Universal Monsters – The Invisible Ray

ava-2035Irgendwann müssen wir ja mal aus den 1930ern heraus kommen, also mutig vorangeschritten, statt erneut fast ein Jahr zwischen Einträgen vergehen zu lassen. Und zwar mit zwei alten Bekannten der Universal Monsters, denn in The Invisible Ray kommen sowohl Boris Karloff als auch Bela Lugosi erneut zusammen.

Auch wenn der Titel recht nach Science Fiction klingt, so hat der Film doch mehr von einem Horror-Film, genau genommen wieder mit einer Art Monster in ihm sogar, statt eines normalen Killers. Nicht ungleich Dr. Jekyll and Mr. Hyde oder The Invisible Man geht es nämlich um einen Wissenschaftler, dessen Forschungen ihn in den Wahnsinn treiben/zum übernatürlichen Mörder machen, nur das halt die Pseudo-Wissenschaft dran schuld ist statt traditionelle Monstermacherei.

Besagter Forscher ist der von Karloff verkörperte Janos, der mit seiner gruseligen, blinden Mutter und seiner jungen, hübschen Frau in einem Goth-Horror-Schloß in den Karpaten lebt, wo er in seinem Planetarium gen Andromeda-Nebel schaut. Nicht, um Galaktika herbeizurufen, sondern weil bekanntlich das Licht seine eigene Geschwindigkeit hat, weswegen das, was wir am Abendhimmel sehen nicht ist, wie das Universum um uns herum momentan aussieht, sondern wie es aussah, als das jeweilige Licht seinen Weg begonnen hat, welches jetzt bei uns angekommen ist. Jedenfalls schließt Janos daraus, dass wenn man sich Andromeda anschaut, dort das Licht der Erde der Vergangenheit eintrifft, und man so in jene frühen Ereignisse der Erdgeschichte sehen kann. Macht Sinn? Nö, muss es aber auch nicht.

Jedenfalls zeigt er jenen Durchbruch seinen geladenen Gästen, darunter auch Lugosi, die ihn auf eine Afrika-Expedition mitnehmen, um einen Meteor, den sie in jenem Rückblick haben einschlagen sehen, bergen können. In jenem findet Janos Superstrahlen, die Menschen heilen können. Ihn allerdings verstrahlen, nicht nur macht er Nachts nun eins auf menschliches Glühwürmchen, sondern sein Körper und Verstand zersetzen sich langsam. Ähnlich wie der Invisible Man wird er dadurch wahnsinnig, verdächtig hinter Kollegen und Frau (die auch tatsächlich schon längst mit einem jüngeren Modell anbandelt) eine Verschwörung, und versucht ihnen mörderisch vorzukommen.

The Invisible Ray hat dabei den Vorteil gegenüber dem bereits zweimalig genannten Invisible Man, obwohl die Geschichte grundsätzlich erst mal ähnlich abläuft und ähnlich endet, dass die ganze Sache etwas spannender aufgezogen ist. So spannend, wie ein Universal-Film von 1936 sein kann, versteht sich. Tricktechnisch dafür weniger interessant, nur das Schloss zu Filmbeginn macht was optisch her. Die Charaktere sind immer noch nicht die sympathischsten, aber mit knapp 70 Minuten ist der Film auch nicht zu lang geraten. Netter kleiner Ausflug in die Filmgeschichte, mehr aber auch nicht.

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Universal Monsters – The Raven

ava-1847Hmm… entweder gleite ich langsam in den Wahnsinn ab, oder Wikipedias Liste der Universal-Monster-Filme wurde zwischenzeitlich ausgebessert. Ich schaute The Raven als ersten Film in 1935, auf der Liste ist er nun aber der letzte. Außerdem sind Secret of the Blue Room, The Mystery of Edwin Drood und The Invisible Ray aufgetaucht, die ich gar nicht auf dem Plan hatte.

Diese Timeline-Unstimmigkeit ist vor allem dahingehend wichtig, weil The Raven eigentlich das kurzzeitige Absterben des Horror-Phänomens einläutete, nachdem anschließend US-Horrorfilme vorübergehend in Großbritannien verboten waren, und nach dem gefloppten The Raven auch in den USA in den folgenden drei Jahren bis Son of Frankenstein fast kein weiterer Film erschien – eigentlich nur Dracula’s Daughter und zwei SciFi-Streifen, die ja technisch gesehen dann nicht Universal Horror sind, und eben vorher auch gar nicht auf Wikipedias Liste waren. So wie ich es nun gesehen habe, würde man das gar nicht glauben, da nach The Raven noch einige weitere Filme aus 1935 und 1936 kommen.

The Raven nutzt übrigens ganz wie The Black Cat den Titel nur, um die damalige Popularität von Poe auszunutzen, hat letztendlich aber herzlich wenig mit dessen gleichnamiger Geschichte am Hut. Mehr als The Black Cat, immerhin ist der hiesige Dr. Vollin (Bela Lugosi) ein Fan dessen Werke und zitiert The Raven auch zu Beginn, sowie sehen wir Love Interest Jean in einem Poe-Theaterstück spielen.

Jedenfalls hat Jean zu Beginn einen schweren Autounfall. Ihr Vater und Verlobter überreden nun den eigentlich unwilligen Dr. Vollin dazu, sie zu operieren. Jean geht es wieder gut, sie verehrt den Dr. anschließend, der sich weitergehende Hoffnungen macht, und es gar nicht gern sieht, dass Jeans Vater dem einen Riegel vorschieben will. Als ein Verbrecher (Boris Karloff) ihn überfällt, weil er von Vollin ein neues Gesicht für die Flucht vorm Gesetz bekommen will, willigt der nur zu gerne ein. Er entstellt den Mann, der seinen Wunsch vielleicht etwas spezifischer hätte ausdrücken sollen, denn streng genommen hat Vollin damit immer noch genau das gemacht, wonach verlangt war. Er soll nun helfen den Verlobten und Vater von Jean auf einer Feier Vollins unschädlich zu machen, damit seiner erhofften Liebe mit der Schönen nichts mehr im Wege steht.

Wie immer ist nach einer knappen Stunde der Spuk schon vorbei, wodurch der eigentlich gemächliche Film dennoch theoretisch gesehen nicht langweilig wird, aber ein absoluter Reißer ist es erneut nicht. Es ist schon ziemlich kurios, wie das hier in der damaligen Zeit als kontrovers gegolten hat, weil er angeblich so brutal ist. Denn das ist der Film nun wirklich nicht. Vollin ist fasziniert von Poe, Tod und Folter, sozusagen ein Proto-Goth, aber so wirklich explizit beschreiben tut er weder die Methoden, noch sehen wir was von seinem Folterkeller. Abgesehen von einem Pendel am Ende, welches langsam gen Jeans Vater sinkt, um ihn zu entzweien, es aber erneut eigentlich nie weit genug schafft, um nach heutigem Maßstab sonderlich viel Spannung zu bieten.

Aber an heutige Maßstäbe kann sich ein Film mit 80 Jahren auf dem Buckel auch kaum halten. Dennoch weiß ich nicht so recht, ich schaue die Universal Horror ja eigentlich weit genug auseinander voneinander, und dennoch kann ich mir ein wenig Ernüchterung bei The Raven erneut nicht verkneifen. Wie gesagt, die kurze Spielzeit macht ihn nicht direkt langweilig, aber ein wahres Highlight ist er einfach auch nicht. Dafür passiert dann trotzdem nicht genug.

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Universal Monsters – The Black Cat

ava-1805Mit The Black Cat hat sich Universal nicht lumpen lassen an Publikumsmagnetismus. Ihre beiden Größen Bela Lugosi und Boris Karloff sind im Streifen zu sehen, zum ersten von anschließend einigen Malen. Außerdem adaptiert es die damals nicht gerade unbeliebten Geschichten von Edgar Allan Poe, zumindest im Namen an sich, ich kenne die Originalgeschichte zwar nicht, aber abgesehen des Auftretens einer schwarzen Katze kann ich mich nicht erinnern, irgendwas hiervon in der Episode der Masters of Horror gesehen zu haben. Kunden über False Advertisement zu locken gab es halt auch schon in 1934.

Ein junge Pärchen, Peter und Joan, macht auf Reisen durch Ungarn in ihrem Zugabteil die Bekanntschaft mit Dr. Werdegast, ein Psychiater der ihnen erzählt, dass er in den Krieg zog, 15 Jahre in einem Gefängnislager zubrachte, seine Frau verlor, und nun auf dem Weg zu seinem Freund, den österreichischen Architekten Poelzig ist. Das Trio hat einen Unfall, der ihr Vorankommen zum Stillstand bringt, doch praktischerweise ist das Haus von Poelzig, gebaut auf den Ruinen eines ihm im Krieg unterstehenden Forts, nahe, so dass sie dort Unterschlupf finden.

Eigentlich keine glückliche Fügung, denn Poelzig verriet das Fort damals an den Feind, weswegen Werdegast gefangen genommen wurde, während Poelzig sich dessen Frau schnappen konnte, die er jetzt a la Blaubart mit anderen Schönheiten in Glassärgen im Keller aufbewahrt. Werdegast plant Rache, Poelzig hingegen Joan in einem Ritual seines Satanskultes zu opfern.

Wo bleibt dabei die schwarze Katze, die den Titel gibt? Werdegast hat eine panische Angst vor Katzen, und Poelzig hält sich eine im Haus, die seinen Feind durch ihre bloße Anwesenheit aus der Bahn werfen kann. Ernsthaft gesagt wäre dem Film nichts genommen, wenn es sie nicht gäbe. Es wird nicht mal genau geklärt, ob diese Phobie eventuell eine indoktrinierte ist, und Poelzig sich die Katze bewusst als Waffe gegen Werdegast hält.

Es ist sicherlich ein langsam-schreitender Film, ich mag ihn nicht langweilig nennen wollen, denn er geht ja nur die üblichen 60-70 Minuten der Universal-Produktionen der Ära, von daher hat er nicht wirklich die Chance zu lang zu wirken, aber ein wenig ziehen tut er sich vielleicht doch. Als bei der 30-Minuten-Marke alle Spielsteine bereits auf ihrem Platz zu sein schienen, war ich echt etwas am Zweifeln, was da noch 35 weitere Minuten füllen soll.

Es ist also kein Film mit einem großen Knalleffekt, was schon fast ironisch ist, denn am Ende wird das Haus über eine Explosion zerstört, so viel Knalleffekt, wie der Klimax in wenigen dieser frühen Universal-Filme ihn wirklich hat. Nur dahin zu kommen ist halt viel Gerede, welches dadurch gerettet wird, dass es eben ein Psychospielchen zwischen den beiden Größen Lugosi und Karloff ist, bei denen die beiden anderen Schauspieler schnell blass wirken.

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Universal Monsters – Rue Morgue

ava-1744Nach den drei ikonischen Monstern Dracula, Frankenstein und der Mumie, ging es anschließend bei Universal im Horror wieder mit nicht ganz so popkulturell bekannten Filmen weiter. Beispielsweise war noch im gleichen Jahr wie The Mummy der erste von drei Filmen mit Bela Lugosi basierend auf einer Geschichte von Edgar Allan Poe am Start: Murders in the Rue Morgue.

Der Film findet in Paris 1845 statt, und startet auf einer Freak Show, bei dem sich Pierre und seine Verlobte die schrägen Attraktionen anschauen, wie exotische Bauchtänzerinnen („glaubst du deren Haut ist wirklich so braun, oder malen die sich nur an?“) oder amerikanische Ureinwohner („rothäutige Barbaren“). Da zieht sie der Dr. Mirakle in sein Zelt mit dem Affenmenschen Erik, der sich als einfacher Gorilla herausstellt (gespielt mal von einem Schimpansen und mal von einem kleinen Mann im Kostüm), mit dem Mirakle meint sich unterhalten zu können.

Was keiner weiß ist, dass der verrückte Dr. Mirakle plant, eine Gefährtin für seinen Erik zu finden, aber dafür erst mal testen muss, ob deren Blut rein genug ist, denn der moderne Mensch ist wesentlich unwürdiger denn ein rein-animalischer Affe. Dies tut er, in dem er sich Prostituierte von der Straße schnappt, in seinem Labor fesselt, und dort Affenblut in die Venen injiziert, um die Kompatibilität zu prüfen, was bereits 4 Leichen mit sich gezogen hat. Doch jetzt ist er davon überzeugt in Pierres Verlobten die Richtige getroffen zu haben.

Poes auch in der Regel nicht allzu ausschweifend lange Geschichten bieten sich glaub ich eher für kürzere Projekte an, und Murders in the Rue Morgue geht auch nur ziemlich genau eine Stunde. Kurioserweise scheint allerdings der Originalschnitt wesentlich länger gewesen sein, Universal war jener aber zu brutal und lies vor Veröffentlichung ordentlich kürzen. Das ist etwas schade, denn etwas mehr Biss hätte der Film haben können. Es gibt einige beunruhigende Settings, wie wenn die Hure auf der nebligen Straße angegriffen wird, oder wenn das Opfer im Labor gefesselt da hängt, aber die sind häufig so kurz oder anderweitig schwer das Geschehene zu erkennen, besonders das Finale kann man verpassen,wenn man zur falschen Zeit blinzelt.

Ansonsten ist ziemlich interessant, wie viel Stereotypen von Detektivgeschichten hier doch drin sind, wenn man mal bedenkt, dass die Originalgeschichte von Poe eigentlich erschienen ist, bevor es dieses Genre richtig gab, also prägend gewesen sein wird. Unser Detektiv Pierre ist ein kluges Forscherhirn, der eigentlich zu schnell auf Zusammenhänge kommt. Er lebt zusammen mit einem Sidekick, der sich wie eine Ehefrau aufführt. Der verrückte Wissenschaftler als obsessives Gegenstück zum begabten Pierre.

Macht auch Murders in the Rue Morgue zu einem kurzen, sehenswerten Happen, wenn man sich in die schwarz-weiße Zeit der Horror- oder Detektivfilme verirren, oder als Fan von Bela Lugosi dessen Oeuvre verfallen will.

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