Doctor Who: Series Ten

Es ist soweit. Nachdem Doctor Who das Jahr 2016 ausgesetzt hatte, lief letztes Jahr dann die zehnte Staffel. New Who ist also im zweistelligen Bereich angekommen. Was allerdings natürlich viel monumentaler war, ist das dies auch die letzte Staffel mit Peter Capaldi als Doctor Twelve ist, womit uns abgesehen von Christopher Ecclestons Nine alle Neu-Doktoren nach je drei Staffeln verlassen haben. Und noch viel wichtiger ist, dass Steven Moffat, der in 2010 mit der fünften Staffel die Nachfolge von Russell T. Davies antrat, als Show Runner abdankt.

Ganz wurde das Jahr 2016 dann allerdings doch nicht ausgelassen, sondern es lief mit The Return of Doctor Mysterio das obligatorische Weihnachts-Special übers britische TV. Als netter Touch verabschiedet sich der Doctor für 24 Jahre von der Welt, um seine River Song nach dem letzten Weihnachts-Special zu betrauern, hinterlässt aber durch ein dummes Versehen einen Superhelden. Schon kurios, dass es Moffat scheinbar bis 2016 brauchte, um auf den Superhelden-Zug aufzuspringen und seine eigene Low-Budget-Version zu erschaffen. Abgesehen davon hat das Ding mal wieder absolut keinen Bezug zu Weihnachten, spielt nur beiläufig zu Beginn an jenem Tag.

Dennoch ist es eines meiner beliebteren Weihnachts-Specials. Die kleine Romanze zwischen dem Zufalls-Superhelden respektive Nanny und seiner Auftraggeberin respektive Schwarms ist so vorhersehbar wie sie niedlich ist. Dinge wie das die Reporterin dieses Quietschspielzeug als Verhörmethode einsetzt sind süß. Little Britains Matt Lucas ist als Companion zurück und super unterhaltsam und schräg. Selbst der Plan der Aliens in dieser Storyline ist nicht total blöde! Es gibt vieles, was man am Special mögen kann. Der einzige Nachteil des Einstünders war für mich, dass die Geschichte nicht sonderlich Doctor Who war und der Doctor an sich eher deplatziert wirkte.

Mit The Pilot beginnt die 2017er-Staffel also richtig und gleich ist viel anders. Der Doctor ist jetzt beispielsweise Professor an einer Uni und hat ein Bild von River Song und der Nichte des ersten Doctors auf seinem Tisch (und die Kamera geht sicher, dass wir das auch sehen, statt als Easter Egg für Aufmerksame am Bildrand zu haben). Außerdem scheint er jemandem versprochen zu haben keine Zeitreisen mehr zu unternehmen, damit er eine verschlossene Gruft bewachen kann. So wie ich Moffat kenne würde ich direkt darauf tippen, dass beides von enormer Wichtigkeit für den roten Faden der Staffel ist, aufgelöst wie und warum allerdings erst eher auf lahme Art und Weise gegen Staffelende erfolgt.

Aber über typische Moffat-ismen will ich mich noch nicht beschweren, bevor sie zum Tragen gekommen sind. Und am Rest der Folge gibt es wieder einiges zu mögen. Die eigentliche Alien-Handlung ist nicht sonderlich berauschend und viel darin will für mich nicht so recht Sinn ergeben, aber sie dient sowieso mehr als Bühne zur Einführung der Charakter-Dynamik. Denn wir bekommen mit Bill eine neue Companion, und da die lesbisch ist müssen wir auch nicht fürchten, dass sie sich in den Doctor verguckt, obwohl die das mit dem alten Sack Capaldi genauer betrachtet eh nicht machen. Aber ihre verplante Art ist super gefällig, es ist witzig zuzusehen wie lang sie braucht, um die üblichen Tardis-Sachen zusammenzuzählen oder das sie „Doctor… What?“ statt wie übliche „…Who?“ sagt, sowie total bodenständige Parallelen zu all dem schrägen Zeit-Raum-Reisen zu finden, die den Doctor leicht anpissen. Dazu noch der mittlerweile etwas zickig gewordene Matt Lucas. Was für eine frische und quirlige Charakterdynamik zwischen den Dreien doch besteht. Das hat mir echt gefehlt.

Da der Doctor theoretisch nur versprochen hat, die Erde nicht zu verlassen, nutzt er natürlich prompt die neue Companion als Ausrede, um zumindest durch die Zeit reisen zu können. In Smile landen sie in der Zukunft, in der Roboter über Emoji mit den Kolonisten kommunizieren, deren Gefühle über eine Plakette ausgelesen wird. Und da sie dazu erschaffen wurden, die Menschheit glücklich zu machen, jedoch gerade negative Emotionen umgehen, gerät was schief und sie beginnen jeden umzubringen, der nicht lächelt.

Die Episode ist ein gutes Konzept, das leider nicht ganz so gut umgesetzt ist. Die Ausgangssituation ist echt interessant, jedoch hatte ich das Gefühl es hätte besser eine simplere Geschichte von halber Spielzeit abgegeben, denn in der zweiten Hälfte der Folge verliert sie sich so etwas. Mit den Bezügen zum Kolonie-Imperialismus mit den Robotern als neue Rasse, mit der koexistiert werden muss. Abgesehen davon ist es eh merkwürdig das die Plaketten, die ja eigentlich dazu da sind, die Emotionen zu visualisieren, durch falsches Lächeln ausgetrickst werden können. Dann braucht es derer nämlich nicht, wenn sie eh nur die äußere Fassade statt das Innenleben spiegeln.

In Thin Ice geht es dann ins London im Jahre 1814 zur dortigen Eis-Messe, da in jenem Jahr die Themse so stark zugefroren war, dass sich die Leute ein Spektakel daraus machen, darauf einen Rummel zu halten. Dummerweise gibt es Anglerfische unterm Eis, die Leute einbrechen lassen, sowie wartet ein Riesen-Monster-Fisch angekettet nur auf seinen Zug. Erneut ein ganz netter Einfall, so in seiner simplen Kürze wiedergegeben, der leider in eine Folge endet, an der ich nicht alles mögen konnte.

Mein größtes Problem ist, dass es mal wieder zum üblichen Gesang und Tanz kommt, wenn ein neuer Companion zum Doctor stößt. Und zwar lässt der einen Jungen einfach sterben, was Bill ganz scheiße findet, der Doctor aber damit rationalisiert, dass er nur so größeres Gutes in Form der Rettung von mehr anderen Menschen tun kann. Ein wenig inhuman für unseren menschlichen Companion, jedoch nachvollziehbar für ein tausende Jahre altes rationales Alien. Leider viel zu früh in den Reisen mit einer neuen Companion, und letztendlich kann sich die Serie erneut nicht verkneifen, den Doctor wenige Szenen später gleich wieder menschlicher und besser darstellen zu wollen. Wenn der Bösewicht der Episode, der die Leute an den Fisch verfüttern will, weil der dann besonders tolle Ressourcen auskackt, noch weniger Bedeutung einem Menschenleben zuordnet (und das passt in die Zeit der industriellen Revolution), der Doctor jedoch eine hehre Ansprache halten darf, dass wahrer Fortschritt nicht an wirtschaftlicher Leistung gemessen wird, sondern wie viel Wert einem einzelnen Menschenleben zukommt.

Und dann haben wir am Ende auch noch die gleiche dämliche Sache, die wir bereits mit Clara und dem Monddrachen und mit Amy und dem Weltraumwal hatten. Der Doctor überlässt nämlich Bill die schwere Entscheidung, ob der Fisch freigelassen wird, was Menschenleben riskieren könnte, weil er angeblich nur Entscheidungen ausführt. Der Heuchler, als ob er je auf die Ansagen anderer hören statt sein eigenes Ding drehen würde. Ansonsten war es eine brauchbare Episode, aber wie der Doctor hier mal wieder inkonsequent behandelt wird, war erbärmlich.

Bei Knock Knock bekomme ich so ein wenig das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Bill war eine Küchenhilfe an der Uni, die nur gerne in den Lesungen des Doctors abgehangen ist und zu seinem privaten Protegé wurde. Und hat schon mit jemandem zusammengelebt. Hier in der Folge ist sie plötzlich vollwertige Studentin und hat 5 Mitstudenten-Freunde, und alle zusammen sind auf der Suche nach einem Haus, um eine gemeinsame WG zu gründen. Ist dieser plötzliche Bruch nur da, um eine Ausrede für die Folge zu haben? Ist nicht so, dass Bill anschließend mit anderen Studenten abhängt, wir sie in Vorlesungen sehen würden, oder sie eine eigene Bude hätte.

Die Story an sich ist Horror, denn sie finden ein verdächtig weiträumiges Haus für einen verdächtig niedrigen Preis, bei dem keiner von den Sechs wirklich Verdacht schöpft. Aber nein, es gibt Menschenfressende Käfer in den Wänden und ein Familiengeheimnis des Vermieters. Viel Klopfen auf Holz, viele zuschlagende Türen, viele Lichtblitze. Wenig Inhalt. Ich mein es ist schon Ok, und der wiederholte Gag, dass der Doctor für Bills Großvater gehalten wird, obwohl er sich für viel zu jung dafür hält, ist ganz niedlich. Aber wie bei den vorigen Folgen kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, als wären 45 Minuten einfach zu lang für die simple Prämisse und das gezogene Endresultat dadurch in der Substanz geschwächt.

Oxygen ist eine weitere Horror-inspirierte Episode, in der mal wieder einem Notsignal gefolgt in einer scheinbar verlassenen Raumstation gelandet wird. Vom Haunted House also in SciFi-Äquivalent dessen. Stellt sich heraus in dieser Zukunft kostet Sauerstoff Geld, und sobald die Arbeiter von ihrer Leistung her nicht produktiver sind, als die Kosten sie mit Sauerstoff zu versorgen, wird ihnen das einfach ausgestellt und sie werden zu wandelnden Leichen. Die Zukunft, in der selbst die Luft zum Atmen einem in Rechnung gestellt wird, ist natürlich immer eine sehr dystopische Vorstellung, aber wenn man mal darüber nachdenkt, gar nicht so weit hergeholt. Wenn etwas zu einem endlichen Gut wird, kostet es auch was. Ohne Wasser oder Nahrung können wir genauso wenig überleben, aber dennoch zahlen wir im Supermarkt dafür. Interessanterweise macht die Folge, um den simplen Grundgedanken diesmal tatsächlich halbwegs gut auf Länge zu hinterfüttern, was daraus. Eben mit den Untertönen des Kapitalismus maximiert ohne dabei Rücksicht auf menschennahen Sozialismus zu geben. Ach ja, und der Doctor verliert sein Augenlicht, was ihn hier aber (noch) in keiner Weise im Weg steht.

Mit Extremis erreichen wir die Halbzeit der Staffel und die Folge ist so Moffat, wie eine Folge nur sein kann. Es gibt atmosphärische Szenerien in Bibliotheken und Schlössern, Charaktere tragen klassische Looks und Kutten, und die Geschichte ist geradezu am Überlaufen an Offenbarungen, die zu nur noch mehr Mysterien führen. Beispielsweise dürfen wir doch jetzt schon herausfinden, was in der Gruft eingeschlossen ist: Missy. Der Doctor sollte an ihrer Hinrichtung teilnehmen, hat aber alle so weit eingeschüchtert, bis er auferlegt bekam, tausend Jahre über sie in ihrem Gefängnis zu wachen. Auch wenn man sich schlecht vorstellen kann, was diese Zeit für den Doctor wirklich bedeutet, da er dies doch so einfach überbrücken oder Zwischenstopps einlegen kann, wie er lustig ist. Außerdem wäre die Szene als Ganzes stärker gewesen, statt den Rückblick in kleinen Stücken über die Folge zu verteilen, nur um das Mysterium etwas länger am Leben zu halten.

Die Folge entgleist sowieso zusehends. Alles beginnt damit, dass der Vatikan persönlich beim Doctor vorbei schaut, weil die ein super geheimes Buch in der Bibliothek gefunden haben, dass alle, die es lesen, dazu bringt sich umzubringen. Also soll der Doctor es sich ansehen, was natürlich etwas schwer ist, wo er doch gerade erblindet ist, dies aber keinem offenbaren will. Dass der Papst höchstpersönlich um seine Hilfe bittet ist natürlich etwas arg dämlich, aber insgesamt ist das Setup durchaus spannend. Doch dann stolpern die beiden Companions über einen Raum voller Portale in die wichtigsten Gebäude der Welt wie dem Weißen Haus oder Pentagon, und am Ende war alles nur eine simulierte Welt, in der Aliens die Eroberung der Welt planen wollen und der Sim-Doctor schickt von innerhalb der Matrix eine E-Mail an den echten Doctro in der richtigen Welt. Und irgendwo dazwischen schwappen mal wieder Moffats coole Ideen in nicht mehr ganz so befriedigende Resultate um.

In The Pyramid at the End of the World sind also jene Aliens, die in Extremis die Simulation gestartet haben, in der echten Welt aufgetaucht, um sie zu übernehmen. Nur sind sie plötzlich keine wirklichen Invasoren mehr, sondern wollen das wir die Erde freiwillig übergeben. Jedoch gebunden daran, dass es aus Liebe geschehen muss, nicht Furcht oder Strategie. Alles, während im Hintergrund die Uhr zum Weltuntergang tickt, wenn sie nicht helfend eingreifen. Und erneut ist die Idee an sich keine schlechte, eine Geschichte darüber, wie viele kleine Zufälle dazu führen können, dass irgendwann die Waagschale kippt und das Ende unwiderruflich ist.

Doch wenn das hier nicht mal ein Supergau an gekünstelten Gespinsten ist, damit es funktioniert. Die zwei Wissenschaftler müssen die dümmsten und unprofessionellsten Idioten sein, und es darf trotz der gefährlichen Experimente keinerlei Aufsicht oder Sicherheitsvorkehrungen geben, damit das hier alles geschehen kann. Und warum wird die Luft alle Stunde komplett in die Außenwelt gepumpt? In einem Labor, bei dem diese bei einem Fehlexperiment einfach kontaminiert werden kann? Und die Türsperre, die letztendlich den Plan des Doctors vereitelt, ist auch mal hirnrissig und nur so designt, damit sich dessen Blindheit endlich auszahlt und Bill dazu getrieben wird aus Liebe die Erde zu übergeben. Matt Lucas kann auch dem Doctor nicht helfen, weil der warum auch immer ihn aus dem Tardis aussteigen lässt, nur damit er kurz die giftige Luft einatmen kann, um dann ausgeknockt zu werden. Ne echt jetzt, dass Setup hier war mir zu hirnrissig und unglaubwürdig, selbst für Doctor Who.

Weiter geht die Handlung, auch wenn es offiziell kein Mehrteiler ist, in The Lie oft the Land, nachdem die Mönchskutten die Erde übernommen und die Geschichte überschrieben haben, als wären sie schon immer als leitende Hand der Menschheit vorhanden gewesen. Selbst der Doctor scheint mit ihnen zusammenzuarbeiten. Und was eine Folge der verpassen Möglichkeiten wir doch vor uns haben. Was wäre beispielsweise, wenn die Mönche tatsächlich die Erde besser und friedvoller regieren würden, als wir das können? Daraus eine Frage der Freiheit und Selbstbestimmung gegen objektiv höhere Sicherheit zu machen. Was wenn selbst wenn nicht alles besser wäre und die Mönche nicht komplett uneigennützig sind, hier dennoch die Frage abzuwägen wäre, welche Variante nun wirklich schlechter ist – eine Welt mit oder ohne sie? Was, wenn der Doctor wirklich davon überzeugt wäre, dass sie die Sache besser machen, und erst vom Gegenteil überzeugt werden müsste? Stattdessen agieren die Mönche wie die Gestapo, alle Menschen bekommen deprimierend uniforme Kleidung aufgezwungen, und das Bill scheinbar den Doc erschießt ist ein billiges Gimmick.

Immerhin ist Missy, die nun endlich als Charakter wieder so langsam dazu stoßen darf, ziemlich launig. Und da sie eigentlich ein Bösewicht, wenn auch eventuell ein läuternder, ist, darf sie auch die Pragmatikerin spielen. Diejenige, die einwürft das bei der Rechnung von Bills Leben versus der komplette Rest der Menschheit, der Tod von Bill gegebenenfalls das kleinere Übel ist. Und das der Doctor der Menschheit das wegen seinem persönlichen Bund zu seiner Compenion verweigert eigentlich pure Arroganz ist. Missy macht hier das, was die Serie dem Doctor immer wieder anhängen möchte, und dann doch wieder den Schwanz einzieht, weil sie zu viel Angst hat man könne ihn nicht mehr mögen. Siehe Thin Ice.

Bei Empress of Mars schauen der Doctor und seine Companions bei der NASA rein, die gerade unter der Eisschicht der Mars den Schriftzug „God save the queen“ entdecken. Daraus resultiert eine Reise in die Vergangenheit des roten Planeten, die sehr Jules Vernes ist, mit alten britischen Offizieren und den Ice Warriorn, die vielleicht böse sind aber dann doch nicht aber dann vielleicht doch und alles eskaliert aus hanebüchenen Gründen. Und am Ende waren der Doctor und Co. es, welche die Nachricht gelegt haben, von daher sind sie also nur bei der NASA vorbei gezoomt, um über ihren eigenen Witz zu lachen? Nicht wirklich eine Folge, mit der ich viel anfangen konnte. Weder das Setting noch der Stil liegen mir, und insgesamt ist es ziemlich konfus warum Dinge aus welchen Gründen jetzt noch mal genau geschehen.

Die nächste Folge mag The Eaters of Light heißen, aber wenn ich mich nicht vertan habe, gibt es hier nur einen Lichtfresser. Dessen Design sogar grundsätzlich ganz gut geraten ist, jedoch dadurch unterminiert wird, dass wenn am Ende ein Haufen Fast-Kinder gegen ihn kämpfen, das Vieh doch überraschend klein ist und viel zu einfach in Schach gehalten werden kann. Abgesehen davon würde die Geschichte ums Vergeben und Zusammenarbeit zwischen den schottischen Kids und den römischen Kindersoldaten besser funktionieren, wenn es eine echte Entwicklung dahin gäbe, oder einen entscheidenden Fixpunkt, der alles ins neue Licht rückt, statt das alle einfach irgendwann plötzlich miteinander arbeiten.

Ähnlich mit Missy, die nun wirklich echt ein Companion sein darf, aber irgendwie hätte man sich auch vorgestellt, dass es hier eine langsame Entwicklung hin gegeben hätte. Eine Charakter Arc, in der sie Sühne zeigt, in der sie das Vertrauen des Doctors wiedergewinnt, statt das der sie einfach plötzlich mitreisen lässt. Dass sie wie ein Schoßhund nach seiner Zuneigung bettelt, bekommt dem Charakter auch nicht gut. Dafür ist es ganz niedlich, wie überrascht Bill ist, dass die römischen Legionäre kein Problem damit haben, dass sie lesbisch ist, weil sie sich nicht vorstellen kann, dass vorigen Zivilisationen ein Auf und Ab an progressivem Verhalten hatten, statt dass es zwangsläufig in allen Belangen archaischer wird.

World Enough and Time ist die erste Hälfte des Staffelfinales und startet direkt mal mit belanglosem Köder eines regenerierenden Doctors. Die nächsten zehn Minuten sind hingegen großartig, wenn Missy so tut als wäre sie der Doctor, voller schneller und blöder Sprüche, und mit 4th-Wall-Jokes in denen sie die Companions nach ihrer Rolle in der Geschichte benennt, oder das er sich wirklich Doctor Who nennen würde, und natürlich die fantastische Retour auf die Frage, ob sie ein Mensch wäre, mit „Now, don’t be a bitch“. Was ein Schwung und eine Freude dieser Charakter doch ist, genau was Doctor Who gefehlt hat.

Die eigentliche Hauptepisode dreht sich um ein Raumschiff, dass nahe eines schwarzen Lochs abhängt, und deswegen die Zeit an den beiden Enden unterschiedlich schnell läuft. Und Bill wird von den Bewohnern der unteren Stockwerke entführt und erwacht in einem Silent-Hill-Krankenhaus voller maskierter Patienten, die beständig nach Erlösung ihrer Pein rufen. Die ganze Welt an der unteren Seite ist durch die schneller laufende Zeit eine seit Generationen aufgebaute und schon wieder im Untergang befindliche Zivilisation, während am Kopf des Schiffes wenige Wochen vergangen sind. Und dann stellt sich raus, dass dies die Geburtsstunde der Cybermen ist und der Master hier untern crashlandete (als russischer Kerl mit bestem Unterhaltungswert maskiert) und Bill zu einem jener macht. Spannende Geheimnisse, tolle Offenbarungen. Eindeutig der Anfang einer Moffat-Geschichte, die Steilkurve nach oben vor dem Fall auf der anderen Seite.

Tja, The Doctor Falls endet also die Staffel, und ist nicht so sehr schlecht als weitestgehend für mich einfach etwas langweilig. Erneut erbärmlicher Bait zu Folgenbeginn, mit einer Cyber-Bill, die mit einem scheinbar toten Doctor auf Stockwerk 507 des Schiffes auftaucht. Und die überlangen 60 Minuten sind zum Großteil wirklich nur langgezogene Vorbereitung der dort lebenden Menschen, um sich gegen den baldigen Angriff durch die Cybermen des untersten Stockwerks zu rüsten. Und eine weitere Episode, in der der Doctor menschliches Leben über alles stellt, obwohl sie selbst nach ihrer Flucht auf höhere Stockwerke früher oder später den Cybermen zum Opfer fallen werden. Alles wirklich nur, damit der Doctor sich dramatisch wie dämlich opfern darf, nur dass er dann doch weiterleben darf. Bill und ihr Kampf damit, ein Cyberman zu sein, ist der Lichtpunkt der Folge, und selbst sie darf dramatisch sterben, nur damit sie es dann doch nicht ist, sondern mit dem Mädel aus Pilot in lesbischer Liebe durchs All geistern darf. Selbst Missy und der Master haben hier mit ihrem ständig vagen Verhalten auf welcher Seite sie nun stehen, wenig Unterhaltungswert.

Mit dem Ende der Staffel sind wir aber noch nicht am Ende von Doctor Who in 2017, denn Capaldi durfte die Titelrolle auch noch im kurz darauf ausgestrahlten Weihnachts-Special Twice Upon a Time verkörpern. Das Bild der Nichte zu Beginn der Staffel auf dem Tisch des Doctors? Handlungs-technisch komplett irrelevant, aber ein Hint, den Moffat bestimmt für clever angesehen hat, denn Doctor Twelve trifft in der Antarktis auf Doctor One. Verkörpert durch einen Schauspieler, der dem gar nicht mal so ähnlich sieht, wenn man die Frisur ändern würde. Dass beide Doctoren nicht regenerieren wollen bringt aus irgendwelchen Gründen die Zeit aus den Fugen, spuckt beide hier aus, genauso wie einen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Bis sich ein Computer einmischt, der eine Datenbank aus den Erinnerungen aller Toten ansammelt, allerdings nicht wegen eines fiesen Planes wie in einem früheren Staffelfinale, als Missy ein Kollektiv an Toten erstellt hat.

Ganz ehrlich gesagt hab ich die ganze Handlung nicht so ganz gecheckt. Warum all dies jetzt genau geschieht. Warum der Soldat aus dem Ersten Weltkrieg so wichtig ist. Vor allem warum er genau an seinen Todeszeitpunkt zurück muss, nur damit der Doctor das dann doch nicht tut, sondern ein paar Stunden später, damit er überleben kann, weil er Teil des Weihnachtswunders von 1914 wird. Bill und Nardole sind als Erinnerungen zurück, damit der Doctor sich dramatisch von den Companions verabschieden kann, was aber seltsam hohl wirkt, wenn er ständig behauptet sie wären nicht real. Selbst Clara, ein Charakter den keiner mehr leiden konnte, darf sich verabschieden. Keine River Song, keine Amy, keine Missy.

Dafür ist Doctor Twelve hier immerhin so unterhaltsam und schneidig, wie fast in keiner anderen Folge seiner Ära. Wahrscheinlich, weil er der witzig-überdrehte Charakter sein muss, der zum altbackenen One kontrastiert. Der übrigens sehr schlecht hier gehandhabt wird. Doctor One war schon ein wenig ein Arschloch, aber er war nie solch ein Relikt. Er bekommt eigentlich nichts die ganze Folge zu tun, sondern darf nur für „Ohoho, die 60er waren doch andere Zeiten“-Witze herhalten. Wenn er meint, dass Frauen keine Doktoren sondern nur Krankenschwestern sein können, oder das Bill doch mal den Tardis aufräumen sollte. One war nie ein altbackener Sexist, sondern reiste mit einer Lehrerin und seiner Nichte, die beide starke Persönlichkeiten waren. Das Ganze ist nur ein großer fehlgeleiteter Witz, wie weit wir doch gekommen sind, und natürlich weil der nächste Doctor tatsächlich mit Jodie Whittaker eine Frau sein wird. Abgesehen davon, dass es nicht passt, ist es auch schlichtweg nicht witzig.

So klingt sie also aus, die Ära von Peter Capaldi, die Zeit mit Doctor Twelve, und die Schirmherrschaft von Steven Moffat. Und immerhin ist Series Ten schon mal insgesamt besser gewesen, als die Staffel davor. Doch während ich einige Dinge in den Episoden durchaus mag, so kann ich mich dennoch nicht des Gefühls erwehren, dass sie im Endresultat häufig dennoch etwas lahm sind. Nicht so sehr, weil es an guten Ideen gemangelt hätte, sondern weil sie oftmals einfach unter Wert umgesetzt wurden.

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Doctor Who: Series Nine

Doctor Who: Series 9 startet nicht mit einem überlangen Special, sondern stattdessen ist The Magician’s Apprentice der erste Teil eines Zweiteilers. Und mit einer Geschichte um die Daleks, man sollte seine Hoffnungen auf Qualität also Erfahrungsgemäß lieber etwas zügeln. Ich mein die Folge beginnt ziemlich atmosphärisch mit dem kleinen Jungen und der „Hand“-Granate in der Kriegszone, dem der Doctor helfen will, bis er herausfindet, dass dies Davros, der Schöpfer der Daleks ist. Würde man einem noch unschuldigen Baby Hitler helfen, wissend was aus ihm wird, sozusagen.

Missy ist in der Episode, was natürlich immer gut ist, schade das man sie in einer Dalek-Episode verschwendet. Jedenfalls denkt der Doctor aus irgendeinem Grunde, er müsse sterben, und aus irgendeinem Grunde ist in Essex des 11. Jahrhunderts E-Gitarre zu spielen scheinbar der perfekte Abgang. Außerdem ist seine größte Scham Davros eben nicht als unschuldiges Kind geholfen zu haben, was aber nie auf den Kopf gedreht wird, als wäre dieses Enttäuschung der Grund, weswegen er die Daleks erschaffen hat, also keine Ahnung warum der Doc solche moralischen Einwände hat. Dann wiederum kann sich New Who eh nie so ganz entscheiden, ob der Doctor nun damit einverstanden ist, Unschuldige fürs größere Gute zu opfern, oder doch der absolute Gutmensch ist. Der Planet der Daleks ist aus irgendwelchen Gründen wieder da, und Missy und Clara werden mit dem TARDIS zerstört, was natürlich ein offensichtliches Fake Out ist, und am Ende hatte die erste Hälfte der Geschichte ehrlich gesagt wenig Struktur und letztendlich auch wenig in seinen 45 Minuten rübergebracht.

Die zweite Hälfe der Geschichte in The Witch’s Familiar bringt da ein paar interessantere Ideen auf den Tisch. Aber wie das bei den Dalek-Geschichten so üblich ist, dreht sie sich mal wieder um weniger interessante Sachen, und lässt die eigentlich guten Ideen im Sande verlaufen. Dass Clara in einem Dalek steckt und sich nur über deren Vokabular verständigen kann, ist beispielsweise erst wirklich fürs Ende wichtig. Und der alptraumhafte Exkurs in die Kanalisation der Daleks, die aus verrückten lebendig begrabenen Dalek-Überresten besteht, eigentlich auch nur da, damit es für den Finalplan des Docs herhalten kann.

Stattdessen geht’s in der Folge mehr um die üblichen Sachen, denen ich ehrlich gesagt mittlerweile echt müde geworden bin. Mal wieder wird der Doctor in Versuchung gebracht, ein Massaker fürs größere Gute auslösen zu können, und das doch das Potential für einen Psycho in ihm steckt. Mal wieder darf der „du wärst ein guter Dalek“-Satz fallen. Mal wieder ist der Doctor doch zu sehr ein Gutmensch, um die Versuchung wahrzunehmen, und mal wieder scheint ihm das in den Arsch zu beißen. Nur damit wieder eines auf Sherlock gemacht wird, und der Doctor einen doppelten Huttrick vollführt, weil ihm klar war, dass Davros ihn austricksen würde, und er hat nur mitgespielt, damit sein eigener Trick wirkt. Blergh. Missy war allerdings echt witzig in der Episode, schade dass sie im Rest der Staffel fehlt.

Mit Under the Lake geht es gleich in den nächsten Zweiteler. Erneut zeichnet sich die Eröffnungsepisode damit aus, dass sie ein wenig arg lang und ereignislos ist, so dass man sich fragt, ob tatsächlich zwei Folgen nötig waren. Jedenfalls geht es um das Mysterium merkwürdiger Markierungen in einem Raumschiff in einem sowjetischen See. Außerdem werden Leute plötzlich zu Geistern, die wild vor sich hin brabbeln, was Koordinaten für irgendwen zu sein scheinen. Wie gesagt, viel geschieht noch nicht, und die Quirks des Doctors wirken auch irgendwo ein Stück weit bemüht und lahm. Liegt vielleicht auch daran, dass die Folge so arg von vielen vorigen der Show abgeleitet wirkt.

In Before the Flood geht die überlange, überlangweilige Geschichte dann ihrem Ende entgegen, und ich kann mich echt nicht für sie erwärmen. Das Kreaturendesign ist immerhin ganz cool, solange es sich nicht zu viel bewegen muss. Aber ansonsten war ich den Zweiteiler über ehrlich gesagt massiv gelangweilt. Ich hab mich nicht wirklich um die Nebencharaktere gekümmert, Clara ist mittlerweile ein lahmer Abklatsch ihres einst unterhaltsamen Selbst, die Tricks des Doctors wirken bekannt, auf die Logiklücken der Serie augenzwinkernd hinzuweisen hat seinen Charme und Witz verloren. Und mal wieder wird viel Trara um eine „Verändere die Zukunft nicht“-Regel gemacht, nur um sie dann genauso schnell brechen zu dürfen. Die letzte heroische Rede vom Doc ist echt unertragbar gewesen, voller hohler Phrasen ohne jegliche Bedeutung.

The Girl Who Died bringt uns zu einem Kuriosum dieser Staffel, denn sowohl diese und die nächste Folge, sowie die beiden Finalfolgen, offiziell eigene Nummern haben, die sie als eigenständige Storys deklarieren, sind sie eigentlich mehr oder weniger eine Doppelepisode, die zusammenhängt. Hier geht es um einen Stamm Wikinger, die einen Krieg mit einer kriegerischen Alien-Rasse angehen, welche zwar einen fürchterlichen Ruf haben, letztendlich aber mehr Schein denn Sein sind. Außerdem ist irgendwie Ashildr, eines der Wikingermädchen, besonders und wichtig, gespielt von Maisie Williams – und ich muss gestehen, ich sehe die nie sonderlich gerne auf der Leinwand.

Die Episode ist zwar weitestgehend langweilig, jedoch sehr gut darin so einige der Probleme der Serie aufzuzeigen, teilweise welche die eben erst jetzt so problematisch geworden sind. Clara beschwert sich beispielsweise darüber, dass der Doctor ständig auf irgendwelchen Regeln rumreitet, sie aber nie erklärt. Und damit hat sie recht. Denn Doctor Who hält die Regeln so vage, damit man sich jederzeit was Neues ausdenken kann, um eine Situation besonders dramatisch zu machen, und immer wieder neue Schlupflöcher, um noch die gleiche Episode die angeblich ach so wichtige Regel zu brechen. Problem damit ist, dass eben genau deswegen die Regeln für uns als Publikum absolut bedeutungslos geworden sind. Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll, dass der Doctor das Capaldi-Gesicht angenommen haben soll, um sich daran zu erinnern, er möchte eigentlich Menschen retten. Das Gesicht kommt aus einer Episode, in der er vier Leute aus dem brennenden Prompeii geholt hat, während er 20.000 andere Menschen dem Untergang weihte. Das der Compenian der moralische Anker des Doctors ist, wirkte mir den vorigen dann auch besser als mit Clara. Und besonders witzig ist, dass die in dieser Folge gebrochene Regel jene ist, dass man dem Tod nicht reinpfuschen sollte – nachdem der Doc in Before the Flood dem Alien so lang und breit genau jenen Regelbruch vorgeworfen hat.

Maisie Williams zementiert die Möglichkeit, ab jetzt durch ihre Unsterblichkeit ein jederzeit wiederkehrender Charakter sein zu können, in The Woman Who Lived. Stellt sich heraus es war vielleicht gar kein Segen jemanden wiederzuerwecken und unsterblich zu machen, wenn diejenige dann jedes Zeitalter erneut die Leute um sich herum sterben sehen muss, und das Elend einer jeden Ära miterlebt, statt einfach bunt mit einer Zeitreisemaschine nur zu den Highlights springen zu können, für die man sich besonders interessiert. Keine Ahnung, warum die Folge diesen Löwenkönig wie aus einem Märchen brauchte, doch das Design ist definitiv stilsicher und insgesamt mochte ich sie schon ganz. Das Ende war etwas schwach, aber ansonsten ist sie zumindest besser als die vorigen fünf.

Den nächsten und letzten offiziellen Zweiteiler bricht The Zygon Invasion an. Und startet gleich auf einem eher ungünstigen Fuß, in dem wir einen Flashback zum 50. Anniverary Special bekommen, in dem die drei Doctoren die Zygons mehr oder weniger gegen den eigenen und den Willen der Menschen in die Gesellschaft integriert haben. Das machte mich zumindest nur nostalgisch gegenüber den Zeiten von Matt Smith und David Tennant, als die Serie noch so viel besser und interessanter und frischer war.

Clara ist übrigens ein ziemlicher Idiot diese Folge, was ziemlich gegenteilig dazu ist, wie sie normalerweise porträtiert wird. 127 verpasste Anrufe vom Doctor auf dem Handy, aber sich so leicht von einem Kind ablenken lassen? Also bitte. Es ist allerdings niedlich, wenn sie später weiß, dass Truth or Consequences eine Stadt ist, weil sie als Kind Trivial Persuit auswendig gelernt hat, um gewinnen zu können. Nicht so nett ist, mich daran zu erinnern, dass der Doctor offiziell mittlerweile der Präsident der Welt ist. Jedenfalls beißt es ihn jetzt in den Arsch, dass er nur sein eigenes Ego durchgesetzt hatte, als er die Zygons integrierte. Denn nun gibt es eine terroristische Splittergruppe, die unter London langsam lauter Klone der Bevölkerung gezüchtet hat, und selbst den Märtyrertod sterben würden, solange das die restlichen friedlichen Zygons in den Aufstand wachrüttelt. Ein Blinder mit dem Krückstock wird sich zusammenreimen können, wofür das eine Analogie in einer 2015er Staffel war.

Mit The Zygon Inversion geschieht dann etwas, was ich absolut nicht mehr für möglich gehalten hatte: Doctor Who Staffel 9 hat eine gute Folge zu bieten. Nicht nur ganz ok wie The Woman Who Lived, sondern wirklich gut! Bei Folge 8 von 12! Liegt vielleicht auch zum Teil daran, dass die Osgoods so einen viel besseren Companion abgeben, so dass es richtig schade ist, wenn sie am Ende der Episode ablehnen dauerhaft mitreisen zu können.

Jedenfalls mag ich auch wirklich die Szenen mit den zwei Kisten und den zu drückenden Knöpfen, analog zum Krieg, weil es einfach ist ihn zu starten, man aber nie weiß, was dabei rum kommt. Und häufig auch nicht an das Danach gedacht wird, gerade bei Putschversuchen aktueller Regimes. Oder wenn Gewalt und Hass nur zu mehr Hass und Gewalt führt, man sich in einer Endlosschlaufe bewegt, ohne Vergeben nie Friede herrschen kann. Die Ansprache des Docs simplifiziert die Problematik natürlich extrem, und es geht mir etwas zu weit, wenn er anfängt über seine eigenen Gefühle und den mittlerweile doch eh rückgängig gemachten Time War spricht, aber hey, der Rest war echt gut.

Sleep no More scheint wie eine Horror-Episode zu beginnen, mit einer direkt ans Publikum gerichteten Warnung, doch den nächsten Found Footage Film nicht zu schauen, aus den Überwachungskameras eines verlassenen Raumschiffs, auf dem eine Rettungsmission gestartet ist. Ist allerdings einfach nur eine absolut blöde Episode. Man hätte so viel aus der Prämisse machen können, dass die Menschheit einen Weg gefunden hat, den Schlaf auf wenige Minuten zu reduzieren. Daraus wie unnatürlich dies ist. Was für psychologische Nebeneffekte daraus entstehen könnten. Eine Analogie zum Kapitalismus, in dem die Menschen nur perfekt und dauerhaft funktionierende Rädchen sein sollten. Stattdessen geht es um Schlafsandmonster, die wie Scheißhaufen aussehen, und sich im Universum breit machen wollen.

Der Titel von Face the Raven hätte wirklich Ding Dong the Witch is Dead lauten sollen. Clara darf mal wieder aus Storygründen alle Gehirnzellen aufgeben, als wir herausfinden, dass sie einem Kerl die Telefonnummer für den TARDIS gegeben hat. Die Serie tut so, als müsse ich den kennen, aber so wirklich gesagt hat der mir nichts. Zeigt aber mal wieder, dass es eine echt dämliche Entscheidung von New Who war, Leute beim Doctor direkt anrufen lassen zu können. Der Kerl ruft an, weil er ein herunter zählendes Tattoo im Nacken hat, und sich an den Vortag nicht erinnern kann.

Draus wird ein Mördermysterium in einer vor Augen aller mitten in London versteckten Seitenstraße, deren Community an Außenseitern von Ashildr geleitet wird. Stattdessen ist der Mord aber am Ende nicht sonderlich wichtig und großräumige Zeitverschwendung gewesen, denn der Doc sollte nur über einen Trick hierher gelockt werden, um ihn am Ende den TARDIS abzunehmen und irgendwo hin zu warpen. Ach und Clara stirbt durch ihren eigenen dummen Plan. Was für mich mittlerweile keine Bedeutung mehr hatte. Last Christmas wäre so ein passendes Ende für den Charakter gewesen. Nach einer kompletten Staffel 9, in der ich mich nicht eine Sekunde um Clara geschert habe, schere ich mich auch nicht um deren (gar nicht so) dramatisches Ausscheiden.

Das 55-minütige Heaven Sent ist dann die zweite Folge der Serie bisher, die ich richtig gut fand. Zusammen mit der „ganz ok“-Folge auch die dritte, in der Clara entweder gar nicht ist, oder zumindest nicht die übliche Companion-Rolle einnimmt. Natürlich nicht der wahre Grund, aber doch sehr bezeichnend. Dabei geschieht eigentlich kaum was in dieser überlangen Folge. Aber die Atmosphäre stimmt halt einfach, und die Angelegenheit so in die Länge zu ziehen, hat tatsächlich einen erzählerischen Nutzwert.

Der Doctor ist also in einem nicht endend wollenden Schloss-Labyrinth gefangen. Konstant von einem mysteriösen Reaper-Monster verfolgt, dass ihn von einem Ende zum anderen hetzt, und nur innehält, wenn er eine für in unkomfortable Wahrheit ausspuckt. Aber nie für lang, bis die erbarmungslose Verfolgung wieder aufgenommen wird, nie mit sonderlicher Eile, aber beständig und immerzu geschehend. Mitten in einem See beheimatet, dessen Grund aus Totenschädeln besteht. Dazu klassisch angehauchte Musik. Der Doctor nahe am Wahnsinn, bis er endlich herausfindet, dass er in einem ewigen Loop gefangen ist. Das Monster ihn immer am Ende bekommt, und der im sterben liegenden Doc einen weiteren Klon von sich aus dem Portal holt, der immer den gleichen Alptraum durchlebt, bis er als Sisyphus endlich über Millionen von Jahren hinweg mit bloßer Faust durch die Diamantwand geschlagen hat.

Das einzige, was in an Hell Bent mag, ist, dass die Timelords endgültig als die manipulativen und überheblichen Antagonisten behandelt werden, die sie eigentlich schon immer waren. Endlich versucht die Serie nicht mehr zu rechtfertigen, warum die eigentlich die Guten sind. Dennoch, Gallifrey zurückzubringen und den Time War zu revidieren, stellt sich als eine weitere langfristige Fehlentscheidung von New Who heraus.

Denn hauptsächlich mag ich das 60-minütige Finale nicht. Ich hasse den arroganten Doctor. Oder das er als Kriegsheld vergöttert wird. Das er sich selbst zum Herrscher von Gallifrey macht. Alles opfern zu wollen, nur um Clara zurückzubringen. Immerhin ist sie endlich mal wieder ein starker Charakter, der sich nicht wie die anderen Companions einfach vom Doctor austricksen lässt. Und diesmal werden wir sie wirklich los, hoffe ich zumindest.

Das Weihnachtsspecial des Jahres, The Husbands of River Song, war dann wieder relativ gut. River Song ist sowieso immer ein Charakter, bei dem man darauf zählen kann, dass sie zumindest etwas Witz und Dynamik in die Folge einbringt. Die Interaktionen und Wortspiele zwischen ihr und dem Doctor sind das, was mir zwischen ihm und Clara diese Staffel über häufig gefehlt hat. Es ist niedlich, wie der Doctor ständig darüber schmollt, dass sie ihn nicht erkennt, und an jeder Ecke einen neuen Ehemann oder Ehefrau erwähnt. Oder wie begeistert er ist, selbst die „von innen viel größer“-Überraschung spielen zu dürfen. Und das Ende ist doch bittersüß, sowie das River Song sich immer im klaren war, dass der Doctor ihr nie die gleiche Zuneigung entgegenbringen könnte.

Es sollte klar geworden sein, dass mich Staffel 9 absolut nicht für sich begeistern konnte. Ich fand den Großteil der Folgen einfach nur bestechend langweilig. Doctor Who wirkt mittlerweile einfach irgendwo durch und gehabt. Als wären keine wirklich guten Ideen übrig. Es fehlt an Dynamik und Spritzigkeit. Peter Capaldi dann gezwungen hip wirken zu lassen, mit einem Hoodie, mit dem Spielen einer E-Gitarre, und den Sonic Screwdriver mit einer Sonnenbrille zu ersetzen, sind nur fehlgeleitete Entscheidungen, die den armen Mann älter statt jünger wirken lassen.

Nach Series 9 und den bis dato schlechtesten Einschaltquoten – normalerweise fielen nur wenige Folgen unter 7 Millionen Zuschauer und die Specials lockten locker welche im zweistelligen Bereich, während in Series 9 nur das Xmas Special übheraupt die 7 Million überschritt – wurde die Serie zumindest für ein Jahr ausgesetzt und wir bekommen auch eine neue Companion. Vielleicht bringt das wieder etwas frischen Wind rein, nötig ist der jedenfalls.

Doctor Who: Series Eight

Mit ein wenig Auszeit, damit sich kein absoluter Who-Burnout einstellt, sind wir nun also bei der achten Serie des Reboots gelandet. Ab nun in nur noch 12 Folgen und der zweiten Hälfte des Jahres ausgestrahlt, wodurch sich die Weihnachts-Specials an das Ende setzen, statt sie einzuläuten.

Und mit dem neuen Doctor Twelve, hier noch gewohnt männlich, weiß und über 180cm groß, wie das bis vor Kurzem noch scheinbar in der Casting-Beschreibung stand. Zum eleganteren Überleiten weiterhin mit Jenna Colemann als Companion, und wenn man es genau nimmt, so ist auch das Gesicht des Doctors kein neues. Denn Peter Capaldi war bereits ein Charakter in der Pompeii-Folge und in Torchwood. Wobei die rauchige Stimme mit dem schottischen Akzent-Unterton schon etwas Eingewöhnung brauchen wird, genau wie die theatralischen Gestiken.

Zum Einführen des neuen Doctors hat die erste Folge Deep Breath natürlich direkt Überlänge von 75 Minuten. Mit einem Doctor, der genauso verwirrt scheint, wie wir es sind. Ich meine er überlässt im Prinzip die ganze Truppe um die Echsenfrau und Clara ihres Schicksals, um alleine zu untersuchen, warum ein T-Rex mitten im viktorianischen London unterwegs ist. Ach ja, ein T-Rex ist mitten im viktorianischen London unterwegs, und schluckt auch direkt den Tardis, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das vom Größenverhältnis sinnig ist. Allgemein ist der Doctor hier relativ arschig drauf, aber dann wiederum ist er nun auch schottisch. Allerdings endet die Folge damit, dass er entweder jemandem in den Tod wirft, oder per Mindgames zum Selbstmord überredet, was beides nicht besser ist.

Ich mag aber auf jeden Fall, dass der Doc mal so nebenbei erwähnt, dass er immer junge Dinger einzusammeln scheint, ohne es zu wollen. Oder nachdem Clara über das neue alte Gesicht geschockt ist, lapidar gesagt bekommt, der Doctor wäre ja auch alt. Wobei sie eh eher Probleme damit hat, jemandem zu vertrauen, der plötzlich mit einem neuen Gesicht und einer neuen Persönlichkeit daher kommt. Da ist auch definitiv eine gewisse Parallele zwischen dem Doctor und dem Automaton, der seit Ewigkeiten konstant Teile austauscht und eventuell gar nicht mehr weiß, wer er eigentlich mal war. Und die Echsendame mit ihrer Ehefrau sind sowieso immer eine Bereicherung, von denen würde ich locker ein eigenes Spinoff schauen. Insgesamt schafft es die Episode irgendwie sowohl cool und spannend und witzig und nachdenklich zu sein, wie auch irgendwie blöd und kindisch.

Da der Doctor nun nicht nur 980 Jahre zu alt für Clara ist, sondern auch so aussieht, bekommt die in Into the Dalek direkt einen attraktiven neuen Werber in Form des Ex-Soldaten und nun Lehrers an ihrer Schule, Mr. Pink. Und auf jeden Fall mag ich es, dass das zwischen dem Doc und Clara jetzt eindeutig eine Mitarbeiter-Beziehung ohne jegliche romantische Gefühle ist, und er sie sogar irgendwie immer scherzhaft beleidigt, wobei sie ja weiß, wie drauf zu reagieren ist, weswegen es nicht bösartig wirkt.

Jedenfalls scheint endlich mal jemand kapiert zu haben, dass die einzig interessante Dalek-Folge in New Who die allererste war, in der ein vermenschlichter Dalek den Sinn des Lebens suchte. Denn auch hier wird damit gespielt, dass Daleks eventuell doch reformiert werden könnten, und es gibt sogar Die Fantastische Reise in einen hinein. Wobei der Doc definitiv die Antikörper einen Kerl umbringen lässt, ohne auch nur zu versuchen, dem zu helfen. Außerdem ist er ein echter Arsch, weil er die Soldatin am Ende nicht mitnimmt, nur weil sie Soldatin ist. Hey, du warst auch mal der War Doctor. Dass der Dalek beim Gedankenaustausch mit dem Doctor dort auch nur Hass liest, finde ich da ganz passend, obwohl das „you would make a good Dalek“ mittlerweile etwas alt ist.

So, scheinbar wollte Clara schon immer mal Robin Hood treffen, und hat bis Robot of Sherwood damit gewartet, dies rauszulassen. Der Doctor meint dann auch direkt, dass man fiktive Sagenfiguren nicht treffen kann, aber wer hätte es gedacht, in die generelle Zeitperiode gesprungen und schon treffen sie auf Robin Hood, dem der Doctor erst mal zeigen kann, was er für ein perfekter Übermensch ist, in dem er ihn in einem Duell nur mit Löffel ausgerüstet und später auch beim Bogenschießen schlägt (auch wenn später geklärt wird, dass er zumindest hier gecheated hat).

Und eigentlich geht es um Roboter, die Gold brauchen, um wieder nach Hause fliegen zu können. Und Robin Hood ist vielleicht nur ein Hochstapler oder doch echt, aber letztendlich ist es ja egal, solange er so schön charmant ist. Und Clara ist die beiden Alpha-Kerle dann doch ziemlich schnell leid, dann aber eine Szene später doch wieder total mit an Bord. Und das Ende mit dem Abschießen des Pfeiles als Trio ist so richtig blöde, und die Folge in der Gesamtheit eigentlich eher langweilig.

Ich mag ja die Horror-esquen Episoden, von daher sollte Listen mir direkt mehr gefallen. Sehr effektive Monster in New Who waren ja diejenigen, die immer um einen herum sind, deren Anwesenheit man aber direkt vergisst, wenn man wegschaut. Das spielt mit unserer Angst nicht alleine zu sein, uns beobachtet zu fühlen, dass da was gerade so außerhalb unseres Blickfeldes auf uns wartet. Tja, was wäre wenn es Monster gäbe, die am Rande unseres Blickfeldes, in den dunklen Ecken der Zimmer oder unter unserem Bett auf uns lauern? Die perfekten Verstecker sozusagen. Also grundsätzlich das gleiche Prinzip dahinter. Raus bin ich dann aber definitiv am Ende der Folge, wenn Clara plötzlich zum jungen Doctor in seiner Old Timey Scheune geht und ihm eine Ansprache über Angst hält. Wie blöd war das Mal.

Time Heist ist Oceans Eleven meets Saw. Clara in einem stylischen Anzug wacht mit dem Doctor und zwei Unbekannten auf, alle haben ihr unmittelbare Erinnerung gelöscht, sich aber Videonachrichten hinterlassen, dass sie freiwillig eine Hochsicherheitsbank ausrauben wollen. Also ähnlich wie bei Amy auf der Großbritannien-Raumstation. Warum keiner darauf kommt, dass diese Videobotschaften gefälscht oder unter Drohung aufgenommen worden sein könnten, sondern direkt darauf eingehen, sei mal dahingestellt. Jedenfalls ist es insgesamt eine unterhaltsame Episode, mit gutem Kostüm-/Stagedesign, tödlichen Fallen und coolem Slow-Mo Bankraub.

Während Clara Mr. Pink vor dem Doctor und den Doctor vor Mr. Pink geheim hält, hält der Doctor vor ihr geheim, dass er sich in The Caretaker als Hausmeister in deren Schule einschleust, wo er natürlich direkt auf Mr. Pink trifft. Den er nicht leiden kann, weil der war ja mal ein Soldat. Wobei Pink auch nicht so auf den Doc anspringt, weil er in ihm zu viel eines Kommandanten, der bereitwillig seine Truppen opfert, sich aber selbst die Hände nicht schmutzig macht, sieht. Die Vorverurteilung ist also beidseitig. Jedenfalls geht auch ein Alien um – also eines abgesehen vom Doctor – und die Episode versucht super quirky zu sein, ist aber eher wieder langweilig.

In Kill the Moon gehen Clara, der Doctor, und die nervige schwarze Schülerin in 2049 auf den Mond. Der voller Spinnen ist. Und eigentlich schon immer nur das Ei eines Space-Drachens war. Jedoch ist Clara endlich die Manipulationen des Doctors leid, wenn er plötzlich alle mit der Gefahr alleine lässt, um sie in eine Entscheidung zu manipulieren, was mit der möglichen Gefahr gemacht wird, nur damit Clara sich dann doch gegen die der Menschheit stellt. Was sich als richtig herausstellt, aber nun wirklich den Leuten auf der Erde, wenn potentiell deren Ende bevorstehen könnte, kein Vorwurf gemacht werden kann für dessen Zerstörung zu wählen. Und Clara dies durchmachen zu lassen ist echt fies gewesen, genau wie bewusst diesen Zeitpunkt hierfür zu wählen. Jedoch ist es insgesamt eine eher gemischte Folge, denn solange noch ein Geheimnis darum gemacht wird, was wirklich mit dem Mond los ist, war es schon spannend, nach dem Reveal wird’s aber eher etwas blöde.

Der Orientexpress aus Mummy on the Orient Express ist dann im Prinzip der Galaxy Express 999, der zwar einer nostalgischen Dampflock nachempfunden ist, aber durch das All fliegt. Passend zum Agatha Christie Cosplay aller Beteiligten kommt es auch zu merkwürdigen Todesfällen. Denn eine für den Rest unsichtbare Mumie nimmt sich einzelner Personen an. Der Doc manipuliert ein wenig, lässt ein paar Leute sterben, und Clara wird das mal wieder leid, also das gleiche Spiel wie bisher. Sie will sogar die Reisen beenden, was sicher mal interessant gewesen wäre, wenn man das zumindest für ein paar Folgen durchgezogen hätte, aber noch in der gleichen Folge springt sie doch wieder in den Tardis. Wie Kill the Moon ist die erste Hälfte mit der netten Optik und der mysteriösen, langsam tötenden Mumie besser, als die zweite Hälfte der Episode, wenn sich alles aufzulösen beginnt.

Wo wir schon dabei sind, so hätte das Verschlossene-Raum-Mysterium von Flatline durchaus interessant sein können, wenn uns Zuschauern nicht direkt zu Beginn gezeigt würde, was geschehen ist, was es etwas langweilig macht, bis Clara und der Doctor auf den gleichen Stand angekommen sind. Wobei ich es ja faszinierend finde, dass der Doc es nicht in Erwägung zieht, die Lösung war simple Teleportation oder irgendein anderer SciFi-Kram, den sie in aller Regelmäßigkeit in der Serie machen.

Ich mag das er hier etwas zurückgenommen wird, weil er im geschrumpften Tardis festhängt – vielleicht hatte Peter Capaldi auch einfach nur einen Friseurtermin, den er nicht verlegen konnte, denn seine Frisur ändert sich je nach Szene vor und zurück. Von daher muss Clara so tun, als sei sie der Doctor, was schon ziemlich witzig daher kommt, weil sie ihn bewusst damit aufzieht. Das Kreaturendesign ist auch gut, und ich mag die Horror-Vibes, wenn sie 3D werden und die Gruppe durch die Schächte jagen. Weniger gut fand ich des Doctors heroische Ansprache gegen Ende das die Erde von ihm geschützt sei, oder dass er sich was um die Leute scheren würde, die vor seinem Auftauchen bereits von den Kreaturen ermordet wurden, denn dies passt nicht wirklich zu Twelve und wie er bisher portraitiert wurde. Von daher eher wieder eine stark gemischte Folge.

London ist in In the Forest of the Night plötzlich von einem Wald überwuchert, und Clara mit Mr. Pink auf einem Schultrip gewesen, weswegen die ihre Klasse an der Backe haben. Was zum einen zu herrlichen Szenen führt, wenn alle Erwachsenen von der simplen Kinderlogik aus der Ruhe gebracht werden, dann wiederum nervt gerade das bezopfte Mädchen echt enorm die Folge über. Und erneut ist die Folge nur so lange gut, wie man nicht weiß, was Sache ist. Wenn dann die Lichterfeen auftauchen und man weiß der Wald möchte nur die Menschheit vor den Sonneneruptionen retten, und am Ende sogar eine tote Schwester einer Schülerin zurückgebracht wird, dann wird es so richtig blöd. Außerdem ist mir hier erst so richtig aufgefallen, wie langweilig ich den perfekten Mr. Pink eigentlich finde, obwohl er hier sogar einen Tiger verscheucht bekommt.

Was die 8. Staffel zurückbringt ist übrigens, dass Story Arcs zwei Folgen einnehmen können, denn Dark Water ist der Beginn des Finales. Clara kann Mr. Pink also endlich sagen, dass sie ihn liebt, was natürlich ein dramaturgisch guter Zeitpunkt ist, um ihn direkt mal umzubringen. Also droht sie dem Doctor dies per Zeitreise wieder geradebiegen zu sollen, und er nimmt sie mit in die Unterwelt. Diese merkwürdige Nachwelt, die in ein paar Folgen der Staffel bereits kurz gezeigt wurde, und in der die verquere Missy beheimatet ist.

Hierhin gehen die Toten in ein Leben nach dem Leben, weiterhin an ihren weltlichen Körper gebunden, und beispielsweise eine Verbrennung ihrer Überreste gewahr. Was ein interessantes Konzept ist, allerdings nur so lange, wie man nicht drüber nachdenkt, weil es eigentlich keinen Sinn ergibt. Muss es aber auch gar nicht, denn alles war nur ein Trick von Missy dem Master. Die Unterwelt mit ihren schrägen Einwohnern und bürokratischem Look ist natürlich typisch Moffat. Was für mich allerdings mal absolut nicht gezogen hat, ist mich einen Scheiß um den Tod von Pink oder dessen Soldaten-Trauma zu scheren, weil mich die Serie einfach nicht wirklich gut daran heranführen konnte.

Wir sind mittlerweile auch weit entfernt vom Ursprung der Cybermen, die ja mal nur menschliche Hirne in sich eingepflanzt haben, um sie zu assimilieren. Missy jedenfalls speist in Death in Heaven, welche in 60 Minuten die Staffel ausklingen lässt, die Seelen der Toten in ihren Computer, um sie dann in die Cybermen zu downloaden, die explodieren, und damit die Körper aller Toten zu Cybermen wandeln. Was immer noch ziemlich doof ist, wenn man mal drüber nachdenkt. Nicht genauer drüber nachdenken ist allerdings sowieso der MO, wenn es darum geht, die Staffelfinale zu genießen. Moffat ist da gut drin. Und so wird schon mal der Doctor witzigerweise zum Präsidenten der Erde, die geile Missy stielt sowieso jedem die Show, und die finale Goodbye-Umarmung zwischen Clara und dem Doctor, die sich für diese außerordentliche gemeinsame Reise danken, endlich mal mit emotionalem Zug. War dann doch rund, das Finale.

Keine zwei Monate später lief dann also das 2014er Weihnachtsspecial Last Christmas, welches die deutsche Box auch passend als letzte DVD liefert, während es im UK wohl auf der der 9. Staffel ist. Jedenfalls war sich Coleman wohl nicht so sicher, wie lange sie als Clara der Serie treu bleiben konnte. Vielleicht lieferte deswegen sowohl Mummy on the Orient Express wie auch Death in Heaven ein mögliches Out für ihre Rolle. Auch Last Christmas wurde ursprünglich als ihre mögliche letzte Folge geschrieben, wobei sie dann doch voll für Staffel 9 neu verpflichtet werden konnte.

Hier trifft sie plötzlich auf einen überraschend zynischen Weihnachtsmann und wird vom Doctor an den Nordpol entführt, wo gerade Alien meets The Thing stattfindet, da eine Forschergruppe von Facehuggern infiltriert wird. Allerdings ist dann doch alles nur ein Traum, weswegen die Ereignisse und Charaktere auch nicht voll Sinn ergeben müssen. Ist auch eines meiner Lieblingsspecials bisher, weil es echt spannend und mysteriös und witzig ist, und endlich mal nicht so wirkt, als wäre die volle Stunde etwas überlang gewesen. Die Endszene dann allerdings. Es wäre so ein perfektes Ende für die Figur Clara gewesen, und dann doch direkt wieder alles rückgängig zu machen fand ich sehr billig. Dann doch bitte gleich die Szene komplett heraus lassen und eine komplett andere Finalszene schreiben.

Ok, also ich versteh schon, was man versucht hat hier zu tun. Der Doctor sollte etwas grauer und fieser wirken, etwas ambitionierter sein, wenn es darum geht, wie sehr die Mittel die Ziele rechtfertigen. Wie viel Macht und Übermut er sich überhaupt herausnehmen sollen darf. Und dazu eben ein etwas älterer, schottischer Akteur gecastet. Dass ich mit Twelve (noch?) nicht warm geworden bin, liegt auch nicht an Capaldis Schauspiel, sondern dass mir der Doctor hier einfach etwas zu arschig geschrieben ist. Zumal die Staffel auf mich das immer nur eher halbherzig angesprochen zu haben schien, und die Idee an sich ja dann auch nicht komplett neu war, nur etwas konstanter hier eingebracht wurde. Die Romanze von Clara fällt sowieso absolut auf die Fresse, weil gerade die emotionalen Momente häufig in der Staffel nicht ziehen wollen. Es gibt ein paar gute Folgen, und ein paar gemischte in denen das Gute zumindest überwiegt, aber viele Handlungen warum einfach diesmal auch echt langweilig oder enttäuschend umgesetzt.

Doctor Who: Specials 2013

Ganz wie sein Vorgägner David Tennant verlässt auch Matt Smith seine Rolle als Doctor nicht einfach so mit einem Staffelfinale, sondern blieb noch den Rest des Jahres 2013 der Rolle in Specials treu. Und das neben dem üblichen Weihnachtsspecial auch noch dem Großereignis des Jahres: Doctor Who wurde 50 Jahre alt.

Auf das Ding wurde natürlich auch groß hin gehyped, beispielsweise auch via zwei Mini-Episoden, die von Steven Moffat selbst geschrieben wurden, und normalerweise auch mit der DVD-Auswertung des großen Specials gereicht werden.

The Last Day ist lediglich 4 Minuten lang und zeigt uns den letzten Tag der Stadt Arcadia auf Gallifrey, gerade als die Daleks überraschend doch durch die Barrieren gebrochen kommen, und das im POV-Shot eines neue ins System eingeloggten Soldatens. Ist halt echt nicht besonders.

Interessanter ist das schon das mit 7 Minuten auch alles andere als lange The Night of the Doctor. Und zwar kehrt hier Paul McGann zu seiner Rolle als Doctor Acht aus dem TV-Film wieder. Er versucht ein Mädel aus einem todgeweihten Raumschiff zu retten, die aber interessanterweise ablehnt, sobald sie herausfindet, dass er ein Timelord ist. Denn mittlerweile sind die im Time War genauso schlimm wie die Daleks. Letztendlich bruchlandet er bei den Sisters of Khan, die ihm in eine ganz besondere Reinkarnation verhelfen: Den War Doctor, derjenige, der sich nicht offiziell Doctor genannt hat, weil er ein Kriegsverbrecher ist. Oder auch, weil man beim Reboot vergessen hat einfach eine Nummer zwischen Acht und Neun zu lassen, um den Time War Docotr einzufügen. Wie man es sehen will.

Und damit wären wir beim Hauptereignis angekommen, dem 75 Minuten spannenden The Day of the Doctor, welches netterweise mit dem Opening der aller ersten Staffel beginnt. Und dem Time War. Das Großereignis zwischen Doctor Acht und Doctor Neun, welches beständig in New Who erwähnt wird, aber immer ein Mysterium geblieben ist. Der große Krieg zwischen den Timelords und den Daleks, welches solche Ausmaße annahm, dass dem Doctor keine andere Wahl blieb, außer beide Rassen schlichtweg auszulöschen.

Wobei ich ehrlich gesagt etwas zögerlich ins Special gegangen bin, weil ich der Meinung war, die bessere Idee sei es, jenen ominösen Time War nie wirklich zu zeigen, sondern immer als Schatten in der Vergangenheit zu haben. So kann sich jeder selbst vorstellen, wie die Sache wirklich gelaufen ist, ohne das irgendwie beeinflusst zu bekommen. Gerade wenn man sich mal anschaut, was New Who den Daleks angetan hat, und was für Witzfiguren die geworden sind, halte ich es für zweifelhaft einen Krieg in der Größenordnung und mit der Gravität rübergebracht zu bekommen, wie dies immer angedeutet wurde.

Glücklicherweise sind die Macher dann wohl doch auf ein ähnliches Ergebnis gekommen. So sehr im Vorfeld darauf angespielt wurde, dass sich das 50th Anniversary Special um den Time War drehen wird, so spielt der doch eine eher untergeordnete Rolle. Zu Beginn stielt der War Doctor eine enorme Massenvernichtungswaffe, die er letztendlich zum Genozid der beiden Völker benutzt hat, nur um festzustellen, dass er sich damit ins eigene Fleisch geschnitten hat, weil das Ding nämlich ein eigenes Bewusstsein in Form der nervigen Rose Tyler hat, die ihm die Benutzung der Waffe wieder ausreden will. Und das tut sie, in dem sie ihn zu seinen folgenden Inkarnationen Doctor Zehn und Elf schickt. Eccleston war ja immer sehr bestimmt in seiner Aussage, die Rolle als Doctor Neun nie wieder annehmen zu wollen, und scheinbar hat er sich auch fast zehn Jahre später noch daran gehalten.

Letztendlich bekommt nämlich das bisher auch im Dunklen gehaltene Treffen von Zehn auf Queen Liz die Erste mehr Screentime als der Time War. Denn hier trifft der Doctor auf eine Alien-Rasse, die sich deren Gesicht anzunehmen versucht, um dann in der Gegenwart die Welt übernehmen zu können. Das ist letztendlich die Haupthandlung des Specials, während War eigentlich nur mit abhängt, um sich wie der alte Mann, der er ist, über die jungen Hüpfer Zehn und Elf zu beschweren, und reflektieren zu müssen, ob er wirklich tun will, was er am Ende des Time War gemacht hat.

Insgesamt finde ich das Special eigentlich ziemlich fantastisch. Es verliert beispielsweise sein Momentum nie ganz. Und wie sowohl Tennant und Smith sich aneinander aufwiegeln, aber auch John Hurt als der War Doctor mit ihnen schauspielt, ist eh herrlich mit anzusehen. Besonderes Highlight ist und bleibt deren erstes Treffen, bei dem Hurt direkt davon ausgeht, Tennant und Smith wären die Companions, weil sie so jung sind, und nachdem er herausfindet, dass dies seine zukünftigen Inkarnationen sind, sich dazu verleiten lässt, anzunehmen, er wäre in der Midlife Crisis. Und letztendlich nutzen sie das sogar zur Charakterisierung, denn das der Doctor so jung und verspielt wurde, ist eine direkte Reaktion auf das, was aus ihm im Time War werden musste. Auch sind die Special Effects wesentlich besser als in der Hauptserie, beispielsweise ist das 3D-Bild des Untergangs von Arcadia echt cool und wenn die eine Schauspielerin zu einem Zygon schmilzt auch richtig gut umgesetzt. Dazu gibt es dann noch viel Fanservice, in dem noch mal alle Inkarnationen des Doctors gezeigt werden, es sogar ein kurzes Aufblitzen von Zwölf gibt, und Tom Baker (der ursprünglich Doctor Vier gespielt hat) am Ende den Curator geben darf.

Jedoch gibt es eine Sache, die mir nicht gefallen hat – abgesehen davon, Fischmaul Billie Piper als KI zu casten natürlich. Und zwar das die Doctoren in gemeinsamer Arbeit den Ausgang des Time War ändern. Er bringt nicht mehr all um, er friert den Moment nur ins Bild ein. Ob man nun tot oder für immer eingefroren ist, macht glaub ich letztendlich für den Betroffenen auch keinen großen Unterschied. Aber dennoch mag ich es nicht, dass man dem Doctor im Prinzip Dimensionen entfernt. Nun hat er keinen Völkermord mehr begangen, wurde nie durch Krieg zu dieser drastischen Maßnahme gezwungen, es ist kein schwarzer Fleck auf seiner Vergangenheit mehr. Dazu dann auch noch zu sagen, dies wäre der einzige Moment gewesen, in dem der Doctor jemals das Leben vieler gegen das Leben einiger in seinen 900 Jahren abgewogen hat, ist sowieso komplett gelogen, wir müssen uns nur mal an Fires of Pompeii erinnern.

Mit The Time of the Doctor kommen wir dann zum 60-minütigen Weihnachtsspecial des Jahres 2013, welches mal nicht zum Beginn der nächsten Staffel gezählt wird. Macht aber durchaus auch Sinn, weil es die letzte Folge und die große Verabschiedung von Matt Smith als Elf ist, statt bereits hauptsächlich den ab der nächsten Staffel durchstartenden Zwölf in der Hauptrolle zu haben.

In bester Moffat-Manier wird natürlich noch mal wieder ein Großteil der angehäuften Mysterien angesprochen. Das nun doch theoretisch nicht vernichtete Gallifrey, die Frage Doctor Who?, die Silence, und selbst die Risse aus der fünften Staffel.

Die Folge beginnt dabei eigentlich ziemlich witzig und leichtfüßig. Clara lädt den Doctor als ihr Alibi-Date zum Weihnachtsessen ein, weswegen man natürlich ordentlich auf deren süßes Zusammenspiel und die Brauch-Missverständnisse eingehen kann, inklusive Fanservice in Form eines nackten Matt Smith. Und die Interaktionen zwischen dem Doctor und seinem Cybermen-Kopf, der ebenfalls zu vielen Missverständnissen kommt, ist auch sehr launig. Dann kommt noch mal richtig Action und Spannung rein, wenn alle möglichen Alien-Rassen sich um einen unbekannten Planeten scharen, der ein merkwürdiges Signal durchs Universum ausstrahlt, nur um herauszufinden dies sei angeblich Gallifrey. Und am Ende wird es richtig dramatisch, wenn sich herausstellt, dass dies eine Falle war und der Planet eigentlich Trenzalore ist, um den Doctor zu seiner Namensnennung zu zwingen, und der dort altert und fast stirbt, weil Classic Who wohl irgendwann mal die Regel von maximal zwölf Reinkarnationen aufgestellt hat, die nun eigentlich ausgeschöpft sind.

Und dann wird es tatsächlich überraschend emotional, wenn Clara denkt der Doctor hätte sie wirklich endgültig zurückgelassen. Und ich muss dann doch meinen Hut abnehmen, denn so sehr ich mich darüber beschwert habe, dass ich es unpassend finde die Ponds halb durch die letzte Staffel wie Restmüll zu entsorgen und eine neue Companion aufzunehmen, so sehr wirkt sie doch jetzt schon wie ein fester Bestandteil zu Doctor Elf, ansonsten würde nämlich diese Szene hier auch gar nicht wirken. Außerdem gibt es dann natürlich eine große Abschlussrede von Matt Smith darüber, dass man sich doch immer daran erinnern soll, als der Doctor sein Gesicht trug. Och…

Und das war es, Matt Smith tritt als Hauptcharakter der Serie ab und überlässt Peter Capaldi die Show als Zwölf. Ein wenig vermissen werde ich ihn ja schon, denn bisher war Matt Smith tatsächlich mein Lieblings-Doctor. Klar war David Tennant auch schon sehr passend, aber manchmal wirkte mir der etwas zu angestrengt, Smith hingegen hat das alles mit einer natürlich kommenden Leichtigkeit gespielt und war einfach direkt der Doctor, musste sich gar nicht wirklich in die Rolle lange einfühlen.

Doctor Who: Series Seven

In der siebten Staffel Doctor Who kommt es erneut zu einer Zweiteilung wie in der vorigen. Allerdings diesmal wesentlich extremer, denn die ersten 5 Folgen sind im Herbst 2012 ausgestrahlt worden, die restlichen 8 erst im Frühjahr 2013 mit 6 Monaten Abstand dazwischen. Dadurch sind hier dann auch gleich zwei Weihnachtsspecials inkludiert.

Zumindest wenn man auf die Komplettbox gewartet hat, wer frühzeitig die Halbboxen kaufte ist gearscht, musste nämlich nicht nur doppelt zahlen, sondern hatte bei Part 1 noch nicht mal das 2011er Special mit drauf. Was schon eine dürftige erste Box ausmacht, da hier ja auch noch weniger Folgen an sich drauf sind. Und ein ansehnliches Digipack mit Schuber gab es auch nicht mehr, sondern stinknormale DVD-Hüllen in einer Pappschachtel. Und einem Doctor-Who-Logo drauf, welches den TARDIS an die falsche und unansehnliche Stelle rückte. Manchmal mag man meinen, die BBC schert sich nicht sonderlich um Doctor Who.

Und warum drei Openings? Nein ernsthaft, das erste Weihnachtsspecial kommt mit dem regulären daher, welches wir bereits von Staffel 5 und 6 kennen, nur damit dann die ersten 5 Folgen jenes mit einem hässlichen Photoshop-Filter versehen und den TARDIS aus dem Who-Titel entfernen, nur damit dann ab der zweiten Hälfte der Staffel gleich ein komplett neues kommt.

Egal, genug gemeckert, vorerst zumindest, wie steht es denn um das einstündige Weihnachtsspecial 2011: The Doctor, the Widow, and the Wardrobe? Wie man schon erkennen kann macht Doctor Who also einen auf Narnia. Immerhin sollte sich die BBC mit der Thematik auskennen, nehme ich mal an. Wie so häufig bei den Weihnachtsspecials halte ich es für eine gemischte Episode, wenn auch unterm Strich für eine brauchbare.

Das Production Design ist beispielsweise hochwertig, bricht aber üblicherweise bei CG/Greenscreen ein. Der Anfang soll leichtfüßig und quirky sein, allerdings nervt mich der extrem chargierende Doctor doch eher etwas an. Der Mittelteil ist hingegen Ok. Das Ende mit der Familie ist mir zu kitschig und den Vater wiederzubeleben untergräbt den eigentlichen Sinn der Folge über jenen Verlust hinweg zu kommen. Im Post-Ende, wenn der Doctor die Ponds zu Weihnachten besucht und herausfindet, dass sie immer einen Platz für ihn parat halten, ist allerdings tatsächlich sehr herzig. Unsicher bin ich mir darüber, was ich davon halte, dass man nur stark genug wünschen muss, damit der Doctor vorbeigedüst kommt, oder das ein 900 Jahre altes Alien plötzlich so ein Experte sein soll, was menschliche Emotionen angeht.

Asylum of the Daleks ist für eine Dalek-Episode sogar ziemlich gut. Der Beginn mit dem Depri-Doctor ist erneut etwas blah, sobald er jedoch auftaut wird es schnell besser. Ich mag beispielsweise das extrem clevere Girl Clara, und deren ziemlich vorhersehbares Ende. Ich mag die Spannung, wenn die Truppe in einer Anstalt von wahnsinnigen Daleks eingesperrt ist, die langsam zu Leben erwachen. Leider sind sie wie immer etwas arg einfach besiegt, für diese ultimative Kriegerrasse. Sparen könnte sich die Serie die Eheprobleme von Amy und Rory, vor allem wenn sie nur für diese eine Episode vorhanden sind. Und Amy ist ziemlich gemein, sich von ihm zu trennen, weil sie für sich entscheidet es wäre besser für ihn, ohne Rorys Meinung je anzuhören. Aber na ja, ist ja alles wieder gut anschließend.

Dinosaurs on a Spaceship beginnt fast wie ein billiges Saturday Morning Cartoon Spinoff der Serie, mit einem übertrieben schrägen Doctor, mit einem Dinsosaurier-Abenteuer, mit einem sich wie ein Schoßhund verhaltender Triceratops, mit einer Gang aus bekannten historischen Figuren um den Doctor. Allerdings wird es dann gegen Ende doch noch ziemlich düster, wenn der unheimliche Kopfgeldjäger die Bühne betritt.

Bei A Town Called Mercy handelt es sich um einen Western. Ein Genre, welches mir noch nie lag und wohl nie so richtig liegen wird. Selbst wenn man den Terminator hineinversetzt. Die ganze Folge in Brauntönen zu halten mag zudem zwar passen, macht sie aber auch nicht spannender anzusehen. Dass der wie ein Nazi-Wissenschaftler aussehende hierher geflohene Alien-Doktor eigentlich ein Kriegsverbrecher ist, war ja auch sofort klar. Seine Sühne gegen Ende würde auch besser funktionieren, wenn man ihn grauer gestaltet hätte, statt ihn so extrem fies starten zu lassen. Allerdings fand ich es ganz gut, dass die Folge mal wieder aufgreift, dass der Doctor gar nicht so moralisch einwandfrei ist, solange ihm seine Companions nicht die nötige Bodenhaftung geben.

The Power of Three ist tatsächlich keine Charmed-Episode, sondern bezieht sich auf den Doctor und die Ponds. Die mittlerweile seit zehn Jahren sporadisch immer mal wieder aus ihrem regulären Leben ausscheiden, um mit dem Doctor auf wilde Abenteuer zu gehen. Ich finde es ganz interessant, dass die Folge behandelt, dass die Companions irgendwann mal erwachsen werden müssen, weil sie ein solches Leben auf Abruf des Doctors, der wer weiß wann überhaupt mal auftaucht, nicht dauerhaft geführt werden können.

Stattdessen darf der Doctor mal eine Zeit bei ihnen verbringen, beim Warten darauf, dass die plötzlich aufgetauchten Würfel mal was machen. Wobei ich nicht weiß, warum das Militär die nicht alle einsammeln würde, statt die ein Jahr lang rumliegen zu lassen. Rorys Vater ist allerdings ziemlich cool. Außerdem bekommt der Doctor mal gesagt, dass die Menschheit nicht nur Hoffnung mit sich bringt, wie er so gern propagiert, sondern auch üble Dinge anstellen kann. Und ich weiß nicht genau, was ich davon halte, dass die Ponds letztendlich doch wieder mit dem Doctor abhauen. Sie aus der Abenteuer-Phase entwachsen und sich vom Doctor Verabschieden zu lassen wäre doch ein nettes Halb-Staffel-Finale gewesen.

Stattdessen läutet die Folge The Angels Take Manhatten die Staffelplause ein. Als Episode über die Weeping Angels ist sie auch eine relativ gute, wobei ich die Freiheitsstatue zu einem zu machen doch etwas zu dämlich fand. Was mir allerdings nicht gefällt ist das emotional manipulative Finale, in dem die Ponds wirklich final aus der Serie ausscheiden. Ich finde es eh merkwürdi, die Companions, die seit der ersten Staffel von Doctor Elf dabei sind, halb durch seine letzte Staffel ausscheiden zu lassen. Aber das Wie wirkt für mich halt ein wenig zu forciert reißerisch, besagtes mögliches Ende in der vorigen Folge wäre anständiger gewesen.

Zwischen den zwei Hälften der Staffel kam dann erst mal das 2012er Weihnachtsspecial The Snwomen, bei dem es um Killerschneemänner im viktorianischen London geht, und welches definitiv keine volle Stunde hätte gehen müssen. Mögen tue ich auf jeden Fall die coole Echsenfrau und ihr Ehefrau als kurzzeitige Companions und auch „it is smaller on the outside“ ist süß. Nicht so der Reißer ist der Depri-Doctor, der über den Verlust der Ponds hinwegkommen muss. Oder das die clevere Schnellsprecherin Clara aus Asylum of the Daleks in neuer Inkarnation zurück ist, um ihn über jenen Verlust wegzuhelfen, nur um irrsinnigerweise direkt zu sterben, sobald sie das vollbracht hat. Und mal ehrlich, neues Opening, neue Companion, neuer Look für Doctor und TARDIS… hatte die Serie Quotenprobleme, und hoffte mit drastischen Änderungen sich wieder interessant machen zu können, statt für all dies noch eine halbe Staffel bis Doctor Zwölf warten zu können?

Der depressive Doctor ist zu Beginn von The Bells of Saint John zunächst zurück, was zum Glück aber nicht lange anhält, weil es kein besonders guter oder überzeugender Look für Matt Smith ist. Dass Leute in Internet hochgeladen und von ihm kontrolliert werden, ist definitiv eine interessante Idee, wenn auch hier etwas dumm ausgeführt. Außerdem weiß ich nicht, warum die super clevere Clara in dieser Inkarnation plötzlich nicht mal mehr in der Lage ist, sich in vorhandenes WiFi einzuloggen. Und mal ehrlich, die Nachricht nicht auf eine bestimme Verbindung zu klicken, würde nur um so mehr kuriose Leute genau dies machen lassen.

The Rings of Akhaten präsentiert den Doctor dann als totalen Creep, der Clara beim Aufwachsen und selbst ihre Eltern beim Zusammenkommen heimlich die ganze Zeit über beobachtet hat. Passend dazu geht es in der Hauptstory um einen mumifizierten Altengott, der über den gemeinsamen Gesang eines devoten Mannes im mittleren Alter und dazu gezwungenes kleines Mädchen, dessen Seele ultimativ als Opferdarbietung herhält, am Schlafen gehalten werden soll. Jeder darf sich eine eigenen Parallelen zu existenten Religionen ziehen. Insgesamt keine großartige Episode, aber ganz brauchbar. Die flüsternden Gasmasken-Kerle sind beispielsweise ziemlich verschwendet, hätten besser ihre eigene Horror-Episode bekommen. Und der große Monolog des Doctors am Ende über all seine schlechten Erinnerungen der langen Reise, hätte erneut besser ans Ende von Elf gepasst, doch zumindest gibt dies Clara eine große dramatische Geste, um sich als Companion etablieren zu dürfen.

Cold War spielt im Kalten Krieg. Duh. Und zwar werden der Doctor und Clara auf ein russisches U-Boot transportiert, auf dem ein Ice Warrior ist, den zu attackieren übles bedeutet. Was natürlich geschieht, und den nächsten Teil der Episode Horror-Einflüsse gibt, wenn das Vieh die Crew einen nach dem anderen aus den Schatten umbringt – sobald wir das CG-Geschöpf sehen, verliert es leider viel an Respekt. Etwas mehr Paranoia der Crew hätte es vielleicht auch bedurft, wenn man mal die Zeit und den Ort in Betracht zieht.

In Hide hingegen stoßen die beiden auf einen muffigen Engländer mit einer heißen jungen Begleiterin… und zwar in einem Spukhaus-Mysterium, welches ganz SciFi über in einer Taschendimension gefangenen Monster gelöst wird. Hier sind sie übrigens clever genug, die Viecher eben nicht allzu deutlich und klar in die Kamera zu halten. Zumindest bis zum Ende, wenn sie narrativ gar nicht mehr unheimlich sein sollen. Übrigens eine weitere Folge, in der ein Companion realisieren muss, wie nonchalant der Doctor dem Ende der Welt gegenübersteht. Wobei es eigentlich logisch ist, dass einem 900 Jahre alten Alien, der dies bereits häufig mit angesehen hatte, und dessen Heimatwelt wo ganz anders ist, das Ende der Erde emotional nicht so viel bedeuten würde. Dass die TARDIS Clara nicht leiden kann, ist dabei eine gleichermaßen erheiternde wie dumme Idee. Nett auch die Zeile „Every lonely monster needs a companion“.

Ist Journey to the Center of the TARDIS eine weitere Saturday Morning Cartoon Folge wie Dinosaurs on a Spaceship? Nein, stattdessen geht Clara in den Paralleldimensionen des TARDIS verloren, wo sie von Monstern gejagt und durch eine sich ständig verändernde Umgebung verwirrt wird. Außerdem adressiert die Folge eine Menge der Unstimmigkeiten, die in den wenigen gemeinsamen Folgen sich bereits zwischen Clara und dem Doctor aufbauen konnten, nur um alles am Ende wieder auf Null zu setzen.

The Crimson Horror siedelt sich im viktorianischen Yorkshire an, was bedeutet das die launige Truppe an Echsenfrau, Dienstmädchen und Kartoffelkopf wieder auftreten dürfen. Zudem geht es um eine abgeschirmte Modellgesellschaft (im wahrsten Sinne des Wortes, denn nur Models werden eingelassen), die eine Mischung aus Hitlers Arier-Lehren und Religions-Paradies darstellt, und wie jede Utopie natürlich dunkle Abgründe maskiert. Witzig übrigens, dass der Doctor selbst als Ausschussware noch was besonderes ist.

Nightmare in Silver dreht sich um die Cybermen, man sollte also von den Antagonisten gewohnheitsmäßig nicht viel erwarten. Außerdem nerven die Kids gewaltig, die sich dem Doctor und Clara für den Trip anschließen. Aber ich mag es immer, wenn Clara herrisch sein und den Doctor verprügeln darf. Außerdem sind die Psychospiele zwischen den beiden Doctoren ziemlich launig, denn Matt Smith dabei zuzusehen einen Bösewicht zu spielen, ist einfach herrlich komisch.

Und somit leutet The Name of the Doctor das Ende der letzten Staffel mit Matt Smith ein. Wie üblich im Moffat-Land ist natürlich absolut nichts ein Zufall gewesen, noch nicht mal ein Herbstblatt als Memento von Claras Eltern, oder die Lust Soufflés zu backen. Selbst der Titel der Serie ist immerhin ein Plot Point, und dies hier so sehr wie noch nie zuvor. Und wir finden heraus warum Clara das Impossible Girl ist, weil das ja nicht einfach nur ein niedlicher Spitzname vom Doctor sein kann. Die Whispermen sind im Prinzip die Silence, die Great Intelligence und die Freunde aus dem zweiten Weihnachtsspecials kommen ebenfalls zurück. Und am Ende werden mit dem Auftauchen von John Hurt auch die Weichen für das 50th Anniversary Special gelegt. Alles in allem betrachtet ist das hier sogar ein relativ geradliniges Unterfangen für ein Staffelfinale von New Who. Und der Abschied von River Song ist tatsächlich ziemlich nahegehend.

Damit endet also die Staffel, die nicht eine einzige Doppelepisode auffährt. Diejenige, die mit vielen Veränderungen zur Mitte hin aufzuwarten weiß. Und eine, die irgendwie zu adressieren scheint, dass man sich etwas damit verfahren hat, die vorigen immer größer und spektakulärer sein zu wollen. Weil der Doctor durch seine vielen kolossalen Einmischungen mittlerweile zu bekannt und mächtig ist. Das versucht man scheinbar etwas zu resetten, in dem er in Asylum of the Daleks sich selbst aus vielen Datenbanken löscht, oder seine Vergangenheit in Rings of Akhaten fast aufgibt. Ganz lässt man sich dann allerdings doch leider nicht darauf ein.

Jedenfalls haben wir es auch mit Season 7 wieder mit einer im Gesamten guten und unterhaltsamen Staffel zu tun. Allerdings mit der wohl mittlerweile unebendsten des Doctor Elf, zum Teil dem Bruch zur Mitte natürlich geschuldet. Staffel 5 ist und bleibt also die beste.

Doctor Who: Series Six

Die Ausstrahlung einer Staffel von New Who lief bisher eigentlich immer ziemlich gleich ab. Im Dezember läuft ein Weihnachts-Special, welches auf die DVD-Box der Staffel des nächsten Jahres mit drauf gepackt und deswegen dazu gezählt wird. Und die eigentliche 13-Folgen-Staffel startet dann irgendwann im März oder April und endet im Juni oder Juli. Staffel 6 ist da allerdings etwas anders, denn sie wurde in zwei Blocks gesendet – die erste Hälfte im Frühjahr, dann war knappe zwei Monate Sommerpause, und der Rest dann im Herbst.

A Christmas Carol ist eben die Who-Variante der Weihnachtsgeschickte. Der Doctor fällt mit seinem TARDIS auf einen sehr britischen Planeten, bei dem die Bevölkerung allerdings Angst vor Raubfischen, die im Nebel fliegen, haben müssen. Und während die Companions in der dicken Nebelschicht in der Atmosphäre hängen geblieben sind, darf der Doctor einen alten unfreundlichen Kerl wieder für Weihnachten erwärmen, in dem er ihn durch die Zeit führt. Wobei ich es interessant finde, dass dessen Eingreifen ihn zunächst nur noch verschlossener macht. Jedenfalls ist das Setting und die Special Effects, zumindest außerhalb des CG, ziemlich hübsch anzusehen, der Antagonist ist auch ganz launig, und insgesamt haben wir hier eines der besseren Weihnachts-Specials vorliegen.

Die eigentliche Staffel beginnt mit der Doppelepisode The Impossible Astronaut und Day of the Moon, in der die Companions inklusive River Song vom Doctor eingeladen werden, um seinen eigenen Tod zu investigieren, von dem er selbst nichts wissen darf, was interessant ist, weil er seinen Companions immer abverlangt, ihm zu vertrauen, hier aber mal wieder extreme Probleme zeigt, auch seinen Companions das gleiche Vertrauen gegenüber zu bringen. Wobei der Mord des Doctors sowie die Hints um Amys Schwangerschaft die roten Fäden der Staffel ausmachen werden, hier also noch nichts wirklich aufgelöst wird.

Apropos roter Faden, wir bekommen hier gezeigt, wer die Silence sind, die bereits in der letzten Staffel erwähnt wurden. Und zwar ziemlich gut wenn auch nicht originell designte Aliens. Humanoid-schlank in schwarzen Anzügen mit weißen Köpfen und rudimentären Gesichtszügen. Eben die Gentleman aus Buffy, der Tal Man aus dem Chzo Mythos, der Slender Man – alle basierend auf dem gleichen Design-Archetyp, weil es eben einfach ein sehr wirkungsvoller ist. Zumal die hier dennoch ihr eigenes Gimmick haben: Man vergisst sie, sobald man wegsieht. Das führt natürlich zu vielen tollen Szenen, wo sie scheinbar plötzlich im Blickfeld eines Charakters auftauchen. Der die drohende Gefahr beim Wegschauen direkt wieder vergisst. Zumal es auf menschliche Urängste anspielt, wie schrecklich wäre es denn, unwissentlich ständig von solchen Wesen umgeben zu sein, ohne es je (dauerhaft) zu wissen. Jeder fühlt sich doch manchmal beobachtet oder nicht alleine in einem Raum, in dem er doch scheinbar eindeutig alleine ist.

The Curse of the Black Spot ist nicht nur ein langweiliger Episodentitel, sondern auch eine langweilige Episode. Ein Piratenschiff wird von einer Meerjungfrau attackiert, in einer Episode, die im gleichen Jahr lief, in dem auch der vierte Pirates of the Caribbean in die Kinos kam.

The Doctor’s Wife dreht sich nicht um River Song, auch wenn man das beim Titel denken könnte. Stattdessen wird das Bewusstsein des TARDIS in einen weiblichen Körper gesteckt. Was zunächst unglaublich dämlich klingen mag, aber tatsächlich sind die Interaktionen zwischen einer der Sprache gefundenen TARDIS und dem Doctor total witzig. Während die Quote an Ernsthaftigkeit von Amy und Rory erfüllt wird, die im nun leeren TARDIS vom Antagonisten via Zeit-Raum-Manipulation gequält werden.

Mit The Rebel Flesh und The Almost People sind wir bei der zweiten und auch schon letzten Doppelepisode angekommen. Und zwar werden hier aus irgendeinem Schleim Klone von Arbeitern gemacht, die durch jene Gedankengesteuert dann besonders waghalsige Arbeiten verrichten können, ohne dass sich die eigentlichen Menschen dahinter in Lebensgefahr begeben. Nur geschieht natürlich genau das, was man sich denken kann, und die Klone erwachen zu seinem eigenen Selbst.

Oder sogar noch besser, zum Selbst ihrer Originale, denn nicht nur haben sie plötzlich eine eigene Wahrnehmung, sondern weiterhin alle Erinnerungen derer, von denen sie geklont wurden. Das wirft natürlich schon einige interessante Fragen auf, denn essentiell sind sie dieselbe Person, die so agiert und sich so fühlt, als hätte sie dies alles selbst erlebt, auch wenn sie es theoretisch nicht waren. Etwas einfach macht es sich die Folge mit der möglichen oder unmöglichen Koexistenz dann allerdings doch, in dem von jeden Duo nur einer überlebt, so dass sie sich nicht entsprechend in die Quere kommen, aber bis dahin war es kein schlechtes Gedankenexperiment.

In A Good Man Goes to War zahlt sich für das Halbfinale vor der Sommerpause dann die Schwangerschaft von Amy aus. Denn gerade wenn man mitbekommt, dass sie ihre Tochter Melody Pond getauft hat und dies doch verdächtig nahe am Namen River Song ist, wird das auch noch gleich in dieser Folge auch aufgelöst. Und wir bekommen mit, dass die Silence doch nicht nur jene Aliens sind, sondern eine ganze Organisation, die dem Doctor Einhalt gebieten möchte, weil sie ihn für zu mächtig halten. Womit sie ja nicht unrecht haben, denn mit welchem Recht nimmt es sich der Doctor heraus, durch Raum und Zeit zu reisen, und alles so zu ändern, wie er es für richtig hält? Ja während er seine Truppe an Alien-Companions zusammenstellt, um Amy zu befreien, zerstört er kurz mal in einer Nebenszene eine ganze Flotte Cybermen, die ihm die erfragten Infos bis dahin noch nicht mal verweigert hatten, nur damit die Antwort schneller kommt.

Vor jener Sommerpause wurde allerdings mit der Anküdigung des nächsten Episodentitels am Ende von A Good Man Goes to War ordentlich reißerlisch auf die nächste Staffelhälfte angeheizt: Let’s Kill Hitler. Wobei die Reise nach Nazi-Deutschland und das Treffen auf das Schnäuzer-Monster schon eher nebensächlich werden gegenüber dem in ihrer Kontinuität ersten Treffen von River Song auf den Doctor, die ihn gleichzeitig ermordet und rettet. Ich nehm mal an die besondere Affinität des Doctors zu Amy ist etwas passender, wenn man bedenkt, dass sie seine Schwiegermutter sein wird. Jedenfalls startet die Folge unglaublich witzig, wird dann ernster während sie weiterhin witzig bleibt, und endet sehr emotional.

Night Terrrors ist eine brauchbare Folge über die Ängste eines Kindes, die im Wandschrank weggeschlossen und dort zur Realität werden. Wobei die Folge irgendwie an dieser Stelle der Staffel fehl am Platz wirkt, sondern eher zu Beginn der Staffel, bevor man das alles über die Familienverhältnisse der Ponds herausbekommt, gepasst hätte. Vor oder nach der Piratenfolge zum Beispiel, als die Staffel noch episodischer war.

In The Girl Who Waited ist Amy in einem anderen Zeitstrom als Rory und der Doctor gefangen und bis die beiden sie retten können, sind für Amy bereits 40 Jahre vergangen, in denen sie im Stich und sich selbst überlassen wurde. Und dann muss sich entschieden werden, welche Amy sie retten, die die gerade erst verloren gegangen ist, oder die mittlerweile angetroffene 40 Jahre ältere, deren Existenz ohne das Verlorengehen ausgelöscht würde, weil Amy ohne diese Ereignisse durchzumachen nicht zu ihr heranwachsen wird. Besonders schön ist hierbei das ungebrochene Band in der Beziehung zwischen Amy und Rory, wobei der Doctor am Ende, wenn er jene schwer Entscheidung auf Rorys Schultern legt, schon etwas arschig ist.

Bei The God Complex macht Doctor Who eines auf The Shining, in dem sie von einem Minotaurus durch die Gänge eines alten Hotels gejagd werden und in den einzelnen Räumen diverse Merkwürdigkeiten zu sehen bekommen. Zudem trifft der Doctor auf eine clevere und witzige junge Frau, die sogar direkt erkennt, dass er einen Gottkomplex hat, weil er meint immer alles nach seinen Standards hinbiegen zu müssen. Allerdings stirbt sie, bevor der Doctor auf die Idee kommen kann Amy und Rory aus dem TARDIS zu werfen, um seine neue Flamme zur Companion zu machen. Obwohl er sie dann ja letztendlich doch rauswirft, weil er plötzlich zu erkennen glaubt, mit ihm zu reisen sei zu gefährlich. Da gab es ja eigentlich mehr und größere Gefahren in ganz anderen Folgen, aber gut.

Nur geht er dann in Closing Time direkt zu einer anderen menschlichen Bekanntschaft zurück, nämlich seinem Mitbewohner aus The Lodger, um ihn und sein Baby in Gefahr zu bringen. Irgendwann in der Folge werden nämlich ein paar Cybermen besiegt, aber die sind wie immer eher uninteressant, sondern die Folge dreht sich eher um die charmanten Interaktionen zwischen den beiden Kerlen. Und das Matt Smith eine sichtliche Freude daran hat, seinen Doctor Elf so quirky wie noch nie zu spielen, in dem er Roboterhunde kraulen und Menschen mit Pfeffer würzen darf.

Kommen wir zum diesmal nur eine Episode einnehmenden Staffel-Finale mit The Wedding of River Song. Weil ein fixer Punkt der Zeit verändert wurde, nämlich der Tod des Doctors zu Staffelbeginn, bricht das Raum-Zeit-Gefüge langsam zusammen und alles geschieht zur gleichen Zeit. Keine Nazis auf Dinsosauriern, aber möglich wäre es theoretisch. Eine coole und spannende Folge, allerdings findet mir der Doctor hier etwas zu einfach einen offensichtlichen Weg aus der Misere die Zeit dennoch wieder auf Reihe und Glied zu bringen, und dennoch nicht sterben zu müssen. Aber die Staffel-Finale sind eher immer mehr durch das Spektakel unterhaltsam denn das es sich lohnen würde über das Geschehen zu viel nachzudenken.

Auch Staffel 6 war eine gute und unterhaltsame Staffel, mit nur einer Folge die mir gar nicht gefallen hätte. Ganz so gut wie Staffel 5 ist sie für mich allerdings nicht, da waren die Highlights etwas höher und vor allem wirkte alles etwas schlüssiger auf mich. Jedenfalls war das Mysterium um die Zeitrisse simpel und ein gute roter Faden, während die Schwangerschaft von Amy hier dies für mich nicht war. Zumal sie mir viel zu einfach darüber hinweg kommen, dass ihr Baby entführt wurde und plötzlich als 40-jährige River Song wieder auftaucht, ihnen also die ganze Kindheit mit ihr geraubt wurde. Auch der Tod des Doctors wäre sicherlich besser als Handlung für das Finale des elften Doctors gewesen – etwas umgeschrieben, in dem er sich nicht komplett aus dem Tod herauscheated wie hier, sondern einen Weg findet, doch noch in den nächsten zu regenerieren. Außerdem muss Moffat etwas darauf achten, dass sein Doctor nicht langsam zu sehr zu seinem Sherlock mutiert. Aber weniger gut als Staffel 5 ist immer noch gut.

Doctor Who: Series Five

Los geht es nach einem Jahr Quasi-Pause mit der fünften Staffel Doctor Who unter der Leitung von Sherlock-Schöpfer Steven Moffat, der bereits 1999 das Parodie-Special der Reihe schrieb, und seit der Reinkarnation in New Who mit für die besten Folgen verantwortlich zeichnete. Nur ein Christmas Special gibt es noch nicht, da das aus dem Vorjahr in die Box der Specials gegeben wurde.

Und wir kommen mit einem neuen Doctor daher, oder der zumindest mit einem neuen Gesicht. Aber noch viel wichtiger gibt es eine neue Opening-Sequenz, die doch tatsächlich mit einer neuen und nicht grottigen Title Card aufwarten kann! Aber auch Matt Smith ist der bisher jüngste und attraktivste Doctor – wenn das Licht nicht falsch fällt und er wie Young Frankenstein ausschaut. Allgemein darf ich bereits sagen, dass mir das Schauspiel von Matt Smith als Doctor bisher am besten gefällt. Christopher Eccleston finde ich nicht so schlimm, wie mancheiner, aber häufig war er doch etwas langweilig in der Rolle. David Tennant war definitiv interessanter, aber in seinen Marotten mir manchmal etwas zu Jack Sparrow und anstrengend. Matt Smith findet da meiner Meinung nach einen guten Mittelweg und mimt mal den schnell quasselnden und verplant wirkenden Doctor, ist aber meistens etwas gedeckter und gibt der Rolle oft eine heroische Art.

Allgemein kommt mir die Serie in ihrer Moffat-Inkarnation irgendwie stylischer und moderner vor. Liegt vielleicht auch daran, dass während der Specials auf HD umgestellt wurde, und daher dies die erste Staffel mit einem klareren Bild ist. Aber auch der neue TARDIS-Innenraum sieht luftiger und weniger runtergekommen aus. Der neue Sonic Screwdriver in Grün. Die neue super junge Companion. Selbst die Daleks werden aus ihrem runtergekommen Metall befreit und nehmen die Form von Power Rangers farbvariierten Plastik-Pfefferstreuern ein.

Wie gesagt gib es kein Christmas Special, dafür darf die erste Episode, The Eleventh Hour, dennoch eine volle Stunde einnehmen, immerhin ist es ja auch das große Willkommen des neuen Doctors. Der hier das coolste schottische Mädchen trifft, und mit 12 Jahren leicht verspätet endlich kommt, um die zu einer jungen Frau mit fabelhaftem Haar herangewachsene zur Companion zu machen. Wie gesagt ist die Folge hauptsächlich dazu da, um uns zu zeigen, wie der neue verjüngte Doctor so ist, und als solches legt sie definitiv einen guten Start hin, zumal das Zusammenspiel mit Amy auch sofort funktioniert.

The Beast Below ist eine weitere gute Episode, in der Amy und der Doctor auf einem Raumschiff landen, welches das neue Großbritannien ist, unter dem ein großes Geheimnis lauert, welches die Einwohner bewusst zu ignorieren wissen. Das Design hier ist echt cool, die Herangehensweise manchmal witzig, manchmal mysteriös und manchmal dramatisch. Besonders gegen Ende, welches kurzzeitig echt übel aussieht, aber dann doch Hoffnung zu schöpfen weiß. Lediglich etwas störte mich, dass der Doctor und Amy direkt schon eine große Auseinandersetzung haben, die sie beinahe entzweit. Das ist in der zweiten Folge arg früh, und zudem erinnert mich der arschige Doctor zu sehr an die Davies-Doctoren.

Victory of the Daleks kann man zugutehalten, dass man so wenigstens die obligatorische Dalek-Episode früh in der Staffel aus dem Weg bekommt, und dass es diesmal wenigstens keine Doppelfolge ist. Churchill hat im Zweiten Weltkrieg jedenfalls plötzlich Dalek-Unterstützung, die aber nur an den Doctor herankommen und durch ihn im neuen Look wiederauferstehen wollen. Und immerhin entkommen die Daleks diesmal am Ende, statt das uns zum wiederholten Male weis gemacht wird, dies wäre der endgültig finale Sieg über die allerletzten Vertreter der Rasse. Der Sieg der Daleks ist allerdings wohl eher der, dass sie endlich mal in einer Folge sind, die nicht scheiße ist, sondern nur leicht schwach.

Sichtwort Doppelfolge: The Time of Angels und Flesh and Stone bringen die Weeping Angels zurück. Oder besser gesagt eine Crew mit Doctor und Amy in die Ruinen einer untergegangenen Zivilisation, die vor den Statuen, die eigentlich gar keine sind, nur so wimmeln. Die Angels sind super Antagonisten, und hier gibt es auch ein paar gute neue Einfälle, wie das ein Bild von ihnen ebenfalls gefährlich ist, was zu einem sehr starken Beginn der Story führt. Nicht ganz so toll finde ich in Flesh and Stone, wenn man sie sich wirklich bewegen sieht, dass sie das immer nur Offscreen auch unbeobachtet vom Zuschauer taten, fand ich effektiver. Zumal es etwas blöde ist, dass sie zu Statuen werden, wenn sie sich beobachtet fühlen, statt zu merken, ob jemand sie wirklich wahrnimmt oder nicht. Aber hey, River Song ist wieder da, wieder in der falschen Zeitlinie zu ihrem Doctor, aber das Zusammenspiel zwischen ihr, ihm und Amy ist einfach superb. Kommt auch zu nicht gerade subtilem Forshadowing, dass sie ihn umbringen wird.

The Vampires of Venice dreht sich eher um Fischweiber, die sich als Vampire im Venedig des 15. Jahrhunderts ausgeben. Während der Doctor Amy und deren Verlobten und Neu-Companion Rory auf einen romantischen Ausflug hierher bringt. Der ihn nicht so leiden kann, wegen der sexuellen Spannung zwischen Doctor und Amy, und auch wohlweislich anspricht, dass der Doctor einen schlechten Einfluss auf seine Companions nimmt, weil sie durch ihn unnötig gefährlich leben. Auch der Vorwurf der Königin, dass der Doctor mal wieder lieber eine ganze Spezies untergehen sieht, statt eine einzelne Stadt seiner geliebten Menschen zu opfern, ist nicht ohne. Das Spiel zwischen dem Doctor und seinen nun zwei Companions ist witzig, das Setting hat Stil, und mir liegt die Thematik der Episode allgemein.

Amy’s Choice adressiert dann endlich, dass Amy sich mal zwischen ihrem Rory oder dem leichten Flirt mit dem Doctor entscheiden muss, und glücklicherweise hilft ihr das über den Doctor hinweg, statt dass sie sich für jenen entscheiden würde. Und dem Doctor wird vorgeworfen, dass er eine mehr Schein denn Sein Show der Quirks ist. Von einem humorigen Traumdämon, der Amys Entscheidung tatsächlich einen Elefant im Raum nennt. Und das er eigentlich nur des Doctors Selbstreflektion darstellt, ist auch nicht uninteressant. Die Staffel ist in den letzten vier Folgen echt besser und besser geworden, und war schon nicht schlecht gestartet.

In The Hungry Earth und Cold Blood bekommen wir es dann mit Echsenmenschen zu tun, die in Wahrheit früher die Erde regierten, bevor die Menschheit sich wie eine Rattenplage ausgebreitet hat, statt wie zunächst fast ein Zombie-Film zu wirken, da sie aus dem Erdinneren stammen. Und wären die Echsen nicht sofort so konfrontierend und rassistisch, würde die Story darum, wie fragil doch Friedensverhandlungen sind, wie schnell sie wegen kleiner Fehler in die Brüche gehen können, und wie eine Koexistenz mit den finiten Ressourcen überhaupt ermöglicht werden kann, besser funktionieren. Aber mal ehrlich, wer hat schon erwartet, dass die Geschichte gut ausgeht, immerhin können Menschen schon untereinander nicht, geschweige denn eine ganz fremde Rasse zu integrieren. Das Ende ist richtig gut, und auch der Rest der Doppelfolge durchaus nicht übel. Mit Rorys Ausscheiden bekommen die Zeit-Raum-Risse, die immer mal wieder auftauchen, auch eine ganz andere Note, da sie einen nicht nur töten, sondern es so ist, als hätte man nie existiert. Wobei klar ist, dass der wiederkommen wird, bei der Art von Abgang.

In Vincent and the Doctor trifft der Doctor auf Vincent van Gogh und dessen besondere Art und Weise, die Welt zu sehen, die ihn zu seinen Bildern verleitete. Außerdem sieht er dadurch eine unsichtbare Cockatrice, die umgeht und bekämpft werden muss. Besonders schön ist auch das emotionale Ende, obwohl es arg praktisch ist, dass dies den Fluss der Zeit nicht durcheinander bringt. Aber New Who und noch mehr Moffat Who schert sich da sowieso weniger und weniger drum.

Wenn der Doctor in The Lodger ganz ohne Companion mit einem Normalo-Briten in eine WG zieht, um herauszufinden, was im Obergeschoss merkwürdiges los ist, sollte man meinen eine Comedy wäre geboren. Es ist auch durchaus eine witzige und niedliche Nebenepisode, allerdings hätte ich es gut gefunden, wenn ein Teil des Witzes auch auf Kosten des Doctors gegangen wäre. Stattdessen ist der mal wieder super toll in allem, auch all jene zum ersten Mal getätigte Sachen, die im Leben eines Normalsterblichen alltäglich sind.

Und damit geht es ins Finale in The Pandorica Opens und The Big Bang, zu denen so ziemlich alle die Staffel über getroffene Personen zusammenkommen, um dem Doctor eine Nachricht in Form eines van Gogh Gemäldes vom explodierenden TARDIS zukommen zu lassen. Und was hält Pandoras Box so schreckliches in sich? Gar nichts, es ist eine Falle aller anderen Spezies, um den Doctor einzufangen, weil sie ihn als größte Gefahr für das Universum einschätzen. Was schon eine echt interessante Idee ist. Und letztendlich verkommt alles in ein enormes Gewust an Zeitsprüngen hin und her, um den Karren wieder aus dem Dreck zu fahren. Ist auch ein sehr schönes Finale für Amy und Rory geworden. Und allgemein ein ziemlich spannendes, auch wenn ich mich frage, wie lange die Serie noch weiterhin immer ein noch größeres und dramatischeres draufsetzen kann, und ob das überhaupt nötig ist, ein wenig lächerlich ist es ja schon, dass ständig das Universum fast oder doch endet und Hauptpersonen sterben und doch wiederkommen.

Erneut ist die fünfte Staffel eine, die ich so ziemlich rundum genossen habe, weil jede Folge Gutes in sich hatte, auf das ich mich beziehen konnte. Und die meisten haben gar nicht mal allzu viel Schlechtes oder Merkwürdiges zum Ausgleich zu bieten. Das modernere Look and Feel ist mir sowieso gefällig. Auch der Elfte Doctor und die neuen Companions. Ebenfalls sehr schön fand ich, dass es diesmal mehr eines durchgängigen roten Fadens in der Serie gab, durch die überall auftauchenden Risse und was so langsam nach und nach herauskommt. Ist besser als in den vorigen Staffeln, wo komplett vergessene Nebensächlichkeiten aus einer frühen Folge plötzlich als Auslöser für Welterschütternde Finale herhalten mussten.

Doctor Who: Specials

Wie bereits erwähnt sollte sich für Staffel 5 einiges bei Doctor Who ändern. David Tennant nicht mehr der Doctor, Russel T Davies nicht mehr Hauptschreiber und Serienproduzent – Positionen die er seit Beginn der Neuauflage inne hatte -, und auch Julie Gardner trat als leitende Produzentin zurück. Um dem neuen Team um Matt Smit als den elften Doctor und Steven Moffat als Schreiber und Produzent allerdings etwas mehr Zeit zu geben, die neue Staffel unter Dach und Fach zu bringen, wurde das Jahr 2009 schlichtweg ausgesetzt.

Allerdings dann doch nicht ganz. Während das neue Team drauf und dran war Staffel 5 für 2010 zu produzieren, gingen Davies und Tennant mit dem alten Team in eine Extrarunde und produzierten 5 einstündige Specials, die zwischen den beiden Staffeln ausgestrahlt wurden. Ich meine, Who Specials haben sowieso mit die besten Einschaltquoten, warum also nicht?

Wir beginnen mit dem Weihnachstspecial 2008, bei dem The Next Doctor ein Fakeout-Titel ist, denn es geht nicht bereits um die Nummer Elf, stattdessen trifft Zehn zu Weihnachten im London der 1850er auf einen Kerl, der sich lediglich für den Doctor hält. Mit Companion und TARDIS-Ballon und allem. Das Special ist schon ganz ordentlich, bietet eine gute Antagonistin, witziges Spiel zwischen dem echten und dem „nächsten“ Doctor, und langweilt zumindest nie.

Dennoch ist es wie die meisten Weihnachtsspecials ein wenig faul, denn zumindest mir kommt es so vor, als würde man in jene nie ganz so viel Ambition stecken, solange die Familie gemeinsam eine halbwegs brauchbare Unterhaltung am Weihnachstabend, nachdem man sich nichts mehr zu sagen hat, geboten bekommt, ist man zufrieden und macht seine Quote. Zumindest hätte ich es gern gehabt, dass die tragische Vergangenheit der Antagonistin und des „nächsten“ Doctors etwas besser ausgearbeitet wäre, statt nur kurz angerissen zu werden.

Als nächstes sahen die Briten ihren zehnten Doctor zu Ostern in Planet of the Dead, welches mit dem Feiertag an sich so ziemlich nichts zu tun hat. Keine Teepartys mit Hasen oder so. Stattdessen ein Weib, welches auf Mission Impossible für Arme macht, und bei der Flucht vor der Polizei mit dem Doctor zusammen auf einem Wüstenplaneten landet. Wo prompt den Rest des Specials über so gut wie nichts passiert, bis es zur großen Flucht vor Killer-Rochen kommt. Selbst auf 45 statt 60 Minuten wäre das keine Highlight-Folge geworden.

The Waters of Mars ist das einzige Special, welches nicht zu einem Feiertag ausgestrahlt wurde, weil man kurioserweise Halloween um einen halben Monat verstreichen ließ. Der Doctor reist zumindest auf die erste menschliche Mission auf dem Mars, welche mit dem Tod aller geendet hat. Ein fixer Punkt in der Geschichte, der nicht geändert werden sollte. Und mit den dort umgehenden Monstern hätte es sich definitiv als Halloween-Special angeboten. Es ist auch eines der besseren, wobei für mich das Ende nicht hinhaut. Denn es macht so ein wenig kaputt, was ich an The Fires of Pompeii mochte. Water löscht Fire aus?

Jedenfalls mochte ich eben den Nihilismus an jenen Fixpunkten so sehr, nämlich das der Doctor hier nichts unternehmen darf. Was Waters of Mars sofort dahin revidiert das der Doctor nichts tun kann, da alle Aktionen eh letztendlich nur zum gleichen Fixergebnis führen. Finde ich schon nicht so toll, weil das vorige ist eben wesentlich aktiver. Er könnte etwas unternehmen, tut es allerdings bewusst nicht, weil dies zu größeren Problemen führen würde. Statt er würde doch ach so gern, aber oh leider macht es ja keinen Unterschied. Nur unternimmt er dann doch was, plötzlich ist es wohl für unseren Superdoctor doch kein Ding die Zeit einfach mal zu ändern, was ihn ziemlich großkotzig und arrogant rüberkommen lässt… und wie Forshadowing behandelt wird, dieses Fehlverhalten könnte eben echt auf ihn zurückfallen, nur vergessen die folgenden Specials das scheinbar wieder.

Die da heißen The End of Time. Von dem der erste Teil zu Weihnachten 2009 ausgestrahlt wurde, während der zweite Teil mit leichter Überlänge von 70 Minuten an Neujahr 2010 auf den britischen Fernsehern lief. Tennant beginnt das Special damit, seinen Doctor Zehn so Jack Sparrow wie noch nie agieren zu lassen, wird aber ziemlich bald vom wiederbelebten aber durchgedrehten Master an die Wand chargiert. Auch wenn der Master hier echt wenig mehr macht als zu schreien und wiederwertig zu essen. Ach ja, und am Ende alle Menschen in Master verwandelt, was mal so richtig dämlich war. Ansonsten geschieht mal wieder nicht viel bis kurz vor Ende, wenn uns gezeigt wird, dass der prätentiös dahin redende Sprecher des Specials ein Timelord war, der von einem Timothy Dalton gespielt wird, der nichts sagen zu können scheint, ohne die Kamera einzspeicheln.

Den zweiten Part von The End of Time mochte ich mehr. Nicht unbedingt wegen der Handlung an sich, die mir ziemlich egal war, auch wenn genug Hype hinter der Rückkehr der Timelords stecken könnte, die plötzlich doch keine solchen Gutmenschen sind, wie der Doctor immer so schön propagiert hat. Hauptsächlich ist mir Donnas Großvater einfach viel zu sympathisch und die zwei ernsten Dialoge, die er mit dem Doctor führt, sind echt herzig. Das war es aber eigentlich auch schon. Donna springt drei Mal durchs Bild, darf aber nichts machen. Dass der Doctor immer so darauf besteht, er würde keine Waffen nutzen, finde ich etwas lächerlich, wenn man mal bedenkt, wie einfach er ganze Zivilisationen dem Untergang weiht. Das Ende ist Blödsinn. Und der verlängerte Abschied, wenn Doctor Zehn und durch ihn Tennant sich von allen – selbst der Kerl aus dem Titanik-Special – verabschiedet, hat mich ziemlich kalt gelassen, und Martha Jones mit Mickey enden zu lassen ist eh Blödsinn.

Ist echt Schade, denn wenn Tennant und Davies sich mit Staffel 4 verabschiedet hätten, statt diese Extrarunde zu fahren, dann wären die echt mit einem Knall gegangen. So ist es ein laues Lüftchen, ein Furz, denn von den fünf Specials war wahrlich keines so richtig gut. Das große Abschiedsfinale The End of Time sogar mit am schlechtesten.

Doctor Who: Series Four

Die 4. Staffel von Doctor Who ist ein wenig besonders, denn sie ist die letzte für das aktuelle Team, oder zumindest einigen der Pfeiler in jenen. Namentlich ist es die letzte Staffel mit David Tennant als der zehnte Doktor und Russel T. Davis als der Kopf der Produktion. Sie werden ab Staffel 5 von Matt Smith und Steven Moffat ersetzt werden.

Wie immer beginnen wir mit einem Weihnachts-Special, und wie immer beginnt die Folge mit dem Opening, welches diesmal allerdings mit einem deutlichen Remix des Themes daher kommt, allerdings weiterhin die schreckliche Title Card von New Who verwendet. In Voyage of the Damned dürfen der Doctor und seine Kurz-Companion Kylie Minogue eine Raumschiff-Replik der Titanik davor bewahren, von mit ihren Halos um sich werfenden Engelsrobotern in die Erde gecrasht zu werden. Die Folge ist durchaus in Ordnung, viel Mühe geben sich die Weihanchstspecials ja häufig nicht, und man sollte nicht allzu stark über die Logik nachdenken (ein guter Tipp für die ganze Serie, wenn man ehrlich sein will), aber es ist durchaus unterhaltsam gewesen. Der fake Erd-Experte und das Design der Engel ist beispielsweise ziemlich gut.

Partners in Crime, die erste richtige Folge der Staffel, ist eine sehr witzige Geschichte über ein Alien, welches den Menschen bei Gewichtsproblemen hilft, in dem es überschüssiges Fett in Mini-Aliens wandelt. Ein Großteil des Humor kommt allerdings daher, dass hier Staffel-Companion Donna Noble eingeführt wird, die beste Companion bisher. Und keine Unbekannte, ist sie nämlich die Runaway Bride des Weihnachtsspecials der vorigen Staffel. Jedenfalls ist die sie darstellende Catherine Tate eine Comedian, und das merkt man auch. Dass sie weiterhin absolut kein romantisches Interesse am Doctor hat, ist eine dankenswerte Entscheidung. Allgemein bricht sie die bisherigen Konventionen, da sie weder wirklich jung noch super attraktiv ist. Dafür ein echter Charakter und ein echt launiger. Wobei die Antagonistin der Folge auch ziemlich witzig ist.

The Fires of Pompeii beweisen allerdings, dass Catherine Tate nicht nur als Comedian eine witzige Donna abgibt, sondern dass die gute Frau auch besser schauspielern kann, als ihre beiden Companion-Vorgängerinnen zusammen, wenn es um emotionale und ernste Szenen geht. Mit viel coolem Forshadowing durch die Seher der Stadt was den Staffelverlauf angeht, geht es nämlich hier dahin zurück, dass die Existenz des Doctors auch etwas Unmenschliches an sich hat. Die Sache ist die, es gibt fixe Momente in der Geschichte, die einfach geschehen müssen, damit die Realität sich nicht auflöst. Sozusagen die schnelle Erklärung dafür, warum der Doctor nicht alles Unrecht – sagen wir mal ganz random etwas was in Deutschland in den 1930er/40er Jahren hätte geschehen können – gerade biegt, denn einige Dinge müssen einfach geschehen. Als Zeitreisender allerdings uninvolviert dem Untergang ganzer Zivilisationen beizuwohnen… ist schon sehr nihilistisch. The Fires of Pompeii zeigt das umso mehr, da jemand nämlich das Unglück des Vesuvausbruchs zu verhindern versucht, und der Doctor eingreifen und somit durch sein aktives Handeln 20.000 dem Tode weihen muss, damit es zu keinen größeren Problemen kommt. 20.000 Menschen gegen den Rest der Erde aufgewogen ist eine logische Rechnung mit logischem Ausgang, aber dennoch irgendwo monströs, und Donna muss hier eben herausfinden, dass die Reisen mit dem Doctor nicht immer witzig-exotische Abenteuer sind.

Planet of the Ood hingegen geht genauer auf die Sklaven-Thematik der Rasse ein, die in deren ersten Auftreten in The Impossible Planet/The Satan Pit schnell beiseite gewunken wurden, weil die Doppelfolge sich anderen Themen zuwandte. Adressiert Staffel 4 etwa wirklich einen Großteil der Probleme, die ich bisher mit der Serie und dessen Weigerung sich den ungünstigen Implikationen einiger Dinge zuzuwenden hatte? Abgesehen davon sind die Ood nach den Weeping Angels die einzige Rasse aus New Who, die bei mir einen Eindruck hinterlassen haben.

Die erste Doppelfolge der Staffel, The Sontaran Strategem und The Poison Sky, geht hingegen zu aus Classic Who bekannten Bösewichtern zurück. Hätte vielleicht nicht zwei Folgen lang sein sollen, aber auch hier gab es viel, was ich mochte. Die Kartoffel-Kopf Sontarans mit ihren schrägen Manierismen sind unterhaltsam. Der Doctor bekommt Unterstützung vom Militär, hat zur Seite gestellt einen niedlichen Kerl mit phänomenalen Wangenknochen. Und das Problem damit, dass die Companions immer ihre Familien so schnell links liegen lassen, obwohl sie wenn nötig dann plötzlich deren Zentrum bilden, wird noch Mal adressiert – in dem der Großvater von Donna Bescheid weiß und mit den Zeit-Raum-Reisen ok ist, und die Bindung zu ihrer Mutter eh nicht pralle porträtiert wird. Oh und Martha Jones taucht wieder auf, die zwar keine Donna aber auch ganz gut ist.

Sie folgt sogar in die nächste Folge, The Doctor’s Daugther. Eine weitere weibliche Figur, die sich nicht in den Doctor verliebt bereithaltend, in Form dessen unfreiwilliger Klon-Tochter. Mit einem echt guten Reveal gegen Ende der Folge noch dazu. Also der bevor Jenny wiederbelebt wird, was mir etwas zu sehr danach riecht, ein Spinoff mit einer heißeren und jüngeren Figur die Weichen zu legen.

Auch das folgende The Unicorn and the Wasp ist nicht eine der besten Folgen der Staffel, aber da der Doctor und Donna im Prinzip Cluedo mit Agatha Christie spielen, hat auch diese einige gute und unterhaltsame Dinge aufzufahren, weil das Ding einfach so extrem britisch ist.

Die nächste Doppelepisode steht an und die hiesigen Beiträge von Steven Moffat: Silence in the Library und Forest of the Dead. Manchmal fragt man sich fast, warum man Moffat die Leitung der Serie übergab. Sicher, er hat die besten und kritisch best-aufgenommenen Folgen der Serie bisher geschrieben. Allerdings auch diejenigen, die mit die geringsten Einschaltquoten hatten, so nämlich auch bei Silence in the Library. Aber was eine geile Horrorstory er uns hier liefert, in dem erneut der Doctor mit einer kleinen Gruppe an Leuten in einem überschaubaren Ort eingeschlossen werden, während im wahrsten Sinne des Wortes der sichere Tod in jedem Schatten lauert. Auf menschliche Urängste vorm Dunkeln anspielen geht natürlich immer. Und mehr Story zum Doctor an sich, oder was seine Zukunft anbelangen könnte, gibt es zudem, inklusive höchst dramatischem Finale.

Und wer hätte es gedacht, doch die nächste Folge, Midnight, ist fast genauso gut. Und von Russel T Davis selbst! In einem Thriller auf engstem Raum wird tatsächlich der Doctor mit einer kleinen Gruppe Leuten eingesperrt, ohne Fluchtweg aber mit einem unbekannten Alien direkt an Bord. Diesmal gehört zur kleinen Truppe aber nicht seine Companion, und der Lagerkoller führt dazu, dass der Rest dem Doctor stark zu misstrauen beginnt. Eine sehr simple aber simpel effektive Folge.

Eine Folge fast ohne Donna führt in eine Folge fast ohne Doctor, mit Turn Left werden die Weichen für das Finale gesetzt. Aber grundsätzlich dreht sich die Folge darum, was geschehen wäre, wenn Donna dem Doctor nicht begegnet wäre. Hauptsächlich wird zwar gezeigt, wie schlecht die Welt ohne einen Doctor dran wäre, aber in Verbindung damit eben auch aufgezeigt, wie wichtig Donna an sich ist. Und eine Folge, in der sie zu Flüchtlingen ohne Rechte und „Arbeits“-Lager für Ausländer eingerichtet werden ist zusätzlich überraschend modern-aktuelle Thematik.

Stolen Earth und Journey’s End machen es dann ziemlich klar, dass dies das große Finale von Russel T Davis und seinem Zenten Doctor sein soll, nicht nur weil die letzte Episode mit 60 Minuten die Länge hat, die normalerweise Specials vorbehalten bleibt. Nein, es werden auch alle Charakter neu aufgefahren. Sprich nicht nur tolle Leute wie Jack, Martha, Sarah Jane und Hariette Jones kommen hier vor, sondern wir müssen es auch verkraften, dass Rose und Mickey wieder da sind. Und die Daleks, weil irgendwann müssen die in jeder Staffel ja auftauchen. Und wie immer pisst sich jeder Charakter sofort in die Hosen, wenn sie deren „Exterminate!“ hören, nur damit das, was tatsächlich in der Folge geschieht, sie weiter degradiert. Mal wieder die allerletzten Daleks überhaupt. Mal wieder werden sie in enormen Mengen besiegt. Ja selbst unfähige Idioten wie Mickey und Jackie bekommen Knarren an die Hand, die einen Dalek in einem Schuss erledigen. Und Donna findet eine Fernsteuerung, mit der sie die Pfefferspender im Kreis fahren lässt. Nach Dalek in Staffel 1 waren die Vorzeige-Antagonisten nie wieder interessant.

Und die haben jetzt einen Schöpfer in schwarzer Lederuniform. Da muss die Folge gar nicht eine Ausrede finden, um als Kurzschauplatz Nürnberg zu bieten, damit Russel T Davis uns die Parabel Dalek = Space Nazi klar machen kann. Aber es gibt auch einiges an der Doppelfolge, was ich mag. Ich meine, grundsätzlich darf man bei den Staffelfinalen ganz wie bei den Weihnachstspecials die Logik nicht zu genau nehmen, sondern sollte die Achterbahnfahrt an sich zu genießen wissen. Und noch wie wurde es so groß und dramatisch wie hier. Außerdem wird hier geklärt, dass der Doctor nicht nur die Companions braucht, um ihn zu vermenschlichen, sondern dass er im Gegenzug auch nicht immer den besten Einfluss auf die hat, die er ultimativ zurück lassen muss. Und ein herzerwärmender Abschied von Donna gibt es auch noch, da vergisst man doch fast den Blödsinn, dass Rose ihren eigenen menschlichen Doctor-Klon bekommt, mit dem sie alt werden darf.

Und somit endet mein Beiträg zur vierten Staffel Doctor Who. Mit so vielen Worten wie noch nie und ins Detail gehend zu jeder einzelnen Folge. Denn dies ist die mit Abstand beste Staffel von New Who der Zeit von Russel T Davis und Doctor Neun und Zehn. Es ist sicherlich nicht immer alles Gold was glänzt, aber irgendwas hübsch Glänzendes habe ich dennoch diesmal in jeder Folge finden können. Sprich nicht alle sind gleich gut, aber irgendwas Gutes haben sie alle. Ich war durchgängig zufriedengestellt.

Doctor Who: Series Three

Auch die dritte Staffel beginnt mit einem Christmas Special in Überlänge, allerdings ist The Runawy Bride definitiv wesentlich besser als The Christmas Invasion war. Hauptsächlich dank der Titelgeberin, denn besagte Braut, die vom Traualtar weg überraschend in den TARDIS gebeamt wird, ist eine ziemlich launige Kurz-Companion des Doctors.

So sehr sogar, dass der sie einlädt dies dauerhaft zu sein. Allerdings lehnt sie ab. Ich glaube die gute Frau ist das einzige weibliche Wesen der Serie im fortpflanzungsfähigen Alter, die sich nicht sofort in ihn verguckt. Vielleicht mag ich sie auch deswegen. Aber ihre Begründung ist definitiv interessant, denn sie durchschaut das der Doctor an und für sich etwas unmenschliches an sich hat, als 900 Jahre altes Alien, aber rät ihm auch sich nach einer anderen Companion umzuschauen, weil es eben seine Mitreisenden sind, die ihn menschlich machen und die nötige Bodenhaftung verleihen. Ach ja, außerdem ist die Rachnoid Queen eines der cooleren und besseren Designs und SFX der Serie, dadurch geholfen das sie nicht CG sondern rein Practical Effects ist.

Und es geht gleich gut weiter, denn in der ersten richtigen Folge der Staffel, Smith and Jones, treffen wir eben auf die wirkliche neue Companion: Martha Jones. Als das komplette Gegenteil von White Trash Rose ist die weder weiß noch trashig, sondern eine schwarze Medizinstudentin. Und eine Schauspielerin, deren Gesicht einem bekannt vorkommen könnte, denn sie hatte bereits eine Rolle (erklärt als Cousine, da sie ziemlich endgültig war) im Finale der vorigen Staffel. In Torchwood ist sie wohl dann später auch vertreten, aber wer interessiert sich schon für Torchwood? Abgesehen von Children of the Earth niemand.

Es gibt nichts an Martha nicht zu mögen, denn sie ist intelligent, zielstrebig, hat eine zum Doctor passende verspielte Ader, und bringt eine weniger nervige Familie mit. Allerdings verliebt auch sie sich sofort in den Doctor, und bei jedem der zahlreichen Momente, die uns in der Staffel daran erinnern, musste ich die Augen verdrehen. Aber gut, Charaktere sind nur interessant, wenn sie Fehler haben, und der große Fehler des ansonsten Rundum-Sympathiepakets Martha Jones ist halt das sie scharf auf den Doctor ist. Immerhin ist sie schlau genug zu sehen, dass dies nicht gut enden kann, und deswegen – nachdem sie ihren Abenteuerdrang ausgelebt hat – scheidet sie freiwillig am Ende der Staffel aus, statt vom Doctor irgendwann auf einer Insel im Nirgendwo einer Paralleldimension ausgesetzt zu werden wie eine räudige Hündin.

Doch leider kann der gut hingelegte Start der Staffel nicht ganz aufrecht erhalten werden. Nach dem Special und den ersten zwei Episoden erreichen wir Gridlock. Eine Folge, die sich hauptsächlich darum dreht, dass die letzten Überlebenden einer Zivilisation in einem endlosen Autobahnstau leben, nichts von den Killerkrabben unter ihnen ahnend. Eine unglaublich dumme Folge, die viel interessantere Themen zu Nebenszenen degradiert. Statt Drogen direkt Gefühle einwerfen zu können, beispielsweise. Oder das lang als Großereignis angekündigte Ausscheiden des Face of Boe. Was ein Würdeloser Abgang für einen der interessanteren und mysteriöseren Charaktere der Serie.

Gefolgt von Daleks in Manhattan und Evolution of Daleks. Der übliche Schund um die diesmal aber wirklich vielleicht garantiert eventuell letzten Daleks die es je gab und für immer geben wird, die New Who mindestens ein Mal pro Staffel herausholen muss, bis die angeblich so fürchterlichen Antagonisten mehr zum Running Gag verkommen. Zusammen mit Schweinemenschen als Diener, einer nicht endend über ihre Attraktion zum Doctor sprechendn Martha Jones, einem komplett verschwendeten Andrew Garfield, und einem kurzatmig sprechenden Dalek-Mensch-Hybriden. Übrigens zwei der drei Folgen der Staffel mit den wenigsten britischen Zuschauern zur Erstausstrahlung – so viel also dazu, dass die ikonischen Daleks alleine noch irgendwelche Anziehungskraft hätten.

Nach immerhin nur vier minderwertigen Folgen wird die Staffel allerdings um 42, eine simple aber effektive Story um die letzten Minuten eines in eine Sonne driftenden Raumschiffs, herum wieder besser. Die nächste Doppelepisode Human Nature und The Family of Blood ist dann wieder leicht Horror und bietet vor allem einen Einblick darin, wie der Doctor wäre, wäre er ein echter Mensch. Mit echten Gefühlen und so. Hätte nicht unbedingt zwei Folgen einnehmen müssen, aber insgesamt schon ganz Ok.

Dann kommt Blink, die Highlight-Episode, die allerdings kurioserweise die mit den niedrigsten Einschaltquoten der Staffel darstellt. Vielleicht weil sie eine Doctor light Episode ist, in der David Tennant hauptsächlich in vom Rest-Cast losgelösten Videobotschaften kommuniziert. Ich stelle nach zwei Exemplaren erst mal noch keine Theorie dazu auf, dass mit die besten Folgen dieser und der letzten Staffel welche waren, die sich maßgeblich nicht um den Doctor an sich drehten. Jedenfalls ist das die erste Episode mit den Weeping Angels, die quasi reinste Horrorfilm-Monster sind, was die Episode etwas auscancelt, in dem viel vom Rest ziemlich humorig aufgezogen ist, was aber eine ganz gute Mischung macht. Aber es geht doch, echt gut designte neue Antagonisten, statt immer nur auf die Daleks und Cybermen zurückfallen zu müssen! Prompt gehe ich natürlich davon aus, dass wir die Weeping Angels von nun an mindestens in einer Folge pro Staffel sehen werden. Übrigens eine Episode von Steven Moffat – seine dritte für die Serie und alle drei bisher mit die besten.

Dann geht es mit Utopia in die Vorbereitung zum Finale, wobei hier hauptsächlich erst das Ende wichtig und interessant ist, der Rest der Folge ist etwas langweilig. Dafür zahlt sich halt alles in The Sound of Drums und Last of the Time Lords so richtig aus. Aber selbst der Professor hat eine junge, weibliche Assistentin, die sich in ihn verguckt hat? Gehört es zu den Time-Lord-Genen, dass jegliche weibliche Vertreter einer jeden Spezies sofort einen Eisprung bei deren Anblick bekommen?

Natürlich ist der Master wieder ein aus Classic Who bekannter Antagonist, weil New Who kann keine dramatischen Finale herbeiführen, ohne auf jene Krücke zurückzufallen. Aber hier stört es mich weniger, weil der Master nämlich wirklich ein Charakter ist, der mit Manierismen und Hintergrundgeschichte gefüllt wird, statt ihn wie die Cybermen und Daleks einfach in eine Folge zu werfen, das Publikum wird schon wissen das es jetzt ernst ist. Keine Ahnung, ob das überhaupt so viel daran liegt, wie das Finale geschrieben ist, oder einfach am Schauspiel von John Simm, aber dem Master folgt man doch gern durch diese Folgen. Ach ja, und Jack ist auch fürs Finale back! Yay. Wobei das Deus-Ex-Machina-Ende über die Kraft des Glaubens in den Doctor doch sehr Anime war.

Aber hey, Staffel 3 ist bisher die beste von New Who. Ein paar Folgen sind immer noch nicht gerade der Burner, und die Daleks dürften gern wirklich mal für eine Weile eingemottet werden, aber der überwiegende Teil der Staffel war echt gut.