Superhero Sunday – Age of Ultron

ava-1940Ok, die Avengers haben also Lokis Zepter den Nazis bei Hydra abgeluchst, Tony Stark sich dabei aber eine Horrorvision von Scarlet Witch eingefangen. Das bestätigt ihn in seinem Plan eine KI zu schaffen, die die Welt schützt, da die Avengers alleine das nicht schaffen können. Tony Stark scheint nicht sonderlich viele SciFi-Geschichten zu kennen. Dann gibt er dem Ding auch noch den Namen Ultron.

Es kommt, wie es kommen muss, und die KI verselbstständigt sich und eruiert, dass die größte Gefahr für den Planeten die Menschheit an sich ist, und wir sozusagen vor uns selbst geschützt werden müssen, was sicherlich nicht unbedingt ein Trugschluss ist, aber mal so gar nicht mit unserem Willen der Persönlichkeitsentfaltung einher geht. Na ja, notfalls kann man das Leben auf dem Planeten wie damals bei den Dinos ja mit einer globalen Katastrophe resetten. Zumal Ultron doch ein wenig was von seinem Schöpfer abbekommen hat, und somit vielleicht doch nicht einfach nur objektiv-kühl kalkuliert, sondern einen gewissen herrischen Unterton mitbringt.

Das ist natürlich eine ganz bewusste Entscheidung, denn Joss Whedon ist ja nicht dumm und weiß, dass unterhaltsame Bösewichter besser sind, als blasse Fieslinge. Deswegen ist Hydra ja auch kein großes Ding, sondern im ersten Teil Scherzbold Loki, und so bekommt auch in Age of Ultron eben Namensgeber Ultron ein paar flapsige Stark-Sprüche drauf. Ganz mit seinem Vorgänger mag er da nicht mithalten können was den Unterhaltungswert angeht, aber einen Tom Hiddleston als Loki übertrumpft man auch nur schwerlich, dafür ist Ultron etwas bedrohlicher.

Dass Whedon allerdings eher in der TV-Landschaft zu Hause ist, merkt man dem Pacing seiner Filme immer etwas an. Im Falle von Age of Ultron hat sich das mittlerweile fast revidiert. Besonders die erste Stunde ist ein stringentes Feuerwerk aus Action und Charakterinteraktionen, und der beste Teil des Filmes. Dann jedoch kommt der Rückzug aufs Landhaus, ein sehr Whedon-esques Segment der Charaktermomente, aber doch ein Teil, in dem der Film schlichtweg mal eine halbe Stunde komplett zum Erliegen kommt. Das ist allerdings auch schon das einzige Pacing-Problem des Filmes, danach geht es fast eine Stunde lang ins Action-geladene Finale. Und gerade die Kampfsequenzen sind diesmal etwas besser umgesetzt und gerade auch besser, was das Charakterzusammenspiel angeht.

Gerade mehr im TV gemacht zu haben kommt Whedon bei den Avengers andererseits vielleicht auch wieder zugute, denn dadurch ist er doch recht gut darin, den ganzen Cast zu handhaben, statt das der Film unter der Anzahl an Persönlichkeiten zusammenbricht, zumal mit Quicksilver und Scarlet Witch ja nun noch zwei weitere Figuren hinzu kommen. Dabei ist Whedon überraschend gut darin, den Charakteren in Age of Ultron Szenen zuzuschustern, die normalerweise eigentlich als zweite Geigen eher so gut wie nichts zu tun bekommen würden. Wie häufig müssen wir denn auch die gleichen Charakteristiken von Thor, Iron Man und Captain America durchkauen, wenn die in deren eigenen Trilogien schon tot geredet sind? Stattdessen gibt es halt mal mehr zu Hawkeye und Black Widow, die selbst im ersten Avengers eigentlich nicht viel taten. Aber auch hier ist Whedon sich bewusst, dass die Normalos des Teams eben nicht mit den Halbgöttern mithalten können, und baut deren menschliche Seite aus. Selbst Cobie Smulders bekommt ein paar nette Szenen.

Abschließend gefällt mir Age of Ultron besser als der erste Avengers – welcher ich ja auch bereits schon gut fand. Minus Loki, dafür mag ich die Charakterinteraktionen hier mehr, und die Action, und eigentlich auch die Handlung, also schon fast mehr oder minder alles. Mein Favorit aus dem Marvel Cinematic Universe ist er nicht ganz, Guardians of the Galaxy reihe ich drüber ein, und was nicht-Marvels seit der Jahrtausendwende angeht wohl auch noch The Dark Knight und X-Men: Days of Future Past, aber dann kommt doch schon Avengers: Age of Ultron sag ich jetzt einfach mal aus dem Bauch heraus.

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The Cabin in the Woods

ava-1911Ein Film benannt nach einem Horrorfilm-Klischee. Und das nicht grundlos, denn das Meta-Design ist der Dreh- und Angelpunkt des Streifens von Drew Goddard und Joss Whedon, der sich bewusst satirisch mit dem Genre und dem Torture Porn auseinandersetzen wollte. Ironischerweise letztendlich von Lionsgate herausgegeben, welche vor den Hunger Games ihren größten Erfolg im jene Subgenre popularisierende Saw fanden.

Ach ja, der Beitrag hier ist übrigens super doll mit Spoilern behaftet, wer sich also nichts verraten lassen will, der sollte nicht weiter lesen. Ich mein, ich bin ja allgemein eher Spoiler-behaftet, aber gerade bei The Cabin in the Woods scheinen alle immer besonders stark darum herum zu tanzen, damit geneigte Zuschauer auch wirklich vom Film überrascht werden. Was ich ehrlich gesagt etwas merkwürdig finde, denn der Aufhänger des Ganzen ist super transparent und absolut nicht überraschend.

Eigentlich könnte der Anfang der perfekt generische Slasher-Film sein. Eine Gruppe Studenten, alle gespielt von Schauspielern, die wie mindestens 30 aussehen, macht sich zu einem Wochenende auf in die Berghütte eines Verwandten, um dort zu feiern. Einer ist der Muskelprotz, eine die Nutte, einer der Bücherwurm, einer der Clown, und natürlich das pur-jungfräuliche Final Girl. Auf dem Weg in die Hütte müssen sie natürlich tanken, wo natürlich ein kryptischer Redneck sie beleidigt und vorm Tod warnt, und natürlich geht in der Hütte ziemlich schnell, nachdem alle sich unrealistisch und dämlich verhalten haben, die mörderische Post ab.

Nur ist die Sache die, dass der Film gar nicht wirklich damit anfängt. Die ersten paar Minuten bevor wir die Studenten auf ihrem Reiseanfang treffen, sehen wir stattdessen zwei Kerle, die in einem geheimen Forschungsinstitut sich auf ein Experiment vorbereiten. Und auch währen des Rests der ersten halben Stunde, bevor die Zombies erwachen, sehen wir sie immer wieder ihr Ding machen. Es dauert also ungefähr knapp 5 Minuten vom Filmstart ab, bis man sich ziemlich eindeutig denken kann, dass dies hier so eine Art Truman Show oder Hunger Games im Horror-Genre ist. Jemand beobachtet diese Kids bei ihrem Trip, will sie abgeschlachtet sehen, jenes Experiment ist eben die geheime Steuerung dieser Geschehnisse.

Und sobald das erste Opfer ums Leben kommt, und sie das erste Mal jene Hebel umlegen, ist einem auch ziemlich schnell klar, wofür dies gemacht wird. Eben nicht wie bei The Hunger Games als perfide Show für die Öffentlichkeit, die von Torture Porn so de-sensibilisiert ist, dass sie nun echte Menschen beim Gang zum Schlachter sehen will, sondern als moderne Version der ritualistischen Opfergaben, um Alte Götter zu befriedigen. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob ich das als verpasste Chance oder als originelle Idee sehen will.

Nun zumindest führt es dazu, dass im letzten Drittel so richtig die Post abgehen kann, wenn erwartungsgemäß das Opferritual nicht genau wie geplant läuft, zwei überlebende Kids dahinter kommen, und das ganze Ding aus dem Ruder läuft und die ganze Forschungsanstalt von den für ihr Experiment gezüchteten Horror übernommen wird. Und immerhin, das Voyeuristische im Menschen kann der Film dennoch nebenbei ankreiden, immerhin haben wir ein ganzes Institut voll Leute, die auf den Ablauf Wetten abschließen und sich das ganze Ding fasziniert anschauen.

The Cabin in the Woods ist genau genommen tatsächlich Pi Mal Daumen in drei halbstündige Drittel geteilt. Zunächst das Setup bis zum Erscheinen der Monster, dann das Abschlachten der Kids in und um die Berghütte, und dann die letzte wenn alles auffliegt und aus dem Ruder läuft. Dabei kann dadurch vor allem die erste Stunde für viele langweilig sein, eben weil es alle üblichen Horror-Tropes bedient. Denn genau das wird ja aus dem Heimlichen heraus gesteuert. Es gibt einen Grund, warum das Final Girl gewinnen muss. Es gibt einen Grund, warum man immer die gleichen Charakter-Stereotypen bedient. Es gibt einen Grund, warum die Kids aus dem Nichts rattig werden oder die dümmsten Fehlentscheidungen treffen. Und als besonderes Schmankerl ist der Keller voller Hints auf andere Horrorfranchises, die entscheiden, wo von die diesmalige Gruppe getötet wird, ganz davon abhängig, ob sie das Tagebuch lesen, die Filmrollen sich ansehen, oder doch zuerst die Hellraiser Puzzle-Kugel gelöst wird.

Man könnte also durchaus behaupten, dass The Cabin in the Woods ein Horrorfilm für Horrorfilm-Fans ist. Er halt Nods zu beliebten Serien, er benutzt die üblichen Klischees auf mehr oder minder clevere Art… nur ist es so, dass viele Horrorfilm-Fans eben jene „meta“-Sache, wie sie Scream beliebt gemacht hat – nämlich eben alle Tropes des Genre zu nutzen und mit dem Finger drauf zu zeigen – ziemlich ermüdend finden. Und eben, wenn man nicht davon unterhalten wird, jene zu entdecken und zu sehen, wie The Cabin in the Woods sie in sein Konzept einbaut, der bekommt eben in der ersten Stunde einen absoluten Standard-Slasher wegen ihnen geboten, der wahrscheinlich langweilt. Die letzte halbe Stunde hingegen, wenn es aus jenen ausbricht, scheint fast jedem zu gefallen. Wobei es dann umso mehr auffällt, wenn die „realen“ Ereignisse außerhalb des Experiments die gleichen Film-Logiksprünge machen. Warum genau sollte es einen einzelnen roten Knopf geben, der alle Horror-Kreaturen auf einmal ins eigene Institut frei lässt und noch nicht mal beim Aktivieren eines solchen Sicherheitsschleußen sich schließen?

Ich muss sagen das mir The Cabin in the Woods doch ziemlich Laune bereitet hat, aber eben, dies funktioniert nur, wenn für einen das Gimmick, um den sich fast der ganze Film aufbaut, auch funktioniert. Wem es nicht gefällt, wenn Horrofilme auf ihre eigenen Genrekonventionen aufmerksam machen, nur um sie dann leicht belächelnd dennoch zu nutzen, der wird hier nicht glücklich.

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Buffy: Season Nine

ava-1457Anfang des Jahres hab ich mich durch alles 7 Staffeln von Buffy geschaut, danach gleich mit Season 8 in Comicform weitergemacht… und da vor einigen Monaten auch Season 9 fertig geworden ist, kann ich noch dieses Jahr den Buffyton beenden. Vorläufig zumindest, bis dann nächstes Jahr Season 10 startet. Ugh, wer liest das Zeug? Ach ja, ich.

Man wird sich vielleicht daran erinnern, dass ich Season 8 ziemlich scheiße fand, und ich kann schon mal sagen, dass Season 9 definitiv besser ist. Dennoch nicht gut. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht so ganz genau, was ich von ihr halte, sie ist nämlich weitestgehend einfach nur schrecklich… „blah“.

Ich mein, es gibt nur einen wirklich dämlichen Einfall. Nämlich wenn Buffy denkt schwanger zu sein. Und sich dann für eine Abtreibung entscheidet. Und zu Spike in sein Raumschiff mit der Insektencrew zieht (ach ja, Spike hat in Season 8 ein Insektenraumschiff bekommen btw). Doch dann finden wir raus, dass dies doch nur falsche Symptome waren, in Wirklichkeit ist Buffy gar nicht schwanger, sondern nur ein Roboter.

Ach ja, und in der Hölle gibt es Facebook. Warum auch nicht…

Die Sache ist die, wenn ich genau darüber nachdenke, so sind die zugrundeliegenden Einfälle gar nicht mal so schreckliche „das wäre für die TV-Serie viel zu dumm gewesen“-Sachen, wie das was uns Season 8 beschert hat. Diese Dinge hätten total auch in der Serie passieren können. Nun ist natürlich die Frage ob das ich in Season 9 über sie nur den Kopf schütteln konnte damit zusammenhängt, dass ich den Comics dank Season 8 gegenüber voreingenommen bin, oder ob Season 9 es einfach nur falsch aufzieht. Wahrscheinlich letzteres. Aus den moralischen Implikationen mit den zwei Buffys – während ihr wahres Ich im Roboter sicher ist, lebt ihr Körper zu seinem eigenen Ego erwacht dennoch in Sicherheit weiter – macht Season 9 nämlich gar nichts, sondern verfrachtet Buffy ohne Murren und Knurren in ihren Körper zurück und löscht damit ja eigentlich das neue Ego aus. Die TV-Serie hätte sich diesen Konflikt nie entgehen lassen, Season 9 scheint nicht mal zu erkennen das hier einer besteht.

Die Handlung diesmal dreht sich übrigens um den Fallout von Season 8, an dessen Ende Buffy den Seed of Magic zerstört hat und somit die Quelle der Magie aus der Welt entschwunden ist. Irgendwie bedeutet das immer noch, dass übernatürliche Wesen wie Vampire, Dämonen und Slayer existieren, die ihre Macht aus sich selbst ziehen, dafür Magie-leihende Dinge nicht mehr gehen, vorrangig gibt es keine Hexen mehr und Dämonen können aus ihren Reichen nicht mehr in unseres wechseln. Das macht so ziemlich jeden ziemlich sauer auf Buffy und sie selbst mal wieder schrecklich selbstmitleidig. Irgendwie ist die Buffy in den Comics schrecklich unsympathisch, quasi wie ihre schlimmsten Momente in Season 7, nur ständig.

Was ich ja etwas amüsant fand, ist, dass der Plan der Bösewichte diesmal ist in der Zeit zurückzureisen, um die Zerstörung des Seeds zu verhindern. Während der Plan der Guten ist, einen neuen Seed zu erschaffen. Jepp, Season 9 ist dazu da, um einen Retcon von Season 8 zu machen! Und das, wo ein Thema der Season zu sein scheint, dass man die Vergangenheit ruhen lassen soll, da man sie eh nicht ändern kann.

Es gibt genau zwei Dinge, die mir an Season 9 gefielen. Zum einen find ich es gut, dass die Sache diesmal enger gestrickt ist. Es gibt nur 25 statt 40 Heftchen und der Cast ist auch wesentlich kleiner, statt viele Nebencharakter und Nebengeschichten zu jonglieren, die alle nirgendwohin führen. Apropos Nebengeschichte: Die zwei „Billy the Vampire Slayer“ Ausgaben haben mir wirklich gefallen, in denen ein Junge in einer Kleinstadt einen auf Slayer macht und sein Schwarm zu dessen Watcher wird. Diese kleine Nebengeschichte war wirklich witzig und charmant, zwei Dinge, die es in Buffy the Vampire Slayer nicht mehr gibt (selbst der Zeichenstil ist besser). Zunächst war ich mir nicht so sicher, was ich davon halten soll den einzigen männlichen Slayer schwul sein zu lassen, als ob das eine Message ist, dass man als Schwuler weibisch oder kein richtiger Kerl sei, aber das ist natürlich Blödsinn. Ich fang schon an wie Hardcore-Feministinnen überall wegen jahrelanger schlechter Repräsentation eine Verschwörung zu sehen.

Was ich übrigens noch nie leiden konnte sind Crossover. Was hat es mich genervt, wenn in der TV-Serie Dinge angesprochen aber nie erklärt werden, die in Angel passiert sind. Season 9 ist voll davon. Es gibt mindestens zwei Charaktere, die auftauchen, und deren Hintergrundgeschichte wichtig zu sein scheint, die hier aber nicht erzählt wird, weil sie schon in den Angel & Faith Comics waren. Willow und Spike verlassen Buffy und kommen wieder, ohne uns zu erzählen, was sie auf ihrem Selbstfindungstrip gelernt haben, weil dies in den eigenen kurzen Spinoffs erzählt wurde. Billy, der sich Buffy angeschlossen hat, ein paar Heftchen als nutzloser Charakter vor sich hin dümpelt, wird anschließend wieder aus Season 9 rausgeschrieben, weil er bei einer Bedrohung in seiner Heimatstadt helfen muss – was natürlich sein eigenes Spinoff ist. Ich hasse es mir so vorzukommen, als würde ich die Hälfte der Charakterzeichnung verpassen, weil ich diese ganzen Spinoffs nicht lesen will.

Am Ende bleibt einfach zu sagen, dass auch Comic-Season 9 nur ein schwacher Schatten der TV-Serie ist, nicht so schrecklich wie Season 8, aber eben kolossal „meh“ bleibt. Sie bietet wenig zum Mögen, dafür einige Ansätze zum Gegenteil.

Buffy: The Movie

ava-1232Noch bevor Joss Whedon seinen TV-Hit erschuf, wurde sein Script um die blonde Cheerlederin, die zur auserwählten Vampirkillerin wird, adaptiert. In einem Film der frühen 90er, von dem Joss Whedon gern vergessen würde, das es ihn überhaupt gab, ist er mit dem Ergebnis mal so gar nicht zufrieden gewesen. Ich muss eingestehen, dies war mein erstes Treffen auf Buffy, damals vor ewigen Ewigkeiten, als die Erde noch jung und ich Teenager war, und so katastrophal, wie er gern hingestellt wird, fand ich ihn damals gar nicht.

Grundsätzlich ists natürlich das gleiche Konzept: Buffy Summers ist blond, athletisch, beliebt und mal voll das Valley Girl hier. Das Weib ist echt hohl bis zur Unsympathie und ihre Freunde, mit denen sie sich umgibt, sind ähnliche Heliumballons auf heißen Körpern. Doch dann begegnet ihr ein alter Kerl im Trenchcoat, der sie verfolgt und zulabern beginnt, und statt ihn anzuzeigen, weil er wie ein Mädchenmörder daher kommt, geht sie mit ihm auf den Friedhof Vampire killen. Weil das ist ihr Schicksal. Kommt dann noch ein Obervampir um die Ecke und Buffy verliert über all die Meuchelei Untoter ihre hohlen Freunde, lacht sich dafür einen Pothead an, verliert ihren Watcher an den Obervampir und bringt jenen dann beim Schultanz um die Ecke.

Ich muss schon sagen, sonderlich toll ist Buffy the Vampire Slayer Marke 1992 echt nicht. Sondern schon ein wenig blöde, und auch nicht sonderlich mit liebenswürdigen Charakteren gesegnet, genau genommen mag man nicht einen so richtig. Vielleicht mal abgesehen von Paul Reubens als rechte Hand des Obervampirs, weil der echt seinen Spaß mit dem Blödsinn hier zu haben scheint. Besonderes Highlight ist seine Sterbeszene, von der ich es kaum glauben kann, dass sie es in den fertigen Film geschafft hat, weil das ganze Ding total fehl platziert wirkt und eher so, als hätte er am Set rumgeblödelt. Eine Szene für die Outtakes, nicht fürs finale Produkt. Umso besser, dass sie es rein geschafft hat. Denn womit sich so ziemlich der ganze Rest des Filmes beschreiben lässt, ist kolossale Langeweile. So richtig irgendwas von Interesse mag nicht passieren und die Fight Scenes sind auch reichlich mau.

Allerdings ist es einer jener Filme, in dem man das beliebte „Spot the Actor“ spielen kann, weil es voller späterer Stars ist, die sicher nicht daran erinnert werden wollen, dass sie hier drin zu sehen waren. Wie die Rutger Hauer und Donald Sutherland für den Film bekommen konnten, bleibt mir eh ein Rätsel, die waren damals schon zu gut hierfür. Dann hätten wir aber noch einen frühen Auftritt von Hilary Swank als eine von Buffys Freundinnen, David Arquette als Pikes Freund, sowie Ben Affleck und sogar Seth Green als Extras, die nicht mal in den Credits auftauchen.

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Buffy: Season Eight

ava-1221Josh Whedon scheint eine lukrative Möglichkeit gefunden zu haben, seine abgesetzten Serien doch weiter zu führen. Nämlich in Form von Comics. Ernsthaft, es gibt welche zu allen Serien. Angel, Angel & Faith, Spike, Serenity selbst zum eigentlich abgeschlossenen Dollhouse und dem One Off Dr. Horrible. Und natürlich auch Buffy, wo von 2007 bis 2011 die offizielle Season Eight in 40 Kapiteln veröffentlicht wurde. Plus anschließend gleich die immer noch laufende Weiterführung in einer Season Nine.

Und wenn man mal drüber nachdenkt, ist das keine so üble Idee. Ich habe glaube ich schon mal erwähnt, dass die Outlines seiner Serien einfach so schwarz auf weiß gelesen für mich eh weniger nach einer Live Action denn einem Anime ausschauen würden… oder eben Graphic Novels. Außerdem hat man größere kreative Freiheiten, kommt in keine Probleme damit, dass Dinge auf Grund des Budgets nicht umsetzbar sind und hat keine Zickereien von Schauspielern, die raus wollen, andere Gigs haben oder einfach altern.

Wie gesagt schließt das Ding natürlich direkt ans Ende der TV-Serie an. Buffy hat sich also entschlossen ihre Slayer-Kräfte zu teilen und alle potentiellen Anwärterinnen zu erwecken. Nun gibt es eben jene Slayer Squats, die fast militärisch organisiert sind, rund um die Welt. Das hat natürlich auch Schattenseiten, nämlich Rogue Slayer, die den Richtlinien nicht folgen wollen, und lieber ihre Kräfte für ihren eigenen Spaß missbrauchen; das US-Militär ist über die neue Kräfteverhältnisse auch nicht begeistert und wollen die Slayer aus dem Weg räumen; und dann führt der aktuelle Vampir-Hype auch noch dazu, dass die Öffentlichkeit auf deren Seite ist und die Vampirkiller blöd findet.

Ich muss sagen, ein paar Momente in der Serie fand ich ganz nett. Die Vampirverliebtheit, die ihr ja eigentlich nur Nutze sein kann, aufs Korn zu nehmen beispielsweise und den Codenamen der Anti-Slayer-Aktion tatsächlich „Twilight“ zu nennen, beispielsweise. Auch war die Sidestory ganz nett, in der es Buffy in die Zukunft zur dortigen Slayer versetzt (die wohl auch auf eine Whedon-Comic-Reihe zurück geht), welche dann Buffy bekämpft, weil diejenige natürlich, sollte sie wieder in ihre Zeit zurück kehren, etwas gegen diese schlechte Zukunft unternimmt, damit aber auch ihre Existenz auslöscht.

Doch die meiste Zeit über war ich nicht sonderlich begeistert von Season Eight. Für mich war der Erzählstil allein schon viel zu holprig. So hatte ich regelmäßig das Gefühl, Panels oder gar ganze Kapitel zwischen Ereignissen verpasst zu haben, als ob mir irgendwas Wesentliches entgangen wäre, was die Geschichte nun von Punkt A auf Punkt B gebracht hat. Auch viele Gefühlzustände haben schrecklich plötzliche Wandel. Nicht zu vergessen, dass es mal wieder sehr offensichtlich ist, dass die Serie nach Season Five es nie mehr geschafft hat, Dawn irgendwie einzubinden, woran auch ihre komischen Verwandlungen hier nichts ändern, da sie so nebenbei laufen.

Aber am Schlimmsten ist, dass die ganze Handlung einfach so unglaublich nach schlechter Fanfiction schreit. Leute, die tot sein müssten, schauen links und rechts wieder auf. Warren und Amy arbeiten plötzlich mit den Militärs, Spike kommt fürs Finale wieder, der Master auch. Und alle erfüllen natürlich einen noch größeren Zweck in den kosmischen Ereignissen, als wir schon wussten. Buffy treibts mit nem anderen Mädel, bekommt Superheldenkräfte wie Sonic Speed und Flug. Und dann, für die letzten zehn Issues oder so, wird es einfach nur unglaublich dämlich, und hört gar nicht mehr auf. Jumping a whole ocean of sharks. Angel ist der Bösewicht, der hinter Twilight steckt? Aber er ist nicht wirklich böse, auch wenn er viele getötet hat. Denn eigentlich ist es ja alles nur ein großer Plan, den der Kosmos für ihn und Buffy hatte. Und dann ficken sie eine neue Realität in Existenz, die die aktuelle zerstören will, was aber Buffy nicht zulässt, weil damit ja ihre Freunde untergehen würden, auch wenn das neue Paradies sie mit Angel glücklich machen würde. Und dann zerstört sie ein Magical McGuffin, von dem wir bisher nie was gehört haben, welches natürlich beim Hellmouth abhängt, und alles geht auf Null zurück. Keine Slayer-Armee mehr, keine Hexen mehr, nur Buffy gegen die Vampire. Ugh, da wird man doch glatt beim Lesen dümmer von.

Ich muss sagen, ich bin auch kein großer Fan vom Zeichenstil, oder besser geschrieben Stilen, wovon es nämlich 4 gibt. Die alternativen, fotorealistischen Cover finde ich echt hübsch, allerdings ist es natürlich klar, dass der eigentliche Comic so nicht gezeichnet sein wird, weil das einfach zu viel Arbeit machen würde. Der eigentliche Stil schwankt mal von annehmbar zu seltsamen Proportionen und der Tatsache, Charaktere, die in ihren Teen/Twens sein sollten, wie Mitte 40 aussehen zu lassen. Da hätte ich fast lieber den Zeichenstil durchgängig der Future-Arc, die nämlich vom Zeichner von Fray übernommen wurde. Ganz nett ist auch das Gimmick der Traum-Episode, in der Buffy wieder in der High School ist und welches wie die nicht realisierte Animated Series gezeichnet wurde – würde ich aber nicht für die eigentliche Geschichte haben wollen.

Quickies

ava-1220Oh my, Quickies hatten wir schon eine Weile nicht mehr, hmm?

Melissa & Joey. Ich hab Melissa Joan Hart damals auf Nick immer in Clarissa Explains It All geschaut. Sabrina dann nicht mehr so, die Serie wurde mir zu schnell zu kindisch. Joey Lawrence sollte ich eigentlich auch kennen, Blossom hab ich nämlich auch eine Weile lang geschaut. Auf jeden Fall sind die beiden in einer neuen Sitcom zusammen, hab die 45 Folgen der ersten zwei Staffeln geschaut (die 12 Folgen von 2010 und die 18 Folgen von 2011 zählen seltsamerweise als Season 1 statt zwei Staffeln zu sein). War ganz nett. Amerikanische Sitcoms sind immer schrecklich generisch und auch die hier bietet nicht so viel neues, aber immer mal wieder eine halbwegs charmante Lowbrow Comedy hier und da ist ganz nett sich von beschallen zu lassen, und ganz charmant ist Melissa & Joey schon. Finds auch ganz nett, dass es kein ganz so offensichtliches „Kriegen sie sich, kriegen sie sich nicht“-Rumgetanze ist.

Extras. Eine kurzlebige Britcom (sind sie das nicht alle?) von 2×6 Folgen und einem Special in Spielfilmlänge. Über das Leben zweier Nebendarsteller, sie ewig auf der Suche nach einem Mann und weniger socially awkward zu sein und er endlich eine Sprechrolle zu bekommen, bzw. in Season 2 damit unzufrieden, in einer LowBrow Comedy zu enden, bzw. im Special auf Big Brother abzurutschen. Das Besondere hieran ist, dass in jeder Folge ein echter Star vor kommt und sich herrlich über sich selbst lustig macht. Kate Winslet will unbedingt in einen Holocaust-Film oder einen Krüppel spielen, weils Oscar-Garanten sind und sie schon vier Mal leer ausgegangen ist. Daniel Radcliffe ist ein Muttersöhnchen, Orlando Bloom eine im Schatten Depps stehende Aufmerksamkeitshure und George Michael treibt sich immer noch in Schwulenparks rum. Ehrlich gesagt nicht mal eine Serie, bei der man wirklich häufig herzhaft lacht, aber deren Quirkiness einen doch weiterschauen lässt.

The Guild: Season 6. Ich war fast etwas überrascht, als Folge 12 dann klar machte, dass die Reihe rum ist. Wobei, mittlerweile braucht Felicia Day das Sprungbrett wohl nicht mehr. Ich kann ehrlich gesagt nicht behaupten, dass ich The Guild vermissen werde. Ich fand es echt witzig und charmant zu Beginn, aber wie längere Leser mittlerweile wohl wissen werden, hab ich ab einer gewissen Staffel bei vielen Serien Ermüdungserscheinungen und gerade bei Comedies bleiben die Lacher einfach aus. Ist hier leider nicht anders gewesen.

Dr. Horrible’s Sing-Along Blog. Joss Whedon mag Muscials, wie wir seit Buffys „Once More, With Feeling“-Episode wissen. Also hat er eines per Webserie erschaffen. Neil Patrick Harris ist ein Möchtegern-Superschurke, der sich nicht traut Felicia Day, in die er verliebt ist, anzusprechen. Die dann auch noch mit seinem Nemesis-Superhelden Patrick Fillion anbandelt. Letztendlich bekommt Dr. Horrible, was er wollte… und doch wieder nicht. Fand es ganz ok, ist vor allem recht kurz, gerade mal die Länge einer TV-Folge, immerhin diesmal mit einem Cast, der auch singen kann und nach einer etwas zähen ersten Hälfte kommt die zweite eigentlich recht gut.

Buffy: Season Seven

ava-1210Der neue Sender hatte sich also vertraglich zwei weitere Buffy-Staffeln gesichert. Dabei sollte es dann auch bleiben. Sicher, die Serie hatte immer noch gute Ratings und war unter den Sender-Top-5, doch Sarah Michelle Gellar beschloss nicht für eine weitere Staffel zurückzukehren, auszusteigen, solange die Serie noch beliebt ist (Season 3 ist und bleibt die Rating-stärkste, seither ging es langsam bergab) und damit war klar, Season 7 wird das TV-Finale.

Und so ganz traurig drum sein kann ich nicht. Mal ernsthaft, wie viele Serien gibt es, die es über 5 Staffeln schaffen, die nicht zunehmend mit jeder weiteren ordentlich an Dampf verlieren? Eine Serie abzusetzen, so lange man sie noch gut in Erinnerung hat, statt sich irgendwann zu wundern, dass DAS immer noch läuft (looking at you, Simpsons), ist doch viel schöner. Und Buffy hat an Schwung verloren, Season 6 mag noch mal mit dem Senderwechsel und dem Mut, richtig fies zu sein, frischen Wind aufleben gelassen haben, doch Season 7 fehlt es für mich dann jetzt bereits an Kraft.

Nachdem die vorige Staffel wohl doch etwas zu düster ist, versucht man hier wieder, mehr Witz zu injizieren. Es gibt mehr knackige Sprüche und witzige Momente, mehr Charaktere, die sich gegenseitig aufziehen, weniger gewhine. Selbst im großen Serienfinale, in dem durchaus Charaktere sterben können, lässt man sich den einen oder anderen Gag nicht entgehen. Irgendwo ist das ganz nett, Season 6 war vielleicht stellenweise doch etwas zu trocken.

Was mir aber etwas fehlt, sind die Charaktere. Es gibt nicht genug sympathische Scooby Gang und zu viele Neuankömmlinge, mit denen wir nie so richtig warm werden wollen. Besonders schlimm find ich die Mini-Slayers, die sich ab der Serienhälfte anzusammeln beginnen. Ab da an hüpfen hier immer wieder zwischen einem halben bis zwei Dutzend Mädels durch die Gegend, über die wir letztendlich kaum mehr erfahren, als ihren Namen, wenn überhaupt das. Ist schon ganz ironisch, wenn sie Buffy später rausschmeißen, weil sie zu herrisch geworden ist und dabei nicht genug auf sie eingegangen ist, ja von vielen noch nicht mal den Namen gelernt hat. Denn die Serie hat es bis dahin selbst nicht geschafft, dass ich mich an irgendeinen derer Namen erinnern könnte. Das Buffy für den großen Endfight eine kleine Armee benötigt mag ja schön und gut sein, aber hätten die, wenn sie schon keine Charakterisierung erfahren, nicht wesentlich später auftauchen können, anstatt schon so früh wichtiges Rampenlicht zu stehlen?

Wer dafür zu spät kommt, ist ein spaßiger Bösewicht. Der große Böse ist diesmal eben genau das: Das Große Böse, das Erste Böse. Zu fies für einen Namen und so. Nimmt immer mal wieder Gestalt von diversen Charakteren an, um mit den Leuten zu interagieren und macht auch zunächst einen auf recht netten Psychokrieg, aber so richtig fassbar ist es nicht, denn es ist ja ein Formloses Konzept mehr denn ein Monster. Nathan Fillion als der misogyne Priester Caleb, der erst für die finale Hand voll Folgen auftaucht, lässt einen doch schnell merken, dass man genau einen solchen Antagonisten den Rest der Staffel über vermisst hat.

Buffy ist etwas arg arschig häufig und kann sich nicht so wirklich entscheiden, ob sie sich nun überheblich fühlen will, weil sie so viel stärker als alle anderen ist, oder sich genau deswegen minderwertig fühlen soll. Spike ist zurück und hat jetzt eine Seele, was ihn, nachdem er den damit einhergehenden Wahnsinn abgeschüttelt hat, ziemlich weinerlich macht. Überhaupt ist jeder für die finale Staffel zurück, Faith, Angel, alle toten Charaktere werden mal vom Ersten Bösen verkörpert…

Ich weiß nicht. Ok war die Staffel schon, aber doch insgesamt eine der schwächsten und häufig einfach unfokussiertesten der Serie, bei der ich häufig nicht so recht sicher war, wo sie überhaupt hin will und warum ich mich jetzt um die Charaktere scheren soll. Ein netter Abschluss, aber kein großer Bam.

Buffy: Season Six

ava-1199Nach fünf Staffeln und punktgenau 100 Folgen setzte WB Buffy also ab, da sie die Gagen nicht erhöhen wollten. Witzig, ähnliches führte dazu, dass Angel nach ebenfalls fünf abgesetzt wurde, wo Joss Whedon zu sehr auf eine frühe Wiederaufnahme der Serie drängte. Der Mann und das TV, keine Liebesgeschichte. Doch zumindest bei Buffy passierte was, was nicht so häufig der Fall ist. Die Serie war ja immer noch beliebt und so sprang ein anderer Sender ein und kaufte sich vorerst mal zwei weitere Seasons.

Ich bin mir ziemlich sicher es war diese Staffel, von der ich den Anfang damals im TV mitbekam und der mich davon überzeugte, dass ich ihr doch mal mehr Aufmerksamkeit zugestehen sollte, als ich zunächst dachte. Schon wegen dem Eröffnungszweiteiler, in der Willow ein Rehkitz ersticht, um das Blutopfer zur Wiedererweckung der toten Buffy zu bekommen, die sich dann mit ihren bloßen Händen einen Weg aus ihrem Grab kratzen muss. Und die Eröffnung in der dritten Folge, nachdem alle so froh sind, dass sie wieder da ist und sie wohl aus einer qualvollen Höllendimension gerettet haben, dass sie in Wahrheit an einem guten Ort war, dem Himmel wenn es ihn den gibt, und sie zurück in diese reale Welt, diese Hölle, geholt worden ist.

Denn Season 6 ist die Depri-Staffel der Serie, in der alles zu bröckeln und auseinanderzufallen beginnt. Giles verlässt die Truppe und zieht zurück nach England. Xander lässt Anya am Traualtar stehen, die darauf wieder zur Dämonin wird. In einem Schrei nach Aufmerksamkeit wird Dawn zur Diebin. Buffy hasst es wieder da zu sein und beginnt mit Spike zu schlafen, um sich selbst zu verletzen, was nachdem sie ihn endgültig abserviert, er aber besessen von ihr ist, in einem Vergewaltigungsversuch seinerseits eskaliert. Sie ist in einem Scheißjob in einer Fast-Food-Kette hängend, ohne Aussicht je wirklich was erreichen zu können, weil das Schicksal ihr den Slayer-Dauerjob auferlegt hat.

Nicht zu vergessen Folge 617 „Normal Again“, einer meiner Lieblinge der Serie, weil es die Mindfuck-Episode ist. Buffy erwacht plötzlich in einer Irrenanstalt und bekommt gesagt, dass sie hier seit 6 Jahren ist. All die Ereignisse in Sunnydale sind nur ihre Wahnvorstellungen gewesen. Die Folge macht sogar ein gutes Statement, dies könnte so sein, in dem sie uns noch mal offenbart, wie schwachsinnig und unglaubwürdig die Ereignisse in der Serie streng genommen doch eigentlich sind. Auch das Auseinanderfallen der Freunde und die sehr schwachen Antagonisten der Staffel bringt es als Punkt, dass Buffy dies nur träumt und ihr nach all der Zeit die Kontrolle über ihre eigene Traumwelt entgleitet. Und der echte Kick? Buffy mag wieder nach Sunnydale zurückehren und ihre Slayer-Rolle erfüllen, wir als Publikum werden aber im Dunkeln gelassen, was nun wirklich wahr ist, ob sie nicht vielleicht doch einfach eine Wahnsinnige in einer Anstalt ist, die sich in eine Fantasywelt träumt.

Die erwähnt schwachen Antagonisten sind diesmal keine Dämonen oder Chaosgötter, sondern einfach ein Idioten-Trio an Nerds, die Magie wie Wissenschaft nutzen, um sich ihre dämlichen Nerd-Fantasien zu erfüllen, wie an Geld und Mädels zu kommen. Die Serie nutzt dies, um da durchaus auch in dunkle Stellen zu leiten. Gutes Beispiel hierfür ist Folge 613 „Dead Things“, in der sie einen Zauber nutzen, um ihnen ein hübsches Mädchen willig zu machen. Ganz normale Nerd-Fantasie, gell? Ganz harmlos und Thema so vieler Liebeszauber-Love-Comedies, gell? Nun, nachdem das Mädel aus der Trance erwacht konfrontiert es das Trio damit, was dies letztendlich wirklich war: Eine Vergewaltigung. Führt dazu, dass sie das Mädel im Affekt umbringen, was wiederum dazu führt, dass das Nerd-Trio nun eine Schwelle überschritten hat, von der sie nicht wissen, wie sie zurückkehren können und Buffy in ihrem Vertuschungsversuch erst wirklich zu ihrer Gegnerin machen.

Willows Verwandlung ist diese Staffel übrigens komplett. So langsam über die Serie hinweg hat sie sich von der schüchternen Loserin gewandelt, wurde attraktiver, selbstsicherer, führt Beziehungen und ist als Hexe erwacht, die nach und nach stärker wurde. Aber die vorigen Staffeln haben auch zusehends dahin gehintet, dass sie knapp davor steht, jene Mächte zu missbrauchen und wenig moralische Einwände dagegen hat. Season 6 lässt dies nun eskalieren, benutzt sie doch für jede Kleinigkeit ihre Magie, manipuliert sich sogar ihre Freunde zu ihren Gunsten und hat letztendlich die Gleichsetzung der Magienutzung mit Drogen. Erst als ihre Freundin Tara darüber mit ihr Schluss macht und sie beinahe Dawn tötet, geht sie auf Entzug für den Rest der Staffel. Bis… ja bis kurz vor Finale, wenn Buffy Warrens Plan erneut durchkreuzt hat und der in seiner gewachsenen Verzweiflung um sich schießt und dabei Tara tötet, die gerade wieder mit Willow zusammengekommen ist. Willow channelt ihre Kräfte, wird zum bösen Racheengel, der das Idiotentrio jagt und ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Haut über die Ohren zieht und somit überraschend zum Endboss der Staffel, der aufgehalten werden muss.

Jepp, Season 6 lässt nichts und niemanden unbeschadet aus sich hinauskommen, ist definitiv die düsterste der Serie. Was nicht bedeuetet, dass es nicht auch witzige Momente und so gibt, die sind nur zurückgeschraubt. Die unterhaltsamste Folge vom Spaßfaktor her und nach „Hush“ in Season 4 und „The Body“ in Season 5 die dritte große, viel besprochene der Serie ist 607 „Once More, With Feelin“, die Musical-Episode, in der plötzlich alle in choreographierte Gesangseinlagen ausbrechen (und übrigens in dieser Staffel die einzige Folge, für die Joss Whedon selbst Zeit gefunden hat, sind es normalerweise doch drei bis fünf). Es ist eine echt witzige Folge, auch wenn man eingestehen muss, dass man natürlich merkt, dass diese Schauspieler vor sechs Jahren nicht primär wegen damals nicht wichtiger Gesangskünsten gecastet wruden. Anthony Stewart Head und Amber Benson sind die einzigen wirklich guten Sänger, während immerhin James Marsters und Emma Caulfield ebenfalls gute Leistung abliefern und man den Rest des Casts nicht unbedingt ein zweites Mal singen hören müsste. Das interessante an der Episode ist jedoch, dass sie erstaunlich wenig deplatziert wirkt. In einer Serie, die Genres sowieso stark mixt und bei der alles mit „Magie/Flüche sind dafür verantwortlich“ wegerklärt werden kann, schluckt man auch einfach, dass alle zu Singen beginnen, weil der Dämon des Tages sie manipuliert. Und es ist auch eine wichtige Folge, nutzt Whedon doch die Musical-Tatsache, dass Leute ständig spontan einfach ihre Gefühle vor allen anderen zu singen beginnen dazu, lang gehütete Geheimnisse, die sie sich nie ohne Zwang erzählen würden, ans Tageslicht kommen zu lassen.

Buffy: Season Five

ava-1196Joss Whedons Verhältnis zu TV-Sendern scheint schon immer etwas wackelig gewesen zu sein. Noch bevor Dollhouse nach zwei Staffeln abgesetzt wurde, noch bevor Firefly nicht mal durch eine kam, noch bevor der ausgeübte Druck einer schnellen Angel-Wiederaufnahme die Serie nach fünf hat absetzen lassen… entschied sich WB, dass sie ihre Hit-Serie nicht mehr auf ihrem Kanal brauchen, erneuerten Buffy nicht für eine sechste Staffel.

Season 5 ist die Dawn-Staffel. Den Traum, den Buffy von Faith hatte, in dem sie das Bett für einen neuen Ankömmling gemacht haben? Taras „Be back before Dawn“ in der Traum-Episode? Hints auf die Tatsache, dass hier ein neuer Charakter, eben mit dem Namen Dawn, hinzutrifft. Das ist Buffys 14-jährige Schwester. Die hat sie plötzlich und jeder agiert, als wäre sie schon ewig in der Serie, was einen als Zuschauer erst mal herrlich aus der Bahn wirft. Das Spiel wird jedoch nicht allzu lang betrieben, in Folge 4, wenn sich Joyces Tumor zum ersten Mal kurz bemerkbar macht, ist sie nämlich für einen Moment überrascht, wer Dawn sein soll und wenn Buffy eine Folge später den Zauber nutzt, der magisches Eingreifen zeigt, merkt sie, dass Dawn eigentlich nicht existieren sollte, sondern der Schlüssel ist. Dawn ist also ein lebendiger Plot Device. So werden gerne schlecht geschriebene Charaktere genannt, deren einzige Rolle es ist, die Handlung voranzutreiben oder aus einer Situation zu helfen, wenn man sich in eine Ecke geschrieben hat. Peach im Mario-Universum wäre so was, ist ihre einzige Existenzberechtigung doch jener, entführt zu werden, damit das Abenteuer überhaupt beginnen kann. Ein anderes Beispiel wäre der PSI-Futzi im ersten Species-Film, der nur dazu da ist, um mit seinen sporadischen Visionen die Charaktere gerade so eine Sekunde zu spät an die Schauplätze von Sils Treiben zu bringen. Überlasse es dem alten Witzbold Joss Whedon, das Konzept auf die Spitze zu treiben und einen Charakter zu erschaffen, der quasi genau dies ist.

Das kleinere Thema der Staffel ist übrigens der Wahnsinn. Hauptsächlich dadurch, dass der Bösewicht diesmal ein Geschlechtswandelnder Gott ist, der wahnsinnig ist, dies aber sozusagen auf andere Menschen übertragen kann, weswegen in dieser Staffel eine Menge Verrückter durch die Gegend wanken. Erstaunlicherweise haben genau jene allerdings die Klarheit, hinter Dawns Maske zu sehen und zu erkennen, dass sie der Schlüssel ist, den der Bösewicht eigentlich bräuchte aber nicht finden kann. Nicht zu vergessen, dass der Tumor in Buffys Mutter entdeckt wird, der sie auch immer wieder austicken lässt, bis die Operation sie von ihm befreit.

Jedoch das große Thema der fünften Staffel ist Familie. Giles, der in der vorigen Staffel etwas unnütz war, wird wieder als Wächter eingesetzt und trainiert Buffy weiter. Wir bekommen eine Flashback-Episode in der Spike seine ersten Stunden in seiner neuen Vampir-Familie erzählt. Taras Familie kommt zu Besuch und will sie mitnehmen, die bleibt aber lieber bei ihrer neuen „Familie“ der Scooby Gang. Buffy kann nicht anders, als ihre neue Schwester zu lieben, als wäre sie eben real und schon immer dort gewesen. Und die Sorge um ihre kranke Mutter natürlich. Alles gipfelt dann im großen Finale, in dem Buffy sich opfert, um eben alle zu retten, war es doch schon immer das Schicksal der Slayer nicht alt zu werden. Überhaupt spielt die Staffel ihre Finalität ziemlich hoch, diesmal geht es gegen einen schier unbesiegbaren Gott, die Existenz aller Realitäten auf einmal steht auf dem Spiel, die letzte Episode startet mit einem Staffelübergreifendem Flashback und endet eben mit dem Tod des Hauptcharakters.

Kleine Hints auf Staffel 6 werden auch gestreut, mit Dawn, die versucht Joyce wieder zum Leben zu erwecken oder wenn Tara von Bösewichtin Glory wahnsinnig gemacht wird, was Willow kurzzeitig ausrasten und zur bösen Hexe werden lässt.

Interessant im Konzept zumindest ist übrigens die Eröffnungsfolge 501 „Buffy vs. Dracula“, in der eben genau jener auftaucht. Der hat tatsächlich alle seine Buch-Kräfte zu Hand, von wegen sich in Wölfe, Fledermäuse oder Nebel zu verwandeln, er bringt die drei Schwestern mit, er wandelt Xander in seinen Käferfressenden Handlanger… leider ist er doch insgesamt, obwohl die Folge seine Gefährlichkeit damit hochspielen will, dass er Buffy sogar gebissen bekommt, ultimativ etwas lächerlich.

Wo diese Campyness der Serie allerdings dann komplett aus dem Fenster fliegt, ist eine weitere der herausragenden Serien-Folgen in 516 „The Body“. Die Folge, in der Buffys Mutter stirbt. Das ganz besondere an jener Episode ist, wie undramatisch sie inszeniert ist, wie bodenständig sie den Tod portraitiert. Leute sterben ständig, dies ist der Lauf der Dinge und die Welt dreht sich weiter, ohne sich groß zu kümmern, ist nämlich die Realität. Es wird nicht groß dramatisch inszeniert, wie das in Medien üblich ist. Die Welt bleibt nicht stehen, das Geschehen geht nicht in Slow-Motion, es beginnt nicht zu regnen und traurige Musik zu spielen (in der ganzen Episode gibt es keinerlei musikalische Untermalung). Es ist ein sonniger Tag und die Nachbarskinder spielen quietschend weiter, während Buffy die Leiche ihrer Mutter auf dem Sofa entdeckt. Und doch, ohne jegliche Inszenierung, die uns einhämmert, was wir zu fühlen haben, nur durch das Schauspiel der Charaktere, für die eben die Welt plötzlich doch still steht, die es nicht verarbeiten können, was da passiert ist, weil sie das Opfer eben kannten, nur dadurch wird uns eine so deprimierende Atmosphäre gebracht. Das ist definitiv nicht die Art von Folge die man von einer Serie mit dem Namen Buffy the Vampire Slayer, in der eine knackige Blondine gegen Monster des Tages kämpft, erwarten würde.

Buffy: Season Four

ava-1194Ein weiteres Jahr Buffy, diesmal frisch auf dem College. Die Zeit, in der man erwachsen wird, sich abnabelt, die ersten homoerotischen Experimente hat. Außerdem der Beginn der Serie im 16:9-Bildformat.

Ich muss sagen, bisher ist es für mich die wohl schlechtestes Staffel, dank einem eher schwammigen Bösewicht, soweit man dies überhaupt als solchen nennen kann, und einem echt verunglückten Serienbeginn. Angel ist nun also Gottseidank in seiner eigenen Serie (allerdings gibt es hier ein paar Crossover-Lücken, wo Leute kurz etwas nebenbei ansprechen, was man nicht mitbekommen hat, weils in der ersten Angel-Staffel passiert ist, was nach dieser Staffel aber glaub ich netterweise ziemlich aufhört) und hat leider Cordelia mitgenommen. So schlimm ist das aber nicht, dafür ist nun Anya ein Teil der Scooby-Gang und mit ihrem oberflächlichen Gehabe und dem Humor auf ihre eigenen Kosten, so als Ex-Dämon, der sich plötzlich in der normalen Welt zurechtfinden muss, ein guter Ersatz.

Allerdings scheint Angel auch Buffys Gehirn mit nach Los Angeles genommen zu haben. Denn in den ersten paar Episoden verhält sie sich überraschend dumm und scheint jegliche ihrer Schlagfertigkeit (der verbalen zumindest) verloren zu haben. Das sie auf den Charme des einen Kerles reinfällt, kann ich verstehen, dass sie es aber nicht kapiert, dass der nur einen One-Night-Stand wollte, sondern mehrere Folgen lang auf einen Anruf wartet, hinter ihm her weint und das noch, nachdem er es ihr im Prinzip vorbuchstabiert hat, dass er nichts mehr von ihr will, wirkt einfach so out of character. Und dann in der „Bier ist böse“-Episode, in der sie in einer Bar einfach so von vier College-Jungs angesprochen wird und ein Glas unter die Nase gehalten bekommt… nimmt sie das an! Wozu hatten wir in der zweiten Staffel noch mal „Reptile Boy“ mit seiner Date-Rape-Message?

Das erste Drittel der Staffel wirkt einfach wesentlich schwächer, denn vorher, die Charaktere nicht ganz so witzig und charmant, die Handlungen nicht so interessant, selbst der zurückgekehrte Spike ist erst mal nur die Punchline für diverse Gags, statt selbst humorig zu sein. Das wird dann zum Glück anschließend besser, aber so viele favorisierte Episoden hätte ich in Season 4 ehrlich gesagt nicht. 404 „Fear, Itsel“ ist ganz spaßig mit seinen zum Leben erwachenden Halloween-Dekos. 409 „Something Blue“, eine weitere Witz-Episode, in der Willows Wünsche wahr werden, ist ganz nett, weil sie einen unglaublich netten Moment in all dem überdrehten Humor aufweist. 422 „Restless“, die finale Folge, die aber nach dem Sieg über den Bösewicht spielt, hat dann alle im Schlaf von der erwachten ersten Jägerin attackiert und ist ziemlich launig, weil eben fast die komplette Episode in den verqueren, kryptischen Träumen der Gruppe stattfindet. Außerdem ist sie voller Forshadowing, etwas, was in dieser Staffel ganz groß ist. Das machen des Bettes und eine Zeile in dieser Episode hinten auf Staffel 5, ansonsten scheint viel, gerade Willows mehrmaliges fast missbrauchen der Magie, nachdem Oz ihr untreu ist (wofür er in seiner animalischen Wolfform nicht viel kann und ich deswegen nicht so ganz weiß, warum das so viel schlimmer, als Willows Rummachen mit Xander ist, außer das Willow weiblich und Oz männlich ist und er deswegen der Arsch sein muss, während untreuen Frauen verziehen gehört) hinten eher gen Season 6.

Und dann wäre da natürlich 410 „Hush“, die beste Episode der ganzen Serie, in der die Gentlemen der Stadt die Stimmen klauen und dann nachts umgehen, um den nicht um Hilfe schreien könnenden Leuten die Herzen rauszuschneiden. Die 25 Minuten der Folge, in der keiner redet, alles dafür schön musikalisch unterlegt ist, ist super. Und auch wenn die Folge den Humor nie aus den Augen verliert, so ist sie doch, wenn die Gentlemen nachts umgehen, fast unheimlich und so nah, wie die Serie je an wirklichem Horror sein wird.

Dafür ist wie gesagt mal wieder die übergreifenden Bösewicht-Handlung eher schwächelnd. Es dauert bis Folge 7, bis wir erfahren, was die Initiative ist. Erst ab Folge 13 wissen wir, dass sie böse sind. Oder besser gesagt verfolgen sie ja schon gute Ziele, aber mit den falschen Mitteln. Das Fehlen der Schwarz-Weiß-Malerei und eines Bösewichts, der einfach die Welt zerstören will, mag mal was anderes sein, ist aber auch letztendlich etwas zu schwammig, um zu packen. Auch sobald Adam auf dem Plan ist, zeigt der nicht genug Präsenz oder klar genug definierte Ziele.

Macht eine sehr unebene Staffel insgesamt, deren einzig wirklich hell scheinender Moment eben nur „Hush“ bleibt. Der Rest ist alles in allem etwas… vergessenswürdig.