Masters of Horror 211-213

Kommen wir als zu einem Ende der zweiten und letzten Staffel der Masters of Horror. Zumindest unter diesem Namen.

Den Start macht The Black Cat, basierend auf einer Kurzgeschichte von Edgar A. Poe… vermischt mit dessen Biographie. Wir gelangen nicht gerade in den besten Lebensabschnitt, den man haben kann. Poe hat eine Schreibblockade, ein Alkoholproblem und seine Frau ist tödlich krank. Die schwarze Katze, die sie sich halten, fängt zudem an, sich seltsam zu benehmen. Oder ist es doch Poe, der merkwürdige Verhaltensmuster an den Tag legt und anfängt, in den Wahnsinn abzurutschen?

Eine der besseren Episoden der Staffel, manchmal eventuell etwas langsam, aber gerade die erste Hälfte und das Finale haben mir gefallen. Fängt auch schon schön stimmig an mit Illustrationen zu Poe-Geschichte. Schade das die restliche Optik der Episode langweiliger ist, zumindest ich mag den ausgewaschenen, fast monochromen Look, den auch schon Haeckel’s Tale hatte, nicht so sonderlich. Ansonsten, typische Poe-Handlung über einen Mann, der dem Wahnsinn verfällt, nie wirklich klar, was davon jetzt überhaupt wirklich passiert ist, was er sich nur einbildet und was eine Mischung aus beidem ist. Besonders das quasi Happy End… ob dies wirklich stattfindet, das davor Wahnsinn war, oder ob doch das davor echt war und er sich am Ende in den Wahnsinn geflüchtet hat (tendenziell natürlich letzteres).

Zu verdanken haben wir den Serieneintrag übrigens Stuart Gordon, der auch bei Re-Animator und H.P. Lovecraft’s Dreams in the Witch House der ersten Staffel auf dem Regiestuhl saß.

Mike, seine Frau, und deren super ängstliche Tochter machen einen Trip zum Haus der Großmutter, da sie deren Beerdigung beiwohnen wollen. Auf jener treffen sie einen Haufen schrulliger, alter Leute, die eine fast eklige Vorliebe für alle fleischliche Nahrung haben. Beim Aufräumen des alten Hauses macht Mike zudem eine interessante Entdeckung: In einem Brief, der möglicherweise vom Gründer der Nation, Washington himself, stammen könnte, lässt jener sich darüber aus, wie lecker doch kleine Kinder schmecken.

Mit The Washingtonians flattert uns eine bitterböse schwarzhumorige Episode ins Haus inklusive einiger schrulliger Charaktere und auch ein paar recht ekligen Fressszenen gegen Ende. Eine runde Sache also sollte man meinen, schräges Konzept grundsolide umgesetzt. Und das ausnahmsweise wieder von einem der wenigen neuen Gesichtern in der Staffel, Peter Medak, auf dessen Konto auch Species II, die TV-Miniserie basierend auf Anne Rices The Feast of All Saints sowie Folgen für House und Breaking Bad gehen.

Auch in der zweiten Staffel stammt die finale Episode von einem Japaner. Nein, Miike ist nicht zurückgekehrt, diesmal durfte Norio Tsuruta ran, der auch für Ring 0 verantwortlich ist. Genau wie jener basiert auch Dream Cruise übrigens auf einer Kurzgeschichte von Koji Suzuki (von dem auch Dark Water sowie natürlich Ring, Spiral und Loop sind). Außerdem hat man sich auch hier einen Marketing-Gag ausgedacht: Dream Cruise wurde als Feature Length von 90 Minuten gedreht, obwohl die Folgen ja nur einen Ein-Stunden-Slot füllen. Für die TV-Ausstrahlung hat man ihn dann auch entsprechend runter gekürzt, damit man dann mit einer längeren Uncut-DVD werben konnte.

Jack ist Anwalt und lebt in Tokyo, sein größter Klient ist Eiji, der ihn auf einen Bootstrip einlädt. Jack lässt sich überreden, obwohl er und Eijis Frau Yuri eine gemeinsame Vergangenheit haben, die der eifersüchtige Ehemann sicherlich nicht toll finden würde, und er seit sein Bruder ertrunken ist auch eigentlich eine Phobie vor dem Meer hat. Tja, Eiji verhält sich immer seltsamer den beiden gegenüber und Geistererscheinungen gibt es obendrein auch noch.

Hmm… Dream Cruise ist eigentlich ein solide gemachtes Ding, aber auch furchtbar unoriginell. Halt die typische Supsens-JHorror-Sache. Ein paar kalkige Geister hier, Haare im Wasser dort, ein paar Flashbacks dahingehend, warum der Geist Rache will. Das Übliche halt. Zudem gibt es ähnlich Imprint einen hölzern spielenden Amerikaner unter Japanern, die deutlich ihre Probleme mit dem Englisch haben. Immerhin geht die Folge relativ zügig voran, auch wenn sei manchmal gar etwas verwirrend sprunghaft erscheint. Beides gemünzt auf die 60-minütige TV-Serien. Ich hatte nicht wirklich den Sinn danach, extra den 90-Minüter aufzutreiben, vor allem nachdem etwas Recherche zum Vorschein brachte, das jener ziemlich viele Längen haben soll, also hauptsächlich nicht sonderlich interessantes Gesprächs-Füllmaterial hinzufügen soll. Die TV-Fassung ist zumindest nett kompakt und erlaubt sich keine allzu große Langeweile, aber vielleicht mal abgesehen vom unfreiwillig komischen Kampf mit dem abgetrennten Arm auch keine großen Sprünge.

Und somit endet Masters of Horror. Für die zweite Staffel konnte ich mich insgesamt nicht ganz so sehr begeistern, wie noch für die erste. Allerdings ist es ein qualitativ ebenmäßigeres Produkt, hat zwar auch bessere und schlechteres Folgen, aber eben keine, die an die besten, jedoch auch keine, die an die schlechtesten der ersten Staffel heran reichen. Wobei es mir immer mal wieder so vor kam, dass sich die Macher eventuell wegen des 60-Minuten-Limits etwas zu sehr selbst eingeschränkt hatten, die Konzepte eher für knackigere 30 Minuten geeignet gewesen wären und die Stunde so nicht ganz optimal gefüllt war. Recht solide sind immerhin die meisten, somit auch diese Staffel hier durchaus sehenswert. Mal sehen, wie Fear itself, der Semi-Nachfolger, so ist.

Masters of Horror 207-210

Um eine Parasitenfliege loszuwerden, hat der Mensch die männlichen Exemplare so verändert, dass sie steril sind und sich so nicht mehr fortpflanzen können, womit der Bestand stark schrumpfen konnte. Dies nennt man die Screwfly Solution, ganz nach der Folge. Nun fangen plötzlich menschliche Männer langsam an, durchzudrehen, und Frauen um die Ecke zu bringen, wenn sie sexuell erregt sind (was bei Männern bekanntlich eh der Dauerzustand ist).

Eine Meh-Episode. Nicht sonderlich spannend, keine Überraschungen und irgendwie zu lang. Lediglich am Ende taucht vielleicht was auf, was man nicht erwartet hatte, aber das ist eh sprichwörtlich auf die letzte Minute und somit zu spät. Jason Priestly ist ein überraschend schwacher Schauspieler und die Umwelt-/Frauenfeindlichkeits-Analogie eher weniger gut verbaut, leicht satirische Untertöne kommen kaum zum Zuge. Was seltsam ist, wo doch Joe Dante Regie führte, der auch hinter den Gremlins, The Howling und der Homecoming-Folge der ersten Staffel steckte.

Rob ist ein unveröffentlichter Romanschreiber, der die Miete nicht mehr zahlen kann. Glücklicherweise gibt es da eine Bleibe, die sich auf diese Art Klientel spezialisiert hat, da sie von einem Mitleidenden gegründet wurde. Doch kommen mit dem neuen Dach über dem Kopf auch Geräusche, die nicht da sind und Illusionen von einem Mädchen, die von einem Monster gefangen gehalten wird.

Valerie on the Stairs ist von Mick Garris, der die Chocolate-Folge der ersten Staffel gedreht sowie The V Word und Haeckel’s Tale geschrieben hat, letzteres davon wie Valerie on the Stairs basierend auf einer Geschichte von Clive Barker. Leider ist’s eine der schwächeren Folgen der Staffel geworden. Die Erscheinungen sind weder wirklich unheimlich noch ist die Suspens wirklich packend oder das Herauskommen des Geheimnisses der Geschichte sonderlich interessant (und das Auftauchen der Ex wirkt unmotiviert und hat keine Relevanz zum Geschehen). Konnte nicht wirklich Gefallen an der Episode finden.

Ein Mann und seine Frau verunglücken mit dem Auto, sie geht in Flammen auf. Während er das fast unbeschadet überlebt, kann das Brandopfer von seiner Frau nur notdürftig am Leben gehalten werden. Für ihn ist klar, dass er sie nicht künstlich am Leben hält, immerhin entspricht das auch ihrem letzten Willen. Nur hat er da die Rechnung ohne ihre Mutter gemacht, die daraus eine Grundsatzdiskussion um Sterbehilfe anzettelt. Außerdem fängt auch noch der Geist seiner Frau an, ihn heimzusuchen.

Right to Die ist eine durchschnittliche Folge. Halbwegs spannend aufgezogen, die Brandwunden sehen echt eklig aus, die Handlung mag allweilen mal etwas langsam voranschreiten und vorhersehbar sein, doch ist sie dennoch nicht allzu schlecht. Und uns wirklich um das Für und Wieder der Sterbehilfe belehren will sie dann glücklicherweise doch nicht, nimmt es nur als Aufhänger. Geht übrigens aufs Konto von Rob Schmidt, der beispielsweise den ersten Wrong Turn fabriziert hat – eine Reihe, die ich in den letzten Jahren immer mal wieder erwähnt höre, aber nicht mal wüsste, ob sie sonderlich positiv oder negativ aufgenommen wurde.

We All Scream for Ice Cream dreht sich um Layne und sein Kindheitsfreunde, die damals einem zurückgebliebenen Eisverkäufer im Clownskostüm übel mitgespielt haben. Nun sind sie erwachsen und haben selbst Kinder. Und genau zu jenen kommt der Clown nachts, um ihnen Eis zu verkaufen. Die funktionieren wie Voodoo-Puppen, sobald die Kinder rein beißen, stirbt der Vater.

Eine weitere Meh-Episode, zu der es eigentlich nicht viel zu sagen gibt. Hat mich an Es erinnert, dank des Clowns und der Kindheitsflashbacks. Simple und vorhersehbare Handlung, nicht sonderlich spannend umgesetzt, wie bei einigen anderen Episoden gibt es in der Stunde reichlich Luft. Und eigentlich finde ich Clowns ja super freaky, hier hingegen war nichts so richtig unheimlich. Der Titel verspricht wesentlich Interessanteres, als der Inhalt einlöst. Tom Holland hatte hier das Regiezepter in der Hand, wie auch schon beim ersten Chucky die Mörderpuppe, Langoliers und ein paar Episoden der Tales from the Crypt.

Masters of Horror 204-206

Larry hat ein gutes Gehör. Eines Tages hört er eine Unstimmigkeit im Herzschlag seines Sohnes, stellt sich heraus, er ist unheilbar krank, hätte man die Sache früher gemerkt, hätte es vielleicht noch eine Chance gegeben, aber so nicht. Larry macht sich Schuldgefühle und daraufhin wird sein Gehör immer besser, bis er die alltägliche Kakophonie der selbst kleinsten Geräusche nicht mehr erträgt und durch dreht.

Sounds Like ist die erste Nicht-Horror Episode der zweiten Staffel. Es gibt ein übernatürliches Phänomen und eine Leiche am Ende, aber so wirklich Horror kann man das hier nicht nennen. Eine ganz gute Episode aber dann schon. Mir hat sie zumindest gefallen, vielleicht schon allein weil der Schauspieler von Larry eine recht gute Leistung vollbringt, mit ihm steht und fällt natürlich die ganze Folge. Sicher, den Twist am Ende, was das erneute laute Geräusch ist, das kann man sich schnell denken, aber wirklich einen großen Abbruch tut dies der Folge nicht.

Die geht übrigens aufs Konto von Brad Anderson, sowohl Regie wie Buch, der einige Folgen zur Serie Fringe beigetragen hat und auch das viel gelobte The Machinist auf die Leinwand brachte.

Einem Doktor einer Abtreibungsklinik läuft ein schwangerer Teenager vors Auto. Um zu sehen, ob alles mit ihr in Ordnung ist, nimmt er sie mit in die Klinik. Da taucht auch schon der lokale religiöse Fanatiker und Abtreibungsgegner vor den Toren auf, der sich der Klinik eigentlich nicht mehr nähern darf. Denn es handelt sich um seine Tochter. Während man in der Klinik dem Mädel noch nicht glauben kann, dass sie bei ihrem Schwangerschaftsfortschritt erst vor einer Woche geschwängert worden sein soll, ist jener draußen davon überzeugt, dass sie eine Abtreibung herbeiführen und beschließt sich seinen Weg eben zu erkämpfen.

Pro-Life fährt also die Rosemary’s Baby Schiene, nur dass es die Abtreibungsproblematik mit hinein bringt. Das ist in den USA grundsätzlich immer noch ein etwas heikles Thema, so ist Abtreibung dort zwar natürlich erlaubt, aber amerikanischen Präsidenten wird beispielsweise beim Stimmenfang für die Wahl immer noch geraten, es nicht zu sehr herauszukehren, wenn sie Pro-Abtreibung sind. Allzu viel herausholen tut die Folge aus dem Thema allerdings nicht unbedingt, die religiös-fanatische Seite kommt hier natürlich nicht gut weg, aber das  (etwas blöde) Ende mag auch Abtreibung an sich nicht ganz als A-OK dahin stellen, stattdessen dient es wohl eher als Zweck, um die Problematik der Folge zu hinterfüttern, damit die Stunde auch mit was gefüllt ist. Leider sieht der Monstervater nicht wirklich unheimlich aus und macht irgendwie auch nichts, wirkt irgendwie deplaziert.

John Carpenter, dem wir Halloween, The Fog und Cigarette Burns der ersten Staffel zu verdanken haben, weiß eigentlich, wie man Horror dreht. Auch bei Pro-Life gibt es technisch gesehen keine Mängel, ist eine solide Folge geworden, wenn sie mich auch nicht ganz so packen konnte, wie sein Beitrag der vorigen Staffel.

Meat Loaf ist ein schäbiger Pelzhändler, der ins Höschen einer Stripperin mit Modelambitionen will. Einer seiner Jäger ruft ihn an, weil er die tolligste Pelzlieferung ever hat. Nur als Meat Loaf dort auftaucht, ist jener tot. Tja, die Pelze sind wirklich toll und somit sogar noch umsonst. Ist doch super. Nur das jeder, der mit ihnen in Berührung kommt, zuerst von ihnen wie besessen ist und sich dann anschließend umbringt.

Mit Pelts liefert uns Dario Argento (Tenebrae, Opera und Jenifer der ersten Staffel) einen Horrorstreifen mit „Fur is murder“-Botschaft ab. Und auch den mit dem bisher höchsten Gore-Gehalt (neben Pro-Life die andere im deutschen Erstrelease geschnittene Folge, auch wenn die 3 Minuten doch etwas exzessiv wirken). Der Body Count ist hoch und die Selbstmordvarianten recht eklig. Denn jeder tut sich das an, was er im Pelzverarbeitungsprozess erledigt. Der Fänger der Waschbären wirft sich mit dem Gesicht in eine Falle, die Näherin näht sich selbst Augen und Mund zu, der Pelzhändler zieht sich selbst die Haut ab. Geboten bekommt man also einiges hier, was hilft den Einstünder trotz simplen Storykonstrukt nicht langweilig werden zu lassen. Bisher meine Lieblingsfolge der Staffel. Auch die hübscheste, was die Szenenkomposition angeht.

Masters of Horror 201-203

Showtime gab grünes Licht, was die Verlängerung der Serie anging (noch zumindest, Staffel 3 wurde dann ein Riegel vor geschoben) und so erschienen im Folgejahr direkt weitere 13 Einstünder von verschiedenen Horror-„Meistern“. Einige davon bereits aus der Vorstaffel bekannte Gesichter.

Eine Kleinstadt in Texas, eine Familie beim Abendessen. Ausgelassene Stimmung, Frau und Sohn wollen den Vater mit einem Geburtstagskuchen überraschen. Da kommt der Party Pooper mit Schrotflinte in die Küche und schießt Mami übern Haufen, jagt den Sohn durchs Feld, bis Papi von etwas Unsichtbaren auseinander gerissen wird. Einige Jahrzehnte später ist der Sohn nun mit einem leichten Hinken und einer Narbe auf der Stirn davon gekommen und zum Sheriff des Städtchens herangewachsen. Da beginnen erneut Leute langsam durchzudrehen und sich oder andere spontan von einer Sekunde auf die andre zu ermorden.

The Damned Thing ist von Tobe Hooper, dem wir neben Poltergeist und dem Texas Chain Saw Massacre auch die Folge Dance of the Dead der ersten Staffel zu verdanken haben. Merkt man auch, denn erneut bekommen wir eine eher schwache Episode vorgesetzt. Teilweise sogar mit den gleichen Problemen: Es ist einfach etwas langweilig und bis kurz vorm Finale ziemlich ziellos, obwohl es eine eigentlich sehr simpel gestrickte Handlung ist, bei der man weiß, wo sie hinführen wird. Es gibt allerdings einen recht hohen Body Count und relativ viel Gore zu sehen, wenn denn dann mal endlich Gewalt ausbricht. Ich glaub die Folge ist irgendwo einfach zu lang, wäre das eine halbstündige Tales from the Crypt Folge, wo man viele der langweiligeren Szenen kürzt, es würde wahrscheinlich mehr her machen. Denn so simple wie die Handlung ist, so effektiv könnte sie theoretisch sein, getrimmt und spannender aufgezogen. Oder dann halt doch stärker ausgeschmückt, zu einer Art Needful Things.

Family startet in einer Vorzeige-Vorstadt, spielende Kinder auf der Straße, gepflegte Vorgärten, Mittelschicht-Häuser und kein Schwarzer weit und breit. And they are all made out of ticky tacky and they all look just the same. Allerdings hat einer der Nachbarn eine Leiche im Keller… und zwei im Obergeschoss. Der alleinstehende Harold hat nämlich die Initiative ergriffen und macht sich seine eigene kleine Familie, in dem er Leute entführt und dann mit ihren Skeletten in seiner kleinen Illusion ein Familienleben nachstellt. Er hat auch neue Nachbarn, ein junges Pärchen, an dessen Frau er Interesse findet.

Eine gute Folge, keine geniale, aber doch recht gut. Vor allem der Kontrast zwischen der hellen, übertrieben reinen Vorstadtwelt inklusive Gospel-Gesänge über Jesus zu Harolds ekligen kleinen Vorhaben im Keller, wenn er mi Säure Fleisch und Haut von den Knochen wäscht, ist interessant. Zudem seine kleine Scheinwelt mit seiner „Familie“. Eine nette fiese Wendung gegen Ende gibt es auch, obwohl ich mir schon was in der Richtung gedacht hatte, nett ist sie dennoch. Außerdem ist’s alles recht trockenhumorig aufgezogen, nimmt sich häufig nicht super ernst. War ja auch John Landis auf dem Regiestuhl, der uns neben An American Werewolf in London und Blues Brothers auch die Deer Woman Episode der ersten Staffel beschert hat. Leider hat die Folge allerdings definitiv ihre Längen von weniger interessanten Szenen.

Justin ist nach einem Anruf seines von seiner Mutter geschieden lebenden Vaters total angepisst. Also schnappt er sich seinen Doom 3 spielenden Freund und geht mit ihm zum Bestatter, um dem mal eine richtige Leiche zu zeigen. Dummerweise treffen sie dort nur auf einen Vampir. Praktischerweise ist Justins Freund allerdings ein Schwarzer, und so kann Justin fliehen, während jener wie das bei Horrorfilmen so üblich ist, als Erster dran glauben muss. Bei der Polizei angerufen glaubt ihm natürlich keiner und dann steht plötzlich der Freund mit der verdächtig tödlichen Halswunde vor der Tür. Klar lässt Justin ihn dann einfach mal so rein und wird selbst angegriffen.

Man kann The V Word zumindest zu Gute halten, dass hier mal wieder eine andere, fiesere und unschöne Art von Vampir präsentiert wird. Hat Masters of Horror überhaupt lange gebraucht, seine erste Vampirgeschichte zu bekommen, wenn man mal so drüber nachdenkt. Vielleicht, weil moderne Vampirfilme eben keine Horrorfilme sondern Romanzen sind. The V Word ist immerhin ein Horrorfilm, wenn auch kein überragender. Nett, dass sich die Sache nicht ewig hin zieht, Justin wird bereist zur Halbzeit selbst rüber geholt und anschließend dreht sich die zweite Hälfte der Folge mehr darum, dass er seinen neuen Instinkten zu wiederstehen versucht. Macht leider keine super spannende letzte halbe Stunde. Außerdem handeln und sprechen die Charaktere eh alle extrem unrealistisch, aber eben nicht unbedingt in einer unterhaltsam cheesigen B-Horror-Manier.

Hier haben wir das erste neue Gesicht in der Regie, Ernest Dickerson, der vor allem Episoden für diverse TV-Serien gedreht hat, darunter neueren Datums auch die sehr beliebten Vampire Diaries, Dexter und The Walking Dead. Ganz ohne altes Blut kommt allerdings auch The V Word nicht aus, geschrieben hat sie nämlich Mick Garris, der auch die Chocolat und Haeckel’s Tale Folgen der ersten Staffel zu Papier brachte.

Masters of Horror 112 & 113

Kommen wir also nun zum Ende der ersten Staffel von Masters of Horror mit den beiden verbliebenen Folgen, die im deutschen Erstrelease geschnitten waren. Den Anfang macht Haeckel’s Tale, bei dem durchaus einige Namen zusammen kommen. Regie führte John McNaughton (Without a Trace, Wild Things, Sein Name ist Mad Dog), geschrieben ist’s von Mick Garris (Michael Jackson’s Ghosts, Hocus Pocus, Psycho IV und Regisseur bei der Chocolate-Folge), basierend auf einer Kurzgeschichte von Clive Barker (der Hellraiser-Typ) und in Zusammenarbeit mit George A. Romero entstanden (die Living Deads), weil der eigentlich Regie der Episode übernehmen sollte, dann aber doch nicht konnte.

Ein junger Mann kommt zu einer alten Frau, die angeblich die Toten zurückbringen kann, da er nicht ohne seine frisch verstorbene Frau leben kann. Doch die erzählt ihm erst mal die Geschichte eines anderen jungen Mannes: Haeckel. Jener war Student und von Dr. Frankensteins modernen Experimenten überzeugt, dachte selbst Tote zurückbringen zu können. Was nicht so wirklich hin haute. Als sein Vater dann schwer erkrankte, machte er sich auf den Weg zum Familiensitz, kam über Nacht bei einem seltsamen Ehepaar unter. Verguckt hat er sich in die hübsche Ehegattin, die nachts auf den Friedhof schleicht und mit ihrem reanimierten Zombie-Mann die Särge zum Knarren bringt.

Nicht der beste Start ins Finale. Irgendwie konnte mich die Folge nicht wirklich nachhaltig überzeugen. Das Ende ist ganz nett, davor fand ich es aber weniger spannend. Warum die harmlosen Sexszenen aus der deutschen Version weichen mussten, bleibt mir auch ein Rätsel. Nun gut, in der Theorie ist es ja schon Nekrophilie, aber mal echt, wer kann das schwarzhumorige Finale schon ernst nehmen. Ich glaub eines meiner Probleme war auch, dass ich Haeckel an sich nicht ausstehen konnte. Dieser unreflektierte Gutmensch, der von seinem Ross predigt, ging mir tierisch auf die Eier.

Auf in die letzte Folge, Imprint, von keinem anderen als Takashi Miike. Der mag in den letzten Jahren hauptsächlich harmlosen Mainstream wie The Great Yokai Wars oder die Verfilmungen von Like a Dragon (a.k.a Yakuza), Crows Zero, Yatterman oder den ganz frischen Ace Attorney Live Action dirigiert haben, doch Anfang der Zweitausender war er als Enfant Terrible bekannt, der einige der schrägsten und brutalsten Filme Japans produzierte, wie beispielsweise Visitor Q, Audition oder Ichi the Killer (bei dem auf Filmfesten als Gag den Zuschauern Kotztüten ausgeteilt wurden). Sprich, wenn man einem Herrn Miike sagt, er solle einem mal einen Horrorstreifen machen, sollte man wissen, worauf man sich einlässt.

Die Macher von Masters of Horror hingegen haben ihn wohl unterschätzt. Nach Sichtung von Imprint war klar, die Folge können sie nicht ausstrahlen, nicht mal im liberaleren Pay TV. Das Publikum bekam sie also erstmalig durchs DVD-Release zu Gesicht. Ist natürlich auch eine gute Marketing-Sache, DVD-exklusiv eine Folge zu haben, die zu schlimm fürs Fernsehen war. Bevor sie ein Uncut-Rerelease bekamen, war natürlich auch die deutsche Version geschnitten, um saftige 3 Minuten. Das ist bei einer Einstündigen Episode nicht gerade wenig.

Christopher ist Amerikaner und lässt sich auf eine japanische Bordell-Insel bringen, wo die Prostituierte, in die er sich verliebt hat, sein soll, um sie mit sich zu nehmen. Dort wird ihm zunächst gesagt, jene wäre nicht hier. Das kann er nicht auf sich sitzen lassen, er will die Wahrheit wissen. Eines der Mädchen erzählt ihm, sie habe sich erhängt. Auch hier verlangt er nach mehr, nach der Wahrheit. Also erzählt jene davon, wie der Ring der Puffmutter gestohlen und seine Geliebte aus Eifersucht der Tat beschuldigt wurde. Um den Verbleib des Schmuckstücks zu erfahren, wurde sie gefoltert. Möglichst so, dass sie für die Freier nicht nutzlos wird. Also Brandwunden in die Achseln und Nadeln unter Fingernägel und ins Zahnfleisch. Sie haben nichts aus ihr heraus bekommen können und sie sich letztendlich erhängt. Auch das kann Christopher nicht glauben, er verlangt weiterhin die Wahrheit. Also gut, soll er sie kriegen.

Tja, japanischer Horror ist halt nicht alles harmloser Suspens-Stuff mit Mädels, die es nicht schaffen, sich die Haare aus dem Gesicht zu kämmen. Sachen wie die 80er Guinea-Pig-Reihe oder das 2009er Grotesque lassen selbst Amerikas aktuelle Torture Porns/Gornos erblassen. Imprint bietet genau das, was ich absolut nicht sehen kann: Realistische Tortur. Mit Innereien rumzuspielen macht mir nichts, auch explodierende Schädel nicht. Die kleinen Sachen kann ich nicht sehen. Wenn Sachen an den Augen und Fingern gemacht werden, alles was Nadeln involviert, Finger brechen, solche Sachen. Ich kann nicht mal die relativ realistisch gestalteten OPs in Nip/Tuck anschauen. Also hab ich bei Imprint was gemacht, was ich sonst nicht tue: Ich hab das ängstliche Mädchen in mir gewinnen lassen und die gekürzte deutsche Fassung geschaut.

Die kürzt ihre Minuten so ziemlich vornehmlich aus dem Center Piece der Folge, die lange Folterszene, die nun recht kurz, fast nicht mehr existent, ist. Die Nadeln sehen wir immer noch aus ihren Fingern und Mund ragen, aber wir bekommen zumindest nicht gezeigt, wie sie im Closeup dort rein geschoben werden. Darüber bin ich ehrlich gesagt ganz froh. Einem guten Film sollte zudem nichts genommen sein, nur weil die Gore Spikes fehlen, und Imprint ist ja dennoch ein FSK18, immer noch nicht ganz ohne. Nur eben grafisch nicht mehr so brutal, sondern eher in der Thematik an sich. Denn auf der Suche nach der Wahrheit erfährt Christopher mehr und mehr Dinge, die man gar nicht wissen will. Die (nicht mehr so) eklige Folterszene tritt da nur den ersten Dominostein in der grotesken Spirale los. Hier werden Frauen geprügelt, Kinder sexuell missbraucht, Inzest betrieben und Föten emotionslos aus ihren Müttern gerissen und wie Müll den Fluss runter gespült. „Just how deep does the rabbit hole go?“ wie es im Englischen so schön heißt: Bei einem Herrn Miike sehr tief in sehr unangenehme Gefilde.

Das bringt die Serie zu einem höchst abwechslungsreichen Abschluss. Das japanische Setting, lauter japanische Schauspieler, die bunten Kostüme, großen Haartrachten, die schönen Bildkompositionen, die brutale Gewalt, die derben Bilder, ein chaotischer Wirbelwind aus Groteskem und Faszination. Die Handlung darunter mag allweilen mal etwas dünn gesät und des Schocks wegen etwas arg abgedreht werden, ein Billy Drago beim seinem „Schauspiel“ enormen Fremdschämwert entwickeln… aber loslassen tut einen Imprint nicht, bevor er nicht rum ist. Auch wenn er, selbst ohne grafische Extremgewalt, einem so einiges abverlangt.

Unterm Strich hat mir Masters of Horror gut gefallen, werde mir auf jeden Fall früher oder später die zweite Staffel ansehen. Nur drei Folgen hatten mir nicht so zugesagt (H.P. Lovecraft’s Dreams in the Witch House, Dance of the Dead und Haeckel’s Tale), was bei dreizehn Folgen ein guter Schnitt ist.

Wer übrigens gerne eine zweite Meinung zur Reihe lesen will, den verweise ich liebend gerne an den guten DarkIkarus, nicht nur, weil der häufig mit mir mehr oder weniger konform läuft ;P

Masters of Horror 109-111

Fair-Haired Child startet mit dem Außenseiter-Teeny-Mädel Crystal, die auf ihrem Nachhauseweg gekidnappt wird und bei einer Krankenschwester aufwacht, die sie seltsamerweise fragt, ob sie getauft und noch eine Jungfrau ist. Da kann doch was nicht stimmen. Stimmt, denn die „Schwester“ und der Kidnapper sind ein Ehepaar und sperren Crystal in den Keller, wo sie einen stummen Jungen ihren Alters und viele Warnbotschaften entdeckt. Außerdem die Überreste anderer Teenager, die das Paar geopfert haben, um ihren toten Sohn wiederzubeleben.

Eine relativ simple Geschichte mit mal wieder vorhersehbarer Wendung, die aber dennoch spannend erzählt ist und vor allem viel Atmosphäre bietet. Die Musik, die Ausstattung, hier passt wirklich alles und lässt ähnlich Jenifer und Cigarette Burns das TV-Budget kaum erahnen. Dazu ist das Monster der Episode sogar relativ unheimlich, wenn auch spärlich eingesetzt (wofür es aber Gründe gibt) und gegen Ende wird es sogar ein klein wenig blutig. Ist schon mal ein wirklich guter Start fürs Trio.

Diesmal führte William Malone Regie, der unter anderem die Sin-Deep-Episode aus Tales from the Crypt, eine Episode der Freddie’s Nightmares, außerdem Creatures und das Remake vom House on Haunted Hill auf die Welt los lies.

Ida in Sick Girl hat ein Problem: Die Ladies stehen nicht gerade darauf, dass sie als Insektenkundlerin jene auch als Haustiere hält. Bis sie auf Misty trifft, die nicht nur ordentlich ran geht, sondern mit den Krabbeltierchen auch kein Problem zu haben scheint, da ihr Vater dem gleichen Beruf nachging. Außerdem bekommt Ida ein Packet mit einem seltsamen Insekt drin, das sie nicht identifizieren kann und welches auch noch ausbüxt. Auffindbar ist es nicht wieder, dafür beginnt Misty sich immer seltsamer zu verhalten.

Ähnlich der vorigen Episode erneut eine ziemlich stringente Handlung ohne allzu große Überraschungen, mit guter (wenn auch komplett anderer, verquere) Atmo, bei der erst gegen Ende das Blut spritzt. Wie in Deer Woman wird hier zudem Horror und Humor gemixt, nur das die Horror-Seite der Angelegenheit dabei nicht so untergraben wird. Vielleicht liegt das aber nur an mir, ich find die Vorstellung von einem Insekt, dass mir im Schlaf Eier ins Ohr pflanzt super eklig. So was ist das Zeug, was mich nachts nicht schlafen lässt, nicht Alien-Invasionen oder Zombie-Apokalypsen. Zudem ist das Pärchen Ida und Misty ja mal so etwas von knuffig und herzallerliebst. Also eine weitere Gewinner-Folge, die Serie wird wirklich richtig gut.

Lucky McKee saß auf dem Regiestuhl dieser Folge und war vorher eher unbekannt, All Chearleders Die und May sind die einzigen Filme von ihm hiervor, von denen ich von beiden noch nie was gehört hätte. Seither hat er drei weitere Filme rausgebracht, die mir genauso wenig sagen. Bei den vorigen Regisseuren, auch den unbekannteren, hab ich zumindest den einen oder anderen Titel schon mal jemanden nennen hören.

Pick Me Up beginnt mit einem Bus, der im Nirgendwo stehen bleibt. Zwei Passagiere nehmen das Angebot eines Truckfahrers an, sie mitzunehmen, während die anderen beiden skeptisch sind – der muss doch ein Killer sein. Ist er übrigens auch und bringt seine beiden neuen Wegbegleiter um die Ecke. Beim Bus kommt derweil ein junger Mann vorbei und bietet den verbliebenen seine Hilfe an. Beim Sterben! Dun dun dun! Ein fünftes Mitglied der Reisegruppe hat den Bus allerdings – ganz gefährlich – schon auf eigene Faust ganz allein verlassen gehabt und kommt witziger Weise in dem Motel unter, in dem beide Killer nächtigen. Die sich prompt drum streiten, wer denn nun die letzte Verbliebene umbringen darf.

Und eine weitere gute Episode zum Schluss, dass diesige Dreierpack hat sich ja wirklich mal zu schauen gelohnt. Übrigens erwarte ich immer am Ende der Episoden ein Crypt-Keeper-Segment, hurr durr. Egal, Pick Me Up ist ein wenig komplexer aufgebaut, einfach durch die beiden Killer und das hin und her schalten zwischen ihnen, zudem hält er permanent die Spannung, hat einen ordentlichen Body Count und das Ende sah ich ausnahmsweise mal nicht kommen. Irgendwie ist die Folge sogar ganz witzig, so sehr trocken schwarz-humorig. Einfach wie die beiden Killer sich verhalten – was für witzige Kerlchen sie doch sind. Besonders wenn sie dann aufeinander treffen. Da die Opfer sowieso alle irgendwo nervig sind, verübelt man es ihnen auch nicht allzu sehr, gerade diese Reisegruppe um die Ecke zu bringen. Launige Folge.

Larry Cohen war der Regisseur, genau wie in Die Wiege des Bösen, Tanz der Hexen oder dem Brennen muss Salem Sequel, zudem war er Screenwriter in beispielsweise NYP Blue, Columbo oder Nicht auflegen!

Masters of Horror 106-108

Chocolate war nicht wirklich Horror und Homecoming ist es eigentlich auch nicht. Ein Politiker macht zum Krieg die nette kleine Ansprache, dass er wünschte, die gefallenen Soldaten würden wieder lebendig, weil sie diesen ganzen Antikriegs-Stimmen sagen würden, es war A-OK für die richtige Sache zu sterben. Man soll ja bekanntlich mit seinen Wünschen vorsichtig sein und wie es die Ironie so will, wird er ihm erfüllt. Die Soldaten kommen als Zombies wieder. Warum? Weil sie bei der aktuellen Präsidentschaftswahl ihre Stimme gegen den Krieg abgeben wollen.

Wie gesagt, wirklich Horror kann man das hier kaum nennen, es ist viel mehr Polit-Satire mit Zombies. Kuschelzombies, denn die tun tatsächlich niemandem was, sie wollen nur die Wahlbeteiligung hoch schrauben. Ich muss sagen, ich fand die Idee herrlich schräg und auch weitestgehend amüsant umgesetzt. Auch wenn der Film mit seiner Botschaft durchaus hätte subtiler vorgehen können, er trägt nämlich ordentlich dick auf. Alle Politiker sind manipulative Lügner und stehen heimlich auf S&M, eh?

Joe Dante hat hier Regie geführt, auf dessen Konto auch Gremlins, Piranha, The Howling und die Twilight Zone gehen.

Bei Deer Woman ist der Name Programm: Es werden seltsame Männerleichen gefunden, die alle zu Brei gehauen wurden, während sie sexuell erregt waren. Aber nicht mit einem Vorschlaghammer oder so, sondern mit Hufen. Der die Mordserie investigierende Polizist hat da dann auch schon einige Theorien, die alle viel zu unglaubwürdig sind, um sie wirklich in Betracht zu ziehen, bis ihm bestätigt wird, dass eine davon einer alte indianische Legende ist, laut der die Rehfrau sich Männer schnappt und nach dem Kopulieren zu tote tritt. Was auch immer ihr das bringt.

Es gibt so viele Legenden über übernatürliche Frauengeschöpfe, die Männer verführen und dann umbringen, da könnte man sein reinstes Vergnügen dran haben eine Arbeit aus freudscher Anschauungsweise zu zu verfassen. Die Episode war eigentlich erneut eher witzig, denn gruselig, aber unterhalten hat sie mich schon gut. Nur endet sie etwas seltsam abrupt.

Die Episode stammt von John Landis, dem wir auch An American Werewolf in Lodon, Blues Brothers und Beverly Hills Cop III zu verdanken haben.

In Cigarette Burns bekommen wir es mit einem Filmfreak zu tun, der ordentlich Schulden angesammelt hat. Neben kleinen Screenings von obskuren Filmen verdient er sich sein Brot mit dem Auffinden von seltenen Filmen für Sammler. Sein neuester Auftrag könnte seine kompletten Schulden tilgen, ist aber natürlich entsprechend schwer: Er soll „La Fin Absolue de Monde“ finden, ein legendärer Film, dessen Screening zur Massenhysterie führte und der anschließend angeblich vernichtet wurde.

Ein Film von niemand anderen, als John Carpenter (Halloween, Christine, The Fog, Das Ding aus einer anderen Welt) und mit Udo Kier (The Kingdom, Mother of Tears, Flesh for Frankenstein) in der Rolle des Filmesammlers. Veteranen im Business also und die lassen es hier tatsächlich ordentlich rund gehen, Cigarette Burns ist bisher die blutigste Folge der Serie und eine der dreien, die bei der deutschen Erstveröffentlichung nur geschnitten vor lag.

Nach drei Folgen des Nicht-Horrors werden wir also endlich wieder in jenen zurück gebracht, liefert obendrein eine eingängige Story, mit viel Spannung und guter Atmosphäre.

Masters of Horror 103-105

In Dance of the Dead, wie sollte es bei diesem Namen auch anders sein, ist mal wieder die Zombie Apokalypse am Laufen, allerdings etwas anders, als üblich. Eine biologische Waffe hat die Leute entsprechend verwandelt und so wirklich aggressiv sind sie nicht, meist sind sie sogar ganz normaler Leichen, die erst durch Stimuli und injiziertes Blut wieder etwas zu zucken anfangen. Teenymädel Becky lebt derweil unter den Argusaugen ihrer Mutter ein behütetes Leben in deren Diner. Bis sie auf Rebell Jak trifft, sich in ihn verguckt und ihre rebellische Phase raus lässt, in dem sie mit dessen Gang in den Club Doom Room geht, wo Jak und Co. dem Besitzer für dessen Shows Blut verkaufen.

Ein kompliziertes Setup was die hiesigen Untoten angeht, dafür, dass der Film nicht viel draus macht. Allgemein macht er nicht viel, verschenktes Potential bei all den involvierten Namen. Im Regiestuhl saß Tobe Hooper, der das alte Texas Chainsaw Massacer, Poltergeist und die erste TV-Minireihe zu Brennen muss Salem ablieferte. Basierend auf einer Geschichte von Richard Matheson, der beispielsweise I Am Legend geschrieben hat und von Stephen King und Anne Rice als Inspiration genannt wird. Und den Leiter des Doom Rooms spielt kein anderer als Robert „Freddie Krueger“ Englund.

All das ist verschenkt in einem Film, der einfach so Ziel- und Richtungslos vor sich hin mäandert, keinen wirklichen Spannungsbogen aufweist, dessen Romanze Twilight-schlechte Dialoge aufweist und letztendlich ebenfalls nirgendwo hin führt und ein Twist-Ende, das man kommen sieht und das ziemlich dämlich ist. Bisher definitiv die schwächste Episode der Serie.

Die der nächsten Episode ihren Namen gebende Jenifer ist eine zurückgebliebene und im Gesicht entstellte junge Frau, die von einem Polizisten gerettet wird, als ein Kerl sie mit einem Beil erschlagen will. Irgendwas an dem Mädel lässt ihn von nun an nicht mehr los, er bringt sie sogar zu sich nach Hause, was seine Frau und Sohn vertreibt, hat Sexphantasien von ihr, die auch nicht lange brauchen, um real zu werden. Klar, sie frisst hier mal die Katze bei lebendigem Leib und so (eating pussy, the wrong way), aber was ist das schon, wenn die Kleine so einen tollen Vorbau hat.

Jenifer geht auf das Konto von Italo-Horror-Ikone Dario Argento (Suspiria, Inferno, Mother of Tears, Phenomena) und als freimütiger Europäer mit Wurzeln im bekannt schonungslosen Italo-Horror liefert er die erste Folge ab, die sich ordentlich was traut. Regelmäßige Sexszenen und sogar Eingeweide bekommen wir zu sehen, die Folge wurde sogar um ein paar Szenen erleichtert, die leider wohl auch für die DVD-Veröffentlichung nicht wieder eingefügt wurden. Das verbliebene Resultat ist jedoch immer noch ausreichend deftig, wenn auch nicht so extrem, dass sie zu den bei der deutschen Erstveröffentlichung auf DVD nur als zensierte Version erhältlich gewesenen Episoden zählt.

Allgemein liefert er hier die bisher beste Folge der Reihe ab, nicht nur schön blutig, sondern auch ansonsten recht faszinierendes Geschehen durch die makabre und demente Beziehung, die sich entwickelt, und spannende Inszenierung machen die Stunde zu einer sehr kurzweiligen. Außerdem ist’s die erste Folge, die auf Billig-CG komplett verzichtet – geht doch.

Danach kommt mit Chocolate ziemliches Kontrastprogramm. Jamie ist frisch geschieden, lebt nun in einer kleinen Wohnung und um jetzt, da er wieder auf dem Markt ist, in Form zu bleiben, gönnt er sich auch sonst nichts. Da fangen plötzlich seltsame Flashes an, mal hat er den Geschmack von Schokolade im Mund, dann hört er Klassik aus dem Nirgendwo oder sieht sich in einem fremden Zimmer sitzen. Das er jene Eindrücke von einer Frau bekommt, findet er schnell raus, da es ihm Second Hand auch die erste sexuelle Erfahrung mit einem Mann beschert. Als die Frau, in die er sich da unfreiwillig sporadisch einklinkt in Schwierigkeiten gerät, steht sein Entschluss fest, sie ausfindig zu machen, um ihr zu helfen.

Na Horror ist das hier nicht wirklich, eher ein Folge von Outer Limits, denn Tales from the Crypt, sprich eine Geschichte über eine seltsame Begebenheit, eine die tatsächlich ein interessanter Einfall ist, und auch wirklich mit viel Witz umgesetzt wurde. Lediglich das Ende ist mal wieder vorhersehbar, aber das ist bei so simplen Einstündern eben eher schlecht zu vermeiden. Dennoch eine runde Episode, die ordentlich Abwechslung in Stimmung und Stil gegenüber dem Rest bietet.

Regisseur ist Mick Garris, von dem der zweite Critters, vierte Psycho und einige King-Verfilmungen wie The Stand und die The Shining Miniserie stammen.

Masters of Horror 101 & 102

Masters of Horror interessiert mich schon seit Jahren, doch dann schreck ich immer wegen Imprint zurück und nur zwölf Dreizehntel der Serie zu schauen ist mir dann aber auch zu doof. Das Konzept ist dem von Tales from the Crypt nicht unähnlich: Eine Anthologie an in sich abgeschlossenen Horrorgeschichten von unterschiedlichen Regisseuren. Hier nur nicht basierend auf Comics, zudem fast die volle Stunde lang und – daher auch der Titel – von berühmten Horror-Ikonen (mehr oder minder). Ich nehm einfach mal an, dass es dennoch pro Episode nicht so viel zu sagen gibt, deswegen kommen die im Doppelpack… oder vielleicht sogar als Triplett.

Incident On and Off a Mountain Road beginnt mit einer jungen Frau, die einem mitten auf der Bergstraße stehen gelassenen Auto hinten drauf fährt. Sie schaut nach dessen Fahrer, entdeckt stattdessen einen Kerl mit fiesem Messer, der eine halb tote Frau hinter sich her schleppt. Was nun beginnt ist eine Jagd quer durch den Wald, bei der sie ihrem Verfolger immer wieder Fallen stellt. Denn durch Flashbacks sehen wir sie mit ihrem Mann, der ein Survival-Freak war, ihr alle möglichen Überlebenstricks und Fallenstellerei beibrachte, dabei aber auch immer verquerer wurde.

War ein ganz brauchbarer Start der Staffel. Ehrlich gesagt fand ich die erste Hälfte der Episode trotz Verfolgungsjagd durchs Unterholz noch nicht so super spannend. Zumal mir sowohl sie wie auch ihr Mann schon im ersten Flashback unsympathisch wurden (das erste Date der beiden ist schon fast surreal, so verhält sich doch keiner). Die zweite Hälfte der Folge fand ich dann aber doch ziemlich cool, einen weiblichen Horrorfilm-Charakter mal so richtig trainiert zurück schlagen zu lassen ist definitiv auch mal was und eine nette Wendung gibt es ebenfalls (auch wenn ich sie früh kommen sah). Leider scheint das Budget nicht das tollste gewesen zu sein. Die alte Hütte und die gekreuzigten Leichen als Wegdeko sind schön atmosphärisch, sobald aber dann der Mond und vor allem sein digitaler Schein ins Bild gerückt werden, wirkt’s eher billig.

Regie führte hier Don Coscarelli, den ich jetzt mal ganz fies als etwas unbekannter einstufen würde. Von ihm ist der erste Beastmaster und die Phantasm-Reihe.

In H. P. Lovecraft’s Dreams in the Witch House zieht ein Student, der die verschiedenen Dimensionsebenen studiert, in ein runtergekommenes Mietshaus, weil halt so schön billig. Dummerweise überschneiden sich genau hier Dimensionen, eigentlich ein Glücksgriff sollte man meinen, so den Beweis der eigenen Theorie direkt in der Zimmerecke vorzufinden. Wären da nicht die Träume, das Erwachen an fremden Orten und die Ratte mit dem Menschengesicht, die das Kommen einer Hexe ankündigt.

Oho, es gibt also tatsächliche Lovecraftian Horror, in dem es nicht um Tentakelgesichter geht, die beim bloßen Ansehen in den Wahnsinn treiben (Disclaimer: Ich hab gelinde gesagt kaum Ahnung vom guten alten Hans Peter, ich fand dessen Cthulhu-Mythos nie allzu unheimlich… aber das Ding ist mittlerweile ja eh mehr Lifestyle denn Gruselgeschichte). Ein wenig overused in den letzten Jahren ist er ja schon, wenn’s wo keine Zombies, Vampire oder Drachen hat, dann hat es Tentakelcraft.

Egal, eine weitere Folge, die eher so-so ist, Lovecraft-Horror ist gerne mal langsam entwickelnd, hier tut er’s die ersten 40 Minuten fast gar nicht, dafür geht es dann aber auf die finale Viertelstunde mal so richtig rund. Vielleicht kommt das einem aber nur im starken Kontrast zum eher öden vorigen Geschehen nur so vor. Ich mein, ähnlich wie bei Tales from the Crypt gilt am Schluss immer noch, dass man in der kurzen Zeit wohl eher simple Sachen erwarten muss und selbst ein langweiliger Anfang, solange das Ende stimmt, nicht allzu viel Zeit vergeudet.

Regie führte ein weiterer nicht super bekannter Mensch, Stuart Gordon. Der hat wohl häufiger mal Lovecraft (und Poe) verfilmt. Allerdings auch Re-Animator, Teile der Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft Franchise, Body Snachters oder Fortress – Die Festung.