Pirates of the Caribbean: Salazar’s Revenge

Dafür, dass ich sonst so gut wie nie ins Kino komme, standen in letzter Zeit dann ja doch ein paar Besuche an. Darunter auch einer der Flop-Kinostarts der Saison, nein nicht Baywatch, sondern der fünfte Fluch der Karibik. Bei dem wir tatsächlich auch in einem fast leeren Saal saßen. Wobei ich natürlich wieder das zweifelhafte Glück hatte zwei der aufgedrehteren Trullas der Hand voll anderer Kinobesucher direkt hinter mir sitzen zu haben.

Jedenfalls wird der alteingesessene Cast der Franchise mittlerweile doch langsam alt, und dies auch sehr sichtbar, so dass ein neues Paar an attraktiven, jungen Schauspielern her muss, die ins Zentrum rücken können. Die aus dem vorigen Film kann man eher nicht nehmen, denn die mochte eh keiner. Also geht es diesmal um den Sohn von Will Turner und What’s-Her-Face, der seinen Vater über den mächtigen Dreizack des Poseidon von seinem an den Fliegenden Holländer gebundenen Fluch befreien will. Gleichzeitig gibt es die junge Carina, eine gelehrte Astrologin, die als Hexe hingerichtet werden soll, und deren einziges Vermächtnis ihres Vaters ein Buch ist, welches über das Deuten der richtigen Sternkonstellationen den Weg zum Dreizack eröffnen soll.

Dahin braucht man allerdings ein Schiff, und über viel wirres hin und her landen die beiden bei Jack Sparrow. Hinter dem der untote Salazar her ist, nachdem Jack ihn in CG-verjüngten Jahren eins ausgewischt und weggesperrt hat. Der wahre heimliche Star der Franchise, Barbossa ist natürlich auch dabei, als Helfer von Salazar, der eigentlich selbst an den Dreizack will.

Um ganz ehrlich zu sein habe ich die Antipathie gegenüber der fortlaufenden Franchise nie komplett verstehen können. Ja, da gibt es ein Gefälle nach dem zweiten Film, die Anfänge sind einfach wesentlich frischer und witziger als der Rest. Aber auch ab dem dritten Film blieb viel vom Kerngut der Reihe intakt, und den viel gehassten vierten Eintrag fand ich – gerade auch wegen seiner übersichtlicheren Spielzeit – auch nicht viel schlechter. Wobei ich mich nicht an viele Einzelheiten erinnern könnte, abgesehen davon, dass es um Meerjungfrauen ging und Penelope Cruz mitgespielt hat. Aber um bei der Wahrheit zu bleiben erinnere ich mich allgemein nicht an viele Einzelheiten irgendeines der vier Vorgänger, die fließen alle so ein wenig zusammen für mich.

Fluch der Karibik war halt immer schon hin zum dämlichen Spektakel, mit maximal zweckdienlicher Handlung dahinter. Große Action, viel kaputt, exzentrische Charaktere, coole Musik, halt Blockbuster-Popcon-Kino zum zurücklehnen und sich beschallen lassen. Manche Filme sind etwas zu lang. Bei manchen sitzt der Witz besser. Bei anderen sind die Charaktere neben Sparrow und Barbossa langweiliger. Aber insgesamt finde ich die Filme alle als kurzweilige Unterhaltung brauchbar.

Und das trifft für mich auch auf den fünften Eintrag zu. In einem halben Jahr werdet ihr mich nicht mehr fragen brauchen, was überhaupt im Film geschehen ist. Aber das bedeutet nicht, dass ich die knapp über 2 Stunden (der kürzeste Film bisher) nicht durchgehend unterhalten war. Jacks Manierismen sind nicht ganz so anstrengend wie im Vorgänger, und die Romanze zwischen der hübschen Carina und dem noch viel hübscheren Turner stark nebensächlich, statt zu nerven wie im Vorgänger. Der Witz, Charme und die Frische der ersten beiden Teile geht auch hier hingegen etwas ab, und die Struktur des Filmes ist etwas merkwürdig – es dauert sehr lang, bis die Truppe endlich zusammen auf hoher See landet, dafür geht es dann ziemlich schnell und das Finale ist fast überstürzt. Aber unterm Strich würde ich ihn auch nicht schlechter als den dritten Eintrag ansehen.

Pirates of the Caribbean: Part Deux

Jack ist tot, der Kraken Geschichte, Piraten gehören bald zur aussterbenden Spezies, die Handelsgesellschaft ist nun an der Macht, kontrolliert sogar den Fliegenden Holländer. Aber die fesche Crew der Black Pearl hat sich ja aufgemacht, um Jack aus dem Jeneits zu holen, natürlich alle mit ihrem eigenen Motiv, und das schaffen sie auch. Gehören jetzt nur noch die ganzen Antagonisten aufgehalten, wobei das beim Fliegenden Holländer nur geht, in dem man das Herz von Davy Jones vernichtet, dafür dann aber selbst zum ewig die Weltmeere befahrenden neuen Captain des Schiffes wird.

At World’s End ist der teuerste Film aller Zeiten – solange man nicht Inflation einrechnet, dann kommt er erst nach Cleopatra. Mehr Action, mehr Charaktere, mehr Tricks, mehr Explosionen, mehr Spielzeit. Das Ding ist fast 3 Stunden lang, und das obwohl es sowieso nur die zweite Hälfte von Dead Man’s Chest ist. Es ist also wieder ein leicht überlanges Unterfangen, ganz egal, wie viel er einem aufbietet, um kurzweilig zu sein, 3 Stunden sind nun mal lang. Und die Probleme des Vorgängers sind weiterhin da. Er ist teilweise etwas zu wirr und unaufgeräumt. Jeder betrügt ständig jeden, plant sein eigenes Ding – sind wir hier denn in Dune? Der finale Kampf mag noch so cool sein, ist er doch auch unglaublich lang, schafft es gleichzeitig sich ständig weiter zuzuspitzen, bis die Spannung kaum noch zu ertragen ist, und einen gleichzeitig ob der schieren Länge gegen das Geschehene abzustumpfen. Die Romanze zwischen Elisabeth und William hat keinerlei Chemie. Und das Karibikflair ist endgültig weg, bei all den düsteren Szenen, aus denen der Film fast ausschließlich zu bestehen scheint. Aber er ist trotz aller Makel weiterhin sehr gutes Unterhaltungskino, mit häufig zündendem Witz und vielen Schauwerten, epischer Mucke. Nur so ein wenig der Charme und die Ausgewogenheit des ersten Teiles, der fehlt den Sequels.

Blieb dann ja doch nicht allzu lang bei einer Trilogie.

Jack Sparrow ist in London und muss zu seiner Überraschung feststellen, dass das Gerücht umgeht, er würde eine Crew anheuern, um den Jungbrunnen zu finden. Stellt sich raus seine Ex Angelica, für die er mal fast beinahe so was ähnliches wie vielleicht Gefühle hatte, lockt damit Leute aufs Schiff ihres Vaters Captain Blackbeard. Da landet auch Jack und das Rennen, wer zuerst mit den für das Ritual benötigten Dingen wie zwei Silberkelchen und einer Meerjungfrau beim Brunnen erscheint, beginnt, denn auch die englische und spanische Krone wollen dorthin. Für England segelt niemand anderes als Barbossa.

Tja, ein weiterer Film in einer Franchise, der so langsam die Luft ausgeht. Doch ich muss sagen, dass On Stranger Tides die Qualität wieder etwas nach oben schraubt. Er ist entschlackter und kurzweiliger, als die Vorgänger – wer hätte gedacht, dass ich das mal zu einem Film schreibe, der immer noch über 2 Stunden Spielzeit aufweist. Das Finale geht keine Dreiviertelstunde, die Reise hat ein klares Ziel und nicht tausend Exkurse auf dem Weg dorthin. Der Film ist weniger wirr und geradliniger. Ansonsten, wie immer gute Unterhaltung mit vielen Effekten und Actionszenen, einem unterhaltsamen Jack Sparrow und auch ansonsten viel Witz. Die einzig größere Schwachstelle ist die Romanze zwischen Philip und Syrena, da Philip Swift und Astrid Berges-Frisbey genau so viel Chemie am Laufen haben, wie Bloom und Knightley, a.k.a absolut keine, dafür aber ihr Liebesgeflüster umso schmerzhafter schlecht geschrieben ist, als alles, was sich das vorige Pärchen je gesagt hat.

Pirates of the Caribbean: Part Une

Ah, eine weiteres Geldmaschine von Disney. Auch wenn dem nicht unbedingt so vorauszusehen war. Immerhin war das klassisches Abenteuer-Genre im Allgemeinen – ein kurzes Aufleben dank The Mummy evtl. mal abgesehen – und der Piratenfilm im Speziellen ziemlich tot. Einen entsprechenden Film, auch noch basierend auf einer Disney-Themenpark-Fahrt zu produzieren, hat bestimmt viel Überzeugungsarbeit benötigt, umso mehr, das als Großprojekt auf die Kinoleinwand zaubern zu dürfen, statt als schnelles Direct-to-DVD Ding. Gekannt habe ich bisher nur… ich möchte die ersten beiden sagen, doch vielleicht halluziniere ich das nur, denn beim erneuten Ansehen habe ich nicht eine Minute vom zweiten Teil wiedererkannt, also kannte ich vielleicht doch nur den ersten. Ach ja, und die überraschend launigen Porno Spoofs.

Der schräge Captain Jack Sparrow und die Kein-Liebespaar-aber-ineinander-verliebten Will Tuner und Elizabeth Swann bekommen es mit Captain Barbossa und seiner Untoten Crew zu tun. Sparrow, weil er der Captain der Black Pearl war, bis die Mannschaft gemeutert hat, und sie zurück haben will. Elisabeth ganz unfreiwillig als Entführungsopfer Barbossas und Will, um sie zu retten. Denn nach der Meuterei hat sich die Crew der Black Pearl an einem Aztekenschatz vergriffen und so einen Fluch eingefangen, der sie zu Zombiepiraten macht. Nicht sterben zu können mag schon ganz knorke sein, aber auch nichts mehr empfinden zu können dann doch nicht. Um den Fluch abzuwenden brauchen sie das letzte fehlende Goldstück des Schatzes und das Blut von Bill Turner oder dessen Nachfahren, was auch Lisbeths Entführung erklärt, hat sie doch sowohl Goldstück bei sich getragen, als sich auch als Miss Turner ausgegeben.

The Curse of the Black Pearl ist echt ein super Film geworden. So viele Einfälle, so viel Witz und Charme, so viel Action, es ist ein Bouquet an Unterhaltungswert. Natürlich allen voran Johnny Depp als Jack Sparrow, der immer etwas droht, allen anderen die Show zu stehlen und den Film zu überpowern, doch hier eindeutig gezügelt werden kann und gut mit den restlichen witzigen Ideen einhergeht. Will und Lisbeth mögen vielleicht etwas blass daher kommen, aber was kann man da schon erwarten, werden die Rollen doch von Orlando Bloom und Keira Knightley verkörpert. Die tolle Mischung macht den Film jedenfalls auch erstaunlich kurzweilig. Obwohl er über 2 Stunden lang ist, kommen keine wirklichen Längen auf – auch wenn die zweite Hälfte nicht ganz so rasant dahin gehen will, wie die erste Stunde, da es etwas arg viele Verkomplizierungen im finalen Handlungsverlauf gibt. Aber egal, The Curse of the Black Pearl ist wirklich Unterhaltung vom Feinsten.

Im zweiten Teil bekommen es die drei mit Davy Jones und seinem Fliegenden Holländer zu tun. Er ist’s nämlich, der Jack Sparrow zum Captain der Black Pearl gemacht hat und nun den Preis dafür einfordert. Lisbeth und Will werden – auch noch am Tage ihrer geplanten Hochzeit – da hinein gezogen, weil die Ostindische Handelsgesellschaft an Jacks Kompass will, um die Meere a la Davy Jones beherrschen zu können.

Tja, The Curse of the Black Pearl war ein enormer Überraschungserfolg und somit eine weitere Disney-Franchise geboren. Anstatt ein Sequel zu produzieren, filmte man sogar gleich zwei back to back, was natürlich bedeutet, dass Dead Man’s Chest mehr oder weniger mitten in der Geschichte endet. Und das, obwohl er erneut 2 Stunden 20 lang ist. Und hier merkt man die Länge schon deutlicher. Was wohl daran liegt, dass wenn man anschließend mal zurückblickt, im Film zwar viel passiert ist, aber im Film nicht viel enorm Handlungsrelevantes passiert. In einem anderen 2:20-Stünder wäre dies hier die erste Stunde, es wurde nur auf einen ganzen überlangen Film gebauscht. Doch das nicht ständig irgendwas passiert, um einen davon abzulenken, kann man nicht behaupten, wenn dies auch wiederum das ganze Konstrukt etwas fragmentiert und wirr erscheinen lässt, der Film schmeißt einem teilweise einfach etwas zu viel zu schnell entgegen. Das sich Jack und Lisbeth ein wenig zueinander hingezogen fühlen, um die Beziehung mit Will zu verkomplizieren, wirkt auch aufgesetzt. Und das Design der Crew des Fliegenden Holländers mit ihrem Seefrüchte-Thema ist auch irgendwie lächerlich.

Aber! Das ändert alles nichts daran, dass Dead Man’s Chest erneut ein einfach unglaublich unterhaltsamer Film randvoll mit Witz und Action und spektakulären Einlagen und tollen Effekten ist. So viel, wie er einem konstant entgegen wirft, kann die Angelegenheit einfach nicht langweilig werden.