Masters of Horror 101 & 102

Masters of Horror interessiert mich schon seit Jahren, doch dann schreck ich immer wegen Imprint zurück und nur zwölf Dreizehntel der Serie zu schauen ist mir dann aber auch zu doof. Das Konzept ist dem von Tales from the Crypt nicht unähnlich: Eine Anthologie an in sich abgeschlossenen Horrorgeschichten von unterschiedlichen Regisseuren. Hier nur nicht basierend auf Comics, zudem fast die volle Stunde lang und – daher auch der Titel – von berühmten Horror-Ikonen (mehr oder minder). Ich nehm einfach mal an, dass es dennoch pro Episode nicht so viel zu sagen gibt, deswegen kommen die im Doppelpack… oder vielleicht sogar als Triplett.

Incident On and Off a Mountain Road beginnt mit einer jungen Frau, die einem mitten auf der Bergstraße stehen gelassenen Auto hinten drauf fährt. Sie schaut nach dessen Fahrer, entdeckt stattdessen einen Kerl mit fiesem Messer, der eine halb tote Frau hinter sich her schleppt. Was nun beginnt ist eine Jagd quer durch den Wald, bei der sie ihrem Verfolger immer wieder Fallen stellt. Denn durch Flashbacks sehen wir sie mit ihrem Mann, der ein Survival-Freak war, ihr alle möglichen Überlebenstricks und Fallenstellerei beibrachte, dabei aber auch immer verquerer wurde.

War ein ganz brauchbarer Start der Staffel. Ehrlich gesagt fand ich die erste Hälfte der Episode trotz Verfolgungsjagd durchs Unterholz noch nicht so super spannend. Zumal mir sowohl sie wie auch ihr Mann schon im ersten Flashback unsympathisch wurden (das erste Date der beiden ist schon fast surreal, so verhält sich doch keiner). Die zweite Hälfte der Folge fand ich dann aber doch ziemlich cool, einen weiblichen Horrorfilm-Charakter mal so richtig trainiert zurück schlagen zu lassen ist definitiv auch mal was und eine nette Wendung gibt es ebenfalls (auch wenn ich sie früh kommen sah). Leider scheint das Budget nicht das tollste gewesen zu sein. Die alte Hütte und die gekreuzigten Leichen als Wegdeko sind schön atmosphärisch, sobald aber dann der Mond und vor allem sein digitaler Schein ins Bild gerückt werden, wirkt’s eher billig.

Regie führte hier Don Coscarelli, den ich jetzt mal ganz fies als etwas unbekannter einstufen würde. Von ihm ist der erste Beastmaster und die Phantasm-Reihe.

In H. P. Lovecraft’s Dreams in the Witch House zieht ein Student, der die verschiedenen Dimensionsebenen studiert, in ein runtergekommenes Mietshaus, weil halt so schön billig. Dummerweise überschneiden sich genau hier Dimensionen, eigentlich ein Glücksgriff sollte man meinen, so den Beweis der eigenen Theorie direkt in der Zimmerecke vorzufinden. Wären da nicht die Träume, das Erwachen an fremden Orten und die Ratte mit dem Menschengesicht, die das Kommen einer Hexe ankündigt.

Oho, es gibt also tatsächliche Lovecraftian Horror, in dem es nicht um Tentakelgesichter geht, die beim bloßen Ansehen in den Wahnsinn treiben (Disclaimer: Ich hab gelinde gesagt kaum Ahnung vom guten alten Hans Peter, ich fand dessen Cthulhu-Mythos nie allzu unheimlich… aber das Ding ist mittlerweile ja eh mehr Lifestyle denn Gruselgeschichte). Ein wenig overused in den letzten Jahren ist er ja schon, wenn’s wo keine Zombies, Vampire oder Drachen hat, dann hat es Tentakelcraft.

Egal, eine weitere Folge, die eher so-so ist, Lovecraft-Horror ist gerne mal langsam entwickelnd, hier tut er’s die ersten 40 Minuten fast gar nicht, dafür geht es dann aber auf die finale Viertelstunde mal so richtig rund. Vielleicht kommt das einem aber nur im starken Kontrast zum eher öden vorigen Geschehen nur so vor. Ich mein, ähnlich wie bei Tales from the Crypt gilt am Schluss immer noch, dass man in der kurzen Zeit wohl eher simple Sachen erwarten muss und selbst ein langweiliger Anfang, solange das Ende stimmt, nicht allzu viel Zeit vergeudet.

Regie führte ein weiterer nicht super bekannter Mensch, Stuart Gordon. Der hat wohl häufiger mal Lovecraft (und Poe) verfilmt. Allerdings auch Re-Animator, Teile der Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft Franchise, Body Snachters oder Fortress – Die Festung.