GameGearing: Global Gladiators

ava-1950Mit Mick & Mack: Global Gadiators kommen wir zurück zu einer Kindheitserinnerung von mir. Denn ich erinnere mich daran, dieses Spiel bei einem Freund auf dem Mega Drive gesehen zu haben, welches mir so gefiel, dass ich damals die Version für mein Master System bekam, und davon echt im Vergleich enttäuscht war.

Interessant hierbei ist, dass die MD-Version von David Perry, dem Earthworm-Jim-Typen, programmiert ist und auf der Engine für Disney’s Aladdin fürs Mega Drive basiert. Die Portierungen runter zum Amiga, Master System und Game Gear hingegen scheinen alle exklusiv für den europäischen Markt gemacht worden zu sein, während welche für Game Boy und SNES nie das offizielle Licht der Welt erblickten.

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Das Spiel ist übrigens an eine Lizenz gebunden, nämlich Mc Donalds, wenn auch nur eher oberflächlich. Zum Start sitzen Mick und Mack in einem MacDoof und creepy Mc Mascot kommt rein, nimmt einen der beiden auf ein „Abenteuer“ mit, bei dem viel mit klebriger Flüssigkeit gespritzt wird und Clownface McCreepster einen an der „Ziellinie“ erwartet, und gegen Ende sitzt man wie aus einem Fiebertrauma erwacht wieder im Schnellfressladen. Eine andere Ziellinie, Opening und Ending ändern und die einzusammelnden Ms mit Ringen oder Münzen ersetzt, und dies hätte schon keinen Bezug mehr mit dem Goldenen M. Dennoch, Kapitalismus ho!, passend zur Weihnachtszeit.

Überraschend scheint das Spiel auch eine Umweltbotschaft zu enthalten, wobei so überraschend vielleicht auch nicht, immerhin sind wir in den frühen 90ern und da hatten 95% aller Kinderunterhaltung entweder einer Umwelt- oder Antiraucher/drogenbotschaft. Denn wir kämpfen hier mit einer schleimgefüllten Wasserpistole gegen Schleimmonster im ersten Level und sonstigem Abfall in der Stadt im dritten, und wenn man in die Bonuslevel kommt, darf man McD-Abfall recyceln. Wo da wiederum reinpasst, dass wir im Wald der zweiten Welt und im Eis der vierten Welt gewöhnliches Wildleben ermorden, ist dann wieder mal dahingestellt.

Jede dieser vier Welten besteht dabei übrigens aus 3 Leveln, also 12 insgesamt für Schnellrechner, und der Action-Platformer baut darauf auf, dass eine gewisse Anzahl an Ms gesammelt werden muss, damit CreepsterClown einen ins nächste weiter lässt. Hat man genug Bonus-Ms geholt, in der Regel 10 mehr als fürs reine Weiterkommen nötig, darf eben jenes Bonuslevel gespielt werden. All das für einen Score, wirklich, denn eine echte Geschichte gibt es nicht, auch keine Bosse, sondern nur der Kampf gegen Zeit die Ms zu sammeln.

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Spielen tut es sich allerdings nicht so nett. M&M:GG ist ziemlich überanimiert um ehrlich zu sein. Der gesteuerte Charakter baut ziemlich schnell Momentum auf, und schliddert entsprechend nach, außerdem hat das Spritzen mit der Wasserpistole eine gewisse Flugverzögerung und kommt in einem leichten Bogen heraus. Das macht es überraschend schwer die Gegner zu treffen, bevor die es bei einem schaffen bzw. man schlichtweg mit ihnen kollidiert. Man kann zwar per Steuerkreuz auch etwas die Bildschirmsicht verschieben und den Strahl der Schleimpistole manipulieren, aber so ganz richtig fühlt sich das nie an. Ich denke hier kommt der Version auch schlichtweg mal wieder der kleine Screen in den Weg, gebündelt mit den großen Sprites. Zusammen mit dem Momentum und der seltsamen Sprungweite ist das Spiel einfach nicht für so wenig Screen Real Estate gemacht. Viele Spiele auf dem Game Gear scheinen tatsächlich mehr darum bedacht die grafische Leistung in den Vordergrund zu stellen, statt zuvorderst auf die Spielbarkeit zu achten.