Army of Darkness

Army of Darkness fängt an, wie Evil Dead II aufgehört hat: Ash wird vom Wirbel, der das Böse vertreibt, ebenfalls eingesaugt und landet im Mittelalter. Anstatt allerdings sofort als der Erlöser gefeiert zu werden, wird er hier erst mal in Ketten gelegt. Das lässt er sich natürlich nicht bieten und überredet mit seinen Freunden Kettensäge und Shotgun, dass dieser Fehler doch besser berichtigt gehört. Der Zauberer hält ihn letztendlich doch für den Erlöser und da Ash, um in seine Zeit zurück zu kommen, sowieso das Necronomicon beschaffen muss, lässt er sich darauf ein. Dummerweise erweckt das die Armee der Toten, die es sich zurückholen wollen.

Ich weiß jetzt wieder, warum ich den Film nie ganz gesehen habe: Er ist mir zu doof. Sam Raimi scheint bei dieser Serie das Schema gelegt zu haben, das er auch bei Spider-Man wieder aufgenommen hat: Erster Film gut, zweiter besser, dritter ein Stinker. Zudem hat der Film mit Evil Dead auch einfach nicht mehr viel zu tun. Statt Horrorfilm/ Horrorkomödie haben wir es hier mit einem ganz harmlosen Fantasyfilm zu tun. Ich mag zwar geschrieben haben, dass ich schon immer fand, die Leute übertreiben etwas mit ihren Geschichten, wie brutal die Evil Deads doch sind, aber harmlos sind sie Weißgott nicht. Army of Darkness ist kaum schlimmer als Legende. Wenn hier einer eine Shotgun ins Gesicht gefeuert bekommt, fliegt er ein paar Meter rücklings, anstatt mit seinem Kopf der Tapete neue Akzente zu verleihen. Hier und da unwesentlich geschnitten, könnte der ganze Film im Sonntagmorgenprogramm laufen – vielleicht haben zumindest ein paar Kinder Spaß an dem dämlichen Sprüchen und plumpen Witzen. Denn auch abgesehen davon, dass es kein Horrorfilm ist, hat Army of Darkness einfach kaum Unterhaltungswert, die Action ist nicht spannend, die Sprüche nicht cool, die Witze zünden nicht. Bruce Campbell ist meist auch mehr damit beschäftigt, cool zu posieren und den One-Liner-o-Mat zu spielen, als sein herrlich amüsantes Mienenspiel aus dem Vorgänger zu nutzen.

Evil Dead II

Der erste Film mauserte sich zu einem Überraschungshit und so war es wenig schwer, einen Nachfolger produzieren zu können, diesmal sogar mit einem Budget. Während ich mich bei The Evil Dead sogar noch an ein paar Kleinigkeiten erinnert habe, weiß ich vom Nachfolger diesmal tatsächlich nix mehr, außer das er wesentlich humoriger war.

Anstatt ein wirkliches Sequel zu basteln, erzählt Evil Dead II einfach die ganze Sache noch mal von vorn. Ash und seine Freundin fahren zu einer verlassenen Hütte im Wald, finden das Buch der Toten und das Tonband des Forschers, die Freundin wird von der Macht besessen, Ash muss sie umbringen und anschließend mit den Horror fertig werden, mit denen die Hütte ihn in den Wahnsinn treiben will. Derweil trifft die Tochter des Forschers mit einer Gruppe Leuten ein, die dort hinein gezogen werden, damit der Film die Möglichkeit hat, noch ein paar Leute umbringen zu können, und dank derer letztendlich der Horror gebannt werden kann.

Evil Dead II ist definitiv der wesentlich unterhaltsamere Film, obwohl der erste Teil schon sehr gut war. Der nahm sich allerdings relativ ernst, sicherlich war hier und da mal was komisch, das kommt einfach bei so over the top Trash-Horror, aber so wirklich gewollt eher selten. Evil Dead II ist im Prinzip eine Horrorkomödie, da der ganze Film ziemlich durchgeknallt ist. Bruce Campbell mag vielleicht nicht der beste Schauspieler sein, aber sobald er so überzogene Rollen in abgefahrenen Situationen portraitieren kann, ist er in seinem Element. Es macht einfach eine Heidenlaune, ihm dabei zuzusehen. Eine meiner Lieblingsstellen im Erstling ist gegen Ende die kurze Zeit, wo er durch das, was passiert, fast wahnsinnig wird. Evil Dead II hat davon gut 20 Minuten zu Beginn. Zusätzlich bewegt sich der Film sogar noch schneller, als der Vorgänger, es passiert eigentlich am laufenden Bande was Erschreckendes oder Witziges bzw. beides gleichzeitig. Und die Effekte sind natürlich diesmal wesentlich besser und häufiger.

The Evil Dead

Ahh~, die Evil-Dead-Reihe, einer der Horrorklassiker. Bei mir fallen die Filme in die „so gut wie neu“-Kategorie: Ich habe sie zwar schon gesehen, aber erst ein Mal als ich 13 war oder so, also ist es lang genug her, als das ich (so gut wie) nichts mehr weiß. Ich erinnere mich an ein paar Kleinigkeiten aus dem ersten Film (die Baumszene, die Falltüre etc.), allerdings nicht viel; daran das ich den dritten Teil nur ein paar Minuten anhatte und dann nie weiter geschaut habe; und das ich sie nicht halb so eklig und gory fand, wie ihr Ruf einem glauben macht.

Wie so häufig in solchen Filmen ist eine Gruppe befreundeter Teenies auf dem Weg Urlaub allein in einer Waldhütte im Nirgendwo zu machen. Das Teil sieht schon nicht sonderlich einladend aus, aber in dem Alter ist man ja nicht wählerisch. Das sie dort ein Buch voller seltsamer Schriftzeichen und dämonischer Bilder zusammen mit dem Tonband eines Mannes finden, der jenes erforschte und behauptet, damit könne man das Böse beschwören, weckt eigentlich auch nicht weiter ihr Interesse. Selbst nachdem eines der Mädels im Wald Stimmen hört und dem selbstverständlich ganz allein in die Dunkelheit folgt und anschließend halb nackt und voller Dreck und Blut verstört wieder kommt, und behauptend ein Baum habe sie vergewaltigt, tun das alle auf ihre überspannten Nerven ab. Die übliche Charakter-Dummheit also, die dazu führt, dass Horrorfilme überhaupt ins Rollen kommen, anstatt mit von logischem Menschenverstand angetriebenen Entscheidungen im Keim erstickt zu werden. Es kommt also, wie es kommen muss und die böse Macht nimmt von einem nach dem anderen Besitz, dem nur entgegen gewirkt werden kann, in dem man sie in Stücke haut.

The Evil Dead ist ein herrlich schnörkelloser Film. Teenie-Gruppe geht an den Arsch der Welt und schlimme Dinge passieren ihnen. Es dauert lediglich 10 Minuten, bis die ersten seltsamen Ereignisse geschehen, weitere 10 bis die Baumszene den ersten Höhepunkt setzt und noch nicht mal ganz bei der halbstündigen Marke bricht so richtig die Hölle los und hängt von da an bis zum Ende nicht durch. Ein herrlich schneller Ablauf. Über die Charaktere findet man weiter nix raus, außer dass sie befreundet, je zwei der 5 ein Paar sind und der blonde irgendwie ein Arsch ist. Mehr will man vom Kanonenfutter eigentlich ja auch nicht wissen. Die Action ist durchgängig, einige Szenen herrlich blutig (wenn auch wie bereits erwähnt nicht halb so schlimm, wie der Ruf der Filme vermuten lässt) und hin und wieder vereinzelt ist was auch recht komisch. Einige Szenen sind überraschend gut arrangiert, wenn Ash als einziger Überlebender fast schon wahnsinnig ins Finale geht super umgesetzt und mehr Unterhaltungswert als hier wird man in einem Trash-Horror kaum finden.