Gefangen und eingelocht

ava-1704Eingelocht, auch bekannt als Gefangen: Eine Lieber hinter Gittern (ugh), ist ein Film von Cazzo. Cazzo ist eines der größten und bekanntesten deutschen Labels für Gay Porn. Doch dies hier sollte ganz anders werden, aspiriert dazu ein „echter“ Film zu sein, nicht nur Rudelbumsen. Wirkliche Geschichte und Charaktere, deswegen eben nicht nur in einer 18+ Version als Eingelocht erschienen, sondern auch in einer handzahmen 16+ Version unter Gefangen.

Nun, ich habe die Uncut Version geschaut, und bin doch etwas überrascht. Ich hatte ja nicht viel erwartet, aber das wurde dann doch noch unterboten. Denn Eingelocht ist dann doch „nur“ ein Porno, sonst nichts. Es vergehen eigentlich keine 5 Minuten, bis es zum nächsten Fick kommt. Da frage ich mich doch ernsthaft, womit die jugendfreie Version ihre 90 Minuten füllt. Gibt es dort vielleicht tatsächlich mehr Szenen an Alibi-Handlung, die in der Hardcore-Version für mehr Sex verloren gingen? Denn wenn es den gleichen Anteil und Länge an Geschlechtsverkehr aufweist, nur mit kreativeren Kamerawinkeln, so dass nie Erektion oder Penetration ins Bild rutschen, muss das ein massiv langweiliger Streifen sein. Weil außer Vögeln wird nichts geboten, und wenn das dann noch nicht mal richtig… keine Ahnung wofür er dann gut sein soll.

Synopsis des Filmes erzählt mir beispielsweise was davon, dass Dennis wegen Betruges einzusitzen hat. Etwas von korrupten Beamten, der harten Gefängnishierarchie, der Liebe die nicht sein darf (TM), weil er sich in den Schwarzen Mike verguckt, und das Paar auf Rassismus stößt. Alles sicherlich Klischees ohne Ende, aber immerhin wären das schon mal Themen, die man behandeln kann. Nur war davon in meiner Version nichts zu sehen.

Warum Dennis, oder irgendeiner der Kerle, einsitzt, wird nie irgendwo erwähnt. Korrupte Wärter? Nicht wirklich. Strickte Hierarchie? Schon irgendwo, aber mehr als Fetisch-Spielchen denn ernsthafte Charakterisierung oder Drama-Zünder. Rassismus? Gegen Ende gibt es eine Szene, in der Dennis von einem Chor „Negerhure“ begrüßt wird, aber so wirklich jemanden ein Problem mit Mike haben sehen wir den ganzen Film über eigentlich nicht, so dass dies schon ziemlich aus dem Nichts kommt. Die sexuellen Akte an sich werden auch nie wirklich ins schräge Licht gerückt. Statt eben von den stärkeren Insassen gezwungen zu werden, oder es für Gefälligkeiten mit den Wärtern treiben zu müssen… scheint nie wirklich so, sondern immer relativ von beiden Seiten ob akuter Geilheit gewollt. Selbst die Szene, in denen die Raudi-Clique der Bottom Bitch des Gefängnisses in den Mund rotzt und pisst, wird mehr als Fetisch aufgezogen. Das einzige Drama, das in den Film kommt, ist, wenn 15 Minuten vor Schluss gemerkt wird, dass außer Kopulation noch nichts passiert ist, deswegen die Raudi-Clique Dennis mal schnell unter der Dusche vergewaltigt (überraschend kurz und gestellt, statt als vollwertiger Fetisch-Sex abgespielt zu werden), und Mike sich an ihrem Anführer rächt und beide dann glücklich bis an ihr Lebensende einsitzen, statt dass die Clique Mike und Dennis dafür noch mehr einheizt, oder die Wärter was dazu zu sagen haben.

Ach ja, und unsere große „Liebe hinter Gittern“? Es dauert 25 Minuten, bis Dennis und Mike zum ersten Mal eine Szene teilen – wortlos sofort zum Fellatio übergehen, dann aber unterbrochen werden und 30 Minuten im Film tatsächlich ihren ersten Satz wechseln a la „Cock blocked, zu doof“. Die zweite Szene teilen sie bei Minute 65! Erneut kurz geblasen und wieder blockiert, bevor ein biologisch unmöglicher Fortpflanzungsversuch gestartet werden kann. Bei Minute 80, 10 Minuten vor Filmende, haben sie dann die dritte Szene zusammen, dürfen endlich richtig Sex haben, und teilen 2 Sekunden vor den Credits doch tatsächlich einen zweiten Satz („jetzt ne Runde pennen“)! Eine Liebe für die Zeiten, Leute.

Ich mein, klar, die Hardcore-Fassung ist halt auch Porno, aber nachdem es auch eine Softcore-Fassung gibt, die es weitläufig auf DVD im normalen Handel zu kaufen gibt und wohl sogar auf Kinoleinwänden lief, hatte ich doch irgendwie erwartet, dass ein wenig mehr passiert, als nur Analverkehr am laufenden Bande. Aber dem ist nicht so. Keine Story, keine Charaktere, kein Schauspiel, nur Sex. Und wie toll man den findet, ist natürlich auch Geschmacksache. Ich hab es ja eh nicht so mit dem Gros des Outputs von Cazzo, und in Eingelocht/Gefangen gefallen mit abgesehen vom niedlichen Marcel Schlutt der Rest der Männer auch nicht übermäßig. Zu sehr Skin im Look, ein wenig zu breit, zu fleischig gebaut. Und vor allem mit nuttigen Tattoos, tussigen Nippel-Piercings, oder gleich Phantomschmerzen bereitenden Ringen durch die Eichel. Bah.

eingelocht

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Quickies!

Juno. Ein extrem sympathisch-cooler Film, der trotz der Thematik einer plötzlichen Teenagerschwangerschaft mit erstaunlich viel Leichtigkeit und bis kurz vor Ende weitestgehend ohne größeren Konflikt auskommt. Natürlich versucht er manchmal etwas arg hip zu sein, aber weitestgehend funktioniert das sogar auch.

Frankenfish. Für einen Film diesen Namens eine sich viel zu ernst nehmende und langweilige Angelegenheit. Killerfische bringen Menschen um, Ende. Nachdem der erste Fisch getötet ist, der Film aber noch fast ne Stunde läuft, taucht tatsächlich noch ein weiterer auf. Was eine Überraschung! Die Dinger hat sich ein reicher Kerl per Genmanipulation züchten lassen, um Spaß an der Jagd gefährlicher Tiere zu haben. Wer hätte das gedacht! Die arschigen, Drogen konsumierenden und Titten ungehemmt in die Kamera schwenkenden Charaktere sterben alle. Nein wirklich! Jepp jepp, ziemlich vorhersehbar, langweilig und bestechend unwitzig.

Ghost Rider. Nicht gut, aber auch nicht so schlecht, wie man erwarten würde. Die Momente, wenn die Macher sich voll im Klaren sind, dass sie hier nicht gerade den nächsten Watchmen oder The Dark Knight machen, sondern wie doof doch alles sein wird, und sich der Film selbst nicht ernst nimmt, sondern man Spaß mit sich hat, sind die besten. Die, wo ein Spielverderber dann meinte, jetzt müsse man wieder ernst werden, weniger. Dabei hätte ein ganz passabler „so doof, dass es wieder witzig ist“-Film draus werden können, wenn man sich nicht ständig zügeln würde. Und dafür, dass es um ein Motorrad fahrendes Skelett, das eine Feuerpeitsche schwingt, geht, ist die Action erstaunlich langweilig.

Eiskalte Engel 2 & 3. Ich mag sowohl die 1988er Verfilmung von Gefährliche Liebschaften sehr, wie auch den ersten Eiskalte Engel, der das Ganze in eine unterkühlt, coole, stylische Moderne verlegt. Dass es zu ihm Fortsetzungen gibt, wusste ich bisher gar nicht mal. 2 ist ein Prequel, welches zeigt, wie Sebastian nach New York kam und 3 ein Sequel mit komplett neuen Charakteren, deren einzige Verbindung dahingehend besteht, dass sie mit denen aus dem Erstling verwandt sind. Was fehlt den beiden Filmen? Alles. Kein Stil, keine Coolness, keine charmant-attraktiven Darsteller, keine guten und cleveren Dialoge und kein raffiniertes Intrigenspiel. Hier gibt’s nichts zu holen, gehen sie bitte weiter.

The Hole. Porn Spoofs können, wie im Falle von Pirates, durchaus unterhaltsam sein – meist sind sie aber weder sonderlich erotisch noch witzig. The Hole parodiert The Ring: 7 Tage, nachdem du dir das Video ansiehst, wirst du schwul. Sexy war der Film absolut nicht (langweilige Stellungen und die unerotischsten Tattoos und Piercings, die ich je zu sehen bekommen habe), aber witzig erstaunlicherweise schon extrem. Wenn das Telefon klingelt und die Stimme „You are gay!“ feststellt, könnt ich mich wegschmeißen. Am witzigsten hingegen ist noch immer die eindeutig schwulen Schauspieler dabei zuzusehen, wie sie versuchen stockheterosexuelle Alpha-Männchen zu geben, bevor sie das Video sehen. Gayracula und BoneSaw (jepp, Kaoru hat zu Halloween Horrofilm-Porn-Spoofs gesehen) fielen hingegen unter „weder sexy noch witzig“.