Kong: Skull Island

Diese Woche gibt es nicht nur bei Dark Souls II eine kleine Unterbrechung, sondern auch unser reguläres MCU-Programm darf eine Auszeit nehmen. Für ein anderes Cinematic Universe, dem MonsterVerse. Immerhin kommt deren zweiter Godzilla in die Kinos, von daher höchste Zeit Kong: Skull Island aufzuholen. Aber keine Sorge, gegen die Entzugserscheinungen spielen hier immerhin Captain Marvel und Loki mit! Dann wiederum ist es mittlerweile wahrscheinlich schwer, einen Blockbuster zu finden, in dem keine Schauspieler zu sehen sind, die auch im MCU mitgespielt haben.

Monarch ist eine Organisation, die am Ende ist. Forschung, um Monster zu entdecken, wird halt nicht ernst genommen. Doch für eine letzte Mission auf die kürzlich durch Satellitenaufnahmen entdeckte Skull Island dürfen sie noch mit. Zusammen mit einer kleinen Militäreinheit frisch aus dem verlorenen Vietnamkrieg, einem Fährtenleser und einer Journalistin geht es also zur Insel. Wo die Hubschrauber auch prompt abgeschossen werden, weil ein überdimensionierter Gorilla Bäume danach schmeißt.

Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, wie ein im zweiter Weltkrieg hier abgestürzter und seither beim indigenen Volk der Insel untergekommener Kerl ihnen verrät: Kong ist eigentlich die Schutzgottheit gegen die anderen monströs großen Tiere der Insel, allen voran die unter der Erde hausenden Skullcrawlers, die durch den Militärbeschuss aufgeweckt wurden.

Kong: Skull Island ist ein sehr simpler und geradliniger Film. Die Charakterarchetypen und Storybeats sind bekannt. Ein letzter Versuch einer Organisation relevant zu werden. Der Fährtenleser, der alle retten will. Der Militärkommandant, der nachdem er seine Truppen verliert, eine Ahab vs. Moby Dick Sache mit Kong am Laufen hat. Das spirituelle Ureinwohner-Volk. Der eigentlich gute Kong.

Lang hält sich der Film dann an diesen Dingen auch nicht auf. Wie erwähnt sind die noch nicht mal richtig auf der Insel gelandet, da sehen sie Kong schon zum ersten Mal, statt sich verdeckt zu halten. Er ist ja aber auch nicht die wahre Bedrohung im Film, deswegen darf er inflationär ins Bild gehalten werden, weil er sowieso im weiteren Verlauf zu einem Sympathiecharakter wird. Allgemein ist das Thema so ein wenig „Hätte man die Insel doch einfach mal in Ruhe gelassen“.

Stattdessen baut der Film auf Action und schnieke Optik. Beispielsweise werden die mit den Hubschraubern abgestürzten, wenigen Überlebenden in zwei respektive drei Gruppen getrennt, die voneinander unabhängig über die Insel müssen, weswegen sozusagen immer einer davon etwas geschehen kann. Ob nun eine übergroße Spinne angreift, jemand sich plötzlich Auge um Auge mit Kong sieht, oder die Skullcrawler aufzutauchen beginnen. Los ist immer was, der Spannungsbogen wird die zwei Stunden über aufrecht gehalten. Und auch hier schön, dass man sich auf Zurückhaltung besonnen hat, in einer Zeit, in der viele diesen Film sicherlich um eine halbe Stunde länger gestreckt hätten.

Was selbstverständlich auch sofort auffällt, ist, dass der Film nicht nur direkt nach dem Vietnamkrieg angesiedelt ist, sondern auch von der Optik her stark von (Anti-)Kriegsfilmen geprägt bleibt. Die schiere Anzahl von Szenen vor dem ausgefranst-orangenem Sonnenuntergang alleine erinnert stark an Apocalypse Now. Auch sind viele der Angriffe von Monstern sehr hektisch und chaotisch inszeniert, als wäre man auf einem Schlachtfeld unter Beschuss.

Ich mochte Kong: Skull Island. Einfach weil er nicht versucht, größer zu sein, als er ist. Es ist stattdessen ein einfach gehaltener Monsterfilm mit netter Optik und viel Action. Vvielleicht nicht mit herausstechenden Charakteren gesegnet, aber eben auch nicht ganz so langweiligen Pappaufstellern wie Godzilla (2014). Gute Popcorn-Unterhaltung durch und durch.