Junji Ito: Hellstar Remina

Ein Wissenschaftler hat einen neuen Planeten entdeckt. Aber nicht irgendeinen, sondern einen, der durch ein Wurmloch aus einem Paralleluniversum in unseres rübergekommen ist, was auch seine Theorie beweist, dass dies möglich ist. Genannt hat er den Planeten Remina, nach seiner Tochter. Die bekommt dadurch ein enormes Popularitätshoch, die Öffentlichkeit ist allein wegen dem gleichen Namen hoch an ihr interessiert, also lässt sie sich bequatschen, ein Idol zu werden.

Doch Planet Remina, kommend aus einem anderen Universum, befolgt nicht unsere physikalischen Gesetze, bewegt sich in seltsamen Bahnen, wird schneller und langsamer, bricht sogar die Lichtgeschwindigkeit… und zerstört andere Sterne. Plötzlich bleibt er stehen und beginnt dann einen direkten Sprint gen Sonnensystem und unserer Erde. Die Menschen werden panisch und kommen auf die Idee, dass der Wissenschaftler und seine Tochter den gleichnamigen Höllenplaneten gerufen haben und das unwiederbringliche Ende nur aufgehalten werden kann, in dem man sie opfert. Die Jagd auf das Idol ist eröffnet.

Hellstar Remina ist wohl mit Uzumaki der Manga von Junji Ito, dem man die Lovecraft-Inspiration am stärksten anmerkt. Einfach durch dieses unerklärliche Planetenwesen, stammend aus einer fremden Dimension. Das Teil hat Augen und eine Tentakelzunge und all so schöne Dinge. Und die Menschen im Manga macht das Ding durch die Bank weg wahnsinnig. Wobei das natürlich auch teilweise einfach die Endgültigkeit der Gesamtsituation ist, die einfach die Psyche vieler zerspringen lässt. Wenn von jetzt auf gleich feststeht, dass alles Leben auf dem Planeten ausgelöscht wird und es keine Hoffnung auf Rettung gibt, da kann man sich schon mal verlieren.

Es ist übrigens auch einer jener Manga von Ito, die mir gut gefallen haben. Die Sache ist die, interessant sind sie alle, häufig aber so überbordet mit schrägen Ideen und mit zunehmenden Kapiteln einfach mehr und mehr dort draufklatschend, dass ich irgendwann einfach ein Stück weit die Relation zu Handlung verliere und nicht mehr so ins Geschehen investiert bin. Ich mag den Beginn der meisten Ito-Mangas, aber nicht unbedingt immer die Richtung(en), in die sie sich dann entwickeln. Hellstar Remina bleibt die ganze Geschickte über bei seiner simplen Prämisse des Höllenplanetens, der sich anschickt, die Erde zu fressen und die Jagd auf Remina. Es kommen keine weiteren schrägen und super komplizierten Ideen dazu, es entwickelt sich alles recht geradlinig und gerade das gefällt mir hier. Und keine unnötigen Erklärungen ob des Geschehens.

Auch hier übrigens das gewohnte Bonuskapitel, Army of One genannt. Gruppen von Menschen werden tot und aneinandergenäht aufgefunden, gerade als ein Hikikomori sich dazu entschließt, vielleicht doch aufs Klassentreffen zu gehen, das anberaumt wurde. Doch Zusammenkünfte werden immer gefährlicher, die Gefahr als toter Menschenhaufen zu enden, größer, also ist sein Hikikomori-Lifestile plötzlich akzeptabel. Nette Idee, das.