The Cabin in the Woods

ava-1911Ein Film benannt nach einem Horrorfilm-Klischee. Und das nicht grundlos, denn das Meta-Design ist der Dreh- und Angelpunkt des Streifens von Drew Goddard und Joss Whedon, der sich bewusst satirisch mit dem Genre und dem Torture Porn auseinandersetzen wollte. Ironischerweise letztendlich von Lionsgate herausgegeben, welche vor den Hunger Games ihren größten Erfolg im jene Subgenre popularisierende Saw fanden.

Ach ja, der Beitrag hier ist übrigens super doll mit Spoilern behaftet, wer sich also nichts verraten lassen will, der sollte nicht weiter lesen. Ich mein, ich bin ja allgemein eher Spoiler-behaftet, aber gerade bei The Cabin in the Woods scheinen alle immer besonders stark darum herum zu tanzen, damit geneigte Zuschauer auch wirklich vom Film überrascht werden. Was ich ehrlich gesagt etwas merkwürdig finde, denn der Aufhänger des Ganzen ist super transparent und absolut nicht überraschend.

Eigentlich könnte der Anfang der perfekt generische Slasher-Film sein. Eine Gruppe Studenten, alle gespielt von Schauspielern, die wie mindestens 30 aussehen, macht sich zu einem Wochenende auf in die Berghütte eines Verwandten, um dort zu feiern. Einer ist der Muskelprotz, eine die Nutte, einer der Bücherwurm, einer der Clown, und natürlich das pur-jungfräuliche Final Girl. Auf dem Weg in die Hütte müssen sie natürlich tanken, wo natürlich ein kryptischer Redneck sie beleidigt und vorm Tod warnt, und natürlich geht in der Hütte ziemlich schnell, nachdem alle sich unrealistisch und dämlich verhalten haben, die mörderische Post ab.

Nur ist die Sache die, dass der Film gar nicht wirklich damit anfängt. Die ersten paar Minuten bevor wir die Studenten auf ihrem Reiseanfang treffen, sehen wir stattdessen zwei Kerle, die in einem geheimen Forschungsinstitut sich auf ein Experiment vorbereiten. Und auch währen des Rests der ersten halben Stunde, bevor die Zombies erwachen, sehen wir sie immer wieder ihr Ding machen. Es dauert also ungefähr knapp 5 Minuten vom Filmstart ab, bis man sich ziemlich eindeutig denken kann, dass dies hier so eine Art Truman Show oder Hunger Games im Horror-Genre ist. Jemand beobachtet diese Kids bei ihrem Trip, will sie abgeschlachtet sehen, jenes Experiment ist eben die geheime Steuerung dieser Geschehnisse.

Und sobald das erste Opfer ums Leben kommt, und sie das erste Mal jene Hebel umlegen, ist einem auch ziemlich schnell klar, wofür dies gemacht wird. Eben nicht wie bei The Hunger Games als perfide Show für die Öffentlichkeit, die von Torture Porn so de-sensibilisiert ist, dass sie nun echte Menschen beim Gang zum Schlachter sehen will, sondern als moderne Version der ritualistischen Opfergaben, um Alte Götter zu befriedigen. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob ich das als verpasste Chance oder als originelle Idee sehen will.

Nun zumindest führt es dazu, dass im letzten Drittel so richtig die Post abgehen kann, wenn erwartungsgemäß das Opferritual nicht genau wie geplant läuft, zwei überlebende Kids dahinter kommen, und das ganze Ding aus dem Ruder läuft und die ganze Forschungsanstalt von den für ihr Experiment gezüchteten Horror übernommen wird. Und immerhin, das Voyeuristische im Menschen kann der Film dennoch nebenbei ankreiden, immerhin haben wir ein ganzes Institut voll Leute, die auf den Ablauf Wetten abschließen und sich das ganze Ding fasziniert anschauen.

The Cabin in the Woods ist genau genommen tatsächlich Pi Mal Daumen in drei halbstündige Drittel geteilt. Zunächst das Setup bis zum Erscheinen der Monster, dann das Abschlachten der Kids in und um die Berghütte, und dann die letzte wenn alles auffliegt und aus dem Ruder läuft. Dabei kann dadurch vor allem die erste Stunde für viele langweilig sein, eben weil es alle üblichen Horror-Tropes bedient. Denn genau das wird ja aus dem Heimlichen heraus gesteuert. Es gibt einen Grund, warum das Final Girl gewinnen muss. Es gibt einen Grund, warum man immer die gleichen Charakter-Stereotypen bedient. Es gibt einen Grund, warum die Kids aus dem Nichts rattig werden oder die dümmsten Fehlentscheidungen treffen. Und als besonderes Schmankerl ist der Keller voller Hints auf andere Horrorfranchises, die entscheiden, wo von die diesmalige Gruppe getötet wird, ganz davon abhängig, ob sie das Tagebuch lesen, die Filmrollen sich ansehen, oder doch zuerst die Hellraiser Puzzle-Kugel gelöst wird.

Man könnte also durchaus behaupten, dass The Cabin in the Woods ein Horrorfilm für Horrorfilm-Fans ist. Er halt Nods zu beliebten Serien, er benutzt die üblichen Klischees auf mehr oder minder clevere Art… nur ist es so, dass viele Horrorfilm-Fans eben jene „meta“-Sache, wie sie Scream beliebt gemacht hat – nämlich eben alle Tropes des Genre zu nutzen und mit dem Finger drauf zu zeigen – ziemlich ermüdend finden. Und eben, wenn man nicht davon unterhalten wird, jene zu entdecken und zu sehen, wie The Cabin in the Woods sie in sein Konzept einbaut, der bekommt eben in der ersten Stunde einen absoluten Standard-Slasher wegen ihnen geboten, der wahrscheinlich langweilt. Die letzte halbe Stunde hingegen, wenn es aus jenen ausbricht, scheint fast jedem zu gefallen. Wobei es dann umso mehr auffällt, wenn die „realen“ Ereignisse außerhalb des Experiments die gleichen Film-Logiksprünge machen. Warum genau sollte es einen einzelnen roten Knopf geben, der alle Horror-Kreaturen auf einmal ins eigene Institut frei lässt und noch nicht mal beim Aktivieren eines solchen Sicherheitsschleußen sich schließen?

Ich muss sagen das mir The Cabin in the Woods doch ziemlich Laune bereitet hat, aber eben, dies funktioniert nur, wenn für einen das Gimmick, um den sich fast der ganze Film aufbaut, auch funktioniert. Wem es nicht gefällt, wenn Horrofilme auf ihre eigenen Genrekonventionen aufmerksam machen, nur um sie dann leicht belächelnd dennoch zu nutzen, der wird hier nicht glücklich.

cabinwoods

Elvira

ava-1870Cassandra Petersons Kunstfigur Elvira, Mistress of the Dark, hat es ziemlich schnell von einer kleinen B-Horror Hostess zu einem Pfeiler modernen Americanas geschafft. Elvira’s Movie Maccabre lief immerhin durchweg in den 80ern und brachte es auf über 100 Episoden, zwei Revivals im neuen Jahrtausend, etlichem Merchandising, zwei Adventure Games von Horror Soft, und diversen Gastrollen in TV und Film. Aber auch zu zwei Kinofilmen mit ihr als zentraler Akteurin.

Das schlicht Elvira: Mistress of the Dark genannte Filmchen von 1988 ritt dabei auf dem Popularitätshoch der Figur, schaffte es aus diversen Gründen jedoch nicht, sonderlich profitabel zu sein. Es ist auch kein sonderlich guter Film. Nein, lasst mich zurückrudern, denn „gut“ will der Film eh nicht sein, immerhin bot uns Elvira im TV diverse so-schlecht-das-es-vielleicht-gut-ist B-Movies dar, und dementsprechend soll auch ihr Film nicht wirklich „gut“ sein, sondern unterhaltend blöd. Das sieht man der Figur Elvira an sich ja schon an, immerhin ist sie keine klassische Spukgestalt, sondern mehr die Drag Queen Variante von Morticia Addams – laut, schrill, punkig, nicht auf den Mund gefallen, aber mit jede Menge Sprücheklopferei, die bewusst nicht unbedingt zündet.

Das Hauptproblem des Filmes ist wohl, dass es eine echt langweilige „Fish out of water“ Handlung ist. Elvira kündigt ihren Job, aber für ihren großen Las-Vegas-Traum fehlt ihr die Kohle. Unglaublich perfekt passend zufällig, wie sie selbst in die Kamera bemerkt, flattert ihr da ins Haus, dass ihre Großtante gestorben ist und ihr was vermacht hat. Leider ist es allerdings nur das vermoderte Haus, der Pudel, und ein wertloses Kochbuch, dass der Großonkel gern abkaufen würde.

Die erste Hälfte des Filmes vergeuden wir nun damit, zuzusehen, wie die schrille Elvira sich mit dem Spießbürgertum der Kleinstadt reibt. Ein unglaublich langweiliger Love Interest und die rebellische Jugend sind natürlich von ihr begeistert, aber der Rest will sie los werden. Am Ende sehen natürlich alle ein, dass mal richtig aufgemischt zu werden genau das war, was ihrem verfahrenen Lebensstil gefehlt hat, und entschuldigen sich ordentlich für die Sache mit der Beinahe-Hexenverbrennung und so.

Ach ja, halb durch die Komödie kommen aus dem Nichts dann nämlich doch ein paar Horrorelemente, denn das Kochbuch ist ein Zauberbuch, und Elvira stammend aus einer Linie von Hexen, und er Onkel will böses damit treiben, und die Fackel-schwingenden Dorfbewohner Elvira auf dem Scheiterhaufen verbrennen und der ganze Kram. Es wird doch ziemlich hektisch und unaufgeräumt aufs Finale, nachdem sich der Film vorher so viel Zeit der Langeweile hingegeben hat.

Ich denk das ist wirklich das Hauptproblem des Filmes. Nicht das er ziemlich blöde ist, denn das ist ja gewollt. Sondern das er einfach etwas langweilig ist. Die Horrorelemente kommen zu spät und sind zu aufgesetzt, der größerer Teil der Rebellin, die mit den Spießbürgern aneinander gerät zu 08/15, und das ganze Ding an sich nicht wirklich witzig. Nicht mal Elvira an sich. Die ist charmant, das schon, aber so wirklich witzig sind ihre Sprüche nicht.

elvira1

Vielleicht wäre es auch einfach viel besser gewesen, wenn man Elvira in einen Plot verpflanzt hätte, der näher an den ganzen B-Horror-Filmen ist, die sie in ihrem Movie Maccabre gern dargeboten hat. Dachte sich wohl auch Cassandra Peterson, und ließ 2001 Evlira’s Haunted Hills finanzieren.

Diesmal spielt das Ding in 1850 in den Karpaten, alles sehr auf den Hammer Horror der 60er und 70er getrimmt. Und mit einer Elvira, die einfach Elvira ist. Sprich immer noch die enorme Haarspray-Frisur, immer noch das dicke Make-Up, immer noch die Valley-Girl-Sprachmuster mit jede Menge Andeutungen an Popkultur eines Jahrhunderts, dass noch gar nicht stattgefunden hat.

Ich muss zugestehen, eine Szene fand ich echt witzig. Nämlich wenn der attraktive Stallbursche das erste Mal den Mund öffnet und schrecklich offensichtlich über-synchronisiert ist. Was den Humor des Rests des Filmes angeht… eh. Natürlich gibt es ordentlich Referenzen an Hammer Horror, mit dem ich mich zugegeben auch nicht so auskenne, aber Zitate aus B-Movies unterzubringen macht sie nicht automatisch witzig. Und der Großteil des Humors einer Elvira lässt sich auch schon im Titel finden: Tittenwitze und Doppeldeutigkeiten. Erneut, der Film ist bewusst schlecht, die Witze sowieso, und ganz einfach der Eifer, mit dem Peterson ihre Elvira darbietet absolut gegeben… aber erneut ist auch Haunted Hills einfach etwas langweilig.

Schon alleine deswegen, weil einen Großteil des Filmes über nicht wirklich was passiert. Erst am Ende kommt dann der rachsüchtige Geist, und die vom Wahnsinn gezeichnete Familie, und der Folterkeller im Spukgemäuer zusammen, den Großteil des Filmes hingegen haben wir wieder Comedy, und zwar welche, die mich nur selten erheitern konnte.

Und damit verbleibe ich, die beiden Elvira-Filme wären welche, die sich für Elvira’s Movie Maccabre gar nicht mal anbieten würden, zum einen weil sie natürlich freiwillig statt unfreiwillig blöde sind, was immer etwas den entsprechenden Charme missen lässt, aber auch weil sie gar nicht interessant genug sind, um sich groß drüber lustig machen zu können.

elvira2

Dellamorte Dellamore

ava-1800Ist eine italienische Horror-Komödie von 1994, die allerdings in Englisch gedreht wurde und britische Schauspieler ins Lineup mixt. Anscheinend ein Kult-Klassiker, auch wenn sich in modernen Internet-Zeiten immer schlecht sagen lässt, ob das wirklich stimmt, oder ob das etwas übertreibt. Wobei, bei solch einem Film kann ich’s doch sehen. Die deutsche Version bekommt man wohl teilweise neben dem Original-Namen auch unterm US-Titel Cemetery Man oder dem genauso dämlichen Zombie Graveyard, je nach DVD, die man in Händen hält.

Dellamorte Dellamore ist ein Zombie-Film. Stopp! Nicht weg klicken, ich weiß wir sind alle Zombies mittlerweile so total leid geworden, aber hört mich an, denn wirklich wichtig ist der Zombie-Kram in Dellamorte Dellamore nicht, sondern mehr der Aufhänger. Und sonderlich Horror oder blutig wird der Film ebenfalls nicht, sondern ist (besonders beim Zombie-Kram) eher witzig.

Francesco Dellamorte ist der Totengräber auf dem Friedhof der Kleinstadt Buffalora, offiziell zumindest. Denn die Arbeiten als Totengräber übernimmt eigentlich der zurückgebliebene Gnaghi, während Dellamorte mehr wie die coole Sau, die er ist, an Ecken lehnt, an Fluppen zieht, oder mit seinen Händen in den Taschen ins Nichts starrt und einen philosophierendes Voice Over hat. Wozu er nämlich eigentlich da ist, ist die Toten auch in ihren Gräbern zu belassen, denn neuerdings stehen nach einer Woche die Leichen wieder auf, und streunen als Zombies durch die Gegend.

In eine junge Witwe verguckt sich Dellamorte auch noch, die aber seine Flirtversuche zunächst abweist, weil er zum einen schrecklich darin ist, und auch weil sie ihren frisch verstorbenen Greisen-Ehemann geliebt hat, da er sie sexuell befriedigen konnte, wie noch niemand zuvor. Doch dann hat der Friedhof eine aphrodisierende Wirkung auf sie, und schon treiben die beiden es auf dem Grab des Ex-Ehemannes („Ich habe nie etwas vor ihm geheim gehalten“), der erwacht und seine Trulla beißt. Später kommt die natürlich wieder und Dellamorte muss seine Liebe auf den ersten Blick erschießen, nur dass dann weitere Frauen auftauchen, die genau wie sie aussehen, ihm aber irgendwie immer wieder entgleiten.

Eine Vision vom Tod, der es nicht so geil findet, dass Dellamorte die Toten tötet („Wenn du nicht willst, dass sie wieder auferstehen, dann bring doch gleich die Lebenden mit einer Kugel in den Kopf um, als Präventivschlag“), hat Francesco auch. Und Träume davon, dass er in der Stadt Amok läuft. Luftig-träumerische Visionen von seiner Geliebten. Ein Bus voller Pfadfinder und Nonnen verunglückt und darf als Zombies erschossen werden (Ist es ein Witz oder nur Zufall, dass die ganzen Pfadfinder-Jungs Dellamorte angreifen, als der Mann nackt unter der Dusche steht? Bei dem Film bin ich mir nicht sicher). Eine Motorrad-Gang auch, wobei die lebende Geliebte des Anführers ihn hysterisch zurück will („Lass ihn in Ruhe, er isst mich doch nur. Ich kann mich essen lassen, von wem ich will!“). Und die letzte halbe Stunde des Filmes habe ich gelinde gesagt gar nicht verstanden.

Das stört mich aber auch gar nicht weiter, denn Dellamorte Dellamore fasziniert mich weniger als stimmig-klare Gesamtgeschichte, und mehr als fast episodische Aneinanderreihung von schrägen Ideen, die relativ bodenständig beginnen und im Verlauf immer surrealer werden. Mit ein wenig Blut, einer guten Dosis nackter Haut (sowohl Rupert Everett wie auch Anna Falchi sind in einer ordentlichen Anzahl an Szenen (halb) unbekleidet und beide nicht übel anzusehen), ganz viel Humor, und eben auch ein wenig artsy-fartsy Philosophiererei, die allerdings eben gerade wegen dem schrägen Humor mir nie zu prätentiös rüber kam. Es ist halt auch eben schwer zu sagen, wie viel Aussage dahinter gedacht ist, und wie viel einfach mal wieder Random der Randomness wegen ist, aber da der Film sich selbst nicht immer allzu ernst nimmt, kann das auch wieder als Joke gedacht sein.

dellamorte

Nostalgic Anime Week II: Phantom Quest Corp.

ava-1429Ayaka Kisaragi hat eine Firma mit Namen Phantom Quest Corporation, die sich darauf spezialisiert hat, übernatürliche Phänomene auszutreiben (also die japanischen Ghost Busters sind). Dies kaut uns die Serie am Anfang jeder der 4 OVAs vor, braucht dafür seltsamerweise aber gut fünfhundert Worte. Was nun folgt sind eben 4 in sich geschlossene Fälle, in denen die toughe Dame mit dem roten Ledermini und ihrem Lippenstiftschwert, unter Mitarbeit des niedlichen Büroshotas, der Feuerteufelin-Aushilfskraft, geldgeilen Mediums, oder Bannkreise beschwörenden Mönchs, häufig auch geholfen von einem runtergekommenen Polizisten, diverse Monster austreibt.

In der ersten Folge haben wir es beispielsweise mit Vampiren zu tun. In der nächsten ist ein Arzt mit einem Dämon im Pakt, um seinen Organhandel zu vertuschen. Folge Nummer 3 hat eine verfluchte Ägypten-Ausstellung, während in der letzten Folge die Phantom Quest Corporation plötzlich Konkurrenz von fischigen Tempelmönchen bekommt. Nur wie man sich das schon bei der kleinen Charakterbenennung denken kann, sowie sofort beim kutligen Opening (das Ending ist auch Klasse btw) merkt, nimmt sich die Serie dabei nie sonderlich ernst.

Ayaka ist beispielsweise heißblütig, dem Alkohol und anschließendem Karaoke nie abgeneigt, würde ohne Mamorus extreme Weckversuche bis in den Mittag schlafen, und ihre Firma befindet sich eh fast immer in den roten Zahlen. Einer der Vampire aus der ersten OVA beklagt sich darüber, dass sie ja reine Jungfrauenblut brauchen, es aber im modernen Tokyo schier unmöglich ist, so eine pure Dame zu finden – und lehnt Ayakas Angebot schnell damit ab, ihr Blut sei mit zu viel Alkohol verdünnt, die Argumente, dass sie weder die Jüngste, noch unschuldig oder gar jungfräulich ist, lieber ignorierend.

Phantom Quest Corporation ist also eine Horror-Comedy, denn neben den ganzen humorigen Einlagen und schrägen Charakteren wissen es die Geisterscheinungen durchaus, gruselige Visualisierungen hinzulegen, um Leute zu vertreiben. Obendrauf noch ein wenig Action im Kampf zwischen Ayaka und ihren Mitarbeiter eben mit ihren Gegenspielern, und schon haben wir eine echt launige, kleine Serie, die durch ihr episodisches Format viel Kurzweil bietet. Im Prinzip kann man sie ja endlos weiterführen und gleichzeitig jederzeit beenden, da jede Episode sowieso ein Einzelfall darstellt. Etwas schade ist es allerdings schon, dass sie es nur zu 4 OVAs gebracht hat, denn ein paar Folgen mehr wären durchaus launig gewesen. Obwohl es im Nachhinein sicherlich nicht das bekannteste Anime seiner Zeit ist, scheint Madhouse ziemlich auf die Serie gebaut zu haben, statt es als Nebenprojekt zu behandeln, denn sie ist für ihre Zeit enorm gut durchanimiert.

phantom

Waxwork II

ava-1420Waxwork II: Lost in Time setzt genau dort an, wo der erste Waxwork endete: Mark und Sarah (er gespielt vom gleichen Schauspieler, sie von einer neuen) fliehen aus dem brennenden Wachsfigurenkabinett, allerdings nicht ahnend, dass ein abgetrenntes Händchen ihnen nach Hause folgt. Oder genauer gesagt Sarah, wo es ihren Alkoholiker-Vater mit einem Hammer erschlägt. Nur findet sich plötzlich Sarah vor Gericht wieder, soll sie doch sowohl für den Tod des Vaters wie der vielen Menschen, die im Wachsfigurenkabinett verbrannten, verantwortlich sein.

Also nehmen die beiden die Möglichkeit wahr durch die Zeit zu reisen, dank der gleichen Magie, die sie im vorigen Film in die diversen Wachsausstellungen versetzt hat, in der Hoffnung, auf diese Art und Weise einen Beweis zu finden, dass Sarahs unglaubwürdige Geschichte wahr ist.

Der Film verliert zumindest mal keine Zeit, sondern nach 15 Minuten stecken wir bereits in den Zeitreisen. Übrigens werden hier nicht wirkliche Zeitperioden besucht, sondern wie im vorigen Film mal wieder Hommagen an diverse Filme. So landen sie schon mal in Frankenstein, Alien, The Haunting (inklusive S/W-Optik), The Princess Bride, Godzilla (inklusive schlechtem Dub!), Jack the Ripper, Dr. Jekyll and Mr. Hyde, Nosferatu (ganz stumm), oder Dawn of the Dead.

Nachdem schon der Vorgänger sehr schwarzhumorig war, geht Waxwork II: Lost in Time übrigens jetzt voll auf die Humor-Schiene. Aber erneut auf die gleiche Art, wie das Evil Dead II tat: Es gibt zwar viele Cartoon-Sounds und schräge Situationen, darüber hinaus wird aber der Gore nicht vergessen. Da passiert erst schon Mal, dass Frankensteins Monster seinem Schöpfer recht grafisch mit bloßen Händen den Kopf zerquetscht, während einzeln Nacheinander mit cartoonigen Blop-Sounds die Zähne und Augen rausspringen. Im The-Haunting-Segment hängt Bruce Campbell schon mal an einem Kreuz, während die Knochen seines Brustkorbes komplett entblößt ist, bleibt aber bei vollem Bewusstsein, scheucht die angreifenden Critter, die ihm das angetan haben, noch weg, und antwortet auf die Frage, ob er in Ordnung ist, doch tatsächlich das ikonische „just a flesh wound“.

Klingt soweit doch echt toll, nicht? Jede Menge Humor, Blut, und so viele verschiedene Szenarien sollten doch wohl einen echt launigen und kurzweiligen Film machen, nicht? Leider hat aber auch Waxwork II, ganz wie sein Vorgänger, ein ordentliches Problem mit eben jener Kurzweile. Mit 105 Minuten ist er sogar noch länger. Und statt uns viele kurze Episödchen zu liefern, bleibt der Film nach den ersten dreien (Frankenstein, Alien, Haunting) für den Großteil in The Princess Blade, in die restlichen Szenarien stolpern die beiden nur für den Endkampf für jeweils weniger als eine Minute. Wirklich schade, denn so bremst sich der Film zur Mitte hin enorm aus, und ich verlor bisweilen das Interesse. Hätte man aus dem schier endlosen Mittelalter-Segment 15-20 Minuten rauseditiert, mir hätte der Film wesentlich besser gefallen.

waxwork2

Slumber Party Massacre II

ava-1401Fünf Jahre hat es zum zweiten Teil gebraucht, und jene sind auch in der internen Kontinuität vorbeigestrichen. Die Jüngste unter den Überlebenden des ersten Übernachtungsmassakers ist nun selbst 17, ihre größere Schwester in der Klapsmühle. Ihre Mutter ist ziemlich neurotisch und sie selbst hat freakige Träume, die von feucht-fröhlichem Rummachen mit ihrem Schwarm zu Mord und Totschlag wechseln.

Sich selbst zum Ausdruck zu bringen soll mit PTSD helfen, und so ist sie auch Teil einer Band von 4 Rocker Chicks. Die beschließen übers Wochenende gemeinsam Party zu machen, im Ferienhaus einer der Mädels. Jungs auch eingeladen. Wen keiner eingeladen hat, aber dennoch einen auf Party Crasher macht, ist der Killer aus ihren Träumen.

Das erste Slumber Party Massacre war ja als Parodie geschrieben, jedoch dann weitestgehend als Standard-Slasher umgesetzt. In 1987 war man anscheinend endlich vom Subgenre übersättigt genug, so dass die Zeit für Parodien wirklich reif war, neben Return to Horror High ist nämlich auch Slumber Party Massacre II ganz offensichtlich ein Film, den man nicht ernst nehmen soll. Nirgendwo ist das offensichtlicher, als im Design der Killers, dessen Powerdrill nun mit einer E-Gitarre verschmolzen ist, und welcher nur in Song Lyrics spricht.

Leider verfehlt es der Film dennoch meist witzig zu sein. Sicherlich ist viel bewusst billig gemacht, wie die seltsamen Dialoge, direkt in die Kamera reden, die merkwürdigen Traumsequenzen, oder das billige Set. So richtig klicken will das allerdings nicht wirklich. Ich war mir jederzeit bewusst, dass der Film nicht ernst genommen werden will, und das tat ich auch nicht, aber amüsant fand ich das, was mir da gezeigt wird, eben auch häufig einfach nicht.

Auch als Slasher funktioniert das Gezeigte nur bedingt. Zunächst sind die merkwürdigen Träume der Hauptcharakterin ja ganz interessant, aber mit der Zeit verliert es dies, sie gehen aber weiter und weiter. Der Film ist erneut nur ungefähr 70 Minuten, es dauert aber eine gute Dreiviertelstunde, bevor der Killer wirklich auftaucht und Leute umzubringen beginnt, alles bis dahin sind nur offensichtliche Wahnvorstellungen. Und auch dann ist man sich ziemlich sicher, dass dieses Finale nur eine überlange solche Sequenz sein wird, die sich nur als weiterer Traum herausstellt.

slumber2

Slumber Party Massacre

ava-1395Wie bereits erwähnt waren die 80er voll mit Slasher-Filmen, da es das damalige Subgenre of Choice war – ähnlich wie die späten 90er voller Teen-Slasher und das frühe Millennium voller J-Horror waren. The Slumber Party Massacre ist allerdings eine interessante Anomalie, denn es war ursprünglich nicht einfach als ein Standard-Slasher geplant, der auf den Hitzug des 4 Jahre zuvor erschienen Halloween aufspringen wollte. Nein, das Script wurde von einer Feministin als Parodie aufs Genre geschrieben, quasi ein wenig ein Proto-Scream. Hätten die 80er nicht auch Return to Horror High hervorgebracht, ich würde fast sagen, die Idee war ihrer Zeit 15 Jahre voraus, denn letztendlich wurden die humorigen Ansätze des Scripts wenig genutzt und das Ding tatsächlich einfach als ein weiterer Slasher unter vielen gedreht.

Die Geschichte ist sofort klar, sobald der Titel mit dem Genre zusammengebracht wird: Eine Gruppe High-School-Schülerinnen hat der alten Zeiten wegen eine Pyjamaparty, zu der auch ein gerade entlaufener Irrer vorbei schaut, um jeden Charakter im Umkreis von 3 Häusern das Lebenslicht auszublasen. Und… das war es dann auch schon.

Zugute halten muss man dem Film definitiv, dass er mit 75 Minuten sich wenigstens ran hält, statt die einfache Prämisse in die Länge zu ziehen, von daher kommt es nie wirklich zu toter Luft. Der Killer beobachtet immer ein mögliches Opfer, bringt einend er Partygäste oder Nachbarn um, oder eines der Mädels zeigt uns ihre Titten. Einen weiteren Pluspunkt gibt es für den etwas anderen Killer, der zwar nicht so imposant aussieht, aber eben weder Supermensch, noch maskiert ist, und hier mal eine Bohrmaschine als Waffe nutzt, statt der Schneidewerkzeug-Klassiker.

Etwas schade ist eben, dass man die ursprüngliche Idee der Parodie verworfen hat, denn die besten Szenen des Filmes sind definitiv die, wo man diesen Ansatz noch durchscheinen sieht. Nicht ein Charakter in diesem Film nähert sich einem anderen auf normale Art und Weise, sondern tun alle die „schleich mich an und greif deine Schulter“-Routine – der Nachbar sogar während er ein Hackbeil in der Hand hält, mit der Begründung, dies wäre die einfachste Art, nächtliche die Schnecken aus seinem Garten zu vertreiben. Eine weitere Szene hat ein zukünftiges Opfer vor dem Killer zusammenbrechend, während er die Bohrmaschine gen Boden hält und die zwischen seinen Beinen durchblickende Kameraperspektive uns somit eine sehr phallische Assoziation bietet. Gegen Ende springt der Mörder zwei Mädels im Zimmer an, obwohl er kurz zuvor noch auf der anderen Seite der verriegelten Türe war, die zudem der einzige Weg ins Zimmer ist.

Leider sind es aber eben nur die leicht humorigen Shots, die wirklich funktionieren wollen. Der Rest des Filmes ist nicht zu Unrecht als Standard-Slasher gedreht worden, denn genau das ist er. Und damit einfach etwas langweilig, da alles so was von gehabt erscheint, dass bis zum Finale selten wirklich Spannung aufkommen will. Selbst die Jump Scares funktionieren nicht wirklich, und auf solche Überraschungen ist eigentlich immer Verlass, auch wenn sie natürlich etwas billig sind. Der Gore-Gehalt ist auch nicht so hoch, denn die meisten Morde zeigen nicht wirklich etwas von Genauigkeit, sondern nur Reaktionsshots und wir später die blutige Leiche (es ist allerdings niedlich, dass der Mörder alle Opfer Tetris-esque in einem Kofferraum unterbringt – aufgeräumt ist er immerhin).

slumber1

Creatures from the Pink Lagoon

ava-1389Existiert. Es ist übrigens kein Porn Spoof, auch wenn ich dies zunächst angenommen habe.

Phillip hat Geburtstag. Eingeladen ist er bei befreundeten Pärchen, die in ihrem Haus an der Pinken Lagune ihm eine Party schmeißen wollen. Nur sein Boyfriend Bobby kommt nicht mit, sondern denkt sich eine Ausrede aus, um seiner Sucht nach anonymen Raststättensex nachzugehen. Die Party fällt aber eh flach, crasht doch ein Haufen Zombies die Feierlichkeiten. Doch nicht irgendwelche Zombies, sondern nachdem sie beim Hören eines Show Tunes in eine spontan choreographierte Tanzeinlage fallen ist klar: Gay Zombies!

Creatures from the Pink Lagoon ist wesentlich besser, als es jegliches Recht dazu hat. Ich bin selbst überrascht, wie sehr mir der 70-Minüter gefallen hat. Wer das Ding gedreht hat, hat definitiv eine Schwäche für cheesy 50s/60s Monster-/SciFi-Filmchen – was natürlich, wie Mel Brookes schon so schön sagte, immer hilft, das Ausgangsmaterial, welches man parodiert, überhaupt zu mögen. Es dauert eine ganze Weile, bevor die Zombieaction so richtig in Fahrt kommt, wenn es dann aber passiert, war ich überrascht, dass es hier tatsächlich ein paar Gore-Szenen a la Night of the Living Dead gab, mit einem abgetrennten Körperteil hier und rausgebissenem Stück Fleisch dort. Jedoch ist natürlich Horror/Action eh nicht die oberste Priorität des Filmes, sondern der Witz.

Der ist zugegeben, von der nostalgisch-käsigen Hommage an diese alten Horrorfilme inklusive s/w-Optik mal abgehen, meist ziemlich flach, mit konstant herniederhagelnden Sprüchen ohne jegliche Subtilität. Schwule Stereotypen sind witzig, Doppeldeutigkeiten sind witzig, die Zombies sehen alles im Pink-Filter, die Totengräber am Anfang diskutierten lieber nicht in Richtung Geisterhaus sondern über die sichere Indianergrabstätte zu gehen, die schwulen Zombies lassen sich von einem stinkenden Parfüm abwehren. Aber dies ist natürlich alles nicht fies gemeint, sondern man lacht über sich selbst. Sicher, nicht jeder Versuch witzig zu sein, sitzt auch. Jedoch auch wegen der Densität jener passiert es tatsächlich, dass zwischen zwei Schmunzelmomenten selten mehr als ein oder zwei Minuten vergehen. Auch das Schauspiel ist übrigens nicht komplett schrecklich, wie man erwarten würde.

Ich war echt gut unterhalten, hatte eigentlich fast den ganzen Film etwas zum Grinsen, und die Optik ist eh charmant, und der Film wie erwähnt mit knapp über einer Stunde schön bündig.

pinklagoon

Freddy’s Dead

ava-1322Eine Sache, die nur sehr wenig in Horrorfilm-Franchises vorkommt ist, einen finalen Film zu machen. Natürlich, irgendwann sagt mal jemand „Die Reihe macht kein Geld mehr, der nächst wird der letzte Film“, aber was selten passiert ,ist, dass jemand wirklich das Monster mit viel Trara und angeblich wirklich final und endgültig umbringt – denn wenn der als letzte Film angesetzte Eintrag plötzlich doch wieder Geld einbringt, geht es meist umgehend doch weiter. Case in Point Freddy’s Dead: The Final Nightmare, zwei Jahre nach dem fünften Teil sollte der sechste Film das Ende einläuten und da doch jede Menge Leute ins Kino gingen, um das finale Ausschalten von Freddy Krueger mitzuerleben, kam danach doch noch einer.

Das große Ende sollte es also werden, und das merkt man dem Film auch an. Nein, man hat nicht Wes Craven zurückgeholt und nein, auch die erste Überlebende, Heather Langenkamp ist nicht dabei (Johnny Depp, dessen erster Kinofilm A Nightmare on Elm Street war, hat allerdings einen Cameo). Doch was man macht ist, der Serie ihren großen Handlungsabschluss zu geben. Was hauptsächlich dadurch veranstaltet wird, in dem man Freddy jede Menge Hintergrundgeschichte erfindet. Denn in den vorigen Filmen gab es ja nicht viel wirklich durchgehende Handlung zu verzeichnen. Wir haben irgendwann mal rausgefunden, dass Freddys Mutter eine Nonne war, die von hundert Irren vergewaltigt wurde, aus deren Spermacocktail des Bösen dann Freddy erwuchs, und damit hat es sich ziemlich. Ansonsten waren die Filme halt um Teens, die in ihren Träumen umgebracht werden. Keine komplexe Handlung oder so. Freddy’s Dead hingegen gibt viel Rückblenden und bindet ihn in einen größeren Mythos ein. So sehen wir, wie Freddy schon als Junge Tiere quält und von allen ausgelacht wird, wie er als Teenager sich ritzt und vom Adoptiv-Vater Prügel kassiert, wie er später seine Frau umbringt weil die entdeckt hat, dass seine Hobbies neben Rasenmähen auch Kinder-Schaschlik zubereiten beinhaltet. Und nachdem er von den Elm Street Eltern verbrannt wird, tauchen die Traumdämonen auf, über die uns der Magical Negro aufgeklärt hat, die ihm seine Kräfte verleihen. Ach ja, außerdem in Freddy is a Dad: The Final Nightmare – Freddy hat nun eine Tochter, die ihn am Ende umbringt, weil sie dazu auserkoren ist.

Sprich da hat sich jemand eine Menge Blödsinn ausgedacht, um der Reihe den Stempel der Finalität aufdrücken zu können, für einen Film, der drei Jahre später doch ein Sequel bekommen sollte. Aber das ist schon irgendwo ganz Ok, gibt es so doch endlich wieder in den Szenen zwischen den Träumen was zu tun und über Dinge zu reden, statt die Zeit totzuschlagen, bis das nächste Opfer geopfert wird. Es ist so, dass Leute sich immer beschweren, wenn Movie „Monster“ eine tragische Geschichte bekommen, da das grundlose Morden unheimlicher ist. Doch wenn eine Franchise eine gewisse Länge erreicht, denkt man sich doch besser was aus, denn beim drölften Film, in dem der gleiche, stumme Wandschrank-Massenmörder grundlos eine Gruppe Teens absticht, ist das auch irgendwo langsam ausgelutscht.

Leider macht es der Film etwas arg offensichtlich, wer Freddys Kind ist, dafür, dass er es später als große Offenbarung hinstellt. Dass die „Füllszenen“ zwischen den Toden wieder etwas interessanter sind, ist auch bitter nötig, so ist nämlich erneut der Body Count erstaunlich gering und sind die Todesarten alles andere als interessant. Vor allem, weil bisher die schlimmste der „hippen“ Todesarten drin ist – nach dem D&D-Nerd, der Wizard and Warlock mit Freddy in Dream Warriors gespielt hat, und dem dämlichen Superfreddy-Comic in The Dream Child haben wir hier nun den Tod im Videospiel. Die Sequenz ist nicht nur dämlich hoch Zehn, sondern geht auch ewig.

Freddy ist übrigens auch schon seit geraumen Filmen nicht mehr unheimlich, da er hauptsächlich nur noch One Liner runter rasselt und die Todesarten immer mehr zu Gimmicks ohne Blut verkommen. Freddy’s Dead gibt die Sache so ziemlich ganz auf und lässt ihn schlicht die meiste Zeit über blöde Faxen machen, was zusammen mit den herrlich schrägen Einwohner der Kinderlosen Stadt (von denen es leider zu wenig im Film zu sehen gibt) den Film eher zur Horror-Comedy machen. Und außerdem steckt hier Freddy überraschend konstant Prügel ein, die ihn doch selbst in den Träumen echt unfähig aussehen lassen. Immerhin war Freddy hier auch mal ganz spaßig, was normalerweise eher misslang.

Ugh, wie fand ich Freddy’s Dead: The Final Nightmare nun eigentlich. Das ist schwer zu sagen. Er macht genug falsch, aber auch so einiges besser, als seine Vorgänger. Wenn man es so weit geschafft hat, sieht man sich das „Finale“ der Reihe eh aus Obligation an. Die Sache ist aber die: So wirklich gut sind die Nightmare-Sequels alle nicht, manche sind nur ganz schauber und andere wesentlich langweiliger, als andere. Freddy’s Dead gehört zu den besseren Sequels, die man sich antun kann, ohne die 90 Minuten finiter Lebenszeit wieder zurück zu wollen.

nightmare6

Arachnophobia

ava-1316Als leicht beeinflussbarer Teenager war der schlimmste, ekligste Horrorfilm, den ich gesehen hatte, nicht Hellraiser, nicht Evil Dead, nein ich als Arachnophobiker konnte natürlich, nachdem ich einen Film über Killerspinnen gesehen hatte, nicht mehr schlafen. Tatsächlich ist Arachnophobia der Grund, warum ich Kaffee-süchtig wurde und seit 15 Jahren nicht mehr geschlafen habe.

Ihn erneut zu sehen, hat mir vor Augen geführt, dass ich ihn allerdings schlimmer in Erinnerung hatte, als er ist. Das Marketing des Filmes selbst war sich sowieso nicht so sicher, als welches Genre es ihn verkaufen sollte. Horror-Comedy? Oder doch lieber Thriller statt Horror? Darauf kommen wir in ein paar hundert Worten noch mal zurück.

Das Setup ist eigentlich ein Horrorfilm-Klischee nach dem anderen aneinandergereiht. Ein Forscher im Amazonas ist auf der Suche nach neuen Tierarten, geht weiter, als sich die Indios trauen, und macht mit einer Killerspinne die Entdeckung seines Lebens. Allerdings schafft es auch ein freies Exemplar im Sarg des umgekommenen Fotografens zurück nach ‚Murika in eine unbedarfte Kleinstadt.

In der ist unser arachnophober Hauptcharakter mit seiner kleinen Familie gezogen, weil er sich hier als Arzt niederlassen will. Doch dummerweise ist der alteingesessene Doktor doch nicht bereit, in den Ruhestand zu gehen. Dann hat die Killerspinne sich auf seinem Grundstückt auch noch mit einer einheimischen gepaart und die achtbeinige Satansbrut hat anscheinend eine persönliche Rechnung mit dem Kerl offen, der das Grundstück mit ihnen teilt, statt nämlich seine Familie direkt zu töten, bringen sie erst mal seine Patienten um, auf das der neue Arzt noch mehr in Misskredit verfällt.

Arachnophobia ist dabei wohl am ehesten zu Vergleichen mit einer Mischung aus Gremlins und Die Vögel. Ähnlich Gremlins ist der Horror-Comedy-Anteil so, dass der Film schon weitestgehend als ernster Horrorstreifen funktionieren kann, die humorigen Einlagen kommen lediglich durch die überzeichneten Einwohner des kleinen Kaffs rüber. Ach ja, und die Spinnen singen natürlich nie den Zwergensong aus Schneewittchen, so geil die Idee auch wäre. Doch der Film geht sehr bedacht und gemächlich voran, die ersten eineinhalb Stunden ist eigentlich immer nur eine einzelne Spinne auf dem Bildschirm, die hier jemanden beißt und dort jemanden kneift. Da kommt das etwas Thriller-ähnliche Die Vögel rein, nur ohne die große Anzahl der Killertiere. Für den Großteil des Filmes zumindest, aufs Finale kommen sie plötzlich aus jedem Loch gekrochen.

Schrecklich eklig finde ich das Gekreuche und Gefleuche heutzutage natürlich immer noch. Arachnophobia ist kein dämlicher B-Movie mit Drei-Meter-Taranteln, sondern die Spinnen sind alle realistischer Größe (die Killerspinne ist im Prinzip eine Tarantel, ihre Nachkommen sind Hunchbacks). Dass die Tiere so systematisch die Leute ausradieren, als hätten sie eine persönliche Vendetta gegen ihre neue Heimatstadt ist natürlich Blödsinn, aber die unmonströse Größe macht den Horror alltäglicher und unheimlicher. Wenn die Spinnen von Tischlampen auf die Hände fallen, sich in Popcorn und Cornflakes verstecken, von der Duschleiste auf den Kopf fallen lassen und später aus allen Öffnungen des Hauses kriechen… da kribbelst einen doch ganz schön und so jemand wie ich sieht sich für die nächsten Tage seine Umgebung genauer an. Nicht, weil da eine Killerspinne lauern könnte, sondern weil der Gedanke selbst eine harmloses Hausspinnchen könnte überall lauern und nur darauf warten, mir auf den Kopf zu fallen, lässt mich nicht schlafen.

Abgesehen davon, dass die Gangart vielleicht doch etwas sehr gemächlich verläuft, ist der Film aber immer noch ziemlich gut, die Charaktere, besonders John Goodmann halten ganz gut bei Stange, bevor die Spinnen einen auf Slasher-Horror zu machen beginnen.

arachnophobia