Guardians of the Galaxy Vol.2

Der nächste Film in der Reihe der MCUs auf den Weg zum Endgame ist James Gunns Guardians of the Galaxy Vol.2. Meine Trash-Babies und Gegengewicht zu den so aalglatten Avengers sind zurück!

Star Lord hat keine Familie, denn sein Vater war nie präsent, seine Mutter ist am Krebs gestorben, als er noch jung war, und kurz darauf wurde er von Piraten ins All entführt. Aber das stellt sich nun zum Teil als Lüge heraus. Sein Vater ist gar nicht David Hasselhof, sondern der Halbgott Ego, der ihn endlich gefunden hat, nachdem die Piraten ihren Teil seines Auftrags, seinen Sohn zu ihm zu bringen, nicht erfüllt haben.

Als Mitt-Dreißiger, der plötzlich zum ersten Mal seinen Vater trifft, ist Star natürlich der ganzen Angelegenheit gegenüber skeptisch, doch seinen Ziehfamilie der Guardians überzeugt ihm davon, dass es zumindest einen Versuch wert ist, mit ihm zu gehen. Irgendwo dazwischen mischen sich die Space-Piraten ein, werden Baum und Waschbär gefangengenommen, taucht die blaue rachsüchtige Schwester des grünen Weibs auf, und stellt sich Stars Vater als wenig vertrauenswert heraus.

Ich glaube die Guardians of the Galaxys sind meine liebsten Filme im MCU, oder zumindest ziemlich unter den Tops. Mir gefällt einfach der flapsige Humor, dass sich gegenseitige Necken der mülligen Charaktere, die Sprücheklopferei, das Timing, und natürlich auch die wenig dezent an Nostalgienerven ziehenden Untertöne an 80er-Romantik.

Von der Handlung her hat mir der zweite Teil ebenfalls weitestgehend gefallen. Die ganze Angelegenheit wirkt fast persönlicher und kleiner, obwohl so viel geschieht, so viele Charaktere auftauchen, und am Ende erneut die Galaxie gerettet werden muss. Einfach dadurch, dass es eben in die Jugend von Star Lord hineinspielt. Lediglich den Mittelteil fand ich ein wenig holprig. Es wirkt fast so, als hätte man auf das Spektakel und die Charakter(neu)einführungen zu Beginn zu viel Zeit verloren, und nicht mehr genug der Spielzeit zur Verfügung, um elegant in das zuspitzende Finale einzuleiten. Das führt zu ein paar sehr erzwungenen Charaktermomenten. Wenn sich die beiden Schwestern in der Höhle kloppen und ihre innersten Gefühle offenbaren, wenn gleiches fast gleichzeitig zwischen Rocket und Yondu geschieht, und an dritter Ortschaft Ego seinen fiesen Masterplan in allen unnötig Schnäuzer-zwirbelnden Details seinem Sohn offenbart.

Dabei mag ich die Charaktermomente eigentlich durchaus. Beide Auseinandersetzungen im vorigen Beispiel, welche die Enttäuschung Nebulas ihrer Schwester oder die Gemeinsamkeiten zwischen Rocket und Yondu aufzeigen, finde ich an sich eine gute Idee. Sie hätten nur nicht ganz so forciert wirken müssen. Sie sind auch wichtig. Zum einen natürlich, um den Film zu mögen, damit er etwas tiefer geht als nur das optische Spektakel und die flotten Sprüche. Damit gemerkt wird, dass er doch Herz hat. Aber eben auch, weil Familie eine durchgehende Thematik ist. Dass sie eben auch an anderer Stelle statt nur in der Blutsverwandtschaft gefunden werden kann. Und das dies ein besonderes Band ist, welches über reine Freundschaft hinausgeht.

Und joa, viel mehr habe ich eigentlich schon nicht zu sagen. Für mich war Guardians of the Galaxy Vol.2 das Wohlfühl-Rundumpacket. Mit netten Charaktermomenten, großen Special Effects, und treffendem Humor. Gut, dass man Gunn nun doch für den dritten Teil erneut verpflichtet hat.

Jurassic World: Fallen Kingdom

Kinozeit war am Wochenende, diesmal gab es Dinosaurier-Beschau ganz außerhalb derer Gehege im neuen Jurassic World: Das gefallene Königreich, welches aktuell angelaufen ist.

Interessant ist ja auch, dass die beiden neuen Filme etwas der generellen Richtung der alten Jurassic Parks folgen. Der erste Teil drehte sich komplett um den Park, und nun geht es nach dessen Scheitern im Nachfolger zurück auf die Insel und anschließend werden die Dinos ans Festland gebracht.

Denn ein Vulkan auf der Isla Nublar ist wieder aktiv, der die letzten dort nun frei lebenden Dinosaurier ausrotten wird. Bedeutet natürlich das eine Debatte darum entbrennt, ob wir die Verantwortung tragen, von uns künstlich wiedererweckte Kreaturen auch das Überleben zu sichern, oder da sie eigentlich eh nicht in unsere Zeit gehören einfach ihrem Schicksal überlassen. Was letztendlich geradezu ein wenig nebensächlich ist, denn es wird eh privat eine Rettungsaktion von der Firma gestartet, die den Park erschaffen hatte, und unsere beiden Leads Claire und Owen sind nach ein wenig Überredungsarbeit auch wieder mit dabei. Die beiden sind übrigens mittlerweile getrennter Wege gegangen, aber auch das ist nicht so wichtig.

Wer natürlich direkt dachte, dass der charismatische, gelackte Kerl im Anzug, der diesen Auftrag erteilt, und Claire hinzugeholt hat, eigentlich ein böser Fiesling TM ist, der ist absolut auf dem richtigen Trichter. Denn eigentlich will der nur ein paar Dinos von der Insel holen, nicht um sie auf einer anderen ungestört wieder auszusetzen, sondern um sie zu verkaufen und die eigentliche Forschung der Firma zu finanzieren. Die da wäre eine Killermaschine zu züchten, in dem genetisch der Indominus Rex – der Apex aus dem vorigen Film – mit einem Raptor zum Indoraptor verbunden wird. Genauso tödlich, aber kompakter gebaut und wesentlich intelligenter. Dinosoldaten mit noch so gutem taktischen Denkvermögen und Killerinstinkt helfen allerdings wenig, wenn ihr Gehorsam schwanken kann. Deswegen wird Blue, der von Owen großgezogene Raptor, benötigt, um eine neue Generation an besonders gehorsamen Indoraptoren züchten zu können.

Und wie immer, wenn die bösen Fieslinge in einem Jurassic Irgendwas sich die Dinos oder deren DNA aneignen wollen, geht das natürlich gewaltig schief. Im Sinne von Fallen Kingdom wäre dies, dass während der geheimen Auktion unter dem Anwesen die Dinos ausbrechen. Vorzugsweise der Indoraptor, der ziemlich schnell Kleinholz aus ein paar Nebenrollen zu machen weiß.

Mir hat ja bereits der erste Jurassic World gefallen. Und das unterschreibe ich auch wieder für Fallen Kingdom. Zumal er einige Dinge auch wirklich besser macht als sein Vorgänger. So hatte man dort beispielsweise immer mal wieder das Gefühl, dass zwei oder drei Handlungsstränge eher nebeneinander her laufen, statt organisch einen Film zu ergeben. In Fallen Kingdom hingegen hängt alles viel besser und stimmig zusammen. Und das obwohl man hier ja zwei ganz unterschiedliche Schauplätze offeriert. Die Charaktere sind immer noch nicht super ausgearbeitet, aber erneut wenigstens keiner nervig, nicht mal das kleine Mädchen, obwohl das bei ihrer Einführungsszene zu befürchten war.

Besonders gut gefallen hat mir übrigens auch das Finale des Filmes, wenn er fast etwas zu einem familienfreundlichen Horrorfilm wird, mit dem schon sehr beeindruckend designten Indoraptor, der unsere Leads durch das nächtliche Anwesen jagt, Dächer erklimmt, und sich an im Bett liegende Kinder anschleicht. Passenderweise hat man sich hierfür auch die Gewaltspitzen aufbewahrt. Überhaupt finde ich dessen Design ziemlich cool, mit den goldenen Akzenten etc., der könnte glatt aus einem Monster Hunter stammen.

Es ist und bleibt natürlich ein Jurassic Film. Das bedeutet das wir hier hauptsächlich durch Action und Effekte unterstütztes Popcorn-Kino zu sehen bekommen. Der Film geht nie wirklich auf tieferliegende Fragen ein, wie die Moral hinter der Genmanipulation, der dadurch geöffneten Büchse der Pandora etc., sondern reißt sie nur kurz an und lässt sie dann wieder fallen. Die Charaktere sind etwas grob gezeichnet, allen voran der Bösewicht, der wirklich keine Nuance aufzuweisen hat. Hier war theoretisch mehr zu holen, klar, aber die Franchise ist nicht wirklich durch ihre Verkopftheit bekannt, von daher war nicht viel zu erwarten.

Ein weiterer unterhaltsamer Action-Streifen um Dinos und die von ihnen gejagten Menschen ist es also geworden. Ganz den Aha-Effekt des allerersten Jurrasic Parks wird glaub ich auch kein Film mehr hinbekommen können, einfach weil der halt der erste war, und weil damals die Integration der CG-Effekte auch noch Augenöffnend war. Wenn es allerdings um reinen Unterhaltungswert geht, da fallen für mich auch die beiden Jurassic World nicht durch.

Superhero Sunday – Guardians of the Galaxy

ava-1937Der junge Peter wird 1988, direkt nach dem Tod seiner Mutter, von einem Raumschiff gekidnappt. 26 Jahre später ist er der selbsternannte Star Lord, ein möchtegern Han Solo oder Indiana Jones, der mit flapsigen Sprüchen durchs All reist, Relikte zum Weiterverkauf birgt, Tussis flachlegt, und häufiger mal auf die Nase fällt. So wie jetzt auch, denn seine neueste Errungenschaft ist ein Orb, der die Macht innehält das Universum zu zerstören.

Hinter dem ist natürlich der ein oder andere her, und dadurch auch so ziemlich jeder Space-Pirat, um das Schmuckstück teuer verkaufen zu können. Nicht zuletzt will ihn auch ein Fanatiker der Kree-Rasse, die zwar offiziell momentan einen Friedensvertrag unterschrieben haben, den jener aber gern wieder gebrochen sehen will, und der deswegen Gamora hinter Peter her schickt, um das Ding zu holen. Versuchswaschbär Rocket Racoon und der lebende Baum Groot mischen sich auch noch ein, weil sie es aufs Kopfgeld abgesehen haben, das auf Peter veranschlagt ist.

Tja, nach einer Schießerei mitten in der Stadt landen einfach alle mal zusammen im Gefängnis, wo sie die Bekanntschaft mit Drax dem Zerstörer machen, und plötzlich sehen sich alle fünf als Team durchs All düsen, auf das der Orb wirklich niemandem in die Hände fällt, der damit ganze Welten auslöschen wird.

Guardians of the Galaxy ist glaub ich eines jener Marvel-Film-Projekte gewesen, dem Leute eher skeptisch gegenüber standen. Ist auch nicht ganz schwer zu sehen, warum dem so sein könnte. Das hiesige Team aus grüner Lady, tätowiertem Hünen, Waschbär und Baum ist doch schon sehr untypisch, eher etwas was in Form von Comics funktioniert, hätte aber ziemlich schnell als Live Action auf der großen Leinwand schief gehen können. Tat es aber nicht, Guardians of the Galaxy ist einer der erfolgreichsten Marvel-FIlme, sowohl was die Kritiken wie das Einspielergebnis angeht.

Ich mochte ihn auch sehr, und muss sagen, dass ich ähnliche Vibes wie bei Ant-Man hatte. Auch Guardians of the Galaxy fühlt sich eher an wie ein Film über die B-Riege an Superhelden, der obwohl ein großes AAA-Budget-Spektakel stattfinden lassend, sich sehr bewusst ist, dass das hier eigentlich die B-Riege ist. Ein Ant-Man ist eben kein Spider-Man oder Batman. Und die Guardians of the Galaxy sind halt nicht die Avengers oder X-Men. Und auch der Film hier nutzt das, um einfach mehr Spaß mit sich und seinem Team zu haben, weniger seriös zu sein, mehr auf den Putz zu hauen. Nicht nur was die Action angeht eben, sondern auch was die quere Teamdynamik betrifft. Dass es letztendlich auch hier um die Rettung der Galaxie geht, ist dabei dann sogar ziemlich zweitrangig, und es geht viel mehr darum, dem cool-chaotischem Team auf ihrer Odyssee zuzusehen.

Das gibt dem Film viel mehr Frische und Dynamik im Superhelden-Genre, welches durchaus konstant guten Output liefert, aber eben langsam aber sicher doch droht etwas überbevölkert zu werden. Da heben sich die Guardians of the Galaxy doch klar heraus, sowohl was das merkwürdige Team an Gegner-die-zu-Freuden-werden angeht, sowie den grundlegenden Ton des Filmes, wie auch die nette Einbettung in die 80er-Jahre. Guardians of the Galaxy, wenn man mal die moderne CG-Technik außen vor lässt, kommt tatsächlich fast wie ein leichtherziges SciFi-Abentuer der damaligen Dekade daher. Eben mit wesentlich mehr Charisma, als man das vielleicht zu befürchten hatte.

Einen Orden verdient übrigens derjenige, der Chriss Pratt verpflichtet hat, nachdem sowohl jener wie auch der Regisseur dem zunächst skeptisch gegenüber standen, denn einen besseren Schauspieler für den modernen Han Solo hat Hollywood nicht zu bieten.

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Jurassic Park: Part Deux

ava-1936Spielbergs Freund Joe Johnston wollte gern ein Sequel zu Jurassic Park drehen, und durfte das auch, zumindest nachdem Spielberg etwas uncharakteristisch für The Lost World selbst Platz auf dem Regiestuhl nahm. Jurassic Park III in 2001 durfte es dann werden.

Okay, Leute müssen echt aufhören auf der einen verbliebenen Insel Urlaub zu machen, auf der lebende Dinosaurier durch die Gegend springen. Sicher, Mallorca und Hawaii mögen super mainstream sein, aber da gibt es doch sicher andere Alternativen als Raptor Island. Aber ohne hätten wir wiederum schwerlich einen Film, was vielleicht nicht mal schlecht gewesen wäre.

Ach so ja, jedenfalls geht ein Kind mit dem neuen Freund der geschiedenen Mutter auf ihr verloren, nachdem sie bei der Insel Paragliding gemacht haben. Warum die Mutter nicht dabei war? Eh, ich glaub sie mag ihren neuen Freund nicht besonders, jedenfalls scheint es sie herzlich wenig zu scheren, wenn später dessen Überreste aufgefunden werden. Sie und ihr Ex-Mann jedenfalls tricksen Doktor Grant dazu mit ihnen auf die Insel zu kommen, um ultimativ nach dem Sohn zu suchen, irgendwo zwischen dem Weglaufen vor T-Rex, Neuankömmling Spinosauraus, Raptoren und Pteranodons.

Jurassic Park III nervt. Oder jedenfalls zumindest das Ehepaar, welche ständig nach ihrem Kind schreien und sich kabbeln. Jurassic Park war bisher ganz gut darin keine absolut unsympathischen Charaktere zu bieten, zumindest nie für lange, aber hier verfolgen wir das Ex-Ehepaar fast den ganzen Film lang. Und es gibt auch kein charismatisches Gegengewicht, denn sowohl deren Kind als auch der wiederkehrende Sam Neill als Doktor Grant bleiben ziemlich blass.

Auch strukturell stimmt was nicht. Denn der Film hat seine Highlights alle lang vor dem Finale verpulvert. Wir bekommen zwei Attacken des Spinosauraus, eine davon eine Szene, in der er ziemlich schnell dem Markensauriere T-Rex klar macht, wer der neue Big Bad im Film ist. Auch die Verfolgung durch die Raptoren ist noch lang vorm Finale. Die Pteranodons im Nebel können da nicht mithalten, und auch wenn Raptoren und Spinosaurus genau genommen am Ende erneut auftauchen, so sind sie doch Schatten der vorigen Szenen. Jurassic Park III endet also mit einem recht lauen Lüftchen statt der großen Dino-Action die wir gern gesehen hätten.

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Was nicht bedeutet das Jurassic Park III kein Erfolg war, gut eingespielt haben alle Filme, wenn auch beständig weniger. Also wurde die Franchise dennoch erst mal ruhen gelassen, obwohl zunächst ein vierter Film kurz nach Jurassic Park III in Planung war, bis erst jetzt mit Jurassic World das Ding wieder aufleben durfte – und wurde zum Bestverdiener der Franchise sowie drittbestes Einspielergebnis aller Zeiten.

Und ich muss sagen, ich glaub das hier ist mein Favorit unter den Sequels. Klar, den gleichen Charme und das Herz von Spielbergs Erstling hat auch Jurassic World nicht, aber den konnte irgendwie Spielberg selbst beim ersten Sequel nicht wieder einfangen. Und es funktioniert auch fast mit dem Thema des Filmes. Denn Jurassic World basiert auf einer Timeline, auf der der erste Film zwar stattgefunden hat, kurz darauf aber dann dennoch ein Dino-Park mit vollem Erfolg eröffnete. Nun sind gut zwanzig Jahre vergangen und Jurassic World ist ein großer, funktionierender Park. Voller kommerziellen Müll, Werbung für Marken, mit Dino-Streichelzoo und allem was zur kapitalistischen Ausschlachtung dazugehört. Und mit dem Problem, dass Dinos deswegen gar nicht mehr so spektakulär erscheinen, und man deswegen neue Hybrid-Rassen züchten muss, um die Aufmerksamkeit der Menschen erneut zu gewinnen. Immer größer, fieser, mehr Superlativen müssen her zur Unterhaltung der breiten Masse. Ja selbst den Vorwurf, dass Jurassic World nicht mit neuesten Forschungen in der Optik der Dinos einher geht (mehr Federn, mehr Farben, häufig kleiner als gedacht), erklärt er damit, dass sich die Reptilienartigen Dinos besser verkaufen und deswegen gezielt wie im ersten Jurassic Park gezüchtet sind.

Ein wenig durcheinander ist schon der Film, zumindest was die Charaktere, von denen es zahlreich gibt, sowie Subplots angeht. Oder genauer gesagt hat der Film jede Menge kleine Szenen, die so erscheinen, als sollte hieraus mehr werden, aber dann macht er nie wieder was damit. Wie die Scheidung der Eltern der beiden Jungs, die kurz aufgebracht und dann nie wieder angesprochen wird. Das Chris Pratt und die Parkleiterin mal ein Stelldichein hatten wird erwähnt, nie wieder angesprochen, und am Ende küssen sie sich dann. Eine der längsten und spektakulärsten Sterbeszenen, wie gemacht für einen Bösewicht, fällt auf einen Charakter, den wir bisher kaum gesehen haben. Das Dallas Howards Charakter die Dinos nicht nur als Kapital sehen soll, wird nie wieder aufgebracht. Die mögliche militärische Nutzung der Dinos ist genauso halbgar eingeflochten, wie die kommerzielle Ausschlachtung der Tiere. Es gibt so viele mögliche Subplots und Character Arcs in Jurassic World, aber so richtig um sie bemühen tut sich der Film dann nie.

Dafür gibt es richtig coole Action. Schon alleine den realisierten, kompletten Park an sich zu sehen, statt immer nur zerstörte Besucherzentren wie in den Vorgängern, ist ein echtes Vergnügen. Das Rennen mit den Raptoren. Der neue Super-Rex. Das Team-up von Raptor und T-Rex gegen jenen. So viele Dinos und so viel Action hat uns noch kein Jurassic Park geboten. Und damit ist Jurassic World schon alleine von den Schauwerten her der Teil mit dem höchsten Unterhaltungswert und der wenigst aufkommenden Langweile. Zu schade, dass es sich nicht ein wenig mehr um Story oder Charaktere bemüht. Eben wie die halbgare Message im Film an sich: Größer, Fieser, Mehr bieten, Superlativen, aber mit einem leicht sterilen Beigeschmack. Dennoch, ich war besser unterhalten als bei Eintrag Nummer Zwei und Drei.

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