Buffy: Season Nine

ava-1457Anfang des Jahres hab ich mich durch alles 7 Staffeln von Buffy geschaut, danach gleich mit Season 8 in Comicform weitergemacht… und da vor einigen Monaten auch Season 9 fertig geworden ist, kann ich noch dieses Jahr den Buffyton beenden. Vorläufig zumindest, bis dann nächstes Jahr Season 10 startet. Ugh, wer liest das Zeug? Ach ja, ich.

Man wird sich vielleicht daran erinnern, dass ich Season 8 ziemlich scheiße fand, und ich kann schon mal sagen, dass Season 9 definitiv besser ist. Dennoch nicht gut. Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht so ganz genau, was ich von ihr halte, sie ist nämlich weitestgehend einfach nur schrecklich… „blah“.

Ich mein, es gibt nur einen wirklich dämlichen Einfall. Nämlich wenn Buffy denkt schwanger zu sein. Und sich dann für eine Abtreibung entscheidet. Und zu Spike in sein Raumschiff mit der Insektencrew zieht (ach ja, Spike hat in Season 8 ein Insektenraumschiff bekommen btw). Doch dann finden wir raus, dass dies doch nur falsche Symptome waren, in Wirklichkeit ist Buffy gar nicht schwanger, sondern nur ein Roboter.

Ach ja, und in der Hölle gibt es Facebook. Warum auch nicht…

Die Sache ist die, wenn ich genau darüber nachdenke, so sind die zugrundeliegenden Einfälle gar nicht mal so schreckliche „das wäre für die TV-Serie viel zu dumm gewesen“-Sachen, wie das was uns Season 8 beschert hat. Diese Dinge hätten total auch in der Serie passieren können. Nun ist natürlich die Frage ob das ich in Season 9 über sie nur den Kopf schütteln konnte damit zusammenhängt, dass ich den Comics dank Season 8 gegenüber voreingenommen bin, oder ob Season 9 es einfach nur falsch aufzieht. Wahrscheinlich letzteres. Aus den moralischen Implikationen mit den zwei Buffys – während ihr wahres Ich im Roboter sicher ist, lebt ihr Körper zu seinem eigenen Ego erwacht dennoch in Sicherheit weiter – macht Season 9 nämlich gar nichts, sondern verfrachtet Buffy ohne Murren und Knurren in ihren Körper zurück und löscht damit ja eigentlich das neue Ego aus. Die TV-Serie hätte sich diesen Konflikt nie entgehen lassen, Season 9 scheint nicht mal zu erkennen das hier einer besteht.

Die Handlung diesmal dreht sich übrigens um den Fallout von Season 8, an dessen Ende Buffy den Seed of Magic zerstört hat und somit die Quelle der Magie aus der Welt entschwunden ist. Irgendwie bedeutet das immer noch, dass übernatürliche Wesen wie Vampire, Dämonen und Slayer existieren, die ihre Macht aus sich selbst ziehen, dafür Magie-leihende Dinge nicht mehr gehen, vorrangig gibt es keine Hexen mehr und Dämonen können aus ihren Reichen nicht mehr in unseres wechseln. Das macht so ziemlich jeden ziemlich sauer auf Buffy und sie selbst mal wieder schrecklich selbstmitleidig. Irgendwie ist die Buffy in den Comics schrecklich unsympathisch, quasi wie ihre schlimmsten Momente in Season 7, nur ständig.

Was ich ja etwas amüsant fand, ist, dass der Plan der Bösewichte diesmal ist in der Zeit zurückzureisen, um die Zerstörung des Seeds zu verhindern. Während der Plan der Guten ist, einen neuen Seed zu erschaffen. Jepp, Season 9 ist dazu da, um einen Retcon von Season 8 zu machen! Und das, wo ein Thema der Season zu sein scheint, dass man die Vergangenheit ruhen lassen soll, da man sie eh nicht ändern kann.

Es gibt genau zwei Dinge, die mir an Season 9 gefielen. Zum einen find ich es gut, dass die Sache diesmal enger gestrickt ist. Es gibt nur 25 statt 40 Heftchen und der Cast ist auch wesentlich kleiner, statt viele Nebencharakter und Nebengeschichten zu jonglieren, die alle nirgendwohin führen. Apropos Nebengeschichte: Die zwei „Billy the Vampire Slayer“ Ausgaben haben mir wirklich gefallen, in denen ein Junge in einer Kleinstadt einen auf Slayer macht und sein Schwarm zu dessen Watcher wird. Diese kleine Nebengeschichte war wirklich witzig und charmant, zwei Dinge, die es in Buffy the Vampire Slayer nicht mehr gibt (selbst der Zeichenstil ist besser). Zunächst war ich mir nicht so sicher, was ich davon halten soll den einzigen männlichen Slayer schwul sein zu lassen, als ob das eine Message ist, dass man als Schwuler weibisch oder kein richtiger Kerl sei, aber das ist natürlich Blödsinn. Ich fang schon an wie Hardcore-Feministinnen überall wegen jahrelanger schlechter Repräsentation eine Verschwörung zu sehen.

Was ich übrigens noch nie leiden konnte sind Crossover. Was hat es mich genervt, wenn in der TV-Serie Dinge angesprochen aber nie erklärt werden, die in Angel passiert sind. Season 9 ist voll davon. Es gibt mindestens zwei Charaktere, die auftauchen, und deren Hintergrundgeschichte wichtig zu sein scheint, die hier aber nicht erzählt wird, weil sie schon in den Angel & Faith Comics waren. Willow und Spike verlassen Buffy und kommen wieder, ohne uns zu erzählen, was sie auf ihrem Selbstfindungstrip gelernt haben, weil dies in den eigenen kurzen Spinoffs erzählt wurde. Billy, der sich Buffy angeschlossen hat, ein paar Heftchen als nutzloser Charakter vor sich hin dümpelt, wird anschließend wieder aus Season 9 rausgeschrieben, weil er bei einer Bedrohung in seiner Heimatstadt helfen muss – was natürlich sein eigenes Spinoff ist. Ich hasse es mir so vorzukommen, als würde ich die Hälfte der Charakterzeichnung verpassen, weil ich diese ganzen Spinoffs nicht lesen will.

Am Ende bleibt einfach zu sagen, dass auch Comic-Season 9 nur ein schwacher Schatten der TV-Serie ist, nicht so schrecklich wie Season 8, aber eben kolossal „meh“ bleibt. Sie bietet wenig zum Mögen, dafür einige Ansätze zum Gegenteil.

Buffy: Season Eight

ava-1221Josh Whedon scheint eine lukrative Möglichkeit gefunden zu haben, seine abgesetzten Serien doch weiter zu führen. Nämlich in Form von Comics. Ernsthaft, es gibt welche zu allen Serien. Angel, Angel & Faith, Spike, Serenity selbst zum eigentlich abgeschlossenen Dollhouse und dem One Off Dr. Horrible. Und natürlich auch Buffy, wo von 2007 bis 2011 die offizielle Season Eight in 40 Kapiteln veröffentlicht wurde. Plus anschließend gleich die immer noch laufende Weiterführung in einer Season Nine.

Und wenn man mal drüber nachdenkt, ist das keine so üble Idee. Ich habe glaube ich schon mal erwähnt, dass die Outlines seiner Serien einfach so schwarz auf weiß gelesen für mich eh weniger nach einer Live Action denn einem Anime ausschauen würden… oder eben Graphic Novels. Außerdem hat man größere kreative Freiheiten, kommt in keine Probleme damit, dass Dinge auf Grund des Budgets nicht umsetzbar sind und hat keine Zickereien von Schauspielern, die raus wollen, andere Gigs haben oder einfach altern.

Wie gesagt schließt das Ding natürlich direkt ans Ende der TV-Serie an. Buffy hat sich also entschlossen ihre Slayer-Kräfte zu teilen und alle potentiellen Anwärterinnen zu erwecken. Nun gibt es eben jene Slayer Squats, die fast militärisch organisiert sind, rund um die Welt. Das hat natürlich auch Schattenseiten, nämlich Rogue Slayer, die den Richtlinien nicht folgen wollen, und lieber ihre Kräfte für ihren eigenen Spaß missbrauchen; das US-Militär ist über die neue Kräfteverhältnisse auch nicht begeistert und wollen die Slayer aus dem Weg räumen; und dann führt der aktuelle Vampir-Hype auch noch dazu, dass die Öffentlichkeit auf deren Seite ist und die Vampirkiller blöd findet.

Ich muss sagen, ein paar Momente in der Serie fand ich ganz nett. Die Vampirverliebtheit, die ihr ja eigentlich nur Nutze sein kann, aufs Korn zu nehmen beispielsweise und den Codenamen der Anti-Slayer-Aktion tatsächlich „Twilight“ zu nennen, beispielsweise. Auch war die Sidestory ganz nett, in der es Buffy in die Zukunft zur dortigen Slayer versetzt (die wohl auch auf eine Whedon-Comic-Reihe zurück geht), welche dann Buffy bekämpft, weil diejenige natürlich, sollte sie wieder in ihre Zeit zurück kehren, etwas gegen diese schlechte Zukunft unternimmt, damit aber auch ihre Existenz auslöscht.

Doch die meiste Zeit über war ich nicht sonderlich begeistert von Season Eight. Für mich war der Erzählstil allein schon viel zu holprig. So hatte ich regelmäßig das Gefühl, Panels oder gar ganze Kapitel zwischen Ereignissen verpasst zu haben, als ob mir irgendwas Wesentliches entgangen wäre, was die Geschichte nun von Punkt A auf Punkt B gebracht hat. Auch viele Gefühlzustände haben schrecklich plötzliche Wandel. Nicht zu vergessen, dass es mal wieder sehr offensichtlich ist, dass die Serie nach Season Five es nie mehr geschafft hat, Dawn irgendwie einzubinden, woran auch ihre komischen Verwandlungen hier nichts ändern, da sie so nebenbei laufen.

Aber am Schlimmsten ist, dass die ganze Handlung einfach so unglaublich nach schlechter Fanfiction schreit. Leute, die tot sein müssten, schauen links und rechts wieder auf. Warren und Amy arbeiten plötzlich mit den Militärs, Spike kommt fürs Finale wieder, der Master auch. Und alle erfüllen natürlich einen noch größeren Zweck in den kosmischen Ereignissen, als wir schon wussten. Buffy treibts mit nem anderen Mädel, bekommt Superheldenkräfte wie Sonic Speed und Flug. Und dann, für die letzten zehn Issues oder so, wird es einfach nur unglaublich dämlich, und hört gar nicht mehr auf. Jumping a whole ocean of sharks. Angel ist der Bösewicht, der hinter Twilight steckt? Aber er ist nicht wirklich böse, auch wenn er viele getötet hat. Denn eigentlich ist es ja alles nur ein großer Plan, den der Kosmos für ihn und Buffy hatte. Und dann ficken sie eine neue Realität in Existenz, die die aktuelle zerstören will, was aber Buffy nicht zulässt, weil damit ja ihre Freunde untergehen würden, auch wenn das neue Paradies sie mit Angel glücklich machen würde. Und dann zerstört sie ein Magical McGuffin, von dem wir bisher nie was gehört haben, welches natürlich beim Hellmouth abhängt, und alles geht auf Null zurück. Keine Slayer-Armee mehr, keine Hexen mehr, nur Buffy gegen die Vampire. Ugh, da wird man doch glatt beim Lesen dümmer von.

Ich muss sagen, ich bin auch kein großer Fan vom Zeichenstil, oder besser geschrieben Stilen, wovon es nämlich 4 gibt. Die alternativen, fotorealistischen Cover finde ich echt hübsch, allerdings ist es natürlich klar, dass der eigentliche Comic so nicht gezeichnet sein wird, weil das einfach zu viel Arbeit machen würde. Der eigentliche Stil schwankt mal von annehmbar zu seltsamen Proportionen und der Tatsache, Charaktere, die in ihren Teen/Twens sein sollten, wie Mitte 40 aussehen zu lassen. Da hätte ich fast lieber den Zeichenstil durchgängig der Future-Arc, die nämlich vom Zeichner von Fray übernommen wurde. Ganz nett ist auch das Gimmick der Traum-Episode, in der Buffy wieder in der High School ist und welches wie die nicht realisierte Animated Series gezeichnet wurde – würde ich aber nicht für die eigentliche Geschichte haben wollen.