Shark Week VI – Sharknado 5

Wie bereits erwähnt habe ich Aufholbedarf in sich jährlich vermehrenden Sharknado-Franchise, und deswegen legen wir diesmal gleich noch den nächsten hinterher und beschauen uns nach Sharknado: The 4th Awakens auch noch Sharknado 5: Global Swarming.

Im Sinne immer etwas größer und dämlicher sein zu müssen, findet die wieder in die Franchise zurückgekehrte Nova nun Ruinen einer untergegangenen Zivilisation, die wiedergeben, dass es schon immer zu Sharknados gekommen ist, und damals ein Mittel gegen sie gefunden wurde – und das gerade unter Stonehenge! Kaum ist das Artefakt mit Hilfe von Fin geborgen, kommt es auch prompt zu den nächsten Haiwinden.

Und der nimmt direkten Kurs auf London, wo April mit dem Sohn der beiden auf Fin wartet, um bei der NATO eine Rede oder was auch immer zu halten. Dummerweise wird der Sohn in den Sharknado gezogen, wo er weniger einen Haibezahnten Tod stirbt, und vielmehr dank eines Vortex in der Mitte mitsamt Haisturm von einem Ort der Welt zum nächsten teleportiert. April, Fin und Nova dem ab nun auf den Fersen, da das Artefakt den Sturm jederzeit heraufbeschwören kann, um Sohn und Menschheit zu retten.

Jep, die Haistürme sind nur altertümliche Vorrichtungen, um sich um den ganzen Planeten zu beamen. Warum es dafür eines Sturmes voller Meereskarnivoren benötigt, sei mal dahingestellt. Ist zumindest eine gute Ausrede, um die Hauptcharaktere diesmal halbwegs sinnig von einer Stadt der Welt in die nächste zu bringen, damit sich die zu zerstörende Szenerie abwechseln kann, während zudem noch mehr weltweite „Star“-Cameos untergebracht werden können.

Sharknado 5 war mir dabei auch tatsächlich gefälliger, als das der vorige Tiefpunkt der Franchise noch gewesen war. Natürlich scheinen viele Szenen noch darauf entstanden zu sein, dass man den Cameo zuerst klargemacht hatte, und dann eine Möglichkeit in den Film schreiben musste, um denjenigen auch zeigen zu können, doch diesmal ergeben sie schon ein organischeres Ganzes, statt absolut mit der Brechstange forciert zu wirken. Die Referenz-Sprüche sind ebenfalls natürlich immer noch weit davon entfernt sonderlich clever zu sein, wenn beispielsweise NATO-Vorsitzende Nichelle ‚Uhura‘ Nichols zu Fin meint „you’ve gone where no man has gone before“, aber scheinen diesmal zum einen tatsächlich zumindest halbwegs zum Geschehen zu passen, statt aus dem Nichts zu kommen, und sie werden zumindest nicht komplett für Einzeller verständlich gemacht.

Dennoch nimmt sich der Film für meinen Geschmack erneut etwas zu ernst. Wenn man das denn so sagen kann, dass ein komplett blöder Film mit dem Titel Sharknado, schlechtem Schauspiel, schlechten Effekten, größenwahnsinnigen Ideen und einer Barrage an populärkulturellen Referenzen, sich ernst nehmen kann.

Die ersten 20 Minuten bis zu der Titelsequenz (die eh wesentlich verspielter ist als der ganze Rest des Streifens) haben mir nämlich besser gelegen als die restliche Stunde. Einfach nur übertrieben blödes und sich nicht ernst nehmendes Indiana-Jones-en unter Stonehenge und die Fin-Familie im Kampf mit einem Sharknado, der inflationär mit CG-Haien und deren Opfern um sich wirft. Wenn der Film nach der Titelsequenz Drama unterbringen will, wenn April auseinanderfällt und neu getuned werden muss, wenn der Sohn verloren scheint, wenn sich Fin und Nova in die Haare kommen, dann zieht das für mich nicht. Und am Ende sind dann plötzlich fast alle tot und die Welt ist der Hainado-Apokalypse anheimgefallen, und der letzte Überlebende Fin trifft auf seinen Mad-Max-Sohn, der ihn zurück in die Zukunft bringen will, um dies im finalen sechsten Sharknado rückgängig zu machen. Blöder Einfall, aber vom Film überraschend ernst rübergebracht, und ich war raus.

Sharknado funktioniert nämlich eben nur dann, wenn die blöden Einfälle überspitzt dargeboten werden, und der Film augenzwinkert zeigt, dass er Self Aware ist, wie blöd er ist. Das gibt es in Sharknado 5 endlich mal wieder, aber mit voranschreitenden Spielzeit halt eben zunehmend weniger, was ihn auch zunehmend lahmer macht. Niemand wird sich je für die Story oder die Charaktermomente in einem Sharknado interessieren, aber die Franchise scheint das ein wenig vergessen zu haben. Und 90 Minuten hätten die Filme sowieso nie gehen müssen.