Experimental College Phase: Roommates

Nächstes Dating Sim, zurück zu unseren Indie-Leuten bei WinterWolves. Roommates ist gleich zu Beginn etwas speziell: Es lässt einen zwischen einem weiblichen und männlichen Main Character entscheiden. Normalerweise sind Dating Sims und Romance Visual Novels ja strickt nach Boy x Girl oder Girl x Boy getrennt, oder eventuell auch noch Boy x Boy für die Mädels. Jedenfalls gibt es immer ein Geschlecht für den MC, und nur ein zu jagendes Geschlecht. Selbst Geschlechts-neutral wirkende Charaktere wie Rei in Tokimeki Memorial oder Subaru in Sakura Wars V stellen sich letztendlich wie der Rest des Casts als vom MC-Kerl zu erlegende Mädels heraus.

Wie gesagt nicht so bei Roommates, bei dem sich der Spieler direkt aussuchen darf, ob er oder sie lieber den rebellischen Möchtegern-Rocker Max oder den scheuen Bücherwurm Anne durch deren erstes College-Semester führen will. Wie so häufig bei WinterWolves steht die Romantik nicht mal zwangsläufig im Vordergrund, sondern sich mit den fünf Mitbewohnern des Hauses anzufreunden, auf Partys zu gehen, sexy Flaschendrehen zu spielen, sich hoffnungslos Betrinken, oder einander beim Lernen zu helfen. Freundschaften knüpfen wird also mal wieder groß geschrieben. Passend gibt es am Ende dann nicht nur einen Abriss dahingehend, wen man als Partner gewonnen hat, sondern auch was zum Rest, sofern man halbwegs ordentlich befreundet war. Und auch wie gut die beiden MCs mit ihren Wünschen vorangekommen sind. Das Mauerblümchen Anne beispielsweise will den Neustart im College damit nutzen, endlich aus sich raus zu gehen und mehr Freunde zu gewinnen. Max hingegen will sich halbwegs durchs College schummeln und dabei seine Band bekannter machen. Je nachdem wie viel man mit Leuten abgehangen oder studiert hat, gibt es dazu am Ende dann auch noch ein Wort oder zwei, was Noten und sozialen Stand der beiden angeht.

Manchmal muss halt das kleinere zweier Übel gewählt werden.

Wir sind hier übrigens zurück dabei, die ganze Woche im Voraus zu planen. Via drei Slots pro Tag, wobei der erste an Wochentagen für Vorlesungen verplant ist, was allerdings auch ganz Student auf den Morgen verschlafen geändert werden kann. Der Slot mittags kann mit verschiedenen Jobs und der Abend mit verschiedenen Outdoor-/Indoor-Aktivitäten verbracht werden. Jobs bringen Geld, abendliches Ausgehen frisst es wieder. Und je nachdem, welchem Job und welchem Hobby man nachgeht, erhöht sich einer von sechs Statuswerten: Organisation, Rationalität, Kreativität, Spontanität, Reflektieren und Aktivität.

Jeder Charakter möchte zwei jener Statuswerte gelevelt sehen. Obendrauf gibt es noch die Noten, die zu deren Gewinnung unwichtig sind, sondern nur am Ende ändern, wie gut derjenige bisher im College gefahren ist. Und Energie, die natürlich benötigt wird um überhaupt was zu machen, und via einen Slot lang auszuruhen regeneriert wird. Ist ein Statuswert hoch genug, schaltet sich auch automatisch eine verbesserte Variante des Jobs frei.

Die Noten schauen noch nicht so pralle aus

Die beiden präferierten Werte auf akzeptablen Höhen anzukarren reicht allerdings noch nicht aus, um einen Charaktere auch in der Kiste zu haben. Nein die Affinität muss ebenfalls auf 100 schießen. Hier macht Roommates nämlich einiges besser als Always Remember Me, in dem es regelmäßig innerhalb einer Woche zu Events kommt, an denen mehrere Charaktere beteiligt sind. Die kann man überspringen, wenn man die Energie für sie nicht verbrauchen will, doch ist der auserkorene Charakter involviert, ist es ratsam teilzunehmen, um ihnen per Multiple-Choice-Antwort nach dem Maul zu reden, so dass sie einen mehr mögen. Es gibt wirklich viele dieser kurzen Events, um dem Spieler die Charaktere und die entstehenden Freundschaften untereinander näher zu bringen.

Allgemein ist das Spiel mal wieder eher beschwingt und leichtherzig geschrieben. Charaktere streiten auch mal, aber insgesamt können sich schon alle irgendwo leiden und kommen miteinander aus. Ein wenig Humor, kein großes Drama. Und wenn es romantisch wird auch ganz WinterWolves manchmal etwas typischerweise arg kitschig, aber darüber kommt man schon hinweg. Außerdem etwas untypisch sexy für ein solches Spiel. Die Frühlingsferien gen Spielende sind sozusagen der Punkt, bei dem man seine Trophäe im Visier haben muss, denn hier wird die Beziehung finalisiert, was auch zu einer Erhöhung der nötigen Werte führt (das Spiel zeigt netterweise im Charaktermenü, wer welche Nummer in welchem Stat haben will, um überhaupt interessiert zu sein). Außerdem kommt es zum ersten Sex. Via der ersten von nur zwei CG-Szenen pro Charakter, in der das Knutschen schnell in recht langes und ausführlich beschriebenes Vorspiel übergeht. Bevor die Sache wirklich Adults Only wird blendet das Spiel ab und sagt „30 Minuten später“ und die beiden kuscheln. Aber irgendwo macht das die Szenen nur umso merkwürdiger. Sie sind etwas zu lang und ausgiebig beschrieben, damit das Spiel komplett clean wäre, aber echte Nacktheit oder gar Sex gibt es dann doch wieder nicht zu sehen/beschrieben. Also entweder ganz oder gar nicht, WinterWolves.

Die ganze Truppe im Streitgespräche vereint

Das Charakterdesign ist diesmal übrigens so ein wenig mittelmäßig würde ich sagen. Es ist ansehnlicher als Summer in Fairbrook, aber immer noch ein wenig Amateurhaft dreinschauend. Und je nach Charakter ein mehr oder weniger gutes Händchen für attraktive Designs beweisend. Die CGs hingegen sehen mal wieder aus, als wären sie von einem ganz anderen Künstler als die Gesprächs-Pappausfteller fabriziert, und erneut nicht gerade vom talentierteren der beiden.

Nach 21 Wochen ist dann eventuell oder auch nicht einer der Charaktere gewonnen. Und auch hier zeigt Roommates ein paar von Dating Sims ungewohnte Besonderheiten. Nicht nur kann man entweder einen männlichen oder weiblichen MC spielen, der jeweils andere zieht trotzdem ein und ist jeweils ein gewinnbarer Charakter. Zudem gibt es ein pansexuelles Mädel und einen bisexuellen Kerl, die von beiden erobert werden dürfen. College-Zeiten halt, da findet man eben nicht nur Freunde und arbeitet hart an der nötigen Bildung für einen guten Job, sondern experimentiert auch sexuell gern rum:

Anatomisch korrekt ist der Fuß nicht gezeichnet

Wenn es schon BxB-Aktion gibt, bin ich natürlich voll dabei, und somit war meine erste Eroberung als Max der indische Schokoladen-Kaffee Rakesh. Wenn man es nicht schon direkt seinem Outfit ansieht – er ist der Künstler der Truppe, weswegen er natürlich wert auf Reflective und Creative legt. Als ausländischer Austauschstudent versteht er nicht immer hundert pro, was gemeint ist, und als künstlerische Seele verliert er gern mal den Fokus und driftet ab. Tatsächlich erlaubt er sich gern mal einen Witz oder trickst Leute von Isabella angestiftet aus, bzw. lässt seine ausschweifende Kunst an Sachbeschädigung grenzen, weil wenn ihn die Muse geküsst hat kennt er kein Halten, selbst vor dem Eigentum anderer.

Sein Deal ist allerdings, dass seine Eltern ihn auf ein amerikanisches College geschickt haben, damit er eine ernsthafte Berufung lernt, um genau zu sein die des Arztes. Das hat natürlich wenig mit einem hungernden Künstler zu tun, weswegen er die beiden auch notorisch belügt. Und es kommt zu einer kleinen Auseinandersetzung, wenn alles auffliegt. Max hilft ihm etwas ehrlicher mit ihnen und sich selbst zu sein, so dass die Eltern einsehen das dies sein Traum ist und es vorerst unterstützen, auch wenn sie weiterhin nicht glücklich mit seiner Entscheidung sind. Tatsächlich hat er nach dem College so einige Aufträge und zeichnet für die Cover von Max‘ Band verantwortlich.

Haar funktioniert so auch nicht ganz

Anne ist wie gesagt der andere MC, den man spielen könnte. Sie als die Musterstudentin möchte natürlich Organized und Rational hoch haben, was etwas schwerer sein kann, da diese nicht in alternativen Slots möglich sind. Da sie etwas schüchtern ist, nehmen Max und Isabella sie unter ihre Fittiche, damit sie etwas aus sich raus kommen kann. Beispielsweise gleich in der ersten Woche auf eine Party trinken, oder sie für Halloween in ein sexy Kostüm stecken, das ihrer nicht unbeachtlichen Oberweite schmeichelt. Natürlich geht jegliche Initiative zunächst von Max aus, aber mit der Zeit schafft auch Anne es etwas zu flirten oder spaßen, wenn auch zunächst mit durchschnittlichem Erfolg.

Zudem mag Dominic sie von Anfang an, wodurch die eh schon nicht miteinander klar kommenden Kerle nur umso mehr aneinander geraten. Jedoch werden Max und Anne sogar Partner wenn es um eine Hausarbeit eines ihrer Kurse geht, und allgemein sind sie ein gegenseitig positiver Einfluss: Max bringt Anne dazu etwas mehr zu leben, Anne bringt Max dazu etwas mehr zu studieren. Am Ende arbeitet sie dann auch in einer Bibliothek, während sie hin und wieder den Groupie für Max gibt.

Einen besseren Platz hätte er ihr schon verschaffen können

Als Anne hingegen Max zu gewinnen bedeutet, dass man in Creative und Reflective investieren muss. Der eigentlich hinter seinem Badboy-Image steckend gute Kerl mit dem heißen Körper und der dämlichen Frisur ist natürlich ein absoluter Flirt, der nicht sonderlich lange von den Vorteilen Annes überzeugt werden muss. Auch wenn man dafür den armen Dominic mehrmals abschießen muss, damit der sich keine Hoffnungen mehr macht.

Strickt genommen geht die Romanze zwischen den beiden natürlich ähnlich ab, wie wenn man dies jeweils andersrum macht, nur mit verändertem Blickwinkel. Allerdings bekommt man hier mehr davon mit, wie sehr Anne doch Max beim studieren hilft, und zusätzlich sich als der erste Groupie seiner Band ausgibt, um deren Popularität etwas anzuheizen. Und man verbringt mehr Zeit auch mit den anderen Band-Mitgliedern, die alle ziemlich nett sind. Anne hilft ihm sogar, wenn die Band beim Battle of the Bands disqualifiziert werden, weil sie semi-professionelle Auftritte davor hatten, was durchaus Cheating ist. Fürs Ende begeht Max dann noch den Fehler, Anne auf die Bühne zu holen und als seine Liebe zu outen, statt als heißer Junggeselle mehr weibliche Fans anzulocken.

Wenn Charaktere in CGs gar nicht mehr wie sie selbst aussehen

Dominic kann nur mit Anne gewonnen werden und ist als derjenigen, der die WG leitet und auf Regeln und Ordnung achten muss, ein Charakter der auf Rational und Organized steht. Er hilft Anne sowieso von Anfang an viel aus, weil er wie gesagt ziemlich schnell auf sie steht. Außerdem ist er gar kein so übler Spielverderber, solange man sich halbwegs an die Regeln hält, und lässt der Truppe genau genommen erstaunlich viel durchgehen. Er soll wohl schon etwas älter sein, denn er arbeitet bereits an seinem Physik-Master.

Die beiden haben eigentlich viel gemein, denn auch Dominic ist eher derjenige, der viel lernt, immer brav alles nach Vorschrift macht, und seinen Zukunft vor Augen behält, statt nur ans Vergnügen zu denken. Deswegen geht es auch viel in die Buchhandlung und Bücherei mit ihm und darf häufiger mal geholfen werden die Klausuren für seinen Prof zu korrigieren. Als Ausgleich spielt er allerdings MMOs, sozusagen als die eine spaßige Zeitverschwendung, die er sich gönnt. Dominic ist übrigens der einzige Charakter, der an Valentinstag ein Rück-Geschenk parat hat. Jedenfalls leben die beiden schön gesittet am Ende zusammen und Anne macht ihm einen Heiratsantrag.

Der Rest:
Da wäre zum einen Isabella, die pansexuelle Dame, die nicht sonderlich gut darin ist den Unterschied zur Bisexualität zu erklären. Sie ist die nuttige Latina, die wenig Stoff trägt, sich wenig um das College kümmert, dafür aber gern auf Partys geht, und mit allem flirtet, was bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Allerdings hat sie tatsächlich einen Sportler-Boyfriend, den sie sich zu Spielbeginn anlacht und sich auch erst gegen Ende von ihm trennt. Ich finde ihr Charakterdesign ziemlich scheußlich, weswegen ich sie mit keinem der beiden MCs angegangen bin.

Sally hingegen ist die attraktive Blondine mit den blauen Augen, die irgendwann mal einen Hund einschmuggelt und mit dem Band-Kollegen von Max endet, wenn der sie nicht haben will. Was der nette Kerl sich definitiv verdient hat. Ich fand sie etwas langweilig bis nervig, als die ständig irgendwas protestierenden Veganerin im Haus, weswegen ich erneut keinen Bock hatte, die Zeit in ihr Ende zu investieren.

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Bestiality ain’t so bad: Dandelion

Dandelion: Wishes Brought to You ist ein Dating Sim, bei dem die junge Heejung, die zum Studieren und um von ihrer überfordernden Mutter wegzukommen von Seoul nach Busan gezogen ist. Wenn’s der Name von ihr noch nicht klar gemacht hat, ist jetzt durch die Städte auch klar, dass es sich hierbei mal nicht um ein japanisches oder westliches Dating Sim handelt, sondern Korea den neuesten Eintrag stellt.

Was vielleicht erklärt, warum auch dieses Produkt ein wenig mehr Wert auf eine Handlung und einen definierten MC mit vorgegebenen Namen gibt, als dies japanische Produkte in der Regel tun. Heejung hat eine Vorgeschichte, verhält sich in den Situationen mehr wie sie will denn das der Spieler viel Einfluss auf ihre Manierismen hat, und neben dem Daten von hübschen Jungs, die einen Tierohr-Fetisch bedienen, gibt es dahinter tatsächlich noch eine gewisse Handlung, die auf die finalen Monate des einen ingame Jahres zum Tragen kommt. Mit ganz viel K-Dorama am Ende.

Unhöflich, aber nicht gelogen.

Aber ganz von vorn begonnen ist Heejung ein Scheidungskind. Sie erinnert sich gerne an die Tage, an denen ihre nur leicht strenge Mutter und ihr verspielter Vater noch eine liebende Familie waren. Als Paps dann aber mit einer Jüngeren durchgebrannt ist, sind bei Mom die Sicherungen durchgebrannt. Sie wurde immer bestimmender, immer fordernder, ihre Tochter macht nie genug, leistet nie genug, schafft nie genug. Bis sie halt da unbedingt raus und in eine neue Umgebung musste, obwohl sie dort an ihrem Lebensstil letztendlich nichts geändert hat. Genau genommen fand ich es zunächst etwas merkwürdig, dass Heejung einem prinzipiell sagt „ich hab ganz gute Noten, bin mit Freunden in einem Club meines Lieblingshobbys, und habe einen Nebenjob um etwas Taschengeld zu verdienen, aber oh noez ist immer beschäftigt zu sein so eine Bürde!“.

Aber letztendlich spielt Dandelion gezielt auf das Problem, welches viele ostasiatische Kids haben an, nämlich den ungeheuren schulischen Leistungsdruck von außen. Irgendwo dazwischen hat Heejung ganz verloren, wer sie an sich eigentlich sein will. Sie geht nämlich eigentlich einem Business-Studium nach, obwohl ihr Herz der Kunst gehört. Tagein, tagaus ist ihr Lebensablauf der gleiche strickte Plan ohne große Emotionen. Ich weiß zwar nicht ganz warum sie, nachdem sie nun schon Jahre von ihrer Mutter getrennt lebt, überhaupt noch so viel auf deren Meinung gibt, aber ich bin kein koreanisches Mädchen. Jedenfalls wird plötzlich bei ihr eingebrochen aber seltsamerweise nix geklaut, sondern lediglich eine Box mit drei Hasen und zwei Katzen abgestellt (gleich ein Minus, weil es keinen Hunde-Bishonen gibt).

Vielleicht häte man ihr mehr Tiere schicken müssen, damit am Ende auch eines bis zur Mannwerdung überlebt.

Über die unfreiwillige Pflege der Tiere lernt Heejung nämlich ein wenig zu chillen und wird aus ihrem Loch herausgerissen. Und nach drei Monaten mit den Fellknäueln verwandeln die sich dann auch noch in fünf attraktive Jungs mit Tierohren. Was ein Glück, dass Heejung oder ihre Mutter sich ein Apartment leisten konnten, in dem sechs Leute unterkommen, nicht wahr? Sie tauft die fünf übrigens Jisoo, Jiwoo, Jieun, Jiyeon und Jihae. Heejungs bester Freund heißt Heejae. Wundert euch also nicht, wenn ihr als Nicht-Koreaner einen ganze Route braucht, bis ihr anfangt, die wirklich auseinander zu halten.

Obwohl Dandelion mit einem ganzen Jahr, welches es abdeckt, zunächst sogar ziemlich lange Spielzeit hat, kann das natürlich in sukzessiven Durchgängen mit der Skip-Funktion der generellen bereits bekannten Szenen stark abgekürzt werden. Desonders die ersten drei Monate, bevor Heejung vor lauter Einsamkeit der Wahnvorstellung zu unterliegen beginnt, ihre Haustiere wären eigentlich besteigenswerte Jungs. Im Gegenzug dafür ist es allerdings nicht so, dass man seine Optionen bis kurz vor Ende offen halten und alles anflirten kann, um sich dann aufs Finale für einen zu entscheiden. Es muss schon für jeden Kerl von Neuem von vorn begonnen werden, da es ihre guten Enden nur dann gibt, wenn sie Exklusivrechte haben und keine Affinität mit den anderen Schmusetieren aufgebaut wurde.

Was’n im Wohnzimmer los? Yaoi Orgie?

Spielerisch geht es wie üblich um Statuswerte. Genau genommen gibt es drei zu beachten: Fraulichkeit, Schönheit und Kunst. Man muss scheinbar nicht intelligent sein, wobei Kunst eher der allgemeine Lern-Status ist, wenn man sich die Aktivitäten anschaut, die es steigern. Statt eine Woche zu planen kann stattdessen jeden Tag von selbst gewählt werden, was man im Haus machen will. Je nachdem, ob man Dramas schaut, für die Schule lernt, Wäsche aufhängt und was sich sonst so noch in den eigenen vier Wänden unternehmen lässt, gehen diverse davon unterschiedlich schnell in die Höhe. Nebenei aber auch der Stress und Druck, welche wieder über andere Aktivitäten verringert werden müssen. Abgesehen von den richtigen Werten in den drei Stats, um sich in das Bild seiner Traumfrau zu entwickeln, will so ein Kerl aber auch, dass man mal etwas Zeit mit ihm verbringt. An Wochenende kann man auf Dates mit ihnen gehen, aber auch unter der Woche, da ja alle in der gleichen Bude aufeinander hocken, kann einfach der Raum besucht werden, in dem ein Icon dessen Anwesenheit anzeigt. Ob er bei der ausgewählten Aktivität auch mit macht, ist dann aber wieder etwas vom Glück abhängig. Allerdings gibt einem das Spiel schönes Feedback im Charaktermenü, wo genau angezeigt wird, ob die drei Statuswerte so weit sind, wie der Kerl sie aktuell haben will, und wie viele von maximal wie vielen Herzen gewonnen wurden.

Als ein weiterer Meter hat Heejung noch selbst eine Herzleiste, die sich langsam füllt, in dem man den Jungs nahe ist. Auf Max kann dann in ein Upgrade investiert werden. Wie beispielsweise weitere, bessere Aktivitäten im Haus freizuschalten oder (mein präferiertes) das Stress und Druck langsamer steigen. Geld gibt es auch, mit dem Geschenke für die Kerle oder erneut hilfreiche Status-Items gekauft werden können. Und auf den Dates, wenn man sich umschaut, tauchen immer mal wieder SD-Stempel des aktuellen Kerls auf. Für 10 davon kann am Ende eine Charakterskizze vom Kerl und für 20 weitere ein Glamour-Shot gekauft werden.

Drama, baby!

Besagtes Ende ist dann auch voll Meta-Drama. Stellt sich nämlich heraus, dass das Spiel tatsächlich ein Spiel ist. Der Zauberer, der Leuten mit besonders starken Wünschen erscheint, hat die fünf Kerle Heejung geschickt. Der Gewinner des Spieles ist, wer ihr Herz erobern kann, und bekommt seinen Wunsch erfüllt, wird dafür wieder in seine Welt zurückgesendet. Die Verlierer bekommen ihr Gedächtnis gelöscht und müssen als Menschen in unserer Welt weiterleben. Alles, damit Heejung über ihren starken Wunsch ihre Liebe wiederzusehen vor dem Zauberer auftaucht. Und weil Emotionen, insbesondere Traurigkeit und Liebe besonders deliziös für den Herrn Zauberer sind.

Während das Spiel auf den Routen der Kerle also durchweg ziemlich süß und lieb und auch teilweise echt witzig ist, weiß es zum Ende hin so richtig das K-Drama aufzudrehen. Und das unterhält schon echt gut, ist mal ein Dating Sim mit etwas mehr Biss als gewohnt, und vor allem stimmen die Production Values auch absolut. Vielleicht liegt es auch daran dass ich zuvor ein paar amateurische westliche Einträge gespielt habe. Aber das Artwork ist hübsch, die CGs sogar fantastisch anzusehen, durchaus zahlreich, und koreanisches Voice Acting gibt es auch noch oben drauf. So macht es Freude, sich die Kerle anzulachen:

Awwwrr, nimm mich sofort noch auf dieser Couch!

Zunächst mal hab ich mir aus dem Korb den etwas großväterlich ausschauenden Hasen Jihae mit dem langen grauen Fell gewählt, von dem das Spiel darauf besteht, dass es silbern ist. War eine gute Wahl, er ist nämlich nicht nur ein netter Kerl, sondern auch der attraktivste im Cast. Ja ich bin halt oberflächlich, wenn es um meine virtuellen 2D-Husbandos geht, schlagt mich. Er hängt normalerweise mit dem kleineren weißen Hasen Jieun rum, ist dennoch immer etwas einsam dreinschauden. Und wirklich hübsch. Eher reserviert und cool, immer hilfsbereit aber auch etwas distanziert, außerdem nennt er Heejung „My Lady“… awww. Hab ich schon erwähnt, dass er echt hübsch ist, Heejung kann nämlich nicht aufhören, dies zu erwähnen. Er hilft gern beim Kochen, streitet sich immer mal wieder mit dem von der Persönlichkeit komplett gegenteiligen Jisoo, komplimentiert Heejungs Bilder, und verkauft sogar ein paar seiner Sache um auszuhelfen. Was gibt es an dem perfekten Boyfriends also nicht zu mögen?

Ihm wird sogar ein Nebenjob als Model unterbreitet, was ihm sofort Fangirls einbringt, die aber aufgeben, nachdem sie denken er wäre in einer schwulen Beziehung mit Jieun. Er selbst sieht sich allerdings nicht als attraktiv, was mich natürlich prompt die Augen rollen lässt, auf das Schlimmste ahnend, aber tatsächlich hat das etwas mit seiner Hintergrundgeschichte zu tun. Ist nämlich so, die silbernen Haare gelten in seinem Land als böses Omen. Außerdem ist er der Bastard entstanden aus der Liebschaft eines Hochblutes mit einer Gewöhnlichen, weswegen er zusätzlich immer harte Zeiten verleben durfte. Jieun, den er „Young Master“ nennt, hat ihn irgendwann zu seiner Leibwache bestellt, weswegen er sich so sehr um ihn kümmert (er ist der einzige Kerl, für dessen bestes Ende auch mit einem anderen, nämlich eben Jieun, etwas Affinität gelevelt werden muss).

Außerdem war er schon mal in eine andere Noble verliebt, die sich das Leben nahm, nachdem ihr Vater der Romanze zwischen ihnen nicht zugestimmt hat. Sein Wunsch an den Zauberer war, sie zurückzubekommen. Stattdessen ändert er seine Meinung und will letztendlich als wahrer Mensch in diese Welt wiedergeboren werden, was Heejung sich ebenfalls wünscht, allerdings als Gegenleistung ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit löscht, weswegen sie bei Null anfangen müssen. Sieht übrigens auch mit kurzen Haaren im Ende noch sexier aus.

Sie reden natürlich über sein Gemächt.

Nachdem ich nun wusste, welches Tier sich in welchen Kerl verwandelt, hab ich gleich den nächst-attraktiven in der Liste gewählt: Die schwarze Katze Jisoo, von der Heejung es nicht leid wir zu erwähnen, dass sie als einziges Tier definitiv nicht niedlich ist. Der arme Jisoo. Netterweise hatte ich mit ihm dann auch doch noch mein Hündchen bekommen, denn er ist total schmusig und anschmiegsam und derjenige, der die gute „Foodgiver“ immer in Schutz nimmt, selbst nachdem Heejung die Tiere fast vergiftet hat. Treudoof wie ein Hund halt stat kompliziert wie eine Katze. Allgemein ist er eher der verfressene Typ, und auch etwas faul, beispielsweise überrascht es ihn total, dass Heejung Kerle bevorzugt, die sich täglich statt monatlich waschen. Jisoo nimmt gern Sonnenbäder im Park, bringt einem als Geschenke eher anrüchige Sachen, und beim „Pet“ bzw „Look“ in den Interaktionsmöglichkeiten mit ihm, hat es fast immer gute Resultate, wenn man es auf seinen Lendenbereich anwendet.

Leider hat er einen Wesenszug, den ich extrem unattraktiv finde: Eifersucht. Und das nicht nur mal kurz oder mit Berechtigung. Nein, er ist der Romanzen-Stereotyp, der sofort ohne jegliche Begründung total ausrastet, wenn er Heejung auch nur in die generelle Richtung eines Kerles schauen sieht. Mit ihrem besten Freund Heejae soll sie nicht mehr abhängen, er zerrt sie schmerzhaft am Arm hinter sich her, es ist Abusive Relationship 101 in the making. Und wie das bei solchen Storylines der Fall ist, ist Heejungs Reaktion darauf irgendwo zwischen „Aww, wie schön das er sich so viele Gedanken um mich macht“ und „Oh nein, ich sollte mich dafür entschuldigen ihn verärgert zu haben“. Bonuspunkte, wenn es eine Boys Love Storyline ist, bei dem der erste sexuelle Akt des Paares eine durch Eifersucht angestachelte Vergewaltigung darstellt – blegh. Dabei hat mit Jisoo alles so gut angefangen, aber je weiter ich in den Katzenbau seiner Route hinabgestiegen bin, um so weniger mochte ich ihn. Und können wir mal über seinen Kleidungsstil reden? Ein Shirt, das nur an den untersten beiden Knöpfen zu ist? Entweder keines unter der Jacke, es komplett offen haben, oder die obersten zwei Knöpfe auf, aber alles bis auf den untersten offen sieht so blöd aus.

Ach ja, er hat mit seiner kranken Schwester alleine gelebt und sein Wunsch war es, dass sie wieder gesund wird. Mit der taucht er dann in unserer Welt, aber ohne Erinnerungen auf. Da er Heejung allerdings seine mit wichtigen Erinnerungen verbundene Kette geschenkt hat, zieht ihn das in ihre Kunstausstellung.

So nüdlich >:3

Jiwoo schaut von seinem Look her am ehesten wie aus einem Alice in Wonderland Dating Sim aus. Der Kuh-gefleckte Hase wird jedenfalls zu einem der jünger aussehenden Kerle, und füllt den obligatorischen Tsundere-Slot des Spieles. Sprich er ist schnell schlecht gelaunt, wirft einem übellaunige Gemeinheiten an den Kopf, vield davon eine „baka, baka“-Tirade. Versucht gediegen und intelligent und erwachsen zu wirken. Ist aber eigentlich eher kindisch, leicht zu durchschauen und ärgern, und bei ihm übersetzt sich „baka“ eben wie bei kleine Kindern zu „ich mag dich, will es aber nicht zugeben“. Die schlechte Attitüde kommt natürlich auch daher, dass Heejung als er noch ein Hase war, eine Obsession dafür entwickelt hat ihn zu ärgern und die Pfoten zu rubbeln. Seine Route ist allgemein eine eher witzige gestaltete, häufiger mal auf seinen Kosten. Beispielsweise wenn die beiden Katzen für eine „Witzigste Heimvideos“-Sendung ihn als Mädchen verkleiden, was überraschend wenig Design-mäßig aus dem Spiel herausfällt. Er ist eigentlich ganz niedlich so.

Außerdem hat er eine echte Schwäche für käsige Liebesromane und Daily Soaps, trifft sich sogar mit einer Gruppe frischer Autoren, die witzigerweise alle ziemliche Hardcore-Geschichten schreiben, obwohl sie noch Schülerinnen sind. Das dient natürlich zum einen erneut als Gegensatz zwischen seinem „ich bin schlau, ich lese Bücher“-Gehabe und der Art von Groschenroman-Literatur, die er wirklich in den Händen hält. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass dies hier ja ein Spiel vom Zauberer ist, bei dem es darum geht, das Herz von Heejung zu gewinnen. In Liebesromanen zu studieren, wie man das Herz der holden Menschlichkeit gewinnt, ist da gar nicht mal so ein schlechter Plan. Dadurch ist er auch der einzige Kerl, der von der Wichtigkeit von Weihnachten weiß und mit Heejung feiert, statt einfach nur eine Karte zu überreichen.

Außerdem ist ein Kinder von einem reichen Bankier, und immer darauf bedacht gewesen der beste zu sein und in seine Fußstapfen zu treten. Als der Vater allerdings starb erbte der andere Sohn alles und Jiwoo wurde verstoßen, herausfindend das er nur adoptiert ist. Sein Wunsch ist simple Rache an der ehemaligen Familie zu nehmen. Deswegen setzt er sich aber auch am Stärksten dafür ein, dass Heejung sich endlich mit ihrer unerträglichen Mutter ausspricht und gegebenenfalls aus ihrem Leben streicht. Letztendlich ändert natürlich auch er seinen Wunsch dahingehend, dass er in unserer Welt wiedergeboren wird, um Heejung hoffentlich wiederfinden zu können.

Sie kommt übrigens erschreckend schnell über die Sache hinweg mit fünf wildfremden Kerlen im Cosplay zu leben.

Der Rest:
Den weißen Hasen Jieun habe ich nicht erobern wollen. Der eher schüchterne und sprechfaule Prinz, der nur mit seinem Bodyguard Jihae abhängt, ist mir von Aussehen einfach zu jung und außerdem zu aufgeputzt. Immerhin unterstützt er die Romanze mit Jihae, auch wenn dessen weniger Zuneigung ihn erst etwas deprimiert macht, und lernt mehr auf eigenen Beinen zu stehen.

Jiyeon, die orangene Katze, hingegen gefällt mir auch optisch erst Mal nicht. Meistens zumindest, in den CGs scheint er wesentlich attraktiver zu sein, als im Pappaufsteller während der Gespräche. Außerdem legt er das Verhalten eines 10-Jährigen zu Tage, was sicherlich niedlich und witzig gedacht ist, mich allerdings maßgeblich abturned. Auch wenn sicherlich herauskommt das er dahinter ein kalkulierender Assassine ist oder so ein Blödsinn, könnte ich mir denken. Er ist jedenfalls der erste, der kaum noch zu Hause ist, sobald man einen anderen Kerl gewählt hat, nachdem er vorher gern so tat, als wüsste er nicht, warum man nach der menschlichen Transformation nicht mehr nackt durchs Haus wandern kann.

Etwas schade fand ich ja, dass es keinen geheimen Charakter gibt. Irgendwie doch den niedlichen Zauberer zu gewinnen. Oder dem besten Kumpel Heejae, der definitiv was für einen übrig hat, einfach doch mal eine Chance zu geben. Umstylen und dann ist er attraktiv oder so ein Klischee in der Art nehmen. Wobei es wohl ein Joke-Quasi-Ende mit ihm gibt, wenn man nach 3 Monaten immer noch keine Affinität mit einem der Tiere aufgebaut hat. Und etwas mehr Backstory zum Spiel des Zauberers, wenn man je ein Good End mit den 5 Kerlen hatte. Dafür wollte ich aber dann doch nicht durch die Routen von Jieun und Jiyeon gehen, auch wenn mir das Spiel sehr viel Spaß bereitet hatte.

Love’s Melting Away: Always Remember Me

ava-2143Und ein weiteres Spiel von WinterWolves, dass sich zu Recht Dating Sim nennen darf. Übrigens zwischen Fairbrook und C14 Dating erschienen, was man dem Spiel auch insgesamt ziemlich gut ansieht. Nicht nur an Qualität des Charakterdesigns, welches sowieso diesmal ein komplett anderen Stil ist, sich aber fast immer sehen lassen kann, nur ausgerechnet in den CCs, die ja sozusagen die Belohnung für den Spieler darstellen, irgendwie schräg wirken. Nein, auch vom Spielerischen her. Und dem Umfang.

Erneut haben wir ein relativ vorgefertigtes Mädel, welches es so in den japanischen Vertretern des Genres eher weniger gibt, da sie ja als Self Insert der Spielerin dienen und somit möglichst Bella-Swan-esque langweilig und undefiniert sein sollten – die eigenen Antworten sind das, was sie dann mehr oder weniger frech werden lässt. Wobei das Mädel hier, dessen Namen ich ehrlich gesagt auch nicht wirklich behalten habe, schon eher in die Richtung undefiniert geht, was aber ein allgemeines Problem mit den Charakteren ist: Sie haben nicht viel Charakter. Ähnlich wie bei Summer in Fairbrook findet man einfach nicht wahnsinnig viel über sie heraus, zumindest nicht nach dem ersten Setup, in denen die wenigen Grundlagen zu ihnen präsentiert werden. Sie wirken schon alle irgendwo flach. Ich mein, in diesen Spielen werden sowieso immer wieder die gleiche Hand voll Klischees bedient, von daher haben die Charaktere oft nicht viele Dimensionen zu sich, aber es gibt halt doch eine gewisse Anzahl an bekannten Klischees rauszufinden.

MC-chan schreibt gern aber nicht besonders gut.

MC-chan schreibt gern aber nicht besonders gut.

Die Geschichte dreht sich übrigens darum, dass man ganz wie in Summer in Fairbrook zu Beginn in einer Beziehung ist, die sich dann auflöst, und neben dem Sommerjob in den Semesterferien sich deswegen einen neuen Stecher anlachen kann, oder den alten halt doch zurückgewinnt. Nur das hier keiner der Charaktere ein nerviges Arschloch ist, sondern alle immer super nett sind wie in C14 Dating, nicht mal der üblichen zu Beginn etwas rau rüber kommenden Typen mit später weichem Kern bedient wird. Der Grund warum man miteinander bricht ist dann auch, dass Main Chara-chan und ihr Freund Aaron einen Motorradunfall haben – natürlich nicht selbst verschuldet – und während sie mit ein paar Kratzern davon kommt, muss Aaron eine Weile im Krankenhaus bleiben, und hat partielle Amnesie der letzten Jahre mit ihr. Und da sein Vater MC-chan nicht leiden kann, und man scheinbar sonst keinerlei Familie und Freunde hat, die ihm auf die Sprünge helfen können, hält er uns nicht für seine Freundin. Jetzt können wir unsere wahre Liebe beweisen und ihn zurück gewinnen, oder unseren Freund, der uns beschützend im Krankenhaus gelandet ist, sofort links liegen lassen und lieber den hübschen, reichen Doktor anflirten, der ihn behandelt.

Das ganze startet im Juni und endet Anfang September, bis dahin muss ein Herz erobert sein, wenn man nicht Forever Alone zurück ins College gehen will. Im Gegensatz zu einem Wochenplan wird bei Always Remember Me allerdings zu jedem der 7 Zeit-Slots eines Tages direkt gewählt, wohin man gehen und was man dort unternehmen will, um die diversen Statuswerte zu erhöhen. Davon gibt es wieder vier Stück, passend zu jedem Macker, den man sich stalken kann. Nebenbei noch Stamina, die bei den Aktivitäten verbraucht wird, und Moral, die das Gelingen beeinflusst. Erneut fand ich es etwas arg beliebig, wie häufig etwas klappt oder nicht klappt, selbst bei hoher Moral. Bei den Tokimeki Memorials hat sich das immer gut ausgeglichen. Aber bei den Spielen von WinterWolves hab ich mich immer unter Druck gefühlt, ständig zu speichern und wenn zu viel nicht funktionierte neu zu laden, um eines Erfolges sicher zu sein. Ach ja, die ersten beiden Slots eines Wochentages kann nur in der Eisdiele gearbeitet werden, wobei das hier erwirtschaftete Geld anschließend bei einem Shopping-Tripp in Sachen investiert werden darf, die der Statuserhöhung behilflich sind.

Pissiger Blick für ein Beziehungs+

Pissiger Blick für ein Beziehungs+

Always Remember Me offeriert dabei zwei Enden mit jedem der Kerle,  normal und das spezielle, die diesmal sogar unterschiedlich ausfallen und beide ihr eigenes CG haben – die mit dann gerade mal zwei insgesamt aber immer noch etwas arg wenige sind. Grundsätzlich muss nicht bis zu Anfang September gewartet werden, um das Ende zu sehen, sondern es startet automatisch am nächsten Tag, wenn die Affinität eines der Jungs auf 100 gestiegen ist, was über die richtigen Antworten in Gesprächen immer mal wieder um 5-10 Punkte steigt, ansonsten mit jeweils nur +1 beim Besuchen und Abhängen mit ihnen geschieht. Das ist allerdings nur das normale Ende, um das spezielle zu sehen, muss vorher noch der Statuswert, den sie bevorzugen auf das Maximum von 99 Punkten sein. Wenn der also stark hinterher hinkt, besucht man den Traumprinzen besser erst eine Weile nicht, um sicherzugehen, dass nicht das normale Ende plötzlich unausweichlich ist, wenn man eigentlich das besondere sehen will.

Ich fand ja Anfangs die Steam-Reviews zu Spiel ganz niedlich. Weil sich da so viele Mädels drüber beschweren, dass es in diesem Dating Sim so viel Stat-Grinding gibt, statt viele VN-Dialoge mit den Kerlen und um die Story voranzutreiben. Denn das ist ja genau der Unterschied zwischen Visual Novel und Dating Sim, und eher ein Problem hier im Westen, dass sich jedes Indie-VN, bei dem man über Multiple Choice einen Partner gewinnt, sich Dating Sim schimpft. Dabei sollten genau jene mit Stat-Raising-Gameplay daher kommen, statt nur ein interaktives Buch zu sein. Nach dem Spielen von Always Remember Me muss ich allerdings tatsächlich unterschreiben, dass es etwas zu grindy geraten ist. Was einfach daran liegt, dass es nicht genug zu tun gibt, nicht genug über die Kerle herausgefunden wird, nicht genug Szenen mit ihnen untergebracht sind. Die Affinität und Lieblings-Statuswert in Schritten von je +1 zu erhöhen wirkt trotz nettem Gesamtfeedback der Persönlichkeitsveränderungen am Ende eines Tages einfach zu langwierig und langsam. Eigentlich ist das Spiel gar nicht lang, und eigentlich schon ganz nett, aber irgendwo etwas schwachbrüstig, selbst wenn man allen vier Kandidaten nachgeht:

Gibt kein Gold-Digger-Ende mit dem Vater btw

Gibt kein Gold-Digger-Ende mit dem Vater btw

Aaron stellt die größte verfehlte Chance dar, ihn selbst als Charakter wie auch MC-chan zu hinterfüttern. Die beiden sind seit Jahren in einer Beziehung, aber sein Vater mag MC-chan nicht. Warum wird nie geklärt. Und im besten Ende, wenn man als Schriftstellerin einen NYT-Bestseller geschrieben hat, akzeptiert er einen auch, aber es kommt nie zu einer Aussprache oder Entschuldigung seinerseits. Auch Aarons fake Ex-Freundin, die sich im Krankenhaus wieder an ihn ranschmeißt, taucht im Ende nie wieder auf, dem Spieler wird also nicht mal hier ein Moment des Triumphs gegenüber der arroganten Opposition gegönnt. Auch ist die Tatsache, dass er Amnesie hat doch die perfekte Gelegenheit, dass MC-chan ihm nach und nach über Aaron an sich, über sich selbst, und über ihr gemeinsames Leben erzählt. So viele Spiele haben clunky Exposition, wenn sich Charaktere Dinge erzählen, die sie beide kennen müssten, nur damit das Publikum auch auf Stand kommt. Aber hier wäre genau das eben nicht fehlplatziert, da Aaron alles vergessen hat, so dämlich die Amnesie-Ausrede auch ist.

Und dafür, dass MC-chan selbst ihre Eltern bei einem Autounfall verloren hat, wird selbst dies irgendwie nie direkt angesprochen. Jedenfalls mögen beide Bücher, und Aaron speziell Pikniks bei Vogelgezwitscher im Park, wie wir dann doch mal lernen dürfen. Als romantischer Typ ist natürlich Romance sein Statuswert der Wahl. Und Aaron relativ einfach zu gewinnen, da er ja ans Krankenbett gefesselt ist. So kann er zwei Mal pro Tag besucht werden, alle seine Szenen triggern dort, und Romance ist relativ einfach zu puschen, in dem man sich bei der Bibliothek Bücher ausleiht und ihm regelmäßig seine alten Favoriten vorliest. Das Ende ist dann ganz abgehakt in der Zukunft, keine Szenen in der er sich dramatisch wieder an einen erinnert oder so, aber vielleicht ist dies das normale Ende, welches ich übersprungen habe, stattdessen sind Aaron und MC bereits verlobt und sie eine Bestseller-Autorin.

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Lächelt sich bestimmt etwas schwer mit einer fremden Zunge im Hals

Ich meine, immerhin hat die Studentin mit Hauptfach kreatives Schreiben dort im Gegensatz zum Ende mit Hugh nicht ihren Traum aufgegeben. Der hübscheste Charakter im Spiel ist der übliche Flirt-Charakter, der immer einen lockeren Witz oder angrabenden Spruch auf Lager hat, und alles nicht sonderlich ernst meint oder sieht. Überraschend hat er allerdings einen festen Job, führt nämlich im Shopping-Center eine kleine Boutique, und designt die stylischen Outfits selbst. Sieht auch selbst im Anzug ganz knackig ist. Na ja, jedenfalls nennt er einen viel Babe etc., lädt ins Pub ein, oder schickt einfach mal so eine Pizzalieferung statt Blumen zur Aufmunterung vorbei, und ist ganz froh darüber, wann immer man mit seinen blöden Eskapaden mitspielt. Das Battle der lahmen Anmachsprüche zwischen den beiden war schon ganz nett.

Für ihn ist Kreativität wichtig, was schnell genug über Sachen wie die Schreibübungen gelevelt werden kann, während Hugh allerdings nur ein Mal pro Tag und nicht Sonntags anzutreffen ist, um seine Affinität zu steigern. Jedenfalls behandelt er einen bis zum Schluss eher als weiblichen Kumpel, bis er dann plötzlich merkt doch in einen verliebt zu sein und man den Schriftsteller-Traum aufgegeben hat, um ihm beim Design seiner Kleider zu helfen.

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Einen reichen Arzt zu heiraten war wohl ihr wahrer Traum

Wirklich am schwersten anzutreffen allerdings ist Eddy, der Doktor, der sich um Aaaron kümmert. Und der trotz seines etwas unmotiviert dreinschauenden Resting Bitch Face durchaus nicht der Stereotyp vom heißen Doc ist, der Menschen zwar körperlich heilen kann, aber keine Ahnung vom zwischenmenschlichen Heilen hat. Denn eigentlich ist er ziemlich einfühlsam, besonders da MC-chan auf seiner Route die nervige Eigenart hat, ständig wegen Aaron zu heulen zu beginnen, nur um dann doch als Gold Digger den besser gestellten Arzt zu ehelichen. Dass er einem sofort vorschlägt, ihn Eddy zu nennen, ist allerdings schon etwas unprofessionell. Jedenfalls kann man ihn nur zu einem Slot im Krankenhaus und nur an Wochentagen antreffen. Keine Ahnung was für ein Krankenhaus das ist, wo die Ärzte nicht notorisch überarbeitet sind, sondern weder Nacht- noch Wochenend-Schichten zu reißen haben. Wobei sobald man sich genug in sein Herz gestalked hat, man seinen Hausadresse herausfindet, und ab dann auch Abends und an freien Tagen hinter ihm her hecheln darf.

Disziplin ist für ihn wichtig, was MC-chan über sportliche Aktivitäten und merkwürdigerweise das Updaten des Blogs bewerkstelligt. Denn wie jede Studentin des kreativen Schreibens ist sie nicht nur damit beschäftigt, eigene schlechte Poesie ins Netz zu stellen, sondern auch Buch-Reviews zum Besten zu geben. Man trifft Eddy halt hier und dort mal in der Stadt, hoffentlich zumindest, da dies für die Affinität bei ihm halt besonders wichtig ist, hilft ihm beim Einkaufen aus, und am Ende hat man den Traum fürs Schreiben aufgegeben, um mit ihm im Krankenhaus zu arbeiten. Nicht als Ärztin oder sonst was ambitioniertes, sondern als simple Krankenschwester, die mit dem Oberarzt schläft…

Ich schör das er außerhalb von CGs nicht wie Eldritch Horror aussieht

Ich schwör das er außerhalb von CGs nicht wie Eldritch Horror aussieht

Last but also least ist Lawrence, der schüchterne und etwas weibisch aussehende Fußabteter-Charakter. Der nur dann etwas Mumm aufweist, wenn es darum geht die Halbtagskraft MC-chan vor dem Besitzer der Eisdiele in Schutz zu nehmen, wenn der sich über einen Fehler von ihr aufregt. Ich mein, es ist schon süß das er sich ernsthaft Gedanken und Sorgen um sie macht, egal was in ihrem Leben vor sich geht, aber da alle Charaktere so unglaublich nett und verständnisvoll sind, hebt ihn das gar nicht wirklich ab.

Immerhin haben er und MC-chan gemeinsam, dass sie gerne Schreiben, und natürlich muss man sein Selbstwertgefühl dorthingehend etwas fördern. Und dadurch darf MC-chan letztendlich wenigstens auch in seinem Ende ihren Traum einer Schriftstellerin verwirklichen, während sie ihm nebenbei in seiner nun eigenen Eisdiele aushilft. Seinen Statuswert der Kultur lässt sich übrigens auch sehr gut durchs Lesen von Büchern und Schreibübungen leveln. Obacht bei seiner Affinität, denn einfach in der Eisdiele, wo er Vollzeit beschäftigt ist, zu arbeiten hilft hier nicht, man muss nach der Arbeit dort noch mit ihm abhängen.

Breakup Call: Summer in Fairbrook

ava-2141Also weiter in den Dating Sims von WinterWolves, diesmal zu ihrem The Flower Shop. Aber nicht Winter in Fairbrook, die GxB-Version, die von einigen Youtubern in ihren „lulz Dating Sims“-Channeln voller VNs und wenigen Dating Sims gespielt wurde. Denn das ist der zweite Teil, bereits davor erschien mit Summer in Fairbrook eine BxG-Version.

Warum das Ding genau The Flower Shop heißt, will sich mir allerdings nicht so ganz erschließen. Im Sequel definitiv, immerhin heuert das Mädel dort tatsächlich bei Susanna im Blumenladen an. Aber Summer in Fairbrook bringt Steve im Sommer zwischen zwei Semestern nach Fairbrook, weil sein Vater ihn dazu verdonnert hat, beim Onkel auf der Farm auszuhelfen. Nix mit Blumenladen oder so. Den gibt es, aber da kauft man halt seine Saat ein, und das war es, solange man nicht am Ende auch Susanna besamen will.

Aber immer, mein Hübscher :3

Aber immer, mein Hübscher :3

Oder Marian. Denn die Sache mit den Stats ist etwas anders als in C14 Dating. Mit einem der vier Mädels abhängen – entweder Jill zu Hause anrufen, mit Clara joggen gehen, Susanna im Blumenladen oder Marian in der Bibliothek besuchen, erhöht einen der Statuswerte. Wenn auch ohne niedliche SD-Animation oder auch nur Nachricht, dass dies geschehen ist, man muss schon selbst am Sonntag in den Wochenplan schauen, wie sich die Werte verändert haben (ob eine Antwort positiv oder nicht war, wird allerdings direkt gezeigt). Jedes Mädel möchte aber nicht nur den Statuswert hoch haben, dem sie selbst hilft, sondern auch noch einen zweiten. Jill und Marian beispielsweise den von der jeweils anderen. Wodurch es gut vorkommen kann, ist nämlich zumindest mir so geschehen, dass man versehentlich die jeweils andere gewinnt. Logischerweise würde man nämlich beide Mädels die richtigen Antworten geben, und sich am Ende entscheiden, mit welcher man das Ende sehen will. Allerdings gibt es keine „kurz vor Ende“-Entscheidung. Ich wollte zuerst Marian haben, hab dann aber bei einem Wochenende im Plan gespeichert, und dann immer nach drei weiteren Besuchen im Blumenladen später das Ende von Susanna bekommen, ganz automatisch.

Ich meine, so tragisch war es dann auch wieder nicht, ich hab halt den Laden gemieden. So kann man nur keine Saat für das Feld einkaufen, welches wirklich nur ein Kleinstgarten ist, aber das Farming ist sowieso absolut nutzlos im Spiel. Mit ein paar Klicks wird Unkraut gejätet, ausgesät, geerntet, Parasiten beseitigt, oder das ganze Feld bewässert – jede Aktion kostet jeweils eine Stunde. Der Morgen muss immer auf dem Feld verbracht werden, der Nachmittag steht einem jedoch frei, und man muss hier nie eine Extra-Runde Feldarbeit einfügen, um über 1000 Moneten zu kommen, laut denen das Ende besser wird. Davon hab ich allerdings nichts gesehen, bei Susanna hatte ich sowohl ein Mal weniger und ein Mal mehr als 1000 Geld, und ich habe genau das gleiche CG gesehen (es gibt nur ein einziges pro Mädel im Spiel und keine Galerie) und dazu ziemlich den gleichen Text lesen dürfen. Der Unterschied war nur, dass man im Epilog dem Onkel nach seinem Infarkt weiterhin auf dem Feld aushilft, hat man das Geld nicht zusammen, wird die Farm an den Nachbarn verkauft, der Onkel kann sich allerdings einen netten Lebensabend in seinem Häuschen machen. So wirklich wertig ist die kleine Änderung die zusätzliche Spielzeit der Farmarbeit nicht.

Direktes Feedback find ich immer gut

Direktes Feedback find ich immer gut.

Zumal das Spiel kein Alleine-Ende bietet. Gewinnt man bis nach den 11 Wochen kein Mädel, so holt der Vater einen zurück nach Hause und die Farm wird erneut verkauft, weil der Onkel nach seinem Herzanfall sie nicht weiterhin bestellen kann. Egal wie viel Geld man verdient hat.

Was ist eigentlich der Grund für den aufgezwungenen Farmurlaub? Tja der niedliche Vater, der schnell gar nicht mehr so ansehnlich in einigen Charakterportraits ist, verdonnert seinen nutzlosen Sohn dahin, damit der Onkel ihn etwas in Form bringt. Genau genommen startet das Spiel wie folgt: Mitten in einem Argument zwischen Steve und seiner Freundin Jill. Sie nervt ihn tierisch darüber, dass er ihr nicht ambitioniert und erfolgreich genug ist, während er das ganze nicht ernst nimmt und lieber anderen Mädels auf den Hintern starrt. Die beiden trennen sich, und ich frag mich direkt, warum die das nicht schon vor Jahren gemacht haben. Direkt beräut Steve aber Jill verloren zu haben, und als er sie anruft spricht sie auch wieder halbwegs zivil mit ihm. Oh Gott, Summer in Farebrook ist Catherine all over again!

Nicht hübsch, aber eh überflüssig

Nicht hübsch, aber eh überflüssig.

Wird auch nicht besser. Das erste Mädel, welches der nutzlose Idiot Steve trifft ist Clara. Die schaut ihn mit dem Arsch nicht an, bis sie herausfindet, dass er aus der Stadt kommt, und sofort hat sie Interesse an ihm, denn er könnte ihr ja aus dem Kaff Fairbrook heraus helfen. Das erste Treffen mit Susanna braucht ungefähr 5 nette Sätze, bis die Hippi-Trulla ihm einen gewaschenen Vortrag darüber hält, wie viel besser Bionahrung und Medizinkräuter sind, und alles andere Müll ist, mit dem man seinen Körper nur vergiftet. Ugh, ist denn jeder einzelne Charakter in diesem Spiel scheußlich? Ja, aber nein, aber ja, denn Marian ist dann doch eine ganz Nette, aber mit ihr hört die Liste auch schon wieder auf.

Ist natürlich sehr unglücklich in einem Dating Sim, wenn ich weder den Hauptcharakter noch die Jagdtrophäen mag. Was ist denn meine Motivation dazu, die beiden zusammenzuführen, wenn ich eigentlich der Meinung bin, dass beide schreckliche Menschen sind, die niemals eine Beziehung eingehen sollten? Damit sie vom Markt genommen sind und keinem anständigen menschlichen Wesen das Leben versauen können? Zumal mich das Spiel nachträglich etwas bereuen lässt, bei C14 Dating so Kleinigkeiten bemängelt zu haben, wie dass das Artwork im Profil etwas arg flach wirkt, denn Summer in Fairbrook hat schon ziemliches Amateur-Artwork zu bieten. Letztendlich konnte ich mich nur dazu durchringen, zwei der vier Mädels einzufangen:

Dass sie die kranke Zunge eines Fleischessers überhaupt in ihren Mund lässt.

Dass sie die kranke Zunge eines Fleischessers überhaupt in ihren Mund lässt.

Susanna hatte ich ja im Prinzip quasi fast versehentlich gewonnen, aber nur weil ich ihr auch die richtigen Antworten gegeben habe, um sie nach Marian eh zu erobern. Letztendlich ist sie ja ganz niedlich, und nach dem ersten irrsinnigen Ausbruch ist sie anschließend eigentlich immer ganz nett zu einem. Und vielleicht kann ich mich Nachts ins Bett ihres Halbbruders Trent stehlen, der eh niedlichste Charakter im Spiel. Wie gesagt gehört ihr der Blumenladen, bei dem man die Setzlinge ersteht. Zudem hält sich die Veganerin Bienen. Trent erzählt Steve auch, dass sie von ihren Eltern als Kind oft ignoriert wurde – allgemein scheint jedes Mädel ein Problem mit ihren Eltern zu haben, was wohl als Bindungsmoment mit Steve gedacht ist. Interessanterweise, wenn man mit Susanna endet, erzählt einem das Spiel im Epilog, dass der eigene Vater sich an die andere Kandidatin Marian herangemacht hätte. Ach ja, Susanna steigtert Romance und braucht zudem Culture.

Ganz schön viel Platz auf dem CG gelassen

Ganz schön viel Platz auf dem CG gelassen.

Marian ist die Bibliothekarin und super nett und freundlich, obwohl sich ihr Design eher dem Fetisch der strengen Lehrerin annähert. Sie ist schon etwas älter, wie Steve charmant wie immer wiederholt anspricht, scheinbar soll sie wohl sogar über 30 sein. Zumindest erwähnt sie irgendwann, dass sie den Traum Poesie zu schreiben schon so lange hat. Den sie aber nie verwirklicht bekommen und sich darüber sogar mir ihren Eltern zerstritten hat. Wie gesagt haben alle Mädels Eltern-Probleme, aber bei Marian sind sie der Geschichte am zentralsten. Was etwas merkwürdig ist, man sollte meinen eine gestandene Frau von Mitte/Ende 30 wäre nicht der Charakter, der über einen Bruch mit ihren Eltern immer noch trauert, statt eine der wesentlich jüngeren Kandidatinnen. Na ja, jedenfalls ermutigt man sie etwas mehr Gedichte zu schreiben und sie einzuschicken. Zunächst bekommt sie gemischt gute und schlechte Reviews, und statt sich über die guten zu freuen, sind die schlechten natürlich ein Drama. Man ermutigt sie dennoch weiter zu machen, und am Ende schafft sie ihren Durchbruch und Steve küsste sie in durchsichtiger Bluse im Regen.

Nicht hübsch, aber auch überflüssig.

Nicht hübsch, aber auch überflüssig.

Nicht gewonnen habe ich Jill und Clara. Jill ist die schrecklich engstirnige, total von Steve genervte Freundin, die innerhalb des Eröffnungs-Dialogs, der mehr ein bitchy Monolog von ihr ist, mit Steve Schluss macht. Und das ist auch ganz gut so. Man kann sie direkt anrufen und auch während der Zwangsarbeit in Fairbrook Kontakt halten, aber ne. Sonderlich attraktiv ist sie letztendlich auch nicht gewesen. Clara trifft man beim Joggen und sie streitet sich wohl gern mal mit ihrem Vater, da sie Fairbrook lieber verlassen würde. Die erste Interaktion mit ihr wirkte dann auch so, als wäre sie nur an Steve interessiert, weil der ein Mittel zum Zweck in die Großstadt ist. Nein Danke.

Digging for Love: C14 Dating

ava-2136Die Indie-Szene hat in den letzten Jahren die Visual Novels für sich entdeckt. Und es gibt daher keine wirkliche Knappheit an Spielen, die sich Dating Sim nennen, oder jenen Begriff zumindest im Sales Pitch haben, meist mit irgendeinem Gimmick um sich vom Rest abzusetzen. Zombie Dating Sim, Ork Dating Sim, Dragon Dating Sim, Five Nights at Freddy’s Dating Sim… whatever. Die meisten sind das aber nicht, sondern tatsächlich lediglich Romance Visual Novels. Gegen die gibt es nichts einzuwenden, aber es macht es doch schwer herauszufilten, welche nun wirklich neben dem Lesen und Antwort-Aussuchen etwas Gameplay offerieren, um nicht ganz so trocken zu sein. Schwer genug, als das man bald die Lust nach dem Suchen im Sumpf verlieren kann, ähnlich einem guten Spieles auf Smartphone zu finden, die es sicherlich gibt, aber bei der Lawine an Mist schwer rauszufischen sind.

Zufällig fiel mir aber ins Auge, dass C14 Dating sich nicht nur als Dating Sim anpreist, sondern spezifisch im Anbiederungssatz ans Publikum auch „Stat Raising Gameplay“ nennt. Allgemein scheinen die Dating Sims von Winterwolves, die wohl für die Flower Shop in Fairbrook Spiele bekannt sind, wirklich mehr als nur VN zu bieten.

Ein sinniges System zu nutzen ist natürlich direkt ein Kulturschock für Amis

Ein sinniges System zu nutzen ist natürlich direkt ein Kulturschock für Amis

C14 Dating setzt sich übrigens damit ab, wodurch auch der doppeldeutige Titel herkommt: Wir spielen Melissa, die Archäologie studiert, und über den Sommer am einem Programm in einer Ausgrabungsstätte in Belgien teilnimmt. Und das wo sie so gut wie kein Französisch spricht, sondern nur Englisch und eingerostetes Spanisch (dank ihrer Latina-Herkunft). Und wer auch immer das Spiel geschrieben hat, scheint sich damit auszukennen, denn der Aufhänger ist gut recherchiert und es werden so einige (großteils optionale) Fakten über Geologie und Archäologie untergebracht. Die ersten Gespräche mit den drei Professoren halten einen ganzen Bildschirm von Frage-Optionen dazu bereit, die alle übersprungen werden können beispielsweise, und die Minispiele offerieren zusätzlich Journal-Einträge.

Auch diese Minispiele sind übrigens optional, können aber beim Status-Upgraden helfen. Im Prinzip ist es wie gewohnt so, dass am Anfang einer Woche für jeden Tag (abgesehen Wochenende, welches zusammengenommen ist) für die je drei Tageszeiten eine Aktivität ausgesucht werden muss, der nachgegangen wird. Allerdings steht am Morgen der Wochentage nur die Ausgrabung in der Höhle oder das Untersuchen der Funde im Labor zur Auswahl, weil man ist ja nicht hier um belgische Waffeln mit einem Sommerflirt im glorifizierten Urlaub zu verbringen, sondern um was fürs Studium zu lernen. Sind die Minispiele nicht deaktiviert, geht jede dieser beiden Wahlmöglichkeiten mit einem einher.

Die Dinger werden wesentlich schwerer bei 15-x15 Grids

Die Dinger werden wesentlich schwerer bei 15×15 Grids

Die Höhle beispielsweise ein Nonogramm. Das sind diese Schachbretter, die Zahlen an den Spalten und Reihen stehen haben, über die man heraustüfteln muss, welche Kästchen eingefärbt werden und welche leer bleiben. Das Labor hingegen ist etwas Rate-abhänger: Es muss möglichst nahe aber nicht über die Druckzahl gekommen werden, in dem man beliebig viele der 5 Instrumente nutzt, wobei nur beim ersten angezeigt wird, wie hoch dessen Druck ist. Man kann sich auch Hints holen oder Puzzle überspringen, aber ehrlich gesagt hab ich sie nach dem ersten Durchgang einfach ausgeschaltet, weil die umfangreichen späteren doch extreme Zeitfresser sein konnten.

Die Bonuspunkte von ihnen wird man eh nicht brauchen, wobei es schon etwas beliebig ist, ob eine Aktion gelingt oder nicht, und wenn sie fehl schlägt der daran gebundene Statuswert sich sogar verringert. Selbst das Internet browsen oder Tanzen, die beiden Aktivitäten, die zum Reduzieren des durch die anderen angesammelten Stress da sind, können misslingen. Ich bin mir übrigens auch nicht sicher, ob die Kerle wirklich einen Statuswert auf einer gewissen Höhe brauchen, damit man sie gewinnt, oder ob das nur automatisch geschieht, weil die Aktivität durchzuführen auch einfach Affinitätspunkte mit ihnen bringt, ihre Herzen in der wöchentlichen Übersicht also schneller steigen. Einen gezielten Charakter nach den 8 Wochen auf Max-Herzen zu haben ist eh nicht schwer, wobei allerdings auch noch die richtigen Antworten in den VN-Gesprächen gegeben werden müssen, um denjenigen wirklich zu gewinnen, respektive zwischen dem Liebes- und Freundschaftsende mit dem Charakter zu wechseln.

(Miss-)Erfolge wie immer mit sympathischen SD-Chicibs illustriert

(Miss-)Erfolge wie immer mit sympathischen SD-Chibis illustriert

Von der Handlung her muss übrigens jeder Student der nahen Uni einen 4-wöchigen Ausflug zur Ausgrabungsstätte ablegen, damit man es im Spiel dann nämlich dennoch nicht nur mit Möchtegern-Indiana-Joneses zu tun hat, sondern aus allen Fächern Kerle geboten bekommen kann. Die übrigens zeitgleich übliche Stereotypen abdecken, die man auch in einem japanischen Dating Sim geboten bekäme, und das Spiel sich dennoch etwas versucht dagegen abzuheben. Zum einen ist Melissa alleine schon ein wesentlich definierterer Charakter statt der langweilige Self Insert der dortigen Spiele, gibt von sich aus viele heitere und launige Antworten und zieht die Kerle gern auf. Bringt ihre eigenen Interessen in Archäologie, Gaming und Tanz mit. Zudem hat sie Diabetes, während einer der Kerle eine Armprothese trägt, einer anderer ein Hörgerät hat, ein weiterer ist übergewichtig. Das würde man so nicht in einem japanischen Produkt finden – Katawa Shoujo mal ausgenommen, welches gezielt aus dem „Krüppel Dating Sim“-Joke entstand und ursprünglich nicht ernst gemeint war.

C14 Dating ist dabei schlau genug dies eher nebensächlich bis kaum zu behandeln, kurz anzusprechen und dann geht es weiter im Programm. Dadurch wirken die Charaktere nicht wie eine „Besonderheiten-/Diversitäts“-Checkliste, die abgehakt werden wollte, und es kommt nicht zu peinlichen Endlosgesprächen um jene Thematik. Es ist ein Teil des Charakters, aber definiert denjenigen nicht. Auch süß sind die anfänglichen Beschreibungen, bevor man deren Namen kennt. Shoji wechselt schon mal von „Nerd“ beim Weiterreden auf „What a Nerd“ und der Tsundere-Charakter innerhalb weniger Textboxen von „Shy Student“ auf „Annoyed Student“ auf „Rude Student“.

Die wichtigste Antwort-Runde im ganzen Spiel, mit der offensichtlichst richtigen dazu.

Die wichtigste Antwort-Runde im ganzen Spiel, mit der offensichtlichst richtigen dazu.

Allgemein scheint das Spiel stark auf Freundschaft ausgerichtet zu sein. Denn auch wenn ein spezifischer Charakter gestalkt wird, bis man sich seine Liebe erpresst hat, kommt man dennoch viel mit den anderen in Berührung. Das passt natürlich zum Thema des Auslandsstudiums, neue Kontakte knüpfen, unerwartete Freundschaften schließen, und am Ende dürfen sich alle rührselig voneinander verabschieden. Auch gut zum Thema passt übrigens der sehr hübsche Song im Main Menu, der was von späte 90er Pop hat.

Jedenfalls hat mir das Spiel gut gefallen, es hat so eine leichtherzige Atmosphäre. Alle Charaktere sind nett und gehen zivil miteinander um, es gibt kein wirklich großes Drama, selbst bei den wenigen Streitigkeiten untereinander bleiben alle höflich und vertragen sich später wieder. Das Spiel ist süß, niedlich, lustig, charmant und bei ausgestellten Minispielen auch ein ziemlich fluxer Durchgang, besonders wenn man durch vorigen Durchläufe Szenen vorspulen kann. Lediglich das Artwork ist manchmal mit kleinen Schwächen, wobei meist schon sehr nett anzusehen, nur ist die Zeichnerin definitiv besser im 2/3 oder 3/4 Profil denn Charakter geradeaus schauend oder von der Seite im Profil zu zeigen. Und es gibt ein bisschen wenig CGs. Pro Charakter 5-6 und das verteilt auf die zwei Enden, man sieht eigentlich erst welche auf die letzten zwei Wochen. An Charakteren gibt es 4 Hauptkerle, plus den obligatorischen Geheimcharakter:

Schon im Dere-Modus, nach reichlich Tsun-Tsun

Schon im Dere-Modus, nach reichlich Tsun-Tsun

Kyler ist der Charakter, den ich als Tsundere bezeichnet habe. Für ihn ist das Lern-Kommando wichtig, welches passenderweise den Fleiß-Status erhöht. Melissa trifft ihn direkt als ersten Liebschaftskandidaten während ihres ersten Trips in die Höhle, da die beiden sich eine Ausgrabungsparzelle teilen. Kyler ist der etwas Maulfaule und sehr auf seine Arbeit und dessen richtige Ausführung fixierte Typ, der allerdings Mel bei allen ihren Fragen bereitwillig weiterhilft – irgendwann sogar ohne genervt zu wirken. Außerdem ist das bereits sein vierter Sommer hier, später würde er gern dort arbeiten.

Er ist übrigens seit seiner Geburt taub, weswegen er ein Hörgerät trägt, was ihn nicht immer einfacher zur Kommunikation zu bringen macht. Obwohl er natürlich ein sehr geradliniger und sachlich-nüchterner Typ ist, ist er einem kleinen Witz hier und dort dennoch nicht abgeneigt, kann aber natürlich eher nicht so gut mit dem übertreibenen Witzbold Deandre. Jedenfalls hilft der Umgang mit Mel selbstredend, ihn etwas sozialer und aufgeschlossener zu machen, und im 4-Monate-danach anschließend an die Credits, wenn die beiden in einer Distanzbeziehung sind, finden wir raus, dass er einen Job bei einer Ausgrabung in Deutschland gefunden hat.

Kein Euphemismus, es geht um ein echtes Grillschwein

Kein Euphemismus, es geht um ein echtes Grillschwein

Deandre ist der Sportler-Charakter des Spieles, und kontrastierend zu den anderen mit ihren körperlichen Wehwechen der arische Supermensch, groß, muskulös, blond und mit blauen Augen. Er ist der Witzbold der Truppe, der immer einen Joke auf Lager hat, und sich mit jenen bestens versteht, die selbst nicht alles allzu ernst nehmen. Also genau das Gegenteil zu Kyler, weswegen die beiden auch mit am meisten aneinander geraten. Während eines längeren Aufenthalts in Neuseeland, wohin er gern zurückkehren würde, hat er übrigens fließend Englisch gelernt und studiert das als Hauptfach.

Denn Deandre ist nicht dumm, er hat dort sogar richtig gute Noten. Sein Traum mag es sein ein berühmter Rugby-Spieler zu sein, und tatsächlich spielt er neben seinem Studium bereits in einer offiziellen Mannschaft. Jedoch ist er sich sehr wohl bewusst, dass dies nicht aufgehen muss, und selbst dann durch einen unglücklichen Unfall alles schnell vorüber sein könnte. Für diesen Fall kann er nämlich dann darauf zurückfallen Englischlehrer zu werden, denn mit Kindern versteht er sich sowieso, der Kindskopf. Um ihn zu gewinnen ist das Ballwerfen ein gutes Kommando, welches merkwürdigerweise Kultur levelt. Ist man der Aspiration zur Spielerfrau nahe gekommen, nimmt er einen übrigens auf einen spontanen Trip durch Belgien mit, während sich die Eltern zu Hause sorgen müssen, warum die Tochter nicht wie geplant nach Hause kommt.

Haare offen trägt er auch nicht oft, dabei verdeckt das so schön seine Halstattoos

Haare offen trägt er auch nicht oft, dabei verdeckt das so schön seine Halstattoos

Hendrik ist kein Student, sondern der Neffe des Professor, der die Ausgrabungen leitet, und arbeitet bereits als Geologe im Team. Für ihn verbringt man die Freizeit lieber mit Nachforschen, was die Rationalität steigert. Außerdem hat Hendrik die größte Benachteiligung des Casts: Hässliche Shadowhunter-Tattoos am halben Körper. Die kommen aber nicht von irgendwo, sondern er hat sie sich stechen lassen, um die Narben seines Autounfalls zu überdecken, durch den er auch einen Arm verloren hat, seither eine Prothese trägt. Ist allerdings ein echt Lebenslustiger Kerl mit starkem Hang zu schlechten Wortspielen.

Nachdem Mel einen Diabetiker-Anfall hat, ist er derjenige, der sich als erstes bereiterklärt, am Wochenende ebenfalls im Museum zu übernachten, damit sie nicht alleine ist, und kocht sogar für sie. Wobei wir herausfinden, dass er Vegetarier ist. Dabei lässt sich das Spiel übrigens die Chance durch die Lappen gehen, ihn versehentlich beim Duschen zu erwischen – merkwürdig. Immerhin sieht er später mit Brille und im Anzug echt zum Anknabbern aus, was wir nur zu sehen bekommen werden, wenn wir auf seiner Route sind. Um noch einen weiteren Haken auf der Besonderheiten-Checkliste zu machen ist Hendrik zudem asexuell, aber die beiden, nachdem er nicht mehr in einer Lehrer-Position einer Schutzbefohlenen gegenüber ist, wollen das schon irgendwie austüfteln. Ach ja, nur auf seiner Route finden wir zudem raus das Rosemarie, eine weitere Mitarbeiterin des Teams, die Mel zunächst für seine Freundin hält, lesbisch ist.

Just like being a lesbian

Just like being a lesbian

Was eine super Überleitung zum Geheimcharakter des Spieles ist, welcher zwar auch als Student an der Ausgrabung teilnimmt, aber nie im Wochenplan neben den Höhle/Labor/Frewilligenarbeiten als Icon aufgeführt wird – allerdings wenig unauffällig in der „Wer mag mich wie sehr“-Liste mit Herzen geführt wird. Und zwar ist das Joan, die Melissa auf einer kleinen Tanzparty in der ersten Woche, zu der Deandre sie schleppt, trifft und direkt als niedlich bezeichnet.

Und ich mein, wozu sind die frühen Zwanziger als Student schon da, wenn nicht um mit dem niedlichen Sommerbesprossten Rotschopf ein paar lesbische Erfahrungen zu machen? Als jemand, der eh nur gebrochen Englisch spricht, ist sie doch der perfekte Urlaubs-Flirt. Über den üblichen Weg hinein in den Hasenbau: Auf Party kennengelernt, bei ihr und Zimmergenossin Chantal im gleichen Bett schlafen müssen, Flötenunterricht von der Musik-Studentin (sie will es lehren, denn für Auftritte hat sie zu viel Lampenfieber) und das Essen phallischer Schnecken letztendlich in einer Liebschaft miteinander landend. Sozialisieren, welches Kultur und Empathie steigert, ist wichtig für sie. Und überraschend ist ihre Route gar nicht mal sehr viel gegenüber der vier Hauptcharaktere abgespeckt, es gibt sogar sowohl ein Freundschafts- wie ein Liebschaft-Ende.

Hah, ich verstehe diese einfache Referenz!

Hah, ich verstehe diese einfache Referenz!

Bleibt nur noch Shoji übrig, der zu Übergewicht neigende Halb-Japaner (sein Vater ist Botschafter, seine Mutter eine ansässige Elektrohändlerin). Der Gamer, schüchterner Nerd mit Rettungsring und Brille und so weiter. Für ihn muss Zocken gewählt werden, was merkwürdigerweise die Empathie steigert. Jedenfalls war er für mich ziemlich schnell in der Friendzone und deswegen hab ich mit ihm gegenüber den anderen Charakteren das Freunde- statt Lover-Ende genommen.

Natürlich taut er Sprachfaulheits-mäßig wesentlich auf, sobald man über seine Interessen Videospiele oder Elektronik-Reperatur/IT spricht. Und im Chat ist er wie wir alle viel freier im Ausdruck statt gewohnt schüchtern. Als Erstsemester hat er sich zudem noch nicht ganz festgelegt, was er studieren will, wahrscheinlich in Richtung IT als sicherer Job, da er sich zwar seines zeichnerischen Talents bewusst ist, aber nicht als hungernder Künstler enden will. Am Ende hat man dann noch eine durchzechte Gaming-Nacht mit dem lieben Fußabteter.

Is ja schon nett, aber ich seh es bereits bei jedem Menü-Besuch

Is ja schon nett, aber ich seh es bereits bei jedem Menü-Besuch

Aber halt, dies war noch nicht alles, auch wenn wir keine Charaktere mehr über haben. Wer allerdings keinen davon als Freund oder Liebhaber gewinnt, kann dennoch zwei weitere Enden mit ihren Unikats-CGs erspielen, wobei dann allerdings die letzten zwei Wochen im Spiel überraschend Ereignislos sind. Und ob die Bilder die zwei weiteren Durchläufe wert sind, sei mal stark dahin gestellt.

Da wäre zum einen das Freundschafts-Ende, bei dem man keinen der Charaktere auf Max haben darf, aber bei allen genug Herzen für eine oberflächliche Freundschaft erringen muss. Was aber super einfach zu machen ist, indem man ihnen die aus ihrer Route bekannten richtigen Antworten gibt und für die Charaktere, die man nicht so oft trifft, die richtigen Freizeit-Kommandos wählt, die sie mögen. Das Ende an sich ist allerdings kaum anders als sonst, weil man sich ja immer bei allen verabschiedet, hier nur etwas herzlicher, und mit einem Mädelsabend mit Joan und Chantal, von dem ich die Befürchtung habe, dass dies einfach eine Wiederholung des Joan-Freundschafts-Ende ist. Zudem ist das erspielte Bild einfach nur das im Hauptmenü ohne das Menüband über den weiblichen Charakteren.

Best Alone ist am schwersten zu bekommen und mit Melissa in Bluse vor einem Projekter das langweiligste CG im ganzen Spiel. Jedenfalls darf einen hierfür kein Charakter mit 4+ Herzen mögen, weswegen man ihnen am Besten komplett aus dem Weg geht und immer die schlimmsten Antworten wählt. Gleichzeitig müssen aber alle vier Statuswerte bei 75+ sein. Man darf aber natürlich keine Freizeitaktivitäten spammen, die den Charakteren gefallen. Zum Glück levelt die Freiwilligen-Arbeit lediglich Statuswerte, und dazu auch noch alle gleichzeitig. Allerdings hängt es ganz vom Glück ab, ob man eine Woche fast jeden Tag jene erfüllt, oder dann wieder eine Woche jeden Tag daneben haut, ob wirklich nach 8 Wochen die hohen Werte noch stehen/überhaupt erreicht sind. Selbst hier verabschiedet sich Melissa bei jedem Charakter, obwohl sie einen eigentlich nicht leiden dürfen sollten, und freut sich als Auszeichnungs-Studentin schon darauf, im nächsten Jahr wiederzukommen und eine Mentoren-Rolle in den Ausgrabungen zu übernehmen.

Life ends with marriage: Back to Nature for Girls

ava-2130In meiner Jahreswechsel-üblichen Stimmung auf ein Harvest Moon habe ich mal wieder einen der Klassiker rausgekramt. Ich weiß noch, dass es einer der Teile war, der mich zur Serie zurückgebracht hat. Nachdem sich sowohl das Original fürs SNES und den ersten Ableger für den GameBoy gemocht habe, war ich anschließend wieder etwas rausgefallen, bis ich mir Jahre später doch mal Back to Nature und GBC2 gegönnt habe und wieder voll in die Serie eingestiegen bin.

Allerdings habe ich nicht ganz das erste Release von Back to Nature gespielt. Der Teil ist ja im Prinzip in 5 Versionen erschienen: Das ursprüngliche Back to Nature, dann Japan-exklusiv ein Release als for Girls mit weiblichem Hauptcharakter (die erste for Girls Variante eines Harvest Moons überhaupt), dann später mit kleinen Änderungen auf dem GBA als Friends of Mineral Town, und gleiches mit for Girls als More Friends of Mineral Town. Und dann zu Beginn der PSP, als man noch haufenweise PSX-Spiele einfach auf UMD gepresst und zum Vollpreis verkauft hat, statt sie ins PSN zu stellen, kam Harvest Moon Boy & Girl raus, welches eben ein Release von Back to Nature und dessen for Girls auf einer Disc war.

Wenigtens die Liebe der Tiere gewinnt sich einfach.

Wenigstens die Liebe der Tiere gewinnt sich einfach.

Jedenfalls war es diese PSP-Version geworden. Fragt mich nicht, warum ich nicht die verbesserte Variante auf dem GBA genommen habe. Vielleicht wollte ich alle PSP-Harvest-Moons durch haben. Vielleicht war es etwas unverdiente Nostalgie zu Back to Nature. Da einfach nur 1:1 das Original auf eine UMD geschmissen wurde, kommt das Spiel nämlich mit allen dessen Problemen. Der suboptimale Kamerawinkel, die etwas schlecht gesetzten Hitboxen. Der sehr limitierte Rucksack und die strickt nach Reihenfolge ablaufenden Farm-Upgrades. Als jemand, der mit 5 Hühnern und 4 Kühen + 1 Schaaf ausgekommen ist, hätte ich beispielsweise gern die beiden Stallausbauten übersprungen und direkt das Haus erweitert. Ich mein, man hat gegen Ende des ersten Jahres eh bereits mehr Geld, als man ausgeben kann, und im Winter auch nicht viel mehr zu tun, als das nötige Holz zu hacken, aber trotzdem. Zumal man Upgrades der Werkzeuge überspringen darf. Dann kommt der halbherzige Port auch noch mit neuen Glitches daher, wie das die FPS in der Stadt ordentlich in die Knie gehen, oder das die Affinität des Pferdes wesentlich langsamer levelt (mir wurde das erste tatsächlich wieder weggenommen, weil ich bei 7 von 10 Herzen war, man aber 8 braucht).

Um dann aber doch die Version zu spielen, die ich noch nicht kenne, ging es auf die for Girls Seite. Und auch, weil ich eigentlich ein sehr kurzes Spiel haben wollte, und bekanntlich bei der ersten Variante für Mädchen das Spiel noch mit der Heirat endet. Japaner gehen davon aus, dass Frauen nach der Heirat ihren Job aufgeben, da lässt einen auch das erste solche Harvest Moon anschließend nicht weiterspielen. Immerhin hatte ich damit gerechnet so das Spiel noch im ersten Jahr oder kurz nach dessen Ende beenden zu können.

Das erste männliche(?) Wesen mag mich aber schon mal nicht sonderlich.

Das erste männliche(?) Wesen mag mich aber schon mal nicht sonderlich.

Tja so einfach war die Angelegenheit dann doch nicht. Genau genommen geht meine Erinnerung dahingehend, dass ich meist schon im ersten Herbst verheiratet war, auf Friends of Mineral Town zurück. Vielleicht dauert das bei Back to Nature allgemein länger/ist schwerer. Oder es ist bei for Girls etwas mehr Aufwand, damit das Spiel eben doch nicht ganz so schnell rum ist. Wenn man es so sehen will ist Harvest Moon: Back to Nature for Girls, da die Endingsequenz durch das Verehelichen eines der Kerle kommt, dies somit das Spielziel darstellt, ein wenig ein Dating Sim. Nur das es im Gameplay keine Statusaufbesserungen sondern die gewohnte Farmarbeit gibt.

Ist aber auch egal, meine auserkorene Jagdtrophäe war zumindest Gray. Ich finde immer den ersten paar Girls-Varianten sieht man noch an, dass die nicht unbedingt von Anfang an eingeplant waren, somit nicht so darauf geachtet wurde, dass die männliche Bevölkerung der Dörfer attraktiv genug ist. Gray war sozusagen das kleinste Übel, und ich hab was für Rotschöpfe, meist nehme ich bei der Jungs-Version nämlich Ann in Visier. Leider scheine ich mein Dating-Sim-Mojo verloren zu haben. Nachdem ich im letzten Jahr so viele solche Spiele gezockt habe, und auch immer alle Kerle die ich wollte gewonnen habe, machen ausgerechnet die beiden einfachsten Vertreter mir Probleme. Immerhin machte mir schon das zuletzt gespielte Princess Debut einen Strich durch die Rechnung und ich musste mit dem Trostpreis-Kerl enden. Und ähnlich ging es auch bei Harvest Moon Girl.

"Will you marry me" would be a start, asshole.

„Will you marry me“ would be a start, asshole.

Das Herz von Gray schön durch tägliche Bestechungen und Stalking aufzuwerten, war natürlich absolut nicht das Problem, einfach täglich ein paar Erze vorbeibringen und mit ihm auf die Feste gehen. Problematisch hingegen waren die Herzevents zu triggern. So in die ersten beiden Szenen mit ihm bin ich noch automatisch reingelaufen. Und habe dann eine Weile trotz Herzverfärbungen nichts mehr gesehen. Also griff ich auf einen FAQ zurück. Der mir bescheinigte, dass ich schon sehr früh hätte in der Mine auf Gray stoßen und ihm ein Silbererz überreichen müssen. Jedoch tauchte Gray das ganze Spiel über nicht bei mir in der Mine auf. Es hilft natürlich nicht, dass die Guides zum Spiel, weil das PSX-Original nur in Japan erschien und sich keiner um das PSP-Release scherte, ziemlich mager sind. Und gern mal widersprüchlich. Die Szene gibt es bei einem blauen Herz. Bei einem violetten Herz. Im Frühling. Im Herbst. Es muss regnen. Nein es soll sonnig sein. Vormittags, nein doch nachmittags. Ich hatte Gray am Ende bei einem roten Herzen, aber was ich auch wann immer tat, ich bekam die Szene nicht.

Wer weiß woran es lag. Vielleicht gibt es einen obskuren weiteren Trigger, der gelegt werden muss, damit er dort überhaupt erst auftaucht, den keiner realisiert. Oder da die meisten ihn noch im ersten Frühling zu finden scheinen, war ich eventuell zu spät dran. Oder er tauchte tatsächlich in der Mine auf, aber außerhalb meiner Sicht, und ich bin eine Treppe weiter, ohne ihn dort zu sehen, noch bevor ich wusste, dass ich für die nächste Szene hier auf ihn achten muss. Ich weiß nämlich nicht, ob ignorierte Szenen für immer verloren sind.

It's better than nothing

It’s better than nothing

Jedenfalls stürzte ich mich dann auf den nächstbesten Lückenbüßer. Ich hatte ja die anderen Kerle alle total ignoriert, aber Cliff war wohl sehr bedürftig, und dennoch irgendwie bereits kurz nach Gray auf einem gelben Herzen, als die der anderen noch lange grün waren. Und seine Szenen waren alle einfach zu bekommen und tauchten für mich auch alle auf – zunächst hatte ich Panik, weil ich ihn zum ersten Starry-Night-Festival nicht besuchen gegangen bin, aber die Szene konnte auch noch später in einer normalen Nacht getriggert werden. Im Winter des zweiten Jahres war er dann auch bei einem roten Herzen, und ich hatte meinen Trostpreis in der Tasche. Ich habe sozusagen einen auf Mighty No.9 gemacht – Cliff ist besser als gar nichts. Selbst in die eine oder andere Szene mit dem Doktor bin ich bis dahin zufällig geraten, nur Gray war zickig. Aber des Ansehens einer Doktorsfrau wegen noch länger warten, und mich auf dessen Herz versteifen, wollte ich dann auch nicht, sondern einfach nur noch unter die Haube. Ich mein ein guter Fang war ich auf jeden Fall. Das Spiel ist ja so einfach, ich hatte schon im ersten Jahr alles ausgebaut und am Ende ohne viel anzubauen oder die Ställe voller Tiere zu haben dennoch über eine halbe Mille. So kam der Schluss immer noch bevor mich die Jahreszeiten-BGMs in ihrer Dauerschleife in den Wahnsinn treiben konnten.

Slow waltz into his heart: Princess Debut

ava-2099Mensch, da dachte ich schon fast am Grund des Brunnens an Dating Sims angekommen zu sein, zumindest wenn es um jene geht, die ich in Englisch spielen kann, da sowohl bei offiziellen wie den Übersetzungen von Fans eher Visual Novels bevorzugt werden. Und dabei übersehe ich ein Otome Dating Sim, dass 2008 auf dem DS weltweit released wurde! Von niemand anderem als den Shmup-erfahrenen Cave. Liegt vielleicht daran, und damit meine ich sowohl die Tatsache das es nicht als Dating Sim registriert wurde sowie die schiere Tatsache ein offizielles West-Release bekommen zu haben, dass es sich als Rhythm Game zu verkaufen versucht.

Ist auch eindeutig an die ganz junge Zielgruppe gerichtet, von daher eher simpel und einfach. Und hässlich wie die Nacht. Nicht nur ist das Charakterdesign an sich schon scheußlich, sondern neben den gewohnten 2D-Cutouts bekommt man auch extrem erbärmliches 3D in den Tänzen an sich auf die Augen gedrückt. Und hat man vielleicht vergessen bei der Charakterdesignerin CGs in Auftrag zu geben? Erklärt das, warum es das komplette Spielverlauf über kein einziges zu sehen gibt, und der Sepia-getünchte Rotz für die Endings schnell in der Mittagspause vom Praktikanten gezeichnet erscheint?

Übersetzung: Fantasy-Game-Logik hinterfragen ist Blödsinn

Übersetzung: Fantasy-Game-Logik hinterfragen ist Blödsinn

Aber hey, worum geht es denn überhaupt? Das Spiel beginnt mit unserer Dre Jr., die sich mit ihrer Klassenkameradin erst mal darüber unterhält, dass die fünf beliebtesten Jungs der Schule ja quasi Prinzen sind. Sich aber interessanterweise darüber lustig machend, was für käsige Sprüche die doch abturnend loslassen, bemerkend, dass in einem Spiel von einem Prinzen gesagt das genau die üblichen Dating-Sim-Klischeedinger wären. Hey, Princess Debut nimmt sich immerhin nicht immer ganz ernst, muss man dem Spiel schon zugute halten. Jedenfalls taucht eine Doppelgänger-Prinzessin auf, sobald Dre Jr. daheim ankommt, sich beklagend, dass sie in 30 Tagen auf einem Ball tanzen muss, dies aber weder beherrscht noch erlernen will. Also folgt Dre dem weißen Kaninchen in den Wandschrank, um deren Platz einzunehmen. Ich hab das Gefühl damit haben wir schon drei oder vier Märchen auf einmal verbaut.

Auf der anderen Seite gibt es nun tatsächlich 5 Prinzen, die wohl auch alle wie die 5 Mitschüler aus ihrer Welt aussehen. Müssen wir Dre zumindest so glauben, denn gesehen haben wir die nicht und werden wir auch nicht. Da muss man dann auch keine interessante Widersprüchlichkeit hinter den Doppelgänger-Gesichtern ansprechen, sondern kann die genau den gleichen Charakter haben lassen, die „echten“ Kerle werden wir eh nie kennenlernen.

Woraus die 30 Tage nun bestehen, ist zum einen im Märchenland umherlaufen, und schauen ob es nicht in den diversen Lokalitäten zu einer kleinen Szene mit einem der 5 Prinzen kommt, die uns den Charakter ein wenig näher bringen, viel gibt es zu ihrem Charakter eh nicht zu sagen. Und ein paar offensichtliche Antworten richtig zu geben, damit sie einen mehr mögen. Mögen sie Dre genug, sind sie sogar bereit ihren Tanzpartner sowohl beim Üben wie auch bei den offiziellen Bällen abzugeben. Stamina gibt es zwar im Spiel, sich zwischen den Ortschaften hin und her zu klicken verbraucht die aber nicht, sondern nur das Tanzen an sich. Lädt halt wenig zum Wiederspielwert ein, wenn man eh jeden Durchgang alle Szenen mit allen Prinzen sehen kann, da man sich eh frei überall rum bewegen darf. Ist nämlich nicht so, dass einen Prinzen als Partner zu haben mehr als ein oder zwei exklusive Szenen bietet, und wie gesagt, ein CG wird man sowieso auf den Dates nicht sehen.

Und die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben

Und die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben

Am Tanzen liegt also alles. Und das gestaltet sich in Form eines Rhythmus-Spielchens. Während die 3D-Missgeburten sich zu klassischer Musik auf dem oberen Bildschirm drehen, dürfen unten diverse Formen nachgezeichnet werden. Bonuspunkte gibt es, wenn man genau dann, wenn der Ball erscheint, ihn antippt, ein „Bad“ wenn man zu langsam die Figur nachzeichnet, für zu schnelles Zeichnen gibt es aber keinen Minus, man muss also nicht wirklich in Geschwindigkeit mit dem Ball bleiben. Ein wenig neben der Spur zeichnen ergibt auch immer noch ein „OK“, von daher ist das echt nicht schwer, zumal der obere Bildschirm einem auch anzeigt, was die nächsten paar Formen sein werden. Anschließend gibt es Punkte, und bei genug davon ein Level up, welches die Statuswerte erhöht und auch alle paar Level ein weiteres tanzbares Stück freischaltet, bis man alle 10 im Repertoire hat. Die werden natürlichen von Formen und Geschwindigkeit schwerer, aber es sollte wirklich kein Problem darstellen, gegen Spielende das Max-Level von 20 zu erreichen und mit Leichtigkeit den offiziellen Debütantinnenball zu meistern.

Es gibt übrigens auch noch Accessoires, die man ausrüsten kann, was aber nur beeinflusst, in welches Kleid sich die 3D-Monstrosität auf dem oberen Bildschirm wirft, auf das Tanzverhalten, die Punkte, oder Affinität der Prinzen wirkt sich das mal wieder gar nicht aus. Ist halt ein Versuch den Wiederspielwert dann doch zu erhöhen, da man nicht alle in einem Durchgang haben kann, schon alleine weil jeder Prinz vor dem Abschlussball ein exklusives darbietet. Wer auch immer das Spiel sieben Mal durchspielen will, nur um alle Prinzen gewonnen zu haben. Die sind nämlich alle nicht sonderlich attraktiv, alle nicht sonderlich interessant, geben wie gesagt keine CGs, und das repetitive Übungstanzen mehrmals jeden Tag mit wiederholt den gleichen Stücken ist auch nicht wirklich spannend. Der geneigten Spielerin stehen immerhin, um sich das kleinste Übel rauszupicken, zur Auswahl:

Wie ein Troll im Engelskostüm wird übers Tanzparkett geglitten

Wie ein Troll im Engelskostüm wird übers Tanzparkett geglitten

Klaus: So ziemlich er Hauptkerl des Spieles, ist er doch der perfekte Kerl ohne Persönlichkeit, kommt als einziger mit 2 Groupies, die ihm im späteren Spielverlauf gehörig auf den Keks gehen, und hat viel Screentime und eine Kindheitserinnerung an die Prinzessin.

Die wirklich meiste Screentime bringt dann aber doch Vince mit, der totale Arsch des Spieles. Das kindische Mistvieh nimmt nichts ernst, und lacht als einziger über seine fiesen Streiche, an denen es echt nichts zu lachen gibt. Fällt beim Pferderennen vom Gaul und verletzt sich den Fuß, und endlich hat auch mal sein Publikum lachen können. Und was biedert sich der an, man bekommt ihn so schlecht los, als wäre man mit Stollenschuhen in Scheiße getreten. Er ist der erste, der sich schon an Tag 4 als Tanzpartner anbietet, und wird das auch wiederholt bis zum letzten Tag machen.

Um gleich den nächsten schlimmsten Charakter aus dem Weg zu bekommen: Cesare. Mit das hässlichstes Design für den selbstverliebesten Charakter, der einen immer ganz widerlich Honey nennt. Und ein Ladykiller ist, zumindest flirtet er angeblich mit allem, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, auch wenn das Spiel wohlweislich nicht sagt, ob dies auch gut ankommt oder nicht.

debut04

Es wird sich doch nicht um Meinereiner gestritten werden? >:3

Liam hat auch nicht gerade ein attraktives Design. Gut haben die alle nicht, aber Liam ist auch so ziemlich an unterster Stelle einzuordnen, und passend zu seinem femininen Äußeren ist er auch etwas wischi-waschi sanftmütig, schlecht greifbar, und ich glaub man findet echt nichts über ihn heraus, außer das er sich mit Blumen gut auskennt.

Der schwarz gekleidete Luciano, der den Archetypen des coolen Kerls mit harter Schale aber auftauendem Kern darstellt, ist derjenige, den ich mir dann für meinen Durchgang als Jagdtrophäe herausgepickt hatte. Er hat einen schlechten Orientierungssinn und nimmt das Tanzen sehr ernst, und das war es an Charaktereigenschaften für ihn auch schon. Dummerweise verließ er mich an Tag 18 wegen eines königlichen Auftrags, und ich scheine beim Abschied die falschen Antworten gewählt zu haben, denn er kam nicht an Tag 29 für den Ball zurück, wie das eigentlich hätte geschehen sollen. Wow, das einfachste und geradlinigste und für die jüngste Zielgruppe gedachte Dating Sim ist ernsthaft das erste, bei dem ich eine Charakter-Route faile, wer hätte das gedacht.

Selbst der End-Text ist halbherzig hingeschludert

Selbst der End-Text ist halbherzig hingeschludert

Statt die sich an Tag 29 noch anbiedernden Vince oder Liam doch endlich als Tanzpartner zu wählen und ihr Ende zu sehen, bin ich auf das Trostpflaster des Geheimcharakters zurückgefallen. Wer am Ende wirklich keinen Tanzpartner unter den fünf Prinzen gefunden hat, darf mit dem weißen Kaninchen und Tanzlehrer Tony den Abschlussball bestreiten. Und solange man gewinnt, stellt sich heraus, dass der ein verwunschener Prinz war, der Albino-Jüngling sogar eine der attraktiveren in der Riege der Hässlichen ist, und somit war er derjenige, dessen Ende ich bekommen habe.

Wer sich gern langweilt und das Spiel tatsächlich erneut von vorn beginnt, kann ab dem zweiten Durchlauf dann auch auf den nun hinzugefügten Prinzen Kiefer treffen, der somit der zweite Geheimcharakter ist. Auch wenn man ihn nicht verpassen kann und ich ihn natürlich nie zu Gesicht bekam. Zumindest nicht live, ich hab mal im Internet geschaut… eine Belohnung würde ich das Design aber nicht nennen.

How to lose weight and get a guy: Love Revo!! DS

ava-2095Otometeki Koi Kakumei Love Revo!! ist ebenfalls ein schon etwas betagteres Dating Sim, das ursprünglich 2006 auf der PS2 erschien, also dem gleichen Jahr, in dem die Konsole auch Tokimeki Memorial Girl’s Side: 2nd Kiss erhielt. Einen Nachfolger bekam das Spiel zwar nie, war aber populär genug, um auf alle relevanten Plattformen portiert zu werden. Zunächst folgte es zwei Jahre später den Girl’s Sides auf den DS, sowie versuchte sich einen Platz auf dem eher Otome-armen und von 18+ Varianten dominierten PC zu ergattern, wieder zwei Jahre später folgte dann eine Version für die PSP. Und später sogar noch eine zweite, die statt ein direkter Port zu sein, das Gameplay etwas umänderte. Im Westen gibt es davon mal wieder keine, dank einer Fanübersetzung allerdings die DS-Version dennoch in Englisch spielbar – jedoch Vorsicht, der Patch muss auf das koreanische Release gezogen werden.

Das besondere Gimmick des Spieles lässt auch nicht lang auf sich warten, springt uns doch direkt zu Spielbeginn ein den ganzen Bildschirm füllender Klops von einem Mädchen entgegen. Das ist Hitomi, und Hitomi findet Mädchen heutzutage sind viel zu dünn. Que laugh track. Die Sache ist die, als kleines Mädchen war Hitomi mal ein total niedliches Idol, aber da sie die von Fans geschickten Süßigkeiten so zu schätzen wusste, und weil ihr Schwester-Komplex habender Bruder ihr freudiges Essgesicht so schön fand, wiegt sie nun 100kg. Que laugh track. Nur ziehen in die fünf leerstehenden Apartments des Gebäudes, in dem sie mit ihrem Bruder lebt, zufällig die 5 beliebtesten Jungs der Schule ein, denen bei der Vorstellung (ihren Eltern gehört das Gebäude, Hitomi und ihr Bruder sind also die Ansprechpartner der Mieter) beim Anblick von Hitomi erst Mal alles aus dem Gesicht fällt, und sie entweder direkt beleidigen, oder so dreinblicken, als wäre jemand Fettes ansehen zu müssen ein persönlicher Angriff gegen sie, sie komplett ignorieren. Que laugh track? Also beschließt Hitomi eine Diät zu machen, um wieder so niedlich wie früher zu werden, und isst am nächsten Morgen nur 3 Schüsseln Reis mit 2 Portionen Miso-Suppe und fünf Toastbrote zum Frühstück. Que laugh track??

Man muss sich ja jetzt auch nicht gleich mit der Schul-Queen vergleichen

Man muss sich ja jetzt auch nicht gleich mit der Schul-Queen vergleichen

Ich finde es je immer irgendwie interessant, wie Japaner sozial auf so viel Höflichkeit getrimmt werden, aber irgendwo gleichzeitig auch absolut kein Verständnis für Übergewichtige mitbringen. Und warum Fett-sein an sich scheinbar schon auf sich allein gestellt witzig ist. Das Opening von Love Revo DS hat absolut keine Pointe, sondern sagt Hitomi mehrmals direkt ins Gesicht „Du bist fett!“ oder „Du isst bestimmt gern… weil du fett bist, verstehst?“ und scheint zu denken, dies wäre witzig. Da ist nur so auf sich gestellt kein Witz drin, nicht mal ein fieser Witz, sondern das ist einfach nur fies.

Persönlich bin ich also schon mal voll mit an Bord der Diät. Nicht nur, weil 100kg eben echt Gesundheitsschädlich sind, sondern schon alleine aus primitiver Rache. Soll Hitomi doch das niedlichste Mädchen der Schule werden, so dass sich die Top 5 um sie streiten, nur damit sie alle abblitzen lässt, mit den Worten „Nein Danke, ich hab abnehmen können, wie du siehst, dein Charakter wird aber immer scheiße sein“. So ist natürlich nicht die Intention des Spieles. Immerhin sind wir hier ja in einem Dating Sim, also ist Hitomi natürlich der gewohnt nette Fußabtreter und natürlich soll man eigentlich alle 5 Jungs gewinnen wollen, egal was für einen schrecklichen Ersteindruck sie hinterlassen haben, von dem sich das Spiel in seiner Mentalität wahrscheinlich gar nicht gewahr war.

Das Spiel wird zugegeben dann auch besser, es ist charmanter geschrieben, als diese Anfangs-Narration wirklich glauben macht. Und nicht alle Jungs sind Arschlöcher. Der Kindheitsfreund von Hitomi, ihr Bruder, No.5 Souta, sowie Austauschschüler Kaede verhalten sich ihr direkt freundlich gegenüber, statt so zu tun, als sähen sie schon die ganze Arbeit vor sich, die es macht, diesen Wal wieder ins Meer zu ziehen. Und ganz schizophren, sobald man die Kerle besucht, sind auch der Rest sofort freundlich zu einem und bereit auf Dates zu gehen, was mal gar nicht zu jenem Anfang passt. Abgesehen von Ren, Ren ist immer ein Arschloch.

Ich liebe Onii-chan, aber will er nicht vielleicht, dass seine Schwester älter als 35 wird?

Ich liebe Onii-chan, aber will er nicht vielleicht, dass seine Schwester älter als 35 wird?

Zu Beginn mag Love Revo übrigens sehr komplex wirken, aber genau genommen ist es relativ simpel gestrickt, wenn man sich mit Dating Sims auskennt. Was vielleicht auch daran liegt, dass es hier tatsächlich von Vorteil ist, sich auf einen Kerl zu beschränken, und den Rest links liegen zu lassen, weil es sonst doch zu einfach ist, das Ende mit jenem nicht zu sehen. Dafür geht das Spiel auch nur über 12 Monate, ein Durchgang ist also relativ flockig hinter sich gebracht, und man kann sich das nächste Ziel vor die Flinte setzen. Nur sezt einem Love Revo auf den ersten Blick ganze 10 Stats entgegen, 5 die an die schulischen Leistungen gebunden sind, aber auch 5 zu renovierende Körperbereiche. Dazu dann noch das zu reduzierende Gewicht, sowie eine Hunger-Leiste, die wahrscheinlich besser als Stress-Leiste übersetzt wäre. Dafür gehen die Stats aber über ein Maximum von 100 nicht hinaus und die Kerle wollen das meist so zwischen 21 und 81 sehen, je nachdem ob sie viel oder wenig Wert drauf legen, sowie das Gewicht normalerweise irgendwo zwischen 45 und 60 Kilo sehen. Keine Ahnung wie groß Hitomi sein soll, wahrscheinlich nicht sonderlich, um zum zierlichen Mädchenideal zu gehören, aber 45kg ist natürlich auch schon herb niedrig. Aber Normalgewicht in Japan, gerade für Mädels, ist halt eher niedrig angesetzt. Hunger, was ich halt echt eher als Stress oder sogar Gelüste einordnen würde, geht mit jeder getanen Aktion langsam nach oben, kann durchs Essen von Snacks, die dafür das Gewicht natürlich wieder erhöhen, verringert werden. Oder halt die Heil-CD kaufen. Die zusammen mit dem Trimmdichrad + Sauna-Suit sind die besten Sachen, sich vom Geld zu kaufen, um schnell Stress und Gewicht zu reduzieren, und selbst die erforderlichen Statuswerte für die anspruchsvolleren Jungs lang vor Spielende zu erreichen.

Der Ablauf ist dabei weitestgehend gewohnt. Die Kerle auf Dates einladen kann man nur am Sonntag und Feiertagen, wobei hier kein Tag für ein Telefonat verschwendet wird, da man ja im gleichen Gebäude wohnt und einfach nur an der Tür klingeln muss. Statt auf ein Date an sich zu gehen, und dort die richtige Antwort für einen Zuneigungszuwachs zu geben, kann auch einfach nur zusammen Tee getrunken werden. Ist weniger Zuneigung, dafür lehnen sie das im Gegensatz zu Verabredungseinladungen aber auch nie ab. Mag einen ein Kerl genug, werden sie eh total anhänglich, und wollen ständig nach der Schule mit einem nach Hause, oder kommen Sonntags von sich aus vorbei. Montag bis Samstag sind dafür gedacht, sich um die Statuswerte zu kümmern, was man natürlich auch Sonntags und an Feiertagen machen kann, wenn denn gewollt. Grundsätzlich gibt es eine Aktion pro Tag auszuführen, jedoch ist das beim Sport etwas anders, hier hat man Stamina – 3 Punkte an normalen Tagen, 5 von an Sonn- und Feiertagen – die aufgebracht werden kann. Eine Runde auf dem Trimmdrichrad kostet beispielsweise 3 Punkte Stamina, eine Gesichtsmaske mit Zitronenscheiben nur 1en Punkt. Kommt halt darauf an was man macht, und welchen Körperbereich man anzugehen hat.

Sassy Pose! So viele Stats sind natürlich auch erst mal einschüchternd

Sassy Pose! So viele Stats sind natürlich auch erst mal einschüchternd

Wo der Minimalismus hinein spielt, weswegen ein Durchgang auch eben ziemlich flux von statten geht, ist das es viel vom Kleinkram von TokiMemo nicht oder nur in reduzierter Form gibt, aber immerhin mussten die auch drei Schuljahre füllen, statt nach einem vorüber zu sein. Beispielsweise gibt es keine Outfits zum Tragen, Teilzeitarbeit und Schulclub sind festgelegt, die Jungs präferieren keine Date-Spots, haben pro Lokalität und Frage nur ungefähr zwei Antworten, bis sie sich bereits wiederholen. Die Examen erwähnt das Spiel nebenbei, weil sie eben zu einem Schuljahr gehören, es gibt allerdings keine Ergebnisse und auch keinen Grund für sie zu lernen, viele der Spezialtage im Jahr, wie Valentinstag, das Sportfest, die Schulausflüge laufen ebenfalls weitestgehend automatisiert ab. Zusammen damit, dass es in der DS-Version gegenüber allen anderen kein Voice Acting gibt, und eben wenig Abwechslung in den Gesprächen mit den Kerlen steckt, ist das fast etwas langweilig, wobei hier definitiv die Kürze eines Durchganges wieder viel auscancelt. Und es ist ja nicht so, dass man solche Stat-Raising-Games nicht eh mit der Zeit etwas auf geistiger Automatisierung runterzockt, statt voll investiert zu sein.

Was jedenfalls positiv hervorzuheben ist, ist das einem Love Revo DS gut Feedback gibt, ob man gut mit einem Kerl steht, oder nicht. Die richtigen Antworten in den Szenen zu geben machen ein Ding-Geräusch. Ist auch wichtig, denn wie in TokiMemo den Kerl zu bekommen, solange man am Ende genug Zuneigung und die richtigen Stats hat, ist hier nicht gegeben, sondern es müssen auch die nötigen Szenen mit ihnen getriggert und darin die richtigen Antworten gegeben werden. Zumindest für das Liebes- statt Freundschafts-Ende. Zudem verstecken sich in den Szenen drei grün eingefärbte Passwörter, die nach dem Liebesende eingegeben noch einen kleinen Epilog mit dem Kerl freischalten. Direkt neben dem Apartment eines Kerles wird übrigens in einem farbigen Herz angegeben, wie sehr er einen mittlerweile mag, von Blau auf Grün auf Orange auf Pink gehend, und dann final das sich etwas schlecht vom Pink absetzende Rot. Und der immer hilfsbereite Onii-chan sammelt eifrig alle relevanten Infos zu den Kerlen, und präsentiert sie Hitomi am Ende eines Monats in einer Powerpoint-Präsentation. Sprich das Spiel zeigt einem schlicht, wie gut man mit den Kerlen steht, mit hilfreichen Icons welche Statuswerte bereits auf der nötigen Höhe sind, welche noch viel Arbeit brauchen, und wo man sich bereits angenähert hat. Das Spiel ist also in dieser Hinsicht sehr transparent gestaltet. Wobei ein OK in dieser Übersicht natürlich nur heißt, dass alle Statuswerte für den Kerl erfüllt sind, das Liebesende hängt wie gesagt dann immer noch an den richtigen Antworten in den richtigen Szenen. Dass man auf dem Pfad mit dem Kerl ist, erkennt man an seinem Icon im Save-Menü und einem Foto von ihm auf dem Handy. Und mit dem Quick-Save/-Load lässt sich sogar ein Date ganz gut forcieren, selbst wenn der Kerl zunächst ein paar Mal ablehnt, bis er sich seinem Schicksal fügt.

Nette Übersicht darüber, wo noch Baustellen zum Herzen des Kerls sind

Nette Übersicht darüber, wo noch Baustellen zum Herzen des Kerls sind

Weniger positiv hervorheben kann ich allerdings die Optik des Spieles. Den Elefant gleich mal aus dem Raum getrieben: Ich bin kein großer Fan von Yura. Ihre Charakterdesigns liegen mir an sich schon nicht, und wenn dann passt deren Eckigkeit eher in die frühen düsteren BDSM-Boys-Love-Games wie Enzai und Absolute Obedience, eher weniger in die fluffigen Wasserfarben-Romantik eines Love Revo. Aber auch so scheint die DS-Version nicht ganz so gut abzuschneiden, die Charakter-Cutouts für die Gespräche sind oft sehr pixelig ausgeschnitten und alles blendet etwas zu stark ineinander, als wären die eh schon sehr pastelligen Designs hier überbelichtet. Love Revo spielt sich anders als TokiMemo zudem nicht im Buchmodus, weswegen alles sehr klein zusammengequetscht auf dem unteren Bildschirm vonstatten geht, so dass man die weiße Entscheidung getroffen hat, zumindest den CGs mit den Charakteren eine Zoom-Funktion zu geben, die das gequetschte Komplett-CG mit der Textbox drüber dann auf den oberen Bildschirm zieht, und unten eine herangezoomte Version des Geschehens bietet. Das Spiel ist übrigens nicht ganz so reich an CGs, aber wie gesagt auch nicht sonderlich lang, wobei es zumindest nett gewesen wäre, den von Süßigkeiten herbeigerufenen 3 Fieberträumen um die Jungs noch eines zu geben. Und wenn schon der obere Screen fast ständig von irgendwas eingenommen wird, wäre hier vielleicht die Statusübersicht besser gewesen, statt der weniger häufig zu referenzierende Kalender. Na ja, ist halt ein Port von Dritten, statt die ursprüngliche Plattform des Spieles.

Dadurch, dass die Top 5, oder zumindest vier von ihnen, so einen schlechten ursprünglichen Geschmack bei mir hinterließen, und weil ich das Design an sich eben schon von vorneherein nicht attraktiv fand, wollte ich eigentlich auch nur die 3 netten Kerle gewinnen und dann weiterziehen. Aber wie das so mit Dating Sims ist, besonders eines welches in einem Durchgang so fix geht wie Love Revo, macht das Selbstverbesserungs-Stat-Raising irgendwie eine Suchtzone im Gehirn geil, und da man sowas mit halber Aufmerksamkeit nebenbei zocken kann, endete ich letztendlich mit 7 von den 9 Charakteren:

Warum bauen Japaner immer nur diese Mini-Schneemänner? Mehr Ambition, bitte!

Warum bauen Japaner immer nur diese Mini-Schneemänner? Mehr Ambition, bitte!

Zunächst mal haben wir da Toru, der Kindheitsfreund von Hitomi, der auch ebenfalls fett ist, und sie natürlich schon immer mochte, und auch so mögen würde, wie sie jetzt ist. Im Text zumindest, selbstverständlich muss auch für ihn an den Statuswerten geschraubt werden. Wie bei allen Non-Top-5-Kerlen sind seine Erwartungen allerdings nicht allzu hoch, und er nimmt Hitomi mit dem zweit-höchsten Gewicht von 64kg. Er ist halt schon ein wenig die Marke netter aber schüchterner Fußabtreter, und passend dazu ein Otaku, aber dennoch ein harter Arbeiter wenn es um das geht, was ihm wichtig ist. Vom Elternhaus bedingt anscheinend, denn sein Vater ist ein Mangaka und seine Mutter hat in ihrer Jugend Cosplay gemacht. Toru mag hauptsächlich Mecha-Anime, ist mit Hitomi im Drama-Club, und das scheinbar nicht nur wegen ihr, sondern weil er ein Faible für Filme und deren Erschaffung hat.

Ist dann auch so, dass er zwischendurch mal für einen Monat in die USA verschwindet, weil ein Manga seines Vaters eine Hollywood-Adaption bekommt, und Toru die Chance ergreift, hinter die Kulissen zu schauen. Durch einen Magenverstimmung und das Verlieren seiner Brille mit Austausch gegen Kontaktlinsen kommt er als Pretty Boy zurück (ich finde seinen Look ja dennoch ein wenig derpy), der natürlich prompt von den Mädels umringt wird, auch wenn er mit der Aufmerksamkeit wenig anzufangen weiß. Und ich dachte es wäre schon enorm, dass Hitomi über ein Jahr ihr Gewicht halbiert, Toru führt sie ordentlich vor, in dem er das in unter 2 Monaten schafft! Am Ende des Spieles gibt er Hitomi dann sein Liebesgeständnis in Form eines Scripts und der Epilog zeigt uns, dass während Hitomi zur Uni geht, er es bereits zum Regisseur gemacht hat. In den Träumen ist er übrigens ein Power Ranger, der Hitomi vor Gefahren rettet.

Kochen is sexy, aber deswegen musst du dir deine Hand nicht so verrenken

Kochen is sexy, aber deswegen musst du dir deine Hand nicht so verrenken

In Ryutaru hatte ich mich ja fast sofort verliebt. Er ist der Alkohol trinkende, Zigaretten rauchende, schlecht gelaunter Lehrer, der natürlich ein Herz aus Gold hat (er ist auch nicht der übliche Klassenlehrer, sondern mehr die Schulkrankenschwester), und sich ernsthaft um seine Schüler kümmert, aller herzhaft charmanter zynischer Kommentare zum Trotz. Er ist dann auch derjenige, der Hitomi bei einer gesunden Diät zur Seite steht, und ihr schon mal ihr Fast Food aus der Hand reißt, um ihr etwas selbst gekochtes in die Hand zu drücken. Immerhin ist er auch Lehrer des Kochclubs der Schule. Die sexuellen Witze, die er gern halbherzig macht, sind wieder etwas, wo das Anime-Klischee er Schulkrankenschwester ordentlich rein haut. Seine Attraktivität hängt maßgeblich davon ab, ob man ihn von der Seite zeigt oder nicht.

Seine Backstory besteht daraus, dass sein Vater einen Laden in der Einkaufsstraße hat, und Ryutaru so gut kochen kann, weil seine Mutter früh gestorben ist, und er sich und seinen Vater bekochte. Außerdem hat der Laden frisch Konkurrenz von einem Supermarkt bekommen. Und eine Exfreundin, die ihm das Herz gebrochen hat, nun aber zurückkommen will, ist auch noch involviert. Hitomi hilft ihm natürlich mit seinen Problemen, er lässt die Ex abblitzen, und gesteht die Liebe zu seiner Schülerin ein. Im Epilog leben die beiden zusammen. Die Traumsequenzen sehen ihn als Devil King, der sich in sein Opfer Hitomi verliebt.

Ich überlasse euch, den Kontext dieser Situation zu fantasieren

Ich überlasse euch, den Kontext dieser Situation zu fantasieren

Wo wir eh schon bei verbotenen Früchten waren, hab ich mit Onii-chan in die Vollen gelangt. Immerhin ist der (tatsächlich leibliche) Bruder von Hitomi der attraktivste Kerl im Cast und derjenige, der von Anfang an etwas obsessiv ihr mit Rat, Tat, und was sie sonst noch so alles begehren mag, zur Seite steht, und sie unreflektiert in jeder Lebenslage unterstützt. Da ist es schon fast etwas merkwürdig, dass auch er Statusaufbesserungen verlangt, darunter auch auf 59kg zu kommen, ganz egal wie sehr er meint das sie auch mit 100kg noch niedlich ist. Hier wäre vielleicht passender gewesen, ähnlich von Geheimcharakteren in TokiMemo einfach ein paar richtige Antworten in den richtigen Szenen zu geben, auch wenn natürlich dadurch seine Route spielerisch langweiliger wäre. Denn Onii-chan ist sogar der Geheimcharakter des Spieles, soweit man das so nennen will, denn er ist erst freigeschaltet, sobald man schon einen anderen Charakter in einem vorigen Durchgang gewonnen hat, taucht dafür ab dann aber auch ganz normal in der Liste auf.

Auf Dates verwöhnt und verhätschelt er Hitomi natürlich nach Strich und Faden, und ist sogar der einzige Kerl, der mit ihr alleine in den heißen Quellen den Sommerurlaub verbringt, die anderen männlichen Begleitpersonen nehmen auch Hitomis beide besten Freundinnen mit. Auf Fragen nach einer Freundin seinerseits oder wann immer Hitomi was von den anderen Jungs erzählt, wird er natürlich merkwürdig, weil Schwester-Komplex und so. Er muss Hitomi vor einem eifersüchtigen Kommilitonen seinerseits retten, gesteht dann aber auch ein, dass er sich – ob es ihr nun gut tut oder nicht – nie von Hitomi trennen können würde, geholfen durch ein Missverständnis, dass Hitomi bereits einen Freund haben könnte. Jahre später im Epilog leben die beiden immer noch zusammen, nicht ans hHeiraten denkend, sondern miteinander alt werden wollend. Im Traum ist er Hitomis Butler, was nicht weit ab der Realität angesiedelt ist.

Crawling under my skin~

Crawling under my skin~

Das waren die drei netten Kerle, die ich ursprünglich gewinnen wollte, doch da mir das zu wenig erschien, ging ich dann auch noch Kaede hinterher. Der zieht ein paar Wochen später als Austauschschüler in das Gebäude ein, und ist auch von Anfang an nett zu Hitomi. Seine extrem feminine Optik fand ich halt nicht so geil, aber wenn er überrascht drein guckt, oder die Haare zusammen hat, geht das wieder. Solange er nicht ein Date ablehnt, weil er den ganzen Tag mit Haarpflege belegt hat, oder davon spricht im Blumenarangement-Club zu sein, heißt das. Gibt einem hauptsächlich merkwürdig schräge Antworten, die vielleicht nur witzig gemeint sind, genauso wie seine schlechte Orientierung und allgemeine Verplantheit, egal wie niedlich und charmant, vielleicht nur Show sind. Als Plus ist übrigens die passiv-aggresive Queen Bitch Yukari in ihn verliebt, und es somit eine Freude, ihn ihr wegzuschnappen.

Wie sich herausstellt ist Kaedes Geheimnis nämlich, dass er eigentlich als Yukaris Bodyguard eingestellt ist, und wenn er in Auftragsmodus wechselt ganz kalt und emotionslos ist. Que in Linking Park. Nachdem der Vertrag mit Yukari beendet ist, und Hitomi sein Herz erweichen konnte, geht er erst mal einen „Vertrag“ mit ihr ein, auch wenn sie in keiner Gefahr schwebt, damit sie ein Jahr für sich haben. Im Epilog dann finden wir heraus, dass er immer noch als Bodyguard viel unterwegs ist aber mit dem Gedanken spielt für die beiden ein Haus zu kaufen, wo sie Küken aufziehen können. Awww. Die Kurzhaarfrisur steht ihm auch besser. Die Traumsequenzen haben ihn als Magier, der auf Drachen reitet – Metal!

Stein is best waifu

Stein is best waifu

In meinen Durchgängen der anderen Jungs bin ich dann im Sommer immer auf Masaki getroffen, der überraschend sich Sorgen macht, dass Hitomi ihre Diät übertreiben und sich einen Sonnenstich holen könnte. Da er also nur im Opening arschig war, und ich mehr spielen wollte, habe ich dann also auch die Nummer 2 der Schule gejagd. Da hat man natürlich viel weibliche Konkurrenz, die am Geburtstag und zum Valentinstag ebenfalls seine Aufmerksamkeit will. Auch bei den Englisch-Klausuren bietet er übrigens seine Hilfe an, da er lange Zeit seiner Kindheit in den USA verbrachte. Er mag RPGs und einen süßen Hund hat er auch noch, wie kann man da nicht weich werden? Na ja, dass er so in Tiere vernarrt ist, ist halt sympathisch, dass er in einigen Szenen aber eher borderline wie einer dieser „Tiere sind die bessern Menschen“-Honks rüberkommt, schon nicht mehr. Dabei versteht er sich mit allen sehr gut, und lädt auf den Sommerurlaub neben Hitomi und deren beiden Freundinnen die ganze Klasse mit ein. Die aktive Sportskanone ist halt sehr selbstbewusst, hilft dabei aber auch allen gern ihre eigenen Ängste zu überkommen.

Que in Linking Park. Aber dann ruiniert sein Geheimnis alles, wenn man rausfindet, dass er nur oberflächlich nett zu allen ist, aber niemanden wirklich nah an sich heran lässt. Denn als kleines Kind geriet er mit seinem besten Freund in einen Überfall, und der ist weggerannt und hat ihn im Stich gelassen. Und diese eine durchaus nachvollziehbare Reaktion eines Kleinkindes hat Masaki in seiner Dummheit dann als Auslöser genommen, sich zu entscheiden nie wieder jemandem zu trauen, selbst einer eigenen Familie nicht. Crawling under my skin~ Na ja, Hitomi akzeptiert auch seine kühlere Seite, wärmt ihn emotional etwas auf, und Jahre später sind sie dann zusammen das neue Jahr feiernd in New York. Die Träume über ihn sind relativ langweilig, er ist da ein im Wald lebender Jäger, der sich aber mit allen Tieren versteht.

Bei einem Krankheits-bedingten Zusammenbruch hilft Schlaf im Schoß statt stabiler Seitenlage

Bei einem Krankheits-bedingten Zusammenbruch hilft Schlaf im Schoß statt stabiler Seitenlage

Auch Ayato kam immer mal wieder vorbei, fragend ob er in den Prüfungen aushelfen soll, weswegen auch er ein Ziel wurde, da er nicht ganz so ein übler Kerl zu sein schien. Er ist so ein wenig das Gegenteil zu genki Rotschopf Masaki, da er auf Grund seiner Blutarmut wenig Energie hat und an keinen sportlichen Aktivitäten teilnehmen darf, passend dazu im Buchclub angesiedelt ist. Er gibt einem auch immer mal wieder Lesetipps, da er sich vom Hobby und dem Schriftstellerberuf seines Vaters aus eben mit der Materie auskennt. Er ist eigentlich ein ziemlich Lebensfroher Mensch, und hat überraschend oft auf flirtende Weise mit Hitomi gewitzelt. So sehr das Spiel übrigens betont, wie fragil er aussieht, so wenig Unterschied zeigt das samey Charakterdesign von Yura dies wirklich an, die Kerle sind alle gleich dürr, und sehen von Souta ausgenommen auch alle gleich alt aus.

Etwas aufgestöhnt habe ich dann spontan, als wir auch sein dramatische Geheimnis fürs letzte Spieldrittel herausfinden: Er hat halt doch keine einfache Blutarmut, sondern eine unheilbare Krankheit, wegen der er auch regelmäßig ins Krankenhaus muss. Aber haltet Linking Park noch zurück, denn ganz erwartet schlimm wird das nicht. Also schon dramatisch, weil er Hitomi nicht aufbürden will, ihm da beistehen zu müssen, und weil ein Krankenhausfreund mit gleichem Krankheitsbild auch noch verstirbt, aber man kann ihn schnell davon überzeugen, dass man das zusammen durchstehen wird und er nicht vor einem wegzulaufen hat, da er eh nicht weit kommen wird. Im Epilog gehen beide auf die gleiche Uni und es gibt Hoffnung auf ein Heilmittel. Auch seine Traumsequenzen sind etwas lahm irgendwelche unspezifischen Dinge in der Heian-Era.

Wer vor seiner Vergangenheit wegrennt, rennt auch seiner Zukunft davon ~Ein hohes Ross

Wer vor seiner Vergangenheit wegrennt, rennt auch seiner Zukunft davon ~Ein hohes Ross

Last und Least gab es dann Kennosuke. Der witzelte zwar immer mal mit mir, und wollte auch bei den Matheaufgaben helfen, aber ich kam über die schreckliche Cloud-Strife-Frisur, die auch noch super pixelig auf dem DS-Screen ausgeschnitten wurde, nicht hinweg. Aber dann bin ich ihm doch hinterher, und das war ganz gut so, er ist nämlich einer meiner präferierten Stereotypen. Kennosuke kommt vielleicht etwas unfreundlich zunächst rüber, weil er brutal ehrlich und direkt ist, aber es ist schnell klar, dass er das so gar nicht meint und er eigentlich trotz seines coolen Images ein echt lieber und schüchterner ist. Auch weil der Sohn einer Yakuza-Familie unterm Schatten seines Vaters stand und seine drei älteren Schwestern ihn gern ordentlich aufziehen aber auch zu Respekt gegenüber Mädels erzogen haben. Was Hitomi gleich für sich adaptiert, in dem sie ihn nämlich zum Mitfahren beim Sommerurlaub erpresst, damit sie das Yakuza-Geheimnis nicht in der Schule verbreitet.

Aber sein wahres düsteres Geheimnis? Kennosuke möchte gar nicht den Yakuza-Clan übernehmen, sondern lieber Konditor werden! Niedlich Kerle, die backen können, total aufmerksam sind, und im Notfall noch auf Gangster-Vermögen zurückfallen könnten? Jackpot, also verliert Hitomi keine Zeit ihn in seinem Traum zu unterstützen und wohnt der Auseinandersetzung mit seinem Vater bei. Im Epilog ist er dann auch schon bei einem erstklassigen Hotel angestellt und will Hitomi mit nach Frankreich nehmen, um dort zu leben. Auch hier sind die Träume irgendwas unsprezifisch-langweiliges, diesmal aus der Edo-Periode (wie gesagt, leider noch nicht mal ein nettes Kostüm-CG oder so mit dabei).

Hier die Top 5 Kerle, für die man feucht wird, geballt zusammen

Hier die Top 5 Kerle, für die man feucht wird, geballt zusammen

Der Rest:
Wäre diesmal ja nicht sonderlich viel. Der Top-Platz der Top 5 der Schule gehört Ren. Mit seinem üblichen Albino-Look der Hauptcharaktere dieser Spiele, auch wenn Love Revo nie wirklich einen der Kerle in den Mittelpunkt stellt, und ist genauso (anfänglich?) unfreundlich. Er ist derjenige der sich, auch später im Spiel getroffen, noch mit herablassenden Blick über Hitomis Gewicht echauffiert hat. Auf Bitches steh ich nicht, also war der keine Option für mich.

Souta, die 5 der Top 5 der Schule, ist da das genaue Gegenteil. Er ist der einzige der neuen Mitbewohner, der in der Eröffnungs-Szene nett zu Hitomi ist. Genau genommen hat er fast ein wenig Stalker-Tendenzen, scheint er doch etwas zu sehr von ihr eingenommen zu sein, wird auch wegen ihr Teil des Drama-Clubs. Für ihn braucht man mit 75kg zudem am wenigsten im Spiel abzunehmen (gerade die Top 5 wollen Hitomi eigentlich sonst alle bei 45-50kg sehen und verlangen auch sonst teils hohe Stats). Souta ist halt auch der sehr junge Shota-Charakter des Spieles, und damit sowieso gleich raus.

Bleiben noch drei Mädels im Cast. Rie und Yuu sind die besten Freundinnen von Hitomi, und bleiben das auch, hier gibt es keine falsche Konkurrenz um die Kerle. Sie immer in ihrer Diät und den Liebesangelegenheiten unterstützend, sind die beiden in den meisten Szenen für die Spezialtage ein netter Rahmen, haben jetzt aber auch nicht so viel Präsenz. Ähnlich steht es um Yurika, die Queen Bee/Queen Bitch der Schule, die etwas arrogant aber immer auf den Schein bedacht nie direkt Hitomi beleidigt, sondern nur passiv-agressiv mobt. So ganz ernst nehmen oder gar hassen konnte ich sie allerdings nie, weil sie abgesehen von Kaedes Route eh nach dem Opener kaum noch auftaucht.

Approaching Love for the 3rd Time: The Final Girl’s Side

ava-2039Es ist soweit, obwohl ich nur aus Kuriosum Tokimeki Memorial Girl’s Side 1st Love Plus gespielt habe, nie erwartend, dass es mir wirklich liegen würde (keine Ahnung warum nicht, ich mag ähnliche Konzepte verbaut in Harvest Moon und Persona), sitze ich nun knappe 2 Monate später hier, und habe beide Sequels gespielt, plus noch ein oder zwei nicht TokiMemos, nicht zu vergessen die GBC-Version des Originals mal angeschaut.

Bei Tokimeki Memorial Girl’s Side 3rd Story handelt es sich übrigens um den letzten Eintrag in der ganzen Franchise. Nachdem die Girl’s Side Spiele portiert auf den DS scheinbar gut Absatzzahlen gebracht haben, immerhin dort 2007 (1st Love), 2008 (2nd Season) und 2009 (1st Love Plus) herausgekommen, ging Konami dazu über auch mal wieder neue Spiele zu entwickeln. Mit Tokimeki Memorial 4 auf der PSP sah die Hauptserie in 2009 das erste neue Release seit 8 Jahren, und 2010 folgte dann auf dem DS mit Girl’s Side 3rd Story nach 4 Jahren das erste komplett neue Spiel der Otome-Subserie. Und seither nix mehr, abgesehen von einem Port auf die PSP als Tokimeki Memorial Girl’s Side Premium 3rd Story.

2 Boys 1... Flashback

2 Boys 1… Flashback

Jenes ist auch das Release, welches ich gespielt habe, weil Fanübersetzt und am umfangreichsten. Der Sprung von DS auf PSP bringt natürlich ein paar kleinere Änderungen mit sich. Nicht unerheblich bei einem Dating Sim, bei dem man die niedlichen Jagdtrophäen toll finden soll, beispielsweise eine bessere Optik. Zum einen ist das Bild nun klarer und weniger pixelig, außerdem gibt es in den CGs jetzt nicht mehr diesen blöden Umbruch, wo (beim in Buchformat gehaltenen DS) die Doppelbildschirme ihre Trennung hatten. Wobei man es aus irgendeinem Grunde immer noch für nötig befand, auch bei der PSP das Ding hochkant stellen zu können, per Select kann jederzeit in jenen Modus gewechselt werden, ist aber ziemlich unsinnig, weil die Hintergründe aufpixeln und man nur noch die Hälfte des Geschehens in klaustrophobischer Nahaufnahme sieht. Ich glaube kaum, dass irgendwer so spielt, zumal schwerer an alle Knöpfe zu kommen ist.

Denn die PSP hat ja keinen Touchscreen, über den die DS-Versionen gespielt wurden. Was dazu führt, dass sich das Skinship-System geändert hat (und Mini-Games wie der Dreibeinlauf viel einfacher sind). Es kann halt nicht mehr wild auf den Kerlen bei den Dates rumgetatscht werden, um sie einen schneller lieben oder hassen zu lassen, je nachdem ob man ihren G-Punkt erwischt oder nicht. Premium 3rd Story schließt es allerdings nicht komplett aus, sondern macht daraus das Approach-System. Auf und nach Dates taucht immer mal wieder die jene indizierende Blüte am Bildschirmrand auf, jetzt mit dem Analogstick auf sie zugegangen, und man fängt halt an, ihnen auf die Pelle zu rücken. Je nachdem, ob man deren Personal Bubble noch respektiert, oder sich schnell an ihren Hüften festklammert, kann man verschiedene Dinge tun, von lächeln über anfassen bis hin zum necken oder klammern. Das bringt universell positive Effekte mit sich, allerdings muss man darauf achten, dass man den Kerlen nicht zu schnell zu nahe kommt, sonst blocken sie ab und man hat seine Chance vertan. Sobald sie einen genug mögen, gibt es weiterhin das Heavy Petting auf dem Weg nach Hause, wobei auch hier nun die 7 möglichen Aktionen in richtiger Reihenfolge gemacht werden müssen, um ihre Libido anzustacheln. Insgesamt ist Approaching komplexer als Touchscreening, aber sobald man sich reingefriemelt hat auch nicht so unsagbar schwer.

Das Gesicht der absoluten Liebe

Das Gesicht der absoluten Liebe

Und erneut auch nicht hundert Pro nötig darin gut zu sein, nur um das Herz eines der Schönlinge zu erobern, denn erneut ist das Spiel ein Stück einfacher gemacht worden. Wie üblich reicht es die Kerle circa ein Mal im Monat Gassi zu führen, um sie zu gewinnen, und sobald sie einen genug mögen, kommen sie eh von sich aus alle zwei oder drei Wochen angehechelt. Muss man also einen Sonntag weniger daran verschwenden, sie von sich aus auf ein Date einzuladen, sondern kann relaxen oder einkaufen, während weiterhin von Montag bis Samstag eine der diversen Aktionen ausgeführt wird, die zum Statusup- und dowgrades führt, je nachdem, was man macht, welche Teilzeitarbeit man hat, in welchem Club man ist, oder mit welcher Freundin abgehangen wird. Bomben gibt es jetzt gar nicht mehr. Oder nicht mehr genau wie früher. Etwas realistischer können sich diesmal nämlich nur Kerle vernachlässigt fühlen, an denen man auch schon mal irgendein Interesse gezeigt hat. Nur weil man den Trigger gelegt hat, durch den man einen der Kerle zufällig trifft, wird jener noch nicht eifersüchtig, wenn er anschließend von einer Fremden links liegen gelassen wird, man muss vorher schon auf Dates gewesen sein, damit sie einen bomben können. Außerdem gibt es den Rival-Mode nicht mehr, die beiden Freundinnen haben kein eigenes Love Interest, den sie einem wegschnappen können.

Dafür ist das 3P und PvP neu. Im Prinzip konnte man ja immer so viele Kerle nebenher daten, wie man wollte. Jedoch ging das Spiel immer davon aus, dass man demjenigen, den man letztendlich gewonnen hat, total treu und total in ihn verliebt ist. Lediglich ein Friendzone-Ende konnte in den DS-Versionen der beiden Vorgänger noch kommen, wenn einen wirklich zwei Kerle total geliebt haben, und man sich dann am Ende für den jeweils anderen entschieden hat. In 3rd Story hingegen kann man tatsächlich mit zwei Kerlen gleichzeitig ausgehen, die davon auch wissen, und letztendlich mit beiden zusammen romantisch enden, wobei es wichtig ist sie über den Spielverlauf gut ausbalanciert zu haben. Außerdem geht nicht jeder mit jedem, sondern die 6 Main Guys sind in 3 spezifische Doppel-Teams unterteilt. Beispielsweise natürlich die beiden Sakurai-Brüder, die in das übliche Kindheitsversprechen zu Beginn des Spieles einfließen, und bei denen man so oder so viele Doppelszenen zu sehen bekommt, weil die kaum was alleine machen, sprich ziemlich stark darauf ausgelegt sind, dass neue 3P-System zu versuchen. Und immerhin macht das Spiel bei ihnen diesmal keinen großen Deal darum, dass sie die beiden Jungs aus dem Flashback sind, sondern beim ersten erneuten Treffen in der High School sagen sie es einem direkt.

Angel Lvl.4, was auch immer das bringen mag

Angel Lvl.4, was auch immer das bringen mag

Was ist sonst noch neu? Die Kerle sind keinen Pappaufsteller mehr, sondern nun 3D-Modelle per Cel-Shading, was überraschend gut aussieht, man sich allerdings erst mal dran gewöhnen muss, dass sie in den Gesprächen nun leicht animiert sind, statt so starr, wie man das von Dating Sims und Visual Novels gewöhnt ist. Außerdem gibt es ein Angel-/Demon-System, je nachdem was man für Antworten gibt, kann man mehr in die eine oder andere Richtung geraten, was auch immer das wirklich macht, ich war irgendwie eh immer Angel.

Rose Queen ist auch neu. Auf dem Kulturfest im dritten Jahr wird das populärste Mädchen der Schule gewählt. Im Prinzip eine Auszeichnung für die Overachiever im Spiel, die sich mit allen Charakteren gut stellen, hohes Fashion Level erreichen, und universell alle Statuswerte sehr hoch trainiert haben. Ich hab mich nie um Rose Queen gekümmert. Auch das Fashion Level ist neu. Die Klamotten, die man anzieht, führen immer noch zu verschiedenen Outfit-Typen wie Sexy oder Pur oder Sporty etc, nur können sie jetzt mehreren davon zugehörig sein, und wenn man sie mischt neue Typen rauskommen. Die Jungs haben übrigens immer noch Präferenzen, wenn man allerdings immer den gleichen Typ anhat, mögen sie den irgendwann auch automatisch, man muss sich also nicht mehr komplett zu deren Vorlieben verbiegen.

Vivid und Natural machen Sporty

Vivid und Active machen Sporty

Sonst noch was? Eh, es ist ganz nett das einen die Kerle häufiger mal bei der Arbeit besuchen oder zu Hause anrufen, auch wenn sie nicht direkt ein Date wollen. Niedlich auch, dass man ein Foto des Freundes im Zimmer aufstellt (wobei bei mir glaub ich was geglitched ist, da ich jeden Durchlauf das von meiner ersten Eroberung drin stehen hatte, statt das es zum jeweils aktuellen Ziel wechselt). Oh ja, wir sind übrigens wieder an der Schule von 1st Love, Finale ist also wieder die Kapelle, und wir treffen Lehrer Himuro und den Schulleiter erneut (beide diesmal allerdings nicht gewinnbar, obwohl sie den alten Pedo-Schulleiter endlich mal etwas attraktiv umdesignt haben). Im Menü gibt es übrigens noch die Boy’s Life Option, die etwas wie Tomodahi Life für noch Ärmere 3D Chibis der Jungs in ihren Räumen zeigt, wie sie so ziemlich nichts wesentliches tun. Zumindest als ich mal reingeschaut habe, waren 2 am Lesen, die anderen 4 alle am Essen, keiner am masturbieren oder sich umziehen, von daher relativ nutzlos.

Diesmal gibt es wie erwähnt nur 6 Mains, die ganz normal über Dates und Statuswerte gewonnen werden können, dafür aber ganze 5 Geheimcharaktere, bei denen man die nötigen Event Trigger legen muss (und die wie gewohnt von den Mains sofort überschrieben werden, falls einer davon sich in die Liebe mit einem Stockholmed). Gewonnen habe ich diesmal sogar mal alle 6 Hauptcharaktere, wobei dem besonders hilfreich war, dass dort diesmal keine Shotas dabei sind, sondern jene unter den Geheimcharakteren versteckt wurden, von denen ich 2 erobert hatte:

Der Moment, wenn man heimlich einen Kuss stiehlt, ist gekommen

Der Moment, wenn man heimlich einen Kuss stiehlt, ist gekommen

Mein Erster, den das Spiel mir dann im Zimmer gerahmt für alle Ewigkeit präsentiert hatte, war Konno Tamao, der Intelligenz-Archetyp des Spieles. Er ist der bebrillte Schülerratsvorstand, und wird angetroffen, in dem der Int-Status hoch genug ist (Intelligenz/Social sind die beiden, die für sein Ende benötigt werden), oder besagtem Club beitritt. Aber genau genommen ist er mehr die Art Kerl, der zu perfekt ist, um nicht heimlich ein Serienmörder zu sein. Es ist einer der größeren Typen im Spiel, zieht sich immer gut an, ist gepflegt, wird bei einem Date sogar als Aushilfsmodel gecastet (mit strubbeligem Haar und ohne Brille ist er noch heißer). Er schreibt gute Noten, ist nicht schlecht in den sportlichen Aktivitäten. Trotz Schülerratsvorsitz und damit einhergehendem Achten auf die Regeln, ist er sehr sozial, versteht sich mit allen anderen, und versucht die Regeln immer möglichst zu biegen, um anderen das Leben einfacher zu machen.

Der Kerl hilft sogar einer alten Dame in einer Szene über die Straße, hilft beim Feuerwerksfest einem verlorengegangenem Kind, und verbringt sein Weihnachten damit, den Santa Clause für Kinder im Krankenhaus zu spielen. Teilzeitarbeit als populärer Aushilfslehrer, mag Hunde, vergrault aufdringliche Kerle vor den Dates… es gibt eigentlich keinen einzigen Fehler an Konno-Senpai. Das macht ihn tatsächlich zum perfekten Freund, den man sich im realen Leben nur wünschen könnte, aber doch manchmal etwas langweilig im Spiel. Lediglich eine kleine Substory gibt es, wenn er verspricht aber es dann doch nicht schafft, eine Band für Kulturfest einzuladen – nur damit sie dann beim Weihnachtsfest doch auftreten. Übrigens ist er ein Jahr über einem, sprich das dritte Jahr dann schon Uni-Student, wer also das Bühnenstück-CG mit ihm sehen will, muss daran schon im zweiten Jahr teilnehmen, und er ist natürlich nicht bei Klassen-spezifischen Events wie dem Klassenausflug dabei.

Jetzt sei nicht so prüde

Jetzt sei nicht so prüde

Auch Shitara Seiji ist ein Jahr älter, sprich nach dem zweiten Schuljahr geht er bereits ab, und ist ebenfalls nicht in Klassen-spezifischen Ereignissen involviert. Der blasse Schönling mit dem silberblauen Haar und rötlichen Augen, die an Evangelions Lieblingsalbino erinnern, sieht wie der Charakter aus, der an Style gebunden ist, allerdings ist der begabte Pianospieler der Kunst-Kerl. Als zweiten Status benötigt er noch Charme, denn etwas antisozial ist er schon und hat es nicht so mit Menschenmengen. Außerdem ist er der leicht arrogant-narzisstische Reiche mit eigenem Chauffeur. Entsprechend ist er etwas verwöhnt, und ziemlich einfach zu umschmeicheln, auch wenn er zunächst eher ablehnend wirkt, im Prinzip also der Tsundere des Spieles ist.

Seine Substory hat ein wenig damit zu tun, dass er zwar echt gut Klavier spielen kann, aber dies nicht gern vor anderen tut, früher mal auf einem Wettbewerb jemand besseren angetroffen hat, was aus irgendeinem Grund sofort sein Selbstbewusstsein zerstört hat, weswegen er nie wieder öffentlich zu spielen bereit war. Bis jetzt zumindest, versteht sich. Natürlich ist er auch einfach aus dem Konzept zu bringen, und dann entsprechend niedlich, wobei einige seiner Outfits irgendwie zu groß an ihm wirken, wie beispielsweise sein Weihnachtsanzug. Oh, und er hat Angst vor Löwenzahn. Fragt nicht.

Aizawa hat leider fast keine CGs zu biegen

Aizawa hat leider fast keine CGs zu bieten

Dritter im Bunde und erster Geheimcharakter war Schriftsteller Aizawa Shugo, heh unbewusst bin ich also zunächst allen älteren Charakteren hinterher gestiegen. Er ist ein wenig faul und lotterig, trinkt viel Kaffee, hat eine Schreibblockade, und ist deutlich älter als die anderen Charaktere, ich würde mal so um die 30 schätzen, aber das kann auch nur Wunschdenken sein, um ihn für mich noch passender zu machen. Angetroffen wird er nicht vor Oktober des 2. Jahres, wenn man sein Buch kaufen kann, und dann auf ihn Inkognito trifft. Später bei einem Autogrammtermin bekommt man dann mit, dass er er ist, und darf als Ausrede herhalten, warum er nicht am nächsten Buch arbeiten kann, da er sich um seine Nichte kümmern muss.

Ein paar Mal treffen, ein wenig bei ihm zu Hause aushelfen, und wenn er anfängt für eine Minderjährige zu Stockholmen, begeht er die moralisch richtige Entscheidung die Verbindung mit einem zu kappen. Wenn der Intelligenz-Status hoch genug ist, kann allerdings später ein Wiedertreffen angeleiert werden, und er ergibt sich seinem Schicksal. Wie sich herausstellt war seine Romantrilogie von Anfang an durchplant, basierend auf einer früheren Beziehung allerdings mit Bad End, und da die Bücher plötzlich bei Teenagern so beliebt wurden, konnte er das so nicht stehen lassen, aber kam auch auf kein besseres Ende. Erst durch seine neu erwachte Liebe zu einem hat er das Manuskript umschreiben können. Er nimmt einen übrigens in die gleiche Bar mit, in der Lehrer Himuro mit einem im ersten Spiel war, und wird dort genauso aufgezogen.

Treffen am Phallussymbol des zweiten Spieles

Treffen am Phallussymbol des zweiten Spieles

Der gleichzeitig angegangene Geheimcharakter Hasumi Tatsuya ist übrigens der neue Exklsuivcharakter für den PSP-Port. Ihn trifft man sogar noch etwas später erst an, denn im Januar des 2. Jahres (Schuljahr in Japan geht von März bis März, sprich im Spiel ist Oktober von Jahr 2 vor Januar Jahr 2). Und zwar in dem man ins Cafe Alucard geht und genug Charme aufweist, wird man von einem Kerl mit schrecklichen Haarschnitt, der quasi sein gesamtes Gesicht verdeckt, angestottert. Die Woche darauf trifft man auf einen wesentlich heißeren Kerl, der sich aber auch etwas schräg verhält, weniger creepy und mehr aufdringlich.

Wie sich herausstellt ist es natürlich ein und derselbe Kerl, nur dass er zwischenzeitlich als Model gecastet und entsprechen aufgebrezelt wurde. Er versucht zwar cool und aggressiv die Sache mit einem anzugehen, lässt sich aber dennoch leicht entmutigen, weswegen man selbst stark die Initiative ergreifen muss. Indem man im Prinzip zur richtigen Zeit zum Cafe Alucard geht und die richtigen Entscheidungen trifft, um ein späteres Missverständis aus dem Weg zu räumen (wie Aizawa macht auch er erst mal mit einem Schluss, bevor man ihn gewinnt, diesmal aus wesentlich dämlicheren Romcom-Gründen). Aber am Ende hat man sich dafür ein Model und Schauspieler geangelt, auf den jeder neidisch sein kann.

Schnell, schluck das Würstchen im Ganzen :D

Schnell, schluck das Würstchen im Ganzen :D

Fujiyama Arashi trägt seinen Namen nicht ganz zu unrecht, denn er ist der Muskelberg, der Sportcharakter des Spieles. Fitness und Sozial sind die Werte, die er an einem trainiert sehen möchte, was super einfach zu bekommen ist, besonders wenn man in einem vorherigen Durchlauf bereits Max-Fashion hatte und das Stirnband im Gepäck hat, mit dem die Fitness noch schneller hoch geht. Arashi gehört dem Judo-Club an, den er selbst gegründet hat, weswegen man jenen auch nicht auf Anhieb in der Liste auswählen kann, sondern erst nach dem Treffen mit Arashi die Option bekommt, ihm beizutreten. Zu treffen ist er zudem über den Teilzeitjob beim Schwimmbad, da er als Rettungsschwimmer/Bademeister dort arbeitet, was schon recht heiß ist (leider hält sich Girl’s Side 3 ein wenig mit dem Fanservice zurück, statt einen auf Free! zu machen und erst Mal heiße Kerle in Badehosen spalier stehen zu lassen).

Allem zum Trotz hatte ich zunächst die Befürchtung, dass er etwas langweilig sein könnte. Sein Design mit den braun-orangenen Haaren, der gebräunten Haut, den braun-grauen Augen popt nicht gerade, besonders wenn sein relativ zurückhaltender Kleidungsstil dann auch keine Farbe reinbringt, sondern er ein ebenfalls gedecktfarbiges Top trägt. Und er ist dann auch derjenige, der zwar im Sport gut ist, und ständig zur Energieauffrischung isst, jedoch schlechte Noten schreibt, sowie in den meisten Situationen sehr ernst bleibt. Doch ein wenig aufgelockert wird dies dadurch, dass er kein Problem damit hat, aus seiner Comfort Zone zu kommen. Er mag die Delfinshow im Aquarium, oder das Konzert in der Eventhalle, probiert gern Neues aus, hat einen Sinn für Kaligraphie. Seine Eltern waren wohl nicht so von seinem Judo-Sport begeistert, weswegen sie ihn spezifisch auf eine Schule ohne einen solchen Club geschickt haben, deswegen hat er vor ihnen verheimlicht selbst einen gegründet.

Yukata-CG beim Feuerwerk :3

Yukata-CG beim Feuerwerk :3

Kommen wir zu den Sakurai-Brüdern, den beiden Poster Children des Spieles, wobei Ruka noch ein wenig zentraler behandelt wird als Kouichi. Dennoch ähneln die Brüder sich in vieler Hinsicht sehr. Die beiden sind zu recht bekannten Raudis herangewachsen, mit denen man sich besser nicht anlegt, und denen bereits ein gewisser Ruf vorauseilt. Beide gehen einem Teilzeitjob nach, Ruka im Blumengeschäft, Kouichi an der Tankstelle. Beide teilen sich ein Motorrad und wohnen in einem verlassenen Diner, nachdem sie von zu Hause abgehauen sind. Wobei nie direkt gesagt wird, dass sie sich direkt nicht mit ihren Eltern verstehen würden, Kouichi überredet Ruka scheinbar auch zumindest zu Feiertagen vorbeizuschauen. Beide necken einander sehr gerne, können genauso gut austeilen wie einstecken, wobei Ruka definitiv der verspieltere Kerl ist, während Kouchi etwas ernster und schwarzhumoriger daher kommt.

Später finden wir dann heraus, dass sie nicht wirklich verwandt sind, weil Ruka adoptiert wurde. Wie gesagt, scheinbar sind die Eltern durchaus nette Leute, und dies sollte alles kein Problem sein, von daher weiß ich nicht ganz so genau, was dazu geführt hat, dass Ruka abgehauen ist. Kouichi ist ihm gefolgt, weil er als der ältere und stärkere Bruder ihn sowieso immer beschützt hat. Und schon dreht mein Boys Love Radar mit mir durch und ich will eine Story haben, in der die beiden eine heiße Nicht-wirklich-Inzest-Beziehung miteinander beginnen. Ich mein, so stark wie das Spiel die Brüder als 3P-Option pusht, seh ich zumindest einen Teufelsdreier in deren Zukunft. Aber noch Mal ein wenig zu den Unterschieden der beiden.

Bad Boy Hotness

Bad Boy Hotness

Ruka ist der Schönling der beiden, mit femininen Zügen, langen blonden Haaren, und Porzelanhaut. Macht ihn auch bei den Schulkameraden und besonders der weiblichen Schülerschaft beliebter, weil er eben auch der kumpeligere ist, der immer lächelt, und immer aufgedreht und zu Späßen bereit ist. Außerdem scheint er echt gut in Mathe zu sein, wie eine Cutscene mit Himuro einem zeigt, wobei er allerdings in den Examen ganz wie Kouichi eher im Mittelfeld auftaucht (jedoch in Mathe definitiv die besten Punkte hat). Lässt sich gern auf verrückte Mutproben ein, um an Geld und Essen zu kommen – immerhin leben die Brüder auf sich alleine und haben deswegen wenig Haushaltsgeld. Übrigens braucht es diesmal keine hohen Statuswerte in allen Bereichen, um das Idol des Spieles zu gewinnen, sondern da es in den Sakurai-Brüdern gleich zwei gibt, werden sie aufgeteilt, im Falle von Ruka sind Intelligenz, Fintess, Style und Sozial wichtig. Dann gibt es eine dramatische Szene, bei der er durch einen Unfall im Krankenhaus landet, und man besucht ihn, und anschließend kauft er ein kleines Häuschen für sich und einen selbst, das er renoviert, während er plant doch noch zur Uni zu gehen.

Kouichi hingegen ist das ehrfurchtgebietende Gegenstück zu Ruka, da körperlich beeindruckender, mit einem fast ständig grimmigen Gesichtsausdruck, und selbst einer Frisur, die ihn wie einen Yakuza erscheinen lässt. Darunter versteckt sich natürlich ein echt netter Kerl, mit trockenem Sinn für Humor, der sich ständig Sorgen um Ruka macht und ihm helfen will, da er immer der schwächere junge Bruder war, bis beide zu Raudis aufgewachsen sind. Und er ist tatsächlich derjenige, der die Primeln bei der Kapelle gießt, zu denen man als Kind das Versprechen in der Backstory gegeben hat. Die Dynamik zwischen den beiden Brüdern ist echt niedlich, und die Szene, wenn Kouichi den schlafenden Ruka mit Make-Up aufbrezelt herrlich. Übrigens ist Kouichi selbst nicht ganz unstylisch, bevorzugt den Vintage-American-Style für sich. Für ihn sind die Werte Kunst, Fitness, Sozial und Charme wichtig, die man ziemlich alle durch den Tennis-Club trainieren kann. Witzigerweise führt es dazu, dass man der totale Loser in den Examen ist, während die 4 Stats für Ruka inen zur Nr.1 gemacht haben. Er lässt sich dann in seiner Überfürsorge für Ruka verhaften, wird aber wieder freigelassen, und gesteht sich ganz selbsüchtig ein Monopol auf einen selbst ein. Da er davon träumt die Welt zu sehen, kauft er auch ein Auto statt wie Ruka eine Wohnung.

Eh, immerhin ist die Weihnachstbeleuchtung hübsch

Eh, immerhin ist die Weihnachstbeleuchtung hübsch

Niina Junpei ist der Charakter, den ich mir Artworks anschauend ganz unten in die Liste gesetzt hatte, nachdem ich ihn dann im noch weniger attraktiven Cel-Shading-Modell gesehen habe, ganz von der Liste gestrichen habe, um ihn dann, weil ich eh schon alle anderen Mains hatte und nur ihn übergangen hätte, doch wieder rauf gesetzt hatte. Von seinem Design bin ich immer noch nicht überzeugt, der ironischerweise an Intelligenz und Style gebundene Charakter ist definitiv der wenigst attraktive. Ich mag seine Frisur nicht, aber auch sein Farbschema ist wie bei Fujiyama etwas fragwürdig, da auch er Haare in Brauntönen hat, gebräunte Haut offeriert, plus auch gräuliche Augenfarbe hat. Seine Klamotten sind dafür bunter und ausgefallener, und wie das bei den Style-Charakteren so ist, die Hälfte davon scheußlich.

Junpei ist Junpei in Persona 3 nicht unähnlich. Auch er ist ein aufgedrehter und etwas kindischer Kerl, der allerdings um einen herum versucht etwas ernster und cooler zu wirken, bis er dann später irgendwann zu sich selbst findet und einen authentischeren Mittelweg einschlägt. Übrigens ist er ein Jahr jünger, man trifft ihn also erst zu Beginn des 2. Jahres, höchstens mit genug Style im Vorjahr schon mal bei einem Einkauf. Weiß natürlich viel über Oberflächlichkeiten wie Mode und Haarprodukte, sowie vergöttert das Idol des ersten Spieles, Model Hazuki Kei. Ist aber eigentlich schon recht niedlich und charmant, wenn man ihn genauer kennen lernt, sofern man seine abgedrehteren Anwandlungen ertragen kann, sowie dass er einen Onee-san nennt.

Hey hey hey, personal space!

Hey hey hey, personal space!

Der Rest:
Bleiben noch drei Geheimcharaktere, die ich nicht gewonnen habe. Zum einen ist das Oosaka Chikara, der Lehrer des Spieles. Er ist 24, sieht aber aus wie 12, und ich steh nicht auf die Shotas. Das ist dann auch schon sein Hauptimmick: Sein Aussehen wie ein Kleinkind reibt sich daran, dass er erwachsen ist, und zusätzlich spricht er Phrasen, die eh eher auf einen Lehrer 40+ statt jungen 24 passen würde. Gewonnen wird er durch die richtigen Event-Trigger, zu denen auch das Gewinnen der Rose Queen gehört. Von daher ist er wohl theoretisch gesehen wirklich der am Schwersten zu bekommende Charakter.

Taira Kenta ist ein ziemlich durchschnittlich aussehender Kerl, der sogar in die gleiche Klasse wie Dre Ary geht, aber dennoch zu langweilig und schüchtern ist, um ein Hauptcharakter zu werden. Ihn gewinnt man in der DS-Version, in dem man Wo ist Waldo mit ihm spielt. Sprich in einigen Event-Hintergründen wurde er untergebracht, und man musste ihn per Touchscreen berühren. Gibt es so in der PSP-Version nicht mehr, stattdessen wird an jenen Punkten der Quadrat-Knopf gedrückt, um sich umzusehen. Witzigerweise ziehen seine Kumpels ihn ständig damit auf, dass er einen anflirten würde, obwohl er genau deswegen gar nicht so weit kommt.

Bliebe noch Kasuga Taiyou übrig, der andere Shot des Spieles. Er ist zwei Jahre jünger, und eigentlich echt süß, aber wirklich nichts, womit ich eine Romanze anfangen will. Ihn bekommt man, indem man dem Baseball-Club beitritt. Im zweiten Jahr bekommt er ein Match von einem mit, und kommt dann ab dem dritten Jahr an die gleiche High School.

Wann genau fangen wir an, das Küssen aneinander zu üben?

Wann genau fangen wir an, das Küssen aneinander zu üben?

Und dann haben wir natürlich noch die Freundinnen, von denen es diesmal nur zwei im Spiel gibt, und die diesmal sogar Freundinnen bleiben, weil sie keinerlei Interesse an irgendeinem von den Kerlen zeigen, die man über den Spielverlauf gewinnen kann: Karen und Miyo.

Karen ist die erwachsener wirkende der beiden, aber obwohl das zutrifft dennoch auch relativ aufgedreht an ihren irren Tagen. Muss wohl in der Familie liegen, denn Karen ist die Hanatsubaki des Spieles, gehört also der Familie der Modeschöpfer an, die schon in den vorigen zwei Spielen die schrägen Nebencharaktere gegeben haben. Sie leitet den General Store, mimt den Prinz in Cinderella, wenn man beim Schauspiel keinen Freund hat (die beiden springen allgemein für alle Events ein, für die man noch keinen Kerl hat – Geburtstagsgeschenke gibt es sogar auch wenn man einen Freund dafür an Land ziehen konnte). Veräppelt gern den Schulleiter, gibt einem den Spitznamen Bambi, lässt sich nicht mal von den Sakurais einschüchtern, und hat leichte Probleme damit, dass sie von allen so übertrieben speziell behandelt wird. Außerdem ist sie es, die wenn man vom Einkaufen wiederkommt, das Outfit evaluiert, und einen entsprechend das Fashion Level steigern lässt. Sonntags/Feiertags angerufen, erfährt man über sie auch, welchen Kleidungsstil die Kerle bevorzugen.

Miyo hingegen angerufen übernimmt den üblichen Posten den ganzen Rest der Infos über die Charaktere bereitzuhalten, sowie das Tokimeki Panel zu haben, auf dem gezeigt wird, wie sehr oder wenig die Charaktere einen momentan leiden können. Ist klein und niedlich, hasst es als Kind verwechselt zu werden, wird aber durch ihre Fähigkeiten des Wahrsagens ebenfalls von den anderen auf der Schule vertraut. Sie arbeitet beim Bäcker, gehört zudem dem Kunstclub an, und hat einen eher trockenen Sinn für Humor im Vergleich zur aufgedrehten Karen. In Cinderella übernimmt sie die Rolle der Hexe.

Match 3 Dating: Huniepop

ava-2034Diesmal nehmen wir uns einem etwas anderen Dating Sim an. Zum einen wollen wir die Liebe, oder zumindst das Höschen, einer weiblichen Jagdtrophäe gewinnen, zum anderen ist es kein japanisches Spiel, außerdem eines, welches 18+ ist. Sofern man sich nicht die Steam-Variante holt, und sofern man sich wenn man jene schon holt, jene nicht patched. Mit einem Release in 2015 ist es zudem der aktuellste Vertreter des Genres, und obendrauf auch noch ein erfolgreiches Kickstarter-Project.

Außerdem ist es nicht sonderlich Dating Sim. Oder doch, eigentlich schon, nur ein relativ oberflächliches. Ich gehe mal davon aus, man dachte sich, dass ein reines Dating Sim für ein aktuelles westliches Publikum dann doch zu langweilig wäre, egal ob man nun Sex hinzufügt oder nicht, und deswegen hat man es hybridisiert mit einem Puzzle Game, genau genommen dem immer beliebten Variante des Match-3, dessen bekanntester Vertreter wohl nach wie vor Bejeweled ist.

Nicht, dass es nicht charmant und spritzig geschrieben wäre

Nicht, dass es nicht charmant und spritzig geschrieben wäre

Der Aufhänger ist, dass Self Insert Sozialversager, den wir spielen, von der großschnäuzigen Fee Kyu einen Besuch bekommt, die ihm den Auftrag gibt, alle 8 heiße Mädels der Stadt flachzulegen, zusammen mit dem simplen wie wahren Ratschlag „to meet hot chicks, you have to go where the hot chicks are“. Das sollte an sich schon schnell bewusst machen, dass sich Huniepop nicht sonderlich ernst nimmt, erneut wahrscheinlich weil ein zu trockenes Herangehen ans Dating Sim sich im Westen wohl nicht so verkaufen würde, nehme ich mal an. Huniepop wird die vierte Mauer gern mal durchbrechen, irgendjemand hat immer einen schneidigen Kommentar drauf, viele der Mädels fluchen ungehemmt, sind Sex and the City offen über ihr Sexualleben, man kann sie mit Alkohol abfüllen damit die Dates besser laufen, und natürlich sind 90% der Antworten, die man auf ihre relativ eingleisigen Fragen geben kann, doppeldeutig oder selbstherabsetzend.

Von der grundlegenden Struktur her ist das hier allerdings weiterhin alles eben sehr Dating Sim. Nach einem Tag, an dem man so ziemlich alle Mädels der Reihe nach trifft, kann nun ausgesucht werden, zu welcher davon man jeweils gehen will, der Tag ist in 4 Slots dafür eingeteilt. Ein Mädel angetroffen kann sie beschenkt oder ausgefragt werden. Beziehungsweise mit ihr geredet werden, ob man sie eine eigentlich viel zu persönliche Frage zu ihrer Körbchengröße, Gewicht oder sonstwas stellen darf, oder sie einen eine mehr oder weniger für ihre Persönlichkeit wichtige Frage stellt, oder schon über sie bekanntes Wissen abfragt, ist dann mal dahingestellt. Man hat übrigens ein glorifiziertes Smartphone, welches hilfreiche Infos aufschreibt. Wo welches Mädel ist. Was man schon über sie herausgefunden hat. Welche Statuswerte sie präferiert. Welche Kleidung oder Frisur man an ihr sehen will, sofern man welche freigeschaltet hat, usw. usf. Schon praktisch das.

Dates spielen sich eher non-traditionell als Match 3

Dates spielen sich eher non-traditionell als Match 3 ab

Diese Frage-Sessions sind aber nicht wirklich das Date an sich, bzw. führen nicht zum Erfolg in einem solchen. Nein, auf die Date-Option an sich gedrückt, und dann findet die eigentliche Verabredung erst statt (die Mädels sagen übrigens nie Nein). Und jenes ist nun besagtes Match-3-Puzzle. Die einzelnen Bauklötze entsprechen dabei einer Charaktereigenschaft. Die blaue Musiknote ist Talent, der orangene Mond ist Romantik, rote Tropfen Sexualität und grüner Stern Flirt. Jedes Mädel mag eines davon besonders, eines davon am wenigsten, was den entsprechenden Multiplikator verändert, wenn man drei oder mehr davon zusammenbringt. Kombos und wie erwähnt mehr als 3 Baukklötze gleichzeitig in eine Reihe zu bringen ergibt mehr Punkte. Das Ding geht nicht auf Zeit, sondern auf Moves.

Natürlich gibt es weitere hilfreiche Dinge, um das nicht auszuschließende Glück in einem solchen Spiel auf die eigene Seite zu ziehen. Drei oder mehr Glocken zusammen bringen beispielsweise einen weiteren Move, den man machen darf. Drei oder mehr Herzen lassen die Affinität steigen, was einen weiteren Punkte-Multiplikator bedeutet. Drei oder mehr blaue Slimes lässt Sentimentalität steigen, die eingesetzt wird, um vorher gekaufte Geschenke einzusetzen, die erneut Hilfestellungen darbieten. Besagtes Geld gibt es am Ende eines Puzzles, egal ob man gewinnt oder nicht. Hat man allerdings gewonnen, hat das Mädel ein weiteres der maximal 5 Herzen bekommen, und das nächste Puzzle – global gesehen, nicht individuell pro Opfer – ist etwas schwerer. Ist es zudem Nacht und das Mädel hatte bereits 4 Herzen, bekommt man sie ins Bett. Was ein weiteres Puzzle beinhaltet, bei dem die Zielerreichung etwas anders gesetzt ist. Immer noch kein Zeitlimit, aber auch kein Movelimit, sondern es müssen möglichst schnell Punkte gemacht werden, um die Zielpunkte zu erreichen, da sie sich beständig verringern, während man nichts macht.

Statusverbesserungen werden gekauft, nicht trainiert

Statusverbesserungen werden gekauft, nicht trainiert

Hat man das auch durchstanden, hatte man erfolgreich Sex und kann das Mädel abhaken, als Trophäe gibt es sogar ihr Höschen (scheinbar trägt jede, selbst die beiden Schlampen, Unterwäsche) geschenkt. Und natürlich ein CG der nackten Weiblichkeit, von denen es natürlich nach jedem erfolgreichen Date eines gibt – die ersten 2 angezogen, das dritte schon leicht kompromittierend, das letzte wie gesagt ist die Sexszene sozusagen. Aber wozu überhaupt dann mit Mädels reden, wenn das nichts mit dem Erfolg auf den Dates zu tun hat? Das bringt, genauso wie die richtige Antwort auf Fragen zu haben, oder auch Geschenke mit einem Herz dran zu überreichen, mehr Hunie. Hunie wird eingesetzt, um die eigenen Statuswerte zu erhöhen, welches die selbsen vier sind, die es auch als Bauklötze in den Puzzeln gibt, wodurch diese wiederum einen weiteren Punktemultiplikator haben.

Hier ist der Deal mit Huniepop: Ich war schon sehr gut vom Spiel unterhalten, aber hauptsächlich weil Match-3 immer Spaß macht, und durchaus auch durch den Charme und Witz des Scriptes. Dennoch hätte ich mir manchmal gewünscht, dass etwas mehr Wert aufs Dating Sim gelegt worden wäre, statt dies hauptsächlich strukturell ums Puzzle-Game herum zu nutzen. Es ist etwas schade, dass die Mädels nach dem ersten Tag nicht mehr untereinander agieren. Es ist etwas schade, dass ihre Persönlichkeiten um witzig zu sein in einigen Angelegenheiten doch erschreckend ähnlich sind. Es ist etwas schade, dass man nicht wirklich so viel über sie herausfindet, abgesehen ihrer relativ oberflächlichen Angaben für die Quizzes. Dann wiederum war die Andersartigkeit des Spieles durchaus eine Erfrischung zwischen dem Spielen der japanischen „richtigen“ Dating Sims.

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Aiko war meine erste Eroberung, und ist glaub ich so ziemlich mein Lieblingscharakter. Sie ist mit 28 zumindest meinem Alter ziemlich nahe, und der hiesige Lehrer-Archetyp. Nur das sie eine Universitäts-Professorin ist, weil in Huniepop natürlich alle Charaktere mindestens 18 sind und somit kein High School Jailbait mehr. Sie ist faul, übellaunig, hat aber dennoch ein schnelles Mundwerk und guten, zynischen Humor, auch wenn es sie selbst anbelangt. Bei ihr kann man ruhig etwas frech und kinky sein, scheint aber letztendlich doch Ehrlichkeit und Offenheit zu mögen. Ihre Outfits und Frisuren sind alle recht ansehnlich, und scheinen hauptsächlich einem Motto zu folgen: Der Minirock oder wahlweise die Hot Pants müssen für eine Professorin von unziemlicher Länge oder eher Kürze sein. Ihr Default mit Brille und Schlips lässt sie tatsächlich eher wie die Porn-Variante einer Bibliothekarin ausschauen.

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Tiffany ist der Archetyp des netten Mädels von Nebenan. 20 Jahre, Studentin, Lieblingsfarbe Pink, blonde Haare, als Hobby noch Cheerleading, versteht sich eigentlich mit allen anderen Mädels, selbst Audrey ganz gut. Immer freundlich, immer nett, immer ums Lernen bedacht. Charmant sicherlich, aber natürlich auch ein wenig auf der langweiligen Seite. Alle Outfits und Frisuren brauchbar. Dennoch sollte man sich nicht komplett täuschen lassen, wir sind hier noch in Huniepop, deswegen mag Tiffany nicht immer wirklich die total prüden Antworten, ein wenig darf man mit seinen angeblichen sexuellen Eroberungen schon angeben, solange man auf eine monogame Beziehung anstrebt.

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Kommen wir mit Jessie hingegen zu einem der wilderen Mädchen, und dem MILF-Charaktere des Spieles mit immerhin auch schon stolzen 36 Jahren. College nicht beendet, hängt gerne in Bars rum, große Brüste, gebärfreudige Hüften, und Outfits, die alle nach Fetisch riechen. Ob nun Cow Girl, Milchmäden, oder Bunny Girl, Jessie hat es zusammen mit diversen verjüngenden Zopf-Frisuren im Angebot (das Default Leoparden-Print-Top ist allerdings recht brrrrr). Was sogar narrativ Sinn macht, denn Jessie ist ein Cam Girl, sich in Fetisch-Klamotten vor einer Kamera zu entkleiden also ihr Job. Dementsprechend ist es natürlich bei den Antworten wichtig möglichst abenteuerlustig und sexuell aktiv zu klingen, möglichst wenig wertend und der Frau Freirum lassend, möglichst viele anzügliche Kommentare. Lässt allerdings dann doch hier und dort mal durchblicken, dass sie wenig glücklich ob der Tatsache ist, dass ihre Tochter keinen Kontakt mit ihr pflegt, oder dass sie wirklich gerne ganz Hausfraulich kocht und backt.

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Nikki ist nach Aiko und vor Jessie glaub ich mein zweitliebster Charakter. Denn sie ist im Prinzip Aiko light im Körper von Ami Mizuno. Zunächst scheint sie das Klischee des Bücherei-Mädchens zu erfüllen. Sie ist schüchtern und nicht sehr gut im Sozialisieren, hat eine Brille auf, und einer der unauffälligeren Kleidungsstile. Dann jedoch merkt man, dass sie relativ schnell genervt ist, gern mal flucht, und nach der High School eben nicht aufs College geht, sondern sich als Barista durchschlägt und ein wenig vor sich hin treibend der Kunst nachgeht. Natürlich ist ihr Zweit-Hobby Gaming, und schon passen die beiden scheinbar gegenseitigen Persönlichkeiten in ihrem Körper viel besser zusammen.

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Audrey ist die Bitch des Spieles. In mehrerer Hinsicht, denn sie ist das Bad Girl. Sie benutzt statt Interpunktion lieber Flüche, ist super Tsundere bei jeder Gelegenheit mit mehr tsun denn dere, geht auf jede Party, nimmt jede Droge mit, und streitet sich gern mit anderen Mädels. Ist allerdings durchaus beispielsweise mit Nikki befreundet, wenn man das aus ihrer Wortwahl auch nicht immer heraushören mag. Im Gegensatz zu jener geht sie allerdings immerhin aufs College, so wenig sie das auch mag. Die verwöhnte Göre pflegt einen recht durchgehenden Goth Loli/Cosplay Style in ihren Outfits. Und hat das dämlichste 4-Herzen-Riskant-CG. Deep Throating eines Dildos, ohne jegliche nackte Haut. Sehr bemüht und sehr unsexy.

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Am meisten hasst sie übrigens Kyanna. Die 21-Jährigen Sportskanone ist früh schwanger geworden, und deswegen auch zur College-Abbrecherin geworden. Im Gegensatz zu Jessie sehnt es sie allerdings dann doch zu einem relativ normalen und festen Lebensstil. Entsprechend bei den Antworten einen selbstsicheren und gefestigten Eindruck hinterlassen, und natürlich lügen, man würde Kinder toll finden. Ihre Outfits gehen ganz Ok, abgesehen von dem einen schrecklichen Leoparden-Print-Ding, das selbst Jessie unmöglich finden würde. Huniepop deckt übrigens auch gern Rassen-Präferenzen ab, nach Japanerin Aiko haben wir mit Kyanna nun hispanisches Blut im Cast.

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Beli steuert das indische hinzu. Und hält gleichzeitig so ein wenig für den ganzen braun-häutigen Fetisch hin, denn neben ihrem indischen Default, hat sie ein indianisches Outfit, ein antik-ägyptisches (beide nicht die besten Outfits im Spiel, um ehrlich zu sein), und ein Prinzessin-Jasmin-Cosplay im Programm. Beli ist zudem das Mädchen mit den rundesten Rundungen im Spiel, sowohl was Oberweite wir auch Hüften angeht. Interessanterweise ist sie gut mit Jessie befreundet, statt das die eifersüchtig oder so einen nervigen Kram wäre. Beli ist zudem auch die schüchternste im Cast, immer sehr sachte redend, immer Komplimente gern annehmend aber herabspielend, und natürlich hoffnungslos romantisch.

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Lola ist das dritte Mädel mit dunklerer Pigmentation, und der dazu passend afroamerikanischen Lockenpracht. Auch wenn ich ehrlich gesagt ihre alternativen Glatthaarfrisuren zum Großteil attraktiver finde. Zudem bedient sie die Sexy Occupation Nische als Stewardess mit zu kurzer Uniform, und das Hobby der kurzberockten Tennis-Spielerin. Eine weitere von Jessies paar guten Freundinnen, entsprechend humorig aufgelegt. Sie mag jedoch in einem Mann hauptsächlich den Zielstrebigen und ambitionierten Typ, der immer auf etwas hinaus arbeitet, und nie nichts tun kann. Natürlich hat sie eine Kaffee-Sucht, um möglichst wach und aktiv zu sein, und natürlich ist sie ungern wo eingepfercht, sondern gern draußen und sucht das Abenteuer.

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Das waren die acht regulären Mädels, jedoch kennt auch Huniepop seine Geheimcharaktere, an denen das Spiel sogar gleich vier hat, den Cast also auf zwölf Mädels erweitert. Zum einen wäre da Kyu selbst, die sich einem anbietet, sobald man Sex mit dem ersten Mädel aus dem Main Cast hatte. Die bisexuelle Fee, die man leider nicht zu einem Dreier bekommen kann, und die gerne Mal die Waschmaschine reitet, ist natürlich ziemlich jeglicher Avancen offen, und sich keiner sexuellen Anspielung zu schade – ein wenig Trash Talk wird sie einem so oder so entgegenwerfen. Die meisten ihrer Fragen beziehen sich übrigens weniger auf ihre eigenen Werte, und mehr auf die Ratschläge, die sie einem zu den anderen Mädchen gegeben hat, eine der wenigen Sachen, die das Smartphone einem nicht notiert. Abgesehen von ihrem Default Lingerie ist übrigens jedes ihrer Outfits ziemlich grässlich.

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Momo ist ganz einfach und am schnellsten von allen Geheimcharakteren zu bekommen. Wenn im Laden der Goldfisch auftaucht jenen kaufen, an den Strand gehen, und nach dem Date mit dem dortigen Mädel den Goldfisch wegwerfen, und das Catgirl Momo taucht auf. Ihre Stimme ist ein wenig nervtötend fake, hochspitzig, und auf niedlich und nyan~ getrimmt, wie man das in einer der NISA-Synchros erwarten würde. Aber ansonsten ist sie ganz nett. Ich mein, wirklich viel Charakter hat sie als Katze natürlich nicht, sondern ist mehr damit beschäftigt unterwürfig zu sein und einen mit Master zu bezeichnen. Ihre Fragen sind alle aus dem Wikipedia-Artikel zur Gattung Katzen entnommen. Auch ihre Outfits finde ich jetzt nicht so sonderlich toll.

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Celeste kann freigeschaltet werden, sobald man Kyu freigeschaltet hat. Ihr dann das Porn Mag geben, das man seit Spielbeginn im Inventar (und hoffentlich nicht fortgeworfen) hat, und Kyu gibt einem eine merkwürdige Apparatur, das man im Inventar habend nachts am Strand gehen muss, wodurch Celeste dann beim Verlassen auftaucht. Sie ist ein Alien, welches auch nur in den Abendstunden aktiv ist. Mit blauer Haut, monotoner Stimme, Hörnern im Silberhaar, und einen Fragenkatalog zum Universum und den Planeten. Eines ihrer Outfits ist übrigens das Prinzessin-Laya-Sklavenoutfit, ein anderes eine Bondage-Variante von Asukas-Plugsuit. Celeste ist, zwar nicht dadurch, schon irgendwie mein präferierter Geheimcharakter.

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Kommen wir zum geheimsten der Geheimcharaktere, und mit 10.000 Jahren der ältesten Frau im Cast: Venus, die Feengöttin der Liebe. Um sie freizuschalten muss man mit allen anderen Charakteren geschlafen haben. Also nicht allen 11 davon, sondern mit den 8 Mains und Kyu, Momo und Celeste sind egal. Dann gibt es ein kleines Gespräch, in dem Venus überrascht ist, wie sehr Kyu von uns schwärmt, und will selbst testen, wie gut wir sind. Auch sie stellt Fragen zu den anderen Mädchen, allerdings wesentlich schwerere als Kyu. Ihre Outfits sind etwas hit and miss, besonders ihr Burlesque-Outfit, was etwas merkwürdig ist, denn im zweiten CG sieht es wesentlich besser aus. Ach ja, scheinbar war die Liebesgöttin mal eine Burlesque-Tänzerin, um sich durchzuschlagen. Warum auch nicht.