Academy Weekend – Big Hero 6

ava-1971Und wieder Mal ist Oscar-Wochenende, Mensch wie schnell die Zeit vergeht. Auch dieses Jahr schaue ich mir drei Filme an, die letztes Jahr gewonnen haben, weils eine gute Ausrede ist was zu schauen, was ich nicht oder so schnell sonst nicht geschaut hätte. Den Anfang macht Big Hero 6 von Disney, der von den drei am wenigsten gewonnen hat, was aber ganz normal ist, da Animationsfilme eben nur in Best Animated Feature gewinnen können, höchstens noch einen zweiten in Best Orignal Song.

Und oh shit bin ich froh die Ausrede gehabt zu haben, den Film nicht weiter vor mir herzuschieben, denn Big Hero 6 macht fast das Jahr 2012 wett, als das meh-ige Brave es irgendwie schaffte den Oscar vom fantastischen ParaNorman zu stehlen!

Der Film spielt in einem San Francisco, welches komplett von Chinatown assimiliert ist, sprich alles hat ganz modern einen asiatischen Einschlag bekommen. Hier lebt der 14-jährige Hiro mit seinem großen Bruder und der Tante, die die Jungs nach dem Tod der Eltern aufgenommen hat. Hiro ist ein Genie, aber altersbedingt natürlich viel zu möchtegern-cool und gelangweilt um daraus was zu machen, sondern lässt selbstgebaute Roboter lieber in illegalen Wettstreits kämpfen. Bis sein tatsächlich cooler Bruder Tadashi ihm sein Unilabor zeigt, in dem er mit Mitstudenten interessante Experimente tätigt, statt der langweilige Nerd zu sein, den Hiro erwartete, darunter seine neueste Errungenschaft, den Krankenpflege-Roboter mit der knuddeligen Marshmallow-Optik Baymax.

Es kommt wie es kommen muss, und kaum hat sich Hiro darauf eingeschossen auch auf die Uni zu müssen und aus seinem Leben was zu machen, mit ganz viel Unterstützung von Tadashi und Co., stirbt Tadashi bei einem Unfall. Und Baymax sieht es in seiner Programmierung liegend, den trauernden Teenager zu heilen. Als Hiro dann aber entdeckt, dass der Brand in dem Tadashi ums Leben kam eventuell gar kein Unglück war, hat er mit der Suche nach dem Übeltäter sowieso wieder ein neues Ziel vor Augen, für das er auch bereitwillig in der Programmierung von Baymax rumpfuscht.

Big Hero 6 ist vorhersehbar. Das kann man echt nicht leugnen. Es ist sofort klar was mit Tadashi passieren wird. Wer der Rote Hering und wer der wahre „überraschende“ Bösewicht sein wird. Es ist klar, was Hiro mit Baymax machen, wie sich deren Beziehung gestalten, und welche Moral gelernt werden muss. Die Freunde und werdende Superhelden-Team um Hiro sind die üblichen Archetypen, mit einem Stoner, einer Hyperaktiven, einem Trottel und Miss Cool. Big Hero 6 hält keine wirklichen Überraschungen bereit, wenn man dem Zielpublikumsalter bereits etwas entwachsen ist.

Und das ist ziemlich egal wenn das Produkt Astro Boy meets Totoro dabei so rund und herzig ist. Baymax ist natürlich der wahre Star des Filmes, mit seinen sympathischen Voice Samples und knuddeligen Art kann man den Helferbot einfach nicht nicht lieb haben. Aber wie gesagt sind auch Tadashis Freunde und die Tante sehr sympathische Gesellen. Die Dynamik in der Charakterkonstellation stimmt einfach.

Allgemein könnte dies hier gut ein Film von Studio Ghibli oder Pixar in ihren jeweils bessern Zeiten gewesen sein. Wir haben sowohl viele herzige wie traurige Charaktermomente, dazu aber auch viel extrem schwungvolle Action und ein absolut stilsicheres Design. Und eben ein wenig Tiefgang, letztendlich ist es selbstredend die Haupt-Charakter-Arc von Hiro über den Verlust des verstorbenen Tadashi hinweg zu kommen, statt wie der Antagonist sich von der daraus resultierenden Wut zerfressen und bestimmen zu lassen. Ich fand den Film ja von Anfang an echt launig und charmant, aber die finale halbe Stunde hat mich dann zusätzlich noch positiver als eh schon zurückgelassen.

Ich fand Big Hero 6 mal so richtig geil. Ein absolut runder Film voller witziger Dialoge, dynamischer Action, buntem Design, aber eben auch mit Charakteren und ernsten Momenten und einer Message. Das ist Familienunterhaltung, wie sie sein muss. Weiter so Disney, ihr seid ja doch wieder zu was gut.

bighero