Kill Order

Nach drei Büchern in drei Jahren, um die Ereignisse der Maze Runner zu erzählen, war Dashner noch längst nicht fertig mit dem Stoff. Denn bereits im vierten Jahr erschien mit The Kill Order das vierte Buch, ein Prequel zur Hauptreihe. Immerhin konnte er sich zurückhalten nicht gleich eine weitere Trilogie draus zu schröpfen. Wobei letztes Jahr dann ein weiteres Prequel erscheinen durfte.

Das Buch beginnt mit Teresa, die auf den gerade seine Erinnerungen in Vorbereitung auf das Labyrinth löschenden Thomas schaut, kurz bevor die eigentliche Trilogie beginnt. Wer nun denkt, dass Dashner endlich die Chance ergriffen hat etwas Grau in die Reihe zu bringen, etwas von Interesse oder echtem Nachdenken zu erzählen, in dem er sie daran Zurückdenken lässt, was hierher geführt hat, damit wir mal mitbekommen, wie Teresa und Thomas das Experiment vor dem Gedächtnisverlust verantworten konnten, der irrt sich. Das hier ist ganz wie der Epilog nur ein Köder für diejenigen, die kurz in das Buch reinlesen, und so meinen es ginge noch um ihre Lieblingscharaktere, in Wirklichkeit haben die beiden Teile mit dem eigentlichen Buch absolut gar nichts zu tun.

Jenes springt nämlich prompt ein ganzes Dutzend Jahre in die Vergangenheit, kurz nachdem die Sonneneruptionen das von uns gewohnte Leben zerstört haben, aber nachdem sich die Überlebenden bereits zusammengeschlossen und ein neues Leben aufgebaut haben. Und dann kommt der Brand, da die Regierung in Ermanglung von Ressourcen beschlossen hat die halbe Weltbevölkerung auszulöschen, um das Leben der anderen Hälfte zu garantieren. Über einen Virus, da die ja bekanntlich so schön berechenbar sind und überhaupt nicht zu Mutationen neigen und so. Dann wiederum sind das die Leute, die Thomas, Teresa und die anderen Lichter als hochbegabt-intelligente Kinder eingestuft haben, obwohl die nach zwei Jahren im Labyrinth nicht auf die Idee kommen, dass ANGST in Großbuchstaben das Akronym für die verdächtig mit jenen Buchstaben beginnende Organisation sein könnte, deren Namen auf den Plaketten steht, von daher scheint der Durchschnitts-IQ der Weltbevölkerung nach den Sonneneruptionen eh stark gefallen zu sein.

Wir folgen also einer kleinen Gruppe Leute, von denen wir wissen das sie todgeweiht sind, weil eben die Anfangsstadien des Brands und direkt beschossen und so. Mit Flashbacks zu den ersten Tagen direkt nach der Sonneneruption inklusive weiterer Freund, von denen wir wissen, dass sie nicht überleben werden, weil sie aktuell nicht mehr dabei sind. Und mal wieder zieht alles, was den Leuten geschieht, nicht so richtig, weil sie uns vorher und währenddessen nicht sonderlich sympathisch gemacht werden.

Und erneut dreht sich das Buch dabei nicht um die wirklich interessanten Dinge. Nämlich die Entscheidung an sich. Das Abwegen des garantierten Überlebens einiger, aber nur unter dem Massenmord so vieler anderer. Ganz wie das Labyrinth in der Original-Trilogie ist die Vorgehensweise menschlich zu verachten, aber logisch nachvollziehbar. Nur hier in einem noch viel größeren Rahmen, weil es zu so viel mehr Opfern kommt. Was waren die Beweggründe, wer hat entschieden, was waren die nicht genutzten Alternativen? Interessiert das Buch nicht. Dashner hat ein wirkliches Händchen dafür, seiner Bücher um interessante Fragen zu bauen, die auszuloten er selbst keinerlei Interesse zu haben scheint, sondern lieber als Aufhänger und Gimmick der Geschichte verenden lässt.

The Death Cure

ava-2123Da sind wir also angekommen, mit Die Auserwählten in der Todeszone sind wir am Ende der Maze-Runner-Reihe angelangt, wenn auch nicht beim letzten Buch, weil Prequels gehen immer, wenn man schon unverhofft zu monetärem Erfolg gelangt ist. Gerade bei Young Adult kann man immer noch einen weiteren Band Nach-/Vorschieben.

Der deutsche Titel ist übrigens etwas irreführend, und das sogar in zweierlei Hinsicht. Zum einen gibt es keine Auserwählten, sondern die Experimente sind dahin ausgelegt, den einen einzelnen Auserwählten aus den möglichen Kandidaten herauszufiltern. Und auch in der Todeszone kommt keiner an, denn wie uns dieses Buch erläutert wird der Terminus „Todeszone“ für den Bereich im Hirn benutzt, in dem sich die Brand-Krankheit festsetzt, um das Hirn zu verwüsten. Und einen Trip ins eigene Unterbewusstsein oder ähnliches wird hier nicht geboten. Wäre auch viel zu interessant, stattdessen kommen unsere wenigen Fast-Auserwählten in einer Stadt an, bekommen sozusagen zum ersten Mal das normale Leben in dieser Welt nach den Sonneneruptionen mit, nur damit jene Zivilisation sofort zusammenbricht, da der unaufhaltsame Brand direkt dort angekommen ist. Stattdessen wird halt ANGST ausgeschaltet und ein Paradies für die wenigen Immunen gefunden. Menschheit quasi gerettet, wenn auch nicht viele davon.

Die meisten interessanten Fragen oder Ansatzpunkte der Reihe interessieren die Bücher wie gehabt nicht sonderlich. Wer ist überhaupt so blöd, und verbreitet eine Krankheit, für die er noch keine Heilung entwickelt hat? Eine Überbevölkerung in einer um Ressourcen und Lebensraum stark geschrumpften postapokalyptischen Welt kann man auch anders regulieren, wenn sie das nicht eh von selbst tut. Und warum den Befallenen dann ganze Dörfer bauen, in denen sie ihr kurzes Restleben in Würde und Anstrengungsfrei beenden können. Wer bezahlt das alles? Ist nie jemand drauf gekommen, dass werdende Rage-Zombies zusammenzupferchen keine gute Idee ist? Werden die Kranken nicht laut dem zweiten Buch in die Brandwüste geschickt?

Das Buch macht auch zu Beginn, wenn alle noch bei ANGST eingesperrt sind, ein unglaubliches Gewese daraus, dass die Kids ihre Erinnerungen zurückbekommen sollen, Tom und ein paar andere dies aber partout nicht wollen. Steckt nur absolut nichts dahinter. Diejenigen, die ihre Erinnerungen zurück haben, und die weite Teile aus dem Buch spurlos verschwinden, helfen am Ende genauso gegen ANGST wie jene, die es nicht tun. Die immer weiter ins schräge Licht gerückte Teresa darf plötzlich doch wieder eine der Guten sein, und sich prompt für Tom opfern, damit der sich am Ende des Buches nicht zwischen seinen beiden Love Interests entscheiden muss. Allgemein sind viele Charakterhandlungen und –schicksale wenig natürlich aus der Situation bedingt, und mehr um eben Spannung oder Drama vorzuheucheln.

Und da Tom seine Erinnerungen nie zurück bekommt, finden wir nie heraus, warum genau er ANGST ursprünglich beim Experiment geholfen hat, was es mit den ersten Schöpfern auf sich hatte. Eben einfach ein wenig Grau in die Handlung bringen, in dem analog zwischen der Ideologie des alten Toms und der geänderten Meinung des aktuellen Toms, der seine eigens entworfenen Experimente durchstehen musste, gezeigt wird, dass sich beide Seiten im Recht fühlen. ANGST beteuert bis zum Schluss all dies nur fürs Beste der Menschheit zu machen, und mal ehrlich, was sind denn die Leben von 50 Kids wirklich gegen die Hoffnung die ganze Menschheit retten zu können, warum also uns dies durch den Hauptcharakter nicht wirklich näher bringen?

Ich hatte es mir ja schon fast gedacht, aber so wirklich seine Versprechen einlösen tut Maze Runner im Verlauf der beiden Nachfolge-Bücher einfach nicht. Die wirklich interessanten Dinge werden durchgewunken, echte Antworten auf die Mysterien gibt es nicht, oder zumindest keine befriedigenden die nicht erneutes Abwinken wären, die Charaktere sind zusehends dämlicher und unsympathischer, und die Welt und Handlung klingen auf erstaunlich langweiligem Standard aus. Schade, denn das erste Buch war eine ziemlich interessante Grundlage. Draus gemacht wurde eben nichts.

The Scorch Trials

ava-2115Und weiter geht es in der Trilogie der Labyrinth-Renner mit dem zweiten Buch, Die Auserwählten in der Brandwüste, mit ohne Labyrinth und einer überschaubaren Anzahl an Rennen.

Die Gruppe ist also raus aus dem Labyrinth und von den das Experiment machenden ANGST gerettet worden. Oder auch nicht, denn das Ganze ist nur eine weitere Inszenierung. Bereits nach einer Nacht des erholsamen Schlafes nämlich wird der überlebenden Truppe an Jungs ihr eines Mädchen Teresa gegen einen anderen Kerl ausgetauscht. Aris ist sein Name, und er hat genau das Gleiche durchgemacht, allerdings in einer Gruppe Mädchen in deren Labyrinth.

Und schon wird der Trupp an Jungs in der Brandwüste ausgesetzt, so genannt, weil eben sehr heiß und eine Wüste, da nach Sonneruptionen weite Teile der Welt um den Äquator komplett verbrannt sind. Ihre jetzige Aufgabe ist innerhalb kurzer Zeit den „sicheren Hafen“ im Norden zu erreichen, ohne jegliche Hilfe von außen. Zwischen ihnen und jenem Ziel stehen eine mörderische Wüste, eine Ruinenstadt voller Cranks, so genannt weil sie mit „dem Brand“ eine unheilbare Krankheit haben, die sie nach und nach in Rage-Zombies verwandelt, und diverse andere unlogische Aufgaben, die sich ANGST ausgedacht hat, um sie auf die eine oder andere Art und Weise mit ihren Tests zu stimulieren, sowie die Gruppe an überlebenden Mädchen, mit denen sie in den Wettstreit gesetzt werden.

Sprich es liegt alles am dritten und finalen Buch, wenn es darum geht, irgendwas von der Handlung der Trilogie wirklich zu erklären. Wir wissen jetzt schon mal, oder zumindest grob, in welchem Zustand sich die Außenwelt befindet. Wesentlich mehr aber auch nicht. Dass die Tests alle gemacht werden, um gewisse Muster bei den Subjekten hervorzurufen, und das sich ANGST im Recht denkt diese mörderischen Aufgaben zu stellen, da es irgendwie um den Fortbestand der Menschheit geht, ist nicht neu. Genauso wenig, dass Thomas ein ganz besonderer Super-Charakter ist, der für ANGST einen besonderen Stellenwert hat, dem sie hier sogar eine Notrettung zu Teil kommen lassen müssen, damit er nicht verreckt, so wie sie es bei jedem anderen zugelassen hätten.

Ist natürlich schön einfach ein Buch zu schreiben, bei dem die Ereignisse so gesehen erst mal keinen Sinn ergeben müssen, weil sie alle nur Tests darstellen, die von einer im Hintergrund agierenden Gruppe gesteuert werden, und jegliche Form von Erklärung konstant vor sich her zu schieben. Führt aber für mich dazu, dass das Mysterium, welches für das erste Buch noch zu schlucken war, hier bereits nicht mehr zieht. Es wirkt für mich mittlerweile wie eine billige Ausrede, wenn man sich selbst noch nicht klar ist, wo das hinführen soll, und ich habe ehrlich gesagt so meine Zweifel, dass der Autor in der Lage sein wird, dies brauchbar im dritten Teil auch endlich zu einem Abschluss zu führen.

Dazu kommt noch, dass die Reise durch die Brandwüste wesentlich weniger interessant ist, als die Gefangenschaft im Labyrinth. Das erste Buch hatte auch einen sehr gemächlichen Aufbau, der zweite Band wirkt retrospektiv hingegen geradezu, als würde der Autor Zeit schinden. Drei Bücher bringen mehr ein als nur zwei. Also eine zweite Aneinanderreihung an unerklärten Tests einschieben. Dass diese Kids besonders begabte mit hohem IQ sein sollen, schlucke ich sowieso genauso wenig wie bisher, wenn überhaupt sind sie hier eher noch dümmer und begriffsstutziger geworden. Teresa geht mir mittlerweile eh ziemlich auf den Keks und Thomas eigentlich auch demnächst. Gerade das, was in diesem Buch zwischen den beiden geschehen und von ANGST initiiert worden ist, im nächsten befriedigend zu erklären, wird das größte Problem werden.

Und mal ehrlich… ANGST? Welche vertrauenswürdig sein wollende Organisation nimmt sich denn einen Namen mit einem solchen Akronym? Hingegen ist es eines, welches sich ein Autor ausdenken würde, wenn der es für wahnsinnig clever hält, dass eine Gruppierung mit einem so fies klingenden Namen eigentlich die Guten sind. Unlogisches Gimmick halt. Heißt im Original übrigens wohl WICKED, hat mir Google genannt, was das gleiche Problem mit sich führt, aber auch die Frage aufwirft, warum man da im Deutschen nicht ein paar Minuten mehr überlegt hat, um einen Namen zu finden, der sich zu dessen Übersetzung abkürzen lässt.

Jedenfalls ist so ziemlich die einzige Stärke des zweiten Buches für mich gewesen, dass es sich erneut sehr schnell und leicht lesen lässt, und nicht wirklich direkt langweilig geworden war, egal wie sehr es im Nachhinein wie Zeitschinden wirkte. Aber wirklich viel war aus dem Füll-Band der Trilogie auch nicht zu holen.

The Maze Runner

ava-2113Eine weitere Trilogie an Jugendromanen durfte also ran, die in den letzten Jahren zu erfolgreichen Kinofilmen verwurstet wurde. Wahrscheinlich allerdings zu 4 davon, würde ich jetzt einfach mal so ins Blaue raten, weil sobald die ersten Teile den Erfolg zementiert haben, wird ja heutzutage das letzte Buch gesplittet, um ein Mal mehr an Kinokarten und spätere Heimkino-Auswertungen verdienen zu können. Oder auch nicht, Wikipedia sagt mir der Regisseur hat darauf bestanden, das finale Buch nicht zu splitten – dauert ja eh lang genug, jenen Film rauszubringen, mit seinem angedachten 2018er-Release drei Jahre nach dem zweiten Film.

Ist aber auch scheißegal, immerhin soll es um die Bücher gehen, oder genauer gesagt um das erste davon, weil mit dem Anfang zu beginnen bietet sich immer an, als da wäre Die Auserwählten im Labyrinth.

Unser Hauptakteur ist Thomas, der eines Tages in einer Metallbox erwacht, und dessen Erinnerungen etwas eigen sind. Er kennt seinen Namen noch. Er kennt auch die grundlegenden Dinge, wie die Welt funktioniert, wie man kommuniziert, was genau was ist. Aber keine Details, nämlich in was für einer Welt man lebt, nichts über seine Familie oder Leben vor dem Erwachen der Box.

Das tut keiner der halben Hundertschaft an Jungs, die ihn aus der Box auf die Lichtung holen. Jeden Monat gibt es einen Neuankömmling in der Box, warum weiß keiner. Leben tun sie auf der sicheren Lichtung, auf der ihnen ebenfalls durch die Metallbox regelmäßig die Lebensnotwendigkeiten zur Verfügung gestellt werden. Jene Lichtung bildet das Zentrum eines Labyrinths, dessen Wände sich regelmäßig verschieben, und aus dem in den 2 Jahren, seitdem die erste Gruppe hier abgesetzt wurde, kein Ausgang gefunden wurde.

Nur sobald Thomas auf die Lichtung kommt, wird natürlich plötzlich alles ganz anders. Das erste Mädchen folgt direkt am Tag darauf, mit der ominösen Nachricht, dass sie die Letzte ist. Es geschehen Dinge, die es so in den zwei Jahren noch nie gab. Und ein paar Jungs, die Fragmente ihrer Erinnerung nach einem Stich durch die Griewer-Monster, die im Labyrinth hausen, zurück haben, meinen Thomas käme ihnen eh bekannt vor.

Maze Runner ist also im Prinzip schon so ziemlich „Cube meets Lord of the Flies“. Aus Cube haben wir das Einsperren einer Gruppe in ein riesiges Puzzel, welches zu lösen das Hauptaugenmerk des ersten Teiles ausmacht, und dazu so gut wie keine Erklärungen wieso-weshalb-warum all dies hier geschieht. Nur das einem Maze Runner auf die letzten Kapitel, nachdem es relativ gemächlich anfing, doch ein paar Anhaltspunkte darauf gibt, in was für einer Welt dies hier spielt, welcher Katastrophe sie anheimfiel, und das dieses Experiment zumindest unter dem Vorwand der Rettung der Menschheit stattfindet, allerdings all dies noch ohne konkrete Details. Es bleibt also genug Geheimnis für die folgenden Bücher. Aus Lord of the Flies haben wir eben, dass es sich hierbei um eine in die Wildnis ausgesetzt Gruppe an Jungs handelt, die sich ihre eigene Gesellschaft und Ordnung aufbauen müssen, die ihre eigenen Regeln haben, und die natürlich gerade nachdem Thomas all dies durcheinander bringt, ordentlich Reibungspunkte haben, an denen die Gruppe auseinander zu fallen droht.

Ich fand das Buch im Grunde schon interessant und spannend. Lässt sich wie von Jugendromanen gewohnt natürlich erneut ziemlich einfach mal so schnell runter lesen. Es hat allerdings für mich auch ein paar Probleme. Zum einen nervt mich der Slang der Kids ungemein. Statt „Scheiße“ sagen sie „Klonk“, ein Idiot ist ein „Neppdepp“, und das ganze liest sich unglaublich forciert und jedes Mal stolpert man so ein wenig über einen Satz mit jenen Worten. Zumal es davon viel zu wenig gibt, um wirklich als Slang durchzugehen, die eine abgeschottete Gruppe unter sich entwickeln würde, und gleichzeitig kennen die Kids ja einen normalen Wortschatz und deren Bedeutung, weswegen sie auch gar nicht mit neuen Worten für Dinge ankommen müssten.

Etwas weniger oberflächlich sind hingegen die Probleme mit der internen Logik. Schon zu Beginn macht es wenig Sinn, dass Thomas so viele entscheidende Informationen von den anderen Jungs vorenthalten werden. Sagen wir dir Morgen. Wirst du schon merken. Warum? Ein neues Mitglied von Anfang an auf den Stand der sowieso nur wenigen bekannten Dinge und der Regeln eurer Kommune zu bringen scheint doch sehr wichtig. Aber natürlich ist es narrativ spannender, wenn alles mysteriös erscheint und Dinge erst nach und nach geklärt sind – müsste man sich aber vielleicht mal einen guten Grund für ausdenken, warum nichts von vornherein klar ist. Und sobald die paar wenigen Brocken gegen Ende hereinkommen, was hier wirklich hinter den Kulissen abgeht, wackelt das Gerüst ordentlich. Etwas lachhaft ist ja schon, dass alle hier eingesperrten Kids hochbegabt und super intelligent sein sollen. Davon merkt man das Buch über nicht wirklich was. Alles was der noch super-höher-begabter-intelligentere Thomas nämlich innerhalb von wenigen Tagen aufdeckt, ist nämlich keine hohe Kunst, auf die 50 hochbegabte Jungs innerhalb 2 Jahre nicht kommen könnten.

Das waren so meine „Höh?“-Momente, die sich halt hauptsächlich auf das Finale etwas gehäuft haben. Weil Maze Runner dann vielleicht doch nicht so schlau ist, wie es gerne wäre. Weil das interessant-mysteriöse Konzept vielleicht ohne Erklärungen besser dran ist, als mit denen, die es geben wird. Aber all das muss sich noch in den beiden folgenden Büchern bewahrheiten, denn wie gesagt, so wirklich mehr als vage Andeutungen gab es bisher hier eigentlich auch noch nicht. Die Serie kann also das leicht entglittene Ruder noch rumreißen. Der Großteil des ersten Buches ist immerhin trotzdem nicht unspannend, solange nicht zu angestrengt über dessen Logik nachgedacht wird.