefallen. Wer am Ende wirklich keinen Tanzpartner unter den fünf Prinzen gefunden hat, darf mit dem weißen Kaninchen und Tanzlehrer Tony den Abschlussball bestreiten. Und solange man gewinnt, stellt sich heraus, dass der ein verwunschener Prinz war, der Albino-Jüngling sogar eine der attraktiveren in der Riege der Hässlichen ist, und somit war er derjenige, dessen Ende ich bekommen habe.

Wer sich gern langweilt und das Spiel tatsächlich erneut von vorn beginnt, kann ab dem zweiten Durchlauf dann auch auf den nun hinzugefügten Prinzen Kiefer treffen, der somit der zweite Geheimcharakter ist. Auch wenn man ihn nicht verpassen kann und ich ihn natürlich nie zu Gesicht bekam. Zumindest nicht live, ich hab mal im Internet geschaut… eine Belohnung würde ich das Design aber nicht nennen.