Freddy’s Dead

ava-1322Eine Sache, die nur sehr wenig in Horrorfilm-Franchises vorkommt ist, einen finalen Film zu machen. Natürlich, irgendwann sagt mal jemand „Die Reihe macht kein Geld mehr, der nächst wird der letzte Film“, aber was selten passiert ,ist, dass jemand wirklich das Monster mit viel Trara und angeblich wirklich final und endgültig umbringt – denn wenn der als letzte Film angesetzte Eintrag plötzlich doch wieder Geld einbringt, geht es meist umgehend doch weiter. Case in Point Freddy’s Dead: The Final Nightmare, zwei Jahre nach dem fünften Teil sollte der sechste Film das Ende einläuten und da doch jede Menge Leute ins Kino gingen, um das finale Ausschalten von Freddy Krueger mitzuerleben, kam danach doch noch einer.

Das große Ende sollte es also werden, und das merkt man dem Film auch an. Nein, man hat nicht Wes Craven zurückgeholt und nein, auch die erste Überlebende, Heather Langenkamp ist nicht dabei (Johnny Depp, dessen erster Kinofilm A Nightmare on Elm Street war, hat allerdings einen Cameo). Doch was man macht ist, der Serie ihren großen Handlungsabschluss zu geben. Was hauptsächlich dadurch veranstaltet wird, in dem man Freddy jede Menge Hintergrundgeschichte erfindet. Denn in den vorigen Filmen gab es ja nicht viel wirklich durchgehende Handlung zu verzeichnen. Wir haben irgendwann mal rausgefunden, dass Freddys Mutter eine Nonne war, die von hundert Irren vergewaltigt wurde, aus deren Spermacocktail des Bösen dann Freddy erwuchs, und damit hat es sich ziemlich. Ansonsten waren die Filme halt um Teens, die in ihren Träumen umgebracht werden. Keine komplexe Handlung oder so. Freddy’s Dead hingegen gibt viel Rückblenden und bindet ihn in einen größeren Mythos ein. So sehen wir, wie Freddy schon als Junge Tiere quält und von allen ausgelacht wird, wie er als Teenager sich ritzt und vom Adoptiv-Vater Prügel kassiert, wie er später seine Frau umbringt weil die entdeckt hat, dass seine Hobbies neben Rasenmähen auch Kinder-Schaschlik zubereiten beinhaltet. Und nachdem er von den Elm Street Eltern verbrannt wird, tauchen die Traumdämonen auf, über die uns der Magical Negro aufgeklärt hat, die ihm seine Kräfte verleihen. Ach ja, außerdem in Freddy is a Dad: The Final Nightmare – Freddy hat nun eine Tochter, die ihn am Ende umbringt, weil sie dazu auserkoren ist.

Sprich da hat sich jemand eine Menge Blödsinn ausgedacht, um der Reihe den Stempel der Finalität aufdrücken zu können, für einen Film, der drei Jahre später doch ein Sequel bekommen sollte. Aber das ist schon irgendwo ganz Ok, gibt es so doch endlich wieder in den Szenen zwischen den Träumen was zu tun und über Dinge zu reden, statt die Zeit totzuschlagen, bis das nächste Opfer geopfert wird. Es ist so, dass Leute sich immer beschweren, wenn Movie „Monster“ eine tragische Geschichte bekommen, da das grundlose Morden unheimlicher ist. Doch wenn eine Franchise eine gewisse Länge erreicht, denkt man sich doch besser was aus, denn beim drölften Film, in dem der gleiche, stumme Wandschrank-Massenmörder grundlos eine Gruppe Teens absticht, ist das auch irgendwo langsam ausgelutscht.

Leider macht es der Film etwas arg offensichtlich, wer Freddys Kind ist, dafür, dass er es später als große Offenbarung hinstellt. Dass die „Füllszenen“ zwischen den Toden wieder etwas interessanter sind, ist auch bitter nötig, so ist nämlich erneut der Body Count erstaunlich gering und sind die Todesarten alles andere als interessant. Vor allem, weil bisher die schlimmste der „hippen“ Todesarten drin ist – nach dem D&D-Nerd, der Wizard and Warlock mit Freddy in Dream Warriors gespielt hat, und dem dämlichen Superfreddy-Comic in The Dream Child haben wir hier nun den Tod im Videospiel. Die Sequenz ist nicht nur dämlich hoch Zehn, sondern geht auch ewig.

Freddy ist übrigens auch schon seit geraumen Filmen nicht mehr unheimlich, da er hauptsächlich nur noch One Liner runter rasselt und die Todesarten immer mehr zu Gimmicks ohne Blut verkommen. Freddy’s Dead gibt die Sache so ziemlich ganz auf und lässt ihn schlicht die meiste Zeit über blöde Faxen machen, was zusammen mit den herrlich schrägen Einwohner der Kinderlosen Stadt (von denen es leider zu wenig im Film zu sehen gibt) den Film eher zur Horror-Comedy machen. Und außerdem steckt hier Freddy überraschend konstant Prügel ein, die ihn doch selbst in den Träumen echt unfähig aussehen lassen. Immerhin war Freddy hier auch mal ganz spaßig, was normalerweise eher misslang.

Ugh, wie fand ich Freddy’s Dead: The Final Nightmare nun eigentlich. Das ist schwer zu sagen. Er macht genug falsch, aber auch so einiges besser, als seine Vorgänger. Wenn man es so weit geschafft hat, sieht man sich das „Finale“ der Reihe eh aus Obligation an. Die Sache ist aber die: So wirklich gut sind die Nightmare-Sequels alle nicht, manche sind nur ganz schauber und andere wesentlich langweiliger, als andere. Freddy’s Dead gehört zu den besseren Sequels, die man sich antun kann, ohne die 90 Minuten finiter Lebenszeit wieder zurück zu wollen.

nightmare6