Doctor Who: Specials 2013

Ganz wie sein Vorgägner David Tennant verlässt auch Matt Smith seine Rolle als Doctor nicht einfach so mit einem Staffelfinale, sondern blieb noch den Rest des Jahres 2013 der Rolle in Specials treu. Und das neben dem üblichen Weihnachtsspecial auch noch dem Großereignis des Jahres: Doctor Who wurde 50 Jahre alt.

Auf das Ding wurde natürlich auch groß hin gehyped, beispielsweise auch via zwei Mini-Episoden, die von Steven Moffat selbst geschrieben wurden, und normalerweise auch mit der DVD-Auswertung des großen Specials gereicht werden.

The Last Day ist lediglich 4 Minuten lang und zeigt uns den letzten Tag der Stadt Arcadia auf Gallifrey, gerade als die Daleks überraschend doch durch die Barrieren gebrochen kommen, und das im POV-Shot eines neue ins System eingeloggten Soldatens. Ist halt echt nicht besonders.

Interessanter ist das schon das mit 7 Minuten auch alles andere als lange The Night of the Doctor. Und zwar kehrt hier Paul McGann zu seiner Rolle als Doctor Acht aus dem TV-Film wieder. Er versucht ein Mädel aus einem todgeweihten Raumschiff zu retten, die aber interessanterweise ablehnt, sobald sie herausfindet, dass er ein Timelord ist. Denn mittlerweile sind die im Time War genauso schlimm wie die Daleks. Letztendlich bruchlandet er bei den Sisters of Khan, die ihm in eine ganz besondere Reinkarnation verhelfen: Den War Doctor, derjenige, der sich nicht offiziell Doctor genannt hat, weil er ein Kriegsverbrecher ist. Oder auch, weil man beim Reboot vergessen hat einfach eine Nummer zwischen Acht und Neun zu lassen, um den Time War Docotr einzufügen. Wie man es sehen will.

Und damit wären wir beim Hauptereignis angekommen, dem 75 Minuten spannenden The Day of the Doctor, welches netterweise mit dem Opening der aller ersten Staffel beginnt. Und dem Time War. Das Großereignis zwischen Doctor Acht und Doctor Neun, welches beständig in New Who erwähnt wird, aber immer ein Mysterium geblieben ist. Der große Krieg zwischen den Timelords und den Daleks, welches solche Ausmaße annahm, dass dem Doctor keine andere Wahl blieb, außer beide Rassen schlichtweg auszulöschen.

Wobei ich ehrlich gesagt etwas zögerlich ins Special gegangen bin, weil ich der Meinung war, die bessere Idee sei es, jenen ominösen Time War nie wirklich zu zeigen, sondern immer als Schatten in der Vergangenheit zu haben. So kann sich jeder selbst vorstellen, wie die Sache wirklich gelaufen ist, ohne das irgendwie beeinflusst zu bekommen. Gerade wenn man sich mal anschaut, was New Who den Daleks angetan hat, und was für Witzfiguren die geworden sind, halte ich es für zweifelhaft einen Krieg in der Größenordnung und mit der Gravität rübergebracht zu bekommen, wie dies immer angedeutet wurde.

Glücklicherweise sind die Macher dann wohl doch auf ein ähnliches Ergebnis gekommen. So sehr im Vorfeld darauf angespielt wurde, dass sich das 50th Anniversary Special um den Time War drehen wird, so spielt der doch eine eher untergeordnete Rolle. Zu Beginn stielt der War Doctor eine enorme Massenvernichtungswaffe, die er letztendlich zum Genozid der beiden Völker benutzt hat, nur um festzustellen, dass er sich damit ins eigene Fleisch geschnitten hat, weil das Ding nämlich ein eigenes Bewusstsein in Form der nervigen Rose Tyler hat, die ihm die Benutzung der Waffe wieder ausreden will. Und das tut sie, in dem sie ihn zu seinen folgenden Inkarnationen Doctor Zehn und Elf schickt. Eccleston war ja immer sehr bestimmt in seiner Aussage, die Rolle als Doctor Neun nie wieder annehmen zu wollen, und scheinbar hat er sich auch fast zehn Jahre später noch daran gehalten.

Letztendlich bekommt nämlich das bisher auch im Dunklen gehaltene Treffen von Zehn auf Queen Liz die Erste mehr Screentime als der Time War. Denn hier trifft der Doctor auf eine Alien-Rasse, die sich deren Gesicht anzunehmen versucht, um dann in der Gegenwart die Welt übernehmen zu können. Das ist letztendlich die Haupthandlung des Specials, während War eigentlich nur mit abhängt, um sich wie der alte Mann, der er ist, über die jungen Hüpfer Zehn und Elf zu beschweren, und reflektieren zu müssen, ob er wirklich tun will, was er am Ende des Time War gemacht hat.

Insgesamt finde ich das Special eigentlich ziemlich fantastisch. Es verliert beispielsweise sein Momentum nie ganz. Und wie sowohl Tennant und Smith sich aneinander aufwiegeln, aber auch John Hurt als der War Doctor mit ihnen schauspielt, ist eh herrlich mit anzusehen. Besonderes Highlight ist und bleibt deren erstes Treffen, bei dem Hurt direkt davon ausgeht, Tennant und Smith wären die Companions, weil sie so jung sind, und nachdem er herausfindet, dass dies seine zukünftigen Inkarnationen sind, sich dazu verleiten lässt, anzunehmen, er wäre in der Midlife Crisis. Und letztendlich nutzen sie das sogar zur Charakterisierung, denn das der Doctor so jung und verspielt wurde, ist eine direkte Reaktion auf das, was aus ihm im Time War werden musste. Auch sind die Special Effects wesentlich besser als in der Hauptserie, beispielsweise ist das 3D-Bild des Untergangs von Arcadia echt cool und wenn die eine Schauspielerin zu einem Zygon schmilzt auch richtig gut umgesetzt. Dazu gibt es dann noch viel Fanservice, in dem noch mal alle Inkarnationen des Doctors gezeigt werden, es sogar ein kurzes Aufblitzen von Zwölf gibt, und Tom Baker (der ursprünglich Doctor Vier gespielt hat) am Ende den Curator geben darf.

Jedoch gibt es eine Sache, die mir nicht gefallen hat – abgesehen davon, Fischmaul Billie Piper als KI zu casten natürlich. Und zwar das die Doctoren in gemeinsamer Arbeit den Ausgang des Time War ändern. Er bringt nicht mehr all um, er friert den Moment nur ins Bild ein. Ob man nun tot oder für immer eingefroren ist, macht glaub ich letztendlich für den Betroffenen auch keinen großen Unterschied. Aber dennoch mag ich es nicht, dass man dem Doctor im Prinzip Dimensionen entfernt. Nun hat er keinen Völkermord mehr begangen, wurde nie durch Krieg zu dieser drastischen Maßnahme gezwungen, es ist kein schwarzer Fleck auf seiner Vergangenheit mehr. Dazu dann auch noch zu sagen, dies wäre der einzige Moment gewesen, in dem der Doctor jemals das Leben vieler gegen das Leben einiger in seinen 900 Jahren abgewogen hat, ist sowieso komplett gelogen, wir müssen uns nur mal an Fires of Pompeii erinnern.

Mit The Time of the Doctor kommen wir dann zum 60-minütigen Weihnachtsspecial des Jahres 2013, welches mal nicht zum Beginn der nächsten Staffel gezählt wird. Macht aber durchaus auch Sinn, weil es die letzte Folge und die große Verabschiedung von Matt Smith als Elf ist, statt bereits hauptsächlich den ab der nächsten Staffel durchstartenden Zwölf in der Hauptrolle zu haben.

In bester Moffat-Manier wird natürlich noch mal wieder ein Großteil der angehäuften Mysterien angesprochen. Das nun doch theoretisch nicht vernichtete Gallifrey, die Frage Doctor Who?, die Silence, und selbst die Risse aus der fünften Staffel.

Die Folge beginnt dabei eigentlich ziemlich witzig und leichtfüßig. Clara lädt den Doctor als ihr Alibi-Date zum Weihnachtsessen ein, weswegen man natürlich ordentlich auf deren süßes Zusammenspiel und die Brauch-Missverständnisse eingehen kann, inklusive Fanservice in Form eines nackten Matt Smith. Und die Interaktionen zwischen dem Doctor und seinem Cybermen-Kopf, der ebenfalls zu vielen Missverständnissen kommt, ist auch sehr launig. Dann kommt noch mal richtig Action und Spannung rein, wenn alle möglichen Alien-Rassen sich um einen unbekannten Planeten scharen, der ein merkwürdiges Signal durchs Universum ausstrahlt, nur um herauszufinden dies sei angeblich Gallifrey. Und am Ende wird es richtig dramatisch, wenn sich herausstellt, dass dies eine Falle war und der Planet eigentlich Trenzalore ist, um den Doctor zu seiner Namensnennung zu zwingen, und der dort altert und fast stirbt, weil Classic Who wohl irgendwann mal die Regel von maximal zwölf Reinkarnationen aufgestellt hat, die nun eigentlich ausgeschöpft sind.

Und dann wird es tatsächlich überraschend emotional, wenn Clara denkt der Doctor hätte sie wirklich endgültig zurückgelassen. Und ich muss dann doch meinen Hut abnehmen, denn so sehr ich mich darüber beschwert habe, dass ich es unpassend finde die Ponds halb durch die letzte Staffel wie Restmüll zu entsorgen und eine neue Companion aufzunehmen, so sehr wirkt sie doch jetzt schon wie ein fester Bestandteil zu Doctor Elf, ansonsten würde nämlich diese Szene hier auch gar nicht wirken. Außerdem gibt es dann natürlich eine große Abschlussrede von Matt Smith darüber, dass man sich doch immer daran erinnern soll, als der Doctor sein Gesicht trug. Och…

Und das war es, Matt Smith tritt als Hauptcharakter der Serie ab und überlässt Peter Capaldi die Show als Zwölf. Ein wenig vermissen werde ich ihn ja schon, denn bisher war Matt Smith tatsächlich mein Lieblings-Doctor. Klar war David Tennant auch schon sehr passend, aber manchmal wirkte mir der etwas zu angestrengt, Smith hingegen hat das alles mit einer natürlich kommenden Leichtigkeit gespielt und war einfach direkt der Doctor, musste sich gar nicht wirklich in die Rolle lange einfühlen.

Doctor Who: Series Seven

In der siebten Staffel Doctor Who kommt es erneut zu einer Zweiteilung wie in der vorigen. Allerdings diesmal wesentlich extremer, denn die ersten 5 Folgen sind im Herbst 2012 ausgestrahlt worden, die restlichen 8 erst im Frühjahr 2013 mit 6 Monaten Abstand dazwischen. Dadurch sind hier dann auch gleich zwei Weihnachtsspecials inkludiert.

Zumindest wenn man auf die Komplettbox gewartet hat, wer frühzeitig die Halbboxen kaufte ist gearscht, musste nämlich nicht nur doppelt zahlen, sondern hatte bei Part 1 noch nicht mal das 2011er Special mit drauf. Was schon eine dürftige erste Box ausmacht, da hier ja auch noch weniger Folgen an sich drauf sind. Und ein ansehnliches Digipack mit Schuber gab es auch nicht mehr, sondern stinknormale DVD-Hüllen in einer Pappschachtel. Und einem Doctor-Who-Logo drauf, welches den TARDIS an die falsche und unansehnliche Stelle rückte. Manchmal mag man meinen, die BBC schert sich nicht sonderlich um Doctor Who.

Und warum drei Openings? Nein ernsthaft, das erste Weihnachtsspecial kommt mit dem regulären daher, welches wir bereits von Staffel 5 und 6 kennen, nur damit dann die ersten 5 Folgen jenes mit einem hässlichen Photoshop-Filter versehen und den TARDIS aus dem Who-Titel entfernen, nur damit dann ab der zweiten Hälfte der Staffel gleich ein komplett neues kommt.

Egal, genug gemeckert, vorerst zumindest, wie steht es denn um das einstündige Weihnachtsspecial 2011: The Doctor, the Widow, and the Wardrobe? Wie man schon erkennen kann macht Doctor Who also einen auf Narnia. Immerhin sollte sich die BBC mit der Thematik auskennen, nehme ich mal an. Wie so häufig bei den Weihnachtsspecials halte ich es für eine gemischte Episode, wenn auch unterm Strich für eine brauchbare.

Das Production Design ist beispielsweise hochwertig, bricht aber üblicherweise bei CG/Greenscreen ein. Der Anfang soll leichtfüßig und quirky sein, allerdings nervt mich der extrem chargierende Doctor doch eher etwas an. Der Mittelteil ist hingegen Ok. Das Ende mit der Familie ist mir zu kitschig und den Vater wiederzubeleben untergräbt den eigentlichen Sinn der Folge über jenen Verlust hinweg zu kommen. Im Post-Ende, wenn der Doctor die Ponds zu Weihnachten besucht und herausfindet, dass sie immer einen Platz für ihn parat halten, ist allerdings tatsächlich sehr herzig. Unsicher bin ich mir darüber, was ich davon halte, dass man nur stark genug wünschen muss, damit der Doctor vorbeigedüst kommt, oder das ein 900 Jahre altes Alien plötzlich so ein Experte sein soll, was menschliche Emotionen angeht.

Asylum of the Daleks ist für eine Dalek-Episode sogar ziemlich gut. Der Beginn mit dem Depri-Doctor ist erneut etwas blah, sobald er jedoch auftaut wird es schnell besser. Ich mag beispielsweise das extrem clevere Girl Clara, und deren ziemlich vorhersehbares Ende. Ich mag die Spannung, wenn die Truppe in einer Anstalt von wahnsinnigen Daleks eingesperrt ist, die langsam zu Leben erwachen. Leider sind sie wie immer etwas arg einfach besiegt, für diese ultimative Kriegerrasse. Sparen könnte sich die Serie die Eheprobleme von Amy und Rory, vor allem wenn sie nur für diese eine Episode vorhanden sind. Und Amy ist ziemlich gemein, sich von ihm zu trennen, weil sie für sich entscheidet es wäre besser für ihn, ohne Rorys Meinung je anzuhören. Aber na ja, ist ja alles wieder gut anschließend.

Dinosaurs on a Spaceship beginnt fast wie ein billiges Saturday Morning Cartoon Spinoff der Serie, mit einem übertrieben schrägen Doctor, mit einem Dinsosaurier-Abenteuer, mit einem sich wie ein Schoßhund verhaltender Triceratops, mit einer Gang aus bekannten historischen Figuren um den Doctor. Allerdings wird es dann gegen Ende doch noch ziemlich düster, wenn der unheimliche Kopfgeldjäger die Bühne betritt.

Bei A Town Called Mercy handelt es sich um einen Western. Ein Genre, welches mir noch nie lag und wohl nie so richtig liegen wird. Selbst wenn man den Terminator hineinversetzt. Die ganze Folge in Brauntönen zu halten mag zudem zwar passen, macht sie aber auch nicht spannender anzusehen. Dass der wie ein Nazi-Wissenschaftler aussehende hierher geflohene Alien-Doktor eigentlich ein Kriegsverbrecher ist, war ja auch sofort klar. Seine Sühne gegen Ende würde auch besser funktionieren, wenn man ihn grauer gestaltet hätte, statt ihn so extrem fies starten zu lassen. Allerdings fand ich es ganz gut, dass die Folge mal wieder aufgreift, dass der Doctor gar nicht so moralisch einwandfrei ist, solange ihm seine Companions nicht die nötige Bodenhaftung geben.

The Power of Three ist tatsächlich keine Charmed-Episode, sondern bezieht sich auf den Doctor und die Ponds. Die mittlerweile seit zehn Jahren sporadisch immer mal wieder aus ihrem regulären Leben ausscheiden, um mit dem Doctor auf wilde Abenteuer zu gehen. Ich finde es ganz interessant, dass die Folge behandelt, dass die Companions irgendwann mal erwachsen werden müssen, weil sie ein solches Leben auf Abruf des Doctors, der wer weiß wann überhaupt mal auftaucht, nicht dauerhaft geführt werden können.

Stattdessen darf der Doctor mal eine Zeit bei ihnen verbringen, beim Warten darauf, dass die plötzlich aufgetauchten Würfel mal was machen. Wobei ich nicht weiß, warum das Militär die nicht alle einsammeln würde, statt die ein Jahr lang rumliegen zu lassen. Rorys Vater ist allerdings ziemlich cool. Außerdem bekommt der Doctor mal gesagt, dass die Menschheit nicht nur Hoffnung mit sich bringt, wie er so gern propagiert, sondern auch üble Dinge anstellen kann. Und ich weiß nicht genau, was ich davon halte, dass die Ponds letztendlich doch wieder mit dem Doctor abhauen. Sie aus der Abenteuer-Phase entwachsen und sich vom Doctor Verabschieden zu lassen wäre doch ein nettes Halb-Staffel-Finale gewesen.

Stattdessen läutet die Folge The Angels Take Manhatten die Staffelplause ein. Als Episode über die Weeping Angels ist sie auch eine relativ gute, wobei ich die Freiheitsstatue zu einem zu machen doch etwas zu dämlich fand. Was mir allerdings nicht gefällt ist das emotional manipulative Finale, in dem die Ponds wirklich final aus der Serie ausscheiden. Ich finde es eh merkwürdi, die Companions, die seit der ersten Staffel von Doctor Elf dabei sind, halb durch seine letzte Staffel ausscheiden zu lassen. Aber das Wie wirkt für mich halt ein wenig zu forciert reißerisch, besagtes mögliches Ende in der vorigen Folge wäre anständiger gewesen.

Zwischen den zwei Hälften der Staffel kam dann erst mal das 2012er Weihnachtsspecial The Snwomen, bei dem es um Killerschneemänner im viktorianischen London geht, und welches definitiv keine volle Stunde hätte gehen müssen. Mögen tue ich auf jeden Fall die coole Echsenfrau und ihr Ehefrau als kurzzeitige Companions und auch „it is smaller on the outside“ ist süß. Nicht so der Reißer ist der Depri-Doctor, der über den Verlust der Ponds hinwegkommen muss. Oder das die clevere Schnellsprecherin Clara aus Asylum of the Daleks in neuer Inkarnation zurück ist, um ihn über jenen Verlust wegzuhelfen, nur um irrsinnigerweise direkt zu sterben, sobald sie das vollbracht hat. Und mal ehrlich, neues Opening, neue Companion, neuer Look für Doctor und TARDIS… hatte die Serie Quotenprobleme, und hoffte mit drastischen Änderungen sich wieder interessant machen zu können, statt für all dies noch eine halbe Staffel bis Doctor Zwölf warten zu können?

Der depressive Doctor ist zu Beginn von The Bells of Saint John zunächst zurück, was zum Glück aber nicht lange anhält, weil es kein besonders guter oder überzeugender Look für Matt Smith ist. Dass Leute in Internet hochgeladen und von ihm kontrolliert werden, ist definitiv eine interessante Idee, wenn auch hier etwas dumm ausgeführt. Außerdem weiß ich nicht, warum die super clevere Clara in dieser Inkarnation plötzlich nicht mal mehr in der Lage ist, sich in vorhandenes WiFi einzuloggen. Und mal ehrlich, die Nachricht nicht auf eine bestimme Verbindung zu klicken, würde nur um so mehr kuriose Leute genau dies machen lassen.

The Rings of Akhaten präsentiert den Doctor dann als totalen Creep, der Clara beim Aufwachsen und selbst ihre Eltern beim Zusammenkommen heimlich die ganze Zeit über beobachtet hat. Passend dazu geht es in der Hauptstory um einen mumifizierten Altengott, der über den gemeinsamen Gesang eines devoten Mannes im mittleren Alter und dazu gezwungenes kleines Mädchen, dessen Seele ultimativ als Opferdarbietung herhält, am Schlafen gehalten werden soll. Jeder darf sich eine eigenen Parallelen zu existenten Religionen ziehen. Insgesamt keine großartige Episode, aber ganz brauchbar. Die flüsternden Gasmasken-Kerle sind beispielsweise ziemlich verschwendet, hätten besser ihre eigene Horror-Episode bekommen. Und der große Monolog des Doctors am Ende über all seine schlechten Erinnerungen der langen Reise, hätte erneut besser ans Ende von Elf gepasst, doch zumindest gibt dies Clara eine große dramatische Geste, um sich als Companion etablieren zu dürfen.

Cold War spielt im Kalten Krieg. Duh. Und zwar werden der Doctor und Clara auf ein russisches U-Boot transportiert, auf dem ein Ice Warrior ist, den zu attackieren übles bedeutet. Was natürlich geschieht, und den nächsten Teil der Episode Horror-Einflüsse gibt, wenn das Vieh die Crew einen nach dem anderen aus den Schatten umbringt – sobald wir das CG-Geschöpf sehen, verliert es leider viel an Respekt. Etwas mehr Paranoia der Crew hätte es vielleicht auch bedurft, wenn man mal die Zeit und den Ort in Betracht zieht.

In Hide hingegen stoßen die beiden auf einen muffigen Engländer mit einer heißen jungen Begleiterin… und zwar in einem Spukhaus-Mysterium, welches ganz SciFi über in einer Taschendimension gefangenen Monster gelöst wird. Hier sind sie übrigens clever genug, die Viecher eben nicht allzu deutlich und klar in die Kamera zu halten. Zumindest bis zum Ende, wenn sie narrativ gar nicht mehr unheimlich sein sollen. Übrigens eine weitere Folge, in der ein Companion realisieren muss, wie nonchalant der Doctor dem Ende der Welt gegenübersteht. Wobei es eigentlich logisch ist, dass einem 900 Jahre alten Alien, der dies bereits häufig mit angesehen hatte, und dessen Heimatwelt wo ganz anders ist, das Ende der Erde emotional nicht so viel bedeuten würde. Dass die TARDIS Clara nicht leiden kann, ist dabei eine gleichermaßen erheiternde wie dumme Idee. Nett auch die Zeile „Every lonely monster needs a companion“.

Ist Journey to the Center of the TARDIS eine weitere Saturday Morning Cartoon Folge wie Dinosaurs on a Spaceship? Nein, stattdessen geht Clara in den Paralleldimensionen des TARDIS verloren, wo sie von Monstern gejagt und durch eine sich ständig verändernde Umgebung verwirrt wird. Außerdem adressiert die Folge eine Menge der Unstimmigkeiten, die in den wenigen gemeinsamen Folgen sich bereits zwischen Clara und dem Doctor aufbauen konnten, nur um alles am Ende wieder auf Null zu setzen.

The Crimson Horror siedelt sich im viktorianischen Yorkshire an, was bedeutet das die launige Truppe an Echsenfrau, Dienstmädchen und Kartoffelkopf wieder auftreten dürfen. Zudem geht es um eine abgeschirmte Modellgesellschaft (im wahrsten Sinne des Wortes, denn nur Models werden eingelassen), die eine Mischung aus Hitlers Arier-Lehren und Religions-Paradies darstellt, und wie jede Utopie natürlich dunkle Abgründe maskiert. Witzig übrigens, dass der Doctor selbst als Ausschussware noch was besonderes ist.

Nightmare in Silver dreht sich um die Cybermen, man sollte also von den Antagonisten gewohnheitsmäßig nicht viel erwarten. Außerdem nerven die Kids gewaltig, die sich dem Doctor und Clara für den Trip anschließen. Aber ich mag es immer, wenn Clara herrisch sein und den Doctor verprügeln darf. Außerdem sind die Psychospiele zwischen den beiden Doctoren ziemlich launig, denn Matt Smith dabei zuzusehen einen Bösewicht zu spielen, ist einfach herrlich komisch.

Und somit leutet The Name of the Doctor das Ende der letzten Staffel mit Matt Smith ein. Wie üblich im Moffat-Land ist natürlich absolut nichts ein Zufall gewesen, noch nicht mal ein Herbstblatt als Memento von Claras Eltern, oder die Lust Soufflés zu backen. Selbst der Titel der Serie ist immerhin ein Plot Point, und dies hier so sehr wie noch nie zuvor. Und wir finden heraus warum Clara das Impossible Girl ist, weil das ja nicht einfach nur ein niedlicher Spitzname vom Doctor sein kann. Die Whispermen sind im Prinzip die Silence, die Great Intelligence und die Freunde aus dem zweiten Weihnachtsspecials kommen ebenfalls zurück. Und am Ende werden mit dem Auftauchen von John Hurt auch die Weichen für das 50th Anniversary Special gelegt. Alles in allem betrachtet ist das hier sogar ein relativ geradliniges Unterfangen für ein Staffelfinale von New Who. Und der Abschied von River Song ist tatsächlich ziemlich nahegehend.

Damit endet also die Staffel, die nicht eine einzige Doppelepisode auffährt. Diejenige, die mit vielen Veränderungen zur Mitte hin aufzuwarten weiß. Und eine, die irgendwie zu adressieren scheint, dass man sich etwas damit verfahren hat, die vorigen immer größer und spektakulärer sein zu wollen. Weil der Doctor durch seine vielen kolossalen Einmischungen mittlerweile zu bekannt und mächtig ist. Das versucht man scheinbar etwas zu resetten, in dem er in Asylum of the Daleks sich selbst aus vielen Datenbanken löscht, oder seine Vergangenheit in Rings of Akhaten fast aufgibt. Ganz lässt man sich dann allerdings doch leider nicht darauf ein.

Jedenfalls haben wir es auch mit Season 7 wieder mit einer im Gesamten guten und unterhaltsamen Staffel zu tun. Allerdings mit der wohl mittlerweile unebendsten des Doctor Elf, zum Teil dem Bruch zur Mitte natürlich geschuldet. Staffel 5 ist und bleibt also die beste.

Doctor Who: Series Six

Die Ausstrahlung einer Staffel von New Who lief bisher eigentlich immer ziemlich gleich ab. Im Dezember läuft ein Weihnachts-Special, welches auf die DVD-Box der Staffel des nächsten Jahres mit drauf gepackt und deswegen dazu gezählt wird. Und die eigentliche 13-Folgen-Staffel startet dann irgendwann im März oder April und endet im Juni oder Juli. Staffel 6 ist da allerdings etwas anders, denn sie wurde in zwei Blocks gesendet – die erste Hälfte im Frühjahr, dann war knappe zwei Monate Sommerpause, und der Rest dann im Herbst.

A Christmas Carol ist eben die Who-Variante der Weihnachtsgeschickte. Der Doctor fällt mit seinem TARDIS auf einen sehr britischen Planeten, bei dem die Bevölkerung allerdings Angst vor Raubfischen, die im Nebel fliegen, haben müssen. Und während die Companions in der dicken Nebelschicht in der Atmosphäre hängen geblieben sind, darf der Doctor einen alten unfreundlichen Kerl wieder für Weihnachten erwärmen, in dem er ihn durch die Zeit führt. Wobei ich es interessant finde, dass dessen Eingreifen ihn zunächst nur noch verschlossener macht. Jedenfalls ist das Setting und die Special Effects, zumindest außerhalb des CG, ziemlich hübsch anzusehen, der Antagonist ist auch ganz launig, und insgesamt haben wir hier eines der besseren Weihnachts-Specials vorliegen.

Die eigentliche Staffel beginnt mit der Doppelepisode The Impossible Astronaut und Day of the Moon, in der die Companions inklusive River Song vom Doctor eingeladen werden, um seinen eigenen Tod zu investigieren, von dem er selbst nichts wissen darf, was interessant ist, weil er seinen Companions immer abverlangt, ihm zu vertrauen, hier aber mal wieder extreme Probleme zeigt, auch seinen Companions das gleiche Vertrauen gegenüber zu bringen. Wobei der Mord des Doctors sowie die Hints um Amys Schwangerschaft die roten Fäden der Staffel ausmachen werden, hier also noch nichts wirklich aufgelöst wird.

Apropos roter Faden, wir bekommen hier gezeigt, wer die Silence sind, die bereits in der letzten Staffel erwähnt wurden. Und zwar ziemlich gut wenn auch nicht originell designte Aliens. Humanoid-schlank in schwarzen Anzügen mit weißen Köpfen und rudimentären Gesichtszügen. Eben die Gentleman aus Buffy, der Tal Man aus dem Chzo Mythos, der Slender Man – alle basierend auf dem gleichen Design-Archetyp, weil es eben einfach ein sehr wirkungsvoller ist. Zumal die hier dennoch ihr eigenes Gimmick haben: Man vergisst sie, sobald man wegsieht. Das führt natürlich zu vielen tollen Szenen, wo sie scheinbar plötzlich im Blickfeld eines Charakters auftauchen. Der die drohende Gefahr beim Wegschauen direkt wieder vergisst. Zumal es auf menschliche Urängste anspielt, wie schrecklich wäre es denn, unwissentlich ständig von solchen Wesen umgeben zu sein, ohne es je (dauerhaft) zu wissen. Jeder fühlt sich doch manchmal beobachtet oder nicht alleine in einem Raum, in dem er doch scheinbar eindeutig alleine ist.

The Curse of the Black Spot ist nicht nur ein langweiliger Episodentitel, sondern auch eine langweilige Episode. Ein Piratenschiff wird von einer Meerjungfrau attackiert, in einer Episode, die im gleichen Jahr lief, in dem auch der vierte Pirates of the Caribbean in die Kinos kam.

The Doctor’s Wife dreht sich nicht um River Song, auch wenn man das beim Titel denken könnte. Stattdessen wird das Bewusstsein des TARDIS in einen weiblichen Körper gesteckt. Was zunächst unglaublich dämlich klingen mag, aber tatsächlich sind die Interaktionen zwischen einer der Sprache gefundenen TARDIS und dem Doctor total witzig. Während die Quote an Ernsthaftigkeit von Amy und Rory erfüllt wird, die im nun leeren TARDIS vom Antagonisten via Zeit-Raum-Manipulation gequält werden.

Mit The Rebel Flesh und The Almost People sind wir bei der zweiten und auch schon letzten Doppelepisode angekommen. Und zwar werden hier aus irgendeinem Schleim Klone von Arbeitern gemacht, die durch jene Gedankengesteuert dann besonders waghalsige Arbeiten verrichten können, ohne dass sich die eigentlichen Menschen dahinter in Lebensgefahr begeben. Nur geschieht natürlich genau das, was man sich denken kann, und die Klone erwachen zu seinem eigenen Selbst.

Oder sogar noch besser, zum Selbst ihrer Originale, denn nicht nur haben sie plötzlich eine eigene Wahrnehmung, sondern weiterhin alle Erinnerungen derer, von denen sie geklont wurden. Das wirft natürlich schon einige interessante Fragen auf, denn essentiell sind sie dieselbe Person, die so agiert und sich so fühlt, als hätte sie dies alles selbst erlebt, auch wenn sie es theoretisch nicht waren. Etwas einfach macht es sich die Folge mit der möglichen oder unmöglichen Koexistenz dann allerdings doch, in dem von jeden Duo nur einer überlebt, so dass sie sich nicht entsprechend in die Quere kommen, aber bis dahin war es kein schlechtes Gedankenexperiment.

In A Good Man Goes to War zahlt sich für das Halbfinale vor der Sommerpause dann die Schwangerschaft von Amy aus. Denn gerade wenn man mitbekommt, dass sie ihre Tochter Melody Pond getauft hat und dies doch verdächtig nahe am Namen River Song ist, wird das auch noch gleich in dieser Folge auch aufgelöst. Und wir bekommen mit, dass die Silence doch nicht nur jene Aliens sind, sondern eine ganze Organisation, die dem Doctor Einhalt gebieten möchte, weil sie ihn für zu mächtig halten. Womit sie ja nicht unrecht haben, denn mit welchem Recht nimmt es sich der Doctor heraus, durch Raum und Zeit zu reisen, und alles so zu ändern, wie er es für richtig hält? Ja während er seine Truppe an Alien-Companions zusammenstellt, um Amy zu befreien, zerstört er kurz mal in einer Nebenszene eine ganze Flotte Cybermen, die ihm die erfragten Infos bis dahin noch nicht mal verweigert hatten, nur damit die Antwort schneller kommt.

Vor jener Sommerpause wurde allerdings mit der Anküdigung des nächsten Episodentitels am Ende von A Good Man Goes to War ordentlich reißerlisch auf die nächste Staffelhälfte angeheizt: Let’s Kill Hitler. Wobei die Reise nach Nazi-Deutschland und das Treffen auf das Schnäuzer-Monster schon eher nebensächlich werden gegenüber dem in ihrer Kontinuität ersten Treffen von River Song auf den Doctor, die ihn gleichzeitig ermordet und rettet. Ich nehm mal an die besondere Affinität des Doctors zu Amy ist etwas passender, wenn man bedenkt, dass sie seine Schwiegermutter sein wird. Jedenfalls startet die Folge unglaublich witzig, wird dann ernster während sie weiterhin witzig bleibt, und endet sehr emotional.

Night Terrrors ist eine brauchbare Folge über die Ängste eines Kindes, die im Wandschrank weggeschlossen und dort zur Realität werden. Wobei die Folge irgendwie an dieser Stelle der Staffel fehl am Platz wirkt, sondern eher zu Beginn der Staffel, bevor man das alles über die Familienverhältnisse der Ponds herausbekommt, gepasst hätte. Vor oder nach der Piratenfolge zum Beispiel, als die Staffel noch episodischer war.

In The Girl Who Waited ist Amy in einem anderen Zeitstrom als Rory und der Doctor gefangen und bis die beiden sie retten können, sind für Amy bereits 40 Jahre vergangen, in denen sie im Stich und sich selbst überlassen wurde. Und dann muss sich entschieden werden, welche Amy sie retten, die die gerade erst verloren gegangen ist, oder die mittlerweile angetroffene 40 Jahre ältere, deren Existenz ohne das Verlorengehen ausgelöscht würde, weil Amy ohne diese Ereignisse durchzumachen nicht zu ihr heranwachsen wird. Besonders schön ist hierbei das ungebrochene Band in der Beziehung zwischen Amy und Rory, wobei der Doctor am Ende, wenn er jene schwer Entscheidung auf Rorys Schultern legt, schon etwas arschig ist.

Bei The God Complex macht Doctor Who eines auf The Shining, in dem sie von einem Minotaurus durch die Gänge eines alten Hotels gejagd werden und in den einzelnen Räumen diverse Merkwürdigkeiten zu sehen bekommen. Zudem trifft der Doctor auf eine clevere und witzige junge Frau, die sogar direkt erkennt, dass er einen Gottkomplex hat, weil er meint immer alles nach seinen Standards hinbiegen zu müssen. Allerdings stirbt sie, bevor der Doctor auf die Idee kommen kann Amy und Rory aus dem TARDIS zu werfen, um seine neue Flamme zur Companion zu machen. Obwohl er sie dann ja letztendlich doch rauswirft, weil er plötzlich zu erkennen glaubt, mit ihm zu reisen sei zu gefährlich. Da gab es ja eigentlich mehr und größere Gefahren in ganz anderen Folgen, aber gut.

Nur geht er dann in Closing Time direkt zu einer anderen menschlichen Bekanntschaft zurück, nämlich seinem Mitbewohner aus The Lodger, um ihn und sein Baby in Gefahr zu bringen. Irgendwann in der Folge werden nämlich ein paar Cybermen besiegt, aber die sind wie immer eher uninteressant, sondern die Folge dreht sich eher um die charmanten Interaktionen zwischen den beiden Kerlen. Und das Matt Smith eine sichtliche Freude daran hat, seinen Doctor Elf so quirky wie noch nie zu spielen, in dem er Roboterhunde kraulen und Menschen mit Pfeffer würzen darf.

Kommen wir zum diesmal nur eine Episode einnehmenden Staffel-Finale mit The Wedding of River Song. Weil ein fixer Punkt der Zeit verändert wurde, nämlich der Tod des Doctors zu Staffelbeginn, bricht das Raum-Zeit-Gefüge langsam zusammen und alles geschieht zur gleichen Zeit. Keine Nazis auf Dinsosauriern, aber möglich wäre es theoretisch. Eine coole und spannende Folge, allerdings findet mir der Doctor hier etwas zu einfach einen offensichtlichen Weg aus der Misere die Zeit dennoch wieder auf Reihe und Glied zu bringen, und dennoch nicht sterben zu müssen. Aber die Staffel-Finale sind eher immer mehr durch das Spektakel unterhaltsam denn das es sich lohnen würde über das Geschehen zu viel nachzudenken.

Auch Staffel 6 war eine gute und unterhaltsame Staffel, mit nur einer Folge die mir gar nicht gefallen hätte. Ganz so gut wie Staffel 5 ist sie für mich allerdings nicht, da waren die Highlights etwas höher und vor allem wirkte alles etwas schlüssiger auf mich. Jedenfalls war das Mysterium um die Zeitrisse simpel und ein gute roter Faden, während die Schwangerschaft von Amy hier dies für mich nicht war. Zumal sie mir viel zu einfach darüber hinweg kommen, dass ihr Baby entführt wurde und plötzlich als 40-jährige River Song wieder auftaucht, ihnen also die ganze Kindheit mit ihr geraubt wurde. Auch der Tod des Doctors wäre sicherlich besser als Handlung für das Finale des elften Doctors gewesen – etwas umgeschrieben, in dem er sich nicht komplett aus dem Tod herauscheated wie hier, sondern einen Weg findet, doch noch in den nächsten zu regenerieren. Außerdem muss Moffat etwas darauf achten, dass sein Doctor nicht langsam zu sehr zu seinem Sherlock mutiert. Aber weniger gut als Staffel 5 ist immer noch gut.

Doctor Who: Series Five

Los geht es nach einem Jahr Quasi-Pause mit der fünften Staffel Doctor Who unter der Leitung von Sherlock-Schöpfer Steven Moffat, der bereits 1999 das Parodie-Special der Reihe schrieb, und seit der Reinkarnation in New Who mit für die besten Folgen verantwortlich zeichnete. Nur ein Christmas Special gibt es noch nicht, da das aus dem Vorjahr in die Box der Specials gegeben wurde.

Und wir kommen mit einem neuen Doctor daher, oder der zumindest mit einem neuen Gesicht. Aber noch viel wichtiger gibt es eine neue Opening-Sequenz, die doch tatsächlich mit einer neuen und nicht grottigen Title Card aufwarten kann! Aber auch Matt Smith ist der bisher jüngste und attraktivste Doctor – wenn das Licht nicht falsch fällt und er wie Young Frankenstein ausschaut. Allgemein darf ich bereits sagen, dass mir das Schauspiel von Matt Smith als Doctor bisher am besten gefällt. Christopher Eccleston finde ich nicht so schlimm, wie mancheiner, aber häufig war er doch etwas langweilig in der Rolle. David Tennant war definitiv interessanter, aber in seinen Marotten mir manchmal etwas zu Jack Sparrow und anstrengend. Matt Smith findet da meiner Meinung nach einen guten Mittelweg und mimt mal den schnell quasselnden und verplant wirkenden Doctor, ist aber meistens etwas gedeckter und gibt der Rolle oft eine heroische Art.

Allgemein kommt mir die Serie in ihrer Moffat-Inkarnation irgendwie stylischer und moderner vor. Liegt vielleicht auch daran, dass während der Specials auf HD umgestellt wurde, und daher dies die erste Staffel mit einem klareren Bild ist. Aber auch der neue TARDIS-Innenraum sieht luftiger und weniger runtergekommen aus. Der neue Sonic Screwdriver in Grün. Die neue super junge Companion. Selbst die Daleks werden aus ihrem runtergekommen Metall befreit und nehmen die Form von Power Rangers farbvariierten Plastik-Pfefferstreuern ein.

Wie gesagt gib es kein Christmas Special, dafür darf die erste Episode, The Eleventh Hour, dennoch eine volle Stunde einnehmen, immerhin ist es ja auch das große Willkommen des neuen Doctors. Der hier das coolste schottische Mädchen trifft, und mit 12 Jahren leicht verspätet endlich kommt, um die zu einer jungen Frau mit fabelhaftem Haar herangewachsene zur Companion zu machen. Wie gesagt ist die Folge hauptsächlich dazu da, um uns zu zeigen, wie der neue verjüngte Doctor so ist, und als solches legt sie definitiv einen guten Start hin, zumal das Zusammenspiel mit Amy auch sofort funktioniert.

The Beast Below ist eine weitere gute Episode, in der Amy und der Doctor auf einem Raumschiff landen, welches das neue Großbritannien ist, unter dem ein großes Geheimnis lauert, welches die Einwohner bewusst zu ignorieren wissen. Das Design hier ist echt cool, die Herangehensweise manchmal witzig, manchmal mysteriös und manchmal dramatisch. Besonders gegen Ende, welches kurzzeitig echt übel aussieht, aber dann doch Hoffnung zu schöpfen weiß. Lediglich etwas störte mich, dass der Doctor und Amy direkt schon eine große Auseinandersetzung haben, die sie beinahe entzweit. Das ist in der zweiten Folge arg früh, und zudem erinnert mich der arschige Doctor zu sehr an die Davies-Doctoren.

Victory of the Daleks kann man zugutehalten, dass man so wenigstens die obligatorische Dalek-Episode früh in der Staffel aus dem Weg bekommt, und dass es diesmal wenigstens keine Doppelfolge ist. Churchill hat im Zweiten Weltkrieg jedenfalls plötzlich Dalek-Unterstützung, die aber nur an den Doctor herankommen und durch ihn im neuen Look wiederauferstehen wollen. Und immerhin entkommen die Daleks diesmal am Ende, statt das uns zum wiederholten Male weis gemacht wird, dies wäre der endgültig finale Sieg über die allerletzten Vertreter der Rasse. Der Sieg der Daleks ist allerdings wohl eher der, dass sie endlich mal in einer Folge sind, die nicht scheiße ist, sondern nur leicht schwach.

Sichtwort Doppelfolge: The Time of Angels und Flesh and Stone bringen die Weeping Angels zurück. Oder besser gesagt eine Crew mit Doctor und Amy in die Ruinen einer untergegangenen Zivilisation, die vor den Statuen, die eigentlich gar keine sind, nur so wimmeln. Die Angels sind super Antagonisten, und hier gibt es auch ein paar gute neue Einfälle, wie das ein Bild von ihnen ebenfalls gefährlich ist, was zu einem sehr starken Beginn der Story führt. Nicht ganz so toll finde ich in Flesh and Stone, wenn man sie sich wirklich bewegen sieht, dass sie das immer nur Offscreen auch unbeobachtet vom Zuschauer taten, fand ich effektiver. Zumal es etwas blöde ist, dass sie zu Statuen werden, wenn sie sich beobachtet fühlen, statt zu merken, ob jemand sie wirklich wahrnimmt oder nicht. Aber hey, River Song ist wieder da, wieder in der falschen Zeitlinie zu ihrem Doctor, aber das Zusammenspiel zwischen ihr, ihm und Amy ist einfach superb. Kommt auch zu nicht gerade subtilem Forshadowing, dass sie ihn umbringen wird.

The Vampires of Venice dreht sich eher um Fischweiber, die sich als Vampire im Venedig des 15. Jahrhunderts ausgeben. Während der Doctor Amy und deren Verlobten und Neu-Companion Rory auf einen romantischen Ausflug hierher bringt. Der ihn nicht so leiden kann, wegen der sexuellen Spannung zwischen Doctor und Amy, und auch wohlweislich anspricht, dass der Doctor einen schlechten Einfluss auf seine Companions nimmt, weil sie durch ihn unnötig gefährlich leben. Auch der Vorwurf der Königin, dass der Doctor mal wieder lieber eine ganze Spezies untergehen sieht, statt eine einzelne Stadt seiner geliebten Menschen zu opfern, ist nicht ohne. Das Spiel zwischen dem Doctor und seinen nun zwei Companions ist witzig, das Setting hat Stil, und mir liegt die Thematik der Episode allgemein.

Amy’s Choice adressiert dann endlich, dass Amy sich mal zwischen ihrem Rory oder dem leichten Flirt mit dem Doctor entscheiden muss, und glücklicherweise hilft ihr das über den Doctor hinweg, statt dass sie sich für jenen entscheiden würde. Und dem Doctor wird vorgeworfen, dass er eine mehr Schein denn Sein Show der Quirks ist. Von einem humorigen Traumdämon, der Amys Entscheidung tatsächlich einen Elefant im Raum nennt. Und das er eigentlich nur des Doctors Selbstreflektion darstellt, ist auch nicht uninteressant. Die Staffel ist in den letzten vier Folgen echt besser und besser geworden, und war schon nicht schlecht gestartet.

In The Hungry Earth und Cold Blood bekommen wir es dann mit Echsenmenschen zu tun, die in Wahrheit früher die Erde regierten, bevor die Menschheit sich wie eine Rattenplage ausgebreitet hat, statt wie zunächst fast ein Zombie-Film zu wirken, da sie aus dem Erdinneren stammen. Und wären die Echsen nicht sofort so konfrontierend und rassistisch, würde die Story darum, wie fragil doch Friedensverhandlungen sind, wie schnell sie wegen kleiner Fehler in die Brüche gehen können, und wie eine Koexistenz mit den finiten Ressourcen überhaupt ermöglicht werden kann, besser funktionieren. Aber mal ehrlich, wer hat schon erwartet, dass die Geschichte gut ausgeht, immerhin können Menschen schon untereinander nicht, geschweige denn eine ganz fremde Rasse zu integrieren. Das Ende ist richtig gut, und auch der Rest der Doppelfolge durchaus nicht übel. Mit Rorys Ausscheiden bekommen die Zeit-Raum-Risse, die immer mal wieder auftauchen, auch eine ganz andere Note, da sie einen nicht nur töten, sondern es so ist, als hätte man nie existiert. Wobei klar ist, dass der wiederkommen wird, bei der Art von Abgang.

In Vincent and the Doctor trifft der Doctor auf Vincent van Gogh und dessen besondere Art und Weise, die Welt zu sehen, die ihn zu seinen Bildern verleitete. Außerdem sieht er dadurch eine unsichtbare Cockatrice, die umgeht und bekämpft werden muss. Besonders schön ist auch das emotionale Ende, obwohl es arg praktisch ist, dass dies den Fluss der Zeit nicht durcheinander bringt. Aber New Who und noch mehr Moffat Who schert sich da sowieso weniger und weniger drum.

Wenn der Doctor in The Lodger ganz ohne Companion mit einem Normalo-Briten in eine WG zieht, um herauszufinden, was im Obergeschoss merkwürdiges los ist, sollte man meinen eine Comedy wäre geboren. Es ist auch durchaus eine witzige und niedliche Nebenepisode, allerdings hätte ich es gut gefunden, wenn ein Teil des Witzes auch auf Kosten des Doctors gegangen wäre. Stattdessen ist der mal wieder super toll in allem, auch all jene zum ersten Mal getätigte Sachen, die im Leben eines Normalsterblichen alltäglich sind.

Und damit geht es ins Finale in The Pandorica Opens und The Big Bang, zu denen so ziemlich alle die Staffel über getroffene Personen zusammenkommen, um dem Doctor eine Nachricht in Form eines van Gogh Gemäldes vom explodierenden TARDIS zukommen zu lassen. Und was hält Pandoras Box so schreckliches in sich? Gar nichts, es ist eine Falle aller anderen Spezies, um den Doctor einzufangen, weil sie ihn als größte Gefahr für das Universum einschätzen. Was schon eine echt interessante Idee ist. Und letztendlich verkommt alles in ein enormes Gewust an Zeitsprüngen hin und her, um den Karren wieder aus dem Dreck zu fahren. Ist auch ein sehr schönes Finale für Amy und Rory geworden. Und allgemein ein ziemlich spannendes, auch wenn ich mich frage, wie lange die Serie noch weiterhin immer ein noch größeres und dramatischeres draufsetzen kann, und ob das überhaupt nötig ist, ein wenig lächerlich ist es ja schon, dass ständig das Universum fast oder doch endet und Hauptpersonen sterben und doch wiederkommen.

Erneut ist die fünfte Staffel eine, die ich so ziemlich rundum genossen habe, weil jede Folge Gutes in sich hatte, auf das ich mich beziehen konnte. Und die meisten haben gar nicht mal allzu viel Schlechtes oder Merkwürdiges zum Ausgleich zu bieten. Das modernere Look and Feel ist mir sowieso gefällig. Auch der Elfte Doctor und die neuen Companions. Ebenfalls sehr schön fand ich, dass es diesmal mehr eines durchgängigen roten Fadens in der Serie gab, durch die überall auftauchenden Risse und was so langsam nach und nach herauskommt. Ist besser als in den vorigen Staffeln, wo komplett vergessene Nebensächlichkeiten aus einer frühen Folge plötzlich als Auslöser für Welterschütternde Finale herhalten mussten.

Doctor Who: Specials

Wie bereits erwähnt sollte sich für Staffel 5 einiges bei Doctor Who ändern. David Tennant nicht mehr der Doctor, Russel T Davies nicht mehr Hauptschreiber und Serienproduzent – Positionen die er seit Beginn der Neuauflage inne hatte -, und auch Julie Gardner trat als leitende Produzentin zurück. Um dem neuen Team um Matt Smit als den elften Doctor und Steven Moffat als Schreiber und Produzent allerdings etwas mehr Zeit zu geben, die neue Staffel unter Dach und Fach zu bringen, wurde das Jahr 2009 schlichtweg ausgesetzt.

Allerdings dann doch nicht ganz. Während das neue Team drauf und dran war Staffel 5 für 2010 zu produzieren, gingen Davies und Tennant mit dem alten Team in eine Extrarunde und produzierten 5 einstündige Specials, die zwischen den beiden Staffeln ausgestrahlt wurden. Ich meine, Who Specials haben sowieso mit die besten Einschaltquoten, warum also nicht?

Wir beginnen mit dem Weihnachstspecial 2008, bei dem The Next Doctor ein Fakeout-Titel ist, denn es geht nicht bereits um die Nummer Elf, stattdessen trifft Zehn zu Weihnachten im London der 1850er auf einen Kerl, der sich lediglich für den Doctor hält. Mit Companion und TARDIS-Ballon und allem. Das Special ist schon ganz ordentlich, bietet eine gute Antagonistin, witziges Spiel zwischen dem echten und dem „nächsten“ Doctor, und langweilt zumindest nie.

Dennoch ist es wie die meisten Weihnachtsspecials ein wenig faul, denn zumindest mir kommt es so vor, als würde man in jene nie ganz so viel Ambition stecken, solange die Familie gemeinsam eine halbwegs brauchbare Unterhaltung am Weihnachstabend, nachdem man sich nichts mehr zu sagen hat, geboten bekommt, ist man zufrieden und macht seine Quote. Zumindest hätte ich es gern gehabt, dass die tragische Vergangenheit der Antagonistin und des „nächsten“ Doctors etwas besser ausgearbeitet wäre, statt nur kurz angerissen zu werden.

Als nächstes sahen die Briten ihren zehnten Doctor zu Ostern in Planet of the Dead, welches mit dem Feiertag an sich so ziemlich nichts zu tun hat. Keine Teepartys mit Hasen oder so. Stattdessen ein Weib, welches auf Mission Impossible für Arme macht, und bei der Flucht vor der Polizei mit dem Doctor zusammen auf einem Wüstenplaneten landet. Wo prompt den Rest des Specials über so gut wie nichts passiert, bis es zur großen Flucht vor Killer-Rochen kommt. Selbst auf 45 statt 60 Minuten wäre das keine Highlight-Folge geworden.

The Waters of Mars ist das einzige Special, welches nicht zu einem Feiertag ausgestrahlt wurde, weil man kurioserweise Halloween um einen halben Monat verstreichen ließ. Der Doctor reist zumindest auf die erste menschliche Mission auf dem Mars, welche mit dem Tod aller geendet hat. Ein fixer Punkt in der Geschichte, der nicht geändert werden sollte. Und mit den dort umgehenden Monstern hätte es sich definitiv als Halloween-Special angeboten. Es ist auch eines der besseren, wobei für mich das Ende nicht hinhaut. Denn es macht so ein wenig kaputt, was ich an The Fires of Pompeii mochte. Water löscht Fire aus?

Jedenfalls mochte ich eben den Nihilismus an jenen Fixpunkten so sehr, nämlich das der Doctor hier nichts unternehmen darf. Was Waters of Mars sofort dahin revidiert das der Doctor nichts tun kann, da alle Aktionen eh letztendlich nur zum gleichen Fixergebnis führen. Finde ich schon nicht so toll, weil das vorige ist eben wesentlich aktiver. Er könnte etwas unternehmen, tut es allerdings bewusst nicht, weil dies zu größeren Problemen führen würde. Statt er würde doch ach so gern, aber oh leider macht es ja keinen Unterschied. Nur unternimmt er dann doch was, plötzlich ist es wohl für unseren Superdoctor doch kein Ding die Zeit einfach mal zu ändern, was ihn ziemlich großkotzig und arrogant rüberkommen lässt… und wie Forshadowing behandelt wird, dieses Fehlverhalten könnte eben echt auf ihn zurückfallen, nur vergessen die folgenden Specials das scheinbar wieder.

Die da heißen The End of Time. Von dem der erste Teil zu Weihnachten 2009 ausgestrahlt wurde, während der zweite Teil mit leichter Überlänge von 70 Minuten an Neujahr 2010 auf den britischen Fernsehern lief. Tennant beginnt das Special damit, seinen Doctor Zehn so Jack Sparrow wie noch nie agieren zu lassen, wird aber ziemlich bald vom wiederbelebten aber durchgedrehten Master an die Wand chargiert. Auch wenn der Master hier echt wenig mehr macht als zu schreien und wiederwertig zu essen. Ach ja, und am Ende alle Menschen in Master verwandelt, was mal so richtig dämlich war. Ansonsten geschieht mal wieder nicht viel bis kurz vor Ende, wenn uns gezeigt wird, dass der prätentiös dahin redende Sprecher des Specials ein Timelord war, der von einem Timothy Dalton gespielt wird, der nichts sagen zu können scheint, ohne die Kamera einzspeicheln.

Den zweiten Part von The End of Time mochte ich mehr. Nicht unbedingt wegen der Handlung an sich, die mir ziemlich egal war, auch wenn genug Hype hinter der Rückkehr der Timelords stecken könnte, die plötzlich doch keine solchen Gutmenschen sind, wie der Doctor immer so schön propagiert hat. Hauptsächlich ist mir Donnas Großvater einfach viel zu sympathisch und die zwei ernsten Dialoge, die er mit dem Doctor führt, sind echt herzig. Das war es aber eigentlich auch schon. Donna springt drei Mal durchs Bild, darf aber nichts machen. Dass der Doctor immer so darauf besteht, er würde keine Waffen nutzen, finde ich etwas lächerlich, wenn man mal bedenkt, wie einfach er ganze Zivilisationen dem Untergang weiht. Das Ende ist Blödsinn. Und der verlängerte Abschied, wenn Doctor Zehn und durch ihn Tennant sich von allen – selbst der Kerl aus dem Titanik-Special – verabschiedet, hat mich ziemlich kalt gelassen, und Martha Jones mit Mickey enden zu lassen ist eh Blödsinn.

Ist echt Schade, denn wenn Tennant und Davies sich mit Staffel 4 verabschiedet hätten, statt diese Extrarunde zu fahren, dann wären die echt mit einem Knall gegangen. So ist es ein laues Lüftchen, ein Furz, denn von den fünf Specials war wahrlich keines so richtig gut. Das große Abschiedsfinale The End of Time sogar mit am schlechtesten.

Doctor Who: Series Four

Die 4. Staffel von Doctor Who ist ein wenig besonders, denn sie ist die letzte für das aktuelle Team, oder zumindest einigen der Pfeiler in jenen. Namentlich ist es die letzte Staffel mit David Tennant als der zehnte Doktor und Russel T. Davis als der Kopf der Produktion. Sie werden ab Staffel 5 von Matt Smith und Steven Moffat ersetzt werden.

Wie immer beginnen wir mit einem Weihnachts-Special, und wie immer beginnt die Folge mit dem Opening, welches diesmal allerdings mit einem deutlichen Remix des Themes daher kommt, allerdings weiterhin die schreckliche Title Card von New Who verwendet. In Voyage of the Damned dürfen der Doctor und seine Kurz-Companion Kylie Minogue eine Raumschiff-Replik der Titanik davor bewahren, von mit ihren Halos um sich werfenden Engelsrobotern in die Erde gecrasht zu werden. Die Folge ist durchaus in Ordnung, viel Mühe geben sich die Weihanchstspecials ja häufig nicht, und man sollte nicht allzu stark über die Logik nachdenken (ein guter Tipp für die ganze Serie, wenn man ehrlich sein will), aber es ist durchaus unterhaltsam gewesen. Der fake Erd-Experte und das Design der Engel ist beispielsweise ziemlich gut.

Partners in Crime, die erste richtige Folge der Staffel, ist eine sehr witzige Geschichte über ein Alien, welches den Menschen bei Gewichtsproblemen hilft, in dem es überschüssiges Fett in Mini-Aliens wandelt. Ein Großteil des Humor kommt allerdings daher, dass hier Staffel-Companion Donna Noble eingeführt wird, die beste Companion bisher. Und keine Unbekannte, ist sie nämlich die Runaway Bride des Weihnachtsspecials der vorigen Staffel. Jedenfalls ist die sie darstellende Catherine Tate eine Comedian, und das merkt man auch. Dass sie weiterhin absolut kein romantisches Interesse am Doctor hat, ist eine dankenswerte Entscheidung. Allgemein bricht sie die bisherigen Konventionen, da sie weder wirklich jung noch super attraktiv ist. Dafür ein echter Charakter und ein echt launiger. Wobei die Antagonistin der Folge auch ziemlich witzig ist.

The Fires of Pompeii beweisen allerdings, dass Catherine Tate nicht nur als Comedian eine witzige Donna abgibt, sondern dass die gute Frau auch besser schauspielern kann, als ihre beiden Companion-Vorgängerinnen zusammen, wenn es um emotionale und ernste Szenen geht. Mit viel coolem Forshadowing durch die Seher der Stadt was den Staffelverlauf angeht, geht es nämlich hier dahin zurück, dass die Existenz des Doctors auch etwas Unmenschliches an sich hat. Die Sache ist die, es gibt fixe Momente in der Geschichte, die einfach geschehen müssen, damit die Realität sich nicht auflöst. Sozusagen die schnelle Erklärung dafür, warum der Doctor nicht alles Unrecht – sagen wir mal ganz random etwas was in Deutschland in den 1930er/40er Jahren hätte geschehen können – gerade biegt, denn einige Dinge müssen einfach geschehen. Als Zeitreisender allerdings uninvolviert dem Untergang ganzer Zivilisationen beizuwohnen… ist schon sehr nihilistisch. The Fires of Pompeii zeigt das umso mehr, da jemand nämlich das Unglück des Vesuvausbruchs zu verhindern versucht, und der Doctor eingreifen und somit durch sein aktives Handeln 20.000 dem Tode weihen muss, damit es zu keinen größeren Problemen kommt. 20.000 Menschen gegen den Rest der Erde aufgewogen ist eine logische Rechnung mit logischem Ausgang, aber dennoch irgendwo monströs, und Donna muss hier eben herausfinden, dass die Reisen mit dem Doctor nicht immer witzig-exotische Abenteuer sind.

Planet of the Ood hingegen geht genauer auf die Sklaven-Thematik der Rasse ein, die in deren ersten Auftreten in The Impossible Planet/The Satan Pit schnell beiseite gewunken wurden, weil die Doppelfolge sich anderen Themen zuwandte. Adressiert Staffel 4 etwa wirklich einen Großteil der Probleme, die ich bisher mit der Serie und dessen Weigerung sich den ungünstigen Implikationen einiger Dinge zuzuwenden hatte? Abgesehen davon sind die Ood nach den Weeping Angels die einzige Rasse aus New Who, die bei mir einen Eindruck hinterlassen haben.

Die erste Doppelfolge der Staffel, The Sontaran Strategem und The Poison Sky, geht hingegen zu aus Classic Who bekannten Bösewichtern zurück. Hätte vielleicht nicht zwei Folgen lang sein sollen, aber auch hier gab es viel, was ich mochte. Die Kartoffel-Kopf Sontarans mit ihren schrägen Manierismen sind unterhaltsam. Der Doctor bekommt Unterstützung vom Militär, hat zur Seite gestellt einen niedlichen Kerl mit phänomenalen Wangenknochen. Und das Problem damit, dass die Companions immer ihre Familien so schnell links liegen lassen, obwohl sie wenn nötig dann plötzlich deren Zentrum bilden, wird noch Mal adressiert – in dem der Großvater von Donna Bescheid weiß und mit den Zeit-Raum-Reisen ok ist, und die Bindung zu ihrer Mutter eh nicht pralle porträtiert wird. Oh und Martha Jones taucht wieder auf, die zwar keine Donna aber auch ganz gut ist.

Sie folgt sogar in die nächste Folge, The Doctor’s Daugther. Eine weitere weibliche Figur, die sich nicht in den Doctor verliebt bereithaltend, in Form dessen unfreiwilliger Klon-Tochter. Mit einem echt guten Reveal gegen Ende der Folge noch dazu. Also der bevor Jenny wiederbelebt wird, was mir etwas zu sehr danach riecht, ein Spinoff mit einer heißeren und jüngeren Figur die Weichen zu legen.

Auch das folgende The Unicorn and the Wasp ist nicht eine der besten Folgen der Staffel, aber da der Doctor und Donna im Prinzip Cluedo mit Agatha Christie spielen, hat auch diese einige gute und unterhaltsame Dinge aufzufahren, weil das Ding einfach so extrem britisch ist.

Die nächste Doppelepisode steht an und die hiesigen Beiträge von Steven Moffat: Silence in the Library und Forest of the Dead. Manchmal fragt man sich fast, warum man Moffat die Leitung der Serie übergab. Sicher, er hat die besten und kritisch best-aufgenommenen Folgen der Serie bisher geschrieben. Allerdings auch diejenigen, die mit die geringsten Einschaltquoten hatten, so nämlich auch bei Silence in the Library. Aber was eine geile Horrorstory er uns hier liefert, in dem erneut der Doctor mit einer kleinen Gruppe an Leuten in einem überschaubaren Ort eingeschlossen werden, während im wahrsten Sinne des Wortes der sichere Tod in jedem Schatten lauert. Auf menschliche Urängste vorm Dunkeln anspielen geht natürlich immer. Und mehr Story zum Doctor an sich, oder was seine Zukunft anbelangen könnte, gibt es zudem, inklusive höchst dramatischem Finale.

Und wer hätte es gedacht, doch die nächste Folge, Midnight, ist fast genauso gut. Und von Russel T Davis selbst! In einem Thriller auf engstem Raum wird tatsächlich der Doctor mit einer kleinen Gruppe Leuten eingesperrt, ohne Fluchtweg aber mit einem unbekannten Alien direkt an Bord. Diesmal gehört zur kleinen Truppe aber nicht seine Companion, und der Lagerkoller führt dazu, dass der Rest dem Doctor stark zu misstrauen beginnt. Eine sehr simple aber simpel effektive Folge.

Eine Folge fast ohne Donna führt in eine Folge fast ohne Doctor, mit Turn Left werden die Weichen für das Finale gesetzt. Aber grundsätzlich dreht sich die Folge darum, was geschehen wäre, wenn Donna dem Doctor nicht begegnet wäre. Hauptsächlich wird zwar gezeigt, wie schlecht die Welt ohne einen Doctor dran wäre, aber in Verbindung damit eben auch aufgezeigt, wie wichtig Donna an sich ist. Und eine Folge, in der sie zu Flüchtlingen ohne Rechte und „Arbeits“-Lager für Ausländer eingerichtet werden ist zusätzlich überraschend modern-aktuelle Thematik.

Stolen Earth und Journey’s End machen es dann ziemlich klar, dass dies das große Finale von Russel T Davis und seinem Zenten Doctor sein soll, nicht nur weil die letzte Episode mit 60 Minuten die Länge hat, die normalerweise Specials vorbehalten bleibt. Nein, es werden auch alle Charakter neu aufgefahren. Sprich nicht nur tolle Leute wie Jack, Martha, Sarah Jane und Hariette Jones kommen hier vor, sondern wir müssen es auch verkraften, dass Rose und Mickey wieder da sind. Und die Daleks, weil irgendwann müssen die in jeder Staffel ja auftauchen. Und wie immer pisst sich jeder Charakter sofort in die Hosen, wenn sie deren „Exterminate!“ hören, nur damit das, was tatsächlich in der Folge geschieht, sie weiter degradiert. Mal wieder die allerletzten Daleks überhaupt. Mal wieder werden sie in enormen Mengen besiegt. Ja selbst unfähige Idioten wie Mickey und Jackie bekommen Knarren an die Hand, die einen Dalek in einem Schuss erledigen. Und Donna findet eine Fernsteuerung, mit der sie die Pfefferspender im Kreis fahren lässt. Nach Dalek in Staffel 1 waren die Vorzeige-Antagonisten nie wieder interessant.

Und die haben jetzt einen Schöpfer in schwarzer Lederuniform. Da muss die Folge gar nicht eine Ausrede finden, um als Kurzschauplatz Nürnberg zu bieten, damit Russel T Davis uns die Parabel Dalek = Space Nazi klar machen kann. Aber es gibt auch einiges an der Doppelfolge, was ich mag. Ich meine, grundsätzlich darf man bei den Staffelfinalen ganz wie bei den Weihnachstspecials die Logik nicht zu genau nehmen, sondern sollte die Achterbahnfahrt an sich zu genießen wissen. Und noch wie wurde es so groß und dramatisch wie hier. Außerdem wird hier geklärt, dass der Doctor nicht nur die Companions braucht, um ihn zu vermenschlichen, sondern dass er im Gegenzug auch nicht immer den besten Einfluss auf die hat, die er ultimativ zurück lassen muss. Und ein herzerwärmender Abschied von Donna gibt es auch noch, da vergisst man doch fast den Blödsinn, dass Rose ihren eigenen menschlichen Doctor-Klon bekommt, mit dem sie alt werden darf.

Und somit endet mein Beiträg zur vierten Staffel Doctor Who. Mit so vielen Worten wie noch nie und ins Detail gehend zu jeder einzelnen Folge. Denn dies ist die mit Abstand beste Staffel von New Who der Zeit von Russel T Davis und Doctor Neun und Zehn. Es ist sicherlich nicht immer alles Gold was glänzt, aber irgendwas hübsch Glänzendes habe ich dennoch diesmal in jeder Folge finden können. Sprich nicht alle sind gleich gut, aber irgendwas Gutes haben sie alle. Ich war durchgängig zufriedengestellt.

Doctor Who: Series Three

Auch die dritte Staffel beginnt mit einem Christmas Special in Überlänge, allerdings ist The Runawy Bride definitiv wesentlich besser als The Christmas Invasion war. Hauptsächlich dank der Titelgeberin, denn besagte Braut, die vom Traualtar weg überraschend in den TARDIS gebeamt wird, ist eine ziemlich launige Kurz-Companion des Doctors.

So sehr sogar, dass der sie einlädt dies dauerhaft zu sein. Allerdings lehnt sie ab. Ich glaube die gute Frau ist das einzige weibliche Wesen der Serie im fortpflanzungsfähigen Alter, die sich nicht sofort in ihn verguckt. Vielleicht mag ich sie auch deswegen. Aber ihre Begründung ist definitiv interessant, denn sie durchschaut das der Doctor an und für sich etwas unmenschliches an sich hat, als 900 Jahre altes Alien, aber rät ihm auch sich nach einer anderen Companion umzuschauen, weil es eben seine Mitreisenden sind, die ihn menschlich machen und die nötige Bodenhaftung verleihen. Ach ja, außerdem ist die Rachnoid Queen eines der cooleren und besseren Designs und SFX der Serie, dadurch geholfen das sie nicht CG sondern rein Practical Effects ist.

Und es geht gleich gut weiter, denn in der ersten richtigen Folge der Staffel, Smith and Jones, treffen wir eben auf die wirkliche neue Companion: Martha Jones. Als das komplette Gegenteil von White Trash Rose ist die weder weiß noch trashig, sondern eine schwarze Medizinstudentin. Und eine Schauspielerin, deren Gesicht einem bekannt vorkommen könnte, denn sie hatte bereits eine Rolle (erklärt als Cousine, da sie ziemlich endgültig war) im Finale der vorigen Staffel. In Torchwood ist sie wohl dann später auch vertreten, aber wer interessiert sich schon für Torchwood? Abgesehen von Children of the Earth niemand.

Es gibt nichts an Martha nicht zu mögen, denn sie ist intelligent, zielstrebig, hat eine zum Doctor passende verspielte Ader, und bringt eine weniger nervige Familie mit. Allerdings verliebt auch sie sich sofort in den Doctor, und bei jedem der zahlreichen Momente, die uns in der Staffel daran erinnern, musste ich die Augen verdrehen. Aber gut, Charaktere sind nur interessant, wenn sie Fehler haben, und der große Fehler des ansonsten Rundum-Sympathiepakets Martha Jones ist halt das sie scharf auf den Doctor ist. Immerhin ist sie schlau genug zu sehen, dass dies nicht gut enden kann, und deswegen – nachdem sie ihren Abenteuerdrang ausgelebt hat – scheidet sie freiwillig am Ende der Staffel aus, statt vom Doctor irgendwann auf einer Insel im Nirgendwo einer Paralleldimension ausgesetzt zu werden wie eine räudige Hündin.

Doch leider kann der gut hingelegte Start der Staffel nicht ganz aufrecht erhalten werden. Nach dem Special und den ersten zwei Episoden erreichen wir Gridlock. Eine Folge, die sich hauptsächlich darum dreht, dass die letzten Überlebenden einer Zivilisation in einem endlosen Autobahnstau leben, nichts von den Killerkrabben unter ihnen ahnend. Eine unglaublich dumme Folge, die viel interessantere Themen zu Nebenszenen degradiert. Statt Drogen direkt Gefühle einwerfen zu können, beispielsweise. Oder das lang als Großereignis angekündigte Ausscheiden des Face of Boe. Was ein Würdeloser Abgang für einen der interessanteren und mysteriöseren Charaktere der Serie.

Gefolgt von Daleks in Manhattan und Evolution of Daleks. Der übliche Schund um die diesmal aber wirklich vielleicht garantiert eventuell letzten Daleks die es je gab und für immer geben wird, die New Who mindestens ein Mal pro Staffel herausholen muss, bis die angeblich so fürchterlichen Antagonisten mehr zum Running Gag verkommen. Zusammen mit Schweinemenschen als Diener, einer nicht endend über ihre Attraktion zum Doctor sprechendn Martha Jones, einem komplett verschwendeten Andrew Garfield, und einem kurzatmig sprechenden Dalek-Mensch-Hybriden. Übrigens zwei der drei Folgen der Staffel mit den wenigsten britischen Zuschauern zur Erstausstrahlung – so viel also dazu, dass die ikonischen Daleks alleine noch irgendwelche Anziehungskraft hätten.

Nach immerhin nur vier minderwertigen Folgen wird die Staffel allerdings um 42, eine simple aber effektive Story um die letzten Minuten eines in eine Sonne driftenden Raumschiffs, herum wieder besser. Die nächste Doppelepisode Human Nature und The Family of Blood ist dann wieder leicht Horror und bietet vor allem einen Einblick darin, wie der Doctor wäre, wäre er ein echter Mensch. Mit echten Gefühlen und so. Hätte nicht unbedingt zwei Folgen einnehmen müssen, aber insgesamt schon ganz Ok.

Dann kommt Blink, die Highlight-Episode, die allerdings kurioserweise die mit den niedrigsten Einschaltquoten der Staffel darstellt. Vielleicht weil sie eine Doctor light Episode ist, in der David Tennant hauptsächlich in vom Rest-Cast losgelösten Videobotschaften kommuniziert. Ich stelle nach zwei Exemplaren erst mal noch keine Theorie dazu auf, dass mit die besten Folgen dieser und der letzten Staffel welche waren, die sich maßgeblich nicht um den Doctor an sich drehten. Jedenfalls ist das die erste Episode mit den Weeping Angels, die quasi reinste Horrorfilm-Monster sind, was die Episode etwas auscancelt, in dem viel vom Rest ziemlich humorig aufgezogen ist, was aber eine ganz gute Mischung macht. Aber es geht doch, echt gut designte neue Antagonisten, statt immer nur auf die Daleks und Cybermen zurückfallen zu müssen! Prompt gehe ich natürlich davon aus, dass wir die Weeping Angels von nun an mindestens in einer Folge pro Staffel sehen werden. Übrigens eine Episode von Steven Moffat – seine dritte für die Serie und alle drei bisher mit die besten.

Dann geht es mit Utopia in die Vorbereitung zum Finale, wobei hier hauptsächlich erst das Ende wichtig und interessant ist, der Rest der Folge ist etwas langweilig. Dafür zahlt sich halt alles in The Sound of Drums und Last of the Time Lords so richtig aus. Aber selbst der Professor hat eine junge, weibliche Assistentin, die sich in ihn verguckt hat? Gehört es zu den Time-Lord-Genen, dass jegliche weibliche Vertreter einer jeden Spezies sofort einen Eisprung bei deren Anblick bekommen?

Natürlich ist der Master wieder ein aus Classic Who bekannter Antagonist, weil New Who kann keine dramatischen Finale herbeiführen, ohne auf jene Krücke zurückzufallen. Aber hier stört es mich weniger, weil der Master nämlich wirklich ein Charakter ist, der mit Manierismen und Hintergrundgeschichte gefüllt wird, statt ihn wie die Cybermen und Daleks einfach in eine Folge zu werfen, das Publikum wird schon wissen das es jetzt ernst ist. Keine Ahnung, ob das überhaupt so viel daran liegt, wie das Finale geschrieben ist, oder einfach am Schauspiel von John Simm, aber dem Master folgt man doch gern durch diese Folgen. Ach ja, und Jack ist auch fürs Finale back! Yay. Wobei das Deus-Ex-Machina-Ende über die Kraft des Glaubens in den Doctor doch sehr Anime war.

Aber hey, Staffel 3 ist bisher die beste von New Who. Ein paar Folgen sind immer noch nicht gerade der Burner, und die Daleks dürften gern wirklich mal für eine Weile eingemottet werden, aber der überwiegende Teil der Staffel war echt gut.

Doctor Who: Series Two

Doctor Who ging also in seine Series 2, mit dem neuen Gesicht David Tennant in der titulären Rolle, begleitet von der alten Fratze Billie Piper. Und um herauszufinden, wie gut die neue Popularität wirklich zieht, beinhaltet die Staffel nicht nur die regulären 13 Folgen, sondern wird von einem einstündigen Weihnachts-Special angeführt. Welche zur Tradition der Serie werden sollte, obwohl The Christmas Invasion ehrlich gesagt keine sonderlich gute Folge ist, abgesehen von der wie immer launigen Harriet Jones weiterhin etwas verpeilt auch als jetziger Prime Minister.

Liegt vielleicht auch daran, dass es eine jener Folgen ist, in der sich Rose mal wieder sporadisch daran erinnern darf, dass sie eine Familie hat, und Weinachten mit Jackie und Mickey verbringen will. Die verwöhnt Göre erinnert sich halt nur an deren Existenz, wenn es an Geschenke gebunden ist. Mickey wird sogar kurzweilig ein Companion in der Staffel, wobei mein resigniertes Aufstöhnen dahingehend nicht allzu lang anhalten musste, da er wenig später wieder herausgeschrieben wird. Was sehr endgültig wirkt, aber dann darf er im Finale doch wieder auftreten, damit Rose ihren finalen Abgang mit all ihren „Lieben“ haben kann. Auch wenn sie sich die meiste Zeit wenig um deren Existenz geschert hat. Aber immerhin, damit sind Mickey und Rose raus, und das war so ein wenig wie Weihnachten für mich persönlich, wenn auch nicht in der Weihnachtsepisode.

Ich persönlich hoffe ja ein wenig, dass die neue Companion, denn ich gehe nicht davon aus, dass Doctor Who David Tennant nicht eine neue attraktive Frau zur Seite stellen wird, kein so aufgezwungenes und jegliche Chemie missendes Läuft-Da-Was reingeschrieben bekommt. Es ist eh klar, dass der Doctor immer letztendlich alleine sein wird. Dass jeglicher weibliche Charakter in der Serie, inklusive die dafür eigentlich viel zu gute Sarah Jane, sich sofort in ihn verguckt, finde ich so unnötig wie nervig.

Auch aufgeben könnte die Serie sich für hohes Drama auf alte Bösewichte zu stützen. Series 2 macht das gleich doppelt. Zuerst kommen die Cybermen in einer Doppelfolge dran, und das alles ist wie ein großes Ereignis präsentiert, wenn man die jedoch nicht aus Classic Who kennt, zieht das nicht ganz. Weil New Who einem die Cybermen nie wirklich gut erklärt, sondern komplett darauf baut, sie wären einem ein Begriff. Dabei ist das moralische Dilemma jegliche Auseinandersetzung aber dafür auch jeglichen persönlichen Freiraum aufzugeben etwas, was es wert wäre auszuleuchten. Aber die Cybermen waren damals Schurken, also sind sie es hier von Beginn an erneut. Macht deren Doppelfolge nicht zur besten.

Und dann die Daleks. Who Series 2 holt sie erneut für das Finale heraus, weil die Serie anscheinend nicht weiß, wie man ein sich zuspitzendes Staffel-Finale ohne Nahe-Ausrottung durch die Daleks schreiben kann. Was aber wirklich dabei rum kommt ist, dass die Daleks bereits in der zweiten New Who Staffel jegliche Besonderheit oder Ehrfurcht eingebüßt haben, weil sie als billige Stütze verramscht werden, die innerhalb von 2 Folgen vom Doctor besiegt werden können, währenddessen sie unglaublichen Schiss vor ihm haben.

Auch aus der moralischen Zwickmühle in New Earth macht die Serie leider nichts. Gefühllose Lebewesen dafür züchten, damit die eigentliche Menschheit ein gesundes Leben genießt? Wäre man das bereit in Kauf zu nehmen? Wie viel könnte dies helfen? Interessiert New Who nicht, es wird sofort ethisch als falsch abgewuken, und damit ist gut, zumal die Dekadenz der dies in Anspruch nehmenden entsprechend nachhilft.

Aber ich will nicht alles schlecht machen an der Staffel. Cassandras Auftritt in New Earth war erneut extrem launig und sogar etwas emotional gegen Ende. David Tennant ist ein launigerer Doctor, wenn die Rolle auch immer noch ein wenig arschig geschrieben wird (aber wer in Doctor Who ist nicht zumindest ein wenig ein Arsch?). Die Werwolf-Episode, da Doctor Who immer noch keinen Historicals traut, und deswegen etwas übernatürliches hineinwerfen muss, wo der Doctor auf Queen Victoria trifft, ist auch ziemlich gut gewesen.

Das darauf folgende School Reunion bietet Buffys Giles als Bösewicht und die unglaublich charismatische Alt-Companion Sarah Jane auf, die schon unter sich alleine die Folge machen. Der Toaster-Hund war auch nicht übel. So sehr ich bemängelt habe, dass New Who auf die Cybermen und Daleks zurückfällt, denkend ohne Erklärungen so sofortige Spannung aufgebaut zu haben, so sehr ist das Streitgespräch zwischen Emotionslosen und Hass-Angetriebenen Spezies echt witzig.

Erneut ist die dem Horror nahest-kommende Episode viel wert gewesen. Doppelt kommend als The Impossible Planet und The Satan Pit, in denen Doctor und Rose nicht nur auf einer Raumstation unmittelbar neben einem schwarzen Loch ohne Hoffnung auf Entkommen gefangen werden, sondern sogar auf den Teufel persönlich treffen dürfen. Und das darauf folgende Love & Monsters ist ein weiteres Highlight, als eine Doctor light Episode, die sich Hauptsächlich um den quirligen Elton und seine herzige Bande an Doctor-Maniacs dreht. Von der direkt anschließenden Folge Fear Her tun wir allerdings einfach mal so, als existiere sie nicht.

Von daher verbleibe ich auch in der zweiten Staffel des Who-Reboots dabei, dass ich die Serie von eher schwankender Qualität halte. Diesmal sind die Schwankungen zwar nicht ganz so stark, dafür fallen die besseren Episoden auch nicht ganz so stark auf.

Doctor Who: Series One

Okay, die Sache mit Classic Who war nicht so berauschend gelaufen, aber es gibt ja mehr als nur den alten Brocken aus den 60ern. Namhaft eben New Who, die 2005 neu im britischen TV angelaufene Serie. Und nach 16 Jahren kein Doctor Who im Fernsehen und immer noch 9 Jahre seit des nicht zum Reboot geführten Spielfilmes war man wohl ausgehungert, denn die Serie lief so gut, dass sie bereits wenige Folgen in die 13 Ausstrahlungen hinein das grüne Licht für eine weitere Staffel bekam. Dann mit einem zehnten Doctor, weil Christopher Eccleston nicht mehr weitermachen wollte, aber noch sind wir bei der Nummer Neun.

Ich muss eingestehen eine Weile gebraucht zu haben, durch die Staffel zu kommen, obwohl sie gar nicht so lang ist. Das will ich ihr auch gleich zu Gute halten. Denn so 13 Folgen pro Staffel sind trotz längerer individueller Spielzeit wesentlich einfacher verdaulich als 40+ wie im Classic Who. Vor allem wenn die Angelegenheit noch relativ episodisch daher kommt, das Geschehen meist in einer maximal zwei Folgen abgeschlossen ist, statt ein halbes Dutzend Halbstünder einzunehmen. Dennoch hat es ein wenig gedauert, weil die erste Staffel… oder 27. Staffel?… ne ich glaub man rechnet von vorn. Die erste Staffel jedenfalls ist nicht gerade frontallastig was gute Folgen angeht, sondern so ein wenig meh. Und das für gut die erste Hälfte. Serien-Oberhaupt Russel T Davis zeichnet also nicht unbedingt für mir gefällige Folgen verantwortlich.

Steven Moffat dafür schon eher. Von ihm stammen nämlich meine beiden Highlight-Folgen der Staffel. Aber schön der Reihe nach. Die Folge mit dem gefangenen Dalek, betitelt schlicht Dalek, finde ich beispielsweise echt ganz interessant gemacht. Ich mein, auch ohne Who-Kenntnisse kennt man diese Lungenkrebsstimmen-Mülleimer und das sie was Besonderes sind. Sie im Time War ausgeschaltet zu haben ist da sicherlich etwas, was die Serienmacher immer bereuen werden. Was natürlich nicht bedeutet, es finden sich keine Ausreden, sie dennoch wieder auftauchen zu lassen, wie man hier auch im Finale im weniger schönen Ergebnis mitbekommt. Aber in Dalek als letzter Überlebender funktioniert das schon besser, und hilft etwas Schatten auf den launigen Doctor zu werfen. Die Folge mag Stellenweise arg dick auftragen, aber Doctor Who ist halt eine Kinderserie. Auch The Long Game, die Folge über die Lügenpresse wenn man mir den ausgelutschten Ausdruck der Einfachheit halber entschuldigen mag, war ziemlich launig, wobei ich glaube dies auch viel im Schauspiel von Simon Pegg begründet ist (es ist eine von nur zwei Russell T Davis Folgen, die ich gut fand, und von ihm stammen eigentlich acht).

Wenn kurz darauf John Barrowman als Jack hinzustößt, wird die Serie sowieso gleich aufgewertet, auch wenn die Rolle ebenfalls keinerlei Subtilität kennt. Ihm ist natürlich auch damit geholfen, dass er in der Doppel-Episode The Empty Child und The Doctor Dances auftaucht, die ziemlich nah an Horror grenzende Geschichte im Zweiten Weltkrieg ist nämlich besagter Höhepunkt der Staffel für mich. Auch Boom Town finde ich nicht schlecht, wobei dies wieder hauptsächlich daran liegt, dass die letzte überlebende Slitheen Margaret gut unterhält und erneut dem Doctor durchaus legitime moralische Vorwürfe zu machen weiß. Wenn man das stark mit der ersten Folge, in der die Slitheen vorkommen, kontrastiert, die ein ewig langer und schaler Furz-Joke ist und wenig mehr…

Alles ist natürlich nicht toll an der Staffel mit der unglaublich hässlichen Title Card. Das Budget für die Spezialeffekte ist extrem lachhaft, und wie immer schaut schlechtes CG auch viel billiger aus als schlechte Practical Effects, und New Who bevorzugt stark Ersteres . Zudem zeigt sie eine enorme Anzahl an schlechter 90s Fashion für eine Serie von 2005 auf, die sie auch nicht gerade hochwertiger wirken lässt. Wobei das vielleicht auch ein Stück weit daran begründet ist, dass Familie und Freunde von Companion Rose White Trash sind. Soll ihr wohl starke Bodenhaftung geben, aber es ist nie wirklich meine präferierte Bevölkerungsschicht, aus der Charaktere kommen, und letztendlich hat Rose kein Problem damit alle für wilde Zeitreisen hinter sich versauern zu lassen.

Das ist auch ein weiteres Problem, denn irgendwo gibt es häufiger mal extreme tonale Unstimmigkeiten. Im einen Moment ist noch alles ganz ernst, wenn Rose in der ersten Reise weit in die Zukunft plötzlich mit dem nihilistischen Gedanken konfrontiert wird, dass jeder den sie je gekannt hat und jegliche Erinnerung an sie schon lange tot sind, oder wenn sie in der Vergangenheit ihrem Vater beim Sterben zuschaut… und kurz darauf springen sie und der Doctor schon wieder wie zwei Wahnsinnige lachend durch die Gegend und Rose benimmt sich wie ein Kind im Vergnügungspark statt auf legitim gefährlichen Reisen durch Zeit und Raum.

Manchmal hab ich da auch einfach das Gefühl, dass Ideen nicht beendet oder kurzfristig umgeworfen wurden. Das ganze Mysterium um die Worte Bad Wolf ist beispielsweise echt interessant, aber die Auflösung dann so unpassend und dämlich wie das ganze Staffel-Finale, in dem es verwurstet wird, an sich. Am Ende von Dalek schließt sich ein Kerl an, der zunächst wie ein neuer Companion wirkte, aber direkt in der nächsten Folge schon wieder rausgeschrieben wird, ohne groß für was gut gewesen zu sein. In Father’s Day wird kurz Misstrauen zwischen Rose und dem Doctor gesät, nur damit sie sich am Ende der Folge wieder Dicke miteinander sind, ohne das es je wieder an- oder sich ausgesprochen wurde, als hätte man das komplett vergessen.

Aber in den guten Folgen halt, die leider in der ersten Staffel noch in der Minderzahl sind, da funktioniert eben auch viel. Da kommt Stimmung auf, da bleibt man einer Linie treu. Und da wirkt dann das Zusammenspiel von humorigen Einlagen und quirligen Charakteren zusammen mit ernsteren Momenten und einer interessanten Handlung. Mehr Jack würde da auf jeden Fall helfen, aber ich bin mir nicht sicher er kommt noch weiterhin groß vor, immerhin hat er sein eigenes Spinoff Torchwood zugeschanzt bekommen. Vielleicht macht aber auch der zehnte Doctor schon viel an der Dynamik besser, immerhin wird er vom charmanten David Tennant verkörpert.