Pun-derful Dating: Dream Daddy

Dream Daddy: A Dad Dating Simulator ist der neueste Hype-Indie dank Game Grumps, der die letzten zwei Wochen konstant meine YT-Timeline mit ersten Parts unterschiedlicher Let’s Player zugekleistert hat. Man sollte meinen DILFs zu daten wäre natürlich mein Traumspiel, dennoch haben mich jene zwei Tatsachen dem Spiel äußerst skeptisch gegenüberstehen lassen.

Die Sache ist die, dass es mittlerweile Indie-Games wie Sand am Meer gibt, von denen zwangsläufig auch viele übersehen werden. Eine der häufiger genutzten Verzweiflungstaktiken eventuell doch möglichst schnell möglichst sichtbar zu sein, ist YT-Bait. Sprich das Spiel gezielt darauf auszulegen, dass Let’s Player auf Youtube es sehr einfach haben, reißerische Titel auf Thumbnails mit extremem Reaktionsgesichtern zu klatschen. Im Versprechen, dass das dahinterstehende Video jenen Youtuber schlecht schauspielernd konstant in die Kamera schreiend verbirgt, weil derjenige entweder vorspielt ständig erschreckt zu sein (My Biggest Scare Ever!!!!), ständig zu ragen (The Dark Souls of [Genre]!!!), oder total verrückt und überraschend ist. Und Dream Daddy hat sich schon vom Konzept her sehr wie letzteres angehört. Eine Chance für einen Haufen Hetero-Kerle reißerisch „OMG ich zocke ein Schwulen-Dating-Sim kräzi!!!“ zu gehen.

Ich hab dann mal davon abgesehen den kräzi-gsten Kerl möglich zu machen.

Ein Weg nicht zuletzt auch durch Hatoful Boyfriend geebnet. Wie viele Spiele gibt es denn mitlwereile, die in die Kerbe schlagen wollen? Dating Sim mit Tauben, Dating Sim mit Orcs, Dating Sim mit Haustieren, Dating Sim mit Alpacas, Dating Sim mit Daddies! Rigoros, wie das bei westlichen Einträgen schon fast zu erwarten ist, übrigens falsch betitelt. Nein, ich werde es nicht leid zu wiederholen, dass ein Bilderbuch zu lesen und hin und wieder eine Multiple-Choice-Antworten zu geben kein Dating Sim ist, sondern ein Visuel Novel. Wenn es hauptsächlich darum geht die Zuneigung eines Charakters zu gewinnen, dann eben ein Romance Visual Novel. Aber Dating Sims kommen mit Gameplay, welches die Erfolgsrate bei den Jagdtrophäen erhöht, sei es nun Stats zu trainieren wie in Tokimeki Memorial, Bejeweled zu spielen wie in Huniepop oder Mädels in SRPG-Kämpfen zu beschützen wie in Sakura Wars.

Interessanterweise schliddert Dream Daddy nur knapp daran vorbei das A Dad Dating Simulator nicht zu einer Lüge werden zu lassen. Denn es gibt ein unikates Minispiel pro Charakter-Route, welches auf einem der Dates zu spielen ist. Auf einem Konzert beispielsweise die Bühne rechtzeitig zu erreichen, ein kaputtes Funkgerät zu reparieren, eine Statue richtig zusammenzusetzen etc. Die Sache ist allerdings die, das sie nicht zu bestehen zwar das Ranking des Dates leicht verschlechtern kann, aber nicht genug, um wirklich einen Unterschied zu machen. Die richtigen Antworten auf der Charakter-Route genommen, und man hat ihn in der Tasche. Die Minispiele sind nur da, damit man nicht schlafend vom Stuhl rutscht, sondern zwischendrin kurz wach gerüttelt wird.

Die Party ist eindeutig eine Ausrede, um alle DILFs einzuladen, die die Nachbarschaft zu bieten hat.

Allerdings die Überraschung gleich zu Beginn: Charakter Costumisation. Ich bin es so gewohnt, dass der Charakter entweder premade ist, oder man als Self Insert jenen nie zu Gesicht bekommt. Aber einen eigenen erstellen? Yay, absolut dafür. Gleich eine weitere angenehme Überraschung: Die drei Körpertypen (schlank, muskulös, fett) werden direkt darunter mit Binder-Option gespiegelt. Sehen sobald man die Kleidung gewählt hat absolut identisch aus, aber ein netter Touch wie diejenigen, die als Trans-Charakter spielen wollen.

Charakter erstellt geht es auch direkt mit der Handlung los, soweit das Spiel eine hat, denn letztendlich dreht es sich doch sehr stark darum einen DILF zu gewinnen, mit wenig im Hintergrund. Wir haben eine Tochter, ist ja irgendwo Voraussetzung ein Dad zu sein, geht ohne Kind etwas schlecht. Und unser voriger Partner ist vor Jahren verstorben. Erneut ein netter Touch ist, dass man angeben kann, ob man Amanda mit einer Frau oder einem anderen Mann hatte. Geschlechtsneutral-benannter Alex ist also gestorben und wir sind seither Single. Es stehen allerdings Veränderungen im Leben an: Zum einen ziehen wir um, wenn auch nur in eine andere Nachbarschaft der gleichen Stadt, und Amanda verlässt demnächst das Nest, weil sie aufs College gehen wird.

Herzallerliebst

Soweit es dann auch einen roten Faden im Spiel ist, wäre das unser Verhältnis zu Amanda. Der Umzug ist der Beginn des Spieles, ihr High-School-Abschluss und Auszug zum College dann das Ende. Dazwischen finden wir raus, was für ein cooles Kind wir doch erzogen haben, wenn nicht der Großteil Alex zu verdanken ist. Amanda ist tatsächlich super chill und wir sind ein recht cooler Dad, so von den nicht über Multichoice beeinflussbaren Gesprächen her gesehen. Doch scheinbar hat sie was die Schule angeht etwas nachgelassen und wir müssen herausfinden, wo das Problem liegt, und sie wieder auf den richtigen College-Pfad bringen. Ich war tatsächlich überrascht, wie herzlich und charmant und auch witzig doch die Interaktionen mit der Tochter geraten sind. Wenn immer eine Amanda bei rauskommen würde, hätte sicherlich auch keiner mehr Angst vorm Kinderkriegen. Und ihren Vater wieder unter Leute und eventuell sogar auf Dates zu kriegen, ist Amandas Hauptziel bevor sie einen fürs College zurück lässt.

Charme und Witz beschreiben das ganze Spiel dann auch sehr gut. Die Welt von Dream Daddy ist ein wenig wei die von Joss Whedon. Jeder Charakter ist unterschiedlich, allerdings ist keiner ein Langweiler, sondern alle gleich darin, dass sie gern Witze reißen und ihre eigenen Quirks haben. Wer dies natürlich für zu unrealistisch hält oder allgemein den Whedon-esquen hippen Schreibstil nicht leiden kann, ist hier fehl am Platz. Ich mag das sehr und war doch das ganze Spiel über mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht unterwegs. Natürlich machen alle Dads ihre wortspieligen Dad-Jokes und die Ladebildschirme sind mit Plattitüden Dad-Tips gespickt. Das Spiel ist sich auch nicht zu schade sich selbst auf die Schippe zu nehmen, in dem es beispielsweise anspricht, wie unrealistisch es doch ist, dass die kleine Nachbarschaft scheinbar von niemanden außer heißen Single-Dads und deren Kindern bewohnt wird.

Das Spiel unterstellt mir hier, ich würde irgendwann mal nicht auf den Knackarsch des Jock Dads schauen.

Wobei es schon irgendwie ulkig ist, dass alle Dads ihre Kinder mit einem festen Partner hatten, der entweder verstorben ist, oder von dem sie mittlerweile getrennt leben. Keiner hatte einfach in seiner Jugend einen wilden One-Night-Stand ohne Kondom und daraus entstand ein Kind, welches sie zwar lieben, mit deren Mutter sie aber nie geklickt haben und deswegen nie fest zusammen waren. Obwohl, vielleicht Damien, wenn ich nichts überlesen habe, ist der nämlich der einzige Dad, der nie darüber spricht wie und mit wem er seinen Sohn hatte. Wahrscheinlich ist das Spiel an sich einfach viel zu nett und heil dafür. Jeder Charakter ist irgendwie charmant und zuvorkommend, selbst der Bad Boy Dad hat einen weichen Kern hinter seiner harten Schale. Ich mein, sogar der Joke-Charakter des Quizmastrs/DJs, der ständig Witze(?) über seine zerbrechende Ehe reißt, kann in Hugos Ende gut ausgehen, in dem er seine Ehe wieder gekittet bekommt. Dream Daddy ist einfach zu sehr wie Zuckerwatte, als das da wirklich großes Drama geschehen oder etwas schlecht ausgehen könnte. Was es ein sehr angenehmes Spielgefühl macht.

Und ein sehr zurückgelehntes. Denn es gibt auch kein Zeitlimit. Nachdem man alle Dads nach zwei Tagen getroffen hat, erstellt Amanda für einen ein Profil bei Dadbook. Der Name mag ein Wortspiel auf Facebook sein und das Spiel es damit anpreisen, dass Dads so miteinander in Verbindung bleiben und Erziehungstipps austauschen können… aber eigentlich ist es mehr wie Grindr eine Handy-App, die dabei hilft heiße Dads in deiner Nähe auf Dates einzuladen. Nach drei Dates wird das Ende des jeweiligen Charakters eingeläutet, jedoch kann davor mit allen 7 Kandidaten auf zwei Dates gegangen werden. Kein Zeitlimit, keiner wird eifersüchtig, es können alle ausreichend kennengelernt werden, bevor man sich auf einen einschießt. Außerdem sagt Dadbook einem deren Vorlieben und wie gut sie zu einem stehen. Wie gut ein Date verlaufen ist wird anschließend noch mal durch ein Ranking bis zu S angezeigt, für direktes Feedbak wie gut man sich getan hat.

Keine vollen Punkte in Thirst? Kann gar nicht sein.

Es gibt allerdings auch etwas, was mir nicht ganz am Spiel gefallen hat. Und das hat mehr mit der Technik dahinter zu tun. Zum einen mag ich das Speichersystem nicht. Das Spiel müllt einem den Ladebildschirm mit ständigen Auto-Saves voll, die zudem sich gegenseitig überschreiben. Man kann auch selbst speichern und die werden nicht automatisch wieder gelöscht, aber scrollt mal bis zu jenen, zumal sie nicht selbst benannt werden können. Auch das Fast-Forwad von bekanntem Text scheint nicht so astrein zu laufen. Allgemein gibt es seltsamerweise im Optionsmenü kaum Einstellungen, die einen dies beispielsweise ändern lassen würden. Oder die blöden Minispiele ausstellen.

Auch finde ich es ein wenig schade, dass wir es hier mal wieder mit einem Spiel zu tun haben, welches einem pro Charakter nur ein einzelnes CG gibt, nämlich wenn man jenen gewonnen hat. Und ich bin eh kein Fan davon, wenn jene dann auch noch von einer Hand voll verschiedener Künstler mit stark unterschiedlichen Zeichenstilen erstellt wurden, statt das Charakterdesign des Hauptspieles widerzuspiegeln. Führte nämlich dazu, dass ich nur das CG von Craig und Mat hübsch fand, mit dem Rest der gewonnenen Charakter-Pinups konnte ich weniger anfangen:

Wie alt soll Craig eigentlich sein? Was für gute Gene/Operation

Craig trifft man bereits am ersten Tag, wenn man auf dem Weg zurück nach Hause ist, und er einem von hinten nachruft. Denn er ist der beste Freund im College gewesen, mit dem man sich auch ein Zimmer geteilt hat. Wir waren wohl beide ziemliche Partytiere mit eher suboptimalen Lebens- und Gesundheitsentscheidungen, sein Spitzname war beispielsweise das ziemlich selbsterklärende Keg-Stand Craig. Was natürlich auch bedeutet, dass der gue Mann weiß, wie man schluckt.

Mittlerweile hat Craig allerdings sein Leben aufgeräumt. Er trainiert viel, ernährt sich gesund, hat sogar ein Geschäft für Sportequipment. Außerdem drei Kinder mit seiner Ex-Frau, mit der er sich immer noch gut versteht. Als liebender Vater trainiert er auch die Softball-Mannschaft seiner Zwillinge, und wird dort rigoros von den Single-Müttern angebaggert, was er allerdings rigoros zu ignorieren versucht. Wie wir auf unserem ersten Date zu einem solchen Spiel mitbekommen dürfen.

Das zweite Date ist dann ein Kidnapping-Mordmysterium um den Teddybären seines kleinsten Wonneproppens, die er meist auf seine Bauchmuskeln gespannt mit dabei hat, weil er uns eigentlich mit zum Trainieren nehmen wollte. Und das letzte Date ist dann ein schönes gemeinsamen Campen ohne Kids, Brokeback-Mountain-Style. Sein persönliches Problem ist übrigens letztendlich dass er zu gestresst ist und sich zu wenig Zeit für sich selbst nimmt, zwischen dem Training, den Kindern, und seinem Laden.

Bah, Stepford Dads lohnen eh nur für sündige One Night Stands.

Joseph kommt direkt am ersten Abend vorbei, um seine neuen Nachbarn mit frischgebackenen Keksen zu überraschen. Er ist halt so ein wenig der amerikanischen Übermensch – großgewachsen, muskulös, blond, starkes Kinn, und ist der Jugendpastor in der Kirchengemeinde, der alle Nachbarn zu regelmäßigen Grillpartys einlädt – übrigens auch einen selbst direkt für die am nächsten Tag, inklusive allen anderen Dads, damit man garantiert auch denen vorgestellt wird, die man eventuell vorher nicht schon durch eigene Entscheidungen getroffen hat.

Seine Familie ist allerdings etwas weniger perfekt, wie sich herausstellt, denn seine vier Kinder sind unhöflich bis unheimlich, was aber irgendwie manchmal fast ein wenig sympathisch ist. Zumindest ich als Horrorfan habe eine Schwäche für seine Zwillinge, die gerne unisono The Shining oder Kinder des Zorns zitieren, um die Nachbarschaft aus der Ruhe zu bringen. Oh ja, und verheiratet ist der gute Joseph auch noch, mit Mary, die man am ersten Tag in der Bar treffen kann, wo sie einen betrunken anbaggert. Es gibt also potentiell viel Daily Soap Drama, wenn man Joseph nachsteigt. Und ich als gute Christ war natürlich voll bereit dazu, seiner scheiternden Ehe zu helfen, in dem ich Joseph aus dem Closet und ins Bett geflirtet bekomme, damit das Trauerspiel endlich endet.

Über die Dates mit ihm finden wir heraus, dass er auch mal eine sehr wilde Seite hatte, bevor er sein Leben in geordnete Bahnen lenkte, dem einfachen Leben ohne Verpflichtungen aber immer mal wieder hinterher trauert. Also Craig nicht ganz unähnlich. Beim dritten Date sind wir dann auch alleine gemeinsam auf seiner Yacht, ein ausgefallener Motor strandet uns über Nacht, wir finden heraus das er mittlerweile auf dem Boot getrennt von Mary lebt, betrinken uns an Wein, und der Rest ist klar. Oder auch nicht, denn seltsamerweise war das Ende mit ihm dann, dass er es doch noch mal mit seiner Frau versucht, obwohl ich sein Pinup-CG bekommen habe und bei allen drei Dates S-Rank hatte. Moral von der Geschichte: Steigt keinen verheirateten, religiösen Closet-Gays hinterher, das ist nämlich nur Zeitverschwendung.

Derpige Hunde sind eindeutige Zeichen für weiche Kerne.

Wenn man am ersten Tag abends in besagte Bar geht, wo man von Mary angemacht wird, kann dort auch auf Robert getroffen werden. Der raue Kerl mit Bad Boy Charme hat einen sogar davor am Tag im Coffee Shop beäugt, und schleppt einen direkt den Abend noch ab. Man kann sich zwar einem One Night Stand mit ihm hingeben, allerdings Robert in jenem Fall nicht mehr gewinnen, da er sofort das Interesse an einem verliert. Und da es für besagten One Night Stand nicht mal ein heißes CG gibt…

Jedenfalls ist er dennoch viel zu cool, um die Dadbook-Nachrichten sofort zu beantworten, sondern lässt sich ausgiebig zeit, bevor er einen am Abend dann kurz vor knapp auf Saufgelage einlädt. Und zwar welche mit Mary, was schon ziemlich nervig ist, allerdings wenn man sie kennenlernt ist sie manchmal eigentlich ganz zynisch-sarkastisch-unterhaltend und scheint sich tatsächlich was um ihre Freunde – beispielsweise Robert – zu scheren.

Robert mag alte Filme, keinen Smalltalk, und erzählt gerne extreme und extrem erfundene Geschichten. Leider mag er auch Pizza Hawaii, aber niemand kann perfekt sein. Das letzte Date ist dann auf einem Hügel, unter Sternenhimmel, welcher die nächtliche Stadt überblickt. Nicht um einen umzubringen, wie man spekuliert, und auch nicht weil es sein liebster Masturbationspunkt ist, wie er zunächst sagt. Sondern weil er natürlich innen drin ganz weich ist. Weswegen er auch hinterher trauert, dass er keine Bindung zu seiner erwachsenen Tochter mehr hat, seitdem die Mutter gestorben ist. Am Ende hab ich ihn dann auch tatsächlich ebenfalls nicht ganz eingesackt bekommen, sondern er meinte erst mal einen guten Freund zu brauchen, um sich selbst zu finden, bevor eine Beziehung laufen kann. Ugh, nicht mal den leichtlebigen Huren-Dad konnte ich für mich einnehmen.

Cool Dad is kewl :3

Im Coffee Shop, wo Robert einem zum ersten mal den Fuckability-Prüfblick zuwirft, und der am ersten Tag die erste Station für einen sein kann, trifft man bereits vorher auf Mat, da der Laden ihm gehört. Und der sofort etwas unbeholfen aber deutlich mit einem flirtet, sich dabei entschuldigend wie unbeholfen er doch in sozialen Situationen ist. Was er gar nicht sein muss, denn er ist so ziemlich der charmanteste und coolste Dad im Spiel. Außerdem stehen wir auf Heiße Schokolade, soweit wir im Bild von Alex mit Amanda zu Beginn sehen konnte, ist unser Ex nämlich auch brauner Hautfarbe gewesen.

Mat hat natürlich einen Hang zur Musik und ist da relativ up to date, weswegen das erste Date mit ihm auch auf einem seiner vielen Konzertbesuche ist. Laute Umgebungen sind nicht unbedingt ein gutes erstes Date, und wir gehen ihm auch fast verlustig, jedoch ist es nett seine Begeisterung für die Band und mit einem hier zu sein zu sehen. Außerdem bekommen wir mal wieder mit, dass er echt bei vielen Leuten beliebt ist und seine Sozialbeklemmung gut und elegant zu überspielen weiß. Keiner würde je denken, dass er Probleme mit Small Talk hat oder denkt langweilig zu sein.

Beim zweiten Date geht es Platten kaufen (er ist kein prätentiöser Hipster der die für besser hält, sonder hat einfach eine Sammelleidenschaft dem physischen Medium gegenüber) und Oregano rauchen, letzteres nicht so geplant. Und das dritte Date ist Open Mic Abend in seinem Kaffee, bei dem ein Gig ausfällt, man sich selbst beim Ersatzversuch fast lächerlich macht, bis Mat einspringt und eine unglaubliche Show abliefert. Er und seine verstorbene Frau waren nämlich mal in einer Band, er hat aber seit ihrem Tod nicht mehr gespielt. Auch sehr niedlich ist übrigens, dass Amanda und seine Tochter Carmensita eine sehr starke Freundschaft auf seiner Route entwickeln.

Ok, wow. Auch wenn der Late-Disney Zeichenstil nicht meins ist.

Bei Hot Chocolate Dads bleibend, haben wir noch Hugo, der Lehrer von Amanda, der einem am zweiten Tag auf Elternsprechtag eröffnet, dass deren Schuleifer am Sinken ist. Außerdem erleben wir ihn mit einer anderen Klasse, die ihm alles andere als Respekt gegenüber hat. Auch sein eigener Sohn ist das unerzogenste Scheißkind im Cast, wobei Hugo auch keine Heldentat vollbracht hat, den armen Kerl Ernest Hemingway zu taufen. Das wir sofort per du mit Hugo sind, ist allerdings ein hoffnungsvoller Anfang.

Eigentlich ist er auch ziemlich zahm und umgänglich, gar nicht wirklich der strenge Typ. Und wie wir über seine Dates herausfinden hat Hugo sogar eine Schwäche für schlechte Horrorfilme und Wrestling Shows, was er allerdings ungern zugibt, da er meint sein Image als Lehrer würde verlangen nur seine anspruchsvolleren Hobbies wie klassische Musik und hohe Literatur nennen zu können. Letztendlich ist es dann auch sein Ex, der an Wochenenden der coole Dad für Ernest spielen darf, während Hugo dann wieder der strenge Vater sein muss.

Ein paar Trivia Quizzes und viel Käse-bespickte Dates später nimmt man ihn dann mit zum Live Wrestling, und ab spätestens da an ist es absolut um Hugo geschehen. Wobei sein Casual Outfit ihm definitiv keinen gefallen tut, sein scharf geschnittenes Lehrer-Outfit ist ein wesentlich größerer Anturner gewesen. Immerhin sehen ihn seine Schüler auch als etwas cooler, nachdem sie von seiner heimlichen Wrestling-Leidenschaft erfahren. Wusste gar nicht, dass sich die heutige Jugend was darum schert.

Und hier sind wir beim Bild, das am wenigsten mit der Ingame-Erscheinung des Charakters kongruent läuft.

Bleibt nur noch Twilight Dad Damien Bloodmarch übrig, der garantiert nicht unter diesem Namen geboren wurde, sondern als Bob Smith oder so was langweiliges. Oder besser Ruth Smith, scheinbar habe ich total überlesen, dass Damien irgendwann nebenbei erwähnt, dass zu seiner Goth-Kleidung auch Binder gehören, er ist als ein Trans Dad. Das erste Treffen auf ihn ist im Goth-Shop vor Ort, zu dem einen Amanda schleift, und wo er sich ziemlich bitchig über den Stil der Klamotten beschwert, was ihn nicht unbedingt sympathisch beginnen lässt.

So richtig vorgestellt wird man ihm dann so oder so erst auf Josephs Grillfest, wo er sich für sein ihm eindeutig peinlich seiendes Benehmen entschuldigt. Wobei seine gestelzte Sprache und statt über Dadbook per geschriebenen Brief mit einem zu kommunizieren, mir doch etwas zu viel ist. Außerdem ist sein Sohn Lucien, der eher Goth-Punk ist, wobei recht weit oben auf der Fuckability-Skala, einem ziemlich blöde gekommen am Elternsprechtag. Wie sich herausstellt macht der zwar gern auf rebellisch, ist aber eigentlich dahinter ziemlich gut erzogen und spurt sehr schnell, wenn Damien ihm ins Gewissen redet.

Na ja, über die Dates mit ihm wurde mir Damien dann doch langsam sympathisch. Ich mag seine sehr weiche und verständnisvollen Erziehungsmethoden beispielsweise. Ich mag seinen Lebenseinstellung generell ganz gut. Und hinter der foppischen viktorianischen Goth-Fassade versteckt sich ein Kerl, der Naruto Yaoi Fanfiction liest, Angst vor Horrorfilmen hat, in einem Tierheim aushilft, eigentlich in IT arbeitet, und unglaublich Angst davor hat, dass man ihn wegen all jener Dinge für zu langweilig halten könnte. Damien ist also eigentlich der niedliche Nerd-Charakter des Spieles.

Corgi, Corgi, Corgi!

Bleibt nur noch der siebte Kerl im Bunde, nämlich Brian. Der Dad, der auf allen YT-Thumbnails omnipräsent ist, und hinter dem alle Let’s Player sofort her sind, weil den bärtigen Bären im Holzfällerhemd in einem Gay Dating Sim zu erobern (obwohl man natürlich voll #NoHomo ist) ist doch supa kräzi!!!! Ich steh nicht auf fette Kerle und seine extrem kompetitive Art einem seine Übertochter unter die Nase zu reiben, ist auch nicht wirklich charmant gewesen. Auch wenn das verbale Angebe-Duell in Form eines Pokemon-Kampfes läuft.

Ich find es ja auch ein wenig Schade, dass es zwar einen dicken Charakter gibt, dann aber alle anderen Dads ziemlich gut gebaut muskulös von der Körperform her. So ein schlacksiger Dad wäre auch ganz nett gewesen, und wenn es ein sommerbesproßter Rothaariger wäre, umso besser. Na ja, ich bin mir sicher er ist auch ganz nett, wenn man ihn über die drei Dates kennenlernt. Und sein Hund ist super niedlich. Aber dennoch nein Danke.