Mewtwo! I Am Here & The Terrifying Mirage Pokemon

ava-2104aZwei weitere Specials können wir noch beackern, dann haben wir alles in Über-Normal-Folgen-Länge abgearbeitet. Denn Pokemon Origins gab es bereits vor geraumer Weile (und genau genommen ist das eine 4-teilige Miniserie und kein durchgängiger Film). Den Anfang macht das allererste solche Langfassungs-Special Mewtwo! I Am Here! aus 2000. Das ist der Fernsehfilm, der ein direktes Sequel zum allerersten Kinofilm darstellt, und im Westen auch direkt auf DVD vermarktet wurde.

Startet dann auch mit ein paar Minuten Recap-Szenen aus besagtem Film, deutlich abgesetzt da immer noch in 16:9 im Gegensatz zum Haupt-Fernsehfilm in 4:3. Nur das es keine Narration zu den fast beliebig gewählt zu scheinenden Szenen gibt, weswegen derjenige, der den ersten Kinofilm nicht geschaut hat, keine Ahnung hat, was er da sieht und geschieht. Immerhin hat man die blöde Zum-Leben-Heulerei rausgelassen.

Und natürlich laufen Satoshi, Kasumi, Takeshi und unser reguläres Team Rocket aus Musashi, Koshiro und Nyarth direkt Mewtwo erneut über den Weg, der jetzt mit seinen Klon-Pokemon irgendwo auf einer Insel chillt und pseudo-philosophischen Mist vor sich hin labert, statt wirklich was zu tun.

Da sind seine Klon-Pokemon schon seltsamerweise viel aggressiver, dafür das die es im ersten Film eigentlich nur durch seine Fremdsteuerung waren. Oder auch nicht. Je nach Szene. Das Klonkatchu beispielsweise meint zu Mewtwo das Pokemon, auch geklonte, in die Außenwelt bei die Menschen gehören, sobald unser Trupp an Menschen und Nicht-Klonen auf der Insel eintrifft, schreit er allerdings Krieg und Mord, nur um anschließend mit Nyarth und Pikatchu zusammen zu arbeiten. Schon etwas schizo.

Jedenfalls will Rocket-Häuptling Sasaki immer noch Mewtwo kontrollieren und kommt deswegen mit seiner Armee vorbei, nimmt die Klonmons als Geiseln. Mewtwo vergisst, dass er mächtig genug ist, um seinen ihm direkt gegenüberstehenden Erpressern via Psychokinese den Kopf explodieren zu lassen, das Gedächtnis zu löschen plus sie weit weg zu warpen, oder einen Berg auf sie zu platzieren, sondern lässt sich fangen. Aber na ja, so kann er halt ein wenig verletzt werden, so dass Satoshi ihn mit dem reinen Wasser der nahen Quelle, über die die Charaktere den ganzen Film über zu labern nicht aufhören wollen, wieder heilen kann, bevor er wirklich Team Rocket weg beamt und deren Gedächtnis löscht. Und alle lernen die Lektion, die sie eigentlich am Ende des ersten Kinofilms bereits gelernt haben sollten.

Das war es auch schon mit Mewtwo! I Am Here! ein recht simples Konstrukt, das viel Zeit an Gelaber über Wasserquellen und Mewtwos Monologe darüber, ob auch Klone einen Platz in der Welt hätten, verschwendet. Dafür ein sehr launiges Team Rocket und eine nett-schnippische Kasumi, die man so aus den Filmen gar nicht mehr richtig kennen mag.

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Mit The Terrifying Mirage Pokemon gelangen wir zu einem weiteren Special mit Mewtwo und eines zum 10-jährigen Bestehen der Franchise. Welches sogar im Westen vor Japan ausgestrahlt wurde. Im Gegensatz zu den anderen Fernsehfilmen ist es auch relativ kurz geraten, mit 45 Minuten knapp von doppelter Folgenlänge statt die Stundenmarke zu durchbrechen.

Jedenfalls ist Satoshi mit seinem Trupp – er hat hier neben Takeshi die beiden Nerv-Geschwister Haruka und (ugh) Mastao dabei -, sowie Professor Oak und Kasumi von einem anderen Prof eingeladen, um Freundschaftskämpfe gegen dessen Mirage-Pokemon zu machen. In seinem Labor, welches aussieht wie ein Schloss, was natürlich total vertrauenswürdig ist, der Dr. Yung ist garantiert kein Fiesling.

Mirage-Pokemon sind übrigens im Prinzip Cheats, denn das sind nur virtuelle Versionen statt echte Viecher, von daher kann man nicht nur nach Belieben jedes Legendary beschwören, sondern auch mal locker flockig jeden Typus geben oder jede mögliche Attacke draufziehen, so dass das Vieh im Prinzip komplett unantastbar wird. Sofern man die Daten hat. Und die will das Phantom der Oper für Arme, Mister Mirage, von Professor Oak haben, um das ultimative Pokemon zu beschwören. Denn ganz logischerweise bedeutet ein Zutritt zu Oaks Database auch, dass er darüber auf alle Pokemon-Forschungseinrichtungen und Poke-Center der Welt zugreifen kann. Macht Sinn. Stellt sich jedenfalls raus das perfekte Pokemon ist ein Mirage-Mewtwo, weil hier gab es Arceus wohl noch nicht.

Aber Oak ist ja nicht auf den Kopf gefallen, sondern macht den unglaublichen Logiksprung, dass die Tatsache, dass der maskierte Mr. Mirage Mew als Fehlexperiment bezeichnet, was Dr. Yung nie machen würde wenn er ein guter Professor wäre, bedeutet das Dr. Yung hinter der Maske stecken würde. Häh? Na ja, Mew besiegt Mewtwo, Yung verschwindet, und der Film endet mit einem to be continued, ist aber im Prinzip auch ganz brauchbar so abgeschlossen.

Eh, war jetzt nicht so der Renner, aber mit 45 Minuten immerhin überschaubar und schnell rum. Netterweise war der Film schlau genug, Masato für weite Teile aus der Handlung zu entfernen, außerdem ist Satoshi mal nicht der Allesretter-Jesus sondern Mew macht das so ziemlich im Alleingang. So wirklich spannend war das Ding allerdings auch nicht, obwohl eigentlich viel gekämpft wird. Liegt vielleicht auch daran, dass das Budget non-existent war und ich noch kein Stück animiertes Pokemon zu sehen bekommen habe, welches so billig und schlecht gezeichnet ausschaut. Da hilft es auch nicht in jeder zweiten Szene Dutch Angles zu nutzen, um Spannung zu suggerieren, die einfach nicht existiert.

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