Tatort Giftschrank: Der Gelbe Unterrock

Wir lassen die 70er nun hinter uns. Ganz knapp. Der nächste Giftschrank-Tatort ist nämlich die Nummer 109 vom Februar 1980, den man anschließend erst 2016 wiedersehen sollte. Der Gelbe Unterrock heißt er und ist der dritte und letzte Fall von Kommissarin Buchmüller. Und nur einer von zwei Tatorten aus 1980, der im Giftschrank landete.

Wir beginnen bei Harry, der gern mal mit Damenklamotten tantz. Gerade ist das der tituläre gelbe Unterrock, den die Familie Klefisch für den Karneval an Harrys Mutter gegeben hat. Eine verschlüsselte Nachricht im Radio wiegelt Harry allerdings auf. Er steckt den Unterrock ein und fährt zur Familie Klefisch, wo er Tochter Marianne dazu zwingt, ihn in die Wohnung zu lassen. Er nennt sie Molly, sperrt sich mit ihr zusammen in ein Zimmer, und will sie zu seiner Freundin machen. Als jemand die Wohnung betritt, drückt er ein Kissen auf Mariannes Gesicht, damit sie nicht schreit. Eine fremde Männerstimme sagt ihm, er habe sie umgebracht, woraufhin Harry flieht.

Die Ermittlungen brauchen ein wenig, bis sie einen Tatverdächtigen haben, obwohl Mariannes Vater Harry im Treppenhaus an sich vorbeilaufen sah, als er seine tote Tochter fand. Immerhin hatte auch Marianne etwas zu verheimlichen, stahl sie doch Opiate in der Apotheke, in der sie arbeitete. Ihre Vorgängerin und Bekannte Mariannes, Molly, war da auch nicht besser und ist nun sogar mit einem Drogenhändler liiert, nachdem sie die Verlobung zu Harry beendet hat. Irgendwann ist Harry dann auch mal der Tatverdächtige, kann aber im Trubel des Mainzer Karnevals immer wieder verschwinden.

Letztendlich findet Buchmüller sowieso raus, dass Molly hinter allem steckt. Marianne wollte auch ins Drogengeschäft einsteigen und war Molly und ihrem Freund im Weg. Molly sendete also die kodierte Nachricht an Harry, damit der Marianne ausschaltet. Oder damit er zumindest wie der Täter aussieht, sollten Molly und ihr Freund, wie auch eingetreten, selbst noch Hand anlegen müssen.

Was ein verwirrender Film. Also wenn das dann mal alles auseinanderklamüsert ist, ist der nicht so komplex. Aber wirklich am Ball zu bleiben, wer jetzt wen von wann kennt, ist echt irgendwie anstrengend. Dabei ist der Film eigentlich ziemlich langweilig. In der Szenen zu Beginn, wenn Harry Marianne festhält, und auch wenn er später im Kanrevalstroubel untergeht, die sind noch ganz Ok. Ansonsten passiert aber einfach nicht viel, außer das Leute lang in dunklen Räumen stehen und miteinander mehr oder minder wichtige Informationen austauschen. Der Gelbe Unterrock ist mit 100 Minuten gut 20 länger als die anderen, es scheint aber weniger als in der Regel zu geschehen.

Passenderweise ist einer der Gründe, warum er so lange im Giftschrank war, angeblich auch schlichtweg, dass die Qualität nicht stimmt. Zu scheiße zum Wiederholen sozusagen. Dazu kommt dann noch, dass Gewalt gegen Frauen etwas zu verherrlicht gewesen sein soll, was man nach aktuellen Standards natürlich nicht mehr so wirklich sieht. Aber der Hauptgrund waren wohl wirklich die Qualitätmängel. Man hätte es Nicole Heesters gegönnt einen besseren letzten Fall als erste Tatort-Kommissarin zu bekommen.