Disney Sunday – Planes

ava-1551In 2013 hatte Disney gleich zwei Kinofilme am Laufen, da Planes eine gewisse Anomalie darstellt. Die Sache ist die, Disney hatte schon immer die Option Spinoffs zu Pixar-Filmen zu machen, und nun gehören die beiden ja eh zusammen. Und so sehr die Cars-Filme allgemein bekannt deren schlechtestes Output darstellen, so beliebt sind sie mit kleinen Kindern, und so verkaufsträchtig kann man Merchandise zu den grinsenden Spielzeugautos an den Mann bringen. Also hat Disney die Franchise um Flugzeuge erweitert, zunächst nur als billige Direct-to-DVD Produktion gedacht, wurde es dann jedoch kurzfristig auf ein Kinorelease verlegt.

Und wirklich, World of Cars: Planes ist mitnichten schlechter oder besser, als Pixars von Beginn an als Kinoreleases geplante Filme, von denen dieser hier abstammt. Auch dieser hier hat, ähnlich dem Erstling, eine absolut lasche Standardhandlung: Ein legendäres Rennen startet auch dieses Jahr, und unser Protagonist träumt davon, jenes zu gewinnen. Jedoch ist er lediglich ein Streuflugzeug, gebaut für den langsamen, bodennahen Flug über die Felder des Hinterlandes. Das hält ihn allerdings nicht auf dennoch beim Zulassungsrennen mitzumachen, zu aller Überraschung fliegt er auch super schnell, kommt allerdings auf Platz 6, nur die ersten fünf schaffen es jedoch ins Hauptrennen.

Allerdings scheidet einer aus, Dusty ist nun also doch im Rennen um die Welt dabei, bekommt ein Upgrade von der Mechanikerin, die ihm zunächst nichts zugetraut hat, moralische Unterstützung vom besten Freund, der als einziger dumm genug war, an seinen Traum zu glauben, und sogar eine Trainingsmontage vom legendären Militärflieger, der ihm ebenfalls zunächst abriet.

Ich denk man kann sich denken, wie das weiter abgeht. Dusty fliegt um die Welt, wird als Underdoug zu Everbody’s Darling, ein wenig Verrat hier, neue Freundschaften dort, ein nicht fair fliegender Schurke am Ende. Und seine Höhenangst bekommt er genauso überwunden, wie der alte Militärflieger sein Kriegstrauma. Ach ja, der hat eins, was etwas seltsam war. Ich mein, dass irgendwann raus kommt, das jener nicht der Held ist, den er vorzugeben schien, war ja klar. Aber in der letzten halben Stunde des ziemlich ereignislos-seichten Filmes voller kunterbunter Farben plötzlich einen WWII-Flashback zu haben, in dem sein ganzes Platon abgeschossen wurde, wirkte schon irgendwie wie aus einem völlig anderen Film.

Also wie bereits erwähnt: Planes vom Disney Toon Studio tut sich qualitativ absolut nichts zu Cars von Pixar. Was sicherlich keine Auszeichnung ist, bedeutet es doch das auch dieser Film hier maßgeblich langweilig ist, wenn auch ultimativ harmlos, da er einem nicht mal genug Ansatzpunkte gibt, um sich drüber aufzuregen. El Chupacabra ist ganz witzig, und die Szenerien, die durchflogen werden sind farbenfroh und hübsch anzusehen, aber auch Planes wird wirklich niemanden über dem zehnten Lebensjahr davon abhalten, nicht schlichtweg dabei wegzudösen. Hilft natürlich nicht, dass ich als Kind der 80er/90er mit „Wenn du fest genug daran glaubst, kannst du alles erreichen“-Underdog-Geschichten zum Erbrechen zugeworfen wurde, so dass ich mein Leben lang genug von jenen haben werde.

disney55

Pixar Sunday – Cars 2

Kommen wir also zum Ende der Pixar-Sonntage mit Cars 2, zumindest bis ihr neuester Film Brave, der ja immerhin schon in den Kinos ist, dann seine Auswertung fürs Heimkino hat. Cars 2 ist ein ganz besonderer Film, ist es doch der erste Pixar, der es geschafft hat, überwiegend negative Kritik einzuheimsen. Selbst der erste Cars, der mir schon nicht gefiel, wenn auch der bis dahin schlechtbewerteste Pixar, lies die Leute noch zu einem Ok hinreißen, Cars 2 nicht. Also rein in den zweiten Teil über die lebendigen Fortbewegungsmittel, in dem die Automobile die Herrenrasse darstellen, um die sich alles dreht.

Der Film startet dabei in bester Pixar-Manier, mit einem Opener, der gut als Kurzfilm funktionieren würde und wenig mit dem Rest des Filmes zu tun hat. Nämlich ein Spion-Auto, dass gegen Ze Evil Bad Guys auf einer Ölplattform kämpft. Mit reichlich 70er-James-Bond-Vibes.

Danach geht es leider wieder zu McQueen und seinem besten, aber nicht hellsten, Hinterwäldlerfreund Mater. Jemand hat einen erneuerbaren Treibstoff erfunden und schmeißt einen World Grand Prix, bei dem er alle berühmten Rennwagen einlädt, um sich auf eben jenem laufend zu beweisen. Natürlich ist McQueen eingeladen und da er so begeistert ist, nimmt er sogar Mater mit. Der sich natürlich wie ein Trottel aufführt, was natürlich zu einem Krach führt, was natürlich dazu führt, dass ausgerechnet Mater für einen der Superspione gehalten wird und es natürlich nicht hinbekommt dem Spionagewagen aus dem Opener zu verklickern, dass er tatsächlich ein Idiot ist, statt dies als Tarnung zu benutzen. Und natürlich schafft er es dennoch, den Tag und McQueen zu retten und wird von der richtigen Queen sogar zum Ritter geschlagen. Warum auch nicht.

Jepp, Cars 2 dreht sich voll und ganz um Mater, den Unlikely Hero, dessen weltfremde Blödheit genau das ist, was ihm aus den Gefahren hilft, weil es so unerwartet für alle kommt. Schade, denn ein so wirklich richtig nostalgisch-parodistischer Agentenfilm in eben bester oldschool James-Bond-Manier a la des Openers um die trocken-britischen Spionagewagen wäre doch mal so viel interessanter gewesen.

Aber was soll’s, wir haben was anderes bekommen und ich muss ehrlich sagen, wenn auch Cars 2 kein grandioser oder auch nur wirklich guter Film ist, wenn er auch a la Toy Story 2 mehr wie ein Direct-to-DVD Sequel denn eine Leinwandproduktion wirkt, so fand ich ihn doch zumindest besser als das Schnarchfest, das der erste Film war. Die Handlung mag so mickrig und vorhersehbar sein, wie in jenem, aber wenigstens habe ich mich nie während der Spielzeit wirklich gelangweilt. Dafür ist der Film viel zu bunt, rasant, Explosionen, Verfolgungsszenen, Karatekämpfe, die illustren Schauplätze der Welt, aufs Auge gibt er einem schon.

Pixar Sunday – Cars

Lightning McQueen ist ein begnadeter Neuling auf dem Gebiet der Autorennen und gerade dabei seinen lang gehegten Traum zu erfüllen, der erste Neuling zu sein, der je den berühmten Piston Cup gewann. Nur gewinnt er nicht. Er verliert auch nicht. Nein, obwohl er den Sieg schon fast in der Tasche hat, führt sein rücksichtsloses und auf niemand hörendes Verhalten, wegen dem ihm schon mehrmals sein Team absprang, dazu, dass ihm zwei Reifen platzen und er doch zeitgleich mit zwei anderen – dem langjährigen Gewinner und dem ewigen Zweiten – über die Ziellinie schießt. Also wird ein Rematch zwischen den Dreien anberaumt.

Auf dem Weg nach Kalifornien, wo jenes stattfinden soll, fällt Lightning allerdings aus dem Transporttruck und landet mitten im Nirgendwo, in einem abgeschiedenen Hinterwäldler-Städtchen an der alten Route 66. Wo er auch direkt dafür verantwortlich ist, dass deren eh ramponierte Straße noch mehr Schaden nimmt. Dadurch wird er dazu verurteilt, sie zu reparieren, dabei hat er es doch eilig, zum Rematch zu kommen, statt hier die Landdussels zu bespaßen.

„Fun“ Fact: Einer der Synchronsprecher des Filmes (im O-Ton, that is) hat hier seine letzte Sprechrolle, bevor er ironischerweise bei einem Autounfall verstarb.

Cars hat einen denkbar undankbaren Nachteil bei mir, schon direkt von Anfang an gesehen. Wo Monsters Inc. und Finding Nemo nämlich einen Vorteil hatten, da ich mich immer für Fische und Gruselgestalten begeistern konnte, hat Cars gleich mehrere Strikes. Ich hab absolut kein Verständnis von oder Interesse für Autos. Die müssen mich von Punkt A nach Punkt B bringen und gern noch für kalte/heiße Tage eine Klimaanlage mitbringen, und der Rest an dem Ding ist mir egal. Ich kann noch nicht mal wirklich die Marke oder das Modell bestimmen, von den Vehikeln, die an mir vorbei fahren. Ich habe mich nie für Autorennen interessiert. Und allgemein ist diese Sport-Story vom begnadeten aber überheblichen Neuling, dem der Kopf gewaschen werden muss, mir nie so gelegen.

Von daher ist es wohl ein ganzes Stück weit vorauszusehen, dass Cars für mich bisher der schwächste Pixar war, einfach weil ich das Grundinteresse an Welt, Thematik und Genre nicht mitbringe. Zumal ich den Film diesmal besonders Kreativitätsbankrott fand. The Incredibles mal ausgenommen, waren die bisher sicherlich alle nicht mit enormen Sprüngen in dem Bereich gesegnet, sondern häufig bekannte Handlungskonstrukte mit gewohnten Klischees und Charakterzeichnungen. Jedoch normalerweise auf eine wesentlich charmantere, pfiffigere Art und Weise, bei dem das dann nicht ins Gewicht fällt. Cars ist schon allein deswegen auch eine Ecke langweiliger, weil hier alles so unbesonders wirkt, das gewisse Etwas dem Film fehlt, um ihn über die extreme Standardhandlung und Klischeecharaktere und –situationen hinweg zu helfen. Oh sicher, es gibt noch hier und da eine niedliche kleine Szene oder ein Gag, der ein wenig schmunzeln lässt, aber es ist doch weniger, als in den früheren Werken des Studios.