Disney Sunday – James and the Giant Peach

ava-1570Der zweite und bereits letzte Film von Disney in Zusammenarbeit mit Skellington Productions ist eine Adaption von James and the Giant Peach, ein Buch von Roald Dhal, zu dem Burton später in Charlie and the Chocolate Factory zurückkerhen sollte. Erneut ist Burton allerdings nur Producer, Henry Selick übernimmt wie bei Nightmare before Christmas den Platz im Regiestuhl.

So… James ist ein kleiner Junge, der ein traumhaftes Leben mit seinen Eltern führt, kaum erwartend könnend, dass sie wie versprochen nach New York gehen und sich das Empire State Building anschauen – damals noch das höchste Gebäude der Welt. Bis ein Nashorn aus den Wolken kommt und die Eltern umbringt. OK.

Nun lebt er mit den beiden teuflischen Tanten, die ihn alle Arbeit erledigen lassen, bis ein Fremder ihm magische Würmer gibt, die James versehentlich sofort im Vorgarten verschüttet. Das Wirken jener Magie ist allerdings angeblich unergründlich… wie Gott? Zumindest führt es dazu, dass der tote Baum wieder einen Pfirsich trägt, der dann zu Hausgröße heranwächst, die darin befindlichen Insekten (plus Spinne) die Sprache lehrt und auf Menschengröße wachsen lässt, sowie James in eine Stop-Motion-Figur verwandelt. Auf jenem Pfirsich geht es nun zu Wasser wie Luft gen Amerika.

Ähm… ich bekomme so das Gefühl, dass die Kindergeschichten von Roald Dhal weniger auf einen logischen Aufbau setzen, und mehr einfach eine magische Reise wiedergeben, in der alles geschehen kann, ohne dass dahinter allzu viel Sinn sein muss. Ich mein, ein Nashorn in den Wolken killt die Eltern? Und als wir es quasi schon wieder vergessen haben, taucht es aus dem Nichts am Ende des Filmes wieder auf, aber James schreit ihm ein generisches „Ich hab keine Angst mehr“ entgegen, und es ist wieder weg? Steht das symbolisch für etwas? Aber wir sehen es ja, und seine Eltern sind ja tot, und die Tanten sprechen auch davon das es ein Nashorn war. Warum verwandelt sich James, wenn er dann auf der Reise doch nichts macht, was er als normaler Junge eh machen könnte? Scheiß drauf, im Film hier reisen wir in einem von Möwen gezogenen Riesenpfirsich von England nach Amerika. Magic did it, end of story.

Oh, und um es gleich mal zu adressieren: James and the Giant Peach ist keine reine Stop-Motion, wie ich das anfänglich dachte. Nein, die anfänglichen und finalen 15-20 Minuten (also ein Drittel bis die Hälfte der Laufzeit) ist Live Action. In Tim-Burton-Land, wo die immer etwas schräg stehende Welt wie ein Papp-Bühnenbild ausschaut, auf dem sich die kruden Menschen bewegen. Stop-Motion ist nur die Reise im Pfirsich an sich, und jene gefällt mir optisch wesentlich besser.

Dennoch konnte der Film mich nicht ganz für sich gewinnen. Sicherlich mag er imaginativ sein und ist bestimmt eine nette kleine Fabel für Kinder, aber irgendwie konnte ich die Langeweile nicht immer abschütteln. Das Setup und Finale in Live Action waren mir zu lang, und auch auf der Reise ist erstaunlich wenig los, ein kurzer Fight gegen einen Metallhai und ein Exkurs zu Geisterpiraten mal abgesehen. Außerdem ist der Darsteller von James ein miserabler Schauspieler und Sänger.

disney58