Vampire Hunter D XXII & XXIII

Mehr vom Vamp-Jäger mit Initialien-Namen D. Künstler, die denken, nur einen Vornamen zu brauchen, haben noch gar nicht die richtige Coolness entdeckt, sogar nur einen einzelnen Buchstaben zu benötigen, und schon weiß jeder, wer gemeint ist.

Die aktuellen Geschichten sind benannt White Devil Mountain, welches in Japan Part 1 und 2 des Volumen 17 sind, in Amerika zu Band 22 zusammengefasst wurden, und Iriya the Berserker, welches als Oneshot Volumen 18 respektive Buch 23 füllt und somit nur die halbe Lesefreude fürs Geld bietet.

In White Devil Mountain crashlandet ein Frachter, der eigentlich einen mit Ketten gebundenen Sarg eines Vampirnoblen überbringen sollte, auf besagtem Berg. Natürlich nicht zufällig, denn der darin befindliche Gilzen hatte hier sein Schloss und will zu seinem Ruhm zurückkommen, nachdem andere Vampire, inklusive seiner eigenen Mutter, ihn für so gefährlich hielten, dass sie in gekettet und vergraben haben. All das nur, weil er andere Pläne hatte den Untergang seiner Spezies mit Hilfe von Alientechnologie zu verhindern, statt wie der Heilige Urvater Vampire und Menschen kreuzen zu wollen.

Doch D ist nicht alleine beim Bergsteigen, und ich meine damit nicht den nervtötenden Parasiten, den er in der Hand hat. Denn eine andere Jägerin, ein Söldner, eine Ärztin und ihr Bodyguard, sowie ein kleiner Junge, der seinen Vater an den Berg verlor, begehen ebenfalls den Aufstieg.

Vampire Hunter D ist dann am Besten, wenn es sich nicht viel um D dreht. Dabei bleibe ich. Über den gibt es eh nichts zu wissen. Abgesehen von den paar Kleinigkeiten, die sowieso jedes Buch ewiglich zu wiederholen sich genötigt sieht. Ist er das einzig Erfolgreiche Resultat der Versuche des Urvasters? Klar. Darf das nie voll ausgesprochen werden, weil er sonst sauer wird? Auch. Ist er so hübsch, dass jeder Frau, jedem Mann, und allem dazwischen sofort die Hose feucht vor Wollust wird? Natürlich. Ist er so Respekteinflösßend, dass jedem seiner Gegner sofort die Hose feucht vor Angstpipi wird? Das auch. Ist er kühl und Emotionslos und es total uncharakteristisch für ihn, wann immer er mehr als absolut nötig redet, sich um jemand kümmert, sich für jemandes Geschichte interessiert, obwohl das mindestens einmalig pro Buch geschieht? Jep. Ist er so unbesiegbar, dass selbst wenn Part 1 auf eine Cliffhanger mit einem aufgespießten D endet, man sich absolut sicher sein kann, dass er da Problemlos nach spätestens drei Sätzen in Part 2 wieder auf voller Höhe ist? Selbstredend.

Gewohnt sind also die Stellen in White Devil Mountain die interessantesten, wenn D von den anderen getrennt wird. Wenn wir die frischen Fähigkeiten der neuen Charaktere ausloten und sie um ihr Leben kämpfen müssen, ohne das Super-Halbvamp D mit einem Schulterzucken ganze Armeen für sie besiegen kann und dabei die Frisur auch noch dank Drei-Wetter-Taft perfekt sitzt.

Dennoch kann ich mich dem Gefühl nicht erwehren, dass es einen sogar noch interessanten Charakter gegeben hätte, um den sich das Buch hätte drehen können: Antagonist Gilzen. Via eines verlängerten Flashbacks in die Zeit, als er die Opposition gegen den Urvater bildete. Warum er einen anderen Weg einschlagen wollte und was seine Überzeugungen waren. Warum sich letztendlich selbst seine eigenen Verbündeten gegen ihn stellten. Dass D zu Beginn des Buches seine menschlichen Begleiter fragt, ob der Vampirismus nicht auch eine Form von Leben, ein neues Leben statt das Ende des Lebens darstellt, wird auch nie wieder aufgegriffen, und mal Teile dieser Bücher aus sicht des Vampiradels zu präsentieren, hätte diesen Blickpunkt erweitern können. Und wenn man schon doppelte Seiten füllen kann, wäre hierfür doch genug Platz. Doch stattdessen gibt es halt eben einfach die doppelte Anzahl an (zugegeben immer imaginiativer) Monster zu besiegen, bevor Gilzen gegen D verlieren darf. Und wirkt das Ende halt ausnahmsweise Mal nicht aufs letzte Kapitel überhastet.

In Iriya the Berserker trifft D hingegen auf die hübsche Iriya, die eigentlich wie ein Mädchen von nebenan wirkt, aber eine prämierte Jägerin ist. Seit eine Gruppe Vampire zum Spaß ihre Familie überfielen, die Eltern umbrachten, und die acht Geschwister vampirisierten und entführten, Iriya zum Sterben zurückliesen, hat sie Rache an jenen geschworen. Wenn sie kämpft, scheint Iriya zu einem anderen Menschen zu werden, und genau dahinter scheint ein Geheimnis zu stecken.

Es gibt übrigens auch einen Vampir in der Gruppe, der durchaus dem entgegensieht, von Iriya endlich für seine Sünden bestraft zu werden. Was mal wieder das übliche Baiting ist, dass der Vampiradel eben nicht nur aus Monstern besteht, sondern einige mehr oder weniger viel Menschlichkeit sich behalten konnten. Ich frage mich echt, warum Kikushi nie auf die Idee gekommen ist, mal stärker deren Blickwinkel einzubeziehen. Ist ja nicht so, dass der Mann keine prinzipiell guten Ideen hat, er schreibt nur häufig nicht über sie, sondern fällt auf seine Standard-Phrasen zu D und generelle Strukturen zurück, welche die Romane gern mal wie aus dem Baukasten zusammengesetzt wirken lassen.

Wenigstens ist die Geschichte von Iriya an sich relativ interessant geraten und mit viel dramatischer Tragik bestückt. Von daher kann immerhin gesagt werden, dass er diesmal nicht an der interssanten Geschichte vorbeigeschrieben hätte.