KonoSuba 2

Kono Subarashii Sekai ni Shukufuku o!, oder KonoSuba: God’s Blessing on This Wonderful World, hat seine zweite Staffel und dazugehörige OVA mittlerweile auch beendet. Also erneut hinein in die Serie mit den schrägen Gesichtszügen und wild wackelnden Hängetitten!

Wirklich viel hat sich allerdings nicht geändert. Genau genommen ist alles beim Alten. Hauptcharakter Kazuma ist weiterhin ein Sozialversager, der auch in die Fantasy-Welt transferiert nicht plötzlich zu besonderen Kräften erwacht, sondern weiterhin Auseinandersetzungen höchstens durch Glück und Trickserei gewinnt. Göttin Aqua ist weiterhin schrill und anstrengend und weinerlich. Magierin Megumin ist weiterhin absolut von sich selbst überzeugt, obwohl sie nur einen einzelnen apokalyptischen Zauber pro Tag sprechen kann. Und Paladin Darkness ist weiterhin nur eine Anhängerin von Kazuma, weil er so schön fies mit ihr umgeht, und sie das M in SM ist. Die Truppe ist weiterhin objektiv betrachtet nutzlos, gewinnt mit mehr Glück als Verstand, und in dem sie mehr kaputt hauen, als es das Unterfangen wert gewesen wäre.

Nur kam es mir so vor, als würde die zweite Staffel alle diese Charaktereigenschaften bis Elf aufdrehen. Natürlich ist KonoSuba eine Parodie der üblichen Fantasy Light Novels wie Asterisk War und Sword Art Online und der ganze Mist mit ewig gleichem Schema, in dem es alle üblichen Stereotypen untergräbt, aber letztendlich bleibt halt doch jeder nur bei einem einzelnen definierenden Charakterzug übrig. Der wird eben nur immer extremer.

Ich meine so eine richtige Handlung gibt es in den Staffeln ja sowieso nicht. Offiziell soll der Dark Lord besiegt werden, ist schon klar, und irgendwie schaffen die es mal wieder so beiläufig auch einen seiner Generale am Ende der Season besiegt zu haben, doch so ein richtiger roter Faden will sich für mich nicht wirklich einstellen.

Was an sich aber noch nicht mal unbedingt sonderlich negativ ist. Mit 10 Folgen ist so eine Staffel eh schnell genug rum, als das ich persönlich noch nicht davon gelangweilt wäre, dass sie immer wieder dieselben Klänge anschlägt. Und irgendwie finde ich diese Truppe an Arschlöchern und Chaoten, die sich durchs Leben schummeln schon einen witzigen und sympathischen Haufen. Von daher war ich erneut gut und kurzweilig unterhalten.

Wartet, jetzt hab ich es. Einen guten Vergleich zu KonoSuba, zumindest für jene, die in meine Altersklasse sind und damals bereits Anime geschaut haben. Denn irgendwie ist KonoSuba schon ziemlich wie Slayers. Wenn man denn nur den Humor und die irren Charaktere übrig hat, weil man die doch immer mal wieder halbwegs ernst sein wollende Handlung herausgeschnitten hat. Also praktisch die guten Parts von Slayers minus die langweiligen.

Kono Subarashii Sekai ni Shukufuku o!

ava-2042KonoSuba: God’s Blessing on this Wonderful World ist eine Adaption einer Light-Novel-Serie, bei der ein Otaku in eine andere Welt gerät, wo er sofort von einer Traube niedlicher Mädels umringt wird. Aber halt stopp, haut noch nicht gelangweilt ab. Ich bin mir bewusst, dass Light-Novel-Adaptionen mittlerweile nicht mehr den besten Ruf haben, weil gefühlt ein Drittel einer jeden Anime-Season aus eben solchen Serien besteht, die alle ziemlich gleich gestrickt und alle super dämlich sind. Mit unfehlbaren Wish-Fullfilment-Kerlen, und einem Harem aus Weibern, die bei deren reinen Anblick schon feucht im Höschen werden, die ohne Anstrengungen mit ungezügelten Superkräften jede Opposition ohne mit der Wimper zu zucken oder sonstig eine Emotion oder Charakter zeigend, zu vernichten wissen. Eben Twilight für Jungs. Aber KonoSuba ist kein weiteres Sword Art Online oder Asterisk War.

Stattdessen ist KonoSuba eine Parodie eben jener Serien. Kazuma kommt nicht als hehrer Ritter in diese Fantasywelt, nein der Hikkikomori rettet auf dem Rückweg von einem neuen Spielekauf ein Mädel vorm überfahren werden, oder denkt dies zumindest, denn wie Göttin Aqua ihn aufklärt, wäre das Mädel komplett sicher gewesen, und er selbst hat sich bei der Aktion so aufgeregt, dass er an einem Herzinfarkt gestorben ist – direkt nachdem er sich eingenässt hat. Seine eigene Familie hat sich über eine solch dämliche Todesart kaputt gelacht.

Aber Aqua macht mit Kazuma einen Deal aus: Reinkarnation in einem MMORPG, wo er den Drakolord umbringen soll, ein Ding seiner Wahl darf er für den Kampf in jener Fantasywelt mitnehmen. Aus reinem Frust über die großkotzige Göttin ohne Unterwäsche beschließt er einfach, Aqua als jenen Unterpfand zu nennen. Und bekommt dies zur Überraschung aller Beteiligten gewährt. Nun stecken die beiden also in einem Fantasy-MMORPG, und zwar in der Starterstadt. Und können es sich prompt nicht leisten, sich als Abenteurer bei der Gilde eintragen zu lassen, und gute Level Spots oder Quests gibt es um die leer gefarmte Startstadt auch nicht, also müssen sie sich mit alltäglicher Teilzeitarbeit rumschlagen und im Stall übernachten.

Die Gruppe wächst übrigens recht bald um zwei weitere Charaktere, bleibt aber dennoch im klassischen Sinne extrem nutzlos. Kazuma selbst stellt sich nicht als derjenige heraus, der plötzlich Superkräfte und Überstats im Spiel hat, die immer unter seiner Versager-Schale verborgen blieben, sondern hat durch und durch absolute Durchschnittswerte (abgesehen von einem hohen Glück-Wert, der hier, wie in den meisten Spielen, von zweifelhaftem Nutzen ist) und startet als niedrige Charakterklasse. Seine drei Gefährtinnen schaffen es hingegen alle einen Advanced Job zu haben, und dennoch wenig kämpferischen Nutzen mitzubringen. Aqua beispielsweise vergeudet ihre Skillpunkte lieber für Party-Skills zur allgemeinen Erheiterung. Magierin Megumin ist so geil auf Destruktionsmagie, dass sie nur jenen einen Zauber gelernt hat, der aber so hochlevelig ist, dass sie ihn nur ein Mal pro Tag sprechen kann. Und die masochistische Paladin Darkness, die sich nur angeschlossen hat, weil Kazuma so schön fies mit seinen Teammitgliedern umgeht, ist echt gut darin, als lebendes Schild die Angreifer zu blocken, versemmelt aber jeden einzelnen eigenen Angriff von sich.

Es sollte also schnell klar werden, dass KonoSuba nicht die übliche Geschichte über eine hehre Truppe an Recken ist, die bei allen Entscheidungen immer die Gutmensch-Option wählen, oder hier ein allmächtiger Kerl von einem Haufen sofort auf ihn abfahrender Mädels umringt wird. Genau genommen entwickelt, zumindest in der ersten Staffel, keines der drei Mädels ein romantische Interesse an Kazuma, sondern ihre Bindung bleibt durchgehen freundschaftlich. Denn natürlich gibt es ein paar leise Bindungsmomente, bei denen sich dann doch eine Gruppendynamik aufbaut. Aber dennoch haben wir es hier mit vier Leuten zu tun, die sich miteinander kappeln, die lügen und betrügen, sich vor Verantwortung drücken, und wenn dann doch mal ein Bösewicht auftaucht, jenen nicht im flashigen Direktkampf entgegenstehen, sondern meist fast zufällig und mit trickreichen Taktiken besiegen. Und dabei schafft es KonoSuba, obwohl die Truppe nicht weit kommt, sondern am Ende der ersten Staffel immer noch in der Starterstadt abhängt, durchaus interessant und frisch zu bleiben. Eben einfach weil die Charaktere herrlich dämlich und der Humor treffsicher sind. Zudem ist es eine passend kleine und zurückhaltende Serie, besagte erste Staffel zählt gerade mal 10 Folgen plus eine noch abgedrehtere Bonus-OVA.

Ich kann die Serie nur empfehlen, es ist eine der witzigsten Fantasy-Comedys, die man sich anschauen kann, und dabei so wunderbar erfrischend gegen jegliche Strömungsrichtung des Genres schwimmend. Kurzweilige Unterhaltung ist garantiert.