1313: Wicked Stepbrother

ava-20541313: Wicked Stepbrother ist ein Titel, der mich bei homoerotischem Horror gleich an beste Nicht-wirklich-Inzest-aber-nah-genug-dran Fetische denken lassen müsste, aber es mich dennoch nicht wirklich erwarten lässt, denn das hier ist ein David DeCoteau, und der Mann weiß nicht wirklich, wie man homoerotisch inszeniert, und Horror-Filme sind die Dinger sowieso nicht.

Die ersten 5 Minuten des Fijmes sind bereits Exposition Central. Jarrod morgens vor dem Spiegel hat folgenden Dialog an seine Reflektion „endlich 18“ Pause„endlich alt genug zum Wählen“ Pause „alt genug fürs Militär“ Pause „endlich 18“. Ok, dass war a) eine ziemlich unfeine Art und Weise zu etablieren, dass Jarrod nun 18 ist, und mindestens drei Sätze davon überflüssig, da alle 4 genau die gleiche Aussage haben: „Jarrod ist 18“. Umso überflüssiger, weil sein Stiefbruder Sebastian als nächstes ins Bild kommt, und die beiden genauso unfein darüber reden, dass Heute die Pool-Party zu Jarrods 18. Geburtstag ist, dass Jarrod eigentlich die meisten eingeladenen Freunde nicht wirklich gut kennt, dass die beiden sich nicht leiden können, dass Jarrods Vater verstorben ist, dass Stiefbruder Sebastian und Stiefmutter Minerva arm waren, bevor in die reiche Familie geheiratet wurde, und das mit seinem 18. Lebensjahr Jarrod nun das ganze Vermögen erbt. Na so sehr kann dessen Vater die neue Braut und deren Sohn ja nicht gemocht haben, wenn er denen absolut nichts hinterlässt, noch nicht mal ein Wohnrecht im Haus einräumt, denn tatsächlich wird alles an Jarrod übergehen.

Genau genommen war das aber nicht die erste Szene, denn diese Filme müssen immer mit einem schnellen Kill beginnen, in diesem Fall ist einer der Gäste frühzeitig aufgetaucht, geht für fünf Minuten im Pool schwimmen, wird dann abgestochen, und Sebastian hat dann in der nächsten, besagte „hier sind alle Infos darüber was los ist und wie wir zueinander stehen“ Exposition-Szene jenes Messer in der Hand. Und lasst mich mal sagen, ein kleiner und stumpfer aussehendes Brotmesser hätte man nicht finden können. Mensch, diese Filme sind in DeCoteaus Haus gedreht, und der Mörder kommt mit seinen Messern den Opfern eh nicht nahe, sondern wir sehen immer ein Cut auf das Messer, eines auf das erstaunte Opfer, und dann beginnt die nächste Szene, von daher wäre es total ungefährlich gewesen, den Kerlen einfach ein echtes und echt scharfes Messer aus der Küch in die Hand zu drücken. Mit dem Ding hier bekäme man keine Butter zweigeteilt. Und jener Anfangskill zeigt auch mal wieder, wie wenig DeCoteau wirklich aus dem Fanservice dieser Filme macht. Er filmt einen Kerl nur in Badehose bekleidet für 5 Minuten, während Musik läuft, die indiziert, dass dies hier sexy sein soll, da er ihn aber 5 Minuten beim Schwimmen im Pool filmt, sehen wir absolut nichts vom sexy Oberkörper, weil der eben unter Wasser ist, während die Kamera über Wasser bleibt.

Jedenfalls ist eine Pool-Party natürlich einen gute Ausrede, warum beliebige Kerle nach und nach auf der Türschwelle auftauchen, und bereits nichts außer einer Badehose anhaben. Wobei, erneut etwas genauer drüber nachgedacht, hätte es nicht Sex-Appeal, wenn wenigstens einige davon voll bekleidet auftauchen, und dann einen netten Striptease hinlegen, wenn sie sich fürs Planschen bereit machen? Inklusive sich mit Lotion einreiben etc.? Es gibt sogar später eine Szene, bei der sich ein Kerl von seinem #NoHomo-Kumpel eincremen lässt, aber da der wie ein toter Fisch auf der Liege liegt, und der andere erneut nur drei Mal unbeholfen auf dessen Rücken klopft, und dann schon wieder verschwindet, kann man das kaum sexy nennen. Ich habe echt keine Ahnung, warum DeCoteau diese Ausreden ins Script schreiben lässt, um homoerotische Szenen zu drehen, und dreht sie dann im wenigst erotischen Framing, dass einem einfallen könnte. Wenn der eine Kerl nur in Boxer-Briefs die Treppe hinauf geht, filmt DeCoteau das von einem low angle, aber wir sehen nix von den sexy Pobacken, weil DeCoteau ihm nicht die Treppe hinauf folgt, sondern unten stehen bleibt. Warum?

1313: Wicked Stepbrother verkommt sowieso zwischen Minute 10 und 60 zu einem weiteren Ju-On, wie das die Slasher-Filme von DeCoteau so an sich zu haben scheinen. Ein halbnackter Kerl taucht an der Türschwelle auf, geht für 5 Minuten durchs leere Haus, ruft dabei gefühlt hundert Mal „Hallo?“ und wird dann erstochen. Und schon taucht der nächste Schönling auf, über den wir nichts herausfinden werden, abgesehen von seinem Namen, und auch nur das vielleicht, um erneut fünf Minuten Hallo-rufend durch die gleichen Räume zu streichen und ermordet zu werden. IMDB sagt mir, dass der Cast neben den beiden Stiefgeschwistern 8 weitere Typen enthält, aber gegen Ende des Filmes fühlt es sich an, als hätten wir doppelt so viele Randos unmotivert dahinscheiden sehen. Und noch nicht mal wirklich das, weil Kills in diesen Filmen sind ja immer Off Screen und unblutige Reaktions-Shots.

Aber hey, gut für Michelle Bauer mit DeCoteau befreundet zu sein. So hat sie erneut eine Rolle bekommen, nämlich die der Stiefmutter, und diesmal darf sie sich sogar von zwei der knackigen Kerle betatschen und ein wenig knutschen lassen. Und für ihr Alter hat die gute Frau auch noch ein recht gutes Fahrgestell. Und ist bisher in jedem dieser Filme eine der bessern Schauspieler gewesen, bei der man zumindest das Gefühl bekommt, dass sie sich was anstrengt und Spaß an der Sache hat.

Natürlich ist von Anfang an klar, dass dieser Film wieder eine Wendung bereithalten wird, die wahrscheinlich erneut so viel Sinn ergibt, wie dass der Killer in 1313: Night of the Widow einen Komplizen hat, obwohl er seinen Tod vorgetäuscht hatte, und somit keiner ihn verdächtig hätte, nur weil er nie dann, wenn jemand umgebracht wurde, zu sehen war. Jedenfalls ist ziemlich von der ersten Szene ab klar, dass der Film uns glauben machen will, dass Sebastian der Böse ist. Immerhin ist er der Stiefbruder. Und er heißt auch noch Sebastian. Also hab ich natürlich direkt darauf getippt, dass herauskommen wird, dass Jarrod der Wicked Stepbrother ist, nicht Sebastian. War auch so, aber nicht ganz so wie gedacht. Stattdessen lässt zur Hälfte des Filmes ein Kindheitsfreund von Jarrod fallen, dass er gar nicht wusste, dass jener einen Stiefbruder hat. Was ich in der ersten Sekunde nur für eine weitere Unglaubwürdigkeit im schlechten Script hielt, bis ein paar Sekunden später dann der Groschen viel und mit klar war, dass 1313: Wicked Stepbrother einen auf Fight Club machen wird. Genau so war es dann 40 Minuten später auch. Nur macht das natürlich erneut wenig Sinn, weil die Stiefmutter mit Sebastian interagiert, selbst wenn Jarrod woanders im Raum ist. So was wie Fight Club oder The Sixth Sense ist aber eben nur dann clever, wenn man die vorigen Szenen Revue passieren lassen kann, und einem auffällt, dass tatsächlich keiner außer Jarrod je mit Sebastian interagiert hat, bzw. Sebastian in einigen Szenen schlichtweg Jarrod selbst war.

Clever ist allerdings absolut nicht das Wort, dass irgendjemandem beim Schauen eines 1313 einfallen würde. Leider im Falle von Wicked Stepbrother schon eher das Wort langweilig. Irgendwie sind die Slasher immer die weniger unfreiwillig komischen Filme, sondern die einfach halbherzig dahin geschluderten. Wie gesagt hilft es natürlich nicht, dass der Plot nur in den ersten und letzten 10 Minuten untergebracht ist, und der komplette Rest des Filmes einfach Mordopfer durch die Drehtür geschleust werden.

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1313: Nightmare Mansion

ava-2052Ich habe gelogen. Weil IMDB mich angelogen hat. Es gibt gar nicht 13 Filme in der 1313-Reihe, sondern tatsächlich 14, weil alles andere würde ja Sinn machen, und die Franchise sträubt sich mit jeder Faser genau dagegen. Es ist nur so, dass der erste Film, 1313: Nightmare Mansion, in der IMDB-Übersicht mit seinem Alternativtitel A Dream Within A Dream geführt wird. Außerdem hatte er wohl den Working Title Son of a Witch. Da bereits der nächste 1313 schon immer als 1313: Wicked Stepbrother geführt wurde, nehmen ich mal an, wir haben es hier mit einem Film zu tun, der wegen seiner starken Gemeinsamkeiten zu einem 1313 umbenannt wurde. Ähnlich wie Heidi eigentlich noch vor der World Masterpiece Theater Reihe erschien, oder Nausicaä vor der Gründung vom Studio Ghibli produziert wurde, aber in den Canon integriert wurden.

Wobei 1313: Nightmare Mansion direkt mit einer Sache überrascht, die ich so noch in keinem Film von David DeCoteau zu Gesicht bekommen habe: Die Nachtszenen sind tatsächlich nachts gedreht! Dafür auch hier komplett alles in dessen Haus. Was etwas merkwürdig ist, wenn wir zu Beginn des Filmes angeblich an anderen Orten sein sollen. Denn unser Bösewicht lädt 6 Mitschüler zu einer Party bei sich ein, weil er eben jene Sünder für ein Ritual braucht, um seine Hexenmutter wiederbeleben zu können. Netterweise gibt er uns damit auch schon direkt ihre Archetypen an, bevor wir überhaupt einen Cut zur Einladungsszene haben, die uns den Charakter dann zeigt. Wir haben also den Religiösen, den Clown, den Bücherwurm, den Trinker, den Schwulen, und das Alibi-Weib. Und jene Einladungen übergibt er ihnen theoretisch in der Schule, aber ich habe bereits zu viele 1313-Filme gesehen, um all dies nicht als DeCoteaus Haus zu identifizieren. Im Wohnzimmer steht der Elefant und der Sesse in Autoform, im Flur hinter der Bar die Kuh mit der Krone, hinter der Treppe ins Obergeschoss der Baumstamm mit den Schlampenstiefeln. Ich kenne mich hier aus. Nicht, dass DeCoteau sonderlich versucht, dies hier wie eine Schule aussehen zu lassen, wenn Hexen-Kerl den Bücherwurm einlädt, dreht er die Szene mit der Hausbar eindeutig im Hintergrund ersichtlich.

Aber jetzt kommt überhaupt das Beste im ganzen Film. Es sollte mittlerweile klar sein, dass DeCoteau immer gern eine Ausrede findet, um die Schauspieler in Unterwäsche zu präsentieren. Bei Nightmare Mansion war „weil Magie“ scheinbar bereits Grund genug. Unsere 6 Charaktere tröpfeln also nach und nach einzeln oder als Duo beim Haus ein, und das noch mitten am Tag, obwohl die Einladung eigentlich spezifisch nach Sonnenuntergang sagte, aber über das Editing der Zeit sollte man sich eh nicht sonderlich den Kopf zerbrechen, später ist nämlich jede Außenszene eindeutig nachts gedreht, sobald die Charaktere dann das Haus wieder betreten aber strahlend helle Sonne durch die Fenster scheinend. Okay, jedenfalls sobald jemand das Haus betritt gibt es einen weißen Flash, und plötzlich wachen sie wo ganz anders auf, und das in nichts außer weißer Unterwäsche – abgesehen vom Alibi-Mädel, die bekommt ein pinkes Nachthemd oder so an, weil wer will die schon unbekleidet sehen. Und ich kann mir nur vorstellen, dass zuerst das Script geschrieben wurde, die zehn Minuten, die das wahrscheinlich überhaupt gedauert hat, und erst später jemand auf die Idee kam, dass „weil Magie“ genug Grund dafür ist, warum die plötzlich nackt ins Haus warpen. Denn niemand spricht es an. Alles andere schon. Wo bin ich? Was war das weiße Licht? Wo ist mein Freund, mit dem ich angekommen bin? Nur irgendwie nie: Warum bin ich fast nackt? Erst 40 Minuten und beim fünften Gast kommt es, dass jener mit den Worten „woah, wo sind meine Klamotten hin?“ aufwacht, sobald er dann aber Hexen-Kerl zur Rede stellt erneut komplett vergisst dies erneut  zu fragen.

Ist auch herrlich, wie Religiös-Kerl und Gutmensch-Mädel sofort zum Schluss kommen, dass hier was Übernatürliches am Werke sein muss, weil die Ereignisse so unerklärlich sind. Wirklich? Ihr werdet von einem Kerl, den ihr kaum kennt, zu einer Party bei sich eingeladen. Sobald ihr das Haus betretet habt ihr einen Black Out, wacht anschließend nur in Unterwäsche auf nem Bett oder Sofa auf. Also mein erster Gedanke wäre, dass mich jemand betäubt und ausgezogen hat, entweder wegen eines echt schlechten Streiches, oder zum Zwecke von Date Rape. So super unerklärlich ist das soweit nämlich noch nicht. Na ja, kurz darauf finden sie ja auch ein interessantes Buch, welches uns der Film nie zeigt, weil Requisiten kosten Geld und Zeit, stattdessen erzählen uns die beiden, was sie darin sehen. Und scheinbar ist auf der ersten Seite eine Liste aller Eingeladenen, dann kommt ein Stammbaum des Hexen-Kerls, dann ein Bild einer Hexenverbrennung, welches die beiden sofort schließen lässt, er muss eindeutig eine Hexe sein, und dann „Bilder aller menschlichen Katastrophen der letzten 300 Jahre“. Wow, das Buch ist mal beliebig.

Jedenfalls muss Hexen-Kerl alle 5 Kerle tot sehen und das Mädel dann zur Wiedergeburt seiner Mutter machen oder so, denn genau genommen ist das alles etwas random erneut. Ein paar von den Leuten tötet er direkt, wie den Alkoholiker und den Bücherwurm, andere hetzt er wiederum gegeneinander auf, um sich gegenseitig umzubringen, weil warum auch nicht. Und der Schwule fällt ganz aus dem Film. Also wie gesagt hat jeder eine heimliche Sünde, und 1313: Nightmare Mansion nimmt scheinbar an, dass ein Kerl um die 20 aus der weißen Oberschicht im Jahr 2011 in Beverly Hills ernsthaft ein Problem mit seiner Homosexualität hat. Also ist das sein großes Geheimnis, dass der Hexer für sich ausnutzen will. Und dann kommt die unerotichste homoerotisch gemeinte Szene in einem Film ever, wenn der Hexer den Schwulen verführen will. Wie immer haben die Kerle keine Chemie, und halten gute eine Erektionsweite Abstand voneinander. Jedoch fangen sie an, sich gegenseitig zu berühren, und das so Fingerspitzig und so weit nördlich des Bauchnabels, dass es aussieht, als würden sie in nem toten Tier rumstochern oder so. Und dann gibt es einen Cut und wir sehen den Kerl nie wieder. Wir können nur davon ausgehen, dass er ihn dann wohl umgebracht hat?

Witzigerweise gibt es sogar eine homoerotische Szene, die zumindest ein wenig heiß ist. Und zwar, wenn er die Sünde des Clowns aufdeckt. Scheinbar hat er versehentlich als Kind seinen Hund umgebracht. Sünde: Mord! Wie kann er sie wieder gut machen? In dem er einen seiner Freunde umbringt. Also ich weiß ja nicht. Als 9-Jähriger versehentlich für den Tod eines Hundes verantwortlich zu sein, oder als 19-Jähriger ganz bewusst einen anderen Menschen abstechen? Klingt das wie ein guter Handel? Jedenfalls, warum auch immer, aber Gott segne wer auch immer den Einfall hatte, fangen Clown und Hexer an, die Klinge des Messers zu lecken. Zungenkuss-Dreier via Klinge, herrlich.

Was war eigentlich die Sünde der beiden Mains? Sowohl das #NoHomo-Alibi-Mädel, sowie der Priester-Sohn scheinen nicht wirklich eine zu besitzen. Bei allen anderen sagt uns der Hexer, was sie verbrochen haben. Bei denen nicht. Stattdessen warpt er sie in den Whirlpool, und eine weitere absolut nicht-erotische Szene beginnt, die gut 10 Minuten andauert. Und zwar stehen die jetzt bis zu den Knien im Wasser, und fangen an sich genauso unmotiviert mit den Fingerspitzen zu berühren, hauptsächlich die Arme und Schultern dabei nicht verlassend. Und irgendwann macht dann der Hexer auch noch mit. Irgendwann ist die Szene dann plötzlich rum, Hexer und Priester-Sohn sind in einem ganz anderen Raum bei einer ganz anderen Konversation, und genauso ruckartig wird der Hexer auch schon besiegt. Da wir aber immer noch die 80 Minuten nicht voll haben, gibt es noch einen Sinnfreien Epilog von 15 Minuten, der komplett aus zwei Szenen besteht: Zuerst nimmt der Clown eine lange Dusche, weil was wäre ein 1313 ohne den wahren Star der Franchise, DeCoteaus Duschzelle; und dann den Priester-Sohn im Bett, der vom Nicht-wirklich-Dreier im Pool träumt und sich dabei unsittlich betatscht, und diesmal ist das sogar ein kleinwenig erotisch, oder wäre es zumindest, wenn DeCotau nicht gut 10 Minuten drauf halten würde. 80 Minuten gefüllt, roll Credits.

Ok, ich muss gestehen, in 1313: Nightmare Mansion habe ich mich fast ein kleinwenig verliebt. Ich finde es immer noch etwas schade, dass DeCoteau zwar reichlich lahme Ausreden findet, möglichst viel nacktes Männerfleisch aufzufahren, vom Framing her das aber immer noch oft so erotisch wie eine Metzgertheke gestaltet ist, wobei Nightmare Mansion zumindest in genannten zwei Szenen fast schafft, hierin Besserung zu präsentieren. Aber abgesehen davon ist das hier wirklich ein herrlich inkompetenter Film, mit dem man gut Laune haben kann, sowohl beim unsinnig Script, bei den idiotischen Dialogen, der schlechten Szenenabfolge, und der Kontinuitätsprobleme. Dumm, aber schön dumm ist 1313: Nightmare Mansion.

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1313: Actor Slash Model

ava-2050Mensch, während des Schauens dieser 1313-Filme kann man echt manchmal leicht verwirrt sein, in welchem man jetzt ist. Die sind alle komplett im gleichen Haus gedreht, und haben häufig sogar gleiche Schauspieler in den Rollen. 1313: Actor Slash Model beispielsweise als Alibi-Frau Michelle Bauer, die für DeCoteau bereits in den 90ern vor der Kamera stand, und in drei weiteren 1313s zu sehen war, beispielsweise als eine der Cougar in Cougar Cult. Auch in beiden Filmen wäre Carey James, der eigentlich Model ist, und bar jeglichen schauspielerischen Talents bleibt, was ich in Cougar Cult nur nicht mitbekam, weil er dort der Anfangskill war, der nach zwei Sätzen 5 Minuten unter der Dusche stand und dann das Zeitliche segnete.

Das ist tatsächlich auch schon das Thema von 1313: Actor Slash Model, ein Titel der wie Cougar Cult doppelte Bedeutung hat, und ein etwas merkwürdiges für einen Film von David DeCoteau: Ein Schauspieler bringt seine Konkurrenz um, die nur deswegen Rollen bekommt, weil sie so heiß aussehen, eigentlich nur Models sind, die nicht schauspielern können. Womit er bei den meisten auch recht hat, aber hey, ist ja nicht so, dass er jetzt um Meilen besser wäre. Es ist einfach ein wenig schizophren, wenn ein Film von David DeCoteau, der alle 10 Minuten einen neuen Kerl aus dem Nichts mit nacktem Oberkörper die Bühne betreten lässt, einen Moralischen bekommt, weil heutzutage nur noch hübsche Körper statt schauspielerisches Talent gecastet wird.

Woher kommt überhaupt der Gedanke, dass diese beiden Dinge automatisch einander ausschließen? Die Welt ist leider nicht so fair, dass einige Leute mit Intelligenz, andere mit gutem Aussehen, andere mit Charisma, und wieder andere mit Talent ausgestattet werden, nein, ganz unfair bekommen einige Leute alles und andere nichts davon in die Wiege gelegt. Nur weil ein Kerl so heiß ist, dass man Spiegeleier auf seinem Waschbrett braten könnte, bedeutet das nicht, dass er automatisch kein schauspielerisches Talent hat. Klar, die Kerle in den 1313 schon, aber die werden ja für diese Gigs nur damit bezahlt, eine kostenlose Pool Party in DeCoteaus Haus haben zu dürfen, während er sie filmt. Ganz davon abgesehen scheint das Script auch der Meinung zu sein, dass dies ein neues Phänomen ist. Attraktiven Leuten den Vorzug in einem Casting zu geben, es sei denn die Rolle ist spezifisch dagegen ausgelegt, gibt es so lange, wie es das Filmemachen gibt – das ist kein neues Phänomen.

Gutes Aussehen garantiert einem übrigens auch keine Rolle, so wie das dieser Film hier einen Glauben machen kann, oder zumindest keine Rolle außerhalb sowas wie einem an einem Nachmittag gedrehten Billig-Film der Marke 1313. Auch gutaussehende Schauspieler können es schwer haben sich einen Namen zu machen, sonst würden diese ganzen hübschen Kerle nicht in sowas wie Actor Slash Model auftreten müssen, um überhaupt mal in was ihren Fuß zu bekommen. Dann wiederum hat der Film eh kein großes Verständnis davon, wie die Branche funktioniert, immerhin ist ein Plotpunkt, dass einer der Kerle, der die Hauptrolle in einer extrem beliebten Fernsehserie spielt, überlegt, ob er in der nächsten Season dabei sein soll. Sorry, aber Serien machen keine Season by Season Verträge mit ihren Schauspielern, schon gar nicht mit den Hauptrollen. Man wird gleich für mehrere Staffeln verpflichtet, und natürlich läuft auch der mal irgendwann aus, aber wenn die Erfolgsserie definitiv weiterlaufen wird, dann erneuert man den Vertrag sicher nicht auf den letzten Drücker zwischen zwei Staffeln. DeCoteau hat seit 1985 über 100 Filme gedreht, sollte der sich nicht etwas besser auskennen?

Wird dem Film selbst irgendwie dann auch ziemlich schnell zu doof. Nach knapp einer halben Stunde gibt er bis kurz vor Ende nämlich jegliche Handlung und Struktur auf, nachdem unser Actor-not-Model jeden benannten Actor/Model des Filmes bereits zerslashert hat. Stattdessen wird aus dem Film ein Ju-On: Es geben sich einfach komplett zufällige Neuankömmlinge die Klinke in die Hand, tauchen auf der Türschwelle des Hauses auf, netterweise bereits schon nur in Shorts oder Badehose bekleidet, so muss man keine Ausrede finden, warum sie den Oberkörper frei machen, laufen ein wenig durch das Menschenleere Haus, bis sie abgestochen werden und der nächste Namenlose die Einfahrt hoch tigert, um die Sache zu wiederholen. Wer sind diese Leute und warum kommen sie zu Besuch? Eh, ich nehm mal an es geht um ein Casting bei der Tusse, der das Haus gehört, immerhin haben wir am Anfang schnell etabliert, dass sie hübsche Kerle für ihre Serien castet, und sie anschließend als Teil ihrer Film-Familie ansieht, sprich sie unangemeldet auftauchen können, um halbnackt bei ihr abzuhängen und sich ein wenig betatschen zu lassen. Wer diesen Wegwerfsatz am Anfang überhört hat, wird allerdings jeglichen Kontext missen, warum einfach ein hübsche Gesicht nach dem anderen zur Fleischbeschau auftaucht, nur um direkt abgemurkst zu werden, bevor sie dem Film was beizutragen hatten, oder zumindest mehr als ein wenig mehr Beefcake.

Ich war doch etwas enttäuscht von 1313: Actor Slash Model. Der Film hat einfach mal so überhaupt keinen Spaß mit sich selbst, noch haben das die darin Beteiligten. Klar, er bietet immerhin wieder mehr nackte Haut als Night of the Widow das tat, und Beefcake ist sicherlich die Hauptattraktion jener Filme, aber das Framing derer ist auch total lustlos. Wo die Körper in Cougar Cult von der Kamera umschmeichelt wurden, als wäre man in einem Softcore-Porno, fühlt man sich hier echt wie beim Metzger. Erinnerte mich etwas an Showgirls, um ehrlich zu sein, welches im Stipper-Business angesiedelt uns auch die nackten Frauenkörper so nüchtern-sachlich-geschäftlich darbot, dass man dies kaum anziehend nennen konnte. Nur war es dort sicherlich mit beabsichtigt, in Actor Slash Model eher nicht. Klar ist die Handlung hirnrissig, aber das eben auch nicht auf spaßige Art, und wird sich halb durch den Film sogar selbst leid, so wenig Ambition steckt dahinter. Dabei könnte dies eine Gaudi werden, ein DeCoteau-Film, bei dem der Mörder was gegen attraktive Schauspieler hat, obwohl der Stahlgehalt der Bauchmuskeln das einzige Auswahlkriterium bei DeCoteau-Filmen ist? Das als ichbewusste Komödie oder sogar Selbst-Satire aufgezogen, und hier könnte was dran sein. Aber das würde voraussetzen, dass sich hier jemand mehr als 10 Minuten lang Gedanken drüber gemacht hätte, bevor er die Kamera auf halbnackte Kerle gerichtet und es anschließend einen Film nannte.

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1313: Night of the Widow

ava-2047Stopp, ich habe noch mehr DeCoteau zu bieten, denn 1313: Night of the Widow kommt auch noch dran. Und erinnert mich in der Anfangsszene gleich an ein Markenzeichen von DeCoteau, welches ich in Cougar Cult gar nicht zu sehen bekommen habe: Hello day for night, my old friend! Ernsthaft, DeCoteau könnte sich keine helleren, Sonnendurchfluteteren Tage aussuchen, um seine Nachtszenen zu drehen, und legt dann einen so halbherzigen Blaufilter drüber, ich brauch immer die halbe Szene, bis mir klar ist, dass es Nacht sein soll, und nicht irgendein ein zufälliger Artsy-Filter ist, wie die overexposed Shots, die in Cougar Cult mal und mal nicht für das Stalking der Cougar Ladys genutzt wurden. Hilft natürlich nicht, dass DeCotau die Szenen immer mit der Kamera dick und fett auf die leicht bläuliche Sonne beginnt, bevor er ins Haus umschaltet, und dort nicht mal die Vorhänge zuzieht, um das Ding zumindest etwas abzudunkeln. Aber keine Sorge, nach dem Opener gibt es in Night of the Widow nicht mehr eine einzelne „Nacht“-Szene.

Ich mein, die 1313s haben wahrscheinlich einen guten Grund dafür. So wie die Filme aussehen, war die komplette Drehzeit der Dinger jeweils nur ein einziger Tag von Drei bis Fünf nachmittags oder so. Würde auch erklären, warum es schon gern mal vorkommt, dass Charaktere übereinander reden, versehentlich einen Satz direkt wiederholen, den sie schon gesagt haben, oder man vom ganzen Schrittwiederhall beim Gang durch die Marmoraula kein Wort von dem versteht, was die Akteure sagen: Keine Zeit für Second Takes. Dennoch weiß man letztendlich immer, was gesagt wurde, da das Script die Schauspieler netterweise sich alles drei Mal in der gleichen Szene sagen lässt, jedes Mal reagierend, als wäre es das erste Mal, dass sie es hören.

Und kommen wir doch direkt gleich zum zweiten Markenzeichen von DeCoteau, denn der Film startet nicht nur nachts, sondern mit einem Adonis in Minihöschen, der gerade aufwacht. Und dann umgebracht wird. Das ist der Aufhänger, denn der attraktive Anwalt von ihm hat die 5 attraktiven besten Freunde von ihm zur Beerdigung eingeladen, plus ein No-Homo Alibi-Weib, die es in den Filmen immer gibt. Stellt sich heraus, dass der Kerl demjenigen sein ganze Vermögen vermacht, der zuerst in dessen Anwesen den Schlüssel zum Tresor findet.

Was folgt ist ein Film, der in seinen 75 Minuten viel Zeit damit streckt, dass die Witwe in ihrem schwarzen Traueroutfit und mit Messer bestückt die immer gleichen drei Räume und zwei Gänge des Hauses auf und abläuft, dabei seltsamerweise aber nie einem der auf der Schnitzeljagd befindlichen Charaktere über den Weg läuft. Umbringen tut sie tatsächlich mehrere, aber nie direkt nach einem jener Stalking-Szenen, sondern wenn dann mit einem Cut direkt zum zu Tode geweihten Charakter, hinter dem sie plötzlich auftaucht, ihr Messer erhebt, und Cut zur nächsten Szene. Wir können mal davon ausgehen, dass jeder jener Charaktere dies nicht überlebt hat, weil wir ihn nie wiedersehen werden, auch wenn wir weder den Mord sehen, noch Blut in irgendeinem der Räume, in dem jemand umgebracht wurde, zu sehen ist, ja sogar ihre Leichen spurlos aus dem Film verschwinden.

Abgesehen von einer zumindest. In einer weiteren Szenenabfolge, die so geschnitten irgendwie keinen wirklichen Sinn macht. Die Witwe ermordet einen Kerl im Obergeschoss im Schlafzimmer. Ein paar Szenen später einen anderen im Erdgeschoss in der Küche. Wieder ein paar Szenen später kommen zwei Leute in die Küche, und weil es kurz vor Ende ist, gibt es hier den Fake-Twist vor dem eigentlich Twist des Filmes, die man beide von weitem kommen sah, und von denen beide keinen Sinn machen. Aber egal, jedenfalls finden sie tatsächlich einen Kerl in seinen letzten Atemzügen in der Küche liegen, der den Witwen-Reveal macht, bevor er endgültig stirbt. Das ist aber nicht der Schauspieler vom Kerl, der kurz vorher in der Küche abgestochen wurde, sondern der Schauspieler, der wesentlich früher im Film im Schlafzimmer im Obergeschosse, ein halbes Haus entfernt, umgebracht wurde. Was? Hatte der Küchen-Schauspieler den Dreh schon verlassen, und dann ist erst aufgefallen, dass man zwar seine Erstechen-Szene dort gedreht hat, aber die Auffind-Szene noch ausseht, und einfach einen anderen Schauspieler, der noch abgehangen war, dort hingelegt?

Was wir allerdings sträflich vernachlässigt kaum über jene 75 Minuten zu Gesicht bekommen, ist stahlharte Waschbrettbäuche. DeCoteau hatte wohl nicht gerade sein kreatives Wochenende, als er Night of the Widow gedreht hat, und kam auf keine halbgaren Ausreden, warum die Kerle auf einer Beerdigung ständig keine Klamotten tragen. Wie wäre es mit einem falschen Feueralarm, der alle Anwesenden durchnässt, weswegen sie die Klamotten trocknen lassen müssen? Oder wir haben ja etabliert, dass der Verstorbene gerne blöde Streiche spielt, deswegen auch die testamentarische Schnitzeljagd um sein Vermögen. Warum ihn nicht aus Jux mit reinschreiben zu lassen, dass jene Schnitzeljagd nackt erfolgen muss? Bitteschön, Herr DeCoteau, ich bin gerade in einer Minute mit zwei dürftigen aber für einen solchen Film vollkommen ausreichenden Entschuldigungen gekommen, warum die Kerle in engen Boxer Briefs durch den Haus laufen würden. Stattdessen gibt und Night of the Widow gerade mal 3 Shirtless-Szenen, und die alle innerhalb der ersten halben Stunde. Wozu überhaupt 6 attraktive Jünglinge im Haus unterbringen, wenn uns dann eh nur 2 davon ihren Körper zeigen?

Und was hatte es eigentlich mit dem einen Kerl an sich, der scheinbar auf den Verstorbenen stand? Er ist derjenige, der von seinem Tod am meisten mitgenommen war, und hatte sogar einen Flashback, wo er sich mit jenem bei nacktem Oberkörper einen Football zuwarf und darüber sprach, ob sie nicht beide auf eine karibische Insel abhauen und dort als Barkeeper leben sollten. Ein anderer Charakter später im Film, Gossip-Boy, durch den wir bereits erfahren haben, dass sowohl der Verstorbene wie seine Jetzt-Witwe fremdgegangen sind, lässt sogar die Frage offen, ob die beiden Kerle nicht vielleicht auch was miteinander laufen hatten. Gäbe der Witwe sogar einen noch bessere Durchdreh-Entschuldigung, da ihr Mann ihr dann nämlich nicht nur mit anderen Frauen fremdgegangen wäre, sondern selbst bei Männern seinen Schwanz nicht in der Hose lassen konnte, und die beiden vielleicht wirklich planten, miteinander abzuhauen. Aber das führt nirgendwohin, da der Flashback-Kerl der zweite Kill des Filmes ist. Niemand erörtert, ob die wirklich was am Laufen hatten, ob dies nur Wunschdenken vom anderen war, oder sie doch die üblichen No-Homo beste Freunde waren, die DeCoteau nur wieder in einem ziemlichen Gay-Framing gefilmt hat.

Das Script von Day of the Widow ist voller solcher Wegwerfdialoge, die irgendwas andeuten, und in einem besseren Film dieser Sorte sicherlich auch was zur Handlung beitragen würden, in dem sie dem Mörder eine Motivation bieten, ein Hinweis auf dessen wahre Identität sind, oder zumindest eine falsche Fährte legen. In diesem Film hingegen werden Sachen angesprochen, die dann nie wieder aufkommen oder wichtig werden, stattdessen gibt es eine komplett neue Ausrede für den Killer am Ende, die allerdings überhaupt keinen Sinn macht und wenig erklärt ist, da eben nicht mit Infos hinterfüttert.

Aber für den Sinn an der Sache schaut man einen Film von David DeCoteau nicht, und schon gar nicht einen der 1313s, sondern wegen dem mehr oder weniger unfreiwilligen Unterhaltungswert. Das Problem bei Night of the Widow ist allerdings, dass es davon gar nicht mehr so viel gibt. Der Film ist häufig überraschend spröde, einfach so dahin gefilmt, um damit fertig zu werden. Natürlich sind die Dinger am Fließband produziert, aber Cougar Cult hat im Gegensatz schon etwas mehr den Eindruck hinterlassen, als hätten die beteiligten ein wenig Spaß am ganzen Blödsinn gehabt, was das Script auch blödsinnig aber nicht ganz so löchrig wie hier, und vor allem gab es lachhaft dämliche Special Effects und unfreiwillig komisch sowie freiwillig sexy Fleischbeschau der Akteure. Davon ist bei Night of the Widow leider nicht mehr viel übrig. Vielleicht wäre es besser wenn man das Ding auf 25-30 Minuten kondensiert hätte, statt auf 75 zu strecken, die 1313-Filme mehr eine Anthologie mehrerer Vignetten wären, statt jeden Drei-Sätze-Einfall ein Script zu nennen und als Feature Film zu drehen.

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David DeCoteau’s 1313: Cougar Cult

ava-2045Ich muss ja sagen, David DeCoteau fasziniert mich irgendwo. Angefangen hat er mit Porn, kam aber schnell auf mehr oder weniger solide Horrorfilme, beispielsweise sind ein paar Puppetmaster-Einträge von ihm (hochprofilierte Filme waren also nie sein Ding), dann stieg er darauf um, schnell produziertes Zeug auf den Markt zu werfen, häufig blutleere „Horror“-Filme mit viel nacktem Männerfleisch wie die Brotherhoods oder Public Domain Poe-Adaptionen a la House of Usher. Und mit zügig produziert meine ich zügig produziert. Die 1313-Filme, ebenfalls Supernatural/Slasher-Gedöns mit halbnackten Kerlen auf den Covern, von denen es passenderweise 13 Filme gibt, hat er alle in 2011/2012 rausgehauen. Allgemein war 2012 ein produktives Jahr mit mehr DeCoteau-Filmen, als es Monate gibt. Und neuerdings macht er Kinderfilme wie A Talking Cat !?!, A Talking Horse !?! und ziemlich spät am Twilight spoofen My Stepbrother is a Vampire!?! (Interpunktion so in den Titeln)

  • cougar: noun, plural cougars (especially collectively)
    1. Also called mountain lion, panther, puma. a large, tawny cat, Felis concolor, of North and South America
    2. Informal. an older woman who seeks sexual relationships with much younger men

Mit welcher der beiden Definitionen haben wir es in 1313: Cougar Cult zu tun? Mit beiden. Wir haben hier drei im übertragenen Sinne Männerfressende ältere Ladys, die sich durch Hexenkraft in echt Männerfressende Großkatzen verwandeln können. Ihr erstes Opfer ist der Pool Boy des Horror-Film-üblichen Anfangskills, der sich weigert bei den dreien als Haushaltshilfe einzuziehen, weil seine Freundin was dagegen hätte, woraufhin Cougar #2 erst mal herzhaft lachen muss, als ob der Kerl ernsthaft an Frauen interessiert wäre. Aber na ja, in Filmen von David DeCoteau sind die hübschen gepflegten Kerle ja immer offiziell total hetero – obwohl sie sich gern nur in Unterhöschen bekleidet Blicke zuwerfen, als wollten sie einander besteigen, halten sie immer den No-Homo-Abstend von mindestens einer Erektion zwischeneinander.

Ok, und jetzt wird schnell klar, dass der Film echt merkwürdig gefilmt und editiert ist. Pool Boy geht also ins obere Stockwerk, um sich noch mal schnell den Schweiß man Adoniskörper zu duschen. Die nächsten 5 Minuten schauen wir also zu, wie der Kerl sich über den eigenen nassen Körper reibt, während die Kamera freudig an seinem Torso auf- und abstreicht, als wäre sie eine leckende Zunge. Währenddessen allerdings gibt es immer wieder Cuts zu den 3 Cougar-Ladys, die wie Wildkatzen durch die Gegend streifen, dazu „gefährliche Situation“-Musik. Dabei ist das so aufgenommen, dass es total ungefährlich aussieht, weil es so wirkt, als wollten die drei das Haus verlassen, nicht als kämen sie dem Pool Boy näher. Ganz am Ende haben wir dann endlich eine Szene, die uns zeigt, dass das Trio die Treppen ins Obergeschoss nehmen. Cut zurück zum Pool Boy, der endlich fertig geduscht hat, seine Boxer Briefs wieder überstreift, und weil er ein seltsames Geräusch gehört hat, an dem der Sound Designer das Publikum nicht teilhaben lässt, streift er nun suchend durchs Haus und geht wieder ins Erdgeschoss. Was? Müsste er den gerade nach oben gekommenden Ladys nicht direkt in die Arme laufen? Wo sind die plötzlich hin verschwunden? Erst als er wieder im Erdgeschoss ist, tauchen die drei plötzlich aus dem Nichts auf, verwandeln sich in Cougar, und fressen ihn. Zumindest bekommen wir einen Außenshot vom Haus, und ein Blutsplatter-Stock-Sound, wenn wir wieder ins Haus gehen, liegt der Kerl auffällig unversehrt zwischen den drei Frauen.

Und lasst uns mal über die Spezialeffekte dieses Filmes reden. Ich dachte ja wirklich, billiger als die Brotherhood-Filme könnte es nicht mehr werden. Aber hier hatte definitiv keiner ein Budget zur Hand. Kein Wunder, dass DeCoteau drei Filme pro Monat schießen kann, wenn er im Prinzip nur eine Hand voll Möchtegern-Schauspieler, die alles tun würden, um zumindest in irgendwas gecastet zu werden, für einen Tag in Buchse durch sein Haus streifen lässt, er dabei eifrig Hintern und Torso filmt, alles dann zu 70 Minuten zusammenschneidet, und es einen Film nennt. Wenn ein Kerl dann unblutig Off Screen angeblich gestorben ist, es sogar einen Horrorfilm nennt. Statt die schlaue Entscheidung zu treffen, und weil er das Budget für eine Werform-Verwandlugn nicht hat, eben jene nie zu zeigen, sondern die Kerle Off Screen von einem Wildkatzen-Soundeffekt ermorden zu lassen, legt er einfach ein in Photoshop ausgeschnittenes Bild eines Pumakopfes über das Gesicht der Frauen. Ohne jegliche Animation, und genau das gleiche Bild bei jeder wiederholt. Herrlich, einfach herrlich. Als die erste Verwandlung geschehen ist, musste ich schnell erst mal den Film pausieren, weil spontan hysterische Gelächter meinen Körper erschütterte.

Mit dem Pool Boy tot, brauchen die Mädels natürlich neue Opfer, also geben sie eine super unheimliche Anzeige auf, dass drei attraktive junge Kerle, deren Familie sie nicht vermissen würde, gesucht werden, um über gute Cash-Bezahlung und mit gestelltem Raum bei drei attraktiven älteren Ladys im teuren Beach House wohnen dürfen, und dafür nur etwas für sie aufräumen und kochen müssen. Jeder, der auf diese Anzeige antwortet, bittet förmlich illegalem Organ- oder Menschenhandel zum Opfer zu fallen. Herein kommen Dumm, Dümmer und Strunzdumm, die drei attraktiven College-Boys, die alles tun würden, um nicht nach Idaho oder Idowa oder sonst irgendeinem US-Staat, in dem nix los ist, zurück zu müssen. Einer von denen soll wohl der Schlaue sein, weil er eine Brille trägt, und der einzige ist, der die Situation darauf hinterfragt, dass dies alles schon echt merkwürdig ist, aber letztendlich genauso dämlich wie die anderen beiden mit der Schulter zuckt und mitmacht. Er ist allerdings sozusagen unser Hauptcharakter, man mache sich also schon mal bereit am Ende des Filmes jede Pore seines Körper genau unter der Kameralupe gesehen zu haben. Nicht das dies eine schlechte Wahl ist, der blonde Vorzeige-Arier hat den bestgebautesten Körper in einem Film, bei dem die einzige Casting-Voraussetzung „macht es für wenig Geld und sieht aus wie ein Abercromie & Fitch Model“ ist, hübsches Gesicht, welches mit Brille noch mal um 100% attraktiver wird, und einen zum Küssen einladenden Mund. Warum sie den nicht mit aufs Cover gepappt haben, erschließt sich mir echt nicht.

Was folgt ist ein Film, der sich definitiv nicht zu Schade ist, eine einmal gefilmte Szene alle zehn Minuten zu wiederholen. Wie beispielsweise das streunen der drei Ladys durchs Haus auf der Suche nach ihrem Opfer aus dem Anfangskill, wann immer eine der drei einem der drei Haushaltshilfen nachstellt, auch wenn die anderen beiden Frauen eigentlich wo ganz anders beschäftigt sind. Oder die Alpträume der Kerle, von denen uns der Film versichert, dass sie Alpträume sind, auch wenn es mehr wie feuchte Träume aussieht, da die Kamera gewohnt 5 Minuten den nur in Boxer Briefs bekleideten „schlafenden“ Körper hoch und runter leckt, während sie sich hin und her wälzen und dabei mit den eigenen Händen den Torso hoch und runter fahren, ungefähr 5 Millimeter vor einer Masturbation zurückschreckend (einer der drei Schauspieler spreizt dabei sogar die Beine, als wollte er den BBC seines Lebens in Empfang nehmen). Der Film weiß, warum das Publikum gekommen ist, wie auch dadurch bewiesen, dass es innerhalb der ersten 30 Minuten nicht nur zu einer zweiten, sondern auch einer dritten Duschszenen kommt.

Und doch, irgendwo verschenkt der Film dann wieder super Gelegenheiten, um noch merkwürdig aufgesetzt homoerotisch witzig zu werden. Wenn schon ständig zwischen Nippel und Schritt der Kerle beim Schlafen hin und her geglitten wird, warum deren Gemächt nicht mit Socken ausstopfen? Oder die Szene, wenn einer der Kerle den Masseur geben soll, aber davon keine Ahnung hat. Also geht er ins Zimmer seines Kumpels, der gerade erst aufgewacht gewohnt nur in engen Boxer Briefs ist, und lässt sich zeigen, wie man ordentlich massiert. Und was passiert? Der Kerl tatscht ihm drei Mal halbherzig auf dem Rücken rum und das war es mit der Szene. Das hier war die absolute Gelegenheit, um den anderen Kerl sich auch aufs Höschen ausziehen und aufs Bett legen zu lassen, während der andere sich auf ihn setzt und ordentlich durchknetet. Wo ist plötzlich das ganze Gay Gaze Framing des Restfilmes hin? Oder das Hexenritual der drei Ladys, die bevor sie die Typen fressen erst mal ein wenig Glitter und Wasser über sie spritzen, während jene natürlich erneut nur ne Buchse anhaben, und dabei zu ihrer Göttin beten? Das Script lässt sie sagen, dies wäre heiliges Öl, obwohl sie eindeutig nur drei Tropfen Wasser über den Torso sprenkeln. Hallo? Ihr hab da die Ausrede reingeschrieben, um einen Grund zu haben, den nackten Oberkörper der Kerle so richtig mit Öl einzureiben, bis sie glänzen wie ein blank gewichster Lederschuh, und alles was passiert, ist ein wenig Wasser auf sie zu tropfen? DeCoteau kann mir nicht sagen, dass er nicht reichlich Body Oil in Reserve hat, welches er hätte nutzen können.

Und dadurch dehnt sich der Film dann doch langsam in die Länge. Denn irgendwie ist der ganze Irrsinn schon recht komisch. Die attraktiven Körper sind definitiv kein Negativpunkt, und die Obsession sie zu zeigen und dabei fast wie in einem Softporno zu präsentieren schon unfreiwillig witzig, dazu die dämlichen Dialoge, merkwürdige Szenenabfolge, die selten so wirklich ganz Sinn zueinander ergibt, und das Gefühl, dass die Beteiligten hier durchaus self aware waren und einfach ihren Spaß mit dem Mist hatten, macht ihn schon unterhaltsam. Ich würde ihn fast uneingeschränkt für betrunkene Kumpelabende vorschlagen, muss dann aber leider doch einschränken. Ein blöder Trash-Asylum-Monsterfilm ist dann vielleicht doch die bessere Wahl, weil eben mehr trashige Action und Billig-Monster geboten werden, während 1313 eher zu 90% halbnackte Männerkörper auffährt. Und mit 70 Minuten ist das Ding definitiv zu lang, dem Spaß geht so ungefähr bei 50 Minuten die Luft aus.

1313a

The House of Usher

Victor ist von seinem alten Freund Ush in dessen Anwesen eingeladen worden, in dem seit seine Eltern gestorben sind nur noch er mit seiner Schwester wohnt. Dort angekommen brabbelt Ush ein paar unverständlich-mysteriöse Dinge und dann fangen die beiden an, sich auf die Unterhose auszuziehen und Zungenküsse auszutauschen. Die beiden waren nämlich mal ein Paar, bis Victor sich von ihm trennte. Gefühle sind wohl immer noch da und da Victor das alles zu schnell geht, kommt es leider doch nicht zu heißem Gay Sex. Victor bricht ab, zieht sich wieder an, nur um sich direkt für ein Bad wieder ausziehen zu müssen. Nicht sehr effizient.

Er trifft auf Ushs Schwester, die ebenfalls mysteriös-unverständliche Dinge brabbelt, dabei aber schrecklich dramatisch am Overacting ist, bis sie sich beschließt, die Sache mit dem „Victor das Shirt vom Leib reißen und heiße Küsse austauschen“ auch mal auszuprobieren. Ihrem Bruder hat’s ja nicht gerade geschadet. Zwischendurch hat Victor immer mehr Visionen von den drei vorigen Hausangestellten, die sich alle homoerotischen Szenen mit Ush hingegeben haben, bevor sie verschwanden. Ein Traum beinhaltet sogar alle drei, die ihn vor Gefahr warnen wollen, in dem sie nur im Unterhöschen zu ihm ins Bett steigen und den ebenfalls fast unbekleideten Victor zu streicheln beginnen. Standard-Geistererscheinungen halt, hab ich ständig so.

Letztendlich kommt raus, dass das Haus lebendig ist und Opfer benötigt, um in Schuss zu bleiben und wenn das Haus verfällt, leiden auch die Ushers. Symbiose und so. Leider traut sich keiner mehr ins Anwesen und so soll Victor das neue Opfer sein, der sich aber aus den Fängen des Hauses befreien kann. Und dann sehen wir ihn in einer Irrenanstalt, in der er Patient ist und sich die ganze Geschichte anscheinend nur zusammen phantasiert hat.

Wenn man einen Film mit dem Titel Edgar Allan Poe’s House of Usher vor sich hat, denkt man wahrscheinlich eher nicht an hübsche Kerle, die mehr als die Hälfte der Spielzeit in Unterwäsche und homoerotischen Szenen verbringen. Wenn man den Namen David DeCoteau hört, schon eher, ist’s doch derjenige, der uns auch die Brotherhood-Filme schenkte und mit homoerotischem Z-„Horror“ sein Forte gefunden zu haben scheint. Außerdem scheint er Poe zu mögen, denn er verfilmte diverse Geschichten von ihm. Hilft natürlich, dass die alle Public Domain sind und es deswegen nüscht kostet.

Natürlich ist der Film saudoof, aber zumindest zu Beginn noch auf eine witzige Art und Weise. Die Art Film, die man einlegt, wenn man eine Gruppe Freunde und viel Alkohol versammelt hat und sich in Gemeinschaft drüber lustig macht. DeCoteau scheint gemerkt zu haben, dass er niemandem mehr was vormachen kann, und so gibt es nicht wie in den früheren Werken homoerotische Szenen, aber blos niemandem als schwul outen, sondern recht offen heftige Kussszenen zwischen den Kerlen. Wobei das „erotisch“ in „homoerotisch“ etwas fehl am Platze ist, wirken die Szenen doch meist eher lächerlich. Und wenn er zwischendurch bei seinem X-ten Shot auf den Garten und die hübschen nackten Männerstatuen plötzlich eine unterbringt, die lediglich den Lendenbereich einer solchen Statue zeigt, mag man denken, er hat verstanden wie blöd seine Filme sind und wenigstens Spaß damit. Zumindest in der ersten halben Stunde, danach nimmt sich der Film, trotz schrecklich deplazierten Shirtless-Szenen, viel zu wichtig und ernst und will uns wirklich eine Handlung erzählen. Funktioniert nicht mehr so gut und wird mit jeder Minute langweiliger. Egal wie sehr das Mädel überdramatisiert, die monoton der Rest schauspielert und wie falsch es sich anhört den Original-Poe-Wortlaut (oder Sätze, die entsprechend klingen sollen) aus ihren Mündern holpern zu hören. Oh ja, DeCoteau sollte außerdem diesen dämlichen Herzschlag-Sound einmotten, den er so gerne benutzt, und der in jedem Film einfach nur nervt.

Bromance Week – Sisterhood

Christine (schlechteste Schauspielerin bisher) ist neu am College und so rein wie man nur sein kann, jungfräulich, trinkt keinen Alkohol und lernt fleißig. Außerdem hat sie übersinnliche Fähigkeiten, was die BAT-Schwesternschaft, die angesagteste Studentenverbindung des Campus, auf sie aufmerksam macht. Und ihre Professorin, die möchte, dass sie jene infiltriert. Tut sie auch und die Oberschwester Devon zieht sie auf die dunkle Seite, in dem sie sie dazu bringt Unterricht ausfallen zu lassen, Alkohol zu trinken und lesbische Stelldicheins zu haben. Also eigentlich alles… nicht sonderlich bösartig und Dinge, die viele Studenten machen. Doch nachdem sie Christine ihren Freund Josch ausspannt, ist diese plötzlich davon überzeugt, dass die Schwesternschaft von Grund auf böse ist. Ihre Professorin erzählt Christine dann auch, dass sie aus einem Geschlecht von Vampirjägern stammt, Devon schon 400 Jahre lebt und Christines Eltern ermordet hat. Nur am Tag des Initiationsritus ist sie verletzlich und das nutzt Christine dann natürlich auch, um sie zu besiegen.

The Sisterhood ist im Prinzip ein Best of The Brotherhood. Alle üblichen Geschütze warden aufgefahren, nur diesmal nicht mit knackigen Jungs in Unterwäsche und homoerotischen Szenen, sondern eben mit Mädels. Was die ganze Sache seltsamerweise gleich eine ganze Ecke weniger unfreiwillig komisch macht. Leider. Eine gewisse Quote an halbnackten Kerlen wird allerdings dennoch erfüllt. Einrehen tut sich das irgendwo im oberen Feld der schlechteren Brotherhood-Filme: Nicht extrem schlimm, aber doch ziemlich unbesonders und langweilig. So wirklich angekommen sind die Lesben-Vampire dann wohl auch nicht, gibt es doch keinen Nachfolger und DeCoteau ging wieder zu den Jungs über.

Bromance Week – Initiation

Eintrag Nummer Sechs in die Reihe beginnt erschreckend wie Nummer Fünf: 10 Minuten, die jemand durch die Gegend (diesmal ein Wald und eine Hütte) wandert, bis der Killer ihn endlich umbringt. Kurz darauf treffen dann auch die restlichen Jungs ein. Die sind für ein Aufnahmeritual einer Studentenverbindung hier raus gefahren. Und der Ritus fängt auch gleich an. Den Prüflingen wird es erst mal verboten, mehr als ihre Unterwäsche zu tragen. Anschließend gibt es eine kalte Dusche und Paddel-Spanking. Joa, und den Rest laufen sie eigentlich mehr oder weniger motivationslos durch den Wald und werden einer nach dem anderen vom Killer gepflückt.

Letztendlich kommt raus, dass jener selbst vor drei Jahren bei einem grausamen Aufnahmeritual, bei dem er lebendig begraben wurde, verschwand und nun mit seinem Bruder, der diesmal mit macht, Rache nehmen will. Nur bringt er seinen Bruder seltsamerweise auch um. Tja, ist wohl ein wenig verrückt oder so. Letztendlich schafft es der einzig Überlebende die Polizei zu rufen aber da die beim Eintreffen nur ihn und eine Menge Leichen finden, halten sie ihn für den Mörder.

Oh Brotherhood VI: Initiation, warum nur? Du bist doch einer der geraden Filme, die dämlichen Spaß bieten, aber dennoch fällt es zu den ungeraden einfach nur langweiligen. Ähnlich wie in Brotherhood III und V passiert eigentlich nicht wirklich was, außer das Leute endlos lang durch die Gegend laufen, dazu der nervige Herzschlag ständig eingespielt, und erst viel zu spät dann auch wirklich mal irgendwo da umgebracht werden. Dazu ist die Laufzeit auch noch künstlich aufgebläht mit sich wiederholenden Shots. Und von den Nachtszenen, die eindeutig am Tag gedreht wurden und nur einen extrem faken blauen Filter übergelegt bekommen haben, reden wir besser gar nicht erst. Für einen Killer, der voll Kanne mit einer Axt trifft, hinterlässt er lächerlicherweise, da die Reihe sich ja an ein junges Publikum richtet und entsprechend unblutig ist, damit keinerlei sichtbare Wunden auf den Opfern.

Immerhin ist es schon ganz dämlich-witzig mit anzusehen, wie ein Haufen Jungs den ganzen Film nur in Unterwäsche zubringen darf. Wenn sich die Serie so weiter entwickelt, findet spätestens The Brotherhood VIII in einer Nudistenkolonie statt. Immerhin weiß die Reihe wohl mittlerweile, dass sie sich nur über hübsche halbnackte Kerle verkauft, die eine Kleidungsphobie haben, denn davon gibt es hier mehr zu sehen, als in allen anderen Einträgen. Nach dem Anschauen kann man sich zumindest sehr schlecht fühlen, was den eigenen Körper angeht :D

Bromance Week – Alumni

Der Film beginnt damit, dass sich ein Schüler in der Nacht nach dem Abschlussball in die Sunnydale High (Buffy-Referenz? Immerhin erwähnte Young Demons auch Mazes and Monsters) schleicht, weil sich da ein Weib mit ihm verabredet hat. Er durchsucht also die Schule, während ihm extrem langsam jemand mit einem Messer folgt. Die ganze Sache zieht sich gut 10 Minuten so. Dann wird dem Schüler langweilig und er entschließt, es ist an der Zeit sich auszuziehen und eine Dusche zu nehmen. Die dann noch mal 5 Minuten dauert, bis uns der Killer endlich erlöst und ihn absticht. Tja, hät ihm mal jemand sagen sollen, dass in einem Brotherhood-Film unter die Dusche zu gehen so ziemlich ein Todesurteil dartstellt.

Ein paar andere Schüler finden kurz darauf seine Leiche und einer von ihnen kommt auf den abwegigen Gedanken das nur, weil sie die gefunden haben, dies ihre komplette Zukunft ruinieren würde und es die viel bessere Entscheidung ist, abzuhauen und nie jemandem davon zu erzählen. Höh?

Ein Jahr später sind alle, Betty, Schwartz, Amy, Ted und Randall plötzlich eingeladen worden, wieder in die Schule zu kommen. Nur Holden fehlt, weil der im Knast sitzt. Der komplette Rest des Filmes besteht daraus, dass die alle einzeln oder in kleinen Gruppen die Schule durchsuchen und ihnen überhaupt nichts passiert. Nun gut, nach und nach werden sie schon umgebracht. Schwartz (wer nennt eigentlich seinen einzigen schwarzen Charakter im Film so?) begeht beispielsweise ebenfalls den großen Fehler, plötzlich eine 5-minütige Dusche nehmen zu wollen. Aber die meisten Szenen bestehen daraus, dass sie leere Räume und Hallen lang gehen, während dieses nervige Herzklopfen aus Young Demons eingespielt wird, letztendlich aber nichts passiert, die Durchsuchung des Zimmers aber dennoch gut 10 Minuten dauern muss.

Und gegen Ende wird Amy von Holden angegriffen, der eine Rechnung mit allen offen hatte, da er bei der Polizei wegen des Mordes in der Schule von einem von ihnen angeschwärzt wurde. Doch Randall rettet sie und filmt sie dann dabei, wie sie den spontanen Einfall hat, einfach mal so vor sich hin zu reden, sie wäre die echte Mörderin. Nur was es Randall, der ihr zuvor kam, während sowohl Amy als auch Schwartz und Betty nach und nach ebenfalls mit dem Mordgedanken auf die Leiche einstechen. Anscheinend ohne zu merken, dass der irgendwie schon recht tot ist. Aber jetzt hat er ja Amys „Geständnis“ und ist fein raus.

The hell? Boah, macht der Film mal so überhaupt gar keinen Sinn. Zudem ist er mal wieder einer der langweiligen Einträge in die Reihe, da er sich viel zu ernst nimmt und einfach nicht genug dämlicher Blödsinn passiert. Genau genommen passiert nämlich die meiste Zeit rein gar nix, dass aber dann in viel zu langen Szenen. Scheint sich bei Brotherhood ja so ein Muster abzuzeichnen, dass die ungerade Nummern sterbenslangweilig sind, während die geraden recht unterhaltsamen Blödsinn liefern.

Es ist auch witzig, dass David DeCoteau angeblich immer felsenfest über die Serie behauptet, die Rollen sollen alle heterosexuelle Jungs sein, sie sind für ein heterosexuelles Publikum gedacht und er selbst sei auch hetero. Nun gut, vielleicht ist er das auch (oder bisexuell, gibt ja nicht nur entweder oder) und hat nur ein Erfolgskonzept für sich zu nutzen entdeckt: Homoerotische Horrorfilme. Denn die Filme sind definitiv nicht vorrangig mit einem heterosexuellen Publikum im Hinterkopf gemacht, dafür bekommt man zu sehr das Gefühl Filme von Jean-Daniel Cadinot vor sich zu haben, wenn der auch non-Pornos gemacht hätte. Höchstens für heterosexuelle Mädels, die gern dabei zusehen, wie hübsche schwule Kerle ungewöhnlich körperlich miteinander sind. Was auch erklären würde, warum es zwischen dem ganzen durchtrainierten Männerfleisch auch immer ein oder zwei Alibi-Mädels gibt, die es zwar brav auch auf das Cover schaffen (btw, warum sehen die Schauspieler auf dem Cover der Brotherhood-Filme immer so anders aus, als dann im Film an sich… und auch noch meist schlechter?), aber letztendlich zehnmal weniger Screentime als die Kerle haben, zehnmal unwichtiger für die Handlung sind und zehnmal weniger gut aussehen. Durchschnittsmädels umgeben von heißen Kerlen, die miteinander kuscheln.

In The Brotherhood V: Alumni scheint er das Vorgeben zumindest leid geworden zu sein, denn ungefähr zur Filmmitte entschließen sich zwei der Kerle es wäre nun Zeit Zungenküsse auszutauschen und sich dabei bis auf die Unterwäsche auszuziehen. Das Ganze geht die üblich viel zu langen 5 Minuten + und wird doch tatsächlich damit beendet, dass einer der beiden sich abwendet und meint, er währe wohl doch noch nicht über seine Freundin weg. Der einzige Moment des Filmes, wo ich tatsächlich was zu Lachen hatte. Diesmal gibt es ganz erstaunlicherweise zum Ausgleich dann auch ein Mädel in Unterwäsche zu bestaunen, als Betty davon träumt, wie sie mit zwei der Kerle rum macht, während die Kamera recht obsessiv jedes Mal eine Großaufnahme liefert, wenn sich die Hände der beiden Typen „aus versehen“ dabei treffen :D Nicht ganz so witzig wie die andere Szene, aber fast, kommt sie doch so total random aus dem Nichts kurz vor Filmende.

Bromance Week – The Complex

Lee ist neu an einer Militärakademie, die ihn Mittsemester angenommen hat, weil er so ein militärisches Genie ist oder wie auch immer, aber nicht gerade von der Aussicht begeistert, dort unterzukommen, weil er damit nix zu tun haben will und eh alle wie Sowjetsoldaten gekleidet sind. Sein Zimmergenosse erzählt ihm erst mal freudig von den Black Skulls, einer super geheimen Organisation, die landesweit operiert, aber hier ihren Ursprung fand und vor dessen Macht sich selbst der Rektor beugen muss. Lee stellt die angebrachte Frage, warum er so viel über sie weiß, wenn die doch so geheim sind. Er ist Anwärter. Gut, erklärt aber nicht wirklich, warum er dem Neuling, keine 5 Minuten nachdem der an der Schule ist, alles über sie sagt, wenn die doch so super geheim sind :D

Lee folgt ihm zum Initiationsritus, bei dem Victor, deren Anführer, irgendeinen Unsinn darüber zusammen erzählt, dass Amerika den Bürgerkrieg gewonnen hat, weil sie sich mit Piraten eingelassen haben, die dann die Black Skulls wurden und so was. Zusätzlich wird die Gewichtigkeit der Ansprache damit unterminiert, dass er sie mit „und jetzt zieh deine Klamotten aus“ endet. Wie immer in den Brotherhood-Filmen ist es natürlich essentiell, dass die Zeremonien nur in weißer Unterwäsche durchgeführt werden, die bei etwaigen Duschszenen so schön durchsichtig wird.

Lee schnüffelt ihnen etwas hinterher, während Victor ihn als neues Mitglied werben will. Um ihn zu überreden, entführt er ihn in einen Traum, der so ziemlich die schwulste Szene in der Serie bisher ist. Es beginnt damit, dass alle Black Skulls in Unterwäsche auf einem Bett posiert liegen. Sie stehen auf, entkleiden Lee, ziehen ihn aufs Bett und legen sich dabei. Sicher, die übliche Alibi-Frau des Filmes ist auch anwesend und so, aber das ändert nix dran, dass die Szene hauptsächlich aus 5-6 durchtrainierten Kerlen besteht, die einander ausziehen und sich gemeinsam in einem Bett räkeln xD

Anyways, von der ganzen schwülen Homoerotik in seiner Sexualität verstört, beschließt Lee den Black Skulls ein Ende zu setzten, in dem er einen Sprengsatz stiehlt und ihre Höhle, die das Zentrum ihrer Macht darstellt, in die Luft jagt. Vorher kommt aber noch der Plottwist: Die Dominatrix-Lehrerin, die ihm dabei hilft, ist eigentlich ein Succubus-Dämon, denen die Black Skulls unterstehen. Lee ist davon total überrascht, obwohl er doch ein Genie sein soll und man als Zuschauer dies schon lang weiß, wo die Black Skulls doch schon seit einigen Szenen immer wieder eine Succubus erwähnen und die Lehrerin die Alibi-Frau in der Bettszene war und so. In die Luft jagen tut Lee alles natürlich dennoch.

Eine Militärakademie ist der perfekte Schauplatz für einen Brotherhood-Film. DeCoteau kann nach Herzenslust durchtrainierte Jungs filmen, die in Unterwäsche in ihren Unterkünften rum sitzen und etwas trainieren, sich in der Wrestling-Klasse aneinander reiben oder nach dem Training lange Duschen in durchsichtig werdender Unterwäsche nehmen. Ansonsten ist The Brotherhood IV: The Complex eben wie alle anderen Filme der Reihe: Letztendlich passiert sehr wenig und der Plot ist extremer Standard und zuviel denken sollte man bei der ganzen Sache sowieso nicht, doch dieser hier ist immerhin halbwegs unterhaltsam und die ganze aufgesetzt dicke Homoerotik so lächerlich, dass er doch gut Spaß macht. Oh, und er hat Bösewichte, die ihre Pullis hochziehen, um aus den Bauchnabeln schlechte Special Effekt Blitze zu schießen. Herrlich.