My Bloody Valentine (2009)

ava-1766Mon dieu, mon cher, da habe ich doch tatsächlich im letzten Jahr ganz vergessen zum Valentinstag einen thematisch passenden Horrorfilm zu bloggen. Und das, wo doch der Mainstream mittlerweile dem gleich tut, immerhin ist dieses Jahr pünktlich zum Valentinstag mit Fifty Shades of Grey ein Horror über eine dysfunktionale Beziehung zweier absoluter Psychopathen ins Kino gekommen.

Ok, in einer Minenarbeiterkleinstadt kommt es am Valentinstag zu einem Unfall, weswegen Harry Warden und seine fünf Kollegen in einem Schacht eingesperrt werden. Keine besonders glückliche Lage, Harry bringt die anderen um, damit sie ihm den Sauerstoff nicht weg atmen, liegt bei der Bergung später dennoch bereits im Koma. Ein Jahr darauf wacht er auf und crasht eine Party von im Minenschacht feiernder Jugendlicher.

So weit, so My Bloody Valentine mit kleinen Änderungen in den Details. Das hier waren allerdings nur die ersten knapp 20 Minuten des Filmes. Danach springen wir 10 Jahre in die Zukunft. Tom Hanniger ist zurück in der Stadt, er hat die Mine von seinem Vater geerbt, ist außerdem für den Unfall verantwortlich gewesen, und hat seine damalige Freundin zurückgelassen, die nun mit seinem damaligen Rivalen und jetzigen Sheriff verheiratet ist. Offiziell ist er hier um die Mine zu verkaufen, was die dortigen Arbeiter natürlich nicht gern sehen. Und Wunder oh Wunder, es fängt wieder jemand im Arbeiteroutfit an Leute mit einer Spitzhacke umzubringen, und deren Herzen in Valentinstags-Boxen zu legen.

Während der Beginn also quasi der rasante Schnelldurchlauf ähnlicher Ereignisse wie vom 1981er Original war, geht der Film anschließend eher in einen neuen Film, der lediglich von jenem inspiriert ist was das Setting und den Killer angeht. Und natürlich die Dreiecksbeziehung ist zurück, hier wird allerdings wesentlich mehr draus gemacht. Die Rolle von Tom übernimmt übrigens Jensen Ackles, der Supernatural-Co-Star von Jared Padalecki, welcher im selben Jahr ebenfalls in einem Slasher-Remake zu sehen war, Friday the 13th, welcher letztendlich auch mehr als nur ein Remake des ersten Eintrags jener Franchise darstellte.

My Bloody Valentine ist dabei ziemlich modern wie ziemlich altmodisch. Altmodisch hauptsächlich in der Optik, vielleicht vom 3D mal abgesehen, wobei das gab es ja auch bereits in den 80ern mal. Was ich meine ist, dass der Film doch ziemlich freizügig mit den Schauwerten umgeht, ganz besonders im furios-rasanten Beginn. Die Polizei findet das komplette Krankenhaus nach Harrys Erwachen dahingemeuchelt vor, die Spitzhacke wird im späteren Filmverlauf durch so einige Brustkörbe und Schädel gejagd, mal beim Auge, Kiefer oder Hinterkopf herauskommend. Alles mit vergleichsweise wenig CG-Arbeit und gutem Anteil an Prothesen und Kunstblut. Selbst die obligatorische Nackedei-Szene wird für alles gemolken, was sie hergibt, bietet die Schauspielerin in full frontal nudity für gut 5 Minuten oder mehr vor dem Killer fliehend.

Modern ist das Ding hauptsächlich nach dem Einstieg, wenn der Film doch etwas an Schwung verliert, in die 10 Jahre später springt. Denn es ist dann eben doch kein einfacher, geradliniger Slasher, sondern ein „Wer ist hinter der Maske“ Ding, bei dem man raten soll, ob es nun wirklich Harry ist, oder vielleicht Tom, oder vielleicht doch der Sheriff. Es wird etwas damit gespielt, dass wir das Klischee des unbesiegbaren und immer wieder auferstehenden Killers gewohnt sind, sowie was wir gezeigt bekommen zu glauben, statt den unreliable Narrator zu verdächtigen. Dennoch war die Auflösung an sich ziemlich dämlich. Bis dahin ist aber eigentlich auch My Bloody Valentine (2009) eine recht nette Slasher-Gaudi. Kein Highlight, aber doch unterhaltend – wie der Gros des Genres also.

valentine2009