D-War

ava-1547Möhr Drachen, fuck yeah! D-War, auch bekannt als Dragon Wars oder D-War: Dragon Wars, um beides gleich miteinander zu verbinden, ist ein Südkoreanischer Film, auch wenn man ihm das fast nicht anzusehen mag. Denn er spielt fast komplett in Amerika mit kaukasischen Akteuren.

Es ist so, dass es eine Legende gibt, nach der alle paar Jahrhunderte ein Mädchen geboren wird, deren Berührung Schlangen in Drachen verwandeln kann. In der letzten Inkarnation hat jene sich verliebt, dann kam eine böse Armee an, hat alles mit ihren auf Sauriern angebrachten Kanonen bombardiert, weswegen sich die beiden Liebenden lieber umbrachten, als dazu gezwungen zu werden, die böse Riesenschlange in einen allmächtigen Drachen zu verwandeln.

Ethan ist die Wiedergeburt jenes Mannes, Sarah die des Zaubermädchens. Und er ist damit beauftragt, sie zu beschützen, wofür er sie allerdings zunächst ausfindig machen muss, was er erst jetzt, 15 Jahre später in Angriff nimmt, weil… warum war das noch mal? Ach ja, weil er an einer Unfallstelle eine große Schlangenschuppe entdeckt hat, die zur bösen Riesenschlange gehört.

Er findet sie dann auch, aber die böse Riesenschlange ist dann auch schon auf deren Fersen und jagt die beiden durch L.A. Und derweil hat der Anführer der Bösen, den die beiden in Alpträumen bereits gesehen haben, zur Not gleich auch noch seine ganze Armee aus schwarzen Rittern auf Dinosauriern, den Kanonen-Dinos und auch kleinen Drachen rüber gebracht, damit sie beim Auffinden helfen. Wie auch immer eine ganze Armee beim Kampf gegen die US-Army in Downtown L.A. das schaffen soll. Aber die Riesenschlange hat eh ein gutes Näschen, oder besser gesagt Züngchen, weil Schlangen ja darüber „riechen“, so dass sie die beiden immer wieder aufspürt, egal an welche neue Lokalität sie zwischen zwei Cuts gewarpt sind. Und irgendwie gelangen die dann auf das Dach des großen Hochhauses im Zentrum der Stadt, dessen Namen nie jemand weiß, aber L.A. hat halt kein ikonischeres Gebäude. Und dort stellt die Riesenschlange sie, aber dann sind sie doch wieder in den Straßen, nur um anschließend in eine Fantasywelt a la Mordor zu sein. Wie gelangen sie da noch mal hin? Auf jeden Fall benutzt Ethan dort sein Amulett, um die ganze Böse Armee zu pulverisieren, was er vielleicht schon mal etwas früher hätte machen sollen, aber die böse Riesenschlange ist noch da, jedoch schaltet sich dann aus dem Nichts eine gute Riesencobra ein, die mit ihr kämpft, was etwas verwirrend ist, weil die beiden Viecher genau gleich aussehen, nur das die gute etwas heller ist. Und Sarah opfert sich, um die Gute Schlange in den Drachen zu verwandeln, und damit ist alles gut, weil die böse Riesenschlange besiegt wird und wenn Ethan dann auch irgendwann mal den Weg alles Vergänglichen geht, sehen sich die beiden ja in der Nachwelt eh wieder.

Ach ja: Spoiler.

Wenn meine komplette Handlungsbeschreibung etwas wirr klingt, dann liegt das daran, dass D-War ein verdammt wirrer Film ist, was etwas bizarr ist, da er auch unglaublich konventionell ist. Die Handlung geht immer grundsätzlich in die Richtung, in der man sich denken kann, dass sie dorthin als nächstes gehen wird, aber die einzelnen Szenen wirken dabei dennoch irgendwo zusammenhanglos, der Schnitt des Filmes ist einfach merkwürdig, so das man sich ständig fragt, warum die jetzt wo genau sind, tun was sie tun, und ob man nicht versehentlich zwei Brückenszenen übersprungen hat. Erstaunlich verwirrend, dafür das der Film keinerlei Originalität bietet, sondern fröhlich Einklauen geht. Die Szenen mit der schwarzen Armee schauen genau wie das Finale aus, als wären sie direkt aus einem Herr der Ringe Knockoff, dazwischen haben wir Szenen, die direkt aus einem höher budgetierten Asylum-Monsterfilm stammen könnten, und für die gewisse Würze gibt es auch noch ein wenig Drahtseilakrobatik a la Tiger and Dragon in den Flashbacks.

Aber das der Film wahrscheinlich ziemlich dämlich wird kann man sich schon denken, sobald man das Cover mit der riesigen CG-Schlange, die am Wolkenkratzer hängt, sieht. Was für einen Unterhaltungswert bietet denn D-War letztendlich, wenn man das Hirn ausschaltet und das Popcorn mit Bier runter spült? Nun, ist schon ganz ok. Das Schauspiel ist leider ziemlich tot, statt erheiternd-schlecht, aber die CG-Biester sind ziemlich cool und es geht auch schön viel zu Bruch oder hält spontane Explosionen parat. Das die Kontinuität so wirr wirkt, dämpft das Vergnügen halt etwas, weil im Versuch die Lücken zu brücken das Hirn eventuell doch wieder anspringt und man den ganzen Blödsinn nicht mehr ganz so gutherzig hinnehmen kann.

Bleibt also etwas zwiespältig, aber soweit trashige Riesenmonster gehen, ist D-War immerhin unterhaltsamer, als 95% der Asylum und Syfy Produktionen, und auch besser als die langweiligeren Einträge der Kultfavoriten Godzilla oder Gamera – jedoch weit davon entfernt wirklich unter den besseren Filmen gezählt zu werden. Somit ist und bleibt die beste südkoreanische Monsteraction The Host vorbehalten.

dwar