Masters of Horror 109-111

Fair-Haired Child startet mit dem Außenseiter-Teeny-Mädel Crystal, die auf ihrem Nachhauseweg gekidnappt wird und bei einer Krankenschwester aufwacht, die sie seltsamerweise fragt, ob sie getauft und noch eine Jungfrau ist. Da kann doch was nicht stimmen. Stimmt, denn die „Schwester“ und der Kidnapper sind ein Ehepaar und sperren Crystal in den Keller, wo sie einen stummen Jungen ihren Alters und viele Warnbotschaften entdeckt. Außerdem die Überreste anderer Teenager, die das Paar geopfert haben, um ihren toten Sohn wiederzubeleben.

Eine relativ simple Geschichte mit mal wieder vorhersehbarer Wendung, die aber dennoch spannend erzählt ist und vor allem viel Atmosphäre bietet. Die Musik, die Ausstattung, hier passt wirklich alles und lässt ähnlich Jenifer und Cigarette Burns das TV-Budget kaum erahnen. Dazu ist das Monster der Episode sogar relativ unheimlich, wenn auch spärlich eingesetzt (wofür es aber Gründe gibt) und gegen Ende wird es sogar ein klein wenig blutig. Ist schon mal ein wirklich guter Start fürs Trio.

Diesmal führte William Malone Regie, der unter anderem die Sin-Deep-Episode aus Tales from the Crypt, eine Episode der Freddie’s Nightmares, außerdem Creatures und das Remake vom House on Haunted Hill auf die Welt los lies.

Ida in Sick Girl hat ein Problem: Die Ladies stehen nicht gerade darauf, dass sie als Insektenkundlerin jene auch als Haustiere hält. Bis sie auf Misty trifft, die nicht nur ordentlich ran geht, sondern mit den Krabbeltierchen auch kein Problem zu haben scheint, da ihr Vater dem gleichen Beruf nachging. Außerdem bekommt Ida ein Packet mit einem seltsamen Insekt drin, das sie nicht identifizieren kann und welches auch noch ausbüxt. Auffindbar ist es nicht wieder, dafür beginnt Misty sich immer seltsamer zu verhalten.

Ähnlich der vorigen Episode erneut eine ziemlich stringente Handlung ohne allzu große Überraschungen, mit guter (wenn auch komplett anderer, verquere) Atmo, bei der erst gegen Ende das Blut spritzt. Wie in Deer Woman wird hier zudem Horror und Humor gemixt, nur das die Horror-Seite der Angelegenheit dabei nicht so untergraben wird. Vielleicht liegt das aber nur an mir, ich find die Vorstellung von einem Insekt, dass mir im Schlaf Eier ins Ohr pflanzt super eklig. So was ist das Zeug, was mich nachts nicht schlafen lässt, nicht Alien-Invasionen oder Zombie-Apokalypsen. Zudem ist das Pärchen Ida und Misty ja mal so etwas von knuffig und herzallerliebst. Also eine weitere Gewinner-Folge, die Serie wird wirklich richtig gut.

Lucky McKee saß auf dem Regiestuhl dieser Folge und war vorher eher unbekannt, All Chearleders Die und May sind die einzigen Filme von ihm hiervor, von denen ich von beiden noch nie was gehört hätte. Seither hat er drei weitere Filme rausgebracht, die mir genauso wenig sagen. Bei den vorigen Regisseuren, auch den unbekannteren, hab ich zumindest den einen oder anderen Titel schon mal jemanden nennen hören.

Pick Me Up beginnt mit einem Bus, der im Nirgendwo stehen bleibt. Zwei Passagiere nehmen das Angebot eines Truckfahrers an, sie mitzunehmen, während die anderen beiden skeptisch sind – der muss doch ein Killer sein. Ist er übrigens auch und bringt seine beiden neuen Wegbegleiter um die Ecke. Beim Bus kommt derweil ein junger Mann vorbei und bietet den verbliebenen seine Hilfe an. Beim Sterben! Dun dun dun! Ein fünftes Mitglied der Reisegruppe hat den Bus allerdings – ganz gefährlich – schon auf eigene Faust ganz allein verlassen gehabt und kommt witziger Weise in dem Motel unter, in dem beide Killer nächtigen. Die sich prompt drum streiten, wer denn nun die letzte Verbliebene umbringen darf.

Und eine weitere gute Episode zum Schluss, dass diesige Dreierpack hat sich ja wirklich mal zu schauen gelohnt. Übrigens erwarte ich immer am Ende der Episoden ein Crypt-Keeper-Segment, hurr durr. Egal, Pick Me Up ist ein wenig komplexer aufgebaut, einfach durch die beiden Killer und das hin und her schalten zwischen ihnen, zudem hält er permanent die Spannung, hat einen ordentlichen Body Count und das Ende sah ich ausnahmsweise mal nicht kommen. Irgendwie ist die Folge sogar ganz witzig, so sehr trocken schwarz-humorig. Einfach wie die beiden Killer sich verhalten – was für witzige Kerlchen sie doch sind. Besonders wenn sie dann aufeinander treffen. Da die Opfer sowieso alle irgendwo nervig sind, verübelt man es ihnen auch nicht allzu sehr, gerade diese Reisegruppe um die Ecke zu bringen. Launige Folge.

Larry Cohen war der Regisseur, genau wie in Die Wiege des Bösen, Tanz der Hexen oder dem Brennen muss Salem Sequel, zudem war er Screenwriter in beispielsweise NYP Blue, Columbo oder Nicht auflegen!