Demon Beasts

Es gibt durchaus gute Hentais. Bible Black, Kite, Wet Summer Days oder Words Worth zum Beispiel. Angelium, Dragon Rider, Koihime und Beat Angel Escalayer sind auch ganz Ok. Ob es sich natürlich ähnlich wie bei den Anime von Bee-Train wirklich lohnt, durch die Unmengen an Müll zu waten, um hier und da mal was brauchbares zu finden, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt. Doch die Dinger von Toshio Maeda können ja ganz nett sein, mir haben Urotsukidoji, Lady Blue und Demon Warrior Koji gefallen. Die anderen La Blue Girls, späteren Urotsukidoji-Sequels und Adventure Kid hingegen waren eher nicht so toll. Mal schauen, auf welche Seite das ebenfalls auf einem Manga von ihm basierende Demon Beast Invasion fällt.

Die besagten Demon Beasts sind eigentlich Aliens, die sich die Erde Untertan machen wollen, obwohl sie in der hiesigen Atmosphäre nicht überleben können. Sie übernehmen dafür einfach die Körper von Sterblichen und versuchen Frauen zu schwängern, um einen angepassten Mischling zu zeugen, der die Invasion vorbereiten soll.

Unsere zwei Hauptcharaktere sind Kayo und Muneto. Kayo ist ein Mädel, welches es nach einigen Schwängerungs-Misserfolgen des Demon Beasts in Episode 1 schafft, in Episode 2 tatsächlich eines zur Welt zu bringen. Dessen Ziel ist es fortan über den Rest der Serie, sich mit Kayo, da sie so toll kompatibel ist oder was weiß ich, erneut zu vereinen. Muneto ist ein alter Schulfreund von ihr, Spross einer Tempelfamilie und Agent für die interplanetare Polizei. Außerdem werden er und Kayo ein Paar, sobald der vom Demon Beast eingenommene aktuelle Freund Kayos am Ende besiegt werden kann.

Die Handlung ist ziemlich episodisch, zwar bauen die Folgen irgendwie aufeinander auf, sind aber auch in sich jeweils geschlossen. Und laufen sehr stark nach der gleichen Formel ab. Das besiegte Demon Beast regeneriert wieder, vergewaltigt ein paar Mädels, während es ständig nach seiner „Mother“ schreit. Kayo und Muneto machen ein wenig rum, bis sie aufs Demon Beast stoßen. Das bringt den Polizei-Kollegen Munetos des Tages um und Muneto und Kayo schaffen es durch die Kraft ihrer Liebe das Viech erneut zu besiegen. Das ganze wird so sehr Alltagsgeschäft, dass es schnell langweilig wird, bei einer Serie, die sowieso nie so sonderlich spannend war. Dazu kommen noch viele Inkonsistenzen was Handlung und Charakterentwicklung (wenn man überhaupt von einer solchen reden kann) zwischen den Episoden angeht. So richtig entscheiden, ob sie ernst oder goofy sein will, kann die Serie wohl auch nie. Unsympathische Charaktere mit wenig nachvollziehbaren Handlungsweisen helfen da auch nicht gerade. Oder die ständige Riege an unterentwickeltem permanent wechselnden Support Cast.

Und logisch ist in der Serie sowieso nix. Wenn die Aliens hier nicht atmen können, was ändert es dann, einen Mischling zu haben? Denn am Ende von Episode 2 bereiten sie schon ihre Invasion vor, eben weil jener eine zur Welt gekommen ist. Und warum, wenn jener ja so unsterblich ist und immer wieder kommt, versuchen sie in den folgenden Episoden nie wieder eine? Was macht Kayo so besonders? Warum ist Muneto Teil einer spirituellen Familie, wenn er doch nie irgendwelche besonderen Kräfte zu nutzen scheint? Abgesehen vom Deus-Ex-Machine „Alles wird gut“-Fick mit Kayo am Ende jeder Episode. Und wenn etabliert ist, dass dies die einzige Möglichkeit ist, das Demon Beast zu stoppen und sie es schon mehrmals getan haben, schon länger ein Paar sind, warum kommt Kayo in der letzten Episode plötzlich mit einem „Nö, ich bin jetzt nicht in Stimmung“? Ernsthaft? Geht ja nur um die Weltrettung, Mädel. Warum sind das Demon Beast jede Episode anders aus? Warum Muneto und Kyo in den finalen zwei ebenfalls? Warum sind sie jedes Mal so geschockt über dessen Rückkehr, wenn doch schon früh etabliert wird, dass es ständig regeneriert? Auch in einer frühen Episode etabliert ist, dass das Demon Beast ungezügelt wächst, bis er vernichtet wird oder sich mit Kayo vereinigen kann – nur passiert das in späteren Episoden nicht mehr.

Ehrlich gesagt fand ich die Serie einfach nur strunzdämlich und äußerst langweilig. Die je 40 Minuten schaffen es weder, gut gefüllt zu sein, noch sich was Großes entfalten zu lassen. Meist passiert die ersten 30 herzlich wenig um dann ein überstürztes Finale einzuleiten. Lediglich Episode 3 war brauchbar, auch von Zeichen- und Animationsqualität her, während die restlichen Episoden wie der letzte Rotz aussehen, mal mehr oder weniger stark, da wie so viele OVA-Serien die 6 Episoden über den Verlauf mehrerer Jahre (1990-94) erschienen. Das führt zu schon sehr krass unterschiedlichen optischen Aspekten, auch was Charakterdesign angeht.

Letztendlich war dann das sehr antiklimaktische „Final Chapter“ doch nicht so final, denn direkt im Anschluss wurden die vier Episoden von Demon Beast Resurrection gezeichnet. Und die sind sogar besser in allen Belangen. Schon alleine die Optik, erinnert das Charakterdesign nun wieder an die hübsche Episode 3 (und mich zudem irgendwie an die Pioneer-Anime der 90er) und die Animationsqualität ist auch viel höher als alles, was Invasion je auf den Tisch brachte.

Von der Handlung her ist es in 2 Geschichten unterteilt. Die ersten beiden Episoden holen die heißen Amazonen der galaktischen Polizei aus Episode 3 zurück (warum genau tauchten die überhaupt nie wieder in der ersten Serie auf?) und bekämpfen das erneut erwachte Demon Beast, das Kayo geboren hat. Die anderen beiden Episoden widmen sich Kayos Cousine aus Episode 4, die eine Sex-Sekte gegründet hat, um das Demon Beast zu beschwören – ein reinrassiges, nicht das Mischlingskind.

Beide Episoden sind auf jeden Fall wesentlich besser erzählt, da es nicht nur optisch sondern auch im Grundton, Atmosphäre und Handlung wesentlich geradliniger und kohärenter ist, als das heillose, unlogische Durcheinander der ersten Serie. Sicher, Kayo hat immer noch keine Persönlichkeit und Muneto ist immer noch erstaunlich unnütz, außer zum Deus-Ex-Machina-Ficken, aber im Gegensatz zur ersten Serie ist Resurrection regelrecht sehenswert.

Aber wie steht’s überhaupt um den zwei Bände umfassenden Manga von Toshio Maeda, auf dem das Alles basiert? Urotsukidoji hat mich ja in Zwanzigzehn gelehrt, dass es da doch frappierende Unterschiede geben kann. Das ist bei Demon Beast Invasion ziemlich genauso, so nutzen Original-Manga und Anime-Adaption die gleichen Charaktere und bauen auf die gleiche Prämisse auf (Alien-Monster wollen Menschenfrauen schwängern, um den Planeten zu übernehmen), damit hören die Gemeinsamkeiten dann aber erneut weitestgehend auf und beide erzählen unterschiedliche Ereignisse.

Im Manga kommt Muneto beispielsweise erst im zweiten Band vor, wenn Kayo nach der Schwangerschaft mit einem Demon Beast und das Anheimfallen ihrer Bekannten an jenen die Schule wechselt, um von vorn zu beginnen. Insgesamt ist der Manga besser, als die erste OVA-Serie, da erneut wesentlich besser zusammen hängend, statt das kurze episodische Format zu wählen – hier wird eine durchgehende Handlung erzählt. Allerdings nimmt es auch er mit interner Logik nicht immer ganz genau, hat nicht einen sympathischen Charakter zu bieten, die alle häufig wenig nachvollziehbar handeln (erstes Aufeinandertreffen von Muneto und Kayo beinhaltet beispielsweise, dass er sie vergewaltigt, während er darüber sinniert, er verliebe sich gerade in sie und sie ganz doll sich schämt, dass er sie „so“ zu sehen bekommt… because Japan).

Dafür hat das Teil einige der witzigsten (und ich glaub nicht freiwillig) Dialoge, die ich je zu lesen bekommen habe. Hier nur mal zwei Beispiele.

(Englischlehrerin zu Kayo) -If you learn English, you can even get a foreigner for a lover.
(Kayos Antwort darauf) -But… I’m scared of AIDS!!

(Kayos Freundin nachdem Kayo den Mischling zur Welt gebracht hat, der sich prompt an jener vergriffen hat) -It’s true!! My first time was with a demon you gave birth to!! L… Look! It’s so loose. It may never go back to normal…

Zu Schreien komisch. Wobei der Manga, trotz hier und da etwas schrulliger Momente, eben nur dann komisch ist, wenn er es gar nicht sein will.