Doctor Who: Series Five

Los geht es nach einem Jahr Quasi-Pause mit der fünften Staffel Doctor Who unter der Leitung von Sherlock-Schöpfer Steven Moffat, der bereits 1999 das Parodie-Special der Reihe schrieb, und seit der Reinkarnation in New Who mit für die besten Folgen verantwortlich zeichnete. Nur ein Christmas Special gibt es noch nicht, da das aus dem Vorjahr in die Box der Specials gegeben wurde.

Und wir kommen mit einem neuen Doctor daher, oder der zumindest mit einem neuen Gesicht. Aber noch viel wichtiger gibt es eine neue Opening-Sequenz, die doch tatsächlich mit einer neuen und nicht grottigen Title Card aufwarten kann! Aber auch Matt Smith ist der bisher jüngste und attraktivste Doctor – wenn das Licht nicht falsch fällt und er wie Young Frankenstein ausschaut. Allgemein darf ich bereits sagen, dass mir das Schauspiel von Matt Smith als Doctor bisher am besten gefällt. Christopher Eccleston finde ich nicht so schlimm, wie mancheiner, aber häufig war er doch etwas langweilig in der Rolle. David Tennant war definitiv interessanter, aber in seinen Marotten mir manchmal etwas zu Jack Sparrow und anstrengend. Matt Smith findet da meiner Meinung nach einen guten Mittelweg und mimt mal den schnell quasselnden und verplant wirkenden Doctor, ist aber meistens etwas gedeckter und gibt der Rolle oft eine heroische Art.

Allgemein kommt mir die Serie in ihrer Moffat-Inkarnation irgendwie stylischer und moderner vor. Liegt vielleicht auch daran, dass während der Specials auf HD umgestellt wurde, und daher dies die erste Staffel mit einem klareren Bild ist. Aber auch der neue TARDIS-Innenraum sieht luftiger und weniger runtergekommen aus. Der neue Sonic Screwdriver in Grün. Die neue super junge Companion. Selbst die Daleks werden aus ihrem runtergekommen Metall befreit und nehmen die Form von Power Rangers farbvariierten Plastik-Pfefferstreuern ein.

Wie gesagt gib es kein Christmas Special, dafür darf die erste Episode, The Eleventh Hour, dennoch eine volle Stunde einnehmen, immerhin ist es ja auch das große Willkommen des neuen Doctors. Der hier das coolste schottische Mädchen trifft, und mit 12 Jahren leicht verspätet endlich kommt, um die zu einer jungen Frau mit fabelhaftem Haar herangewachsene zur Companion zu machen. Wie gesagt ist die Folge hauptsächlich dazu da, um uns zu zeigen, wie der neue verjüngte Doctor so ist, und als solches legt sie definitiv einen guten Start hin, zumal das Zusammenspiel mit Amy auch sofort funktioniert.

The Beast Below ist eine weitere gute Episode, in der Amy und der Doctor auf einem Raumschiff landen, welches das neue Großbritannien ist, unter dem ein großes Geheimnis lauert, welches die Einwohner bewusst zu ignorieren wissen. Das Design hier ist echt cool, die Herangehensweise manchmal witzig, manchmal mysteriös und manchmal dramatisch. Besonders gegen Ende, welches kurzzeitig echt übel aussieht, aber dann doch Hoffnung zu schöpfen weiß. Lediglich etwas störte mich, dass der Doctor und Amy direkt schon eine große Auseinandersetzung haben, die sie beinahe entzweit. Das ist in der zweiten Folge arg früh, und zudem erinnert mich der arschige Doctor zu sehr an die Davies-Doctoren.

Victory of the Daleks kann man zugutehalten, dass man so wenigstens die obligatorische Dalek-Episode früh in der Staffel aus dem Weg bekommt, und dass es diesmal wenigstens keine Doppelfolge ist. Churchill hat im Zweiten Weltkrieg jedenfalls plötzlich Dalek-Unterstützung, die aber nur an den Doctor herankommen und durch ihn im neuen Look wiederauferstehen wollen. Und immerhin entkommen die Daleks diesmal am Ende, statt das uns zum wiederholten Male weis gemacht wird, dies wäre der endgültig finale Sieg über die allerletzten Vertreter der Rasse. Der Sieg der Daleks ist allerdings wohl eher der, dass sie endlich mal in einer Folge sind, die nicht scheiße ist, sondern nur leicht schwach.

Sichtwort Doppelfolge: The Time of Angels und Flesh and Stone bringen die Weeping Angels zurück. Oder besser gesagt eine Crew mit Doctor und Amy in die Ruinen einer untergegangenen Zivilisation, die vor den Statuen, die eigentlich gar keine sind, nur so wimmeln. Die Angels sind super Antagonisten, und hier gibt es auch ein paar gute neue Einfälle, wie das ein Bild von ihnen ebenfalls gefährlich ist, was zu einem sehr starken Beginn der Story führt. Nicht ganz so toll finde ich in Flesh and Stone, wenn man sie sich wirklich bewegen sieht, dass sie das immer nur Offscreen auch unbeobachtet vom Zuschauer taten, fand ich effektiver. Zumal es etwas blöde ist, dass sie zu Statuen werden, wenn sie sich beobachtet fühlen, statt zu merken, ob jemand sie wirklich wahrnimmt oder nicht. Aber hey, River Song ist wieder da, wieder in der falschen Zeitlinie zu ihrem Doctor, aber das Zusammenspiel zwischen ihr, ihm und Amy ist einfach superb. Kommt auch zu nicht gerade subtilem Forshadowing, dass sie ihn umbringen wird.

The Vampires of Venice dreht sich eher um Fischweiber, die sich als Vampire im Venedig des 15. Jahrhunderts ausgeben. Während der Doctor Amy und deren Verlobten und Neu-Companion Rory auf einen romantischen Ausflug hierher bringt. Der ihn nicht so leiden kann, wegen der sexuellen Spannung zwischen Doctor und Amy, und auch wohlweislich anspricht, dass der Doctor einen schlechten Einfluss auf seine Companions nimmt, weil sie durch ihn unnötig gefährlich leben. Auch der Vorwurf der Königin, dass der Doctor mal wieder lieber eine ganze Spezies untergehen sieht, statt eine einzelne Stadt seiner geliebten Menschen zu opfern, ist nicht ohne. Das Spiel zwischen dem Doctor und seinen nun zwei Companions ist witzig, das Setting hat Stil, und mir liegt die Thematik der Episode allgemein.

Amy’s Choice adressiert dann endlich, dass Amy sich mal zwischen ihrem Rory oder dem leichten Flirt mit dem Doctor entscheiden muss, und glücklicherweise hilft ihr das über den Doctor hinweg, statt dass sie sich für jenen entscheiden würde. Und dem Doctor wird vorgeworfen, dass er eine mehr Schein denn Sein Show der Quirks ist. Von einem humorigen Traumdämon, der Amys Entscheidung tatsächlich einen Elefant im Raum nennt. Und das er eigentlich nur des Doctors Selbstreflektion darstellt, ist auch nicht uninteressant. Die Staffel ist in den letzten vier Folgen echt besser und besser geworden, und war schon nicht schlecht gestartet.

In The Hungry Earth und Cold Blood bekommen wir es dann mit Echsenmenschen zu tun, die in Wahrheit früher die Erde regierten, bevor die Menschheit sich wie eine Rattenplage ausgebreitet hat, statt wie zunächst fast ein Zombie-Film zu wirken, da sie aus dem Erdinneren stammen. Und wären die Echsen nicht sofort so konfrontierend und rassistisch, würde die Story darum, wie fragil doch Friedensverhandlungen sind, wie schnell sie wegen kleiner Fehler in die Brüche gehen können, und wie eine Koexistenz mit den finiten Ressourcen überhaupt ermöglicht werden kann, besser funktionieren. Aber mal ehrlich, wer hat schon erwartet, dass die Geschichte gut ausgeht, immerhin können Menschen schon untereinander nicht, geschweige denn eine ganz fremde Rasse zu integrieren. Das Ende ist richtig gut, und auch der Rest der Doppelfolge durchaus nicht übel. Mit Rorys Ausscheiden bekommen die Zeit-Raum-Risse, die immer mal wieder auftauchen, auch eine ganz andere Note, da sie einen nicht nur töten, sondern es so ist, als hätte man nie existiert. Wobei klar ist, dass der wiederkommen wird, bei der Art von Abgang.

In Vincent and the Doctor trifft der Doctor auf Vincent van Gogh und dessen besondere Art und Weise, die Welt zu sehen, die ihn zu seinen Bildern verleitete. Außerdem sieht er dadurch eine unsichtbare Cockatrice, die umgeht und bekämpft werden muss. Besonders schön ist auch das emotionale Ende, obwohl es arg praktisch ist, dass dies den Fluss der Zeit nicht durcheinander bringt. Aber New Who und noch mehr Moffat Who schert sich da sowieso weniger und weniger drum.

Wenn der Doctor in The Lodger ganz ohne Companion mit einem Normalo-Briten in eine WG zieht, um herauszufinden, was im Obergeschoss merkwürdiges los ist, sollte man meinen eine Comedy wäre geboren. Es ist auch durchaus eine witzige und niedliche Nebenepisode, allerdings hätte ich es gut gefunden, wenn ein Teil des Witzes auch auf Kosten des Doctors gegangen wäre. Stattdessen ist der mal wieder super toll in allem, auch all jene zum ersten Mal getätigte Sachen, die im Leben eines Normalsterblichen alltäglich sind.

Und damit geht es ins Finale in The Pandorica Opens und The Big Bang, zu denen so ziemlich alle die Staffel über getroffene Personen zusammenkommen, um dem Doctor eine Nachricht in Form eines van Gogh Gemäldes vom explodierenden TARDIS zukommen zu lassen. Und was hält Pandoras Box so schreckliches in sich? Gar nichts, es ist eine Falle aller anderen Spezies, um den Doctor einzufangen, weil sie ihn als größte Gefahr für das Universum einschätzen. Was schon eine echt interessante Idee ist. Und letztendlich verkommt alles in ein enormes Gewust an Zeitsprüngen hin und her, um den Karren wieder aus dem Dreck zu fahren. Ist auch ein sehr schönes Finale für Amy und Rory geworden. Und allgemein ein ziemlich spannendes, auch wenn ich mich frage, wie lange die Serie noch weiterhin immer ein noch größeres und dramatischeres draufsetzen kann, und ob das überhaupt nötig ist, ein wenig lächerlich ist es ja schon, dass ständig das Universum fast oder doch endet und Hauptpersonen sterben und doch wiederkommen.

Erneut ist die fünfte Staffel eine, die ich so ziemlich rundum genossen habe, weil jede Folge Gutes in sich hatte, auf das ich mich beziehen konnte. Und die meisten haben gar nicht mal allzu viel Schlechtes oder Merkwürdiges zum Ausgleich zu bieten. Das modernere Look and Feel ist mir sowieso gefällig. Auch der Elfte Doctor und die neuen Companions. Ebenfalls sehr schön fand ich, dass es diesmal mehr eines durchgängigen roten Fadens in der Serie gab, durch die überall auftauchenden Risse und was so langsam nach und nach herauskommt. Ist besser als in den vorigen Staffeln, wo komplett vergessene Nebensächlichkeiten aus einer frühen Folge plötzlich als Auslöser für Welterschütternde Finale herhalten mussten.

Doctor Who: Specials

Wie bereits erwähnt sollte sich für Staffel 5 einiges bei Doctor Who ändern. David Tennant nicht mehr der Doctor, Russel T Davies nicht mehr Hauptschreiber und Serienproduzent – Positionen die er seit Beginn der Neuauflage inne hatte -, und auch Julie Gardner trat als leitende Produzentin zurück. Um dem neuen Team um Matt Smit als den elften Doctor und Steven Moffat als Schreiber und Produzent allerdings etwas mehr Zeit zu geben, die neue Staffel unter Dach und Fach zu bringen, wurde das Jahr 2009 schlichtweg ausgesetzt.

Allerdings dann doch nicht ganz. Während das neue Team drauf und dran war Staffel 5 für 2010 zu produzieren, gingen Davies und Tennant mit dem alten Team in eine Extrarunde und produzierten 5 einstündige Specials, die zwischen den beiden Staffeln ausgestrahlt wurden. Ich meine, Who Specials haben sowieso mit die besten Einschaltquoten, warum also nicht?

Wir beginnen mit dem Weihnachstspecial 2008, bei dem The Next Doctor ein Fakeout-Titel ist, denn es geht nicht bereits um die Nummer Elf, stattdessen trifft Zehn zu Weihnachten im London der 1850er auf einen Kerl, der sich lediglich für den Doctor hält. Mit Companion und TARDIS-Ballon und allem. Das Special ist schon ganz ordentlich, bietet eine gute Antagonistin, witziges Spiel zwischen dem echten und dem „nächsten“ Doctor, und langweilt zumindest nie.

Dennoch ist es wie die meisten Weihnachtsspecials ein wenig faul, denn zumindest mir kommt es so vor, als würde man in jene nie ganz so viel Ambition stecken, solange die Familie gemeinsam eine halbwegs brauchbare Unterhaltung am Weihnachstabend, nachdem man sich nichts mehr zu sagen hat, geboten bekommt, ist man zufrieden und macht seine Quote. Zumindest hätte ich es gern gehabt, dass die tragische Vergangenheit der Antagonistin und des „nächsten“ Doctors etwas besser ausgearbeitet wäre, statt nur kurz angerissen zu werden.

Als nächstes sahen die Briten ihren zehnten Doctor zu Ostern in Planet of the Dead, welches mit dem Feiertag an sich so ziemlich nichts zu tun hat. Keine Teepartys mit Hasen oder so. Stattdessen ein Weib, welches auf Mission Impossible für Arme macht, und bei der Flucht vor der Polizei mit dem Doctor zusammen auf einem Wüstenplaneten landet. Wo prompt den Rest des Specials über so gut wie nichts passiert, bis es zur großen Flucht vor Killer-Rochen kommt. Selbst auf 45 statt 60 Minuten wäre das keine Highlight-Folge geworden.

The Waters of Mars ist das einzige Special, welches nicht zu einem Feiertag ausgestrahlt wurde, weil man kurioserweise Halloween um einen halben Monat verstreichen ließ. Der Doctor reist zumindest auf die erste menschliche Mission auf dem Mars, welche mit dem Tod aller geendet hat. Ein fixer Punkt in der Geschichte, der nicht geändert werden sollte. Und mit den dort umgehenden Monstern hätte es sich definitiv als Halloween-Special angeboten. Es ist auch eines der besseren, wobei für mich das Ende nicht hinhaut. Denn es macht so ein wenig kaputt, was ich an The Fires of Pompeii mochte. Water löscht Fire aus?

Jedenfalls mochte ich eben den Nihilismus an jenen Fixpunkten so sehr, nämlich das der Doctor hier nichts unternehmen darf. Was Waters of Mars sofort dahin revidiert das der Doctor nichts tun kann, da alle Aktionen eh letztendlich nur zum gleichen Fixergebnis führen. Finde ich schon nicht so toll, weil das vorige ist eben wesentlich aktiver. Er könnte etwas unternehmen, tut es allerdings bewusst nicht, weil dies zu größeren Problemen führen würde. Statt er würde doch ach so gern, aber oh leider macht es ja keinen Unterschied. Nur unternimmt er dann doch was, plötzlich ist es wohl für unseren Superdoctor doch kein Ding die Zeit einfach mal zu ändern, was ihn ziemlich großkotzig und arrogant rüberkommen lässt… und wie Forshadowing behandelt wird, dieses Fehlverhalten könnte eben echt auf ihn zurückfallen, nur vergessen die folgenden Specials das scheinbar wieder.

Die da heißen The End of Time. Von dem der erste Teil zu Weihnachten 2009 ausgestrahlt wurde, während der zweite Teil mit leichter Überlänge von 70 Minuten an Neujahr 2010 auf den britischen Fernsehern lief. Tennant beginnt das Special damit, seinen Doctor Zehn so Jack Sparrow wie noch nie agieren zu lassen, wird aber ziemlich bald vom wiederbelebten aber durchgedrehten Master an die Wand chargiert. Auch wenn der Master hier echt wenig mehr macht als zu schreien und wiederwertig zu essen. Ach ja, und am Ende alle Menschen in Master verwandelt, was mal so richtig dämlich war. Ansonsten geschieht mal wieder nicht viel bis kurz vor Ende, wenn uns gezeigt wird, dass der prätentiös dahin redende Sprecher des Specials ein Timelord war, der von einem Timothy Dalton gespielt wird, der nichts sagen zu können scheint, ohne die Kamera einzspeicheln.

Den zweiten Part von The End of Time mochte ich mehr. Nicht unbedingt wegen der Handlung an sich, die mir ziemlich egal war, auch wenn genug Hype hinter der Rückkehr der Timelords stecken könnte, die plötzlich doch keine solchen Gutmenschen sind, wie der Doctor immer so schön propagiert hat. Hauptsächlich ist mir Donnas Großvater einfach viel zu sympathisch und die zwei ernsten Dialoge, die er mit dem Doctor führt, sind echt herzig. Das war es aber eigentlich auch schon. Donna springt drei Mal durchs Bild, darf aber nichts machen. Dass der Doctor immer so darauf besteht, er würde keine Waffen nutzen, finde ich etwas lächerlich, wenn man mal bedenkt, wie einfach er ganze Zivilisationen dem Untergang weiht. Das Ende ist Blödsinn. Und der verlängerte Abschied, wenn Doctor Zehn und durch ihn Tennant sich von allen – selbst der Kerl aus dem Titanik-Special – verabschiedet, hat mich ziemlich kalt gelassen, und Martha Jones mit Mickey enden zu lassen ist eh Blödsinn.

Ist echt Schade, denn wenn Tennant und Davies sich mit Staffel 4 verabschiedet hätten, statt diese Extrarunde zu fahren, dann wären die echt mit einem Knall gegangen. So ist es ein laues Lüftchen, ein Furz, denn von den fünf Specials war wahrlich keines so richtig gut. Das große Abschiedsfinale The End of Time sogar mit am schlechtesten.

Doctor Who: Series Four

Die 4. Staffel von Doctor Who ist ein wenig besonders, denn sie ist die letzte für das aktuelle Team, oder zumindest einigen der Pfeiler in jenen. Namentlich ist es die letzte Staffel mit David Tennant als der zehnte Doktor und Russel T. Davis als der Kopf der Produktion. Sie werden ab Staffel 5 von Matt Smith und Steven Moffat ersetzt werden.

Wie immer beginnen wir mit einem Weihnachts-Special, und wie immer beginnt die Folge mit dem Opening, welches diesmal allerdings mit einem deutlichen Remix des Themes daher kommt, allerdings weiterhin die schreckliche Title Card von New Who verwendet. In Voyage of the Damned dürfen der Doctor und seine Kurz-Companion Kylie Minogue eine Raumschiff-Replik der Titanik davor bewahren, von mit ihren Halos um sich werfenden Engelsrobotern in die Erde gecrasht zu werden. Die Folge ist durchaus in Ordnung, viel Mühe geben sich die Weihanchstspecials ja häufig nicht, und man sollte nicht allzu stark über die Logik nachdenken (ein guter Tipp für die ganze Serie, wenn man ehrlich sein will), aber es ist durchaus unterhaltsam gewesen. Der fake Erd-Experte und das Design der Engel ist beispielsweise ziemlich gut.

Partners in Crime, die erste richtige Folge der Staffel, ist eine sehr witzige Geschichte über ein Alien, welches den Menschen bei Gewichtsproblemen hilft, in dem es überschüssiges Fett in Mini-Aliens wandelt. Ein Großteil des Humor kommt allerdings daher, dass hier Staffel-Companion Donna Noble eingeführt wird, die beste Companion bisher. Und keine Unbekannte, ist sie nämlich die Runaway Bride des Weihnachtsspecials der vorigen Staffel. Jedenfalls ist die sie darstellende Catherine Tate eine Comedian, und das merkt man auch. Dass sie weiterhin absolut kein romantisches Interesse am Doctor hat, ist eine dankenswerte Entscheidung. Allgemein bricht sie die bisherigen Konventionen, da sie weder wirklich jung noch super attraktiv ist. Dafür ein echter Charakter und ein echt launiger. Wobei die Antagonistin der Folge auch ziemlich witzig ist.

The Fires of Pompeii beweisen allerdings, dass Catherine Tate nicht nur als Comedian eine witzige Donna abgibt, sondern dass die gute Frau auch besser schauspielern kann, als ihre beiden Companion-Vorgängerinnen zusammen, wenn es um emotionale und ernste Szenen geht. Mit viel coolem Forshadowing durch die Seher der Stadt was den Staffelverlauf angeht, geht es nämlich hier dahin zurück, dass die Existenz des Doctors auch etwas Unmenschliches an sich hat. Die Sache ist die, es gibt fixe Momente in der Geschichte, die einfach geschehen müssen, damit die Realität sich nicht auflöst. Sozusagen die schnelle Erklärung dafür, warum der Doctor nicht alles Unrecht – sagen wir mal ganz random etwas was in Deutschland in den 1930er/40er Jahren hätte geschehen können – gerade biegt, denn einige Dinge müssen einfach geschehen. Als Zeitreisender allerdings uninvolviert dem Untergang ganzer Zivilisationen beizuwohnen… ist schon sehr nihilistisch. The Fires of Pompeii zeigt das umso mehr, da jemand nämlich das Unglück des Vesuvausbruchs zu verhindern versucht, und der Doctor eingreifen und somit durch sein aktives Handeln 20.000 dem Tode weihen muss, damit es zu keinen größeren Problemen kommt. 20.000 Menschen gegen den Rest der Erde aufgewogen ist eine logische Rechnung mit logischem Ausgang, aber dennoch irgendwo monströs, und Donna muss hier eben herausfinden, dass die Reisen mit dem Doctor nicht immer witzig-exotische Abenteuer sind.

Planet of the Ood hingegen geht genauer auf die Sklaven-Thematik der Rasse ein, die in deren ersten Auftreten in The Impossible Planet/The Satan Pit schnell beiseite gewunken wurden, weil die Doppelfolge sich anderen Themen zuwandte. Adressiert Staffel 4 etwa wirklich einen Großteil der Probleme, die ich bisher mit der Serie und dessen Weigerung sich den ungünstigen Implikationen einiger Dinge zuzuwenden hatte? Abgesehen davon sind die Ood nach den Weeping Angels die einzige Rasse aus New Who, die bei mir einen Eindruck hinterlassen haben.

Die erste Doppelfolge der Staffel, The Sontaran Strategem und The Poison Sky, geht hingegen zu aus Classic Who bekannten Bösewichtern zurück. Hätte vielleicht nicht zwei Folgen lang sein sollen, aber auch hier gab es viel, was ich mochte. Die Kartoffel-Kopf Sontarans mit ihren schrägen Manierismen sind unterhaltsam. Der Doctor bekommt Unterstützung vom Militär, hat zur Seite gestellt einen niedlichen Kerl mit phänomenalen Wangenknochen. Und das Problem damit, dass die Companions immer ihre Familien so schnell links liegen lassen, obwohl sie wenn nötig dann plötzlich deren Zentrum bilden, wird noch Mal adressiert – in dem der Großvater von Donna Bescheid weiß und mit den Zeit-Raum-Reisen ok ist, und die Bindung zu ihrer Mutter eh nicht pralle porträtiert wird. Oh und Martha Jones taucht wieder auf, die zwar keine Donna aber auch ganz gut ist.

Sie folgt sogar in die nächste Folge, The Doctor’s Daugther. Eine weitere weibliche Figur, die sich nicht in den Doctor verliebt bereithaltend, in Form dessen unfreiwilliger Klon-Tochter. Mit einem echt guten Reveal gegen Ende der Folge noch dazu. Also der bevor Jenny wiederbelebt wird, was mir etwas zu sehr danach riecht, ein Spinoff mit einer heißeren und jüngeren Figur die Weichen zu legen.

Auch das folgende The Unicorn and the Wasp ist nicht eine der besten Folgen der Staffel, aber da der Doctor und Donna im Prinzip Cluedo mit Agatha Christie spielen, hat auch diese einige gute und unterhaltsame Dinge aufzufahren, weil das Ding einfach so extrem britisch ist.

Die nächste Doppelepisode steht an und die hiesigen Beiträge von Steven Moffat: Silence in the Library und Forest of the Dead. Manchmal fragt man sich fast, warum man Moffat die Leitung der Serie übergab. Sicher, er hat die besten und kritisch best-aufgenommenen Folgen der Serie bisher geschrieben. Allerdings auch diejenigen, die mit die geringsten Einschaltquoten hatten, so nämlich auch bei Silence in the Library. Aber was eine geile Horrorstory er uns hier liefert, in dem erneut der Doctor mit einer kleinen Gruppe an Leuten in einem überschaubaren Ort eingeschlossen werden, während im wahrsten Sinne des Wortes der sichere Tod in jedem Schatten lauert. Auf menschliche Urängste vorm Dunkeln anspielen geht natürlich immer. Und mehr Story zum Doctor an sich, oder was seine Zukunft anbelangen könnte, gibt es zudem, inklusive höchst dramatischem Finale.

Und wer hätte es gedacht, doch die nächste Folge, Midnight, ist fast genauso gut. Und von Russel T Davis selbst! In einem Thriller auf engstem Raum wird tatsächlich der Doctor mit einer kleinen Gruppe Leuten eingesperrt, ohne Fluchtweg aber mit einem unbekannten Alien direkt an Bord. Diesmal gehört zur kleinen Truppe aber nicht seine Companion, und der Lagerkoller führt dazu, dass der Rest dem Doctor stark zu misstrauen beginnt. Eine sehr simple aber simpel effektive Folge.

Eine Folge fast ohne Donna führt in eine Folge fast ohne Doctor, mit Turn Left werden die Weichen für das Finale gesetzt. Aber grundsätzlich dreht sich die Folge darum, was geschehen wäre, wenn Donna dem Doctor nicht begegnet wäre. Hauptsächlich wird zwar gezeigt, wie schlecht die Welt ohne einen Doctor dran wäre, aber in Verbindung damit eben auch aufgezeigt, wie wichtig Donna an sich ist. Und eine Folge, in der sie zu Flüchtlingen ohne Rechte und „Arbeits“-Lager für Ausländer eingerichtet werden ist zusätzlich überraschend modern-aktuelle Thematik.

Stolen Earth und Journey’s End machen es dann ziemlich klar, dass dies das große Finale von Russel T Davis und seinem Zenten Doctor sein soll, nicht nur weil die letzte Episode mit 60 Minuten die Länge hat, die normalerweise Specials vorbehalten bleibt. Nein, es werden auch alle Charakter neu aufgefahren. Sprich nicht nur tolle Leute wie Jack, Martha, Sarah Jane und Hariette Jones kommen hier vor, sondern wir müssen es auch verkraften, dass Rose und Mickey wieder da sind. Und die Daleks, weil irgendwann müssen die in jeder Staffel ja auftauchen. Und wie immer pisst sich jeder Charakter sofort in die Hosen, wenn sie deren „Exterminate!“ hören, nur damit das, was tatsächlich in der Folge geschieht, sie weiter degradiert. Mal wieder die allerletzten Daleks überhaupt. Mal wieder werden sie in enormen Mengen besiegt. Ja selbst unfähige Idioten wie Mickey und Jackie bekommen Knarren an die Hand, die einen Dalek in einem Schuss erledigen. Und Donna findet eine Fernsteuerung, mit der sie die Pfefferspender im Kreis fahren lässt. Nach Dalek in Staffel 1 waren die Vorzeige-Antagonisten nie wieder interessant.

Und die haben jetzt einen Schöpfer in schwarzer Lederuniform. Da muss die Folge gar nicht eine Ausrede finden, um als Kurzschauplatz Nürnberg zu bieten, damit Russel T Davis uns die Parabel Dalek = Space Nazi klar machen kann. Aber es gibt auch einiges an der Doppelfolge, was ich mag. Ich meine, grundsätzlich darf man bei den Staffelfinalen ganz wie bei den Weihnachstspecials die Logik nicht zu genau nehmen, sondern sollte die Achterbahnfahrt an sich zu genießen wissen. Und noch wie wurde es so groß und dramatisch wie hier. Außerdem wird hier geklärt, dass der Doctor nicht nur die Companions braucht, um ihn zu vermenschlichen, sondern dass er im Gegenzug auch nicht immer den besten Einfluss auf die hat, die er ultimativ zurück lassen muss. Und ein herzerwärmender Abschied von Donna gibt es auch noch, da vergisst man doch fast den Blödsinn, dass Rose ihren eigenen menschlichen Doctor-Klon bekommt, mit dem sie alt werden darf.

Und somit endet mein Beiträg zur vierten Staffel Doctor Who. Mit so vielen Worten wie noch nie und ins Detail gehend zu jeder einzelnen Folge. Denn dies ist die mit Abstand beste Staffel von New Who der Zeit von Russel T Davis und Doctor Neun und Zehn. Es ist sicherlich nicht immer alles Gold was glänzt, aber irgendwas hübsch Glänzendes habe ich dennoch diesmal in jeder Folge finden können. Sprich nicht alle sind gleich gut, aber irgendwas Gutes haben sie alle. Ich war durchgängig zufriedengestellt.

Doctor Who: Series Three

Auch die dritte Staffel beginnt mit einem Christmas Special in Überlänge, allerdings ist The Runawy Bride definitiv wesentlich besser als The Christmas Invasion war. Hauptsächlich dank der Titelgeberin, denn besagte Braut, die vom Traualtar weg überraschend in den TARDIS gebeamt wird, ist eine ziemlich launige Kurz-Companion des Doctors.

So sehr sogar, dass der sie einlädt dies dauerhaft zu sein. Allerdings lehnt sie ab. Ich glaube die gute Frau ist das einzige weibliche Wesen der Serie im fortpflanzungsfähigen Alter, die sich nicht sofort in ihn verguckt. Vielleicht mag ich sie auch deswegen. Aber ihre Begründung ist definitiv interessant, denn sie durchschaut das der Doctor an und für sich etwas unmenschliches an sich hat, als 900 Jahre altes Alien, aber rät ihm auch sich nach einer anderen Companion umzuschauen, weil es eben seine Mitreisenden sind, die ihn menschlich machen und die nötige Bodenhaftung verleihen. Ach ja, außerdem ist die Rachnoid Queen eines der cooleren und besseren Designs und SFX der Serie, dadurch geholfen das sie nicht CG sondern rein Practical Effects ist.

Und es geht gleich gut weiter, denn in der ersten richtigen Folge der Staffel, Smith and Jones, treffen wir eben auf die wirkliche neue Companion: Martha Jones. Als das komplette Gegenteil von White Trash Rose ist die weder weiß noch trashig, sondern eine schwarze Medizinstudentin. Und eine Schauspielerin, deren Gesicht einem bekannt vorkommen könnte, denn sie hatte bereits eine Rolle (erklärt als Cousine, da sie ziemlich endgültig war) im Finale der vorigen Staffel. In Torchwood ist sie wohl dann später auch vertreten, aber wer interessiert sich schon für Torchwood? Abgesehen von Children of the Earth niemand.

Es gibt nichts an Martha nicht zu mögen, denn sie ist intelligent, zielstrebig, hat eine zum Doctor passende verspielte Ader, und bringt eine weniger nervige Familie mit. Allerdings verliebt auch sie sich sofort in den Doctor, und bei jedem der zahlreichen Momente, die uns in der Staffel daran erinnern, musste ich die Augen verdrehen. Aber gut, Charaktere sind nur interessant, wenn sie Fehler haben, und der große Fehler des ansonsten Rundum-Sympathiepakets Martha Jones ist halt das sie scharf auf den Doctor ist. Immerhin ist sie schlau genug zu sehen, dass dies nicht gut enden kann, und deswegen – nachdem sie ihren Abenteuerdrang ausgelebt hat – scheidet sie freiwillig am Ende der Staffel aus, statt vom Doctor irgendwann auf einer Insel im Nirgendwo einer Paralleldimension ausgesetzt zu werden wie eine räudige Hündin.

Doch leider kann der gut hingelegte Start der Staffel nicht ganz aufrecht erhalten werden. Nach dem Special und den ersten zwei Episoden erreichen wir Gridlock. Eine Folge, die sich hauptsächlich darum dreht, dass die letzten Überlebenden einer Zivilisation in einem endlosen Autobahnstau leben, nichts von den Killerkrabben unter ihnen ahnend. Eine unglaublich dumme Folge, die viel interessantere Themen zu Nebenszenen degradiert. Statt Drogen direkt Gefühle einwerfen zu können, beispielsweise. Oder das lang als Großereignis angekündigte Ausscheiden des Face of Boe. Was ein Würdeloser Abgang für einen der interessanteren und mysteriöseren Charaktere der Serie.

Gefolgt von Daleks in Manhattan und Evolution of Daleks. Der übliche Schund um die diesmal aber wirklich vielleicht garantiert eventuell letzten Daleks die es je gab und für immer geben wird, die New Who mindestens ein Mal pro Staffel herausholen muss, bis die angeblich so fürchterlichen Antagonisten mehr zum Running Gag verkommen. Zusammen mit Schweinemenschen als Diener, einer nicht endend über ihre Attraktion zum Doctor sprechendn Martha Jones, einem komplett verschwendeten Andrew Garfield, und einem kurzatmig sprechenden Dalek-Mensch-Hybriden. Übrigens zwei der drei Folgen der Staffel mit den wenigsten britischen Zuschauern zur Erstausstrahlung – so viel also dazu, dass die ikonischen Daleks alleine noch irgendwelche Anziehungskraft hätten.

Nach immerhin nur vier minderwertigen Folgen wird die Staffel allerdings um 42, eine simple aber effektive Story um die letzten Minuten eines in eine Sonne driftenden Raumschiffs, herum wieder besser. Die nächste Doppelepisode Human Nature und The Family of Blood ist dann wieder leicht Horror und bietet vor allem einen Einblick darin, wie der Doctor wäre, wäre er ein echter Mensch. Mit echten Gefühlen und so. Hätte nicht unbedingt zwei Folgen einnehmen müssen, aber insgesamt schon ganz Ok.

Dann kommt Blink, die Highlight-Episode, die allerdings kurioserweise die mit den niedrigsten Einschaltquoten der Staffel darstellt. Vielleicht weil sie eine Doctor light Episode ist, in der David Tennant hauptsächlich in vom Rest-Cast losgelösten Videobotschaften kommuniziert. Ich stelle nach zwei Exemplaren erst mal noch keine Theorie dazu auf, dass mit die besten Folgen dieser und der letzten Staffel welche waren, die sich maßgeblich nicht um den Doctor an sich drehten. Jedenfalls ist das die erste Episode mit den Weeping Angels, die quasi reinste Horrorfilm-Monster sind, was die Episode etwas auscancelt, in dem viel vom Rest ziemlich humorig aufgezogen ist, was aber eine ganz gute Mischung macht. Aber es geht doch, echt gut designte neue Antagonisten, statt immer nur auf die Daleks und Cybermen zurückfallen zu müssen! Prompt gehe ich natürlich davon aus, dass wir die Weeping Angels von nun an mindestens in einer Folge pro Staffel sehen werden. Übrigens eine Episode von Steven Moffat – seine dritte für die Serie und alle drei bisher mit die besten.

Dann geht es mit Utopia in die Vorbereitung zum Finale, wobei hier hauptsächlich erst das Ende wichtig und interessant ist, der Rest der Folge ist etwas langweilig. Dafür zahlt sich halt alles in The Sound of Drums und Last of the Time Lords so richtig aus. Aber selbst der Professor hat eine junge, weibliche Assistentin, die sich in ihn verguckt hat? Gehört es zu den Time-Lord-Genen, dass jegliche weibliche Vertreter einer jeden Spezies sofort einen Eisprung bei deren Anblick bekommen?

Natürlich ist der Master wieder ein aus Classic Who bekannter Antagonist, weil New Who kann keine dramatischen Finale herbeiführen, ohne auf jene Krücke zurückzufallen. Aber hier stört es mich weniger, weil der Master nämlich wirklich ein Charakter ist, der mit Manierismen und Hintergrundgeschichte gefüllt wird, statt ihn wie die Cybermen und Daleks einfach in eine Folge zu werfen, das Publikum wird schon wissen das es jetzt ernst ist. Keine Ahnung, ob das überhaupt so viel daran liegt, wie das Finale geschrieben ist, oder einfach am Schauspiel von John Simm, aber dem Master folgt man doch gern durch diese Folgen. Ach ja, und Jack ist auch fürs Finale back! Yay. Wobei das Deus-Ex-Machina-Ende über die Kraft des Glaubens in den Doctor doch sehr Anime war.

Aber hey, Staffel 3 ist bisher die beste von New Who. Ein paar Folgen sind immer noch nicht gerade der Burner, und die Daleks dürften gern wirklich mal für eine Weile eingemottet werden, aber der überwiegende Teil der Staffel war echt gut.

Doctor Who: Series Two

Doctor Who ging also in seine Series 2, mit dem neuen Gesicht David Tennant in der titulären Rolle, begleitet von der alten Fratze Billie Piper. Und um herauszufinden, wie gut die neue Popularität wirklich zieht, beinhaltet die Staffel nicht nur die regulären 13 Folgen, sondern wird von einem einstündigen Weihnachts-Special angeführt. Welche zur Tradition der Serie werden sollte, obwohl The Christmas Invasion ehrlich gesagt keine sonderlich gute Folge ist, abgesehen von der wie immer launigen Harriet Jones weiterhin etwas verpeilt auch als jetziger Prime Minister.

Liegt vielleicht auch daran, dass es eine jener Folgen ist, in der sich Rose mal wieder sporadisch daran erinnern darf, dass sie eine Familie hat, und Weinachten mit Jackie und Mickey verbringen will. Die verwöhnt Göre erinnert sich halt nur an deren Existenz, wenn es an Geschenke gebunden ist. Mickey wird sogar kurzweilig ein Companion in der Staffel, wobei mein resigniertes Aufstöhnen dahingehend nicht allzu lang anhalten musste, da er wenig später wieder herausgeschrieben wird. Was sehr endgültig wirkt, aber dann darf er im Finale doch wieder auftreten, damit Rose ihren finalen Abgang mit all ihren „Lieben“ haben kann. Auch wenn sie sich die meiste Zeit wenig um deren Existenz geschert hat. Aber immerhin, damit sind Mickey und Rose raus, und das war so ein wenig wie Weihnachten für mich persönlich, wenn auch nicht in der Weihnachtsepisode.

Ich persönlich hoffe ja ein wenig, dass die neue Companion, denn ich gehe nicht davon aus, dass Doctor Who David Tennant nicht eine neue attraktive Frau zur Seite stellen wird, kein so aufgezwungenes und jegliche Chemie missendes Läuft-Da-Was reingeschrieben bekommt. Es ist eh klar, dass der Doctor immer letztendlich alleine sein wird. Dass jeglicher weibliche Charakter in der Serie, inklusive die dafür eigentlich viel zu gute Sarah Jane, sich sofort in ihn verguckt, finde ich so unnötig wie nervig.

Auch aufgeben könnte die Serie sich für hohes Drama auf alte Bösewichte zu stützen. Series 2 macht das gleich doppelt. Zuerst kommen die Cybermen in einer Doppelfolge dran, und das alles ist wie ein großes Ereignis präsentiert, wenn man die jedoch nicht aus Classic Who kennt, zieht das nicht ganz. Weil New Who einem die Cybermen nie wirklich gut erklärt, sondern komplett darauf baut, sie wären einem ein Begriff. Dabei ist das moralische Dilemma jegliche Auseinandersetzung aber dafür auch jeglichen persönlichen Freiraum aufzugeben etwas, was es wert wäre auszuleuchten. Aber die Cybermen waren damals Schurken, also sind sie es hier von Beginn an erneut. Macht deren Doppelfolge nicht zur besten.

Und dann die Daleks. Who Series 2 holt sie erneut für das Finale heraus, weil die Serie anscheinend nicht weiß, wie man ein sich zuspitzendes Staffel-Finale ohne Nahe-Ausrottung durch die Daleks schreiben kann. Was aber wirklich dabei rum kommt ist, dass die Daleks bereits in der zweiten New Who Staffel jegliche Besonderheit oder Ehrfurcht eingebüßt haben, weil sie als billige Stütze verramscht werden, die innerhalb von 2 Folgen vom Doctor besiegt werden können, währenddessen sie unglaublichen Schiss vor ihm haben.

Auch aus der moralischen Zwickmühle in New Earth macht die Serie leider nichts. Gefühllose Lebewesen dafür züchten, damit die eigentliche Menschheit ein gesundes Leben genießt? Wäre man das bereit in Kauf zu nehmen? Wie viel könnte dies helfen? Interessiert New Who nicht, es wird sofort ethisch als falsch abgewuken, und damit ist gut, zumal die Dekadenz der dies in Anspruch nehmenden entsprechend nachhilft.

Aber ich will nicht alles schlecht machen an der Staffel. Cassandras Auftritt in New Earth war erneut extrem launig und sogar etwas emotional gegen Ende. David Tennant ist ein launigerer Doctor, wenn die Rolle auch immer noch ein wenig arschig geschrieben wird (aber wer in Doctor Who ist nicht zumindest ein wenig ein Arsch?). Die Werwolf-Episode, da Doctor Who immer noch keinen Historicals traut, und deswegen etwas übernatürliches hineinwerfen muss, wo der Doctor auf Queen Victoria trifft, ist auch ziemlich gut gewesen.

Das darauf folgende School Reunion bietet Buffys Giles als Bösewicht und die unglaublich charismatische Alt-Companion Sarah Jane auf, die schon unter sich alleine die Folge machen. Der Toaster-Hund war auch nicht übel. So sehr ich bemängelt habe, dass New Who auf die Cybermen und Daleks zurückfällt, denkend ohne Erklärungen so sofortige Spannung aufgebaut zu haben, so sehr ist das Streitgespräch zwischen Emotionslosen und Hass-Angetriebenen Spezies echt witzig.

Erneut ist die dem Horror nahest-kommende Episode viel wert gewesen. Doppelt kommend als The Impossible Planet und The Satan Pit, in denen Doctor und Rose nicht nur auf einer Raumstation unmittelbar neben einem schwarzen Loch ohne Hoffnung auf Entkommen gefangen werden, sondern sogar auf den Teufel persönlich treffen dürfen. Und das darauf folgende Love & Monsters ist ein weiteres Highlight, als eine Doctor light Episode, die sich Hauptsächlich um den quirligen Elton und seine herzige Bande an Doctor-Maniacs dreht. Von der direkt anschließenden Folge Fear Her tun wir allerdings einfach mal so, als existiere sie nicht.

Von daher verbleibe ich auch in der zweiten Staffel des Who-Reboots dabei, dass ich die Serie von eher schwankender Qualität halte. Diesmal sind die Schwankungen zwar nicht ganz so stark, dafür fallen die besseren Episoden auch nicht ganz so stark auf.

Doctor Who: Series One

Okay, die Sache mit Classic Who war nicht so berauschend gelaufen, aber es gibt ja mehr als nur den alten Brocken aus den 60ern. Namhaft eben New Who, die 2005 neu im britischen TV angelaufene Serie. Und nach 16 Jahren kein Doctor Who im Fernsehen und immer noch 9 Jahre seit des nicht zum Reboot geführten Spielfilmes war man wohl ausgehungert, denn die Serie lief so gut, dass sie bereits wenige Folgen in die 13 Ausstrahlungen hinein das grüne Licht für eine weitere Staffel bekam. Dann mit einem zehnten Doctor, weil Christopher Eccleston nicht mehr weitermachen wollte, aber noch sind wir bei der Nummer Neun.

Ich muss eingestehen eine Weile gebraucht zu haben, durch die Staffel zu kommen, obwohl sie gar nicht so lang ist. Das will ich ihr auch gleich zu Gute halten. Denn so 13 Folgen pro Staffel sind trotz längerer individueller Spielzeit wesentlich einfacher verdaulich als 40+ wie im Classic Who. Vor allem wenn die Angelegenheit noch relativ episodisch daher kommt, das Geschehen meist in einer maximal zwei Folgen abgeschlossen ist, statt ein halbes Dutzend Halbstünder einzunehmen. Dennoch hat es ein wenig gedauert, weil die erste Staffel… oder 27. Staffel?… ne ich glaub man rechnet von vorn. Die erste Staffel jedenfalls ist nicht gerade frontallastig was gute Folgen angeht, sondern so ein wenig meh. Und das für gut die erste Hälfte. Serien-Oberhaupt Russel T Davis zeichnet also nicht unbedingt für mir gefällige Folgen verantwortlich.

Steven Moffat dafür schon eher. Von ihm stammen nämlich meine beiden Highlight-Folgen der Staffel. Aber schön der Reihe nach. Die Folge mit dem gefangenen Dalek, betitelt schlicht Dalek, finde ich beispielsweise echt ganz interessant gemacht. Ich mein, auch ohne Who-Kenntnisse kennt man diese Lungenkrebsstimmen-Mülleimer und das sie was Besonderes sind. Sie im Time War ausgeschaltet zu haben ist da sicherlich etwas, was die Serienmacher immer bereuen werden. Was natürlich nicht bedeutet, es finden sich keine Ausreden, sie dennoch wieder auftauchen zu lassen, wie man hier auch im Finale im weniger schönen Ergebnis mitbekommt. Aber in Dalek als letzter Überlebender funktioniert das schon besser, und hilft etwas Schatten auf den launigen Doctor zu werfen. Die Folge mag Stellenweise arg dick auftragen, aber Doctor Who ist halt eine Kinderserie. Auch The Long Game, die Folge über die Lügenpresse wenn man mir den ausgelutschten Ausdruck der Einfachheit halber entschuldigen mag, war ziemlich launig, wobei ich glaube dies auch viel im Schauspiel von Simon Pegg begründet ist (es ist eine von nur zwei Russell T Davis Folgen, die ich gut fand, und von ihm stammen eigentlich acht).

Wenn kurz darauf John Barrowman als Jack hinzustößt, wird die Serie sowieso gleich aufgewertet, auch wenn die Rolle ebenfalls keinerlei Subtilität kennt. Ihm ist natürlich auch damit geholfen, dass er in der Doppel-Episode The Empty Child und The Doctor Dances auftaucht, die ziemlich nah an Horror grenzende Geschichte im Zweiten Weltkrieg ist nämlich besagter Höhepunkt der Staffel für mich. Auch Boom Town finde ich nicht schlecht, wobei dies wieder hauptsächlich daran liegt, dass die letzte überlebende Slitheen Margaret gut unterhält und erneut dem Doctor durchaus legitime moralische Vorwürfe zu machen weiß. Wenn man das stark mit der ersten Folge, in der die Slitheen vorkommen, kontrastiert, die ein ewig langer und schaler Furz-Joke ist und wenig mehr…

Alles ist natürlich nicht toll an der Staffel mit der unglaublich hässlichen Title Card. Das Budget für die Spezialeffekte ist extrem lachhaft, und wie immer schaut schlechtes CG auch viel billiger aus als schlechte Practical Effects, und New Who bevorzugt stark Ersteres . Zudem zeigt sie eine enorme Anzahl an schlechter 90s Fashion für eine Serie von 2005 auf, die sie auch nicht gerade hochwertiger wirken lässt. Wobei das vielleicht auch ein Stück weit daran begründet ist, dass Familie und Freunde von Companion Rose White Trash sind. Soll ihr wohl starke Bodenhaftung geben, aber es ist nie wirklich meine präferierte Bevölkerungsschicht, aus der Charaktere kommen, und letztendlich hat Rose kein Problem damit alle für wilde Zeitreisen hinter sich versauern zu lassen.

Das ist auch ein weiteres Problem, denn irgendwo gibt es häufiger mal extreme tonale Unstimmigkeiten. Im einen Moment ist noch alles ganz ernst, wenn Rose in der ersten Reise weit in die Zukunft plötzlich mit dem nihilistischen Gedanken konfrontiert wird, dass jeder den sie je gekannt hat und jegliche Erinnerung an sie schon lange tot sind, oder wenn sie in der Vergangenheit ihrem Vater beim Sterben zuschaut… und kurz darauf springen sie und der Doctor schon wieder wie zwei Wahnsinnige lachend durch die Gegend und Rose benimmt sich wie ein Kind im Vergnügungspark statt auf legitim gefährlichen Reisen durch Zeit und Raum.

Manchmal hab ich da auch einfach das Gefühl, dass Ideen nicht beendet oder kurzfristig umgeworfen wurden. Das ganze Mysterium um die Worte Bad Wolf ist beispielsweise echt interessant, aber die Auflösung dann so unpassend und dämlich wie das ganze Staffel-Finale, in dem es verwurstet wird, an sich. Am Ende von Dalek schließt sich ein Kerl an, der zunächst wie ein neuer Companion wirkte, aber direkt in der nächsten Folge schon wieder rausgeschrieben wird, ohne groß für was gut gewesen zu sein. In Father’s Day wird kurz Misstrauen zwischen Rose und dem Doctor gesät, nur damit sie sich am Ende der Folge wieder Dicke miteinander sind, ohne das es je wieder an- oder sich ausgesprochen wurde, als hätte man das komplett vergessen.

Aber in den guten Folgen halt, die leider in der ersten Staffel noch in der Minderzahl sind, da funktioniert eben auch viel. Da kommt Stimmung auf, da bleibt man einer Linie treu. Und da wirkt dann das Zusammenspiel von humorigen Einlagen und quirligen Charakteren zusammen mit ernsteren Momenten und einer interessanten Handlung. Mehr Jack würde da auf jeden Fall helfen, aber ich bin mir nicht sicher er kommt noch weiterhin groß vor, immerhin hat er sein eigenes Spinoff Torchwood zugeschanzt bekommen. Vielleicht macht aber auch der zehnte Doctor schon viel an der Dynamik besser, immerhin wird er vom charmanten David Tennant verkörpert.

Classic Who: Season One

ava-2057Da wollte ich doch mal ganz spät auf den Zug Doctor Who aufspringen, mit der ersten Staffel natürlich beginnend. Und wenn ich Season One schreibe, dann meine ich das auch, wie in ich beginne ganz hardcore am Anfang, mit Classic Who aus dem Jahre 1963, der allerersten Staffel von 42 Folgen in 8 Story Arcs. Mal sehen was dran ist, an einer Kinderserie, die sich ein Vierteljahrhundert im britischen Fernsehen halten konnte, bevor die Leute ihr überdrüssig waren, und im neuen Millennium wiederentdeckt wurde, um den eigenen Nerd-Status zu zementieren.

An Unearthly Child, die erste Arc, die insgesamt 4 Folgen einnimmt, ist also die allererste je gesendete Doctor-Who-Geschichte. Und ein wenig „meh“. Zwei Lehrer machen sich sorgen um eine Schülerin, die sowohl hochbegabt wie in manchen belangen wieder sehr dämlich ist. Als sie sie nach Hause begleiten, merken sie auch warum: Sie ist die Enkelin vom Doktor. Doktor Wer? Doktor halt. Und in ihrer Polizeibox reisen die beiden aus einer anderen Welt stammenden durch Zeit und Raum, da schnappt man schon mal viel Wissen auf, verhaspelt sich aber gern mal mit dem, was im modernen England der 60er als Fakten anerkannt ist. Der leicht jähzornige Doktor entführt kurzerhand die ganze Truppe im TARDIS, und raus kommen sie bei zurückgebliebenen Höhlenmenschen, deren Anführer daher bestimmt wird, wer Feuer machen kann. Episode 1 als Serien-Setup ist fast nur Gelaber, die anderen drei sind bei den Höhlenmenschen, wobei sie dort auch den Gros der Zeit in der Schädelhöhle hocken, während die Urmenschen ad nauseum die gleichen drei Sachen übers Feuer wiederholen.

Bereits die zweite Arc der Serie ist The Daleks, welche mit 7 Episoden auch die längste der ersten Staffel ist. Hier landet unser unfreiwilliges Reise-Quartett auf einem von einer Neutronenbombe zerstörten Planeten und werden von aller liebster Mülleimerbots den Daleks gefangen genommen. Zunächst dachte ich am Ende von Episode 4, dass dies ein wirklich guter Endpunkt für die Story gewesen wäre. Den Daleks ein Mysterium beibehaltend, und sich eingestehen müssend, dass man nicht jedes Problem, in dem man landet, lösen kann, sondern die Daleks und Thals sich selbst überlassend – ist ja nicht so, dass unsere Truppe nicht mehrmals, allen voran natürlich Unsympath-Doktor, mehrmals darüber nachdenken, die Leute hier einfach im Stich zu lassen.

Findet dann jedoch dennoch eine Ausrede, um unsere Leutchen involviert und die Arc noch 3 Folgen andauern zu lassen. Und letztendlich war das sogar ganz gut, denn es gibt ein paar nette Gespräche, zum einen Streit in den Ideologien unseres Quartetts, aber auch die Frage, ob die pazifistischen Thal jene Lebensweise (verständlich, wenn durch Krieg der Planet zu einer lebenden Hölle wurde) wirklich aufrecht erhalten können, wenn die gegnerische Seite nicht mitspielt. Wäre lediglich ein wenig besser gewesen, wenn die Schwarz-Weiß-Malerei nicht so hoch gewesen wäre. Spät in die Arc bekommen die Daleks beispielsweise einen guten Grund, warum sie die Koexistenz mit den Thal ablehnen müssen, aber da sie vorher auch schon so eindeutig böse und kriegstreibend porträtiert wurden, macht das wirklich letztendlich keinen Unterschied aus. Dennoch schön eine Arc zu haben, die ein etwas komplexer ist, und bei der das Quartett bei Menschen landet, die echte Charaktere sind und sich artikulieren können.

Nach der längsten Arc der Staffel kommt die kürzeste, denn The Edge of Destruction ist gerade mal bescheidene zwei Folgen. Der TARDIS wird erschüttert, alle fallen in Ohnmacht, und nachdem sie wieder aufwachen verhalten sowohl sie wie das Schiff sich merkwürdig. Eine kleine Gruppe in eine begrenzte Lokalität eingeschlossene Leute, die sich im Lagerkoller gegenseitig an die Gurgel gehen (gerade unser „Sympathieträger“ der Doktor ist natürlich der erste, die beiden Lehrer rausschmeißen und ihrem Tod überlassen will), während es ein Geheimnis darum warum sie überhaupt in jener Situation sind, zu entdecken gilt? Macht ein interessantes Konzept und wie gemacht für eine kurze Arc. Leider ist es etwas schwer durchzustehen, mit dem extrem schlechten Schauspiel und dem Doktor, der mehrmals mitten im Satz beinahe seinen Text zu vergessen scheint, ins Stottern gerät. Natürlich sollen alle Charaktere hier Storybedingt etwas off klingen und reagieren, aber dafür hätte es vielleicht talentiertere Akteure benötigt.

Und zurück zur längsten Arc der Staffel, denn auch Marco Polo zieht sich über 7 Folgen. Außerdem ist es die erste Story Arc, die den Edutainment-Gehalt von Dr. Who hervorhebt. Immerhin wurde die Serie kreiert, um Kindern was beizubringen, und das im hiesigen Falle mit der ersten Story Arc, in der unsere Reisenden in der Erdgeschichte landen, eben bei Marco Polo, der mit Kriegsführer Tegana an den Hof de mongolischen Kaisers reist. Allerdings ist Marco Polo auch die erste Arc, die als komplett verschollen gilt, keine Aufnahmen einer einzelnen Folge existieren mehr. Aber Tonbandaufnahmen der kompletten Reihe, sowie Produktionsfotografien.

Und so ist Marco Polo dann doch wieder notdürftig zusammengeflickt worden: Als Hörspiel mit Diashow, in dem besagte Fotos passend zu den Ereignissen der Tonbänder eingeblendet werden, plus hier oder dort mal eine erklärende Texttafel, die Dinge erklären, die sonst nicht gut rüberkommen, wie wenn ein Akteur die Szene verlässt. Macht die von der Länge her eh schon überstrapazierte Geschichte natürlich in jener Präsentation auch nicht viel spannender. Dabei haben wir hier eine Reise durch Ostasien, historische Figuren nahegebracht, eine aufzuhaltende Hochzeit, einen Mordversuch am Kaiser, also lauter Zutaten, die durchaus für eine spannende Odyssey machen könnten. Die meiste Zeit streiten sich allerdings die Reisenden mit Marco Polo schlichtweg darum, dass sie ihren TARDIS wiederhaben wollen, welchen er zum Kaisergeschenk nehmen will, während Tegana im Hintergrund seinen Schnauzer zwirbelt und auf seine Chance wartet.

The Keys of Marinus hingegen ist wesentlich kurzweiliger. Zwar zieht auch jene Arc sich über 6 Folgen, allerdings ist die Struktur eine ganz andere. Und zwar ist die Rahmenhandlung um eine Maschine, die die Gedanken der Bevölkerung kontrollieren kann, und über deren Implikationen sich die Serie nicht sonderlich zu scheren scheint, nur ein Aufhänger für eine episodische Reise. Nur die erste Episode und die zweite Hälfte der letzten drehen sich wirklich um sie, dazwischen springt unsere Truppe von einem unabhängigen Schauplatz zum nächsten, um die verstreuten Schlüssel des Geräts zu finden. Mit einem fleischfressenden Dschungel, einer aus Gefrierbeuteln bestehenden Höhle, oder einem Staat, dessen Rechtssystem auf das Motto „schuldig bis die Unschuld bewiesen ist“ aufgebaut ist, ist sozusagen für jeden was dabei. Und da es nach 25 Minuten auch schon woanders hin geht, kann es gar nicht langweilig werden.

Zurück in die Erdhistorie mit The Aztecs. Die Reisegruppe, die sich durch Null diplomatisches Feingefühl auszeichnet, kommt also ausgerechnet in einer Zivilisation an, die für ihre blutigen Opferrituale bekannt ist? Das kann ja nicht gut gehen. Eigentlich kommen sie ins gemachte Nest, da Barbara für eine Dienerin der Götter gehalten wird. Was die sofort auszunutzen versucht, in dem sie den Azteken ihre Blutopfer verbieten will, nicht mal daran denkend, dass dies die komplette Erdgeschichte verändern könnte. Ian derweil besiegt einen Aztekenkrieger und bläst sich sofort mit seinem Trickreichtum vor ihm auf, woraufhin der den Rest der 4-Folgen-Arc damit verbringt, dies gegen die Truppe anzuwenden. Der Doctor verheiratet sich versehentlich, weil er mal wieder nicht zuzugeben bereit ist, irgendetwas nicht zu wissen. Und Susan kommt ins Kreuzfeuer, weil sie sofort dem Konzept der Zwangsheirat in dieser Zivilisation widerspricht, und alle als Barbaren und Monster bezichtigt. Ernsthaft, ein Großteil der Gefahren in diesen Geschichten könnten abgewendet werden, wenn unsere Hauptcharaktere auch nur fünf Sekunden überlegen würden, bevor sie den Mund aufmachen.

Mit The Sensorites haben wir eine Story Arc, die um eine Folge kürzer als The Daleks ist, allerdings ebenfalls nach der Alien-Rasse benannt wurde, mit der die Truppe hier aneinander gerät. Mehr oder weniger zumindest, denn bei The Sensorites hat man nicht die Daleks kopieren wollen, und deswegen eine Story gemacht, in dem der Konflikt nicht davon kommt, dass ein Krieg mit ihnen ausbricht. Genau genommen sind die Sensorites ein friedfertiges Volk, nur dummerweise mit schlechten Erfahrungen was andere Reisende angeht insbesondere deren Gier, da die Sensorite-Heimat wertvolle Mineralien bereithält. Deswegen nehmen sie jeden gefangen, der sich zu ihnen verirrt, allerdings ohne jenen wirklich was anzutun, sogar bereit ein gutes Leben zu gewähren, so lange sie bereitwillig dort bleiben statt zurück in ihre Heimat zu wollen. Um dann aber doch genug Konflikt für 6 Folgen zu haben, muss es natürlich auch Sensorites geben, die unserer Truppe grundsätzlich misstraut und sie als potentielle Gefahr ausgerottet sehen wollen, plus eine Krankheit, die umgeht, durch deren Heilung sie sich beweisen können.

Weitere 6 Episoden übernimmt die finale Story Arc, oder zumindest die final gezeigte, aufgezeichnet wurden zwei weitere, die allerdings auf den Anfang der zweiten Staffel gezogen wurden. In Reign of Terror landen alle mitten in der französischen Revolution, des Doctors liebstes Ereignis der Erdgeschichte, und eines, für welches ich mich nie sonderlich interessiert habe. Tjoa, alle werden gefangen genommen und verurteilt, abgesehen vom Doctor, der sich eine Offiziersuniform schnappt und versucht so seine Reisegefährten aus dem Gefängnis zu holen. Die Arc besteht ehrlich gesagt hauptsächlich daraus, dass unsere Leute getrennt voneinander mehrmals fliehen und doch wieder gefangen genommen werden, auf Revoluzzer und ihre Gegner treffen, bis sie einen Spion entlarvt haben, und zu ihrem TARDIS zurück können. Meh.

Ich glaube nicht, dass ich mit der Serie fortfahren werde. Classic Who hat ein paar nette Dinge zu bieten. Einige der Ideen für die Story Arcs an sich sind nicht schlecht, sowohl was die futuristischen angeht, wie auch ein paar der wenig beliebten historischen. Und einiges an Bühnenbild ist auch nicht unbedingt schlecht, die Kostüme der historischen Folgen sind eh viel besser ausschauend, wahrscheinlich weil sie in den Kammern der BBC noch von einer anderen, höher budgetierten Produktion rumlagen, aber auch in den futuristischen gibt es immer mal wieder nette optische Ideen. Einige andere Folgen sehen dafür umso billiger aus oder sind wesentlich unkreativer umgesetzt. Mit den Charakteren bin ich wohl auch nicht ganz warm geworden, der Doc ist häufig ziemlich arschig, die beiden Lehrer auch gern übertrieben konfrontativ, Susan die halbe Zeit hysterisch am Kreischen, und alle zusammen nicht unbedingt schlau in ihrer Vorgehensweise. Aber das Hauptproblem war wirklich schlichtweg, dass alle Story Arcs auf gut doppelt so viele Folgen gezogen sind, als wirklich nötig gewesen wäre, dafür fast immer ein überstürztes Finale bieten, und ich mich echt häufiger dabei ertappt habe, wie meine Gedanken gelangweilt abgedriftet sind. Sorry Classic Who, du bist mein Ding nicht.