Alien Week – Aliens

ava-1181Alien war erfolgreich, hat die Kariere von Sigourney Weaver und Ridley Scott angetrieben. Bis zu einem Sequel hat es dann allerdings doch eine Weile gedauert, kam Aliens erst sieben Jahre später in die Kinos. Ohne Ridley Scott, der bei keinem der Sequels mehr beteiligt sein wird, sondern diesmal unter James Cameron.

Ganze fünfzig Jahre sind vergangen, bis Ripley entdeckt und aus ihrem Kälteschlaf erweckt wird. Die Geschichte vom Alien, das den Rest der Crew getötet hat und wegen dem Ripley das teure Schiff in die Luft sprengen musste, will ihr keiner der Firmenchefs so richtig glauben. Zumal auf dem Planeten, von dem sie behauptet, dort wären die vielen Alien-Eier, schon längst Kolonisten untergekommen sind, die nichts dergleichen entdeckt haben. Doch wie das dramaturgisch perfekte Schicksal nun Mal so spielt, ändert sich dies genau jetzt und jegliche Verbindung zur Kolonie bricht ab. Also wird ein Einsatzkommando mit Ripley dorthin geschickt, vorfinden tun sie aber nur einen verlassenen Komplex. Zumindest von Menschen verlassen heißt das, denn das Ding ist voll mit Aliens.

Aliens ist größer und ausufernder, wie das bei guten Sequels angeblich der Fall sein soll. Mehr Handlung, mehr Hintergrundgeschichte zu Ripley, mehr Charaktere, eine größere Lokalität, viel mehr Action und viel mehr Aliens – mit 2.5 Stunden auch mehr Spielzeit. Aliens ist definitiv der größere Film, dem ist schon Mal klar. Damit und mit dem Wechsel zu Cameron ist es somit auch vom Ton her ein ganz anderer. Scotts Alien war ein Horrorfilm, minimalistisch gehalten, wenige Auftritte des Monsters an sich und keine groß inszenierte Action. Camerons Aliens ist das genaue Gegenteil davon und bewegt sich so vom atmosphärischen Horror weg und ist mehr ein knallharter Actionfilm im Sinne von Predator oder Terminator. Die Optik und das Feeling sind eben ganz anders.

Dies ist ja kein Negativpunkt, einfach den selben Film wieder und wieder zu drehen wird schnell langweilig und so ein komplett anderer Stil hält die Franchise definitiv frisch. Cameron war schlau genug, zu machen, worin er am besten ist, statt den vorigen Film imitieren zu wollen. Ich mag zwar dann tatsächlich das minimalisitsch-atmosphärische Original lieber, da es mehr meiner Mentalität zuspielt, doch das spektakuläre Actionfest des Nachfolgers hat auch enormen Unterhaltungswert.

Die Macher von Metroid: Other M hätten sich mal vorher Aliens anschauen sollen. Ripley ist, wie man einen starken weiblichen Hauptcharakter richtig macht. Hauptsächlich deswegen, weil die Filme nie die Tatsache, dass sie eine Vagina hat, zur Sprache bringen. Sie ist ein starker Charakter, der nur eben eine Frau ist und niemand macht daraus ein großes Ding, sie muss sich nicht beweisen, nur weil sie kein Y-Chromosom hat. Aliens erinnert uns nicht auf Schritt und Tritt daran, dass Ripley menstruiert, aber doch eben total tough ist und so, als würde sie das zu einer besonderen Ausnahme machen. Und das, wo Aliens ihr eine verstorbene Tochter andichtet, um ihren besonderen Beschützerinstinkt gegenüber dem Mädchen, das sie in der Kolonie vorfinden, zu hinterfüttern. Aber eben erneut, dies wird einem nie mit einem ganzen Gartenzaun eingebläut, bis man der Message gegenüber taub geworden ist, weil jedes dritte Wort aus Ripleys Mund irgendwas über Mütter oder Babys ist.

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