Pokemon Snap

ava-2037Wenden wir uns mal einem weiteren Pokemon-Spinoff zu, und zwar eines, das erstaunlicherweise keinerlei Sequels nach sich gezogen hat. Selbst das laue Tamagotchi meets Furby Hey You, Pikachu ist immerhin in den PokeParks weitergelaufen. Aber Pokemon Snap nicht, was recht kurios ist, da man meinen sollte, auf Foto-Safari in der Pokemon-Welt zu gehen, würde sich für so einige Nintendo-Plattformen geradezu angeboten haben. Als On Rails „Shooter“ auf der We mit umherschauen per Wiimote, oder den Tablet-Controler der Weyou als Kamera zu benutzen, und der 3DS hat doch auch ne eingebaute Kamera.

Aber nö, seltsamerweise gibt es Pokemon Snap nur als Unikat für das N64 und damit hat es sich das auch schon. Angeblich wurde mal in einem Interview gesagt, man sähe den Sinn hinter einem weiteren Teil nicht, solange es keinen Grund für eine enorme Innovation des Konzeptes gäbe… aber das halte ich für eine sehr merkwürdige Aussage, wenn man mal bedenkt, dass die Pokemon-Franchise in allen ihren Subserien so ziemlich die Ausgeburt an Stagnation ist. Und ist Augmented Reality auf 3DS oder Smartphone a la Pokemon Go keine Innovation?

Das ist echt etwas schade, denn ich hatte schon eine launige Zeit mit Pokemon Snap, die paar Stunden, die das Durchspielen letztendlich nur eingenommen hat. Das ist sicherlich etwas dürftig gewesen, aber ein Sequel könnte eben hier etwas mehr Content schaffen, mehr Struktur hineinbringen, und ein Vollpreis-Spiel muss es ja sowieso nicht sein, sondern als Budget-Titel im e-Shop würde es sich sicherlich auch gut tun.

Letztendlich gibt es in Pokemon Snap 7 Strecken, die automatisch durchfahren werden, und wo eben wie bei einer Safari wilde Pokemon herumspringend, die fotografiert gehören. Auf die Fotos gibt es jeweils Punkte, was die nächsten Strecken freischaltet, sowie die helfenden Gegenstände, um noch bessere Fotos zu machen. Sobald man die Äpfel hat, um Pokemon anzulocken, kann beispielsweise aus dem Pikachu der ersten Strecke ein Surf-Pikachu gemacht werden, welches wesentlich mehr Punkte bringt. Das dort im hohen Gras sich versteckende Sichlor wird erst mit den Rauchbällen aus dem Gebüsch gelockt, um überhaupt fotografiert zu werden. Ebenfalls erst als fotografiert gilt das dortige Relaxo, wenn es mit der Pokeflöte aufgeweckt wurde. Den Abschluss macht ein Boost des Vehikels, damit man einige Pokemon, wie beispielsweise das Digda, erreichen kann, bevor es frühzeitig abtaucht.

Denn letztendlich ist Pokemon Snap schon etwas komplizierter, als es zunächst vermuten muss, da es doch sehr viele Geheimnisse gibt, wenn man wirklich alle 60+ Pokemon fotografiert und auch wirklich die besten Schnappschüsse gemacht haben will. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, die Umgebung mit den entsprechenden Gegenständen manipulieren, und die Pokemon dazu bringen, das zu tun, was man von ihnen will, ist nicht immer einfach, und benötigt ein wenig alles bestmöglich auszuprobieren, wobei es für vieles im Nachhinein visuelle oder akustische Hinweise gibt.

Die Punktevergabe richtet sich dabei hauptsächlich nach ein paar einfachen Regeln. Möglichst nahe am Pokemon sein, damit es bestenfalls das ganze Foto ausfüllt, ohne jedoch abgeschnitten zu werden. Das Pokemon in einer besonderen Pose oder Aktion zu erwischen gibt immer Bonus. Das Pokemon Center-Frame zu haben ist bevorzugt. Und wenn mehrere der gleichen Spezies auf dem Bild sind, gibt es einen weiteren Bonus. Von weit weg ein unmotiviert rumstehendes Pokemon von hinten zu fotografieren, wird wenige hundert Punkte bringen, alles richtig gemacht zu haben kann mehrere tausend davon einspielen.

Und das alles zum Selbstzweck? Jein. Pokemon Snap hat schon ein Endgame, nämlich sobald alle Strecken durch Punkte oder Umgebungsmanipulation freigeschaltet worden sind, gilt es in jeder eine besondere Landmarke zu fotografieren, um das allererste Geheimpokemon schlechthin, Mew, auf der Rainbow Road ablichten zu dürfen. Nach den Credits, die charmant vor den eigens gemachten Fotos ablaufen, geht es dann sozusagen allerdings doch endlos auf Score weiter. Ist also jedem selbst überlassen, ob er sich nach 3 oder 4 Stunden zur Ruhe setzt, oder Dutzende weitere damit verbringt, die eigenen Fotos immer weiter zu verbessern, bis von jedem Pokemon das ultimative Bild gemacht wurde. Ich kann durchaus verstehen, dass dies auch bei einigen zutrifft, ich selbst habe ja bei den Endless Oceans auch zig Stunden weitergespielt, nur um das weitere Unterwasserpanorama zu katalogisieren.

Wäre halt echt cool, wenn es doch mal ein Pokemon Snap 2 gäbe. Eines, welches ein wenig bessere Grafik und schönere Umgebung hat. Eines, welches entweder gleich komplett Open World und „mach mal dein eigenes Ding“ geht, oder doch etwas strukturierter ist wie Afrika auf PS3, wo es ganz bestimmte Foto-Aufträge zu erfüllen gilt. Und halt eines, welches mehr Abwechslung bietet, sowohl an Umgebung aber auch an den auffindbaren Pokemon. Charmant ist Pokemon Snap nämlich auf alle Fälle, aber eben auch ein wenig schwachbrüstig.

Animals in a Forest

ava-1882Vor einer Weile habe ich bereits mal in das erste Animal Crossing hineingeschaut. Das ist allerdings nicht wirklich die erste Inkarnation der Serie, wenn auch theoretisch immer noch das erste Spiel, da Doubutsu no Mori ungefähr vier Mal released wurde:

Die erste Version kam bereits im April 2001, ein halbes Jahr vor dem Release vom Gamecube, aufs japanische N64, wurde allerdings dadurch zurückgehalten, dass es auf ein Modul passen musste. Deswegen wahrscheinlich auch kurz darauf erneut als Doubutsu no Mori + auf dem GameCube portiert, um ein paar der Sachen einzufügen, die für die erste Version nicht möglich waren. Das kam dann als Animal Crossing in den Westen, ist allerdings nicht ganz identisch, weil ein paar Westernisierungen reingebracht wurden. Und jene Version kam dann noch mal um Kleinigkeiten erweitert als Doubutsu no Mori e+ zurück nach Japan. Das ist auch einer der Gründe, warum man bei den Versionen für den Cube die Disc entfernen kann, sobald das Dorf geladen wurde – durch die Modulbeschränkung des Originals gibt es gar nicht sonderlich viele Daten, die im Speicher bleiben müssen.

Also wie gesagt, die wahrhaft erste Version des ersten Spieles ist also jene fürs N64. Gespielt habe ich es dennoch nicht lang, sondern nur knapp eine Woche. Denn es ist etwas langweilig, immerhin ist sie eben doch fast identisch zur GameCube-Version, offeriert nur noch weniger. Zudem ist der Großteil des Spieles eben auch mit Fantranslation weiterhin in Japanisch, lediglich ein paar Standardfloskeln werden eingeenglischt. Der größte Unterschied ist natürlich das es kein Museum gibt. Daher ja auch die Notwendigkeit die Fossilien in der GC-Version erst an ein imaginäres Museum einer anderen Stadt zu schicken, um sie schätzen zu lassen, denn dies ist von hier übernommen, wo es kein eigenes gab. Insekten und Fische – davon je 32 nur im Spiel übrigens – werden also auch nur gefangen, um die Liste voll zu haben und sie zu verkaufen, einem Museum stiften und ansehen geht nicht. Auch schien mir Nook häufiger zu zu haben, ich glaub es lag wohl daran, dass er hier seinen Laden auch an dem Tag schließt, wenn er einem das Haus vergrößert hat.

Aber joa, wie gesagt, eigentlich gibt es nicht wirklich einen Grund hier herein zu schauen, wenn man eben auch die übersetzte GC-Version mit mehr Optionen ausprobieren könnte. Selbst wenn man die japanischen Versionen interessant findet, so wäre es da wahrscheinlich auch die zuletzt erhältlich gewesene Version e+, da die den meisten Content hat.

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