I’m not gonna buy Tomodachi Life, but for different reasons than you might think

ava-1584Ugh… wisst ihr was ich so richtig leid bin? Die Diskussion um Tomodachi Life. Seit einem halben Jahr gehen die fruchtlosen Auseinandersetzungen nun schon, und immer wenn ich aufatme, denkend der Shitstorm ist endlich weiter gezogen, bringt es jemand neues hervor. Irgendwann ist ja auch mal gut. Ich wollte den ganzen Mist eigentlich bestmöglich ignorieren, aber anscheinend ist das einfach nicht möglich. Aber wirklich, mir hängt die Sache mittlerweile genauso zum Halse raus, wie die Diskussionen, ob Videospiele Kunst sind, oder zwecks Sexismus gegenüber Frauen, beides Themen die anzusprechen sich mehr lohnen würde, wenn man sie nicht ganz so penetrant zu Tode wieder und wieder käuen würde, und wenn die meisten darin involvierten Gamer nicht eh Vollidioten wären, die schlau klingen wollen, aber häufig eben doch nur Blödsinn von sich geben.

Am Spiel an sich war ich eh nie interessiert. Tomodachi Life ist ein Lebenssimulation, aber eine ziemlich schräg aussehende. Von daher sollte es für mich sein, hmm? Da gibt es zwei Dinge, die mich aber maßgeblich abturnen. Erstens wäre da, dass Tomodachi Life Miis verwendet, und die sehen nun Mal absolut hässlich aus. Nein Danke, da spiele ich lieber Sims 3 oder Animal Crossing und kann jemand attraktiven/niedlichen erstellen, statt mit so einem ekligen Mii spielen zu müssen. Punkt Zwei wäre, dass man in das Spiel eh anscheinend nur rudimentär eingreifen kann, die Miis nach Einfügung in der Welt Großteils selbstständig zu agieren scheinen, basierend auf den gegebenen Parametern. Also wie Sims 3 auf komplett freien Willen gestellt und dann nur noch zugeschaut? Nope, kein Interesse.

Die Diskussion, der man sich ja nirgendwo zu entziehen scheint, hingegen ist eine andere: Ist Nintendo homophob? Denn Miis in Tomodachi Life können heiraten, aber nur heterosexuelle Ehen schließen. Das ist aber sicher nicht das große Problem, nein das Problem kam auf, weil es in der japanischen Version durch einen Bug möglich war, dass auch Homo-Ehen geschlossen werden, was aber den Gang aller Bugs gegangen ist – es wurde vor einem halben Jahr raus gepatcht. Ein Bug übrigens, der nur für importierte männliche Miis aus dem Vorgänger auftrat, also keine Lesben-Ehe unterstützte nicht in der westlichen Version möglich gewesen wäre. Und sofort stand das Internet in Flammen. Und dann wieder, als es für den Westen angekündigt wurde, und seither wird die Diskussion quasi im Wochentakt rausgeholt.

Das größte Problem an der Diskussion ist sicherlich, dass sich häufig beide Seiten mehr als nur dämlich anstellen und das Argument deswegen fast immer bereits nach ein paar Antworten extrem zu degenerieren beginnt (Idioten, die sich für schlau halten – im Internet? No waiz!). Wir haben die Seite, die Nintendo einfach mal pauschal homophob nennt, ohne auch nur anzuerkennen, dass dies ein Bug war, statt ein entferntes Feature. Und auf der anderen Seite natürlich die „Homos sind eklig“-Fraktion (Homophobe Gamer? Say it ain’t so!) die das in mehr oder weniger eloquente Worte fassen, Strohmann-Argumente und nicht vergleichbare Vergleiche anbringen, aber doch häufig genau auf das zurück kommen. Das Ganze hat Ausmaße angenommen, dass ich jedes mal innerlich aufstöhne und mit den Augen rolle, wenn ich irgendwo ein neues News-Thema zu Tomodachi Life, oder einen gebumpten Thread sehe.

Ich mein, es ist sicherlich sehr nett, dass sich über fehlende Gleichberechtigung in Spielen beschwert wird, dass Gaymer anscheinend doch einen starken Kern Befürworter haben, die sich für sie einsetzen, und ohne Vokalität ändert sich in der Welt natürlich auch nichts… aber ist es nicht irgendwann auch mal gut?

Ich persönlich sehe das so: Die Nicht-Inklusion in Tomodachi Life wundert mich ganz und gar nicht, da Homosexualität etwas ist, was in den meisten Spielen einfach nicht existiert, schon gar nicht in den sich an Kinder richtenden. Denn so sehr wir gerne propagieren, wie liberal und aufgeschlossen unsere heutige (Erste) Welt doch ist, so sind homosexuelle Ehen immer noch in den wenigsten Ländern erlaubt. Und das schließt Deutschland ein, wo homosexuelle Männer ja bis heute nicht mal erlaubt sind Blut zu spenden dank des HIV-Stigmatas der frühen 90er. Und unsere Gesellschaft sieht Homosexualität auch immer noch als etwas an, mit dem man Kinder nicht auseinander setzen darf, was die Wertung von Spielen wohl auf ein 12+/M setzen würde. Von daher gibt es meiner Meinung nach wesentlich wichtigere Baustellen, um so viel Energie auf den Kampf der Gleichberechtigung zu verbrauchen, nämlich die reale Welt, nicht irgendein dämliches Videospiel. Denn wenn Homosexualität so normal und anerkannt in unserer Ersten Welt wäre, wie das immer gerne dargestellt würde, dann stellt sich die Frage für Videospiel-Hersteller erst gar nicht, sondern es wäre ein No-Brainer die Option natürlich auch in der virtuellen Welt zu geben. Es spricht nichts dagegen, bei gegebenem Anlass mal zu erwähnen, dass mehr Repräsentation – gerade in Lebenssimulationen, wo man sich selbst als der Avatar verwirklichen soll – schön wäre, aber ganz so militant muss man bei so einem unwichtigem Thema wie Games nicht sein, sich überlegen wann und wie man seine Schlachten schlagen will.

Ich würde so weit gehen, dass die ganze Sache auch gar nicht mal einen Bruchteil so viel Aufmerksamkeit bekommen hätte, wenn es den Bug nie gegeben hätte, wenn Homo-Ehen von Anfang an einfach nicht möglich wären hätten die meisten sicher gar nicht dran gedacht, dass sie es sein müssten. Ganz so, wie ich selbst nie wirklich drüber nachgedacht habe, warum Animal Crossing oder Pokemon X/Y einem keine dunklen Hautfarben geben, weil es der Selbstentfaltung für mich als Kaukasier nicht im Wege steht.

Und gerade Nintendo homophob zu nennen ist genauso naiv und blauäugig, wie das Nintendo erwartet hatte, dies würde gar kein Aufsehen erregen. Nintendo ist eine japanische Firma. Japan ist ein sehr homogenes Land, in dem jeder von Kind auf darauf getrimmt wird, wie die Borg absolut gleich zu leben. Das Land hat weder einen großen Ausländeranteil, noch sieht es Gleichberechtigung (sowohl von Frauen wie Homosexuellen) mit der gleichen Strenge. Aller Boys Love/Yuri Populärkultur zum trotze, die als Fantasie von Hetero-Frauen für Hetero-Frauen existiert, nicht zuvorderst für Homosexuelle, steht man in Japan immer noch besser, wenn man als Homo sich nicht outet, es nicht in den Blickpunkt des sozialen Umfeldes stellt. Von daher überrascht es gar nicht, dass schlichtweg niemand im Team daran gedacht hat, dass dies eine Option ist, die das Spiel überhaupt bräuchte. Und ein Bug ist schlichtweg etwas, was gepatcht werden muss, weil es zu allen möglichen Fehlern führen kann. Nintendo Homophobie zu unterstellen ist also etwas übertrieben, die armen Tropfe wussten es einfach nicht besser und haben sich sicherlich nichts Bösartiges gedacht, sie kommen nur halt aus einer ganz anderen Kultur.

I’m not fond of Akitoshi Kawazu’s games, and here’s why

ava-1564Akitoshi Kawazu, für diejenigen, die japanische Namen schlecht auseinander halten können, ist einer der Leute bei SquareEnix – vielleicht einer der wenigen, die seit den 80ern dabei sind und sich noch nicht von der Firma losgesagt haben. Er ist derjenige hinter dem Design von Final Fantasy II, das er anschließend in die SaGa-Reihe eingeflochten hat. Aber auch andere umstrittene oder zumindest ungewöhnlichere Games gehen auf sein Konto, wie beispielsweise Treasure of Rudra, Legend of Mana, Crystal Chronicles oder The Last Remnant, nicht zu vergessen, dass er die Arbeiten an Final Fantasy XII übernommen hat, als der ebenfalls für ungewöhnliches Gameplay stehende Yasumi Mitsuno an seinem eigenen Perfektionismus scheiterte.

Gerade seine SaGa-Reihe hat ein gewisses Cult-Following sich erarbeitet, mehr so in Japan denn im Westen, ansonsten gäbe es keine 9 Spiele und 4 Remakes derjenigen, plus Abverkäufe die an die eine Mille grenzen. Hauptsächlich bei jenen, denen der traditionelle JRPG-Einheitsbrei zu langweilig wurde, und die tatsächlich mal nach Innovation im Genre suchten. Das kann ich durchaus nachvollziehen, denn Mut zum Anderssein hat Kawazu auf jeden Fall, manchmal mag man fast denken, er ändert Dinge schlichtweg nur aus dem Grund, damit sie anders sind als die Norm, egal wie eckig die Räder im Ergebnis werden.

Warum ich nicht so ein Fan davon bin ist, weil ich ein Casual Gamer bin. Ich mag meine „pick up and play“ Spiele, die ich eben einfach zu zocken beginne und die ziemlich selbsterklärend laufen, mich in ihre transparenten Mechaniken einführen. Ein Spiel mit einem überkomplexen und obtusen System ist für mich ein Abturner. Meine Schmerzgrenze ist damit erreicht, mir für 10 Minuten vorm Beginn eines Dungeon Crawlers anzusehen, was die nützlicheren Klassen sind, damit ich nicht erst 20 Stunden im Spiel merke, dass ich das schlechtest mögliche Team zusammengestellt habe. Wenn ich 2 Stunden im Spiel immer noch keine echte Ahnung davon habe, wie es gespielt werden will; wenn ich in einen Game-Mechanik-FAQ schaue, der überfordernd lang ist, und bei dem ich immer noch nur Bahnhof verstehe… bei solchen Sachen vergeht mir der Spaß sofort. Aus ähnlichen Gründen habe ich bis Heute nur die Anfänge von Valkyrie Profile oder Vagrant Story gespielt, es dann aber sein lassen.

Ich finde es einfach wenig spaßig, mich ewig lang in ein unnötig komplexes und unnötig kompliziert bis gar nicht erklärtes System zu friemeln. Und gerade Kawazus „Anders des Anderssein wegens“-Spielideen wirken für mich eben genau so. Sein Magnum Opus ist hier definitiv die SaGa-Serie. Spieler der Romancing SaGas hab ich beispielsweise nicht nur ein Mal sagen hören, dass sie mit verbessertem Verständnis des Gameplays von vorn beginnen mussten, weil sie sich in Punkte gespielt haben, die mit ihrer Teamentwicklung schlichtweg nicht zu schaffen sind. Und selbst Fans der Serie erwähnen gerne mal, dass Unlimited Saga unnötig unverständlich ist.

Und das ist eben auch ein weiteres Problem der Spiele für mich. Die Sache ist die, dass so einige dieser Spielmechaniken wegen ihrer speziellen Art echt einfach zu brechen sind, oder zumindest erscheinen. Anscheinend hat das Team um Kawazu dies bei den einfacheren Exploits auch bemerkt und statt etwas an der Mechanik an sich zu ändern, schlichtweg einfach Fallen eingebaut, die das aushebeln sollen. Dummerweise teilweise aber erst so spät im Spiel, dass ein Neustart erforderlich ist. Sicherlich kommt es dazu häufig eher in den früheren Spielen, als Richtlinien für gutes Game-Design noch nicht so etabliert waren, aber dennoch macht es die heutzutage nicht besser dadurch. Als Beispiel nehmen wir mal Final Fantasy II und Makai Toushi SaGa, zwei seiner frühesten Spiele (weil die einzig beiden, die ich durchgespielt bekommen habe).

In Makai Toushi SaGa kann man sein 4er-Team aus drei Rassen erstellten: Menschen, Mutanten und Monster. Alle drei haben unterschiedliche Aufbesserungsmechaniken: Menschen kaufen sich Upgrades, Mutanten sind mehr oder minder random am Kampfende a la FFII, Monster essen von anderen Monstern hinterlassenes Fleisch. Am einfachsten zu brechen ist der Spielbeginn mit Monstern, da das richtig gefressene Fleisch sie schnell nahe an Endgame-Monster bringen kann, und das noch in der ersten von vier Welten. Das haben die Entwickler scheinbar auch irgendwann gemerkt und das Endgame so designt, dass Monster quasi nutzlos sind. Die finalen Bosse wird man mit einem großteils aus Monstern bestehendem Team schlichtweg nicht schaffen. Die Moral von der Geschichte: Höchstens ein Monster ins Team nehmen, egal wie sehr sie zu Beginn wie die Game Breaker erscheinen.

Der große Tipp, um sich Final Fantasy II zu trivialisieren, der seit Zeiten der fanübersetzten NES-Version im Internet nicht totzukriegen ist, ist sich selbst den Schädel einzuschlagen. Ähnlich wie Mutanten in SaGa verbessern sich Statuswerte in FFII am Ende vom Kampf, allerdings hier etwas weniger zufällig erscheinend, sondern nach Gebrauch. Sich selbst zu prügeln bringt also viele HP mit sich. Per Swap-Spell die HP/MP mit einem Imp zu tauschen noch schnelleren Anstieg von den beiden Werten. Und plötzlich hat man ein Team von Charakteren mit einem Arsch voll HP und MP, die einfach durch das Spiel walzen können. Tja, viel Spaß im Endgame, wenn die Gegner mit jedem Schlag, der nicht daneben geht, prozentualen Schaden machen. 10% von Max-HP ist nämlich gleich viel, egal wie hoch die HP-Mauer ist, und wer sich auf jenen Exploit verlassen hat, dessen Evasion ist sicherlich nicht hoch genug, um sonderlich häufig Schlägen auszuweichen. Viel Spaß dabei das komplette Team nach jedem Kampf komplett heilen zu müssen.

Tim Rogers ist sicherlich genau so umstritten wie Kawazu, und ich falle eher auf die Seite, dass er meist ein nerviger Idiot mit unlesbarem Output ist, wenn er jedoch in seinem epischen Minsterl Song Writeup meint, er habe nie ein Spiel von Kawazu beendet bekommen, weil es entgegen dem anfänglichen Schein für ihn als unmöglich erschien, dann ist das ausnahmsweise eventuell kein Hyperbole.

Das ist schlichtweg schlechtes Game-Design. Ein Spiel „falsch“ spielen zu können ist eine Sache, offensichtlich große Exploit-Lücken eine andere, und wieder anders ist es, diese Lücken so halbherzig zu patchen, dass man erst im Endgame merkt, dass man die ganze Zeit „falsch“ gespielt hat. Kein Wunder das ich erst dann endlich die Motivation zum Durchspielen von Final Fantasy II aufbringen konnte, als mir jemand mal erklärt hat, was die vielen kleinen vom Spiel komplett unerklärten Mechaniken sind – wie es erwartet gespielt zu werden, ohne dies je zu visualisieren, ja einen sogar eher auf den falschen Pfad zu locken. Bis Heute kann ich Unlimited Saga nicht mehr als maximal zwei Stunden spielen, bevor ich aufgebe, weil ich wenig Ahnung davon habe, was ich da tue, wie meine Taten beeinflussen was dort auf dem Bildschirm geschieht, und in welche Richtung sich mein Charakter entwickeln sollte um nicht nutzlos zu werden.

Akitoshi Kawazu ist so ein wenig der Ed Wood das Gamedesigns: Vom Mainstream belächelt, Cult-Favorit der Hippster, und man wird sich nicht einig, ob er ein Genie seiner Zeit voraus ist, oder eben doch nur ein exzentrischer Blender bleibt. Mir persönlich sind seine Spiele zumindest zu viel Arbeit und zu wenig Spaß.

Pickled in

ava-1554e7 vom RPG-Sektor hat mich also für den Liebster Award nominiert, den ich vorher gar nicht kannte, weil ich bekanntlich Netzsozial unter einem Stein lebe. Wenn ich das richtig verstehe ist der ein Kettenbrief, nur mit mehr Arbeit dahinter, und der netten Nebeneigenschaft, dass durch das Weiterwerfen des Balles die Leser auf Blogs hingewiesen werden, die sie vielleicht noch gar nicht kannten. Dennoch bin ich natürlich erfreut darüber, dass e7 mich nannte, zumal ich auch recht weit oben in der Liste bin, statt am „scheiße, wen kann ich noch nennen, um elf zusammen zu bekommen“-Ende. Der indivudalisierte Kettenbrief-Teil an sich kommt in Form von elf Fragen, die man beantworten muss, um dann eigens erdachte an die nächsten in der Reihe weiter zu geben. Die Fragen an mich – und zehn weiter – wären da.

  • Was motiviert dich für das Betreiben einer eigenen Website?
  • Meine erste Seite war ganz unspektakulär, wie die der meisten denke ich mal, einfach aus Langeweile als Schüler zusammen gekommen, um in diesem aufregenden World Wide Web auch dabei zu sein. Ein Bastelhobby sozusagen. Darüber habe ich entdeckt, dass ich sogar sehr gerne meine Meinung über die Medien, die ich konsumiere, niederschreibe. Und da konnte ich sie auch genauso gut mit dem anonymen Weiten teilen, wer weiß vielleicht findet sich sogar ein Leser oder zwei. Ja, meine Motivation ist also, dass ich es einfach gern Schwarz auf Weiß habe, wie scheiße ich doch alles mit zunehmendem Alter finde.
  • Final Fantasy? Falls ja, welches am liebsten?
  • Schwere Frage, weil ich so einige davon vor zehn Jahren oder mehr zuletzt gezockt habe, auch wenn ich mich langsam mal wieder durch die Reihe durch wühlen will. Ich bin jetzt mal gar nicht cool und nenne keinen absoluten Spinoff-Außenseiter, sondern gehe tatsächlich davon aus, dass die beiden langweiligen Wahlen VI oder VII mein Favorit sind – müsste beide aber neu durchspielen, um sicher zu sein, denn in V hab ich mich im Nachhinein schon ein wenig verliebt.
  • Wie viele Star Wars Filme gibt es deiner Ansicht nach?
  • Cheeky Answer: 3. Echte Antwort: 3 gute, denn eigentlich bin ich keiner, der den einfachen Weg wählt, Sequels/Prequels/Midquels einfach zu ignorieren, nur weil sie ihm nicht gefallen. Wenn jemand mit seiner Serie scheiße baut, bin ich ihm nicht so entgegenkommend, das willentlich zu ignorieren, weil er vor 30 Jahren mal gute Filme gemacht hat, als andere Leute noch drüber geschaut haben und ihm sagten, welcher Einfall Mist ist und raus editiert gehört. Wartet, ging es hier um Star Wars oder Metal Gear Solid?
  • Castlevania: Lords of Shadows – Wiederbelebung oder Ende der Castlevania Reihe?
  • Nun, Wiederbelebung einer Franchise hat ja mehr mit Verkaufszahlen zu tun, denn mit Qualität. Soweit ich das halb mitbekommen habe, hat sich das erste LoS zwar gut verkauft, bei LoS2 muss sich das aber noch zeigen. Von daher kann man es wohl noch nicht zutreffend sagen. Was natürlich die eigentlich gemeinte, eigene Meinung angeht: Wayne. Da ich mit God of War und seinen spielerischen Klonen nichts anfangen kann, ist mir Lords of Shadow auch egal (die MoF-Demo war allerdings wenig überzeugend, dass die ein klassisches 2D-Castlevania hinbekommen würden). Ob Castlevania nun eingeht, als God of Vania weiter lebt, oder zu jemand neuen geht, der wieder was anderes versucht… ich find die Metroidvanias zwar ganz cool, scher mich aber nicht genug um die Serie an sich, als das mich das wirklich viel interessiert. Ich stänkere nur gern von der Seitenlinie aus mit.
  • Wie old school bist du? Angabe bitte in maximal verfügbarem RAM von allen heimischen PCs, Handhelds oder Konsolen.
  • Als Casual Gamer bin ich hier eindeutig überfragt.
  • Was hat Facebook bloß mit Oculus-Rift vor?
  • Die Welherrschaft natürlich. Über den Weg von interaktivem Porn, der Grund aus dem das Internet überhaupt besteht.
  • Welches Web war/ist besser, 1.0 oder 2.0?
  • Web 2.0 natürlich, ich bekäme Entzugserscheinungen, wenn ich nicht wüsste, immer nur einen Klick von mindestens 3 Tumblr entfernt zu sein, deren einziges Thema Chris Evans Knackarsch ist.
  • Bis zu welchem Alter ist es noch angemessen, Dragonball und/oder Sailor Moon zu gucken?
  • Dragonball sollte man sich zu keinem Alter antun müssen, aber Sailor Moon geht immer.
  • Hast du mal ein Projekt bei Kickstarter unterstützt? Falls ja, welches?
  • Nope, wer nicht bereit ist, seine finanzielle Existenz für sein Traumprojekt aufs Spiel zu setzen, der muss auch gar nicht bei mir nach Geld fragen kommen.
  • Was wird deiner Ansicht nach das nächste große Ding?
  • Der Kingdom Tower in Jeddah soll ziemlich groß werden.
  • Wenn du einen Film, eine Serie oder ein Spiel in ein schwarzes Loch werfen dürftest, welches wäre es?
  • Slender.

So, nun müsste ich eigentlich die Liebe teilen und 11 Fragen an 11 Blogs meiner Wahl stellen. Da ich keine liebende Person bin, tu ich das natürlich nicht. Abgesehen davon, dass bei den paar Blogs, die ich besuche, minus die englischen, minus die von e7 schon selbst genannten, glaub ich nur noch WorlofLucas über bleiben würde, der vor 2016 eh nicht mit 11 Fragen am Stück fertig wäre ;P

Gamer Notions I Find Disagreeable

ava-1470Drei Dinge, die mich immer wieder die Augen rollen lassen, und mit denen ich persönlich nicht kongruent laufe, die aber besonders in modernen Gamergenerationen immer gern wiederholt werden, wären (die meisten haben hier und dort bereits Erwähnung gefunden, Hardcore-Langzeit-Allesleser werden also manches schon kommen sehen):

„Kurze Spielzeit“. Wann ist es eigentlich passiert, dass jedes Spiel unter 30 Spielstunden zu kurz ist? Jedes RPG 100 Spielstunden aufweisen muss, sonst ist’s sein Geld nicht wert? Man sollte meinen, dass dies eher umgekehrt der Fall ist, Gaming besteht seit einer immer längeren Zeit, was auch bedeutet, dass die Gamer-Demographie altert. Mit dem Erwachsenwerden einher geht für viele zwei Dinge: Ein eigenes Einkommen, weswegen sich eh mehr Spiele geleistet werden kann, statt eines alles halbe Jahr vom Taschengeld abzustottern (nicht zu vergessen, dass dank Steam und Co. Spiele noch nie so einfach so billig zu haben waren), dafür aber ein bedächtiges schrumpfen der Freizeit, jene auch zu spielen. Man sollte also meinen, dass kurze und knackige Spiele beliebter werden, statt 200-Stunden-Brocken, an denen man ein ganzes Jahr sitzt. Grundsätzlich finde ich Spielzeit ja irrelevant. Wenn mich Ys III oder ein Metroidvania für 7-10 Stunden top unterhalten hat, ist das gut – wenn ich die vollen 80 Stunden Persona 3 oder 4 auch meinen Spaß hatte, genauso. Jedoch muss ich sagen, dass viele längere Spiele – gerade RPGs – häufig nicht gut gefüllt sind, sondern nur enorme Probleme in Sachen Pacing mit sich bringen. Einen Großteil der RPGs, die mir tatsächlich 50+ Stunden abverlangt haben, fand ich nämlich beispielsweise überstrapaziert und hätte dort gern gut 10 Stunden und mehr an Fett aus dem Fleisch geschnitten gesehen. Es gibt sogar reichlich Spiele(-Genre), die kürzer besser sind, viele simple Platformer sind beispielsweise nur in kondensierter Spielzeit wirklich spaßig statt monoton zu werden, und Survival Horror verliert häufig eben an Atmosphäre, dichter Handlung und Schrecken, wenn sie überstrapaziert werden (weswegen die meisten ja auch 5-10 Stunden und nicht länger sind). Häufig kommt hier auch die rosarote „Früher war alles besser“-Brille zum Zug, und lasst euch das mal sagen, früher waren die Spiele auch häufig nicht länger, einen Großteil der 8bit-Bibliothek kann man in wenigen Stunden meistern, wenn man weiß, was zu tun ist, und die meisten hochgelobten 16bit-RPGs sind auch Angelegenheiten von 20 Stunden.

„Wo bleibt die Innovation“. Es geht mir echt auf den Zeiger, dass anscheinend jedes Spiel, jeder Genre- ja sogar Serieneintrag anscheinend das Rad permanent neu erfinden muss, um wertig zu sein. Gerne auch angebracht, um Nintendo über die beiden Konkurrenten zu stellen, weil nämlich trotz ewig gleichem Pikmin, Pokemon, Animal Crossing oder 2(.5)D Marios sich eisern hält, die wären innovativ (selbst das komplett Inovationsbankrotte Twilight Princess konnte daran nichts rütteln). Aber unkritisches Nintendo-Fanboytum ist eh ein Rant für eine andere (besser nie kommende) Zeit. Die Sache ist die, dass ich durchaus verstehe, dass immer das gleiche Spiel vorgesetzt zu bekommen, besonders wenn es im Jahresrhythmus ist (hallo Assassin’s Creed), durchaus langweilig werden kann, selbst wenn man die Serie ursprünglich mochte. Sicher mag ich zwischenzeitlich auch Pokemon oder Metroidvania mal leid geworden sein, aber dann warte ich eben mal eine Weile, bis mich diese gewisse Gaming-Stelle wieder juckt. Und mal ehrlich, wie viele Spielereihen gibt es schon, bei denen sich in kürzeren Zeit wirklich viel ändert? Und wie viel muss eine neue IP wirklich einem eingesessenen Genre bringen, statt einfach nur auf dem gut geölten Rad zu fahren? Wie viel ist dort überhaupt möglich (mal den Gedankengang übergehend, dass eh schon alles mal dagewesen war und nur noch subtil variiert werden kann, der sich sowieso mehr ans Storytelling richtet, und Videospiele sind bekanntlich im Gegensatz zum Medium Film oder Buch mehr denn nur diese Komponente)? Hier rein spielt natürlich auch das beliebte „das ist nur eine Kopie von“ (müssen Alundra und Darksiders das Zelda-Rad wirklich neu erfinden, reicht es nicht, dass sie die gleiche Sache bereits besser machen?). Auch über den Tellerrand schauen zu können mag wichtig sein, aber es gibt eben nur so viele Möglichkeiten etwas anzugehen. Und vor allem, Änderung nur wegen dem Anderssein wegen führt teilweise zu gar nicht runden Rädern. Zumal viele besonders beliebte Serien eben genau das abliefern: Ewig gleiches Video Game Comfort Food, bei dem man gleich weiß, woran man ist, und das man es mögen wird. Pokemon verkauft sich wie geschnitten Brot und ist seit Blau/Rot/Grün essentiell wirklich das exakt gleiche Spiel geblieben. Tales hatte in den letzten Jahren einen enormen Popularitätsboom, aber soweit ich das mitbekomme, nutzt die Serie auch immer gleiche Storyklischees und Charakterstereotypen und nur wenig verändertes Kampfsystem. Harvest Moon kauf ich mir, weil ich genau das erwarte, was Harvest Moon zu bieten hat. Einige von Japans bestverkaufenden Serien – neben natürlich Pokemon beispielsweise auch Monster Hunter, Dynasty Warriors oder Dragon Quest – sind oder waren lange Zeit über immer die gleiche Schoße. „Innovation“ ist natürlich auch eine schön prätentiöse Art und Weise, wie man auf „mindere“ Spielerschaften wie jene von First Person Shooter und Sportspielen herabsehen kann, als ob man viel am Prinzip einer Fußballsimulation ändern könnte.

„Grafik ist unwichtig“. Eine weitere Aussage, die hauptsächlich genutzt zu werden scheint, um sich besser und intelligenter zu fühlen, denn die ungewaschenen Massen, denen es nur auf die geilste Optik in ihren CoDs geht. Grafik ist tatsächlich natürlich nicht alles. Wenn das Gameplay besonders launig oder die Handlung besonders packend ist, dann zieht einen das natürlich auch durchs kotzhässlichste Spiel. Aber ein optisch ansprechendes Erlebnis kann ein Spiel eben doch um so vieles runder machen. Der Style, der einem Persona 3 oder 4 aus allen Poren kommt, macht die Spiele umso launiger. Ein Dragon Quest VIII wäre ein überraschend barebones Eintrag in die Reihe, wenn er nicht so verdammt geil aussehen würde. Die Grafik von Okami ist einer der Gründe, warum es so besonders ist, und Shadow of the Colossus würde anders auch nicht so gut funktionieren. Zurück zu Pokemon Gelb gehend bin ich wirklich froh, dass die Serie nicht mehr 8bit ist. Was bin ich froh, dass ich Dragon Quest III oder IV nicht in der Augenkrebs-Optik des Originals zu spielen habe. Übrigens, auch zu 2D-Zeiten haben Leute schon Grafikvergleiche herbeigezogen, tut also mal nicht so, als wäre das eine neue Sache. Videospiele sind eben auch ein audiovisuelles Medium. So sehr man die Nase unter der Hipster-Brille kraus ziehen mag, dass man keinen Wert auf Grafik legt, ist es nicht viel spaßiger ein Skyward Sword zu erkunden, statt durch das ausgewaschen-kackbraune Twilight Princess zu stapfen? Und übrigens gehört dazu mehr Pferdestärken in einer Konsole haben zu wollen eben nicht immer, dass man jede Pore im Gesicht eines Charakters zählen können will, sondern eine besser Performance in Sachen dauerhaft 60FPS, bessere Draw Distance, und mehr Feinde onscreen bedeuten kann, was in manchen Genres durchaus auch nicht unwichtig ist.

Das ist nicht alles, was mich immer mal wieder von der falschen Seite piekt. Ich bin die „Videospiele sind Kunst!“-Diskussion beispielsweise vor gefühlten 30 Jahren bereits leid geworden, kein Fan des hochnäsigen „Indies sind intellektueller, liebevoller und wertiger, als kommerzielle Produkte“ Mindsets, find die ewigen „Europa bekommt keine Spiele, und wenn dann drei Jahre zu spät“ Rufe genauso überholt wie die bereits angesprochenen „Früher war alles besser“ Rosarotbrille (viele davon sind nämlich doch schlecht gealtert oder man war halt jung und wusste es nicht besser). Oder natürlich auch „Reviews sind nichts wert, man muss sich eine eigene Meinung bilden“ (so du hast also unbegrenzt Zeit und Geld in deinem Leben, alles ausprobieren zu können, was dir vage gefallen könnte?). Aber die drei obigen sind die Sachen, die am meisten aufzutauchen scheinen, und die mich am schrägsten reiben. Das natürlich alles von einer ganz persönlichen, subjektiven Sichtweise gemeint, weil Blog und so, duh. Peace out v(。-_-。)v