Pirates of the Caribbean: Salazar’s Revenge

Dafür, dass ich sonst so gut wie nie ins Kino komme, standen in letzter Zeit dann ja doch ein paar Besuche an. Darunter auch einer der Flop-Kinostarts der Saison, nein nicht Baywatch, sondern der fünfte Fluch der Karibik. Bei dem wir tatsächlich auch in einem fast leeren Saal saßen. Wobei ich natürlich wieder das zweifelhafte Glück hatte zwei der aufgedrehteren Trullas der Hand voll anderer Kinobesucher direkt hinter mir sitzen zu haben.

Jedenfalls wird der alteingesessene Cast der Franchise mittlerweile doch langsam alt, und dies auch sehr sichtbar, so dass ein neues Paar an attraktiven, jungen Schauspielern her muss, die ins Zentrum rücken können. Die aus dem vorigen Film kann man eher nicht nehmen, denn die mochte eh keiner. Also geht es diesmal um den Sohn von Will Turner und What’s-Her-Face, der seinen Vater über den mächtigen Dreizack des Poseidon von seinem an den Fliegenden Holländer gebundenen Fluch befreien will. Gleichzeitig gibt es die junge Carina, eine gelehrte Astrologin, die als Hexe hingerichtet werden soll, und deren einziges Vermächtnis ihres Vaters ein Buch ist, welches über das Deuten der richtigen Sternkonstellationen den Weg zum Dreizack eröffnen soll.

Dahin braucht man allerdings ein Schiff, und über viel wirres hin und her landen die beiden bei Jack Sparrow. Hinter dem der untote Salazar her ist, nachdem Jack ihn in CG-verjüngten Jahren eins ausgewischt und weggesperrt hat. Der wahre heimliche Star der Franchise, Barbossa ist natürlich auch dabei, als Helfer von Salazar, der eigentlich selbst an den Dreizack will.

Um ganz ehrlich zu sein habe ich die Antipathie gegenüber der fortlaufenden Franchise nie komplett verstehen können. Ja, da gibt es ein Gefälle nach dem zweiten Film, die Anfänge sind einfach wesentlich frischer und witziger als der Rest. Aber auch ab dem dritten Film blieb viel vom Kerngut der Reihe intakt, und den viel gehassten vierten Eintrag fand ich – gerade auch wegen seiner übersichtlicheren Spielzeit – auch nicht viel schlechter. Wobei ich mich nicht an viele Einzelheiten erinnern könnte, abgesehen davon, dass es um Meerjungfrauen ging und Penelope Cruz mitgespielt hat. Aber um bei der Wahrheit zu bleiben erinnere ich mich allgemein nicht an viele Einzelheiten irgendeines der vier Vorgänger, die fließen alle so ein wenig zusammen für mich.

Fluch der Karibik war halt immer schon hin zum dämlichen Spektakel, mit maximal zweckdienlicher Handlung dahinter. Große Action, viel kaputt, exzentrische Charaktere, coole Musik, halt Blockbuster-Popcon-Kino zum zurücklehnen und sich beschallen lassen. Manche Filme sind etwas zu lang. Bei manchen sitzt der Witz besser. Bei anderen sind die Charaktere neben Sparrow und Barbossa langweiliger. Aber insgesamt finde ich die Filme alle als kurzweilige Unterhaltung brauchbar.

Und das trifft für mich auch auf den fünften Eintrag zu. In einem halben Jahr werdet ihr mich nicht mehr fragen brauchen, was überhaupt im Film geschehen ist. Aber das bedeutet nicht, dass ich die knapp über 2 Stunden (der kürzeste Film bisher) nicht durchgehend unterhalten war. Jacks Manierismen sind nicht ganz so anstrengend wie im Vorgänger, und die Romanze zwischen der hübschen Carina und dem noch viel hübscheren Turner stark nebensächlich, statt zu nerven wie im Vorgänger. Der Witz, Charme und die Frische der ersten beiden Teile geht auch hier hingegen etwas ab, und die Struktur des Filmes ist etwas merkwürdig – es dauert sehr lang, bis die Truppe endlich zusammen auf hoher See landet, dafür geht es dann ziemlich schnell und das Finale ist fast überstürzt. Aber unterm Strich würde ich ihn auch nicht schlechter als den dritten Eintrag ansehen.

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Quickies Return

ava-2029The Peanuts Movie. Den habe ich Anfang des Jahres im Kino geschaut. Ist kein Film, für den man extra ins Kino gehen müsste. Nicht das dies jetzt noch von Relevanz ist, wo er nicht mehr in Kinos gezeigt wird. Ich glaube der Film wurde mit viel Skepsis angesehen, schon alleine weil er CG-Animation ist, statt genau so auszusehen, wie wir es von den alten Cartoons gewohnt sind. Aber eigentlich fängt der Film das Original recht gut ein, behaupte ich zumindest mal, ich war als Kind nie ein großer Peanuts-Fan und hab es auch seither nie wieder gesehen.

Zumindest ist der Film ganz niedlich, ziemlich harmlos, und ultimativ ein wenig unaufregend. Nicht direkt langweilig, so weit würde ich nicht gehen, sondern einfach sehr low key. Und genau so hab ich die Peanuts von meiner Kindheit in Erinnerung: Nett aber unspektakulär. Die Animationen fangen übrigens die Charakterdesigns doch sehr gut ein. Als einziges gestört haben mich die Snoopy-Segmente. Dabei ist der doch der heimliche Star der Peanuts. Hier sind es aber fast vollzählig ein imaginärer Subplot zum Roten Baron, und passen ungefähr so wie das WWII-esque Flasback des einen Fliegers in Disney’s Planes. Nämlich nicht so recht zum Hauptfilm, den sie auf Feature Length strecken sollen.

Alice Behind the Looking Glass. Auch hier war ich im Kino, was noch nicht mal ganz so lange her ist. Und es ist ein weiteres Alice von Tim Burton. Sprich wie der erste Film ist es optisch sehr imaginativ geraten, wirklich cool anzusehen, und das sogar noch etwas mehr als im Vorgänger, weil man den Auswasch-Farb-Filter rausgenommen hat, womit das Underland im hiesigen Teil ein wenig mehr Farbe versprühen darf. Die Handlung ist hingegen sehr bei den Haaren herbeigezogen, und hat mit Through the Looking Glass eigentlich auch herzlich wenig am Hut.

Aber die Handlung war schon beim ersten Teil nicht gerade dessen Stärke. Die Hauptdarstellerin ist übrigens ebenfalls gleich gecastet, und kann immer noch nicht schauspielern, oder zumindest nicht in einem Film, bei dessen Dreh man 90% vor einem Green Screen steht und mit nichts interagiert, weil die komplette Welt und meisten Charaktereaus dem Computer kommen. Aber wer das Hirn nicht einschaltet, sondern sich lieber von Style over Substance berauschen lassen will, kann es wesentlich schlechter treffen als im Wunderland.

Legally Blonde. Eine recht harmlose und durchschnittlich-unterhaltsame Komödie. Ich find es sogar ganz nett, dass es weder penetrant gen Publikum augenzwinkert, noch super fies-humorig wird, beides etwas, was leicht hierbei hätte geschehen können. Dennoch fehlt es der Sache eventuell etwas an Biss, da es sich beispielsweise nicht mal zu einem absoluten Antagonisten traut. Der Ex-Freund läuft so ein wenig nebenbei, dessen neue ist zuerst die Zicke, wird aber dann doch eine gute Freundin… es gibt keinen im Film zum wirklich Hassen. Ansonsten klappert das Ding, gerade auf die zweite Hälfte, jedes erdenkliche Klischee ab, aber Legally Blonde ist einfach mit zu viel Einsatz und Herz gemacht, als dass man den Film wirklich nicht mögen würde. Halt ganz niedlich, aber auch sonst nicht viel mehr.

Modern Family S7. Modern Family bleibt Modern Family, auch im mittlerweile siebten Jahr. Ich finde es immer noch sehr charmant und witzig, wenn auch natürlich nicht mehr so extrem wie noch zu Beginn, was durch die Länge bedingt einfach mit jeder Serie geschieht. Die Rolle eines jeden Charakters ist mittlerweile so gut wie in Stein gemeißelt, zum Punkt wo sie quasi ihre eigenen Stereotypen sind, aber wenns weiterhin Laune macht… warum auch nicht? Mission accomplished.

Freddy’s Dead

ava-1322Eine Sache, die nur sehr wenig in Horrorfilm-Franchises vorkommt ist, einen finalen Film zu machen. Natürlich, irgendwann sagt mal jemand „Die Reihe macht kein Geld mehr, der nächst wird der letzte Film“, aber was selten passiert ,ist, dass jemand wirklich das Monster mit viel Trara und angeblich wirklich final und endgültig umbringt – denn wenn der als letzte Film angesetzte Eintrag plötzlich doch wieder Geld einbringt, geht es meist umgehend doch weiter. Case in Point Freddy’s Dead: The Final Nightmare, zwei Jahre nach dem fünften Teil sollte der sechste Film das Ende einläuten und da doch jede Menge Leute ins Kino gingen, um das finale Ausschalten von Freddy Krueger mitzuerleben, kam danach doch noch einer.

Das große Ende sollte es also werden, und das merkt man dem Film auch an. Nein, man hat nicht Wes Craven zurückgeholt und nein, auch die erste Überlebende, Heather Langenkamp ist nicht dabei (Johnny Depp, dessen erster Kinofilm A Nightmare on Elm Street war, hat allerdings einen Cameo). Doch was man macht ist, der Serie ihren großen Handlungsabschluss zu geben. Was hauptsächlich dadurch veranstaltet wird, in dem man Freddy jede Menge Hintergrundgeschichte erfindet. Denn in den vorigen Filmen gab es ja nicht viel wirklich durchgehende Handlung zu verzeichnen. Wir haben irgendwann mal rausgefunden, dass Freddys Mutter eine Nonne war, die von hundert Irren vergewaltigt wurde, aus deren Spermacocktail des Bösen dann Freddy erwuchs, und damit hat es sich ziemlich. Ansonsten waren die Filme halt um Teens, die in ihren Träumen umgebracht werden. Keine komplexe Handlung oder so. Freddy’s Dead hingegen gibt viel Rückblenden und bindet ihn in einen größeren Mythos ein. So sehen wir, wie Freddy schon als Junge Tiere quält und von allen ausgelacht wird, wie er als Teenager sich ritzt und vom Adoptiv-Vater Prügel kassiert, wie er später seine Frau umbringt weil die entdeckt hat, dass seine Hobbies neben Rasenmähen auch Kinder-Schaschlik zubereiten beinhaltet. Und nachdem er von den Elm Street Eltern verbrannt wird, tauchen die Traumdämonen auf, über die uns der Magical Negro aufgeklärt hat, die ihm seine Kräfte verleihen. Ach ja, außerdem in Freddy is a Dad: The Final Nightmare – Freddy hat nun eine Tochter, die ihn am Ende umbringt, weil sie dazu auserkoren ist.

Sprich da hat sich jemand eine Menge Blödsinn ausgedacht, um der Reihe den Stempel der Finalität aufdrücken zu können, für einen Film, der drei Jahre später doch ein Sequel bekommen sollte. Aber das ist schon irgendwo ganz Ok, gibt es so doch endlich wieder in den Szenen zwischen den Träumen was zu tun und über Dinge zu reden, statt die Zeit totzuschlagen, bis das nächste Opfer geopfert wird. Es ist so, dass Leute sich immer beschweren, wenn Movie „Monster“ eine tragische Geschichte bekommen, da das grundlose Morden unheimlicher ist. Doch wenn eine Franchise eine gewisse Länge erreicht, denkt man sich doch besser was aus, denn beim drölften Film, in dem der gleiche, stumme Wandschrank-Massenmörder grundlos eine Gruppe Teens absticht, ist das auch irgendwo langsam ausgelutscht.

Leider macht es der Film etwas arg offensichtlich, wer Freddys Kind ist, dafür, dass er es später als große Offenbarung hinstellt. Dass die „Füllszenen“ zwischen den Toden wieder etwas interessanter sind, ist auch bitter nötig, so ist nämlich erneut der Body Count erstaunlich gering und sind die Todesarten alles andere als interessant. Vor allem, weil bisher die schlimmste der „hippen“ Todesarten drin ist – nach dem D&D-Nerd, der Wizard and Warlock mit Freddy in Dream Warriors gespielt hat, und dem dämlichen Superfreddy-Comic in The Dream Child haben wir hier nun den Tod im Videospiel. Die Sequenz ist nicht nur dämlich hoch Zehn, sondern geht auch ewig.

Freddy ist übrigens auch schon seit geraumen Filmen nicht mehr unheimlich, da er hauptsächlich nur noch One Liner runter rasselt und die Todesarten immer mehr zu Gimmicks ohne Blut verkommen. Freddy’s Dead gibt die Sache so ziemlich ganz auf und lässt ihn schlicht die meiste Zeit über blöde Faxen machen, was zusammen mit den herrlich schrägen Einwohner der Kinderlosen Stadt (von denen es leider zu wenig im Film zu sehen gibt) den Film eher zur Horror-Comedy machen. Und außerdem steckt hier Freddy überraschend konstant Prügel ein, die ihn doch selbst in den Träumen echt unfähig aussehen lassen. Immerhin war Freddy hier auch mal ganz spaßig, was normalerweise eher misslang.

Ugh, wie fand ich Freddy’s Dead: The Final Nightmare nun eigentlich. Das ist schwer zu sagen. Er macht genug falsch, aber auch so einiges besser, als seine Vorgänger. Wenn man es so weit geschafft hat, sieht man sich das „Finale“ der Reihe eh aus Obligation an. Die Sache ist aber die: So wirklich gut sind die Nightmare-Sequels alle nicht, manche sind nur ganz schauber und andere wesentlich langweiliger, als andere. Freddy’s Dead gehört zu den besseren Sequels, die man sich antun kann, ohne die 90 Minuten finiter Lebenszeit wieder zurück zu wollen.

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„He was in this movie?“-Weekend: A Nightmare on Elm Street

ava-1270Es gibt so einige sehr bekannte Schauspieler, die ihre ersten Rollen in Horrorfilmen (oder Softcore Porn, hey there Cameron Diaz [bzw. nicht mal Softcore, hey there Simon Rex]) hatten, sobald sie sich einen Namen machen konnten jedoch nie wieder ins Genre zurückkehrten. Das liegt hauptsächlich daran, dass in den 80ern bis weit in die 90er es nicht gerade hoch angesehen war, in jenen zu spielen und man schnell per Typecasting nur noch in Horror enden konnte, entsprechend schnellstmöglich davon wegkommen wollte. Es ist erst Post-Scream der Fall, dass Horror etwas besser steht und es durchaus Ok ist, auch als jemand mit Namen in ihnen mitzuspielen.

Beim ersten Eintrag cheate ich direkt, Johnny Depp war durchaus in mehreren Horrorfilmen, auch spät in seiner Karriere, zu sehen. Doch das sein erster Film tatsächlich das erste Nightmare on Elm Street ist, wird häufig vergessen. Bevor er selbst die Scherenhände anzog, spielte er also das Opfer solchiger. Es gehört sogar zu einem der wenigen Elm Streets, die ich bereits gesehen habe. Quasi wie neu war er dennoch für mich, so nach um die 15 Jahren.

Aber auch jeder, der nie einen der Filme auch nur im Videothekenregal hat stehen sehen, weiß natürlich mittlerweile, was der Plot des Filmes ist, genau wie jeder weiß, dass Darth Vader eigentlich Lukes Ex-Lover und Bruce Willis in The Sixth Sense ein Roboter ist. Kindermörder Freddy Krueger ist von einem Mob Eltern verbrannt worden und meuchelt nun deren Teenagerkinder im Schlaf dahin. Viel komplizierter wird es im ersten Film auch gar nicht, es gibt keine umfangreiche Entstehungsgeschichte um Freddy oder einen besonders ausgefeilten Weg, wie er vernichtet oder gebannt werden kann.

Was allerdings echt auffällt ist, dass die Eltern dieser Teenies, die natürlich alle keine sind (der Film scherzt sogar darüber, wenn das 15-jährige Hauptmädel nach mehreren schlaflosen Nächten in einer „Oh, you shut your face“-Reaktion hervorrufenden Szenen meint, sie sähe so furchtbar alt aus, sie könnte als 20 durchgehen – denn dies ist tatsächlich das Alter der Schauspielerin), echte Arschlöcher sind. Einige der Eltern leben in Scheidung, manche trinken, andere huren herum, oder vernachlässigen ihr Kind im Allgemeinen. Keiner glaubt ihnen, als die Morde beginnen und niemand erzählt ihnen von Krueger, insgesamt hören sie ihren Kindern recht wenig wirklich zu. Das trifft den Nerv eines Teen-Publikums, die sich sowieso permanent unverstanden fühlen, natürlich absolut.

Wie bei den meisten Horrorfilmen muss man natürlich eine gewisse Portion Suspension of Disbelief mitbringen. Warum geht das Mädel im Nachthemd in die dunkle Nacht draußen, um das Wispern zu investigieren? Warum findet es kein Erwachsener seltsam, dass ihre Kinder mit Fleischwunden oder zerrissenen Klamotten aufwachen oder plötzlich Hüte in den Händen halten, die sie vor dem Einschlafen noch nicht hatten? Wie konnten die Kids hier aufwachsen, ohne je vom legendären Kindermörder Fred Krueger zu hören? Ein paar Logik-Kugeln weicht der Film natürlich schon allein durch sein Setup des Traumkillers aus, denn dem Schlaf kann man nicht wirklich entgehen und in einem Traumszenario muss auch nicht alles stimmig sein. Allgemein nutzt er die Träume sehr gut, um die Kids zwar zu desorientieren, die Setpieces aber doch genug in der Realität zu verhaften, so dass der Zuschauer nicht immer weiß, ob sie nun schon schlafen oder bereits aufgewacht sind, sich also schon/noch in Gefahr befinden.

Ist wohl bekannt, dass ich den Otto-Normal-Slasher nicht so begeisternd finde, was sich bei den Halloweens gezeigt hatte. A Nightmare on Elm Street funktioniert für mich dann aber doch, wahrscheinlich weil er die übernatürliche Komponente hereinbringt. Freddy ist eben kein Normalo-Killer, der seltsamerweise zwanzig Kugeln in den Kopf überlebt und scheinbar teleportieren kann, um Jump Scares auszulösen. Freddy muss jenen Logikgesetzen nicht folgen, weil er ja ein übernatürliches Wesen ist. Allerdings kommt er hier noch gar nicht so unheimlich, sondern von den Manierismen her geradezu etwas goofy daher.

Was wie bei vielen solcher alten Horrorfilme, die kein Exploitation sind, im Vergleich zu modernen auffällt, ist auch, dass A Nightmare on Elm Street gar nicht so sonderlich brutal ist. Weder ist der Body Count sonderlich hoch, noch sieht man bei den Morden irgendwas, außer Blut. Macht ihn retrospektiv geradezu classy. Johnny Depp hätte jedenfalls in wesentlich schlimmeren Filmen sein Filmdebüt geben können, als in einem Wes-Craven-Klassiker, der durchaus dem Zahn der Zeit standgehalten hat.

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Pirates of the Caribbean: Part Deux

Jack ist tot, der Kraken Geschichte, Piraten gehören bald zur aussterbenden Spezies, die Handelsgesellschaft ist nun an der Macht, kontrolliert sogar den Fliegenden Holländer. Aber die fesche Crew der Black Pearl hat sich ja aufgemacht, um Jack aus dem Jeneits zu holen, natürlich alle mit ihrem eigenen Motiv, und das schaffen sie auch. Gehören jetzt nur noch die ganzen Antagonisten aufgehalten, wobei das beim Fliegenden Holländer nur geht, in dem man das Herz von Davy Jones vernichtet, dafür dann aber selbst zum ewig die Weltmeere befahrenden neuen Captain des Schiffes wird.

At World’s End ist der teuerste Film aller Zeiten – solange man nicht Inflation einrechnet, dann kommt er erst nach Cleopatra. Mehr Action, mehr Charaktere, mehr Tricks, mehr Explosionen, mehr Spielzeit. Das Ding ist fast 3 Stunden lang, und das obwohl es sowieso nur die zweite Hälfte von Dead Man’s Chest ist. Es ist also wieder ein leicht überlanges Unterfangen, ganz egal, wie viel er einem aufbietet, um kurzweilig zu sein, 3 Stunden sind nun mal lang. Und die Probleme des Vorgängers sind weiterhin da. Er ist teilweise etwas zu wirr und unaufgeräumt. Jeder betrügt ständig jeden, plant sein eigenes Ding – sind wir hier denn in Dune? Der finale Kampf mag noch so cool sein, ist er doch auch unglaublich lang, schafft es gleichzeitig sich ständig weiter zuzuspitzen, bis die Spannung kaum noch zu ertragen ist, und einen gleichzeitig ob der schieren Länge gegen das Geschehene abzustumpfen. Die Romanze zwischen Elisabeth und William hat keinerlei Chemie. Und das Karibikflair ist endgültig weg, bei all den düsteren Szenen, aus denen der Film fast ausschließlich zu bestehen scheint. Aber er ist trotz aller Makel weiterhin sehr gutes Unterhaltungskino, mit häufig zündendem Witz und vielen Schauwerten, epischer Mucke. Nur so ein wenig der Charme und die Ausgewogenheit des ersten Teiles, der fehlt den Sequels.

Blieb dann ja doch nicht allzu lang bei einer Trilogie.

Jack Sparrow ist in London und muss zu seiner Überraschung feststellen, dass das Gerücht umgeht, er würde eine Crew anheuern, um den Jungbrunnen zu finden. Stellt sich raus seine Ex Angelica, für die er mal fast beinahe so was ähnliches wie vielleicht Gefühle hatte, lockt damit Leute aufs Schiff ihres Vaters Captain Blackbeard. Da landet auch Jack und das Rennen, wer zuerst mit den für das Ritual benötigten Dingen wie zwei Silberkelchen und einer Meerjungfrau beim Brunnen erscheint, beginnt, denn auch die englische und spanische Krone wollen dorthin. Für England segelt niemand anderes als Barbossa.

Tja, ein weiterer Film in einer Franchise, der so langsam die Luft ausgeht. Doch ich muss sagen, dass On Stranger Tides die Qualität wieder etwas nach oben schraubt. Er ist entschlackter und kurzweiliger, als die Vorgänger – wer hätte gedacht, dass ich das mal zu einem Film schreibe, der immer noch über 2 Stunden Spielzeit aufweist. Das Finale geht keine Dreiviertelstunde, die Reise hat ein klares Ziel und nicht tausend Exkurse auf dem Weg dorthin. Der Film ist weniger wirr und geradliniger. Ansonsten, wie immer gute Unterhaltung mit vielen Effekten und Actionszenen, einem unterhaltsamen Jack Sparrow und auch ansonsten viel Witz. Die einzig größere Schwachstelle ist die Romanze zwischen Philip und Syrena, da Philip Swift und Astrid Berges-Frisbey genau so viel Chemie am Laufen haben, wie Bloom und Knightley, a.k.a absolut keine, dafür aber ihr Liebesgeflüster umso schmerzhafter schlecht geschrieben ist, als alles, was sich das vorige Pärchen je gesagt hat.

Pirates of the Caribbean: Part Une

Ah, eine weiteres Geldmaschine von Disney. Auch wenn dem nicht unbedingt so vorauszusehen war. Immerhin war das klassisches Abenteuer-Genre im Allgemeinen – ein kurzes Aufleben dank The Mummy evtl. mal abgesehen – und der Piratenfilm im Speziellen ziemlich tot. Einen entsprechenden Film, auch noch basierend auf einer Disney-Themenpark-Fahrt zu produzieren, hat bestimmt viel Überzeugungsarbeit benötigt, umso mehr, das als Großprojekt auf die Kinoleinwand zaubern zu dürfen, statt als schnelles Direct-to-DVD Ding. Gekannt habe ich bisher nur… ich möchte die ersten beiden sagen, doch vielleicht halluziniere ich das nur, denn beim erneuten Ansehen habe ich nicht eine Minute vom zweiten Teil wiedererkannt, also kannte ich vielleicht doch nur den ersten. Ach ja, und die überraschend launigen Porno Spoofs.

Der schräge Captain Jack Sparrow und die Kein-Liebespaar-aber-ineinander-verliebten Will Tuner und Elizabeth Swann bekommen es mit Captain Barbossa und seiner Untoten Crew zu tun. Sparrow, weil er der Captain der Black Pearl war, bis die Mannschaft gemeutert hat, und sie zurück haben will. Elisabeth ganz unfreiwillig als Entführungsopfer Barbossas und Will, um sie zu retten. Denn nach der Meuterei hat sich die Crew der Black Pearl an einem Aztekenschatz vergriffen und so einen Fluch eingefangen, der sie zu Zombiepiraten macht. Nicht sterben zu können mag schon ganz knorke sein, aber auch nichts mehr empfinden zu können dann doch nicht. Um den Fluch abzuwenden brauchen sie das letzte fehlende Goldstück des Schatzes und das Blut von Bill Turner oder dessen Nachfahren, was auch Lisbeths Entführung erklärt, hat sie doch sowohl Goldstück bei sich getragen, als sich auch als Miss Turner ausgegeben.

The Curse of the Black Pearl ist echt ein super Film geworden. So viele Einfälle, so viel Witz und Charme, so viel Action, es ist ein Bouquet an Unterhaltungswert. Natürlich allen voran Johnny Depp als Jack Sparrow, der immer etwas droht, allen anderen die Show zu stehlen und den Film zu überpowern, doch hier eindeutig gezügelt werden kann und gut mit den restlichen witzigen Ideen einhergeht. Will und Lisbeth mögen vielleicht etwas blass daher kommen, aber was kann man da schon erwarten, werden die Rollen doch von Orlando Bloom und Keira Knightley verkörpert. Die tolle Mischung macht den Film jedenfalls auch erstaunlich kurzweilig. Obwohl er über 2 Stunden lang ist, kommen keine wirklichen Längen auf – auch wenn die zweite Hälfte nicht ganz so rasant dahin gehen will, wie die erste Stunde, da es etwas arg viele Verkomplizierungen im finalen Handlungsverlauf gibt. Aber egal, The Curse of the Black Pearl ist wirklich Unterhaltung vom Feinsten.

Im zweiten Teil bekommen es die drei mit Davy Jones und seinem Fliegenden Holländer zu tun. Er ist’s nämlich, der Jack Sparrow zum Captain der Black Pearl gemacht hat und nun den Preis dafür einfordert. Lisbeth und Will werden – auch noch am Tage ihrer geplanten Hochzeit – da hinein gezogen, weil die Ostindische Handelsgesellschaft an Jacks Kompass will, um die Meere a la Davy Jones beherrschen zu können.

Tja, The Curse of the Black Pearl war ein enormer Überraschungserfolg und somit eine weitere Disney-Franchise geboren. Anstatt ein Sequel zu produzieren, filmte man sogar gleich zwei back to back, was natürlich bedeutet, dass Dead Man’s Chest mehr oder weniger mitten in der Geschichte endet. Und das, obwohl er erneut 2 Stunden 20 lang ist. Und hier merkt man die Länge schon deutlicher. Was wohl daran liegt, dass wenn man anschließend mal zurückblickt, im Film zwar viel passiert ist, aber im Film nicht viel enorm Handlungsrelevantes passiert. In einem anderen 2:20-Stünder wäre dies hier die erste Stunde, es wurde nur auf einen ganzen überlangen Film gebauscht. Doch das nicht ständig irgendwas passiert, um einen davon abzulenken, kann man nicht behaupten, wenn dies auch wiederum das ganze Konstrukt etwas fragmentiert und wirr erscheinen lässt, der Film schmeißt einem teilweise einfach etwas zu viel zu schnell entgegen. Das sich Jack und Lisbeth ein wenig zueinander hingezogen fühlen, um die Beziehung mit Will zu verkomplizieren, wirkt auch aufgesetzt. Und das Design der Crew des Fliegenden Holländers mit ihrem Seefrüchte-Thema ist auch irgendwie lächerlich.

Aber! Das ändert alles nichts daran, dass Dead Man’s Chest erneut ein einfach unglaublich unterhaltsamer Film randvoll mit Witz und Action und spektakulären Einlagen und tollen Effekten ist. So viel, wie er einem konstant entgegen wirft, kann die Angelegenheit einfach nicht langweilig werden.