[FSS] Destiny Three Fates: Atropos

Es geht in die bisher längste Story Arc unseres Five Star Stories Epos. Die dritte Schicksalsgöttin ist endlich dran in Destiny Three Fates: Atropos. Und füllt in Japan die Bände VI bis VIII, in der englischen Auflage die Nummer 13 bis 20. Das ist schon mehr Holz als die bisherigen.

Wir beginnen… mit einem Märchen, das einem Kind erzählt wird, wobei allerdings auch Sopp/Amaterasu auf seiner Reise auf dem Planeten Both mithört. Über ein mittelalterliches Königreich, welches plötzlich von Dämonen besucht wurde, die ein den dortigen Einwohnern nicht bekanntes Wasser des Lebens haben wollten, und Chaos und Zerstörung herabregnen ließen. Und eine mutige Prinzessin, die das ultimative Opfer ihres eigenen Lebens gab, um die Planeteneier auszubrüten, woraus die fünf Drachengötter von Both schlüpften, die wir ja bereits aus vorigen Bänden kennen. Und deren Anführer, der LED-Drache, hielt das Wasser des Lebens.

Das ist dahingehend wichtig, als dass Sopp auf Both ist, weil der LED-Drache im Prozess des Sterbens und Wiedergebärens ist. Da die Drachen als 4-dimensionale Wesen nicht von dieser Welt sind, sterben sie nämlich nicht wirklich, ihr für die Existenz in dieser Welt erschaffener Körper nach langer Zeit aber dann doch mal, weswegen sie in einer Drachennymphe regenerieren, die dann wieder zu einem vollen Drachen heranwächst. Sopp wurde vom LED-Drachen gerufen. Allerdings ist auch das Mejojo Empire, welches wir ebenfalls bereits aus der vorigen Story kennen, auf Both, weil sie auf das Wasser des Lebens scharf sind. Und nehmen zur Vorsicht den Zivilisten-Bus, in dem Sopp sitzt, unter Beschuss. Der wird dabei tödlich verletzt, sein üblicher Regenerierungsprozess setzt allerdings nicht ein, so dass er nur daliegen und bei vollem Bewusstsein von der Tierwelt des Planeten gefressen werden kann.

Sopps Nahtoderfahrung hat allerdings auch Auswirkungen im Amaterasu Königreich, da er als Imperator derjenige ist, an dessen unerschöpflicher Lebensenergie gewisse Dinge hängen. Beispielsweise beginnt die fliegende Insel, auf der der royale Plast steht, zu sinken. Und bricht die Siegel gewisser in Türme weggesperrter Mirage Knights. Denn nicht jeder Mirage Knight, was die royalen Headdliner von Amaterasu sind, ist zwangsläufig so ein hehrer Ritter, wie sie bisher zum Großteil dargestellt wurden. Viele sind auch einfach verrückte Auftragskiller, die sich Amaterasu zu nutzen macht, aber zum Allgemeinwohl die restliche Zeit über wegsperren muss. Denn das royale Kreuz als Mirage Knight tragen zu dürfen, bedeutet auch, dass sie ohne Sanktionen befürchten zu müssen, töten dürfen. Das führt zu einem Massaker auf der Insel, bei der fast jeder stirbt, bis der goldene Drache sich einmischt und Lachesis zeigt, dass sie die gleichen Kräfte wie Amaterasu geschenkt bekommen hat, mit denen sie selbst Mirage Knight mit Leichtigkeit besiegen kann. Auch wenn diese Kräfte, wie erneut bestätigt wird, verboten sind. Und ganz am Ende taucht auch noch eine Vision einer gigantischen zweiköpfigen Schlangenfrau auf, die voll mysteriös ist und in dieser Storyline nicht erklärt werden wird.

Eine weitere nicht weiter geklärte Erscheinung ist, wenn ein Kronprinz das Chaos ausnutzen will, um den Palast zu übernehmen, aber von den zukünftigen Kindern von Amaterasu und Lachesis zurückgeschreckt wird. Zeit in Five Star Stories läuft halt nicht immer linear ab. Anschließend ist dann auch fast alles wieder gut, denn der goldene Drache belebt die Toten wieder, um sich dafür zu entschuldigen, dass sie Amaterasu vom Palast wegbeordert haben. Welche auf Both von der Drachennymphe des LED-Drachens mit dem Wasser des Lebens wiederbelebt wird. Allerdings noch nicht alle seine Kräfte zurückerlangt. Lachesis schickt den verrückten, aber ihr nun untergebenen, Mirage Knight Shaft mit seiner nur im schrägen Slang redenden Fatima Paltenon und dem geheimen Super-Mech Jagd nach Both, um zu sehen, wie es um Amaterasu steht. Kaiden aus der letzten Storyline schließt sich kurzfristig wieder den Mirage Knights an, wird aber nicht viel in der hiesigen Storyline tun. Außer uns einen Rückblick zu gewähren, der offenbart, dass Ballanche in seine Fatimas alle Kampftricks der Headdliner eingebaut hat, und das es nicht ganz stimmt, dass Fatimas gebärunfähig sind. Selten kommt es doch zur Schwangerschaft, und noch seltener nicht zu einer Fehlgeburt. Aber wenn ein Kind einer Fatima überlebt, ist das etwas ganz Spezielles – implizierend, dass Kaiden ein solches ist, und die Fatima, mit der er auch sexuellen Kontakt hatte, unwissentlich seine Mutter war.

Es dauert tatsächlich bis Band 15, bzw. VII in Japan, bis Atropos überhaupt in der nach ihr benannten Storyline auftaucht. Denn sie ist auf Both und hilft Sopp sich vor den Truppen von Mejojo zu verstecken, die weiterhin die Drachennymphe suchen, welche sich ihm angeschlossen hat. Und ziemlich unerträglichen Slapstick mit sich bringt, um das mal zu erwähnen. Hauptsächlich bringt das einen Fiebertraum des geschwächten Sopps in seine Kindheit mit sich. Das nur aus seiner Mutter ohne Vater geborene Superkind, welches frei zwischen den Geschlechtern wechseln kann, war nämlich für die ersten Jahre ein komatöser Säugling. Bis seine Mutter in seiner Nähe so aufgebracht war, dass seine ungezügelten Kräfte den Hofstaat beinahe ausgelöscht hätten, bis die vier Elementarfeen und Lucifer auftauchten und einschritten. Später hat er als Kind übrigens einen Angreifer, der seine Mutter fast umbrachte, ebenfalls mit Leichtigkeit mit seinen Kräften besiegt, wobei erneut gewarnt wird, dass er diese in diesem Universum eigentlich nicht benutzen darf.

Derweil hat der Söldner Braford mit seiner Ballanche-Fatima Kyo den Unterschlupf von Atropos ausfindig gemacht. Braford ist ein gefallener Headdliner, der nun für Mejojo-Imperium arbeitet. Die beiden liefern sich eine Schlacht mit der den Auger allein steuernden Atropos, die eigentlich überlegen sein müsste, wegen der Kampfunerfahrenheit (sowohl sie als auch der Auger haben hier ihr erstes Mal) allerdings unterliegt. Allerdings wird Kyo ordentlich in Mitleidenschaft gezogen, da Ballanches Fatimas eigentlich eine mentale Sperre haben, die sie nicht gegen Sopp/Amaterasu kämpfen lässt. Deswegen können Sopp und Atropos doch fliehen, während Braford sich kurzzeitig zurückziehen muss.

Bände 17 bis 19 machen zum Großteil die Kämpfe auf Both aus. Denn Truppen des Amaterasu-Reiches sind eingetroffen, um nach ihrem Imperator zu suchen. Während Mejojo immer noch auf der Jagd nach dem Wasser des Lebens der Drachennymphe sind. Beide Fraktionen wissen nicht, warum die andere so an Both interessiert ist, kommen sich allerdings zwangsläufig in die Quere. Das Glück wechselt mehrfach die Seiten. Und die Geschichte zeigt ziemlich die Brutalität für die Bodentruppen, die sich eben keine hehren Duelle in polierten Mechs liefern, sondern von der Kriegsmaschinerie wie Kanonenfutter abgeschlachtet werden, zu desertieren versuchen, mit allem Chaos welches der Krieg so mit sich bringt. Destiny Three Fates: Atropos zeigt so viel nackte Haut und Gore, wie bisher keine vorige Story Arc in den Five Star Stories.

Irgendwann mischen dann aber doch die angekommenen Mortar Headds mit. Und irgendwann trifft auch endlich Shaft im Supermech Jagd ein, dem nur Braford in seinem gewachsen ist, allerdings doch wegen des mentalen Zusammenbruchs von Kyo unterliegt. Der Kommandant der Mejojo-Truppen, der von jenem Kerl besessen ist, der Sopps Mutter angriff, als er ein Kind war, und von jenem dann zerstört wurde, will eine Waffe einsetzen, die zu einem absoluten intergalaktischen Eklat führen würde – wird aber vom Wasser des Lebens, welches die Drachennymphe auf ihn verstreut, ausgemerzt. Nicht, bevor er Shaft allerdings nicht ein Ende setzt, der den Krieg eigentlich für Amaterasu gewonnen hat. Sopp bekommt jetzt, wo alles rum ist, auch endlich seine Kräfte zurück und schlägt Braford zu einem neuen Mirage Knight, auf das seine Kräfte nun dem Amaterasu-Reich zugutekommen. Außerdem bekommen Sopp und Lachesis jeweils eine Hälfte eines seltenen Juwels mit Namen Drachenträne, welche via Schwingungen miteinander kommunizieren, auf dass die beiden selbst bei intergalaktischer Trennung immer wissen werden, wo der andere ist.

Atropos, die für die nach ihr benannte Geschichte eigentlich gar nicht so wichtig ein Charakter war, wird die Bürde auferlegt die Drachennymphe großzuziehen. Als Belohnung dafür nimmt sie ihm das Versprechen ab, sie mit seinem Feuer zu verbrennen, sollte sie jemals ums Ende ihres Daseins bitten. Und dann haben wir einen Flash Forward von den aktuellen 2900er Jahren in die 4100er Jahre. In das Kampfgeschehen der Rebellen gegen das den Joker Cluster übernommen habende Amaterasu-Reich, welches zum Fall der fliegenden Königsinsel führen wird, mit Kämpfen Fatima gegen Fatima, und wo der Drache letztendlich sein Versprechen gegenüber Atropos einlösen wird.

Das war diesmal wirklich viel. Denn nicht nur ist diese Story Arc 1.5 Mal so lang wie die bisher anderen (bzw. sogar das 3-fache von der ersten), sondern es wird auch viel hin und her gesprungen. Zum Teil so sehr, dass die Geschehnisse währen des Lesens teilweise stark fragmentiert wirken, selbst im Vergleich zum vorigen Trafficks. Ich habe das hier dann schon etwas aufgeräumter und entschlackter wiedergegeben. Es ist halt auch so, dass man wieder stark merkt, dass Mamoru Nagano gern designt. Welten, Charakter, Mechs. Deswegen gibt es in diesen Story Arcs häufig auch viel mehr Partizipierende, als das wirklich nötig wäre, während die vielen Namen und Gesichter leicht verwirren können – vor allem wenn dann einige eigentlich wenig bis gar nichts Wichtiges bisher getan haben. Und ganz ehrlich gesagt finde ich werden die Slapstick-Einlagen, jetzt wo die Handlungen immer ernster und brutaler werden, auch zunehmend unpassender.

Deswegen war für mich Destiny Three Fates: Atropos auch insgesamt etwas gemischt zu sehen. Der Anfang mit dem Massaker auf der royalen Königsinsel, das vorangegangene Märchen, oder auch das Ende der Kämpfe und der Ausblick in die Zukunft, waren sehr interessant. Auch dazwischen gab es einige wichtige Exkurse. Doch zogen sich für mich sowohl die Kämpfe als auch die humorigen Kabbeleien zwischen Sopp und der Drachennymphe dazwischen etwas zu sehr.

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[FSS] Trafficks

Willkommen zurück in der Saga mit den fragilen Mädels unter enormen Schulterpolstern, Duellen zwischen Mechs, und dem krassesten Fashion Sense aller Zeiten. Angekommen sind wir in Trafficks, welches die Bände IV und V in Japan abdeckt, die wiederum in die US-Heftchen Vol. 9 bis 12 aufgeteilt sind. Halbzeit der Auflage ist Pi mal Daumen erreicht.

Die hiesige Handlung ist allerdings weniger ein großes Ganzes, und viel eher zerstückelt. Der Manga selbst schreibt dann auch auf einer der ersten Seiten, dass es hier mehr um die Nebenhandlungen diverser Charaktere gibt, die alle eher lange Schatten vorauswerfen, statt individuell große Wichtigkeit zu haben. Und wie das in Destiny Three Fates: Clotho begonnen wurde, schert sich der Manga dabei nicht immer sonderlich um eine chronologische Reihenfolge, sondern springt hier und dort erstaunlich große Distanzen, weil die Dinge thematisch zusammenpassen bzw. aufeinander aufbauen.

Die Rahmenhandlung ist erneut ans Ende der 2900er Jahre angesiedelt, kurz nach dem Ende des Hauptteils der letzten Story Arc, also nach dem Tod von Collus III. Wir begleiten Headdlinger Muse und seine Fatima Ssiz, die auf ihrer Reise in einer Stadt in Kastenpo auf dem Planeten Both ankommen. Diese ist nicht nur ein Handelszentrum, sondern wird gern auch für Headdliner-Duelle genutzt, um sich Prestige anzuhäufen. Iler the Bishop der Mejojo Dynastie übertreibt es allerdings etwas, denn um den neuen Motar Headd Ashura Temple zu erproben, duelliert er sich nicht nur mit anderen Headdlinern bis zum Sieg, sondern ermordet sie und ihre Fatima anschließend und hat noch nicht mal den Respekt sie zu beerdigen, sondern lässt sie wie Abfall zurück. Und der Ashura Temple ist sowieso weit überlegen, wurde er doch gebaut, um die bisherige Vormachtstellung von drei ganz besonderen MH-Modelle zu brechen.

Sich dem Ashura Temple in seiner hoch geheimen Bang Doll gegenüberstellen wird Muse allerdings erst ganz am Ende von Trafficks. Bis dahin macht er zwei Bekanntschaften. Zum einen treffen sie auf einen der fünf Drachen-Götter von Both, der dem Gottimperator Amaterasu auch die Nachricht hinterlässt, dass sie es nicht dulden werden, sollte er Kastenpo einnehmen. Was jener auch nie macht, wodurch dies die Keimzelle für die Widerstandsbewegung gegen sein Planetenreich werden wird. Aber dies ist erst später wichtig.

Größer ist da schon das Treffen auf Kaien und seine Fatima Auxo. Der erzählt Muse nämlich gleich mehrere verschachtelte Flashbacks. Zum einen wie er eine Basis angegriffen hat, wodurch Auxo tödlich verletzt wurde. Doch Doktor Ballanches Protege kann sie tatsächlich rekonstruieren, warnt aber davor, dass Fatimas nach jenem Prozess jegliche Erinnerung verlieren, da nur der Körper wiederhergestellt werden kann. Kaien entschließt sich dennoch dafür, und will sein Headdliner-Dasein und auch Auxo eigentlich anschließend aufgeben. Doch überraschend erinnert sich die Fatima an ihren Meister. Dies handelt die Geschichte aber nicht als kitschigen Liebesbeweis, der alle physikalischen Gesetze auszuhebeln weiß, sondern als ein weiteres Mysterium darüber, was Doktor Ballanche in seinen letzten Fatima-Modellen an Regeln gebrochen hat.

Noch während er auf die Rekonstruktion von Auxo wartete, geriet Kaien zudem in ein Scharmützel eines Dorfes an Widerstandskämpfern. Und die waren von keiner anderen angeführt, als der sich für einen Menschen ausgebenden Fatima Atropos. Die bekanntlich ihrem Erschaffer Ballanche floh, weil sie es eben nicht Ok fand, dass er die Regeln in den drei Schicksalsschwester gebrochen, und sie keiner Gehirnwäsche unterzogen hat, so dass sie ihre Existenz nun hinterfragt und sich dem schlechten Stand der Fatimas bewusst ist. Bisher war uns ja klar, dass Famtimas darauf programmiert sind, ihre Meister nicht missachten zu können. Das kam nie ganz so schlimm rüber, da sie diese ja aus eigenen Stücken wählen, und schon scheinbar sehr autark agieren, ihnen sogar wiedersprechen, nur eben bei direkten Befehlen diesen auch nachgehen müssen. Und die Headdliner haben bisher fast alle ihre Fatimas gut behandelt.

Doch hier bekommen wir nun erklärt, dass den Fatimas neben jener Gehirnwäsche noch mehr Restriktionen auferlegt werden, beispielsweise um ihre Stärke zu zügeln, aber auch ihnen die Reproduktion unmöglich zu machen. Als künstliche Menschen gebrandmarkt, obwohl die Fatimas uns eigentlich überlegen sind, werden sie sozusagen kleingehalten, damit die Menschheit sich weiterhin als Krone der Schöpfung sieht, statt von ihnen auf den zweiten Rang herabgestuft zu werden. Fatimas werden abhängig gemacht. Und haben auch an sich gar keine Rechte. Wer zum Beispiel eine Meister-lose Fatima findet, darf sich an ihr vergehen, und bricht damit keinerlei Gesetze, weil sie Freiwild sind, solange sie nicht unter dem Schutz eines Menschen stehen.

Über Amaterasu finden wir dazwischen ebenfalls neue Dinge heraus, wobei die Handlung hier munter zwischen den 2700er und 2900er Jahren hin und her hechtet. Beispielsweise dessen erstes Treffen auf Doktor Ballanche und wie beeindruckt Amaterasu von dessen Fatima Queen war, Ballanches erste Kreation der keine Restriktionen auferlegt waren. Aber auch wie Ballanche das Treffen angetrieben hat, das Mysterium um Amaterasus Dasein entdecken zu wollen, ohne zu seiner Lebzeit je zu einem Ergebnis zu kommen – gegen Ende der Geschichte verabschiedet sich Amaterasu vom sterbenden Ballanche und damit einem weiteren Freund, den er überlebt hat.

Denn Amaterasu scheint kein Mensch zu sein. Er ist aus seiner Mutter heraus geboren, ohne Vater, ist unsterblich und hat Mächte, die im Joker Universum nie eingesetzt werden dürfen. Er trauert weiterhin seiner toten ersten Frau hinterher, liebt die aktuelle Gemahlin Lachesis eigentlich nicht wirklich, doch der Geist seiner Mutter will sie zusammen sehen. Letztendlich weiß Amaterasu selbst nicht, was er ist, warum oder wofür er existiert, und ist als Unsterblicher extrem einsam, da beständig er alle seine Bekannten überdauern wird.

Und dann springt die Handlung plötzlich in ein Paralleluniversum, den Taiki Ten Stars, wo eine Seherin eine Prophezeiung von Amaterasu selbst bekommt. Nur um dann, immer noch in den Taiki Ten Stars, 40.000 Jahre in die Zukunft zu springen, wo eine Rasse an Überlegenen Sapiens im All ganz nach der Prophezeiung einen goldenen Sarg findet, dem die Tochter von Amaterasu und Lachesis entsteigt. Auf das die Five Star Stories für immer weiterleben werden, selbst wenn das Universums des Joker Clusters bereits am Hitzetod eingegangen ist – als überlieferte Legende in einem neuen.

The Five Star Stories bleibt also eine komplexe Geschichte, die zusätzlich noch leicht kompliziert erzählt ist. Allerdings finde ich die Herangehensweise schon irgendwo interessant. Wie gesagt, die Handlung scheut sich nicht davor, die Chronologie extrem zu brechen, in dem sie in kürzester Zeit hundert oder tausende Jahre vor und zurück springt, einfach um einem bereits Einblicke darin zu bieten, was für Auswirkungen die momentanen Ereignisse haben. Zeit scheint hier sowieso nicht linear zu verlaufen, sondern auch rückwirkend Wellen schlagen zu können. Sobald sich an diese Eigenart gewöhnt wurde, ist dem gar nicht mehr so schwer zu folgen. Da habe ich weiterhin mehr Probleme mir die komplizierten Namen und Titel der vielen involvierten Charaktere, die aktuell dann teilweise noch gar nicht sonderlich wichtig sein müssen, zu merken und auseinanderzuhalten.

[FSS] Destiny Three Fates: Clotho

Willkommen zurück bei Mamoru Naganos Langzeitwerk The Five Star Stories. Diesmal haben wir mit Destiny Three Fates: Clotho die Story Arc im Programm, welche in der japanischen Original-Auflage die Sammelbände Zwei und Drei füllt, im US-Release auf die Hefte Vier bis Acht aufgeteilt ist.

Interessanterweise fängt die Story Arc ganz ähnlich der ersten an. Denn auch hier sehen wir ein paar Randos, die wir nie wiedersehen werden, ein schlechtes Forshadowing-Gefühl entwickeln, weil die nämlich Mechs vorbeifliegen sehen, die zu den Boowrays, auch als Rainbow Seven bekannt, gehören, Söldner die eigentlich weitab im All verschollen sein sollten. Gefolgt von einer Post-Kampf-Szene, in der erneut ein Pilot eines Mortar Headds das Zeitliche segnet und seine Fatima ihm schwört ihn bis ans Ende der Zeit zu betrauern. The Five Star Stories hat es sehr mit vage-melancholischen Ausblicken in die Zukunft.

Genau genommen geht es ja darum, dass das Colus Empire vom eigentlich eher kleinen Land Hagooda angegriffen wird, dessen überhebliche Königin heimlich militärische Unterstützung vom Fillmore Empire hat. Darunter eben auch die mitleidslosen Rainbow Söldner. Während Hagooda zunächst gut Territorien übernehmen kann, ist sich Colus sicher, einen Zermürbungskrieg auf Dauer gewinnen zu können. König Colus III, der in der vorigen Story Arc Clotho an sich genommen hat, als jene der Fatima-Zuteilung entfloh, ist nur halt kein ganz geduldiger.

Deswegen vertreibt er sich unter anderem die Zeit damit, uns zu sagen, wie er auf seine eigentliche Copilotin-Fatima Ulicul traf, eine Fehde mit einem der Rainbow Söldner entstand, und auf eine sechsjährige Reise mit ihr ging. Was natürlich bedeutet, dass sie ziemlich bald ins Gras beißt, nämlich in einer der Motar Headd Schlachten während des Zermürbungskrieges. Das Amaterasu-Reich kommt helfend vorbei, und in der finalen Schlacht erfüllt sich die Prophezeiung, dass Colus III zwar seinen Wunden unterliegt, dafür die eigentlich nie einen Meister gefundene und nie einen Mortar Headd steuern wollende Clotho mit dessen ganz besonderem Mech verschmilzt, den Krieg gewinnt, und dann für eine Zeit versiegelt wird, in der das Colus Empire erneut ihre Hilfe braucht. Alles also sehr tragisch mal wieder.

Das ist übrigens das Ende von Heft 7, mit noch einem ganzen weiteren kommend. Welches prompt einen Sprung von tausend Jahren von 2900 auf 4000 macht. In eine Zeit, als es weder Colus noch Fillmore mehr gibt, sondern der ganze Joker Cluster vom Amaterasu-Reich kriegerisch geeinigt worden ist, weil Imperator Amaterasu endlich Frieden und Wohlstand für alle wollte, ob sie sich dem nun anzuschließen bereit waren oder nicht. Natürlich gibt es auch eine Widerstandsbewegung, zu der auch der Nachfahre von Colus III gehört, auf den Clotho bereits wartet. Statt nun allerdings in diese Zeitschiene richtig einzuspringen, war das nur ein Anheizer, um uns darin interessiert zu machen, wie aus Ladios Sopp/Amaterasu ein solcher Tyrann werden konnte. Denn prompt springt die Geschichte wieder nach 2900 zurück, ans Ende des Hauptteiles, und gibt uns einen kleinen Prolog zur nächsten Story Arc mit Pre-Trafficks, welches den letzten Überlebenden der Rainbow Söldner zurück in Fillmore zeigt, und dass dessen Herrscher die Verluste beim Unterstützen von Hagooda im Krieg gegen Colus bereut.

Einer besonderen Gewichtung kommt diesmal auf jeden Fall verstärkt der Beziehung der Fatimas zu ihren Headdliners, sowie Prophezeiungen zu. Denn jetzt gibt es eine ominöse Zukunftsvision vom Ende des Joker-Systems in 7777 deren Kalenders – also noch weit weg sollte man meinen, aber The Five Star Stories nimmt es mit den Zeitsprüngen wohl nicht zu eng. Auch hat Lachesis, die Fatima der ersten Story Arc, die Ladios Sopp/Amaterasu geheiratet hat, neben ihrem trotteligen selbst auch noch eine prophetische Schicksalsschwester, die in ihrem Unterbewusstsein haust. Sowie lässt Clotho tottraurig fallen, dass es ihr Schicksal sein wird gegen Amaterasu und Lachesis kämpfen zu müssen. Irgendwann in der Zukunft. Wahrscheinlich gegen der 4000er-Zeitlinie, in die wir einen kurzen Ausblick hatten.

Es wird eben auch mehrmals angesprochen, dass die Piloten der Motar Headds auf kurz oder lang – meist auf kurz – ihren Fatimas verfallen. Die Königin, die mit Colus III verheiratet ist, ist beispielsweise absolut eifersüchtig darauf, dass dessen wahre Liebe Ulicul ist. Und meint auch etwas verbittert, dass wahre Frauen wohl eher schlecht an die ewig jungen Fatimas, die ihre Headdliner immer an die erste Begegnung erinnern, und ihnen treuergeben sind, ankommen können. Die Rainbow Söldner behandeln ihre Fatimas hingegen wie absolute austauschbare Wegwerfwahre, sind ihren Ehefrauen dafür aber treu, nur damit am Ende in Pre-Trafficks der letzte Überlebende doch seiner Fatima verfällt, nachdem die ihm immer zur Seite gestanden hat.

Das ist natürlich eh eine etwas… komische Sache. Ich weiß nämlich nicht, ob dies ein besonders gutes Licht darauf wirft, wie liebenswert die Fatimas doch sind. Oder ein schlechtes Licht auf die Piloten, die eine ewig junge Sklavin einer echten Frau mit eigenem Willen vorziehen. Denn was schnell vergessen werden kann, weil abgesehen der Rainbows alle anderen Headdliner ihre Fatimas absolut liebevoll und gleichberechtig behandeln, ist: Fatimas sind darauf programmiert ihren Meistern zu gehorchen. Die drei Schwestern Clotho, Lachesis und Atropos sind die einzigen mit einem autarken Willen (und es wird impliziert, dass genau diese Komplexität der Menschlichkeit es ist, weswegen Atropos sich von ihrem Erschaffer abgewendet hat). Selbst wenn sie es wollten, könnten die Fatimas ihren Headdlinern also gar nicht wiedersprechen.

Ein wenig weitere Hintergründe zu den Motar Headds bekommen wir zudem. Beispielsweise hat man sich bewusst dafür entschieden, Schlachten nun mit diesen Super-Mechs durchzuführen, weil die natürlichen Ressourcen eines Landes so wichtig sind, und nukleare Waffen etc. davon zu viel zerstören würden. Oder das der Bau eines Motar Headds eine langwierige und komplizierte Sache ist, und die Mechs fast wie Neugeborene sind, die erst mal rund laufen müssen, ja von ihren Fatimas beschwichtig werden. Eine ominöse Lücke in der Nummerierung der Fatimas wirft auch schon unheilschwangere Schatten voraus: Wer und wo ist Nr. 42?

Es ist und bleibt übrigens im Universum des Joker Clusters die Regel, dass je höher die Position eines Menschen ist, umso übertriebener deren Fashion Sense wird. Wirklich faszinierend, wie viele Charaktere es hier gibt, und Nagano einen dennoch weiterhin mit neuen Ausartungen zu schockieren weiß.

Durch jene vielen Charaktere, die mehr oder weniger groß eine Rolle zu spielen wissen, und gerade deren auch teilweise ebenso abgefahrene Namen, ist Destiny Three Fates: Clotho etwas anstrengender zu lesen, bzw. am Ball zu bleiben. Die eigentliche Handlung und Themen sind gar nicht zu komplex, aber eben durch die vielen merkwürdigen Namen, und die vielen eingestreuten vagen Andeutungen über Schicksal und Prophezeiungen, wird das ganze etwas vertrackter in der Umsetzung. Allerdings auch interessanter, ich zumindest war hier voll am Ball, vielleicht auch weil das Hauptaugenmerk von Ladios Sopp/Amaterasu und seiner Lachesis weggegangen ist zum interessanteren und tragischeren Pärchen Colus III und Clotho. Ja die zweite Story Arc ist mitunter so dramatisch und philosophisch-luftig, dass die eingestreuten Comic Relief Momente mittlerweile geradezu fehl am Platz wirken. The Five Star Stories hat sich über Destiny Three Fates: Clotho jedenfalls eine ganze Ecke interessanter in meinen Augen zu machen gewusst als beim noch reservierten Destiny Three Fates: Lachesis.

[FSS] Destiny Three Fates: Lachesis

Mamoru Nagano ist schon eine sehr interessante Persönlichkeit. Neben Designs für Anime und dem Zeichnen seiner eigenen Manga ist er beispielsweise auch nebenbei als Musiker oder Fashion Designer tätig gewesen. Außerdem hat er eine sehr starke Hand auf seine Kreationen, die zum Großteil Eigentum seiner eigenen Firma bleiben. Sein 2012er Anime Gothicmade beispielsweise ist bis heute nicht auf Heimvideo erhältlich, weil Nagano dies nicht will, sondern wird nur sporadisch auf japanischen Kinoleinwänden vorgeführt. Außerdem ist er gut befreundet mit einem weiteren speziellen Auteur, Kunihiko Ikuhara (Sailor Moon S, Utena, Penguindrum, Yurikuma), von denen es auch gemeinsame Bilder im Sailor-Cosplay gibt.

Sein Magnum Opus ist allerdings The Five Star Stories. Ein Manga, den er 1986 kurz nach dem Start seiner Karriere begonnen hat, und der bis zum heutigen Tage läuft. Nicht ununterbrochen, in den 32 Jahren hat er es bisher „nur“ auf 14 Bände gebracht, da Nagano immer wieder größere Pausen einlegt (maßgeblich die 9 Jahre zwischen Band 12 und 13). Aber jeder neue Band schafft es erneut auf die Bestseller-Listen, FSS hat es also zu einem gewissen Urgestein und Klassiker-Status gebracht.

2015 habe ich ja mal den Anime besprochen, der doch irgendwie leicht verwirrend war, obwohl eigentlich total banal von der Handlung her. Es hat mich also somit mal wieder drei Jahre gebraucht, aber jetzt, wo ich dessen Details schon wieder total vergessen habe, ist zum Vergleich auch der Manga gelesen. Beziehungsweise dessen erstes Volumen, Destiny Three Fates: Lachesis, auf dem besagter Anime basiert.

Überrascht hat mich, dass die Geschichte so gesehen eigentlich identisch ist zum Anime, welcher in seinen 65 Minuten eigentlich kaum etwas von Wichtigkeit auszulassen schien. Vielleicht mal abgesehen vom Prolog-Kapitel, welches als Anheizer dient, um sich auch das nächste Kapitel reinziehen zu wollen, bevor die Story 20 Jahre in die Vergangenheit springt, und welches an sich nicht schlecht ist, aber für einen kompletten Film natürlich doch etwas unnötig erscheint.

Wir sind also im Joker-Cluster, welcher hauptsächlich aus 4 Planeten besteht, und in dem Krieg herrscht. Der ausgefochten wird in Mechs mit Namen Mortar Hedd, welche so mächtig sind, dass die Piloten seit ihrer Kindheit dafür trainiert werden müssen, und zusätzlich noch Fatimas benötigen. Fatimas sind humanoide Betriebsmaschinen, designt als wunderschöne Frauen, die zusätzlich absolute Unterwerfung einprogrammiert bekommen. Ein Schelm wer dabei Böses denkt.

Dr. Ballanche ist derjenige, der die Fatimas produziert, und hat mit den nach den Schicksalsgöttinnen benannten drei Schwester seine finale Produktionslinie beendet, denen er allerdings den freien Willen gelassen hat. Nun ist es so, dass bisher blutige Auseinandersetzungen vorherrschten, um an die Fatimas zu kommen, weswegen diese mittlerweile bei einer Festivität vorgestellt werden, an der alle Flieger von Mortar Hedds teilnehmen können, und sich die Fatima dann ihren Meister aussucht. Ein solches Festival steht für die verbliebenen zwei Schwestern Lachesis und Clotho an, wobei Veranstalter Fürst Juba sie lieber als seine eigenen Sexsklaven behalten will. Wählt eine Fatima nämlich keinen Meister, so bleiben sie bis zur nächsten Wahl in der Obhut des Lehnsherrn.

Unser Hauptcharakter Ladios Sopp ist ein Mortar-Hedd-Ingenieur und ein guter Freund von Ballanche, der die Schwestern schon seit ihrer Kindheit kennt, und Clotho versprach mal ihr Meister zu werden und ihr einen goldenen Mech zu bauen. Es geht ein wenig hin und her an Geplänkel zwischen den MH-Adligen, mit Slapstick ob Sopps Aussehen wie eine Frau, Juba darf ein wenig ein Creep sein, und Clotho fliehen und sich einen Meister außerhalb der Mauern suchen. Nachdem er dann Zuspruch von seiner toten Frau bekommen hat, rettet Sopp endlich Lachesis, offenbart das er eigentlich der Sonnenkaiser Amaterasu ist, und verheiratet sich mit der Fatima.

Um ehrlich zu sein sieht man The Five Star Stories, zumindest in Destiny Three Fates: Lachesis, was ja immerhin mit einem Band als Story Arc auch eher kurz geraten ist, stark an, dass Nagano eigentlich eher ein Designer ist. Gerade die englische Edition (die ein paar Jahre auf den Buckel hat, deswegen den Band in 3 großformatige Hefte unterteilt und sich ausgiebig für die rechts-nach-links Leseweise entschuldigt) kommen mit reichlich Background an, die in Japan in einem späteren Companion-Buch zur Franchise abgedruckt wurden. Jede Menge Charaktere und Mechs werden gezeigt und erklärt, die im Manga soweit noch gar keine Relevanz haben, die einzelnen Schiffdesigns erläutert, der Kalender das Sonnensystems mit den vorigen wichtigen historischen Ereignissen abgedruckt etc. Hier hat jemand seine Freude daran gehabt eine dichte Welt zu erschaffen und vor allem seiner Fantasie was Chara- und mechanische Designs angeht freien Lauf zu lassen. Dürre Mädels mit enormen Schulterpolstern, Charaktere mit den steilsten Frisuren, wuchtige bis filigrane Kampfmechs und ganze fliegende Inseln als Königspaläste.

Aber das täuscht vorerst nicht darüber hinweg, dass die erste Story-Arc noch nicht so viel hergibt. Ganz wie beim Anime, wenn auch mit der einen oder anderen Erklärung mehr, weswegen die Verhalten der Charaktere doch stimmiger und schlüssig erscheinen, ist die eigentliche Handlung abseits der schrägen Designs und der übertrieben vielen Namen eigentlich sehr geradlinig und gar etwas unbesonders. Es ist klar, dass hier der Grundstein für ein größeres Werk gelegt wurde. Ich bin mal darauf gespannt, ob die späteren Bände das einlösen werden, oder weiterhin durchscheint, dass Nagano einfach gern Sachen designt und dies hier als reines Vehikel herhält, um sie präsentieren zu können. Soweit verbleibe ich erst mal nach all dem Prestige, der The Five Star Stories anhängt, etwas unbeeindruckt aber doch dem Kommenden gegenüber fasziniert.

The Five Star Stories

ava-1839The Five Star Stories von Mamoru Nagano, der hauptsächlich durch Mecha-Designs für Sunrise bekannt ist, ist eine jener Prestige-Manga Japans. Nicht eines der erfolgreichsten im Sinne von fünfzig Tankobons innerhalb drei Jahre rauszuhauen, in 100 andere Länder lizenziert zu werden, eine Anime-Serie von drölfzillionen Folgen zu spawnen, und sich somit ein goldenes Näschen mit zu verdienen. Sondern ernsthaft Prestige, so im Sinne von Osamu Tezukas Phoenix-Saga, wo alle Jubeljahre mal ein Band erschien, aber dann gleich ein komplexer, und die es trotz der Abstände immer wieder in die Bestseller-Listen schaffen, eben nicht aufgrund kurzlebiger Mainstream-Pupularität, sondern weil man sich echt einen Urgestein-Namen gemacht hat.

Um den soll es jetzt aber gar nicht gehen, sondern um die Anime-Adaption, die leider nur eine einzelne OVA von einer knappen Stunde aus dem Jahre 1989 umfasst. Angeblich bringt die so ziemlich den ersten Band und damit die erste Story Arc unter… aber 65 Minuten sind halt echt nicht viel Zeit dafür.

Zu Beginn also erst mal schnell Setting-Texttafeln abhandeln: Es ist das Jahr 2988 im Joker-Sternhaufen, der in 4 Systeme unterteilt ist, die schlicht nach den Himmelsrichtungen benannt wurden. Keine Sorge, die einzelnen Planetennamen und vor allem jene für die Charaktere werden noch kompliziert genug, um in Kann-ich-mir-nicht-merken Probleme zu geraten. Außerdem wird in Mechas (Mortar Headd) gekämpft, die die menschlichen Piloten allerdings nicht alleine steuern können, sondern eine Fatima als Partner brauchen, die genetisch dafür gezüchtet sind, und möglichst menschlich gestaltet werden (wer Ar tonelico gespielt hat ersetzt „Fatima“ mit „Reyvateil“ und hat direkt eine passende Eselsbrücke).

Wie wirkt sich das jetzt alles auf den Film aus? Eh… wenig. Ein Professor hat drei jener Fatimas gemacht, genannt nach den drei Schicksalsgöttinnen, also wissen wir, dass die wichtig sind. Und dann sind auch schon 10 Jahre vergangen und Atropos ist abgehauen, oder tot, oder was weiß ich, auf jeden Fall nicht mehr da, während Clotho und Lachesis zur Schaustellung gebracht werden. Auf jenen stellen sich Piloten von Mortar Headds den Fatimas vor, die sich dann einen als Meister aussuchen, da sie eine Kompatibilität in der Psyche feststellen oder so, eine Zusammenarbeit also möglich ist. Aber der Kerl, der die Veranstaltung führt will gar nicht, dass Clotho und Lachesis sich jemanden aussuchen, damit er sie für sich haben kann… weil… keine Ahnung. Und ganz am Ende finden wir raus, dass er eh böse ist und den Planeten ganz schlecht regiert, und er wird Offscreen gestürzt, aber wirklich ein Übeltäter oder schlechten Regent sein sehen wir ihn eigentlich nicht, er ist halt Bösewicht by Design und der Film sagt uns das der Planet jetzt besser dran ist, und wir glauben ihm das dann auch mal.

Jedenfalls kommt dann Jobb dazu, der Mortar Headds baut und ein Freund des Profs ist, der die drei Fatimas gebaut hat, und sie in ihrer „Kindheit“ besuchte, und Clotho versprochen hat sie zu heiraten. Außerdem sieht er aus wie eine Frau. Und lasst mich hier mal unterbrechen und über das Design von dem Teil reden. Wow. Einfach wow. Die Mechs und Luftschiffe sind riesig, der Supermech Jobbs ist komplett Gold. Die Mädels hier sind so dürr und fragil, dass selbst ein Supermodel die für zu mager halten würde, haben dann aber diese Kostüme mit den Schulterteilen an, die mehr wiegen müssten, als die Mädels, die sie tragen. Und einige der Kerle sehen genauso aus, und ich bin durch 15 Jahre Training von Shojo-Zeug gegangen und erkenne eigentlich androgyne Kerle in japanischem Zeug immer noch als Kerl, aber die hier würde ich echt nicht aus den Weibern rausfischen können.

Jobb jedenfalls. Also er macht sich Sorgen um die beiden Fatimas. Aber so wirklich helfen tut er ihnen den ganzen Film über eigentlich auch nicht wirklich. Lachesis haut jedenfalls ab und läuft direkt ihrem Seelenverwandten in die Arme und damit ist sie eh raus aus der Handlung. Clotho kommt Jobb dann doch auf letzte Minute retten und die beiden können auch fliehen, weil Jobb nun nicht mehr dem Schicksal davon läuft und der Geist seiner Frau kann abzischen, und ein Mensch ist Jobb eigentlich auch nicht, und seine Bindung mit Clotho wirft ganz weite Schatten, und… argh.

Ich bin mir ziemlich sicher in The Five Star Stories steckt eine echt interessante Handlung. Das Anime erzählt sie nur nicht. Wirklich, das ganze Ding wäre eigentlich überraschend vergessenswert, wenn es eben nicht diese unvergesslichen Extrem-Designs gäbe, und man nicht mit so vielen Fragen zum Setting und was das alles soll am Bildschirm sitzen würde, die nie geklärt werden. Denn das bisschen Handlung, was es letztendlich hier hereingeschafft hat, ist ziemlicher Standard. Und bräuchte nicht mal 65 Minuten, um erzählt zu werden. Aber dann hätten wir ja die ganzen Charaktere und offenen Fragen nicht. Interesse am Manga wird so zumindest geweckt, nehme ich mal an.

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