Kawa no Nushi Tsuri

ava-1968Dieses Blog dreht sich nun ausschließlich um Handheld-Spiele, die keinen interessieren, und Angel-RPGs, die keinen interessieren. Pluspunkte natürlich dann, wenn beides zutrifft. Im hiesigen Eintrag ist dem nicht der Fall, wir sind auf dem NES unterwegs, und zwar mit dem 1990er Kawa no Nushi Tsuri, dem ersten River King.

Es ist natürlich im Grundsatz bereits das vom dritten und vierten Teil auf dem GB/C bekannte Prinzip, aber doch ein wenig minimalistischer. Auch ein wenig RPG-iger. Beispielsweise sind hier noch die Städte ein eigener Bildschirm, während die 5 Areale am Flussufer sozusagen die Oberwelt darstellen, anstatt das wie später alles in eine durchgängige Welt integriert ist. Außerdem sind die Gebiete viel größer, bzw. wesentlich länger, denn von Nord-Süd her sind sie tatsächlich nur einige Tiles hoch, dafür läuft man sich einen Wolf den Fluss entlang, bevor das nächste Areal beginnt. Dadurch gibt es hier weniger Fischgründe, statt das es fast überall was zu fangen gibt wie in den Nachfolgern. Die sind in der Regel immer sehr klar abgesteckt (Blasen oder Stöcke im Wasser etc.) und können auch nur von bestimmten Tiles aus beangelt werden (Kiesstrand, Brücken etc.).

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Die Fischschatten gibt es noch nicht, dafür legt das Spiel eine kleine Großansicht des Köders im Wasser über den Hauptbildschirm, sind daneben Blasen zu sehen, gibt es hier Fische, wenn nicht dann nicht bzw. ist der aktuelle Punkt leer geangelt und muss per Übernachtung resettet werden. Wird der Köder unter Wasser gezogen gewohnt schnell B drücken und die Seitenansicht mit dem Tauzieh-Kampf gegen den Fisch beginnt. Meist zumindest, denn etwas kurios gibt es hier auch manchmal Echsen oder Schildkröten zu fangen, die stattdessen wie die Kämpfe gegen das Wildleben Erfahrungspunkte einbringen. Netterweise zeigt einem hier das Spiel sogar an, welche Köder am jeweiligen Fischgrund überhaupt was bringt. Außerdem ist das Arsenal viel übersichtlicher. Angelruten upgraden automatisch auf die jeweils beste, somit müssen die nicht mehr getauscht werden; Leinen und Haken gibt es nur in einer Variante bzw. noch einer speziellen nur für den River King (der in bester Serientradition nicht im Fluss ist, sondern der Riesenaal hier ins Meer gespült wurde); und an Köder gibt es auch nur 5 oder 6 verschiedene Arten, die wie gesagt bereits anzeigen, ob sie überhaupt sich am jeweiligen Angelspot lohnen. Die Köder brauchen sich auch noch nicht nach jedem gefangenen Fisch auf, sondern nur wenn jener einem entwischt.

Sollte das Angeln wesentlich angenehmer machen, wenn es nicht viel schwerer wäre. Genau genommen ist Kawa no Nushi Tsuri insgesammt ein vergleichsweise schweres Spiel und relativ grindy. Zunächst einmal müssen natürlich Fische gegrindet werden, um das nötige Geld zu bekommen, um mindestens einen von den zwei nötigen Gegenständen zu kaufen, die fürs Öffnen des nächsten Gebietes nötig sind. Um dann allerdings auch die Reise bis dorthin zu überleben, müssen zusätzlich noch Gegnerkämpfe für die Erfahrung gegrindet werden. Wobei die HP, die erneut als Stärke-Wert doppeln, jeweils nur um einen (1en!) einzelnen Punkt steigen. Am Ende hat man also schon mal 4000 EXP aber nur 57HP im Statusbildschirm stehen. Gegnerkämpfe sind zahlreich und hart. Fischkämpfe werden mit jedem Gebiet wesentlich schwerer, das Timing sie überhaupt an die Angel zu bekommen genauer, und es ist allgemein recht schwer im finalen Gebiet irgendwas rauszuziehen, bevor die Leine reißt. Mir ging das Spiel ehrlich gesagt ab der Hälfte häufiger mal gehörig auf den Sack, statt zu mich zu relaxen, wie ich das von einem Angelspielchen erwartet hätte.

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Ich kanns also eigentlich nicht empfehlen, um ehrlich zu sein. Doch lieber bei den Nachfolgern bleiben, denn Kawa no Nushi Tsuri ist ungefähr so eingeschränkt wie das erste lokalisierte Legend of the River King, dabei aber zusätzlich noch so clunky, wie das die meisten NES-RPGs sind, was nicht unbedingt die erfreulichste Mischung darstellt.

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